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Rezensionen verfasst von
Fabian Fluess "fabian fluess" (München)
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50 Umzugskartons (Profi) STABIL + 2-WELLIG/ Umzug Karton Kisten Verpackung Bücher Schachtel
50 Umzugskartons (Profi) STABIL + 2-WELLIG/ Umzug Karton Kisten Verpackung Bücher Schachtel
Wird angeboten von BB-Verpackungen OHG, Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 72,90

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfolgreich Umgezogen, 28. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inzwischen ist der Umzug erledigt. Aber nicht nur der sondern auch der Firmenumzug.
Ich habe also den Vergleich aus Umzugskartons von 3 verschiedenen Anbietern:

Benutzt wurden welche von einer großen Baumarktkette mit und einer ohne Biber.
Die hier angebotenen Umzugskartons (Profi) 2 Wellig haben aber am besten abgeschnitten:

Der Boden muss, so wie der anderer Umzugskisten umgeklappt werden, auch sonst ist beim Zusammenfalten alles beim alten.
Wichtig: Die Handgriffe werden durch eine zweite Lage Pappe unterstützt. Das hilft beim Tragekomfort ein wenig, bei der Stabilität der Kisten sogar enorm.

Während gerade bei Büchern und Töpfen, die Baumarktkartons an den Griffen einrissen, machte das den (Profi) Kartons nichts aus. Die Pappe ist einfach einen Tick stabiler. Selbst als aus einem schweren Küchenkarton das Handspülmittel auslief und den Kartonboden durchweichte, blieb die Kiste stabil.

Ich habe die genutzten Umzugskartons unserer Auszubildenden weitergegeben und auch sie ist inzwischen erfolgreich damit umgezogen. Von insgesamt 70 (Profi)-Kisten sind bisher nur zwei kaputt. Die Ausfallquote des Baumarkts ohne Biber lag bei fast 50 Prozent, beim Biber etwas niedriger bei immerhin einem Drittel, sprich 33 Prozent.

Ich würde die Kartons weiterempfehlen. Die Lieferung erfolgte schnell. Die Kartons waren in einer Folie verpackt und mit Plastikbändern verzurrt. Einziges Manko: Der Versandbote wollte die Kartons nicht an die Wohnungstüre bringen, sondern auf der Straße vor dem Haus stehen lassen. Eigentlich kein großes Problem - für eine Frau mit Kind aber schon.


Gran Torino
Gran Torino
DVD ~ Clint Eastwood
Preis: EUR 6,79

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Rentner als Desperado!, 19. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Gran Torino (DVD)
Es ist ein Western. Clint Eastwood trägt als Rentner Walt weder Cowboystiefel noch Poncho aber in Gran Torino führt er sämtliche Rollen die er jemals gespielt hat zu einem Ende. Er sitzt auf der Veranda, flucht, kneift die Augen zu Schlitzen zusammen und hütet sein Haus und seine Erinnerung an den amerikanischen Traum. Kurz er verteidigt seine Vorstellung von einer amerikanischen Urgesellschaft. Klar, dass da die Bedrohung nicht lange auf sich warten lässt. Aber anders als im wilden Westen ist der Cowboy, der mit dem Gewehr um sich zielt und einen "Oneliner" nach dem nächsten seinen Mitmenschen vor den Latz knallt, der Eingeborene.
Walt sieht sich Invasoren der anderen Art gegenüber. "Sumpfratten","Schlitzaugen" oder noch schlimmeres. Doch während er seine neuen Nachbarn misstraurisch beäugt eskaliert die Situation. Eine Gang mit vornehmlich asiatischstämmigen Mitgliedern setzt sich in seiner Prärie... erm seinem Viertel fest. Der Nachbarsjunge lässt sich beeinflussen und versucht Walts großen Schatz zu stehlen. Den Ford Gran Torino, ein amerikanisches Musclecar. Gut, dass es kein Ford Mustang ist - sonst wäre die Analogie zum Western zu deutlich und zu platt geworden. Hier beweist Eastwood Fingerspitzengefühl bei der Regiearbeit. Er beweist es auch in der weiteren Filmverlauf. Walt und der Nachbarsjunge freunden sich an - so sehr, dass Walt seinen Hass gegen seine ehemaligen Kriegsgegner - Koreaner - vergessen kann und Thao den versuchten Diebstahl verzeiht. Gewürzt mit dem Witz von Walts derber Sprache fliegt die Handlung nur so dahin.
Doch die Gang bläst unerbittlich zur endgültigen Abrechnung, nach einer Attacke auf Phans Schwester gibt es für Walt nur eine Möglichkeit: Ohne Frau, ohne echtes Familienleben und ohne Perspektive in einer verwirrenden Welt ist Walt zum Desperado geworden. So kommt es zum Showdown. Klassisch - einer gegen alle. Wie Wyatt Earp am OK Corral. Und hier hat der Film den stärksten Moment. Der klassische Revolverheld hat nach dieser Szene für immer ausgedient. Zu vielschichtig ist das Ende.
Gran Torino funktioniert als griechisches Drama, als Western, als auch als Abrechnung und Hommage zugeleich an alle "Rächer"plots von Clint Eastwoods früher Karriere. Der Film ist großartig, unterschätzt und trotz aller Tragik auch komisch - und das zu den richtigen Momenten.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 3, 2012 11:29 PM MEST


Endstation Leichenschauhaus: Neue Geschichten aus L.A.
Endstation Leichenschauhaus: Neue Geschichten aus L.A.
von James Ellroy
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neo Noir und Machopsychopathen, 25. November 2010
James Ellroy ist ja kein Unbekannter. Bücherwürmer kennen ihn wegen seines Erfolgs American Tabloid in dem er die 50er Jahre rund um Mafia, Kubakrise und die exzentrischen Politiker und Geheimdiestleite Hoover und Kennedy beschriebt. Die Cineasten kennen den Namen Ellroy, nach dem er die Drehbücher zu L.A Confidential oder Die Schwarze Dahlie verfasst hat.

Endstation Leichenschauhaus ist näher an Letzteren Werken zu verorten. Es ist kein Allamerican Drama, dass Ellroy beschreibt, sondern Episoden aus Los Angeles. Der Stadt in der es den größten "kranken Scheiß" gibt.
Seine Sprache zieht jeden Noirfan dabei in den Bann. Elliptisch, abgehakt und brutal hämmern sich seine Worte ein, wie der Schlagwirbel eines mexikanischen Boxers im Ring.

Endstation Leichenschauhaus ist kein abgeschlossenes Werk. Die Episoden bleiben fragmentarisch - offen, wie die Jagd eines potentiell mordenden Höschenschnüfflers, offen wie der Hosenstall des Polizisten Rhino, der Obsessiv hinter einem Hollywoodstarlet herjagd, nur damit sein Hosenlachs nicht so zuckt.

Ellroy bietet in seinem Episodenroman Anknüpfungspunkte zu den klassischen Noirthemen, Korruption, Obsession und innere Auflösung. Seine knallharte Sprache passt zu den Figuren, zu den Dialogen und zu den Pointen die er setzt. Er schafft es immer wieder Wendungen einzubauen, die spannend, bizzar und doch mitleiderregend sind. Der Politiker der sich im Nazikostüm von Prostituierten befriedigen läßt (man beachte das Buch ist weit älter, als jener Skandal im Motorsportzirkus), oder der knallharte Bulle, der um sein Bedürfnis an körperlicher Nähe zu stillen, lieber im Hundezwinger übernachtet, statt sich auf eine Beziehung einzulassen.

Zwischen den ganzen Polizeiakten, möglichen Mörderprofilen und abgeschnüffelten Ephidrin Wattestäbchen legt der Autor eine Spur. Sie führt zu dessen Schriftstellerischer Nemisis - seiner persönlichen Obsession - dem Mordfall an der Schwarzen Dahlie. Ellroy läßt sich in diesem Buch Parallelen suchen zwischen der Dahlie und einem aktuellen Unterwäscheinhalierers. Die Psychogramme dabei sind genau recherchiert und fast unheimlich.

Dieses Buch gefällt jedem, der Atmosphäre und eine mitreißende Sprache über konstruierte Handlung und Abgeschlossenheit stellt, denn in all seinem rückwärtsgewandten Noirkosmos sind die Geschichten aus dem Leichenschauhaus in der Form modern fragmentarisch.


Sony NEX-VG10E HD Flash Camcorder (14 Megapixel, Full HD, 7,6cm (3,0 Zoll) Display) Kit schwarz inkl. 18-200mm Objektiv
Sony NEX-VG10E HD Flash Camcorder (14 Megapixel, Full HD, 7,6cm (3,0 Zoll) Display) Kit schwarz inkl. 18-200mm Objektiv

46 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolles Konzept - mittelmäßige Kamera, 1. November 2010
Ich habe die Nex VG10 testen können und bei aller Begeisterung mit verschiedenen Optiken zu experimentieren - und wirklich geile Schärfe/Unschärfeeffekte dabei zu erzielen, hat die Kamera ein paar Nachteile die mir ein wenig aufgestoßen sind. Sony hat mit der Nex VG10 eine Videokamera entwickelt, die auf der Basis einer Spiegelreflexkamera entstand. Diese spannende Idee ermöglicht es verschiedene Objektive an die Kamera zu montieren. Bisher kann man die Sony Nex Objektive nutzen. Ein Adapter für Sony Alpha Objektive und auch markenfremde Objektive sind von Sony oder Drittfirmen geplant.

Ich konnte ein paar Testaufnahmen schießen. Die Schärfe/Unschärfeeffekte sind für eine HDKamera wirklich beeindruckend. Die Farben sind voll (fast ein wenig poppig) und der große Spiegelreflexchip gibt auch bei Lowlight noch gute Bilder.

Handhabung
Vom Handling her ist die Kamera vorderlastig. Klar, das Objektiv zieht eben nach unten. Wer szenisch arbeiten will, hat eh ein Stativ, aus der Hand wirds nach spätestens ner drei viertel Stunde Schwerstarbeit mit Muskelkatergarantie am Handgelenk und Unterarm. Das Problem am Objektiv sind aber die fehlenden Schärfemarkierungen am Objektiv.

Damit meine ich, dass dort wo ein Strich die Schärfe für den 200 Meterpunkt markieren soll, statt dessen eine große "200" prangt. Wo aber genau der Schärfepunkt ist, bei der 2 der letzten 0 oder in der Mitte der Zahl ist nicht klar und nicht genau zu finden. Wer also mit dem Objektiv szenisch arbeiten will, der muss sich seine Markierungen selbst anzeichnen, denn bei HD wirkt sich jede kleine Ungenauigeit sehr stark aus. Bei den bisher angebotenen NEX Objektiven sind das bei der Kamera mitgelieferte Objektiv sowie das Festbrennweitenobjektiv interessant.

Okular/Display
Das Display ist drehbar, vollkommen ausreichend. Einblendbar ist dabei das Histogramm des aufgenommenen Bildes. Definitiv ein Pluspunkt. Besonders gut finde ich den Sucher - samt Augenmuschel. Durch ihn ist alles gestochen zu sehen. Leider kann man Sucher und Display nicht gleichzeitig benutzen, da immer nur eines der beiden optischen Hilfsmittel funktioniert. Bei meinem Wochenendtest habe ich den Sucher bevorzugt.

Böse stößt mir aber auf, dass es keinen Zebramodus gibt. Bei anderen Kameras - teils deutlich günstigeren - werden überhelle Flächen mit einer Schwarz/Weiß-Schraffur versehen. Sony hat leider bei Ihrer Kamera nicht daran gedacht.

Kreative Möglichkeiten
Auch einen Farbtemperaturbereich der voreinzustellen geht nicht (oder ich hab ihn einfach nicht gefunden). Klar kann man mit dem manuellen Weißabgleich ähnliches erreichen, aber da man manuelle Voreinstellungen bei der Farbtemperatur nicht abspeichern kann, für den nächsten Drehtag ist erm ärgerlich.

Das Objektiv lässt viele Möglichkeiten in der Natur und Dokumentarfilerei zu. Dafür ist die Kamera gut geeignet.... wenn der Kameramann, die Kamerafrau mit dem Zoom gut umgehen kann, denn einen Motorzoom gibt es nicht, Handarbeit ist angesagt. Zur Hilfe gibts von Sony einen Objektivring, damit fällt es ein wenig leichter.
Das Mirkro funktioniert sehr gut und auch an einen Kopfhöhreranschluß wurde gedacht. Ein Windpuschel liegt ebenfalls bei. Die Kamera hat auch einen zusätzlichen Mikrofonanschluß - leider kein XLR.

Ich habe die Kamera testen können und bei aller Begeisterung mit verschiedenen Optiken zu experimentieren - und wirklich geile Schärfe/Unschärfeeffekte dabei zu erzielen, hat die Kamera doch ein paar Nachteile.
Sicherlich ist das Kamerakonzept eines der spannensten der letzten Jahre. Die Objektive bringen wirklich Spaß, aber leider ist die Kamera selbst nur mittelmäßig. Für den Preis aber, reicht es daher nur für 3 Sterne
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 13, 2011 2:45 PM CET


Schattenkuss / Nachtschwärmer
Schattenkuss / Nachtschwärmer
von Laurell K. Hamilton
  Taschenbuch

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gefährliche Körpersäfte am Elfenhof, 6. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Schattenkuss / Nachtschwärmer (Taschenbuch)
Die beiden Bücher der Merry Gentry Reihe beginnen zugegebenermaßen etwas verworren. Englische und amerikanische Leser, die sich mit der irischen und angelsächsisischen Sagenwelt auskennen, haben es da etwas leichter, Fey, Brownies und Kobolde auseinander zu halten. Für die Brüder Grimm gewohnten deutschsprachigen Leser wirken die Begriffe ungewohnt und fremd - und zugegebenermaßen einige der Begriffe sind auch sicher neu.

Aber wer sich am "Muggel" nicht stört, wieso sollte er es am "Sluagh" tun?

Das ist aber kein echter Nachteil. Das Befremden, dass der Leser spürt, wenn er mit der Elfenprinzessin Merry an den Elfenhof zurückkehrt - sie lebt anfangs inkognito in einer Großstadt, damit sie nicht einem Mordversuch zum Opfer fällt - wird dadurch nur erhöht und das weckt schließlich die Neugierde.

Man ahnt, es ist nicht das heitere Elfenbild, das hier angesprochen wird, noch das melancholisch verklärte Tolkiens. Laurell K. Hamilton sucht sich eher die Puks, Oberons und Titanias aus dem Sommernachtstraum zum Vorbild. Teilweise bösartige magische Wesen, die sich gegenseitig peinigen, verwandeln oder verstümmeln. Diese hinterhältigen Charakterzüge zeigen sich besonders deutlich am Thema Sex, dem Leitmotiv des Buchs. Wie passend, dass die Elfenprinzessin gerade hier ihre Stärken hat, stammt sie selbst doch von fünf Fruchtbarkeitsgöttern ab. Klar, dass sie im Mittelpunkt der Intrigen steht und weise Abwägen muss, wem sie ihre Sympathien schenkt.

Es mag ebenfalls auf den ersten Blick befremden, aber Merry löst sehr viele Konflikte in den Bänden durch ihre sexuelle Erfahrung, Erotik und ihre Konsequenz darin, ihren Körper nur mit sympathischen Wesen teilen zu wollen. Gerade das macht sie sympathisch. Kein Sex als Waffe, kein Sex als Hierarchiegetuschel und keinerlei sexuelle Dienste als Handel.
Darin unterscheidet sich Merry von der Königin des Elfenhofes der Unseelie, die Angst davor hat ihre Blutlinie könne erlöschen. Um also die Elfenwelt vor dem Untergang zu bewahren läßt sich Merry auf einen Handel ein, einen der Ihr Leben wieder in Gefahr bringt, denn der eigentliche Thronfolger, ergibt sich nicht kampflos. Prinz Cel ist der eigentliche Antagonist, wenn er auch gegen die Auftritte seiner Mutter der Königin eher blass bleibt.

Im Endeffekt geht es in den beiden Büchern natürlich um die wahre Liebe - auch wenn diese sich bis zum Ende des Doppelbandes nicht glasklar findet. Das Genre das Laurell K. Hamilton bedient ist die Paranormal Romance. Sie dehnt die Grenzen aber ins fantastische und sexuelle. Ihre schriftstellerische Stärken in dem Buch sind die fremdartigen aber dadurch faszinierenden Konflikte, die sie immer wieder neu auf der Matratze mit ihrer Hauptfigur lösen kann. Zudem eröffnet sie mit der Grausamkeit am Unseeliehof ein spannendes Konfliktfeld. Der Leser wird förmlich hineingezogen in den lebensgefährlichen Midsommerreigen um Blut und passendes Sperma.

Leider hat der Band aber auch negative Seiten. Der Spannungsaufbau verläuft anfangs sehr schleppend, zuviel muss erklärt werden. Der Antagonist müsste ein wenig zentraler Auftreten und schließlich sind die Nebenfiguren etwas gleichförmig geworden. Wenn jeder ein Sixpack hat, dann ist ein Sixpack eben nichts besonders mehr. Ein konkretes Problem des Bandes, nicht der Schriftstellerin, sind die vielen Rechtschreibfehler. Hat das eigentlich irgendjemand lektoriert? Mindestens 3 auf jeder Seite. Daher gebe ich trotz vieler guter Ideen und der für dieses Genre ansprechenden sprachlichen Qualitäten nicht die volle Punktzahl - und ziehe noch einen für die schlampige Arbeit des Verlags ab.


Lucrezia Borgia: Das Leben einer Papsttochter in der Renaissance
Lucrezia Borgia: Das Leben einer Papsttochter in der Renaissance
von Maike Vogt-Lüerssen
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,00

41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lucrezia Borgia ' ein Mythos; Das Buch ' eine Liste, 23. August 2010
Die Papsttochter Lucrezia Borgia umranken viele Gerüchte, Schmähungen, Beleidigungen und pikante Gerüchte. Das macht den Reiz dieser Figur aus der Renaissance aus. Die Autorin Maike Vogt-Lüerssen schreibt im Klappentext, sie "erzähle" das Leben von Lucrezia Borgia nach. Das tut sie nicht! Sie erzählt nicht. Sie listet auf. Lebensdaten und Lebensstationen. Sie skizziert maximal die nähere Umgebung Lucrezias. Ein trockenes Unterfangen. Fakten werden an Fakten gesetzt, Daten an Daten. Sobald es aber um Gefühle, wie Wut, Ärger und Liebe geht - zieht sich die Autorin zurück und verschanzt sich hinter ihren Quellen. Der Autor einer Biographie muss aber meiner Meinung nach auch mal Stellung beziehen!

In ihrem Vorwort stellt sie klar, dass sie aber nur bestimmten Quellen Glauben schenkt und auch nur diese berücksichtigt. Sie stellt auch klar, dass sie die Borgia kritischen Quellen nicht beachtet - diese wurden ja von den Borgia Feinden geschrieben und sind daher weniger glaubwürdig als die Borgia freundlichen Briefeschreiber und Chronisten. Somit erhält der Leser die Sichtweise nur die Sichtweise Autorin auf Lucrezia Borgia. Das erscheint zumindest mir ein wenig willkürlich und unverständlich zumal Frau Maike Vogt Lüerssen Historikerin ist.

Ich erwartete mir daher mehr vom Buch. Ich hätte gerne auch die pikanten Quellen erzählt und erklärt bekommen, ebenso die Argumente die für und die wider ihrer Glaubwürdigkeit sprechen. Das aber passiert nur ansatzweise. Dann hätte sich mir ein eigenes Bild erschlossen. So aber bleibt nur eine geglättete trockene Darstellung, die der machiavellistischen Erziehung Lucrezias widerspricht- und vieles bleibt offen. Wie reagierte Lucrezia auf die Ermordung ihres Mannes Alfonso, wie ging sie mit Verehrern um? Wie reagierte eine Frau in der Renaissance auf Verehrer generell?

Ein dürftiger Satz an sich findet darin: In der Renaissance war die Einstellung der Menschen bezüglich der Sexualität [...] weit aus offener [...]. Diese Leerstelle, über eventuell differierende Moralvorstellungen, sexualmoralische Anschauungen innerhalb der italienischen und europäischen Herrscherfamilien bleibt offen. Das ist schade, da Lucrezia Borgia zu einer Ikone dieser Fragen gemacht worden ist.

Wer in dem Buch Daten und Fakten für Referate und Hausarbeiten sucht, ist richtig. Jemand der sich aber in eine historische Person hineindenken will, der nach einer Geschichte oder einer Erzählung über Lucrezia Borgia sucht - deutlich falsch.


Braun cruZer4 Z60, blau
Braun cruZer4 Z60, blau

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als Trimmer in Ordnung als Rasierer eine Katastrophe, 16. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Braun cruZer4 Z60, blau (Badartikel)
Ich habe mir den cruZer4 Z60 gekauft, damit ich faul sein kann. Nicht jeden morgen will man sich die blanke Klinge an den Hals setzen und damit sein Leben mindestens aber eine Schnittverletzung im Gesicht riskieren. Ein elektrischer Rasierer scheint da die passende Alternative.

Der Braun cruZer4 verspricht ja ein Allzweckgerät zu sein, was jeglichen Haarwuchs betrifft. Lange Haare, kurze Haare, Bart, Brusthaar und andere pikantere Stellen trimmen, rasieren und pflegen zu können.
Leider hält das Gerät diese Versprechen nicht ein.
Weder unter der Dusche mit Schaum, als auch trocken - der cruZer rasiert einfach das Gesicht nicht sauber. Dabei habe ich bereits mehrere Bart, Dreitagebart und Bartschatten versucht damit zu rasieren. Keine Chance! Gerade im Kinnbereich und unter dem Kiefer versagt das Gerät total. Alles was mit der Scherfolie rasiert werden soll klappt wirklich schlecht. Von den "wenigen Zügen" wie in der Werbung versprochen ist das Gerät meilenweit entfernt. Man drückt presst am Rasierer rum und spannt, zieht die Gesichtshaut, dass selbst Karl Valentin eine Freude daran hätte - und selbst dann ist es kein sauberes und gleichmäßiges Ergebnis. Meine Ursprungsmotivation für den Kauf - Faulheit - kann mit diesem Gerät für die morgendliche Rasur jedenfalls nicht befriedigt werden.

Ich gebe trotzdem zwei Punkte, weil die Aufsätze des Rasierers zusammen mit den Trimmern gut funktionieren. Um einen Dreitagebart auf Länge zu halten oder seine Kotletten zu trimmen, ist das Gerät gut geeignet. Leider habe ich das nicht als Hauptaufgabe vorgesehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 2, 2013 11:45 AM CET


Tame The Night
Tame The Night

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Mousse au Chocolat für die Ohren, 1. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Tame The Night (Audio CD)
"Tame the Night" ist das erste professionell produzierte Album von Lucia Iman.
Als Produzenten konnte sie den Emmy Gewinner Malcom Burn überzeugen.
Die spanischstämmige Californierin hat bereits in verschiedenen Folgen von "The L-World" den Soundtrack beigesteuert.

Diese CD wurde Lucias Fans finanziert. Sie überzeugte 903 Personen weltweit von ihren Stimmlichen und Songwriter Qualitäten.

Es handelt sich bei "Tame the Night" um ein jazziges und loungiges Album. Die Konzentration bei den einzelnen Tracks liegt auf der Authentizität der Künstlerin. Klar, dass es ist ein sehr intimes Album geworden ist.(Leider wird es nicht mit Kamin und dunkler Winternacht geliefert)

Die Tracks selbst gehen ins Ohr und vermitteln allesamt eine sehr eindringliche Stimmung, voller Geschmack und Körper wie dunkle Schokolade, aber ohne schwere sondern samtig weich wie Mousse au Chocolat. Die Songs orientieren sich an Chansons, Balladen aber auch einen Ragrhytmus findet man. Es ist eine köstliche Melange aus verschiedenen Traditionen geworden. Kein krampfhaft zusammengestückeltes Zeug, sondern harmonisch gewachsen.

Besondere Songs wie "Mr. Green" oder "Remember" haben Ohrwurmqualität.
In Zeiten von Castingbands und gesampelten Tracks ist dieses Album ist eine Erlösung und ein Gegenentwurf gleichermaßen.


Bella und Edward: Bis(s) zur Mittagsstunde
Bella und Edward: Bis(s) zur Mittagsstunde
von Stephenie Meyer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

42 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Liebes(ge)schwüre im Wald, 22. November 2009
Wieder der gleiche Aufbau: Im Prolog befindet sich Bella wieder mal in Lebensgefahr und stirbt sicher gleich ' ja sie ist sich absolut sicher, total, unbedingt. Gleich macht's rumms und Bella ist tot. Das soll einen kleinen Spannungsrahmen setzen, der bis zur Schlusssequenz des Buches tragen soll. Das hat ja schon in Twighlight ' Bis(s) zum Morgengrauen nicht funktioniert, aber wie heißt es so schön: 'never change a winning team'.
Aber was für einen Schock muss sich der Leser gegenübersehen, wenn er die ersten 150 Seiten selbstmitleidiges Gefasel überstanden hat: Bella kann nicht glauben, dass Edward sie liebt. Dann sorgt sie sich, sie könne sich wirklich sorgen, er könne mit ihr Schluss machen und schließlich sorgt sie sich wirklich, dass er Schluss macht. Ja, Bella zieht sogar Beweisstücke hinzu: Fotos nämlich, auf denen Edward total unbegeistert aussieht.
Ich weiß ja nicht, wie oft ihr findet, dass ihr auf Fotos scheiße ausseht ' der Gesichtsausdruck nicht passt oder euch dabei ein Rotzpopel aus der Nase hängt. Jedenfalls macht man sich keine Sorgen darüber, wenn ein Schnappschuss mal nicht sitzt. Man glaubt weder sofort an die Notwendigkeit einer Schönheitsoperation, noch, dass man wohl eine ansteckende tödliche Krankheit mit sich herumträgt. Warum auch ' ist ja nur ein Foto.
Aber nein! Bella hat ja recht: Ihr engelhafter, geduldiger und alles aushaltender Edward, dem sie ewige, unendliche, absolut unbedingte, stetig andauernde und überaus echte und tiefstgründige Liebe geschworen hat (und der diese Liebeschwüre ja auch erwidert hat ), eben dieser Edward macht tatsächlich Schluss. Unfassbar, da hätte man sich das ganze erste Buch sparen können. Aber halt: Vielleicht gab es ja einen gewichtigen Grund dafür, richtig, die ungeschickte Bella schneidet sich an einem Fitzelchen Geschenkpapier.
Die Konsequenzen aus dieser Trampeligkeit sind klar: Edwards Familie wird vom lecker-süßen Blutgeruch und ihrem eigenen festen Codex, niemals auch nur ein Schlückelchen zu süffeln, zermalmt und durch Schuldgefühle erdrückt. Nicht jeder hat sich so gut unter Kontrolle wie das Schätzchen Edward. Am nächsten Morgen ist Bella allein. Edward hat tatsächlich Schluss gemacht ' endlich, darauf wartet der Leser ja schließlich schon über 100 Seiten. Wenn dieser Weichspülvampir aus dem Weg ist, vielleicht geht's ja jetzt mal endlich zur Sache ' (biss)chen Blut, (biss)chen Gewalt, (biss)*chen Sex?**
Nein, Enttäuschung auf der ganzen Linie! Bella kann es erst mal fast fünfzig Seiten nicht fassen, dass Edward tatsächlich Schluss gemacht hat. Ein wenig obsessiv die Gute, denkt man sich ' und wünscht sich, sie nähme den Ratschlag ihres Vaters an, endlich mal `nen Psychiater zu besuchen. Stattdessen vegetiert sie dahin.
Dann aber freundet sie sich mit Jacob Black an. Er ist jünger als sie und läuft ihr nach wie ein Hündchen ' klar, dass aus dem ein Werwolf werden muss. Sie macht stattdessen lieber Extremsport ' Motorrad fahren auf nassen Pisten ohne Helm, Klippenspringen und Orientierungswanderungen abseits der Wege.
Wieder erinnert man sich an den ersten Teil: Wieso passiert Bella hier nichts? Die kann sich doch noch nicht `mal die Schnürsenkel binden, ohne sich selbst zu strangulieren? Egal, das Motiv der Ungeschicktheit wird einfach im Laufe des Buchs immer mehr fallen gelassen ' außer dann, wenn man es halt braucht.
Bellas Extremsport -Anfälle haben auch einen Grund. Sie bildet sich ein, immer Edwards Stimme zu hören, wenn sie gerade dabei ist, sich mal wieder den Hals zu brechen. Eine wirklich selbst zerstörerische Art und Weise, jemandem nahe zu sein, und damit ein Identifikationsangebot an alle traurigen Emogirls in den Buchläden, sich doch in die Ballaballabella hineinzuversetzen, die so tatkräftig alles tut, um ihr Leben möglichst gewaltsam zu beenden.
Als ob dieses ewige Rumgeseiere nicht schon reichen würde, vergleicht sich Bella und ihren flüchtenden Geliebten mit Romeo und Julia. In sich immer wieder wiederholenden Absätzen überbieten sich die angeblichen Parallelen der Geschichte in Plattheiten und Klischees. Immer wieder möchte man Bella mit der Shakespearegesamtausgabe auf den Hinterkopf schlagen*** und dabei schreien: 'Nein! Nein! Nein! Du verstehst den Konflikt der Hauptfiguren nicht! Du verstehst den Spannungsbogen nicht, und du verstehst die Tragik des Dramas nicht. Schweig still und höre auf, die Worte des Meisters der Dramenschreiber zu verdrehen!'
Aber egal, Bella würde eh nicht zuhören. In endlosen und ermüdenden Monologen sinniert sie darüber, ob sie Jacob jetzt küssen soll oder nicht.
Zumindest zu diesem Zeitpunkt war mein Aggressionspotential so hoch, dass ich mich selbst beinahe in eine unkontrollierbare Bestie verwandelt hätte. Also hoffte ich, Jacob würde mir das Ganze abnehmen und endlich mal seine Werwolfpubertät durchlaufen. Das tat er dann auch ' aber nicht so, wie man das erwartet hätte ' Bella im Zentrum der Gefahr, Jacob vor ihr zähnefletschend und voller Gier, ihr Fleisch zu kosten, erst auf die eine, dann auf die andere Art. Stattdessen wird das Wölfchen brav ins Körbchen' Bettchen gelegt und wie nach den Masern kommt er dann räudig ' äh reuig daher getappst, um Bella um Entschuldigung zu bitten, dass er zwei Wochen nicht ans Telefon gegangen ist. Konflikt aufs Harmlosesete umschifft und das archaische Werwolfbild auch shampooniert und geglättet.****
Der Rest des Buches hängt mit der Handlung nicht mehr zusammen. Edward glaubt, Bella wäre bei ihren suizidalen Sportunternehmungen tatsächlich verunglückt und will sich daher auch in den Hades werfen lassen. Er plant eine Runde unter Italiens Sonne in der Öffentlichkeit abzuglitzern, um damit die bösartigen, alten Vampire zu provozieren, die ihn dann natürlich umbringen müssen. Kann ja nicht angehen, dass so einer das Geheimnis der Discokugelvampire verrät. (Würd' ja niemand mehr ernst nehmen) .Bella kommt und rettet ihn, indem sie über eine italienische Plaza stolpert. Da kann man wieder ungeschickt sein. Es dient ja der Spannungserhöhung in dem Moment. Edward und Bella sind wieder zusammen und lieben sich ewiglich weiter. Ja, klar! Wissen wir schon: bis(s) es wieder weihnachtet und das Geschenkpapier wieder mal blutrünstiger ist als Stephenie Meyers Glitzervampire.
Ach und weil ein Cliffhanger super ist, um auch das dritte Buch zu verkaufen, bastelt die Autorin noch hier einen am Ende rein. Bella ist nun zum Zankapfel zwischen Werwölfen und Vampiren geworden ' und beide drohen sich mit der Auflösung des uralten Friedenspaktes' .
Uhuhuhu ' wer hätte das wohl vorher geahnt?
__________________
*Wie ich dieses Stilmittel verabscheue. Gibt es denn keine subtilere Art auszudrücken, dass sich eine Vampirfigur auf den Seiten zwischen den Buchdeckeln befindet?
** Also im Grunde alles, was einen Vampir ausmacht
** *Das zählt dann aber nicht als Extremsport!
**** Der Werwolfmythos entstammt aus der Märchenwelt. Der Böse Wolf 'steht hierbei für den Psychopathen, den Vergewaltiger ' für die Bestie im Mann, die sich bei der passenden Gelegenheit gegen das Rotkäppchen wendet. Der Werwolf ist auch ein Meister der Täuschung ' er steckt in der Fassade des Altbekannten und Familiären ' das ist der Grund, weshalb man ihm erst vertraut. Eigentlich hätte man die Entwicklung Jacob Blacks wirklich als klassisch bezeichnen können, aber die Konfrontation mit Rotkäppchen Bella blieb leider aus. Wäre ja zu schrecklich gewesen. Da stellt sich natürlich die Frage ' weshalb man so eine Geschichte in Figuren aus Horrorgeschichten überhaupt hineinschreibt?
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 24, 2015 7:08 PM CET


Biss zur Mittagsstunde: New Moon
Biss zur Mittagsstunde: New Moon
von Stephenie Meyer
  Taschenbuch

19 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Liebes(ge)schwüre im Wald, 22. November 2009
Wieder der gleiche Aufbau: Im Prolog befindet sich Bella wieder mal in Lebensgefahr und stirbt sicher gleich ' ja sie ist sich absolut sicher, total, unbedingt. Gleich macht's rumms und Bella ist tot. Das soll einen kleinen Spannungsrahmen setzen, der bis zur Schlusssequenz des Buches tragen soll. Das hat ja schon in Twighlight ' Bis(s) zum Morgengrauen nicht funktioniert, aber wie heißt es so schön: 'never change a winning team'.

Aber was für einen Schock muss sich der Leser gegenübersehen, wenn er die ersten 150 Seiten selbstmitleidiges Gefasel überstanden hat: Bella kann nicht glauben, dass Edward sie liebt. Dann sorgt sie sich, sie könne sich wirklich sorgen, er könne mit ihr Schluss machen und schließlich sorgt sie sich wirklich, dass er Schluss macht. Ja, Bella zieht sogar Beweisstücke hinzu: Fotos nämlich, auf denen Edward total unbegeistert aussieht.
Ich weiß ja nicht, wie oft ihr findet, dass ihr auf Fotos scheiße ausseht ' der Gesichtsausdruck nicht passt oder euch dabei ein Rotzpopel aus der Nase hängt. Jedenfalls macht man sich keine Sorgen darüber, wenn ein Schnappschuss mal nicht sitzt. Man glaubt weder sofort an die Notwendigkeit einer Schönheitsoperation, noch, dass man wohl eine ansteckende tödliche Krankheit mit sich herumträgt. Warum auch ' ist ja nur ein Foto.
Aber nein! Bella hat ja recht: Ihr engelhafter, geduldiger und alles aushaltender Edward, dem sie ewige, unendliche, absolut unbedingte, stetig andauernde und überaus echte und tiefstgründige Liebe geschworen hat (und der diese Liebeschwüre ja auch erwidert hat ), eben dieser Edward macht tatsächlich Schluss. Unfassbar, da hätte man sich das ganze erste Buch sparen können. Aber halt: Vielleicht gab es ja einen gewichtigen Grund dafür, richtig, die ungeschickte Bella schneidet sich an einem Fitzelchen Geschenkpapier.

Die Konsequenzen aus dieser Trampeligkeit sind klar: Edwards Familie wird vom lecker-süßen Blutgeruch und ihrem eigenen festen Codex, niemals auch nur ein Schlückelchen zu süffeln, zermalmt und durch Schuldgefühle erdrückt. Nicht jeder hat sich so gut unter Kontrolle wie das Schätzchen Edward. Am nächsten Morgen ist Bella allein. Edward hat tatsächlich Schluss gemacht ' endlich, darauf wartet der Leser ja schließlich schon über 100 Seiten. Wenn dieser Weichspülvampir aus dem Weg ist, vielleicht geht's ja jetzt mal endlich zur Sache ' (biss)chen Blut, (biss)chen Gewalt, (biss)*chen Sex?**

Nein, Enttäuschung auf der ganzen Linie! Bella kann es erst mal fast fünfzig Seiten nicht fassen, dass Edward tatsächlich Schluss gemacht hat. Ein wenig obsessiv die Gute, denkt man sich ' und wünscht sich, sie nähme den Ratschlag ihres Vaters an, endlich mal `nen Psychiater zu besuchen. Stattdessen vegetiert sie dahin.

Dann aber freundet sie sich mit Jacob Black an. Er ist jünger als sie und läuft ihr nach wie ein Hündchen ' klar, dass aus dem ein Werwolf werden muss. Sie macht stattdessen lieber Extremsport ' Motorrad fahren auf nassen Pisten ohne Helm, Klippenspringen und Orientierungswanderungen abseits der Wege.
Wieder erinnert man sich an den ersten Teil: Wieso passiert Bella hier nichts? Die kann sich doch noch nicht `mal die Schnürsenkel binden, ohne sich selbst zu strangulieren? Egal, das Motiv der Ungeschicktheit wird einfach im Laufe des Buchs immer mehr fallen gelassen ' außer dann, wenn man es halt braucht.
Bellas Extremsport -Anfälle haben auch einen Grund. Sie bildet sich ein, immer dann Edwards Stimme zu hören, wenn sie gerade dabei ist, sich mal wieder den Hals zu brechen. Eine wirklich selbst zerstörerische Art und Weise, jemandem nahe zu sein, und damit ein Identifikationsangebot an alle traurigen Emogirls in den Buchläden, sich doch in die Ballaballa-bella hineinzuversetzen, die so tatkräftig alles tut, um ihr Leben möglichst gewaltsam zu beenden.
Als ob dieses ewige Rumgeseiere nicht schon reichen würde, vergleicht sich Bella und ihren flüchtenden Geliebten mit Romeo und Julia. In sich immer wieder wiederholenden Absätzen überbieten sich die angeblichen Parallelen der Geschichte in Plattheiten und Klischees. Immer wieder möchte man Bella mit der Shakespearegesamtausgabe auf den Hinterkopf schlagen*** und dabei schreien: 'Nein! Nein! Nein! Du verstehst weder den Konflikt Romeos noch den Julias ! Du verstehst den Spannungsbogen nicht, und du verstehst die Tragik des Dramas nicht. Schweig still und höre auf, die Worte des Meisters der Dramenschreiber zu verdrehen!'
Aber egal, Bella würde eh nicht zuhören. In endlosen und ermüdenden Monologen sinniert sie darüber, ob sie Jacob jetzt küssen soll oder nicht.
Zumindest zu diesem Zeitpunkt war mein Aggressionspotential so hoch, dass ich mich selbst beinahe in eine unkontrollierbare Bestie verwandelt hätte. Also hoffte ich, Jacob würde mir das Ganze abnehmen und endlich mal seine Werwolfpubertät durchlaufen. Das tat er dann auch ' aber nicht so, wie man das erwartet hätte ' Bella im Zentrum der Gefahr, Jacob vor ihr zähnefletschend und voller Gier, ihr Fleisch zu kosten, erst auf die eine, dann auf die andere Art.

Stattdessen wird das Wölfchen brav ins Körbchen' Bettchen gelegt und wie nach den Masern kommt er dann räudig ' äh reuig daher getappst, um Bella um Entschuldigung zu bitten, dass er zwei Wochen nicht ans Telefon gegangen ist. Konflikt aufs Harmlosesete umschifft und das archaische Werwolfbild auch shampooniert und geglättet.****

Der Rest des Buches hängt mit der Handlung nicht mehr zusammen. Edward glaubt, Bella wäre bei ihren suizidalen Sportunternehmungen tatsächlich verunglückt und will sich daher auch in den Hades werfen lassen. Er plant eine Runde unter Italiens Sonne in der Öffentlichkeit "abzuglitzern", um damit die bösartigen, alten Vampire zu provozieren, die ihn dann natürlich umbringen müssen. Kann ja nicht angehen, dass so einer das Geheimnis der Discokugelvampire verrät. (Würd' ja niemand mehr ernst nehmen). Bella kommt und rettet ihn, indem sie über eine italienische Plaza stolpert. Da kann man wieder ungeschickt sein. Es dient ja der Spannungserhöhung in dem Moment.
Edward und Bella sind wieder zusammen und lieben sich ewiglich weiter. Ja, klar! Wissen wir schon: bis(s) es wieder weihnachtet und das Geschenkpapier wieder mal blutrünstiger ist als Stephenie Meyers Glitzervampire.

Ach und weil ein Cliffhanger super ist, um auch das dritte Buch zu verkaufen, bastelt die Autorin noch hier einen am Ende rein. Bella ist nun zum Zankapfel zwischen Werwölfen und Vampiren geworden ' und beide drohen sich mit der Auflösung des uralten Friedenspaktes' .
Uhuhuhu ' wer hätte das wohl vorher geahnt?
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*Wie ich dieses Stilmittel verabscheue. Gibt es denn keine subtilere Art auszudrücken, dass sich eine Vampirfigur auf den Seiten zwischen den Buchdeckeln befindet?
** Also im Grunde alles, was einen Vampir ausmacht
*** Das zählt dann aber nicht als Extremsport!
**** Der Werwolfmythos entstammt aus der Märchenwelt. Der Böse Wolf 'steht hierbei für den Psychopathen, den Vergewaltiger ' für die Bestie im Mann, die sich bei der passenden Gelegenheit gegen das Rotkäppchen wendet. Der Werwolf ist auch ein Meister der Täuschung ' er steckt in der Fassade des Altbekannten und Familiären ' das ist der Grund, weshalb man ihm erst vertraut. Eigentlich hätte man die Entwicklung Jacob Blacks wirklich als klassisch bezeichnen können, aber die Konfrontation mit Rotkäppchen Bella blieb leider aus. Wäre ja zu schrecklich gewesen. Da stellt sich natürlich die Frage ' weshalb man so eine Geschichte in Figuren aus Horrorgeschichten überhaupt hineinschreibt?
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2010 2:12 PM CET


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