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Rezensionen verfasst von
FiniWini

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Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15
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Das geheime Tagebuch der Miss Miranda
Das geheime Tagebuch der Miss Miranda
von Julia Quinn
  Taschenbuch

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ganz große Gefühle!, 26. November 2011
"2. Mai 1810: Heute habe ich mich verliebt!"
Auf dem Geburtstag ihrer besten Freundin Olivia lernt die 10-jährige Miranda deren Bruder Turner kennen. Als dieser sie nach der Feier nach Hause bringt, ist Miranda sofort ganz angetan von dem 19-jährigen, gutaussehenden jungen Mann.
Dreizehn Tagebücher später haben sich Mirandas Gefühle für Turner nicht geändert. Sie fühlt sich noch genauso von ihm angezogen wie schon vor neun Jahren. Doch ihre Liebe scheint aussichtlos. Turner hat sich aufgrund einer ebenso kurzen wie schmerzhaften Ehe sehr verändert. Er ist bitter und zynisch geworden und lässt niemand mehr an sich heran, aus Angst, ebenso betrogen zu werden, wie von seiner verstorbenen Frau. Den Glauben an die Liebe hat Turner längst verloren. Dennoch versucht Miranda Turner den Glauben an die Liebe wieder zugeben, auch auf die Gefahr hin, selbst verletzt zu werden. Stück für Stück nähern sich die beiden einander an. Doch Turner merkt schnell, dass Miranda für ihn äußerst unpassend ist, sind beide doch miteinander aufgewachsen, als seien sie Bruder und Schwester! Aber Miranda gibt nicht auf und muss sich selbst sowie Turner eingestehen, dass sie ihn immer geliebt hat und immer lieben wird.

Nachdem ich in letzter Zeit sehr gerne historische Roman gelesen habe und für Liebesgeschichten einfach nicht in der richtigen Stimmung war, dachte ich mir, dass es an der Zeit wäre, sich endlich einmal wieder an große Gefühle heran zuwagen und beides miteinander zu kombinieren. Also habe ich mich für die "Historical Romance" - wie der Roman "Das Tagebuch der Miss Miranda" bezeichnet wird - entschieden. Und ich wurde sicherlich nicht enttäuscht!

Zunächst einmal hat mir der Aufbau des Romans sehr gut gefallen. Dieser wird nicht nur aus der Sicht Mirandas erzählt, wie ich anfangs vermutete, sondern auch aus Turner Sicht. Die einzelnen Tagebucheinträge werden sehr gut in den Verlauf der Geschichte eingestreut, machen aber einen eher geringen Teil des Romans aus. Das hat mir sehr gut gefallen, da man so einen differenzierteren Einblick in sowohl Mirandas als auch Turners Gefühle erhält. Außerdem berichtet der Roman nicht nur über weniger Monate aus dem Leben der Protagonisten, sondern deckt mehrere Jahre ab. Auch das hat mich sofort begeistert, da man so die Entwicklung, die beide durchmachen besser mitverfolgen kann.

Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort in den Bann des Romans gezogen. Die Sprache scheint der damaligen Zeit sehr gut angepasst zu sein. Aber das ist es nicht, was den Schreibstil des Romans zu etwas ganz Besonderem macht, sondern die Dialoge zwischen Turner und Miranda. Teilweise sind diese so unglaublich amüsant, da vorallem Miranda über einen ganz besonderen Humor verfügt. Diesen setzt sie zwar immer wieder geschickt ein, merkt aber nie, wie liebenswert sie dieser in Turners Augen erscheinen lässt.

Beide Charaktere sind aber auch wirklich sehr sympathisch. Auch wenn ich mich anfangs fragte, was Miranda denn an Turner findet, da er zu Beginn des Romans sehr boshaft ist und sich des öfteren über Miranda lustig macht, lernte ich Mirandas Gefühle immer besser zu verstehen, je mehr sich der Roman dem Ende zu neigte. Denn nicht nur Miranda macht eine ganz außergewöhnliche Veränderung durch, sondern auch Turner. Seine Veränderung finde ich sogar noch prägnanter, da er sich von einem zynischen, boshaften und alles und jeden verachtenden, gebrochenen Mann in einen liebeswerten, amüsanten und teilweise doch sehr zärtlichen Menschen verwandelt.

Am Besten hat mir jedoch der Aspekt gefallen,dass der Leser einen so facettenreichen Einblick in Mirandas Gefühlsleben erhält. Sei es nun so, dass man diese Gefühle nachvollziehen kann, oder nicht - Tatsache ist, dass man zumindest genau versteht, warum sich Miranda so fühlt. Julia Quinn versteht es, den Leser dezent auf die Emotionen ihr Protagonisten hinzuweisen und diese trotzdem so allgegenwärtig werden zu lassen, dass sich der Leser einfach mit ihnen auseinandersetzen muss. Denn das ist es, worum es in diesem Roman eigentlich geht: Ganz große Gefühle und was sie so alles mit uns anstellen können!
Den einzigen Kritikpunkt, den ich äußern möchte ist, dass mir die Geschichte mitunter dann doch ein wenig zu kitschig wurde. Miranda ist mir teilweise einfach zu "gefühlsduselig". Wie sie über Turner redet oder von im "tagträumt" ist manchmal schon ein wenig übertrieben. Aber seien wir mal ehrlich: Darauf habe ich mich, nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen habe, eigentlich schon eingestellt gehabt.

Alles in allem ist "Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" ein wunderschöner Roman für zwischen durch. Als Leser kann man wunderbar vom Alltagsstress abschalten und sich voll und ganz auf die Liebesgeschichte einlassen. Julia Quinn ist mit "Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" ein überaus gefühlvoller Roman gelungen, der das Gefühl "Liebe" einmal von allen Seiten beleuchtet. Das wird mit Sicherheit nicht mein letzte Roman von Frau Quinn gewesen sein!
Für die uns bevorstehenden kalten Tage ist dieser Roman genau das richtige, da zumindest mir beim Lesen einiger Passagen richtig warm ums Herz wurde.


Blutbraut
Blutbraut
von Lynn Raven
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöner Fantasyroman mit ebenso authentischen Protagonisten, 20. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Blutbraut (Broschiert)
Seit sie denken kann ist Lucinda Morreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist seine Blutbraut. Nur sie kann den mächtigen Hexer davor bewahren, endgültig zu einem der grausamen Nosferatu zu werden, die im Moment ihr Unwesen in weiten Teilen Amerikas treiben.
Dazu müsste Lucinda ihm allerdings ihr Blut geben und sich ewiglich an Joaquín binden. Doch dieser Mann stellt für Lucinda die Verkörperung all ihrer schlimmsten Alpträume da. Zu frisch sind die Erinnerungen an das Blutbad, als ihre Tante einem blutrünstiger Nosferatu zum Opfer fiel und von ihm ermordet wurde. Lucinda ist von diesem Vorfall körperlich aber vor allem seelisch nicht unbeschädigt geblieben. Umso mehr fürchtet sie sich nun davor, eines Tages tatsächlich von diesem schrecklichen Mann, den es nach ihrem Blut dürstet und von dem sie in den Schauergeschichten ihrer Tante schon viel erfahren hat, gefunden zu werden.
Daher reist Lucinda von einem Ort zum nächsten, ist nie länger als drei Monate in der selben Stadt. Als sie dann Cris kennen lernt, glaubt sie, dass sie endlich einmal Glück im Leben hat und beginnt sich in ihn zu verlieben. Doch dann tritt genau das ein, wovor sie sie sich in ihrem ganzen Leben am meisten fürchtet: Gerade als sie mit Cris ausgehen will, wird sie von kräftigen Männern entführt und auf das Anwesen der de Alvaros verschleppt.
Zu spät merkt Lucinda, dass sie mit offenen Augen in eine Falle getappt ist. Cris ist kein anderer als Joaquíns Bruder und auch er ist auf der Suche nach einer Blutbraut.
Während Joaquín immer mehr zum Nosferatu wird, versucht Lucinda mehrmals vom Anwesen zu fliehen. Zu spät merkt sie, dass es nicht Joaquín ist, vor dem sie sich fürchten sollte, denn hinter beider Rücken geht eine Verschwörung vor sich, der beide zum Opfer fallen sollen...

Nachdem ich schon so viel Positives zu diesem Dark Fantasy-Roman gehört hatte, war mir klar, dass ich um "Blutbraut" wohl nicht drumrum kommen würde. Außerdem faszinierte mich die Grundidee der Geschichte. Zwar handelt es sich bei Nosferatus um vampirähnliche Wesen, dennoch ist die Geschichte hinter der Verwandlung zum Nosferatu sehr fein gewebt, sodass man ein komplett anderes Bild von diesen Geschöpfen bekommt. Die Idee, dass eine "Blutbraut" die Verwandlung in ein grausames, dem Menschen immer unähnlicher werdendes, Geschöpf verhindern kann, indem sie ihrem "Hexer" freiwillig ihr Blut gibt, finde ich sehr interessant und innovativ. Denn hier liegt die Betonung auf "freiwillig". Damit rückt das Bild eines blutrünstigen, unbedachten und grausamen Vampirs in den Hintergrund. Außerdem ist Joaquín ganz anders, alls man es von den "gänigen" Vampiren gewohnt ist. Zur Abwechslung ist er mal ein gestandener Mann, der - auf sich selbst gestellt - eigene Entscheidungen treffen kann. Er erscheint dem Leser stark und beschützend und ist weit von dem Bild des "in-der-Sonne-glitzernden Vampirs" entfernt.

Ich muss sagen, dass ich von "Blutbraut" keineswegs enttäuscht wurde. All meine Erwartungen, die ich zu Beginn des Lesens an den Roman hatte, sind sogar noch übertroffen worde. Der Hype, der rund um "Blutbraut" entstanden ist, ist absolut gerechtfertig, da es sich um ein grandioses Buch handelt. Hierzu muss ich noch sagen, dass sich bitte niemand von den 735 Seiten abschrecken lassen soll! Die Geschichte lässt sich, dank des hohen Erzähltempos, wunderbar innerhalb weniger Tage herunterlesen. Da es dem Roman nicht an Spannung mangelt, wird man ihn auch kaum aus den Händen legen können.

Kommen wir zuerst zum ersten und auch einzigen Kritikpunkt, den ich äußern möchte. Der Schreibstil Lynn Ravens hat mir teilweise überhaupt nicht zugesagt! An einigen Stellen war ich vollkommen von der Wortgewandheit und Fähigkeit der Autorin, den Leser komplett an die Geschichte zu fesseln, überzeugt, nur um einige Seiten später mit Sätzen konfrontiert zu werden, bei denen ich ins Stocken geriet. Entweder waren die Sätze recht unverständlich formuliert, sodass ich sie zweimal lesen musste, bevor ich verstand, was den nun sie Aussage des Satzes war, oder ein und der selbe Satz wiederholte sich immer und immer wieder. Mir ist durchaus bewusste, dass diese Repetition ein erprobtes Stilmittel ist, um dem Leser eine bestimmte Emotion oder einen bestimmten Sachverhalt besonders deutlich zu machen und ihn explizit darauf hinzuweisen, aber mir war es teilweise einfach zu viel des Guten. Meiner Meinung nach brachten diese Repetitionen den Lesefluss eher ins Stocken. Allerdings wurden die Wiederholungen und andere stilistische Apekte, die ich als störend empfand, mit der Zeit weniger. Mir kam es fast ein wenig so vor, als müsse sich die Autorin selbst erst in die Geschichte einfinden, denn nach etwa 100 Seiten glänzte sie mit einem fabelhaften Schreibstil.

Der Autorin gelingt es außerdem äußerst geschickt, die Spannung vom Anfang bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Hierbei macht sie sich einige gekonnte über den Text verteilte, überraschende Wendepunkte zunutze. Immer wieder wird der Leser auf einen bestimmten Sachverhalt hingewiesen, der total überraschend kommt und man erstmal schlucken muss, um das gerade Gelesene zu verarbeiten. Ich als Leser habe mit einigen Dingen, die im Verlauf des Romans deutlich werden, einfach nicht gerechnet und war dann von diesen unvorhersehbaren Ereignissen regelrecht erschrocken.
Außerdem ließ der Roman dem Leser gar keine Zeit, sich zu langweilen. Ein nervenaufreibendes Ereignis reihte sich ans andere. Lucinda und Joaquín hatten kaum Zeit, sich vom letzten Abenteuer zu erholen, da werden sie schon wieder vom nächsten überrollt.
Sollten die beiden tatsächlich einmal eine ruhige Minute haben, wird die abenteuerliche Geschichte immer wieder durch emotionale, teilweise sogar richtig romantische Szenen aufgelockert, die dem Leser das Herz weiten.

Versteht mich icht falsch, ich bin eigentlich kein Freund von kitschigen Liebesgeschichten, aber genau hier liegt auch der Punkt! "Blutbraut" tumpft zwar durch eine unglaublich gefühlvolle und intime Liebesgeschichte auf, driftet aber niemals ins Kitschige ab. Die Dialoge zwischen Joaquín und Lucinda sind zwar teilweise recht emotional, gefühlsduselig sind sie jedoch nie! Dieser Aspekt hat mich sehr positiv überrascht.
Weiterhin positiv ist mir der Wandel von Lucindas Gefühlen aufgefallen. Dieser Wandel ist so unglaublich gefühlvoll und bedacht beschrieben, dass man sich sofort in Lucinda hineinfühlen und ihre Emotionen nochvollziehen kann. Die Entwicklung der Beziehung bzw. die Veränderung des Verhältnisses zwischen Lucinda und Joaquín ist so sanft und so schleichend und einfühlsam beschrieben, dass man das Band, das sich zwischen den beiden entwickelt, beinahe fühlen kann.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Sympathie der Leser auf die richtigen Charaktere zu ziehen. Die Unterscheidung zwischen "Gut und Böse" wird schnell deutlich. Somit konnten mich die Charaktere auch allesamt überzeugen! Sowohl die Protagonisten als auch die weniger wichtigen Nebencharaktere werden so facettenreich beschrieben, dass man sich ein genaues Bild von ihnen machen kann. Keine einzige Person wird nur oberflächlich beschrieben, was es möglich machte, das keiner der Charaktere seicht oder flach erscheint.
Außerdem fiehl es mir während des Lesens ausgesprochen leicht, die Gefühle und Gedanken Lucindas nochzuvollziehen. Diese werden nämlich so ausführlich beschrieben, dass ich genau verstehen konnte, wieso sie sich gerade so fühlt. Auch ihre Angst gegenüber Joaquín ist keinesfalls übertrieben dargestellt. Aufgrund der Ereignisse, die in ihrer Vergangenheit geschehen sind, kann der Leser diese Frucht sehr gut nachvollziehen. Authentisch wirkt diese Emotion auch dadurch, dass sie selbst nach der Annäherung an Joaquín noch immer da ist. Ein so grausames, traumatisches Erlebnis überwindet man in der Realität schließlich auch nicht so leicht!
Ebens gut gefallen hat mir Joaquín. Die Verwandlung, die er im Verlauf der Geschichte durchmacht ist wirklich unglaubich. Er wird Lucinda gegenüber immer weicher und zärtlicher, sodass er das Herz der Leser im Sturm erobert. Dennoch ist er kein Mann, der immer nur auf die Gefühle der anderen bedacht ist. Er handelt so, wie er es für richtig hält und weist Lucinda auch einmal zurück, wenn sie nicht seiner Meinung ist, oder er sie in Gefahr sieht. Dadurch wirkte sein Charakter auf mich viel authentischer.
Die Nebencharaktere sowie bespielsweise Rafael konnte ich ebenso sofort ins Herz schließen. Sie sind so liebevoll gezeichnet und haben alle ihre ganz eigenen Charakterzüge, die sie einzigartig machen.

Alles in allem war "Blutbraut" mal wieder ein Fantasyroman ganz nach meinem Geschack! Da ich mich in letzter Zeit eher von Fantasygenre abgewandt habe, da mir die Geschichten teilweise einfach zu überdreht waren, bin ich von "Blutbraut" nun nicht nur positiv überrascht, sondern auch dazu animiert, weitere Fantasyromane von Lynn Raven zu lesen.
Nur allzu gerne vergebe ich fünf Sterne an diesen grandiosen Roman.
"Blutbraut" ist jedem Leser zu empfehlen, der authentische Charaktere mag, die viel Tiefgang besitzen und der gerne Liebesgeschichten aus dem Fantasygenre liest, die weder kitschig und übersentimental noch abgedreht sind. Ein herzliches Dankeschön an Lynn Raven dafür, dass sie mit "Blutbraut" den Büchermarkt bereichert! ;)


Ketzer: Roman
Ketzer: Roman
von Stephanie Parris
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ewig sollst du leiden für deine Sünden, 19. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Ketzer: Roman (Gebundene Ausgabe)
1583: Der ehemaliger Mönch Giordano Bruno, der aufgrund seines Wissensdurstes und seiner, von der katholischen Kirche als "ketzerisch" angesehenen, Einstellungen, wird exkommuniziert und aus Italien verbannt. Auf der Flucht vor der Inquisition durch halb Europa, gerät er in die erbarmungslosen Auseinandersetzungen zwischen englischer Staatsmacht und zu allem entschlossenen papsttreuen Fanatikern.
Auf seiner Flucht kommt Giordano Bruno nach Oxfort und findet Unterschlupf im Lincoln College. Dort wird er mehr oder weniger freundlich empfangen und merkt, dass einige der Fellows sich verstellen müssen, um ihren gesellschaftlichen Status nicht zu verlieren.
Schon an seinem ersten Morgen wird er von einem wild bellenden Hund und den entsetzlichen Schmerzensschreien eines Mannes geweckt. Der ausgehungerte und blutrünstige Hund wurde ganz offensichtlich absichtlich auf da Opfer gehetzt. Doch einige ranghohe Professoren vertuschen den geschickt eingefädelten Mord, um den Ruf des Colleges nicht zu gefährden.
Als jedoch ein weiterer Geistlicher, der dem katholischen Glauben abgeschworen hat, brutal ermordet wird, fürchtet Bruno, dass er der Nächste sein könnte - denn der Mörder hat es ganz offensichtlich auf Glaubensverräter abgesehen. Die Morden sind alle so inszeniert, dass sie an grausame Morde erinnern, die einst Märtyrern wiederfahren sind. Bruno merkt, dass einige Männer am College nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Und welche Rolle spielt dabei die geheimnisvolle Tochter des Rektors, die sich viel zu sehr für Alchemie interessiert und für die Bruno anfängt, verbotene Gefühle zu hegen?

Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Roman zum Teil auf wahren Tatsachen beruht. Giordano Bruno war ein italienischer Priester, Dichter und Philosoph. Er propagierte die Unendlichkeit des Universums und dessen ewige Dauer. Da diese These von einer unendlichen materiellen Welt keinen Raum für das Jenseits lies, ist es nicht weiter verwunderlich, dass Giordano Bruno der Ketzerei und Magie schuldig befunden wurde und letztendlich zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde.

Nun zum Roman an sich: Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen. Der Prolog macht den Leser gespannt auf den Rest der Geschichte, indem er die damalige Situation sehr gut zusammenfasst. Die Grausamkeit der damaligen Zeit wird hervorragen herausgehoben und zugleich wird dem Leser verständlich gemacht, mit welcher Willkür Menschen, die sich nur das Lesen von sogenannten "verbotenen" Büchern zuschulden kommen ließen, grausam getötet wurden. Der Leser wird auf die gefährliche Situation aufmerksam, in der sich Bruno als Ketzer befindet und ihm wird zugleich bewusst, aus welchen "nichtigen" Gründen man exkommuniziert und der Ketzerei beschuldigt werden konnte.

Desweiteren gibt der Prolog dem Leser schon einen recht detaillierten Eindruck über die Person Giordano Bruno an sich. Seine ausgeprägten Charakterzüge werden schon in den ersten paar Seiten deutlich und machen Bruno dem Leser sehr schnell sympathisch.
Diese Sympathie kann die Autorin recht gut aufrecht erhalten. Bruno scheint ein äußert intelligenter aber zugleich stolzer und mutiger Mann zu sein, der seine Auffassung von Religion und seine, für die damalige Zeit äußert fremden, Einstellungen nicht unterschlägt sondern voll und ganz dahinter steht. Das macht ihn in den Augen des Leser sofort zum Sympathieträger. Einzig und alleine die Schwärmerei, als die ich seine Gefühle zu Sophia nun bezeichne, passt in meinen Augen so gar nicht zu dem sonst so standhaften und keinesfalls manipulierbar wirkenden Mann. Leider ließ ihn dieses blinde Vertauen in Sophia und seine Verwirrtheit angesichts seiner Gefühle für sie in meiner Anerkennung sinken.

Generell konnte ich mit Sophia nie so recht warm werden. Für meinen Geschmack war sie zu hitzköpfig und zu durchtrieben und hinterlistig, als dass sie auf mich hätte sympathisch wirken können. Außerdem ist auch sie an einige Stellen zu leicht durch ihre Gefühle beeinflussbar, was sich wiederum nicht mit ihrem sonst so wenig damenhaften und gezierten Verhalten verträgt.

Allerdings muss ich durchaus sagen, dass der Roman nicht nur historisch fundiert ist, sondern auch einige spannende Elemente aufweist. Diese Spannung wird vorallem durch die überraschende Wendepunkte erzeugt, die über die Geschichte hinweg gekonnte verstreut sind und die den Leser dazu veranlassen, die Ermittlungen aus einem vollkommen anderen Licht zu betrachten. Allerdings zeugten nicht nur die Ermittlungen in den Mordfällen für ausreichend Spannung, sondern auch die tiefen Einblicke, die man in den ausartenden Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Protestanten erhält. Da mich diese Auseinandersetzung zwischen beiden Glaubensgemeinschaften sehr interessiert, fand ich diese Einblicke ausgesprochen spannend. Dieser Aspekt gerät zunehmend ins Rollen, als Bruno herausfindet, dass einige Fellows sich tatsächlich unter einer Maske verstecken, um ihre wahre Gesinnung nicht Preis zugeben.
Dennoch muss ich sagen, dass der Roman einige Längen aufweist, die dem Leser das Lesen erschweren, da die Handlung zu stagnieren scheint.

Bis zu dieser Stelle wäre ich durchaus noch gewillt gewesen, dem Roman vier Sterne zu geben. Er weist zwar einige Schwächen auf, dennoch überzeugt er sowohl durch die facettenreich gezeichneten Charaktere der Fellows, als auch durch die umfassende Recherche bezüglich des Glaubenskrieges.
Doch der Schluss machte all diese positiven Aspekte recht schnell zunichte!

Zum einen ist er schrecklich vorhersehbar. Es werden viel zu viele Indizien gestreut, die es dem Leser recht einfach machen, Vermutungen anzustellen, die sich letztendlich als wahr erweisen. Dennoch wirkt der Schluss sehr konstruiert, sodass der Roman in meinen Augen ins Lächerliche abdriftet. Die Verworrenheit der Erklärungsversuche und deren nicht vorhandene Logik ließ mich verwirrt und zugleich von so wenig Authentizität belustigt, den Kopf schütteln. Die Art und Weise, auf die die Ereignisse der letzten hundert Seiten ihren Verlauf nehmen, ist mehr als einmal so unglaubwürdig, dass die Erklärungen der Hauptakteure einfach krank und durchtrieben wirken.

Dennoch hätte ich dem Roman durchaus drei Sterne geben können, wäre der Schluss nicht so unendlich grausam gewesen. Das hätte man tatsächlich anders lösen können! Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass mit derartigen "Störenfrieden" zur damaligen Zeit genauso verfahren wurde, hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin nicht so sehr ins blutige Detail gegangen wäre.
Dadurch driftet der sonst so klug geschriebene Roman ins Vulgäre und unnötig Makabere ab.

Daher kann ich leider nicht mehr als 2 1/2 Sterne vergeben. Ich kann "Ketzer" leider nur denjenigen empfehlen, die sich sehr für die damalige Zeit und vorallem den Glaubenskrieg interessieren und denen die Auflösung der Morde daher mehr oder weniger gleichgültig ist. Denn das Versteckspiel, dass Katholiken in England spielen mussten, um ihre Identität zu wahren, wird in "Ketzer" sehr gut herausgearbeitet.


Die venezianische Agentin
Die venezianische Agentin
von Frédéric Lenormand
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein historischer Kriminalroman der besonders spannenden Art, 12. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die venezianische Agentin (Gebundene Ausgabe)
Panik im Dogenpalast! Mitten in der Sitzung des Großen Rats wird der edle Patrizier Zan Pelizzioli, in Anwesenheit von eintausendfünfhundert Adligen, erstochen. Niemand scheint etwas bemerkt zu haben.Saverio Barbaran, bekannt und gefürchtet als der "Rote Inquisitor" hat seine Gründe, den Mord geheim zu halten. Er beauftragt Leonora Pucci, den Fall mit aller nötiger Diskretion aufzuklären. Doch das gestaltet sich als äußerst schwierig: Der Bote der Leonora den Auftrag übermitteln soll, wird vergiftet aufgefunden - in seiner Hand befindet sich ein rätselhaftes Gedicht.
Mit Hilfe des charmanten Flaminio del Oio findet Leonora heraus, dass dieses Gedicht von dem vor zehn Jahren verstorbenen Dogen Grimani sein muss. Kurzerhand entschließt sie sich, die Druckerei aufzusuchen, die Grimanis Gedichte druckt. Dort angekommen findet sie den Drucker tot auf.
Zu allem Übel plant Leonoras Stiefmutter sie, als junge Erbin der Familie dalla Frascada, mit einem reichen venezianischen Adligen zu verheiraten, um die Finanzen ein wenig aufzubessern.
Schon bald findet sich Leonora in einer Verstrickung aus Gewalt, Kriminalität und dem ganz alltäglichen venezianischen Wahnsinn wieder und merkt gar nicht, dass sie sich mit ihren Ermittlungen selbst in Gefahr bringt.

Zunächsteinmal muss ich sagen, dass ich von diesem Roman etwas anderes erwartet hatte! Nachdem ich mir die Inhaltsangebe durchgelesen hatte, hatte ich mich eigentlich auf einen historischen Kriminalroman der eher ernsten Sorte eingestellt. Doch das war nur bedingt der Fall! Der Roman lebt förmlich von dem Zynismus und der Ironie seiner Protagonisten. Da mich sowohl zynische als auch ironische Äußerungen oft zum Schmunzeln bringen, hat mich der Roman schon nach den ersten paar Kapiteln sofort in seinen Bann gezogen.

Es fällt wirklich nicht schwer, den Roman in einem Stück zu lesen, da sowohl die Ermittlung im Mordfall als auch die übrig Handlung des Romans rasch voranschreitet. Mir als Leser fiel es schwer, den Roman beiseite zu legen, da die Ermittlungen so spannend waren und so turbulent abliefen, dass ich total von dem Geschehen gefesselt war. Als Leser kann man der Geschichte sehr leicht folgen, ohne von trockenen Ermittlungen gelangweilt zu werden.

Der Schriebstil des Romans fiel mir als sehr angenehm auf. Die Sprache scheint der des Venedigs zur damaligen Zeit gut nachempfunden zu sein. Als Leser kann man komplett in diese Welt abtauchen und vergisst, dass man gerade im kalten Deutschland sitzt und keine pompösen Kleider trägt ;).
Der Schreibstil aber auch die sorgfälltige Hintergrundrecherche verleiht dem Roman Authentizität. Als Leser fühlt man sich, als könne man beim Lesen sogar etwas über die damalige Zeit lernen, zum Beispiel über die Lebensverhältnisse des Adels und des Bürgertums, aber auch über die damalige Hierarchie.

Der Roman lebt fast ausschließlich von den Ermittlungen in dem Mordfall. Andere Handlungsstränge gibt es kaum, was mir persönlich aber gut gefallen hat. Schließlich wollte ich das Buch lesen, gerade weil es ein Kriminalroman ist. Da fände ich unnötige Handlungsstränge, die nur von der eigentlichen Geschichte ablenken und wegführen, eher störend. Die Probleme, die Leonora hat, da sie von ihren Eltern immer mehr dazu gezwungen wird, endlich zu heiraten, fand ich allerdings sehr amüsant. Dieser Handlungsstrang lenkt kaum vom eigentlichen Thema ab und passt sich ihm geschickt an, ohne in irgendeiner Form störend zu wirken.

Die Protagonisten haben mir alle sehr zugesagt. Vorallem Leonora und Flaminio fand ich, vorallem in Kombination, sehr unterhaltsam und sympathisch. Die Beziehung, die die beiden zueinander haben, fand ich während des Lesens sehr interessant, da sie sich von den üblichen Beziehungen, die Protagonisten eines Romans meistens haben, abhebt.
Leonora war mir aufgrund ihrer gerissenen und unglaublich intelligenten und mutigen Art von Anfang an sympathisch. Ich als Leser konnte mich sehr leicht mit ihr identifizieren und mit ihr mitfühlen, wenn sie von ihren Eltern mal wieder unterschätzt oder unter Druck gesetzt wurde. Dank ihrer Intelligenz und vorallem ihrer Menschenkenntnis fällt es ihr leicht, die nötigen Informationen bzw. Hilfe von ihren Mitmenschen zu erlangen, indem sie sie teilweise auch mal recht geschickt mit ihren weiblichen Reizen bezirzt.

Der Schluss im Speziellen hat mir auch sehr gut gefallen. Der Autor hat dieses Ende wirklich wunderbar gelöst, sodass keine Fragen offen bleiben und man mit dem Schluss durchaus zufrieden sein kann! Gerechnet hätte ich mit diesem Ausgang der Geschichte allerdings nicht. Da die Handlung allerdings nicht vorhersehbar ist, war das wohl auch beabsichtigt. Ich finde es sehr schön, dass es endlich mal wieder einen Krimi gibt, dessen Ende nicht total vorhersehbar ist oder konstruiert wirkt.

Allerdings gibt es doch zwei Kleinigkeiten, die mich ein wenig gestört haben. Zum einen finde ich, dass man dem Geschehen des Romans aufgrund seiner Verworrenheit teilweise nicht sehr gut folgen konnte. Die Handlungen griffen so sehr ineinander über, dass alles ein wenig undurchsichtig wurde. Dazu beigetragen haben auch die Namen der einzelnen Personen. Diese klangen für mich, die ich die alten Namen Venedigs nicht gewohnt bin, alle recht ähnlich und ich musste mich des öfteren fragen, wer denn nun eigentlich wer ist.
Zum anderen finde ich, dass man recht wenig Einsicht in den Hintergrund sowie in die Gedanken und Emotionen der einzelnen Protagonisten bekommt. In manchen Szenen hätte ich gerne detaillierter erfahren, was Leonora gerade denkt und wie sie sich fühlt. Außerdem hätte ich gerne gewusst, welche längst vergangenen Ereignisse Leonora und Flaminio zu dem gemacht haben, was sie sind. Das soll heißen, dass ich einfach gerne ein wenig mehr über ihre familiären Hintergründe (vorallem bei Flaminio) und ihre Vergangenheit im Allgemeinen erfahren hätte.
Da dies aber nun schon der zweite Roman über Leonora ist und auch Flaminio im ersten Roman eine Rolle spielt, kann es sein, dass man im ersten Teil eben diese Dinge schon erfahren hat. Da ich den ersten Teil nicht gelesen habe, kann ich darüber nichts aussagen.

Alles in allem finde ich, dass "Die venezianische Agentin" ein überaus gelungener historischer Kriminalroman ist, der einige weniger bedeutsame Mängel aufzuweisen hat. Ich hatte während des Lesens sehr viel Spaß und habe mich gut unterhalten gefühlt. Ich gebe diesem Roman gut und gerne vier Sterne und kann ihn nur jedem empfehlen, der gerne einmal in den Genuss eines historischen Romans mit kriminalistischer Handlung kommen möchte.


Die Bücherdiebin. Roman
Die Bücherdiebin. Roman
von Markus Zusak
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegende Aufarbeitung eines grauenvollen Themas, 9. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bücherdiebin. Roman (Taschenbuch)
1939, Nazideutschland: Der Krieg hat begonnen und viele Menschen müssen ihre Heimat verlassen. So auch Liesel Memminger. Zusammen mit ihrem Bruder Werner und ihrer Mutter soll sie ab sofort bei Pflegeeltern in der Nähe von München wohnen. Doch während der langen und beschwerlichen Reise verstirbt Werner.
An seinem Grab schlägt der Bücherdieb zum ersten Mal zu. Liesel klaut ein kleines schwarzes Büchlein, was einem der Totengräber heruntergefallen sein muss.
Bei ihren Pflegeeltern angekommen, kümmert sich ihr Pflegevater Hans rührend um sie und bringt ihr das Lesen bei. Zusammen mit ihm taucht sie immer öfter ab in die Welt der Bücher ein um die harte und rau Welt um sich herum zu vergessen. Doch als das erste Buch ausgelesen ist, braucht Liesel Nachschub. Allzu bald lernt sie die Biblothek im Haus des Bürgermeisters kennen und kommt von den Schätzen, die diese beinhaltet nicht mehr los.
Eine Liebe zu Büchern und den Worten ist von nun an geweckt, die sie nie wieder verlassen wird. Nicht, als sich alle Einwohner Münchens in Kellern verschanzen müssen, da Bomben über Deutschland niedergehen, nicht, als sie die Juden nach Dachau ziehen sieht und auch nicht, als die ganze Welt in Schutt und Asche liegt. Ihre Liebe zu Wörtern geht so weit, dass sie beginnt ihre eigene Geschichte nieder zuschreiben. Über einen toten Bruder, eine raue aber dennoch liebende Mutter, einen Juden mit Haaren wie Federn, einen Jungen, der bald ihr bester Freund werden wird und vor allem über einen Vater, der ihr wichtiger ist, als alles andere auf der Welt. Was Liesel nicht weiß, ist dass dieses Buch gefunden wird - vom Tod höchstpersönlich. Und dieser beginnt nun, uns die Geschichte der Liesel Memminger zu erzählen.

"Tragisch und witzig, wütend und zutiefst lebensbejahend, vom dunkelsten und doch brillantesten aller Erzähler dem Tod."

Es fällt mir wirklich schwer, meine Gedanken zu diesem Roman in Worte zu fassen. Daher möchte ich dieses Buch auch nicht "totreden". Ich kann euch nur sagen, dass "Die Bücherdiebin" zurecht ein internationaler Bestseller ist! Die Geschichte ist so voller Leben, dass man alles um sich herum vergisst, wenn man erst einmal mit dem Lesen begonnen hat.

Der Aufbau des Romans ist ganz außergewöhnlich. Er ist in mehrer Kapitel unterteilt, von dem jedes nochmals viele kleine Unterkapitel hat. Das alleine ist ja nicht sehr außergewöhnlich, die kleinen Anmerkungen, die immer wieder auf den Seiten verstreut vorzufinden sind, sind es allerdings schon. Hierbei handelt es sich um Anmerkungen des Erzählers, des Todes höchstpersönlich, oder um Fakten und Hintergrundwissen zu einzelnen Charakteren der Geschichte, die dem Leser so näher gebracht werden. Außerdem finden sich auch immer wieder Vorausdeutungen in diesen kleinen Anmerkungen, die die Geschichte noch lebhafter erscheinen lassen und das Ganze noch spannender gestalten.

Die Protagonisten wahren mir alle sehr sympathisch. Jede einzelne Figur hat so ihre Eigenarten, die sie ganz besonders liebeswert machen. Der kleine Rudy beispielsweise, der Liesel immerwieder versucht, einen Kuss abzuringen, Tommy, der ein schweres Ohrenleiden hat und daher Befehle oft zuspät hört, die der Anführer der Hitlerjugend schreit, Rosa Hubermann, die es sich zur Gewohnheit gemacht hat, alle geliebten Menschen mit "Saumensch" oder "Saukerl" anzusprechen und allen voran Papa Hans. Hans Hubermann ist wohl das Beste, was Liesel hätte passieren können. Er schläft jede Nacht in einem Sessel neben ihrem Bett, wenn sie, wie so oft, von schrecklichen Alpträumen geweckt wird, er bringt ihr das Lesen bei, er spiel für sie auf dem Akkordion und, was wohl am entscheidensten ist, er beschützt sie, wo er nur kann. Hans ist so eine liebenswerte Person, dass ich als Leser nich anders konnte, als ihn von Anfang an ins Herz zu schließen!

Was das Buch zu etwas ganz Besonderm macht, ist die Tatsache, dass es Markus Zusak gelungen ist, ein Mittelmaß zwischen Unterhaltung und Witz und Tod, Gewalt, und Meschenverachtung zu finden. Das heikle Thema wird nicht ins lächerliche gezogen oder verharmlost, was ich bei solchen Büchern persönlich immer sehr wichtig finde, sondern gut herausgearbeitet und veranschaulicht. Das Grauen, was zu dieser Zeit in Deutschland und Umgebung Einzug hielt, wird genauso auch dargestellt - nämlich grauenhaft!
Dennoch macht es Spaß, das Buch zu lesen. Zwischendrin lassen sich immer wieder humorvolle und amüsante Passagen finden, so dass das Buch nicht allzu trist ist und das Lesen nicht zur Qual wird. Außerdem wird der Leser zwischendrin von einzelnen Gesten oder Aussagen der Charaktere sehr bewegt und mitgenommen, dass er sich wirklich fragen muss, wie stark und lebensbejahend, mutig und selbstlos ein Mensch eigentlich sein kann.

"Die Bücherdiebin" hat mich nicht nur einmal zu Tränen gerührt. Es handelt sich hier um ein extrem bewegendes Buch, dass seine Leser noch mehrer Tage, wenn nicht sogar Wochen, nach dem Lesen beschäftigen wird. Hat man es einmal angefangen, wird man total in den Bann des Romans gezogen.
Das Thema ist so interessant und liebevoll und dennoch authentisch aufgearbeitet, dass ich sagen muss, dass das Buch auf jeden Fall einen Weg in mein Herz gefunden hat. Was kann ich da noch anderes tun, als dem Buch die höchstmögliche Bewertung geben?


Flankengott: Kein Fußball-Roman
Flankengott: Kein Fußball-Roman
von Dennis Bartz
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltungsroman mit einigen gravierenden Schwächen, 1. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Flankengott: Kein Fußball-Roman (Broschiert)
Paul und Tina sind nun seit sieben Jahren zusammen und als "Paulina" auch richtig glücklich miteinander. Sie führen eine mehr oder weniger erfüllende Beziehung und haben sich in ihrer eigenen Wohnung gut mit den Wünschen und Bedürfnissen des jeweils anderen arrangiert. Mit der Zeit ist bei beiden die Normalität und der Alltag in ihr Leben aber auch in ihre Beziehung eingekehrt. Als jedoch immer mehr Pärchen aus ihrem Freundeskreis ein Kind erwarten, oder zumindest den Kinderwunsch in Angriff nehmen, wie Tina zunehmend nervös. Auch sie will nun nach immerhin sieben Jahren Beziehung, endlich den nächsten Schritt wagen. Schließlich sind beide mehr als glücklich miteinander. Was steht dem Babyglück also noch im Weg?
Paul: Denn der fühlt sich damit total überrumpelt. Er wollte damit noch ein wenig warten, sein Leben ohne die mit dem Vatersein verbundene Verantworten genießen und seine Karriere in Angriff nehmen. Als Tina ihn also während des Sex auffordert, ihm ein Kind zu machen, zieht Paul die Notbremse. Doch als sich Tina daraufhin von ihm zurückzieht, wird Paul klar: Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist gleichzeitig auch eine Entscheidung für oder gegen Tina!

Anfangs war ich "Flankengott" gegenüber mehr als skeptisch, denn diese Art von Literatur ist normalerweise so gar nicht mein bevorzugtes Genre. Ich erwartete also einen mehr oder minder seichten, oberflächlichen, durch Schubladendenken geprägten, "Männer-Roman". Da die Kundenrezensionen den Roman allerdings über die Maße lobten, freute ich mich, den Roman bald zu lesen.

Der Aufbau des Romans ist wirklich gut gelungen. Er ist gegliedert wie ein Fußballspiel, d.h. die einzelnen Kapitel (logischerweise 90) sind gleichzeitig die 90 Minuten Spielzeit. Da Paul ein großer Werder-Fan ist, fand ich diesen Aufbau ziemlich gelungen und erwartete nun einen witzigen Roman, der sich von der üblichen Unterhaltungsliteratur abhebt!

Anfangs schien es auch so, als sollten meine Erwartungen erfüllt werden. Zwischenzeitlich hat der Roman einige Passagen die eine wahre sprachliche Spitzenleistung sind. Der Autor lässt Paul unglaublich wortgewandt erscheinen, in dem er ihm gekonnt Wortwitze bzw. Wortspiele in den Mund legt, die dieser dann auch noch unglaublich locker und witzig über die Lippen bringt. Paul scheint richtig ironisch und zynisch zu sein, was mir anfangs unglaublich gut gefallen hat. Also stellte ich mich auf einen sympathischen Protagonisten ein, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Leider wurde ich hier enttäuscht!

Paul erscheint schon in den ersten paar Kapiteln als unglaublich flach und oberflächlich. Ständig finden sich Vorurteile, Verallgemeinerungen und eine gänzlich oberflächliche Weltanschauung in seinen Gedanken wieder. Schnell habe ich gemerkt, dass der Paul, der mir zu Beginn so sympathsich und witzig erschien, leider nicht der wahre Paul zu sein scheint. Denn der Paul, wie der Leser ihn in den darauffolgenden Kapiteln kennenlernt, ist zudem teilweise auch noch ziemlich frauenfeindlich und extrem sexbesessen! In dem Roman wird der Mann an sich, für den Paul ja stellvertretend steht, als total triebgesteuert, oberflächlich und emotionslos dargestellt. Diese Darstellung mag zwar auf manche Männer im Kern durchaus zutreffen, aber bei Paul finden sich einfach alle negativen Eigenschaften in extrem überspitzer Form vor. So wird der anfangs so liebeswerte Sympathieträger schnell zum seichten, charakterlosen Durchschnittskerl.

Total angewidert wurde ich auch durch Pauls Verhalten seiner Freundin gegenüber! Er denkt oft recht schlecht über sie, schaut jeder Frau hinterher die auch nur ansatzweise attraktiv ist, hilft seiner Freundin so gut wie nie im Haushalt sondern denkt sich lieber Möglichkeiten aus, wie er sich vor der Arbeit drücken, oder sich so dumm anstellen kann, dass am Ende wieder alles an ihr hängen bleibt und verfällt mehr als einmal in das typische Schubladendenken: "Hausarbeit ist eben Frauensache". Teilweise fragt man sich, ob Paul Tina wirklich liebt, so wie er sich ihr gegenüber verhält. Oft kam es mir so vor, als nutze er sie nur aus. Aber sobald sich Tina wieder in der Nähe befindet, ist er ihr gegenüber total unterwürfig und tut alles, um sie zufrieden zu stellen und Streit zu vermeiden. Ein richtig scheinheiliger Kerl, dieser Paul!

Blöd ist allerdings, dass man nun auch mit Tina sich nicht wirklich identifizieren oder mit ihr sympathisieren kann. Bis zum Ende der Geschichte wurde ich mit ihr nicht richtig warm. Sie kam mir immer vor wie das typische Frauenklischee! Stundenlange einkaufen, ohne überhaupt etwas zu kaufen, den Freund zum gesünder Essen überreden, daheim in Schlabberpullis rumlaufen und sofort einschlafen, sobald der Freund auch nur ansatzweise Lust bekommt... Das waren mir dann mit der Zeit einfach zu viele Klischees und ich fand mich damit ab, zu Tina keine Bindung aufbauen zu können.

Doch dann: Halbzeit! Und mit der Halbzeit kam die Wende! Paul änderte sein Verhalten einmal um 180° und mutiert zu einem wirklich liebeswerten Kerl, so wie sich Mutti ihn als Schwiegersohn wünscht. Nebenbei entwickelte er einige liebeswerte Charaktereigenschaften und Fehler, die ihn nicht oberflächlich und dämlich, sondern nett und charmant erscheinen lassen. Zwar schaut er immernoch jedem weibliche Wesen hinterher, aber endlich darf man einen Blick hinter seine Fassade werfen und sieht, dass Paul in Wirklichkeit nur Augen für Tina hat und sie wirklich liebt! Endlich erkennt man, dass er kein emotionsloser Kerl, sondern zu tiefen Gefühlen durchaus in der Lage ist. Diese Wende hat mir unglaublich gut gefallen. Von da an macht das Lesen des Romans dann wirklich Spaß und ich konnte mich ganz auf die Handlung einlassen, die von nun an auch einiges an Niveau zulegte.

Die letzte Hälfte des Romans hatte endlich den Sinn und das Niveau, dass ich in der ersten "Halbzeit" so sehr vermisst habe. Sie konnte einige Mängel wieder wett machen und lies mich nach Beendigung des Romans einigermaßen zufrieden auf das soeben Gelesene zurückblicken.

Ich möchte "Flankengott an dieser Stelle gute 3 Sterne geben. Der Schreibstil ist wirklich gelungen und macht durch gekonnt eingesetzte Wortspiele einiges an Oberflächlichkeit und Niveaulosigkeit wett. Auch die zweite Halbzeit überzeugte mich davon, dass der Roman kein Reinfall war. Dennoch kann ich über die erste Hälfte nicht hinwegsehen, da mich einige Passagen zu sehr verärgert oder wütend gemacht haben. Ich empfehle den Roman jedem, der mit geringen Erwartungen an ihn herangeht und sich von anfänglicher Oberflächlichkeit nicht abschrecken lässt. Denn wenn man die erste Hälfte erstmal hinter sich hat, wird man die zweite als umso gelungener empfinden!


Der Schwur der Jungfrauen: Historischer Roman
Der Schwur der Jungfrauen: Historischer Roman
von Katerina Timm
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Frau, ein gefährlicher Aufstand und eine unmögliche Liebe, 28. Oktober 2011
1502: Eine junge Frau aus Untergrombach stürzt sich angeblich in den Tod, da sie die Schande nicht ertragen konnte, vom Sohn des reichsten Bauern im Dorfes, Lux, verführt worden zu sein. Kathrin Lett, die Tochter eines armen Bauers, ist fassungslos! So gut wie jedes Mädchen aus Untergrombach macht dem Lux schöne Augen und es fällt ihm leicht, ständig eine neue Frau zu verführen, die er nur Stunden später links liegen lässt. Nur Kathrin hält sich von ihm fern. Zusammen mit ihren beiden Freundinnen schließt sie einen Pakt: Sie schwören, sich nie mit dem Lux auf irgendetwas einzulassen. Doch durch eine Intrige werden Kathrin und Lux, zu einer Heirat gezwungen. Doch die Ehe stellt sich als Enttäuschung heraus. Lux und Kathrin reden kaum ein Wort und teilen sich nur sehr widerwillig das Ehebett. Aus Einsamkeit sucht Kathrin Liebe und Zärtlichkeit bei einem anderen Mann auf der Burg, in der sie unter der Woche zusammen mit ihrer Freundin arbeitet. Doch diese Liebelei ist nicht Kathrins einzige Sorge: Ihre Familie droht unter der Last der Abgaben zu zerbrechen. Um die Hierarchie zwischen den Bauern und den Adeligen endlich aufzulösen, schließt sich Kathrin den Bauern an, die einen Aufstand planen. Und auf einmal scheint Kathrin doch noch Gefühle für Lux zu entwickeln. Doch Eifersucht ist für ihr Vorhaben tödlich! Wenn ihr Plan auffliegt, drohen alle zu sterben!

Zu erst möchte ich anmerken, dass diese Geschichte auf wahren Tatsachen beruht. Der Aufstand in Untergrombach fand so ähnlich tatsächlich statt. Einige Details dieses historischen Aufstands werden ziemlich genauso, wie sie sich tatsächlich zugetragen haben, auch im Buch geschildert. Die Autorin hat sich meiner Meinung nach nur recht wenig dichterische Freiheiten gestattet, was ich als Leser immer besonders beeindruckend finde. Die Geschichte wirkt dadurch unglaublich echt und authentisch. In der Schlussbemerkung wird nochmals sehr schön Bezug auf den historischen Aufstand genommen und erklärt, was sich nun tatsächlich so zugetragen hat und was dem Kopf der Autorin entsprungen ist. So kann sich der Leser ein eigenes Bild über den Wahrheitsgehalt der Geschichte machen. Auf jeden Fall scheint die Geschichte sorgfältig recherchiert und historisch fundiert zu sein.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und der damaligen Zeit dennoch angemessen. Die Sprache erscheint zwar ein weniger altertümlich, aber gerade das erwarte ich als Leser von einem historischen Roman. Trotzdem kommt man sehr gut in die Geschichte hinein und der Lesefluss wird nicht beeinträchtigt.
Die Spannung die gleich zu Beginn der Geschichte erzeugt wird, wird gekonnt aufrecht erhalten, sodass keine Langeweile aufkommt. Zwar gibt es zwischendrin Passagen, in denen die Spannungskurve etwas absackt, aber zum Schluss hin findet die Handlung dennoch zu ihrem Spannungshöhepunkt.

Während des Lesens fand ich mich wunderbar in der Welt des 16. Jahrunderts zurecht. Die Autorin schafft es, den Leser alles um sich herum vergessen zu lassen und lässt ihn in eine vollkommen andere Welt eintauchen. Man fühlt sich, als durchlebe man all die Gefühle, die auch Kathrin durchleidet. Sorgt sie sich um ihre Familie, da diese kaum genug Geld hat, sich selbst zu ernähren ganz zu schweigen von den Abgaben, die zu zahlen sind, so wird es dem Leser auch ganz schwer ums Herz. All diese tiefen Emotionen, die in dem Roman so deutlich werden, werden so echt und greifbar beschrieben, dass man sich selbst von seinen Gefühlen mitreisen lässt.

Die Charaktere fand ich alle mehr oder weniger authentisch, vorallem Kathrins Mutter, die sich nach einem schweren Schicksalsschlag kaum wieder im Leben zurecht finden kann und nur stur gerade ausblickt, ohne auch nur den Anschein zu erwecken, ihr Leben zu genießen. In der Mutter sah ich eine Schlüsselfigur für den komplette Roman, da sich ihr Schicksal und ihre daraus resultierenden Handlungen, durch den ganzen Roman ziehen und schon Hinweise auf die Entwicklung der Geschichte geben.
Lux und Kathrin fand ich nicht ganz so authentisch, da sich ihre Charaktereigenschaften im Laufe des Romans ziemlich sprunghaft verändern. Die Beziehung zwischen beiden, aber auch generell Kathrins Unentschlossenheit wirkte auf mich eher konstruiert. Mit der Zeit wirken die ganzen Wendungen, die ihre Liebesgeschichte aufweist, etwas lächerlich und einfach viel zu gestellt.
Dennoch konnte man sich gut mit Kathrin identifizieren und mit ihr sympathisieren, da sie für die damalige Zeit eine ziemlich starke und eigensinnige Frau ist, von der sich so manche Andere eine Scheibe abschneiden könnte!

Besonders gut gefallen hat mir allerdings der Schluss. Er zeigt, wie das Leben nun mal so spielt, dass nicht immer alles so kommt, wie man es eigentlich erwartet hat und, dass Menschen nicht in der Lage sind, sich zu ändern. Hier konnte die Autorin dem Roman ein großes Stück Authentizität zurückgegeben, dass durch die konstruiert wirkende Liebesgeschichte der Kathrin Lett abhanden gekommen ist. Der Schluss des Romans gestaltete sich so, wie auch das Ende des Aufstand vor über 500 Jahren in der Realität ausgesehen haben muss. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.

Trotz meiner Kritik an der reichlich konstruiert wirkenden Beziehung zwischen Kathrin, ihrem Geliebten auf der Burg und Lux möchte ich dem Roman "Der Schwur der Jungfrauen" 5 Sterne geben. Seine Echtheit hat mich wirklich fasziniert. Außerdem war das mal wieder ein Buch, bei dem ich fast traurig war, es beenden zu müssen. Der Schreibstil und die Handlung haben so gut miteinander harmoniert, dass ein überaus gelungenes Gesamtwerk dabei herausgekommen ist. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich ein wenig für Geschichte interessiert, diese aber nicht trocken präsentiert haben möchte, sondern sich beim Lesen unterhalten fühlen will. Denn genau das bietet der Roman "Der Schwur der Jungefrauen"!


Totentöchter - Die dritte Generation
Totentöchter - Die dritte Generation
von Lauren DeStefano
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Vielversprechender Auftakt der neuen Dystopien-Trilogie, 23. Oktober 2011
Die 16-jährige Rhine lebt in einer Welt, nahe am Abgrund. Aufgrund eines missglückten Genexperments, dass den Menschen ein gesundes und langes Leben garantieren sollte, leben die Kinder dieser "perfekten" ersten Generation nur um nach circa 2 Jahrzehnten wieder zu sterben: Frauen leben 20 Jahre, Männer 25. In dieser zerstörten Welt ist Rhines Schicksal nicht ungewöhnlich. Sie wird von einem "Sammler" entführt und zusammen mit Dutzenden anderen Mädchen in einen Lieferwagen gesteckt. Diese Mädchen sollen, wenn sie den Ansprüchen der Hauswalter entsprechen, in eine polygame Ehe gezwungen und als Geburtsmaschinen missbraucht werden. Diejenigen aber, die nicht hübsch, jung oder gesund genug sind, werden ermordet oder zur Prostitution gezwungen. Aufgrund von Rhines wunderschönen, zweifarbigen Augen wird sie auserwählt und zusammen mit zwei anderen Mädchen an Hausprinzipal Vaughn verkauft. Dieser will die drei Mädchen mit seinen 21-jährigen Sohn, Linden, dessen erste Frau mit 20 Jahren gerade im Sterben liegt, verheiraten. Obwohl sich Rhine von nun an eine Welt voller Luxus und Reichtum auftut und Linden sehr freundlich und zuvorkommend ist, sehnt sie sich nur nach einem: Freiheit! Gefangen in der Villa versucht sie Lindens Vertrauen zu gewinnen, um sich eine Fluchtmöglichkeit zu verschaffen. In dem ungefähr gleichaltrigen Diener Gabriel sieht Rhine einen Freund und Verbündeten. Doch schon bald merkt sie, dass sie mehr für ihn empfindet als nur Freundschaft. Ein Versteckspiel beginnt, denn weder Linden noch sein Vater dürfen etwas von der Liebe zwischen den beiden erfahren.

Mit "Totentöchter" ist Lauren Destefano ein spannender und ergreifender Einstieg in die neue Trilogie gelungen. Die Welt der Zukunft, wie Destefano sie schildert, ist erschreckend realistisch! Gerade weil Genforschung an Embryonen, um erblich bedingten Krankheiten vorzubeugen, gerade in aller Munde ist.
Nur allzu leicht kann man sich vorstellen, dass dieses Horrorszenario einst Wirklichkeit werden könnte!

Die Geschichte hat mich, durch den Schreibstil der Autorin, von der ersten Seite an sofort in ihren Bann gezogen. Destefano spart sich langweilige Zustandsbeschreibungen am Anfang der Geschichte und legt sofort mit der Beschreibung der Entführung und den angsteinflößenden und bedrückenden Verhältnisse im Lieferwagen der Entführer los. Rhines Gedanken werden so authentisch beschrieben, dass man sofort mit ihr mitfühlt. Die Tatsache, dass sich ihre Sorge um ihren Zwillingsbruder durch den gesamten Roman zieht, macht ihre Lebensgeschichte greifbar und wirkt erschreckend nachvollziehbar. Der Leser wird selbst in den Strudel ihrer Emotion von Angst über Verzweiflung bis hin zur Auflehnung gezogen und kann ihm bis zur letzten Seite nicht entkommen.

Die Charaktere wirkten auf mich alle recht greifbar und realistisch. Ihre Handlungen und Worte wirkten nicht konstruiert, sondern echt und aufrichtig. Vorallem Rhine und Jenna habe ich recht rasch ins Herz geschlossen. Aber auch der ahnungslose, naive Linden wirkt nicht ganz so unsympathisch, wie man anfangs denkt. Die Beziehung zwischen den drei Ehefrauen wurde besonders liebevoll beschrieben. Jede einzelne kümmerte sich meist sehr liebevoll um die anderen, da sie ja schließlich alle mit dem selben Leid umgehen müssen. Trotzdem hat es mir gefallen, dass alle drei auf ganz unterschiedliche Weise mit der Situation umgehen und auch ganz unterschiedlich zu Linden und der Ehe mit ihm stehen. Dadurch hat jeder Charakter eine eigene, individuelle Persönlichkeit bekommen und keine der Frauen wirkt abgedroschen.
Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass man zu jedem mehr oder weniger wichtigen Charakter in der Geschichte ausreichend Hintergrundwissen erfährt. Jeder einzelne hat seine eigene Geschichte, die die Persönlichkeiten nicht oberflächlich und seicht erscheinen lassen.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Liebesgeschichte, die sich zwischen Rhine und Gabriel anbahnt. Sie wurde zwar sehr romantisch und gefühlvoll beschreiben, aber dennoch kam sie einfach viel zu kurz! Rhine und Gabriel hatten im Laufe der Geschichte leider kaum Zeit, sich nahe zu kommen und so konnte man ihre Sympathie für einander nicht ganz so gut nachvollziehen. Für meinen Geschmack haben sie sich ein wenig übereilt ineinander verliebt.

Den Schluss empfand ich allerdings wieder als richtig gelungen! So sollten Bücher meiner Meinung nach enden! Jetzt freue ich mich schon richtig auf den zweiten Teil der Trilogie, den ich wahrscheinlich auf Englisch lesen werde, damit ich nicht mehr so lange warten muss. Nach dem Lesen des ersten Teils bin ich nämlich wahnsinnig gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird!

Ich gebe dem Buch gute 4 Sterne, da die Liebesgeschichte zwischen Rhine und Gabriel zwar noch verbesserungswürdig ist, der Roman mich ansonsten aber wirklich überzeugt hat. Wer gerne Dystopien liest, die von einer erschreckend realistischen Zukunft erzählen, der wird mit "Totentöcher" sicherlich einige spannende Lesestunden haben! Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen!


Geisterfjord: Island-Thriller
Geisterfjord: Island-Thriller
von Yrsa Sigurdardóttir
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Horror, Krimi und Thriller in einem = ein unglaublich gruseliges Leseerlebnis!, 21. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Geisterfjord: Island-Thriller (Taschenbuch)
Katrín eine junge Lehrerin aus Reykjavík, ihr Ehemann Gardar und ihre Freundin Líf planen, ein heruntergekommenes Haus in dem verlassenen Dorf Hesteyri in den kargen Westfjorden Islands zu renovieren. Die drei ahnen jedoch nicht, dass sich die Arbeit an dem baufälligen Haus schon bald als schwieriger und gefährlicher herausstellt, als sie es ursprünglich geplant hatten. Denn das Haus ist nicht ganz so unbewohnt, wie es scheint!
Ganz in der Nähe, in einer Kleinstadt am Ende des Fjordsermittelt Polizistin Dagný gemeinsam mit Freyr, einem Psychiater, an einer Reihe unnatürlicher Todesfälle, die weit in die Vergangenheit hinein zureichen scheinen. Welche Geheimnisse bergen die staubigen Polizeiakten aus den vorherigen Jahrhunderten? Und was hat Freyrs verschollener Sohn mit all dem zu tun? Zu allem Überfluss scheint nämlich genau dieser Freyrs Ex-Frau in ihren Träumen zu erscheinen und auch Freyr hat immer weider Begegnungen der etwas anderen Art. Oder wieso hört er die Stimme seinen Sohnes nach ihm rufen?
Erst als die Verbindung zwischen den rätselhaften Geschehnissen sichtbar wird, enthüllt sich die grausige Wahrheit.

"Geisterfjord" ist der sechste Roman der isländischen Bestsellerautorin Yrsa Sigurdardóttir und beruht zum Teil auf Tatsachen. Nachdem man den Thriller gelesen hat, kann man es gar nicht so recht glauben, dass "Geisterfjord" auf wahren Begebenheiten beruhen soll. Selbst wenn man die paranormalen Geschehnisse außenvor lässt, ist die Grundgeschichte, die die Autorin erzählt, so grauenvoll und schrecklich, dass man gar nicht glauben kann, dass eben so etwas sich so ähnlich tatsächlich zugetragen haben soll.

Zunächst muss ich sagen, dass mir das Namensverzeichnis am Anfang des Buches wirklich ausgesprochen zugesagt hat. Da mir die isländischen Namen doch recht fremd waren, fand ich es gut, einen kurzen Überblick über die wichtigsten, im Roman erscheinenden Personen zu haben. So konnte man während des Lesens noch mal zurückblättern, wenn man sich noch nicht ganz sicher war, wer nun nochmal welche Person war.

Gleich von Anfang an erzeugt die Autorin eine unglaubliche Spannung. Der Leser merkt sofort, dass mit dem baufälligen Haus etwas nicht zu stimmen scheint, da der Bootsfahrer, der die drei jungen Leute zur Insel gebracht hat, sich nicht genau zu dem Haus äußern möchte, sonder sie nur schon einmal vorwarnt.
Außerdem wird das Buch schon nach wenigen Seiten richtig gruselig. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen, da man gerade bei solchen Büchern sich oft ein wenig reinlesen muss, bevor etwas wirklich Spannendes oder Gruseliges passiert. Dem ist bei "Geisterfjord" nicht so. Der Leser wird sofort in einen Abgrund von Geheimnissen, Brutalität, Verrat und Gier geschmissen, erkennt die Fäden, die sich durch die Geschichte ziehen trotzdem allerdings erst ganz zum Schluss. Das ist für mich ganz besonders wichtig, da dadurch garantiert wird, dass der Leser erst ganz zum Schluss auf des Rätsels Lösung stößt.

Die Cliffhanger, die die Autorin ans Ende jedes Kapitels gehängt hat, sorgten für eine zusätzliche Portion Spannung und machten es unmöglich, das Buch wegzulegen. Ich als Leser wollte unbedingt wissen, was als nächstes passieren würde, da das Ende eines jeden Kapitels nochmal einen zusätzlichen Schock bereithielt und die Spannung so ins Unermessliche steigerte.
Sowohl die Spannung als auch die gruseligen Elemente ziehen sich durch den gesamten Roman hindurch. Im kompletten Roman habe ich keine einzige Stelle gefunden, in der die Spannung abflacht oder die auf irgendeine Art nicht zum Weiterlesen gezwungen hätte.

Die Charaktere waren mir persönlich alle wenig sympathisch. Katrín hat mir da noch am Besten gefallen, aber auch sie ist mir irgendwie zu schwach und meinungslos gewesen. Allerdings hat sie im Laufe des Buches eine ganz schöne Entwicklung durchlaufen! Zum Schluss wurde sie beinahe kämpferisch und hat endlich eingesehen, dass es einem im Leben nichts bringt, sich ständig an den Wünschen der Mitmenschen zu orientieren und seine eigenen Wünsche hinten anzustellen. Mit Líf und Gardar konnte ich persönlich absolut nichts anfangen. Beide fand ich schon zu Beginn des Romans recht unsympathisch. Diese Antipathie steigerte sich im Laufe der Geschichte. Wer das Buch liest, wird schnell merken, wieso.

Was mich an dem Roman ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass die Geschichte Kapitel für Kapitel immer abwechseln erst aus der Sicht von Katrín mit ihrem Mann und ihrer Freundin und dann aus Freyrs Sicht erzählt wurde. Zwar sollte das wohl die Spannug nochmehr steigern, aber ich persönlich fand, dass man dadurch ein wenig aus den einzelnen Handlungssträngen hinausgekommen ist. Immer zwei bis drei Kapitel aus nur einer Sicht hätte ich als angenehmer empfunden.

Den Schluss fand ich mehr oder weniger gelungen. Es klärt sich fast alles auf und auch die Argumentation ist sehr schlüssig. Das Ende ist nicht unrealistisch und wirkt auch nicht konstruiert, sodass der Roman nicht ins Lächerliche abdriftet. Für meinen Geschmack hätte das Ende allerdings ein wenig länger sein könnten, sodass die Auflösung etwas detaillierter ausgefallen wäre.

Alles in allem ist "Geisterfjord" ein unglaublich gelungener Mix aus Krimi, Horror und Thriller. Wer so etwas gerne liest, wird mit diesem Buch sicherlich einige spannende und gruselige Lesestunden haben. Allerdings finde ich, dass es nichts für Zartbesaitete ist, da einige Passagen ziemlich makaber oder schrecklich gruselig sind. Ich gebe dem Roman gute vier Sterne und bin fast ein wenig traurig, dass es keinen Folgeband zu geben scheint, da einige Fragen durchaus noch zu klären wären. Ich kann "Geisterfjord" wirklich jedem empfehlen, der sich mal wieder richtig gruseln will und dabei auch gerne Bücher liest, die so richtig an die Psyche gehen!


Mit ganzer Seele (Soul Screamers)
Mit ganzer Seele (Soul Screamers)
von Rachel Vincent
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Innovative Idee - flache Story, 17. Oktober 2011
Kaylee war schon immer ein wenig anders als andere Mädchen in ihrem Alter. Nach dem Tod ihrer Mutter überlies ihr überforderter Vater sie ihrer Tante und ihrem Onkel, da er sich nicht in der Lage fühlte, sie alleine großzuziehen. Neben ihrer wunderschönen Freundin Emma, die die Blicke aller Jungs auf sich zieht, nimmt kaum jemand Kaylee war. Umso mehr wundert es sie, dass sie in einer Bar ausgerechnet von dem heißesten Typen der Schule angesprochen wird. Nash scheint nur Augen für sie zu haben und zeigt an Emma keinerlei Interesse. Und das obwohl er den Ruf hat, ein gnadenloser Herzensbrecher und Aufreißer zu sein! Kaylee weiß nicht so recht, wie sie der ganzen Sache gegenüberstehen soll. Was will dieser perfekte Junge mit den wunderschönen Augen nur von ihr? Doch sie hat keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, denn auf der Tanzfläche entdeckt sie ein Mädchen, das von einem schwarzen Nebel umgeben zu sein scheint. Kaylee wird übel und eine schreckliche Schwere lastet auf ihr, denn instinktiv weiß sie, dass dieses Mädchen sterben wird. Um dem Druck laut aufzuschreien nicht nachgeben zu müssen, rennt Kaylee aus der Bar hinaus. Nur weg von dem todgeweihten Mädchen! Erst denkt Kaylee, Nash jetzt entgültig vergrault zu haben, doch seltsamerweiße ist dieser sehr verständnisvoll und bleibt ganz ruhig. Am nächsten Tag erfahren beide, dass das Mädchen aus der Bar tatsächlich auf unerklärliche Weise umgekommen ist. Und sie bleibt nicht die Einzige, die stirbt. Nur Kaylee weiß wen es als Nächsten trifft und schon bald gelangen sie und Nash dem leibhaftigen Tod näher, als sie es je für möglich gehalten hätten.

Leider muss ich sagen, dass mich mit "Mit ganzer Seele" nicht wirklich überzeugt hat. Anfangs empfand ich den Schreibstil als wirklich gelungen. Jugendlich, locker, frisch aber dennoch emotional. Leider konnte die Autorin diesen Stil nicht aufrecht erhalten. Schon bald driftet Vincent in eine zu zwanglose und klischeehafte Jugendsprache ab. Dadurch wirkt Kaylee viel zu jung für ihr Alter und außerdem unauthentisch. Denn so wie die Autorin sie denken lässt, redet wirklich kein Jugendlicher! Außerdem war Kaylees Zynismus teilweise wirklich fehl am Platz. An Stellen, an denen sie unter Schock stehen müsste, einfach nur Angst haben sollte oder total verärgert sein müsste, bringt sie die unmöglichsten Sprüche, die wohl lustig gemeint sind, ihr Ziel aber leider weit verfehlen!

Außerdem fand ich Kaylee generell nicht wirklich sympathisch. Ich konnte einfach nicht wirklich warm werden mit ihr. Ihr Handlungen und Emotionen waren sehr schlecht nachvollziehbar. Das liegt nicht nur an ihrem fehlplatzierten Zynismus sondern auch daran, dass sie total hormongesteuert ist. Eigentlich sollte sie sich auf weitaus wichtigere Dinge konzentrieren, aber sie starrt nur auf Nashs ach so "hartes Muskelspiel", seine tollen Grübchen, seine wunderschönen Augen... Ein bisschen Schwärmerei ist ja schön und gut, hier hat es die Autorin aber leider definitiv übertrieben! Einzig ihre Abneigung gegenüber ihrer Cousine, die ein Prinzeschen ist, wie es im Buche steht, macht Sophie in meinen Augen sympathisch.

Zu meinem Bedauern muss ich auch sagen, dass mit die Sache mit Nash und Kaylee viel zu schnell ging. Dass beide zusammenkommen würden ist nach der Inhaltsangabe wohl kein Geheimnis und da verrate ich auch nicht zu viel, aber, dass dies so schnell passieren würde, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte eine zarte, sich liebevoll und langsam entspinnende Liebesgeschichte erwartet, bekam aber leider eine ziemlich oberflächliche und sich sehr rasch entwickelnde Beziehung zu lesen. Als oberflächlich empfand ich die Beziehung deshalb, weil Kaylee immer nur von Nashs Äußerem schwärmt. Ihre Gefühle für ihn werden leider nicht wirklich deutlich. Der Leser erfährt auch nicht, was genau ihn so besonders und so liebenswert macht. Die ganze Zeit knutschen sie nur, oder Kaylee schwärmt von seinen Muskeln... .

Außerdem gab es noch einige Widersprüche bzw. Dinge, die auf mich wirklich verwirrend oder lächerlich wirkten. Da ist zum Beispiel einmal anzuführen, dass es in Kaylees Welt eine Liste mit all den Menschen gibt, die in naher Zukunft sterben sollen. Das alles war mir ein bisschen zu viel Bürokratie und es passte einfach so gar nicht in den Roman. Dieser Aspekt zog die Geschichte eher ins lächerliche, da es einfach so fehl am Platz wirkte, als ihr eine spannende und interessante Komponente zu verleihen.
Leider habe ich mehrere Aspekte in der Geschichte rund um Kaylee und Nash gefunden, die ich eher lächerlich oder verwirrend fand. So beschreibt die Autorin auf der einen Seite, dass es Kaylee so unangenehm sie, dass in Nashs Zimmer nur auf dem Bett Platz zum hinsetzen ist und 100 Seiten später lesen wir, dass sich ein Freund von ihm auf seinem Sofa niederlässt. Auf der einen Seite heißt es, Kaylee habe ihren Vater 8 Monate lange nicht gesehen, auf der anderen sind zwar erst ein paar Tage vergangen, aber aus 8 Monaten wurden auf einmal 1 1/2 Jahre!

Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass der Roman auch seine guten Seiten hatte. So kam zum Beispiel durch den abrupten Einstieg in die Geschichte sofort Spannung auf, die die Autorin auch mehr oder weniger bis zum Ende aufrecht erhalten konnte. Die Anfangsszene in der Bar hat mir auch sehr gut gefallen, da sie das Leben eines typischen Jugendlichen wiederspiegelt. Diese Tatsache verlieh dem Roman etwas Authentizität, an der es ihm sonst leider mangelte.

Außerdem fand ich Nashs Persönlichkeit mal sehr abwechslungsreich. Normalerweise sind die Helden in diesen Jugendromanen immer die Außenseiter, die zwar umwerfend aussehen, allerdings niemanden an sich heran lassen. Nashs Charakter ist da viel realistischer. Er scheint schon viele Mädchen dank seines gute Ausssehens ins Bett gebracht zu haben und ist keineswegs ein Außenseiter. Außerdem gefällt mir die Idee, die hinter der Geschichte von "Soul Screamers" steckt. Es ist ein Young-adult fiction Roman, der ganz ohne Vampire, Werwölfe usw. auskommt. Die übernatürlichen Wesen, die sich in diesem Roman verbergen sind ganz anders als alles, wovon man bisher gelesen hat.

Der Schluss lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Zum einen ist er durchaus gelungen, da er ziemlich überraschend ist. Zum anderen ist die Erklärung für die Tode dieser Mädchen wirklich sehr weit hergeholt, unrealistisch und - ich muss es leider sagen - wieder ziemlich lachhaft. Beim Lesen des Buches musst ich mir mehrmals mit dem Finger an die Stirn tippen, da so vieles einfach sehr aus den Finger gesogen scheint und einfach absolut unrealistisch und lächerlich wirkt.

Ich muss sagen, dass es mir sehr schwer fiel, zu entscheiden, wie viele Sterne ich dem Roman geben soll. Letztendlich verleihe ich aber doch noch knappe 3 Sterne, da die Idee ziemlich innovativ ist und die Autorin die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten konnte. Eine Kaufempfehlung kann ich allerdings leider dennoch nicht aussprechen. Die Folgebänder werde ich mir wahrscheinlich nicht kaufen. Dafür war der Auftakt leider nicht überzeugend genug!


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