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Rezensionen verfasst von
Stephan Lahl

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Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System
Putins Demokratur: Ein Machtmensch und sein System
von Boris Reitschuster
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

38 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre, 17. Mai 2014
Ich gebe jetzt schon 5 Sterne, obwohl ich noch nicht durch bin. Die Invasion in der Ukraine (nein, es ist eben kein Bürgerkrieg und schon gar kein Volksaufstand sondern eine FSB/GRU-Operation mit inzwischen jahrzehntelang erprobtem Drehbuch) ist für viele im friedlichen und rechtsstaatlichen Westen verwirrend. Wer die DDR nicht erlebt hat, will oft einfach nicht glauben, wie ungeniert von Moskau gelogen, gestohlen und gemordet wird.

Dieses Buch hilft, naiven Deutschen die Augen zu öffnen und verschafft einen zumindest groben Überblick über die neue russische Diktatur. Dabei wird mit Denkschablonen aufgeräumt, die das Verständnis großrussischer Politik und Propaganda erschweren: Die Inflationäre Verleumdung von Gegnern und Zielobjekten als Faschisten bei gleichzeitig massiver Unterstützung rechtsextremistischer Organisationen in Rußland und aller Welt wird ebenso angesprochen, wie die unter Putin erfolgte Verschmelzung von Politik, Mafia, Militär und Geheimdienst. Es gibt eben keine Trennung zwischen Russenmafia, GAZPROM, russischem Geheimdienst, russischen Freischärlern und russischem Staat. Weder gibt es da personelle noch gibt es organisatorische Trennwände. Es sind verschiedene Zweckfassaden derselben Firma.

Wer Rußland als Obervolta mit Atomraketen sieht, hat immer noch Scheuklappen auf. Die Russische Föderation ist kein Obervolta. Sie ist unter Jelzin und Putin zu einer Cosa Nostra mit Kernwaffen und mindestens 150 Millionen Geiseln geworden.

Der nicht erklärte asymmetrische Krieg gegen die Ukraine ist nur ein Beispiel für die Außenpolitik Moskaus. Dieses Buch hilft beim Aufwachen. Es nennt die verantwortlichen Personen, zeigt die Verbindungen der Macht auf und erläutert das immer gleiche Handlungsmuster der "lupenreinen Demokraten".

Ein Nachteil freilich bleibt noch: Das Buch ist zwar aktualisiert, aber dennoch fehlt zumindest am Anfang wegen des Alters der Erstversion jeder Hinweis auf die neue russische Staatsideologie des orthodoxen neuen Rom und seiner Rolle als Zentrum einer weltweit gedachten christlich-fundamentalistischen "Revolution". Das ist kein Wunder, denn diese Ideologie ist erst richtig entstanden, als das Buch in seiner ersten Version bereits auf dem Markt war. Möglicherweise findet sich eine Behandlung dieses neuen Werkzeugs im FSB-Arsenal noch in späteren und jüngeren Abschnitten des Buches.

Ich kann dieses Buch nur allen empfehlen, die sich ernsthaft für das echte heutige Rußland und nicht nur für alte Klischees aus der Sowjetzeit interessieren.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 23, 2014 3:01 PM MEST


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