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tsvifle "tsvifle"

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Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland
von Thilo Sarrazin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorne hui, hinten pfui, 8. Mai 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer eine unerwünschte Meinung vorbringt, der darf im Deutschland des 21. Jahrhunderts auf keine sachliche Auseinandersetzung hoffen. Er wird ausgegrenzt und beleidigt. Seine Argumente werden ignoriert oder zu Unsinn verdreht. Thilo Sarrazin hat das selbst erfahren müssen. Deshalb hier zunächst eine Entwarnung: Das Buch ist keine vergrämte Replik auf den Umgang mit ihm, kein ausuferndes Richtigstellen und Beklagen von Unrecht. Mit der eigenen Geschichte, die tatsächlich erschreckend ist, hält er sich nur im ersten Drittel auf. Er nimmt sie als Fallbeispiel für ein allgemeines Phänomen: den Tugendterror. Kern des Tugendterrors ist, die Existenz faktischer Fragen zu negieren und jede Frage als eine moralische zu behandeln. Es genügt demnach, eine These der Moral oder der Unmoral zuzuordnen, und schon ist unzweifelhaft und ungeachtet aller Fakten und Logik klar, ob sie vernünftig ist. Große Teile der deutschen Eliten, besonders der Medien, sind dieser dunklen Kunst, der Moralisierung aller Fragen, verfallen. Wer Schlüsse zieht oder auch nur Untersuchungen anstellt, die dem Bereich der Unmoral zufallen, ist immer im Irrtum, und nicht nur das, es mangelt ihm auch an Menschlichkeit. Der Schaden, den der Tugendterror anrichtet, ist für Sarrazin weniger ein persönlicher als ein gesellschaftlicher. Er zieht Parallelen zur Inquisition und zum Stalinismus.

Sarrazin verfolgt zwei Anliegen. Zum einen möchte er die Annahmen des Tugendterrors als Unsinn aufzeigen, ebenso seine Methoden wie z.B. Teile der Political Correctness. Zum anderen untersucht er die Ursachen. Er entdeckt unwissenschaftliche Elemente in der Argumentation der Tugendwächter und gelangt damit zur These, das Ganze sei nichts anderes als eine moderne Religion. Deren unantastbares Heiligtum ist die Gleichheit aller Menschen in allen Belangen. Er verwendet breiten Raum auf diese These. Er beschreibt die Mechanismen, welche Meinungen unabhängig vom Wahrheitsgehalt sich erhalten und ausbreiten lassen, vom religiösen Tabu bis zum Gruppenzwang. Er stellt die Meinungsmacht und den natürlichen Linksdrall der Medien heraus, die eine effektive Verbindung eingehen. Er ruft historische Ereignisse in Erinnerung, in denen Parallelen zum Tugendterror erkennbar sind. Diese Parallelen zeigt er in der Regel nicht selbst auf, sondern überlässt es dem Leser, sie zu entdecken. Es ist eine Art Geschichtsunterricht über die Erscheinungsformen von Religion im weiteren Sinne. Die Ideologie, die hinter dem Tugendterror steht, fügt sich für ihn dort ein.

Wenn der Leser beim umfangreichen letzten Kapitel anlangt, sind einige Erwartungen an dieses geweckt. Der Kreis soll sich schließen. Versprochen sind die 14 religiösen Grundsätze des Tugendterrors, die alle verschiedene Ausprägungen des Gleichheitsdogmas sind. Das Buch war bis zu diesem Punkt seriös, sachlich, durchdacht und fundiert. Zu erwarten steht: Der Autor wird die Positionen, die nicht die seinen sind, zunächst möglichst neutral und präzise in Worte fassen, quasi unterschriftsreif. Anschließend wird er sie diskutieren und überzeugend als falsch nachweisen. Doch so kommt es leider nicht. Das letzte Kapitel ist ein Fiasko und ruiniert das Buch. Sarrazin bricht hier mit vielem, das den vorangegangenen Rest des Textes ausgezeichnet hat. Als "Axiome" formuliert er nicht die Schnittmenge, sondern eher die Vereinigungsmenge aller Meinungen, die er dem Tugendterror zuordnet. Das Ergebnis ist ein längliches Geschwätz, das unter anderem die halbe Kapitalismuskritik versammelt, manifeste Spinnereien eingeschlossen. Er legt es in den Mund eines umgangssprachlich dahereifernden Wirrkopfes. So, als wolle er diese Ansichten nicht durch Argumente, sondern schon durch eine lächerliche Formulierung als Humbug erkennbar machen. Das Wesentliche geht in einem Haufen Blödsinn unter. Auch webt er schon bösartig seine Gegenargumente mit hinein, wodurch das Ganze noch absurder wird. Wer bitte soll hier seine Meinung wiedererkennen? Bedingt durch die Grundsätzlichkeit und Komplexität der "Axiome" wächst sich das Kapitel zu einer umfassenden weltanschaulichen Diskussion aus, die auf ein paar Dutzend Buchseiten unmöglich zu entscheiden ist. Auch Sarrazin gelingt das natürlich nicht. Er bringt ein paar gute Argumente vor, andere Darlegungen sind zerfahren, stehen als bloße Behauptungen da oder sind nur mit ökonomischer Vorbildung verständlich. Er stützt sich ganz selbstverständlich auf die Thesen der liberalen Wirtschaftslehre, die ihrerseits von manchen als religiös betrachtet werden. Manchmal verliert er sich in Abschweifungen, die er selbst gar nicht zu bemerken scheint, oder argumentiert am Problem vorbei. Zudem formuliert er manche "Axiome" so, dass sie keine rein faktischen Aussagen sind und begeht dann den gegenteiligen Fehler derer, die er kritisiert, indem er sie wie faktische behandelt. Von einem schlüssigen Widerlegen der Thesen kann am Ende höchstens vereinzelt die Rede sein. Er merkt das wohl auch selbst und übt sich in entsprechender Relativierung.

Neben dieser formalen Kritik weckt das letzte Kapitel auch inhaltlich Zweifel. Sarrazin betreibt bei seinen "Axiomen" Rosinenpickerei und wählt natürlich nur solche, die gut in sein Gleichheits-Erklärschema passen - unter anderem mit dem Effekt, dass eine Schlüsselkomponente des "Terrors" gar keine Erwähnung findet, nämlich die Kategorie "rechts". Selbst bei den gewählten Axiomen ist fraglich, ob ihre Herkunft wirklich die ist, die Sarrazin annimmt, also ein quasi-religiöser Glaube an eine überlieferte, ungute Interpretation der Gleichheitsidee. Zumindest für einige davon sind sehr wohl auch andere, nicht ideologische Begründungen vorstellbar, die Sarrazin in seinen Formulierungen sogar teilweise selbst anklingen lässt. Diese Begründungen begründen nicht deshalb etwas falsches, weil sie ideologisch fixiert und deshalb realitätsblind sind, sondern weil sie keine korrekte Logik repräsentieren. Sie bestehen zum Beispiel aus groben Analogieschlüssen oder kennen den Unterschied zwischen normativen und faktischen Aussagen nicht. Beispiel: Meilensteine des kulturellen Fortschritts waren die Abschaffung der Stände, die Abschaffung der Sklaverei und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Jedes Mal verschwanden Ungleichheiten. Also schlussfolgere ich, dass weiteres Verschwinden von Ungleichheiten weiteren Fortschritt bedeutet. Dafür brauche ich keine Ideologie, nur eine große Portion Optimismus in Bezug auf die Treffsicherheit einer solchen Denkweise. Zusätzlich zur Wahrheit beschert mir der Schluss ein progressives Selbstbild, mit dem ich Andersdenkende als "gestrig" abkanzeln kann. Oder dies: Die Nazis haben Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen behauptet und damit am Ende einen Massenmord begründet. Ein guter Mensch begibt sich nicht auf diesen Pfad, und das schließe ich ganz ohne den schädlichen Einfluss der französischen Philosophie des 18. Jahrhunderts. Vielleicht hat Sarrazin seiner Theory of Everything die einfachste und plausibelste Erklärung geopfert. Manchmal entsteht falsches Verhalten einfach aus dem Aufeinandertreffen von guter Absicht und ungenauem Denken in einem durchaus ansatzweise aufgeklärten Kopf.

Ungeschickt ist die Wahl des Untertitels über die Grenzen der Meinungsfreiheit, mit dem es Sarrazin seinen Gegnern allzu leicht macht. Statt hier aus dem Vorrat seiner Aussagen eine herauszustellen, die sich nicht weginterpretieren lässt, etwa den falschen Umgang mit der Wahrheit, behauptet er direkt auf dem Cover, die Freiheit der Meinung sei eingeschränkt. Man mag diese Ansicht teilen oder nicht. Im engeren Sinne besteht eine solche Einschränkung erst, wenn Personen am Äußern ihrer Meinung gehindert werden. Unsachlichkeit und Anfeindungen lassen sich als - wenn auch dumme - Ansichten auffassen, die ihrerseits frei sein müssen. Mit diesem legitimen Verständnis widerlegt schon die Existenz des Buches das, was der Untertitel als Inhalt vermuten lässt. An entsprechende Argumente aus der Zeit des Erscheinens kann ich mich erinnern.

Zur Bewertung: Mit einer angemessenen Version des letzten Kapitels hätte ich dem Buch 4 Sterne gegönnt. Es ist trotz seiner etwas einseitigen Erklärungsversuche kenntnisreich geschrieben und streckenweise auch überzeugend. Es ist in angenehm sachlicher Sprache gehalten, im Gegensatz zur Polemik vieler anderer Texte zu umstrittenen Themen. Es ist flüssig lesbar und nur an manchen Stellen etwas zu ausgebreitet. Es thematisiert ein beträchtliches Problem. Es verkleinert mit seiner verzweigten Argumentation die eine oder andere Wissenslücke.


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Wird angeboten von Möbel-Eins
Preis: EUR 89,50

3.0 von 5 Sternen Gutes Konzept schlecht umgesetzt, 25. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Pro:
- Praktische Lösung, wenn nur eine geringe Tiefe möglich ist.
- Dezente Erscheinung (mit Ausnahme der Farbe, siehe contra).
- Kann gestellt oder gehängt werden, wobei auch beim Stellen das Befestigen an der Wand empfohlen wird.

Contra:
- Das Weiß ist sehr intensiv und kalt. Meine weiße Wand, meine weißen Türen und selbst der weiße Kühlschrank sehen daneben beige aus, v.a. bei schwachem Licht.
- Sehr knapp geschnitten. Meine Schuhe Größe 42 passen gerade eben hinein. Ab etwa 44 dürfte es schwierig werden.
- Offenbar gibt es keine hinreichende Qualitätssicherung. Mein Exemplar hat eine Falte im Blech (Schönheitsproblem) und eine gebrochene Niete (Stabilitätsproblem). Ein kleineres Produkt hätte ich zurück geschickt, bei dem Trum war mir das zu viel Aufwand.


Hama Funk Wecker (zwei Weckzeiten, Snooze, sensorgesteuertes Nachtlicht, Temperatur- und Datumsanzeige) blau
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Preis: EUR 28,88

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stressvermeider, 27. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Endlich mal ein Wecker, bei dem man nicht jeden Freitag und jeden Sonntag daran denken muss, den Alarm aus bzw. wieder ein zu schalten. Das macht er auf Wunsch ganz von allein. Sehr angenehm.

Leider ist dafür das manuelle Abschalten (für Urlaub und Feiertage) so krude geraten, dass man die Bedienungsanleitung braucht. Einen entsprechend beschrifteten Schalter gibt es nicht.

Das Gerät ist darauf ausgelegt, tief zu stehen, denn das LCD ist nur von schräg oben optimal ablesbar. Auf Augenhöhe steht der Wecker schlecht, eine erhöhte Position funktioniert gar nicht. Das Problem verschärft sich noch mit der (abschaltbaren) Nachtbeleuchtung.

Punktabzug gibt es für die Befestigung des Batteriefachdeckels, der unter winzigen Plastiknasen eingeklemmt wird und schon im Neuzustand nicht richtig fest sitzt.

Es gibt den Wecker auch in Weiß und in Mintgrün, wobei die Plastik vermutlich immer weiß ist. Mein blaues Gerät ist jedenfalls ein blau besprühtes weißes.


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Wird angeboten von pb-versand (Preise inkl. MwSt.)
Preis: EUR 12,99

1.0 von 5 Sternen Falsche Ware, 28. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Offenbar ist der Anbieter nicht in der Lage, seine Produkte korrekt zu verwalten. Auf der Tüte stand noch "2x E14 mini", wie bestellt, drin waren aber mehr und andere, für meinen Zweck viel zu große. Thema verfehlt.


Lügenpresse
Lügenpresse
von Markus Gärtner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht überzeugend, 17. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lügenpresse (Gebundene Ausgabe)
Der Autor wirft den Medien diverse Verfehlungen vor und untermauert das mit Beispielen. Die "Lüge", also eine bewusste einseitige Verzerrung der Tatsachen, steht dabei eher nicht im Mittelpunkt, es geht vor allem um Unterlassungen, Schlampereien und falsche Grundhaltungen. Sein wichtigster Vorwurf ist eine mangelnde kritische Distanz der Medien zur Regierung und damit das Versäumen einer ihrer Hauptaufgaben. Das Buch hieße also besser "Jubelpresse". Viele Beispiele finden sich zum Prozess der Europäischen Einigung, bei dem die Presse als neutraler Kritiker versagt hat. Was dazu aus älteren Ausgaben zitiert wird, gereicht den Journalisten nicht zur Ehre, gerade im Rückblick mit Kenntnis der weiteren Entwicklung. Probleme wurden kleingeredet und diejenigen, die sich bemühten, die fehlende Diskussion anzustoßen, als "Rechtspopulisten" verbal niedergeknüppelt. Weitere typische Vorwürfe des Autors sind Verantwortungslosigkeit, mangelnde Recherche und Leichtgläubigkeit gegenüber vermeintlichen Experten.

Das erste Problem des Werkes ist, dass es nicht systematisch ist und insbesondere nicht alle wichtigen Aspekte mit der angemessenen Aufmerksamkeit bedenkt. Der Autor plaudert heraus, was er bei seinen Recherchen oder im Rahmen seiner Arbeit entdeckt hat. Das klingt amüsant, aber durch die quasi zufälligen, unglücklichen Schwerpunkte und das Fehlen entscheidender Argumente taugt das Ganze nicht so richtig, die Vorwürfe gegen die Medien zu dokumentieren. Etwas mehr als die Hälfte des Textes verwendet der Autor darauf, der Presse falsche Vorhersagen nachzuweisen, wobei wiederum mehr als die Hälfte der Fälle aus dem Börsenbereich kommt. (Der Autor ist Wirtschaftsjournalist.) Gerade diesen Vorwürfen würde ich mich eher nicht anschließen, zumindest nicht in der Hauptsache, der falschen Vorhersage. Wenn die Presseleute Börsencrashs vorhersagen könnten, dann wären sie keine Presseleute, sondern würden sich an der Börse dumm und dämlich verdienen. Natürlich sind sie schuldig, die Vorhersagen überhaupt getroffen zu haben.

Das zweite Problem ist der hohe Anteil an Unwichtigem und Zweifelhaftem. Viele der Beispiele sind schwach und geben keinen allzu großen Vorwurf her. Darunter unabsichtliche Fehler, Unfälle, die ich angesichts von Abertausenden von Informationen, die durch die Presse laufen, verzeihen würde. Es gibt eine Tendenz zur Haarspalterei. Auch verliert der Autor manchmal sein Thema aus den Augen und teilt gleich noch gegen Politiker und Ökonomen aus. Er empört sich über konstruierte Widersprüche. Er befasst sich gerne mit Kommentaren, obwohl diese als Sonderfall tatsächlich der Meinungsäußerung dienen und deshalb gar nicht im Mittelpunkt der Lügenpresse-Vorwürfe stehen. Er beschwert sich über Polemik und polemisiert selbst.

Das dritte Problem ist leider ein Mangel an Argumentation. Entweder ist er einfach kein großer Logiker, oder er glaubt, der Schummel sei offensichtlich und die Presse-Zitate könnten für sich selbst sprechen. Aber wenn das der Fall wäre, dann brauchte es kein solches Buch. Streckenweise entsteht der Eindruck, sein Vorwurf sei, dass die Presse eine andere Meinung vertritt als er. Er zitiert interessante Stellen, schiebt dann aber nur ein paar empörte Kraftausdrücke und die bekannten, abstrakten Vorwürfe hinterher. Er arbeitet die Fehler nicht heraus, überführt nicht die Täter. Zum Beispiel beklagt er die Berichterstattung über PEGIDA, begründet aber kaum, warum diese unangemessen ist. Wer diese Leute für irrationale rechte Dumpfbacken hält, der wird nichts Verwerfliches in der Formulierung finden, sie seien irrationale rechte Dumpfbacken.

In Folge dieser drei Probleme bleibt am Ende nicht allzu viel von dem, worum es mit so einem Titel eigentlich hätte gehen sollen, nämlich unbestreitbaren, schwerwiegenden und argumentativ auf den Punkt gebrachten Fällen von gezielter Filterung und Einfärbung von realer Information. Dieses Wenige dürfte den meisten Lesern zudem nicht rundum neu sein, was freilich nichts an der Beweislast ändert. Erschreckend ist z.B. immer wieder die Volte des SPIEGEL in Bezug auf die Islamisierung Deutschlands. 2007 war ihm diese noch eine Titelgeschichte(!) wert. Ein paar Jahre später vermochte er in entsprechenden Mahnungen nur noch ein Hirngespinst zu erkennen (O-Ton: die "angebliche Islamisierung"). Wer nun solche Ansichten vertrat, der wurde als dummer rechter Hasser in den Schmutz getreten. Keine der praktisch denkbaren Erklärungen für diesen Selbstwiderspruch ist vereinbar mit dem Primat der Wahrheit. Etwas stinkt. Wer den Lügenpresse-Vorwurf als Unsinn abtut, möge seine Erklärung bitte bei dieser Geschichte beginnen.

Ich will dem Autor nicht vorwerfen, ein anderes Buch geschrieben zu haben, als ich lesen wollte, aber Tatsache bleibt, dass diverse Aspekte des "Lügenpresse"-Phänomens nur unbefriedigend oder gar nicht analysiert werden. All die Unverschämtheiten, die man täglich erlebt. Wie dem Publikum mit konnotierten Begriffen die "richtige" Lesart vorgegeben wird. Wie nüchtern begründete Positionen mit Wörtern wie "Hass" oder "Ängste" ins Irrationale geschoben werden. Wie Gegenpositionen verdreht werden, um sie zu widerlegen oder lächerlich zu machen. Wie Bilder gezielt ausgewählt werden, um eine bestimmte Vorstellung von den Verhältnissen entstehen zu lassen. Wie Statistiken fehlinterpretiert werden, um die eigene Position zu stützen. Wie "Faktenchecks" keinem neugierigen, ergebnisoffenen Ansatz folgen, sondern schon in der Einleitung keinen Zweifel lassen, was das Ziel der Zusammenstellung ist. Wie aus Studien nur die ideologisch passenden Resultate weitergegeben werden, teilweise sogar unter Verfälschung der Aussage. Wie große Fragen, die im Raum stehen, nicht diskutiert, sondern mit geistreichen Betrachtungen über Neben- oder Metaaspekte eingenebelt werden. Wie die Logik vergewaltigt wird, um zur gewünschten Aussage zu kommen. Wie Aussagen, die man nicht hinschreiben kann, weil sie nicht zu begründen oder sogar falsch sind, wenigstens mit geschickten sprachlichen Konstruktionen suggeriert werden.

Am Ende geht der Autor noch darauf ein, wie die Presse auf die Vorwürfe reagiert. Leider schlägt hier wieder Problem Nummer 1 zu: Er schreibt, was er gesammelt hat, nicht das, was wichtig wäre. Die Lieblingsverteidigung der Medien gegen den Lügenpresse-Vorwurf ist doch der Verweis auf die Meinungsfreiheit. Damit rechtfertigen sie nicht nur ihr Tun, sie lassen auch gleich noch die Vorwürfe unmoralisch aussehen. Was ist an dieser Verteidigung falsch? Der Autor muss das darlegen.

Das Buch hat seine lichten Momente, ist aber insgesamt eher ein Kommentar zur Lügenpresse als der Nachweis selbiger. Würde mich ein Medienvertreter fragen, warum ich mit seiner Arbeit unzufrieden bin, dann würde ich eins wohl eher nicht tun: ihm dieses Werk nahelegen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 27, 2016 6:43 AM CET


Topstar HE20PBC00X Head Point SY inklusive höhenverstellbare Armlehnen und Kopfstütze, Bezug, schwarz
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Preis: EUR 273,08

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fehlkonstruktion, 19. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin verblüfft, dass dieser Stuhl (mit und ohne Kopfstütze) bisher durchweg 5-Sterne-Bewertungen bekommen hat. Die Sitzfläche ist nach hinten zu kurz, so dass man auf der harten hinteren Kante sitzt. Es lässt sich in dieser Hinsicht auch nichts verstellen (oder falsch montieren). Ich bin ein durchschnittlich großer, normalgewichtiger Mann. Vielleicht hat man das Modell mit Netzlehne von einer Version mit gepolsterter Lehne abgeleitet, bei der man ein paar Zentimeter weiter vorn sitzt, und hat die nötigen konstruktiven Änderungen nicht vorgenommen.

Weiterer Kritikpunkt: für die Kopfstütze gibt es keine feste Arretierung. Sie wird nur aufgesteckt und wackelt einen Zentimeter nach links und rechts.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2016 8:16 AM MEST


Kein Titel verfügbar

10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Diskussionswürdiger Inhalt in abschreckender Form, 26. Dezember 2014
Ich finde es seltsam, wenn sich durchaus gebildete und des Denkens fähige Menschen in verbaler Aggression und Vulgärsprache ergießen. Was erhoffen sie sich davon, außer dem Beifall der Gleichgesinnten? Andersdenkende und Unentschlossene überzeugt man nicht mit einer Orgie von Kraftausdrücken und Beleidigungen, sondern mit ruhig vorgebrachten Argumenten, und die Kraftausdrücke und Beleidigungen benutzen häufig die, die keine guten Argumente haben.

Besonders abschreckend ist der Anfang des Buchs. Mit schwerer Polemik wird hier lang und breit gegen eine angeblich überhöhte Wertschätzung für Homosexualität gewütet, wie man es sich in seinem Eifer kaum anders erklären kann als mit einer ausgeprägten Phobie. Es ist eher Zufall, dass ich mich durchgerungen habe, mich durch diese Kloake weiter voranzukämpfen, in der Hoffnung, später noch auf interessante Argumente zu welchen Fragen auch immer zu stoßen, was dann auch gelegentlich passiert ist.

Der Autor fasst sein Thema sehr breit auf, der eingrenzende Untertitel gilt höchstens für die Hälfte des Buchs. Die Aufreger reichen vom Verhalten der modernen Frau bis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die vorgebrachten Meinungen sind marktradikal, nationalistisch, offen und massiv sexistisch und in Familienfragen erzkonservativ. Ich behaupte nicht, in diesen Klassifizierungen liege schon irgendein Argument, aber das ist der Drall, der den Leser erwartet. Ein Teil der Thesen ist für mich zweifelhaft, z.B. wenn er sich als Vererbungsbiologe versucht und argumentiert, die Regeln des Islam ließen diejenigen, die ihnen folgen, zwangsläufig genetisch degenerieren. Begründungen sind teilweise schlecht oder nicht vorhanden. Vorgänge werden als extrem häufig behauptet, und später wird eingeräumt, dass es dazu gar keine Statistik gibt. Es kommen Sprüche wie "Jedes Kind weiß es" in Bezug auf Aussagen, die zumindest EIN Erwachsener nicht sicher weiß, nämlich ich. Vieles ist auch einfach zu pauschal, um ernst genommen werden zu können.

In der zweiten Hälfte wird es erträglicher. Das interessanteste Kapitel war für mich witzerweise das, das am weitesten vom Kernthema entfernt ist, nämlich das über die Öffentlich-Rechtlichen. Dort wird z.B. die These vorgebracht, dass der Grund für die unterirdische Qualität des deutschen Privatfernsehens im schieren Bestehen des ÖR-Angebots liegt. Begründet wird das u.a. mit dem Beispiel USA und ihrem hochgelobten Fernsehen in seiner Funktionsweise.

Das Buch mag es mit seiner Ausfälligkeit nicht verdienen, gelesen zu werden, aber einige der Thesen verdienen eine Diskussion, denn sie sind nicht offensichtlich falsch und werden anscheinend auch von Fakten gestützt. Statt dessen tut man sie in Presse und Fernsehen einfach als "rechts" oder "populistisch" ab, und die Fakten werden weder bestätigt noch direkt abgestritten, sondern bestenfalls lässt man sich gnädig herab, ihnen andere zur Seite zu stellen, die sie angeblich widerlegen, was sie aber nicht tun. Damit ist zumindest eine der Thesen des Buchs schon bestätig, nämlich die Einseitigkeit der "Mainstream-Medien". Vermutlich wird diese Verweigerung einer offenen Diskussion auch noch für richtig gehalten. So waren einige Aussagen des Buchs für mich schwierig zu beurteilen, z.B. die recht aussagekräftigen und ungünstig wirkenden Rudimentär-Statistiken zur Einwanderung (prinzipiell alles ohne Quellenangabe).

Mein Fazit: Der Text ist eine Art verbaler Amoklauf, enthält aber ein paar interessante Standpunkte. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass ich das anders sehen würde, das Buch mit seinen dünnen Fakten und Quellen vielleicht für überflüssig halten würde, wenn ich noch andere dieses Schlags gelesen hätte.
Kommentar Kommentare (53) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2016 4:58 PM CET


Kein Titel verfügbar

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zum Liegen und Lümmeln, 15. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Sofa ist sauber verarbeitet. Zur Qualität des Leders kann ich mangels Expertise nicht viel sagen, Optik und Haptik erscheinen mir aber nicht anders als bei anderen Ledersofas im unteren Preisbereich. Aus Leder sind übrigens nur die Sitzfläche sowie die Rücken- und Armlehnen. Die übrigen Flächen rundum einschließlich der kompletten Vorderseite sind aus Imitat und verströmen einen intensiven Plastikduft. Der mittlere Fuß ist zu kurz und hängt 5mm in der Luft. Wenn sich jemand in die Mitte setzt, dann ploppt der Fuß mehr oder weniger laut auf dem Boden auf, je nach Belag.

Die ausklappbaren Kopflehnen (Bedienungsanleitung: "Head must on the headrest for comfort sit") taugen als solche nur für Kinder, oder wenn man sich schräg hinlümmelt. In aufrechter Sitzposition reichen sie bis zu den Schultern, wohlgemerkt im hochgestellten Zustand. Der Vorteil des Klappmechanismus ist unklar. Die meisten Käufer dürften die Lehnen maximal nach oben stellen, denn heruntergeklappt hat man eine harte Kante im Rücken. Die 3 Mittelstellungen ergeben sowieso keinen Sinn.

Die Polsterung ist straff, die Federung normal bis weich. Damit ist die Bequemlichkeit beim Sitzen mäßig, dafür liegt es sich hervorragend. Die Größe ist natürlich üppig, wie schon den Daten zu entnehmen. Mit 1,80m kann man sich auf der Sitzfläche ausgestreckt hinlegen, wenn der Kopf auf einer Armlehne liegt.

Ich gebe 4 Sterne wegen des eleganten Designs, sonst wären es nur 3. Ein durchschnittliches Produkt mit einigen Schwächen.


Severin TO 2038 Tischbackofen / 9 L  / 800 W / Garraum 9 Liter / edelstahl-gebürstet-schwarz
Severin TO 2038 Tischbackofen / 9 L / 800 W / Garraum 9 Liter / edelstahl-gebürstet-schwarz

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leidlich brauchbar, 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Meine Bewertung beruht auf einer einzigen Anwendung, nämlich dem Backen von Aufbackbrötchen verschiedener Sorten. Für diesen Zweck kann man das Gerät mit einigem guten Willen als geeignet bezeichnen, die Prozedur gestaltet sich aber kompliziert. Das liegt vor allem daran, dass die Oberhitze eine stärkere Wirkung hat als die Unterhitze, weshalb man sie nur kurz zuschalten kann. Ich habe mehrere Versuche gebraucht, um Brötchen zu bekommen, die innen durchgebacken sind und außen rundum sanft angebräunt. Für tiefgekühlte Mini-Frühstücksbrötchen bin ich z.B. bei folgendem Verfahren gelandet: (1) 5min mit Ober+Unterhitze vorheizen, (2) Brötchen ins Gerät, (3) 7,5min nur Unterhitze, (4) 2,5min Ober+Unterhitze, (5) die Brötchen 5min im geschlossenen Gerät lassen. Dabei verbraucht das Öfchen bescheidene 0,12kWh, was bei einer Ladung von 3 Brötchen ungefähr 1 Cent pro Brötchen macht. 7,5 und 2,5 Minuten sind übrigens einfacher einzustellen als ganze Minuten, denn die kleinste Einheit auf der Skala sind 5 Minuten. (Dafür reicht der Timer nach oben bis zu 60 Minuten, wozu auch immer.)

Mit einer schwächeren Oberhitze und einem genaueren Timer könnte ich eine bessere Bewertung abgeben, so reicht es nur für 3 Sterne.

Am Rande: Der Backraum hat nach hinten eine rundliche Ausstülpung, die wohl das Backen von Pizza ermöglichen soll. Das ist nett gedacht, bringt aber wenig, denn die 24cm Tiefe, die damit zustande kommen, sind für eine typische Tiefkühlpizza (z.B. Wagner Steinofen) immer noch etwas zu wenig.


Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift
Keine Macht den Doofen!: Eine Streitschrift
von Michael Schmidt-Salomon
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,99

11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Pflichtlektüre, 17. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor stellt die These auf, alle großen Probleme der Menschheit seien die Folge von Dummheit - was nicht allzu mutig ist, wenn man den Begriff "Dummheit" nur weit genug fasst. Beim Autor umfasst er offenbar auch die Unfähigkeit, gemeinsam ein Problem zu überwinden, womit sich die These der Tautologie nähert. Das Verständnis von Dummheit bleibt den ganzen Text hindurch flexibel. Scheitert ein Fortschritt am Wollen, dann meint der Autor eine abstrakte, kollektive Dummheit, die mangelnde Moral durchaus einschließt (z.B. Umweltzerstörung). Scheitert es am Können, dann weist er auf die vorhandene Moral hin und stellt die fehlende Intelligenz heraus (z.B. bei der Entwicklungshilfe). So lässt sich immer argumentieren, Dummheit sei das wahre Problem.

Die "Dummheiten" sind auf drei Komplexe aufgeteilt.

Komplex 1: Religion. Wie andere schon schrieben: Eine zugespitzte, sarkastische Bestätigung für einen Atheisten, für alle anderen vor allem beleidigend und damit von geringer Überzeugungskraft.

Komplex 2: Wirtschaft. Was hätte man hier herrlich mit der Dummheit von Einzelnen und Gruppen argumentieren können, gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Finanzkrise: Da wird geglaubt, Produkte seien realistisch bewertet durch Agenturen, die von den Anbietern der Produkte bezahlt werden. Wetten werden abgeschlossen, ohne sie überhaupt zu verstehen. Lehman-Brothers-Aktionäre ruinieren ihr Unternehmen, indem sie unfähige Manager gewähren lassen. Es gibt kein dümmeres Profitstreben als das, das in der Pleite endet. Doch so argumentiert der Autor nicht. Er zieht sich in Sachen Wirtschaft wieder auf kollektive Dummheit zurück, nennt sie "Schwarmdoofheit" und behauptet sogar, sie käme auf der Basis individuell klugen Verhaltens zustande.

In diesem Teil des Buches sind die Behauptungen gewagter als im Rest, und nach meiner Einschätzung eine Ansammlung typisch linker Thesen. Eine funktionierende Wirtschaft schaffe keinen breiten Wohlstand - belegt durch den Hunger in korrupten Drittweltländern mit astronomischen Vermehrungsraten. Es gebe keine Vermögen außer solchen, denen Schulden gegenüber stehen. (In den Fußnoten zeigt sich dagegen, dass er von Eigenkapital durchaus weiß.) Eine Geldanlage habe keinen gesellschaftlichen Nutzen, sei reine "Wertaufbewahrung". (Wer braucht schon Investitionsgüter? Alle Mann zurück auf den Acker, und bitte vorher die iPhones, Kühlschränke und Autos abgeben!) Thesen vom gehorteten und deshalb für den Konsum fehlenden Geld. Die Vorstellung, Vermögen dienten ausschließlich der direkten Bedürfnisbefriedigung. Der Nachteil des Kredits für den Kreditnehmer. (Warum nimmt er ihn dann auf?) Die zwangsläufig schädliche Wirkung von Zinsen. Als Lösung für alle Probleme empfiehlt der Autor eine sehr viel gleichmäßigere Verteilung der Vermögen - wie auch immer dieser Zustand herbeigeführt und bewahrt werden soll.

Komplex 3: Politik. Hier werden die hässlichen Seiten unserer Form von Demokratie in Erinnerung gerufen: Machtstreben, Populismus, Lobbyismus, unsinnig komplizierte Gesetze, die Selektion der falschen Leute auf dem Weg nach oben. Am Ende steht die richtige Einsicht, dass demokratische Politik schwerlich intelligenter sein kann als die Wähler.

Abschließend stellt der Autor die Frage nach dem Weg vom klugen Kind zum dummen Erwachsenen und landet beim Nachahmungsinstinkt, bei der Massenkultur und vor allem beim Bildungssystem: Man pauke dort Fakten, ohne den Nutzen klar zu machen, und versäume es, den Kindern das Denken beizubringen. Hier sieht er den Grund für all die Dummheiten, und somit auch den Ansatzpunkt zur Verbesserung. Bei seinem Verständnis von Dummheit schließt das die Annahme ein, ein klügerer Mensch sei auch ein moralischerer. Am Ende des Buchs steht ein Aufruf zum Nachdenken, zu Mut und zu Engagement, der keinen Zweifel hegt, Richtig und Falsch mit ausreichender geistiger Anstrengung sicher unterscheiden zu können.

Was ist davon zu halten? Ich stimme zu, dass in der Ausbildung ein enormes Potenzial verschenkt wird. Gleichzeitig hat die Vernunft aber Grenzen, und dessen scheint sich der Autor in keiner Weise bewusst zu sein. Auch die beste Ausbildung wird nicht dazu führen, dass das Kluge immer offensichtlich für uns ist, so dass wir nur noch den Mut brauchen, es zu tun. "Des Kaisers neue Kleider" ist nur ein Märchen. Die menschliche Intelligenz ist begrenzt, und Probleme bestehen in der Regel, weil sie schwierig sind. Wir werden immer auf Experiment und Erfahrung angewiesen bleiben, Versuch und Irrtum. Zu Beginn des Vorworts heißt es im Rahmen eines historischen Rundumschlags: "Zwar gab es immer wieder hoffnungsvolle Ansätze, das Zusammenleben der Menschen vernünftiger zu gestalten, doch solche Experimente waren selten von Dauer." Ich darf ergänzen: ...weil das vermeintlich Vernünftige eben doch unsäglich dumm sein kann.


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