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Rezensionen verfasst von
Auroria "moonlightocean"

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Dark Memories - Nichts ist je vergessen
Dark Memories - Nichts ist je vergessen
von Wendy Walker
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Dunkle Erinnerungen, 23. Juli 2016
Jenny erlebte Schreckliches in dieser einen Nacht, in der sie eigentlich mit Freunden ausgelassen feiern wollte. An das, was ihr widerfahren ist, kann sie sich jedoch nicht mehr erinnern, da ihre Erinnerung medikamentös ausgelöscht wurde. Die wenigen vorhandenen Spuren führen zu keinem Ergebnis. Kann der Täter trotzdem gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden?

Das, was Jenny passiert ist, wird gleich zu Beginn sehr beklemmend und auch verstörend beschrieben. Diese erlebbare Intensität zeichnete ein sehr erschreckendes Bild. Ich war zutiefst abgestoßen von der Tat und empfand zugleich unendliches Mitleid mit Jenny.

Wenngleich während der ersten Kapitel noch nicht klar war, aus welcher Perspektive von den Geschehnissen berichtet wird, war dies der Atmosphäre nicht abträglich. Im weiteren Verlauf bis zur Aufklärung, wer zum Leser spricht, empfand ich diesen Aspekt sogar als recht interessant.

Das Löschen von Jennys Erinnerungen - die Entscheidung hierzu traf ihre Mutter Charlotte - an die traumatischen Geschehnisse der Tatnacht war ursprünglich als Segen gedacht. Entwickelte sich nach und nach für Jenny allerdings zum Fluch. Jenny weiß durch Erzählungen und Berichte, was mit ihr geschehen ist, kann es aber nicht als Teil ihres Schicksals annehmen, da sie keine persönliche bzw. aktive Erinnerung daran hat, die sie an die Oberfläche befördern könnte. Trotzdem hat sich mit ihr, in ihr, etwas verändert. Ihr Leben ist nicht mehr, wie es war. Die Unbeschwertheit ist verschwunden und hat einer tiefen Traurigkeit und Unverständnis Platz gemacht.

Auch das Familienleben ist anders geworden. Jennys Vater, Tom, war eigentlich nicht mit Charlottes Entscheidung über die medikamentöse Behandlung einverstanden. Seiner Frau gegenüber konnte er sich allerdings nicht durchsetzen. Für die Veränderung, die mit Jenny vor sich geht, macht er seine Frau verantwortlich. Gleichzeitig beobachtet er seine Tochter mit Argusaugen, was dieser natürlich nicht entgeht und sie zusätzlich belastet. Die Beleuchtung beider Sichtweisen der Elternteile konnte ich bis zu gewissen Punkten durchaus nachvollziehen, fühlte mich aber Toms Ansatz näher als dem von Charlotte.

Bis dahin empfand ich dieses Buch als recht fesselnd. Da es duch das mitgelieferte Lesezeichen als "Thriller des Jahres" beworben wurde, waren die Erwartungen daran natürlich auch sehr hoch. Doch je mehr ich in die Geschichte vordrang, desto weniger war ich davon überzeugt, dass es sich überhaupt um einen Thriller handelt.

Um Jennys Erinnerungen zu reaktivieren, so es denn solche überhaupt gab, sollte sie sich in Therapie bei Alan Forrester begeben. Ziel sollte sein, dass Jenny ihr Schicksal annehmen und verarbeiten könnte und sie damit in die Lage zu versetzen, wieder ein normales Leben zu führen. Wer nun allerdings erwartet, den Therapiesitzungen "beizuwohnen" ähnlich wie bei Remember Mia, der wird enttäuscht. Stattdessen erging sich Forrester in allerlei relevanten und irrelevanten Details der Geschichte. Mehr erfuhr ich über die Therapiesitzungen von Charlotte und Tom, über deren Vergangenheit und warum sie nun mal so sind wie sie sind und was das mit ihrem Eheproblem zu tun hat. Außerdem war die überlegene Intelligenz von Forrester seiner Frau gegenüber Thema und auch sein Sohn scheint nicht so "helle" wie er. Bloß gut, dass er seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten auch ganz ehrenwert ehrenamtlich einzusetzen weiß.

Neben dieser Anipathie dem Therapeuten gegenüber gefielen mir auch immer weniger die zeitlichen Sprünge. An sich ist dies nichts Negatives. Doch gegen Ende stiftete es (vielleicht gewollt?), eher Verwirrung, die ich als anstrengend empfand. Auch Andeutungen und kleine Vorausblicke, die im nächsten Moment als voreilige Vorgriffe deklariert wurden, trafen nicht meinen Geschmack. Denn Spannung, wie es sich für den Thriller des Jahres gehören würde, suchte ich dadurch vergeblich.

Insgesamt empfand ich die psychologischen Erläuterungen zwar als nicht uninteressant. Im Gegenteil, sie wurden gut verständlich ausgeführt. Doch fehlte mir die erwartete Ermittlungsarbeit und entsprechende Momente des Nervenkitzels. Meine Vorstellungen und Erwartungen konnte "Nichts ist je vergessen" allerdings nicht erfüllen. Wenige gute und spannende Kapitel machen eben leider keinen Thriller daraus.


Die Küste der Freiheit: Roman (Klassiker. Historischer Roman. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Die Küste der Freiheit: Roman (Klassiker. Historischer Roman. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Maria W. Peter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Ein steiniger Weg, 2. Mai 2016
Die Begegnung der Mennonitin Anna mit dem Adeligen Lorenz von Tannau ist eine schicksalhafte. Obwohl sich ihre Wege schnell wieder trennen, können sie einander doch nicht vergessen. Unabhängig voneinander gelangen beide nach Amerika zu Zeiten der Amerikanischen Revolution. In diesem großen und weiten Land treffen sie erneut aufeinander und haben nicht nur die Schrecken des Krieges zu überstehen.

Bereits mit der ersten Seite dieses Buches konnte ich in ein Stück Geschichte eintauchen. Da die Handlung in historische Fakten eingebettet ist, konnte ich sogar noch das ein oder andere lernen, ohne das Gefühl gehabt zu haben, belehrt zu werden.
So begegnete ich zunächst Anna, welche als Mennonitin in einer amischen Gemeinde lebte. Vorsichtig ausgedrückt, genoss die amische Lebensweise bereits 1775 einen seltsamen Ruf. Selbst Anna, welche die Auffassungen über die Glaubenstaufe und die Ablehnung von Gewalt und damit die Ablehnung des Kriegsdienstes teilte, hatte einen recht schweren Stand unter manchen Gemeindemitgliedern, u. a. auf Grund ihrer Kenntnisse in der Heilkunde und ihrem starken Bedürfnissen, Menschen in Not zu helfen. So hilft sie eines Tages auch dem Sekondeleutnant Lorenz von Tannau. Maria W. Peter gelingt es vortrefflich, die Gegensätze zu zeichnen mit all der komplexen Unvereinbarkeit, die beide voneinander trennt. Trotz ihres Standes, ihrer Lebensweisen und der Art, wie beide ihren Glauben leben, fühlen Anna und Lorenz eine Verbundenheit, die nicht sein dürfte. Die widerstreitenden Gefühle der beiden, wurden für mich völlig glaubhaft dargestellt. Immer wieder konnte ich in die Gedankenwelt sowohl von Anna als auch von Lorenz eintauchen. Zu keiner Zeit wirkte die Geschichte kitschig auf mich. Trotzdem muss ich zugeben, dass mir Anna von Beginn an sympathischer war als Lorenz. Dieser erschien mir recht kühl und unnahbar. Aber gerade dies machte die Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehung wiederum autentisch. Mit Fortschreiten der Handlung lernte ich Lorenz und seine Prinzipien jedoch immer mehr zu schätzen. Ich konnte mehr und mehr hinter seine Fassade blicken und hatte den Eindruck, seine Handlungen nachvollziehen zu können.

Nach dem Tod ihres Vaters entscheidet sich Anna schließlich, nach Amerika auszuwandern, da sie in Deutschland keiner rosigen Zukunft entgegen blickt auf Grund ihrers Glaubens. Ich war hin- und hergerissen, ob ich diesen Schritt bewundern sollte oder eher als naiv empfand. Doch entschied ich mich dafür, ihn als mutig zu bewerten, da ich das Gefühl hatte, an Annas Hoffnungen und ihrer Aufbruchsstimmung teilhaben zu können.

Sie würde diesen Ort finden, an dem sie frei leben konnte. Frei, ihrem Gewissen zu folgen und das zu tun, wozu sie sich von anderen berufen fühlte – anderen Menschen zu helfen, für Kranke und Notleidende da zu sein. (S. 179)

Schnell wird dieser Hoffnungsschimmer getrübt, nachdem Anna als Schuldmagd bei einem Plantagenbesitzer arbeiten muss. Härte, Grausamkeiten, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit wurden so gut beschrieben, dass ich oft mitleiden musste und innerlich den Kopf schüttelte über die verschiedenen Schicksale und die Leidens- und Widerstandsfähigkeit der Menschen. Obwohl ich nicht weiß, wie es zu Zeiten der Sklaverei tatsächlich gewesen ist, habe ich doch den Eindruck, dass mir die Autorin einen guten Eindruck vermitteln konnte.

Welch entsetzliche Welt, in der eine andere Hautfarbe, Nationalität oder Religion als Rechtfertigung dafür genügt, um misshandelt, vertrieben oder verkauft zu werden! (S. 652)

Die mehr als 800 Seiten dieses Buches sind für mich gefüllt mit großen Themen. Die Fragestellungen in Bezug auf Liebe, Krieg, Hoffnung, Hass, Religion, Herkunft, Hautfarbe und Freundschaft haben für mich auch heute nicht an Aktualiät verloren. Die Autorin erschafft Schicksale vor einem historischen Hintergrund, welche sich so oder so ähnlich tatsächlich ereignet haben könnten. Stets hatte ich den Eindruck, dass alles sehr gut recherchiert ist. Jedem Handlungsstrang konnte ich gut folgen und fühlte mich trotz des Umfangs des Buches und einer gewissen Anzahl an Protagonisten nie überfordert. Jeder Charakter, der im Laufe der Geschichte eingeführt wird, ist wunderbar herausgearbeitet und glaubwürdig. Die Küste der Freiheit lebt von den Geschichten, die es erzählt und seinen Personen. Mehr als einmal habe ich während des Lesens gedacht, dass dieses Buch durchaus verfilmt werden könnte.

Ein toller und fesselnder Roman, der mich sehr gut unterhalten hat! Nach dieser Lektüre habe ich mir vorgenommen, öfter auf meine innere Stimme zu hören und meinem Herzen zu folgen.


Remember Mia: Thriller
Remember Mia: Thriller
von Alexandra Burt
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Mut zur Wahrheit, 1. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Remember Mia: Thriller (Broschiert)
Mia, 7 Monate, verschwindet aus dem Apartment ihrer Mutter, Estelle Paradise. Nichts deutet auf einen Einbruch hin. Und so gerät Estelle schnell unter Verdacht. Doch als diese schwer verletzt einen Autounfall überlebt, kann sie sich an nichts mehr erinnern, das zur Aufklärung über den Verbleib Mias beitragen könnte. Hat sie selbst Mias Verschwinden zu verschulden?

Der Albtraum einer jeden Mutter - das eigene Kind verschwindet unauffindbar - wird in diesem Thriller von Alexandra Burt spannend erzählt. Die Tatsache, dass Estelle an schweren Depressionen leidet und den Bedürfnissen ihres Kindes nicht gerecht werden konnte, sorgt für zusätzlichen Zündstoff. In ihrem Ehemann findet sie keinen adäquaten Rückhalt und ihre Situation verschlimmert sich zusehends. Der Leser kann sich dadurch nicht sicher sein, ob sie in einer Kurzschlusshandlung zu etwas Verhängnisvollem fähig war. Doch auch der ein oder andere Protagonist scheint verdächtig oder war zumindest schwer einzuschätzen. So schwankte ich immer mal wieder zwischen verschiedenen Theorien.

Auf Grund von Estelles Gedächtinisverlustes in Kombination mit einer etwas merkwürdigen Distanziertheit, konnte auch ich einen gewissen Abstand zu Mias ungewissem Schicksal wahren. Ehrlicherweise machen mich derartige Themen immer recht betroffen. Da ich jedoch relativ wenig über Mia erfuhr und auch die Mutter weder schrie noch tobte ob ihres Verlustes, wurde meine persönliche Toleranzgrenze nicht überreizt. Die Amnesie führte außerdem dazu, dass zunächst die Aufarbeitung der Vergangenheit und die Wiedererlangung von Estelles Gedächtnis mittels psychologischer Hilfe vorherrschendes Thema war.

Alexandra Burt gelingt es, über weite Strecken eine beklemmende Atmosphäre aufrecht zu erhalten. Andeutungen und Unausgesprochenes schweben wie eine dunkle Gewitterwolke bedrohlich über allem. Und man weiß nicht, wann sie sich entlädt und welchen Schaden sie anrichtet.

"Das Schicksal kündigt sich nicht an, aber wenn es klopft, kann nichts und niemand es daran hindern, das Haus zu betreten." (S. 281)

Oft hatte ich das Gefühl, dass sich während des Lesens eine harte Faust um meinen Magen schloss. Ein ums andere Mal war ich mir nicht sicher, ob die Enhüllung der Wahrheit von mir ohne Weiteres verarbeitet werden könnte.

Insgesamt ist Remember Mia auf gewisse Art eher ein leiser Thriller für mich, da er beispielsweise völlig ohne rasante Verfolgungsjagden oder ähnliches auskommt.
Mir persönlich fehlte allerdings etwas die Dringlichkeit, mit der eine Mutter nach ihrem Kind suchen würde oder andere dazu antreibt. Auch vermisste ich eine gewisse Rastlosigkeit.
Unterm Strich ein toller Debütroman. Dieses Buch war sicher nicht das letzte Werk, das ich von Alexandra Burt gelesen habe.


Die Legenden des Wolkenreiches: Das Geheimnis der schwarzen Grotte
Die Legenden des Wolkenreiches: Das Geheimnis der schwarzen Grotte
Preis: EUR 7,49

2.0 von 5 Sternen Wolkenverhangen..., 27. März 2016
Evas Welt ist nicht mehr wie sie war, seit sich ihre Eltern getrennt haben. Abwechselnd lebt sie mal bei ihrem Vater, der inzwischen eine neue Freundin hat und mal bei ihrer Mutter. Diese ist zwar stets fürsorglich, doch leider berufsbedingt auch immer viel beschäftigt.
Daher trifft es sich ganz gut, dass plötzlich dieser geheimnisvolle Junge - Louis - vor ihr steht. Dank ihm lässt sie ihren Alltag buchstäblich unter sich. Gemeinsam heben sie ab ins Wolkenreich. Nicht ahnend, dass sie sich bald den Gefahren einer Legende stellen müssen.

Die Idee, ein Reich zu erschaffen, das parallel zur Welt auf der Erde existiert, hat mich neugierig gemacht. Verborgen durch Wolken vor den Blicken der Erdbewohner bewegen sich die Menschen des Wolkenreichs mittels Schiffen von Ort zu Ort. Ich war also sehr gespannt auf dieses Buch und erhoffte mir eine fantastische Geschichte.

Sogleich viel mir die Einfachheit der Sprache im Buch auf. Dies korreliert auch mit der Altersempfehlung von 12 Jahren, die die Autorin angibt. Die Sätze sind überwiegend kurz und wenig verschachtelt. Dadurch kommt man im Buch rasch voran. Allerdings empfand ich gleichzeitig einige Passagen als zu abgehackt und wenig flüssig. Im Laufe der Geschichte gewöhnte ich mich aber daran. Woran ich mich leider nicht gewöhnen konnte, waren allerdings die vielen Fehler im Text selbst bspw. in Form von fehlenden oder doppelten Wörtern. Hier hat das Lektorat schlecht gearbeitet. Dadurch wurde mein Lesefluss und wohl auch zum Teil meine Begeisterung sehr getrübt.

In die Geschichte selbst wird recht zügig gestartet, da Eva sehr schnell dazu bereit war, Louis zu folgen, obwohl sie ihn noch nie zuvor gesehen hat. Dadurch entstand keine lange Wartezeit, bis die Geschichte losgehen konnte. Mich hat dies jedoch etwas irritiert. Ich hätte mir zumindest ein gründlicheres Abwägen seitens Eva zwischen Vernunft und Unvernunft gewünscht oder ein besseres Herausarbeiten einer inneren Zerissenheit.

Hatte ich mich auf die Schilderung des Wolkenreiches gefreut, so wurde ich hier leider enttäuscht. Zwar scheint es, dass das Wolkenreich der Erdenwelt recht ähnlich ist. Aber gerade die Unterschiede machen die Faszination einer erfundenen Welt für mich aus. Dazu würde u. a. die Beschreibung der Umgebung oder ein detaillierteres Eingehen auf Mythen und Legenden und ihre Bedeutung gehören. Dies kam mir viel zu kurz.

Auch wurde ich mit den beiden Hauptprotagonisten Eva und Louis nicht recht "warm". Eva empfand ich überwiegend als zu naiv und zu passiv. Noch dazu rennt sie sehenden Auges ins Verderben. Louis dagegen fühlte sich zu oft auf den Schlips getreten, wodurch es viel zu oft zu Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und Eva kam, obwohl sich beide ineinander verliebt hatten. Diese Streitigkeiten empfand ich eher als nervtötend. Zusätzlich agierte Louis das ein oder andere Mal unverhältnismäßig und wurde dafür noch nicht einmal sanktioniert.
Insgesamt fehlte mir bei den meisten Protagonisten der Tiefgang. Es wurde wenig kritisch hinterfragt. Vielmehr wurden Dinge einfach als gegeben hingenommen.
Bei dem ein oder anderen Nebencharakter hätte ich mir zudem eine tragendere Rolle gewünscht, wie z. B. in Bezug auf Feuerbart.

Insgesamt blieb das Buch leider weit hinter meinen Erwartungen. Das Potenzial wurde nicht ausreichend ausgeschöpft.
Die beschriebenen Kritikpunkte hinderten mich daran, ins Buch zu finden. Sicherlich gehöre ich als Erwachsene auch nicht zur Hauptzielgruppe. Und doch konnten mich andere Kinder- und Jugendbücher bereits begeistern und fesseln. Hier kam für mich keine Spannung auf.
Nichts für eine kritisch hinterfragende und sehr anspruchsvolle Leserschaft.


Die Reise der Amy Snow
Die Reise der Amy Snow
von Tracy Rees
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Eine Freundschaft, eine Reise und ein großes Geheimnis, 23. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Reise der Amy Snow (Broschiert)
Aurelia wird schon mit acht Jahren zur Lebensretterin. Sie rettet einen kleinen, dürren und hilflosen Säugling, der lautstark seine Empörung über die Kälte des Schnees herausschreit. Dieser Säugling erhält den passenden Namen Amy Snow. Amy und Aurelia sind seit diesem schicksalhaften Tag miteinander aufs innigste verbunden. Selbst als Aurelia durch Krankheit aus Amys Leben gerissen wird, bleibt diese Verbindung bestehen und Amy scheint ein neues Leben vorherbestimmt. Doch wie viele Hürden muss sie nehmen, um das Ziel ihrer Reise zu erreichen. Und wie tief verwurzelt kann Loyalität sein - auch nach dem Tod.

Das Buch ist in vier Teile untergliedert. In gewisser Weise stehen diese Teile für unterschiedliche Erfahrungen, die Amy während ihrer Reise macht. Und insbesondere im ersten Teil erhält der Leser viele Einblicke, die sich auf die Freundschaft zwischen Aurelia und Amy beziehen. Es wird daher oft zwischen Vergangenheit und Gegenwart gewechselt.
Selbst nach dem Tod ihrer Tochter sind Aurelias Eltern Amy gegenüber sehr unversöhnlich, kalt und hart. Diese unangenehme Atmosphäre wird sehr gut vermittelt. Dadurch konnte ich nachvollziehen, warum Amy den Ort so schnell verlassen wollte oder musste, an dem sie aufgewachsen war. Auch die Angst vor der ungewissen Zukunft von Amy und der scheinbar unlösbaren Aufgabe konnte die Autorin sehr schön vermitteln.

Mit dem Fortschreiten der Geschichte entwickelt sich auch Amy immer weiter. Sie trifft interessante Menschen. Manche schrullig, manche liebevoll und warmherzig und andere von oberflächlicher Natur. Alle wurden in meinen Augen gut herausgearbeitet und hatten Charakter. Jede Begegnung stellt eine Bereicherung für Amys Entwicklung im weiteren Verlauf dar. Kannte sie doch nur das kleine Fleckchen Erde, auf dem sie ihre Kindheit verbracht hatte, wodurch ihr Horizont natürlich nicht unbedingt durch vielfältige Begegnungen angereichert wurde und sie eigentlich dem Leben unvorbereitet gegenüber stand. Tracy Rees versteht es geschickt, diese Naivität mit Erfahrungen zu durchdringen. Selten empfand ich Amys Naivität als störend, wurde mir doch ihr Hintergrund ausreichend erläutert ohne dabei in zu große Ausschmückungen oder Banalität zu verfallen.

Da dieser historische Roman im viktorianischen Zeitalter spielt, sollte man sich als Leser auch darüber im Klaren sein, dass die Sprache hierbei nicht mit unserer Zeit zu vergleichen ist. Dies erwarte ich natürlich auch von einem Buch, das im Umfeld dieser Epoche angesiedelt ist, da es sonst für mich nicht authentisch wäre. Wer damit aber seine Probleme hat, der wird auch schlecht in dieses Buch finden. Auf mich hat diese Zeit jedoch einen besonderen Reiz. Tracy Rees konnte mir das damit verbundene typische Lebensgefühl problemlos vermitteln. Mir fiel es überhaupt nicht schwer, darin einzutauchen. Dies ermöglichte mir, mich auf gewisse Art ganz selbstverständlich in diesem Buch zu "bewegen". Dazu gehört z. B., dass scheinbar beiläufige Bekanntschaften oder Begegnungen auch schneller in Freundschaften münden konnten.

Eines meiner Lieblingszitate in diesem Buch ist das folgende: "Das Leben ist Veränderung, Amy... Wir können nichts festhalten. Die Zeit ist wie ein Fluss. Er trägt uns fort und meistens viel schneller, als uns lieb ist." Diese Sätze beschreiben in meinen Augen dieses Buch sehr schön. Amy ist innerhalb von kurzer Zeit einer größeren Zahl an Veränderungen ausgesetzt als womöglich in ihrem gesamten bisherigen Leben. Manches erfolgt Schlag auf Schlag. Und hin und wieder ist Stillstand oder besser ein Dahinplätschern das charakteristische Merkmal. Dies war für mich auch ein oder zweimal im Buch der Fall. An diesen Stellen hätte ich mir einen reisenderen Fluss gewünscht. Doch aus so manchem Rinnsal kann ein großer Strom erwachsen. Und dies zu entdecken, machte mir Freude.

Den Erfolg, den dieses Buch in England bereits gefeiert hat, kann ich gut nachvollziehen. Wer historischen Frauenromanen gegenüber aufgeschlossen ist, der wird auf jeden Fall gut unterhalten.


Die verborgenen Inseln
Die verborgenen Inseln
von Birgit Blume
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,95

4.0 von 5 Sternen Eine Reise in eine fantastische Welt, 18. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Die verborgenen Inseln (Taschenbuch)
Die Welt der 16 Jahre alten Jo wir von heute auf morgen auf den Kopf gestellt. Nach dem Fund eines geheimnisvollen Buches muss sie sich auf eine Reise begeben, an deren Ende ihr Tod oder das Leben steht. Begleitet wird sie von ihrem Bruder Motz, seinem Freund Luc und Manù.
Kaum in Thuroth angekommen, müssen die vier allerlei Abenteuer in einer fremden Welt voller Magie und fremdartiger Wesen bestehen. Schnell wird Jo bewusst, dass ihr Schicksal mit dem Schicksal von Thuroth verbunden ist. Wird sie am Ende ihr Ziel erreichen und dem tödlichen Fluch entgehen?

"Die verborgenen Inseln" bildet den Auftakt zu einer Fantasy-Trilogie. Bereits auf den ersten Seiten lernt man zwei Schlüsselfiguren von Thuroth kennen. Allein dieser kurze Einblick weckte direkt meine Neugier und ich wollte erfahren, wie das Schicksal von Jo mit dieser Welt verbunden sein könnte. Denn Jo lebt in einer realen Welt, so wie wir sie kennen, und weiß nichts über die Existenz von Thuroth. Im Folgenden lag der Fokus dann auch mehr auf Jo und der Realität. Ich lernte ihre Mitstreiter kennen und es wurde erste "Aufklärungsarbeit" geleistet. Stets durchbrochen von weiteren gelegentlichen Einblicken in Thuroth.
Den Wechsel zwischen der fantatstischen Welt und der Realität fand ich insgesamt gut. Auch wurden auf den ersten ca. 80 Seiten bereits relativ viele Personen vorgestellt. Der Autorin gelang es hervorragend, die verschiedenen Charaktere zu zeichnen. Ich hatte daher keine Probleme, mir die Personen zu merken und einzuordnen. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich die reale Welt gern noch schneller hinter mir gelassen hätte. Ich fühlte mich in Thuroth irgendwie heimisch und hatte schnell detaillierte Bilder vor meinem inneren Auge, dank der wunderbar bildhaften Schreibweise von Birgit Blume.

Die anfängliche Euphorie wurde zwischenzeitlich jedoch etwas gedämpft. Dies lag zum einen daran, dass für meinen Geschmack so manche Hürde von den Protagonisten etwas zu schnell und problemlos genommen wurde. Auch wunderten sich die vier Freunde zu wenig über die Welt, die sie nun umgab. Weil mich dies ehrlichwerweise schon etwas störte, hatte das Buch zwischenzeitlich seine Strecken für mich. Auch hätte ich mir manches ausführlicher und von anderen Begebenheiten dafür etwas weniger gewünscht. Mit dem Fortschreiten der Handlung wurde der Spannungbogen dann aber immer weiter und besser aufgebaut. Und die einfachen Hindernisse wurden durch komlexere Verkettungen abgelöst - ganz nach meinem Geschmack!

Ein besonderer Pluspunkt für dieses Buch ist, dass man ihm anmerkt, wieviel Liebe darin steckt. So findet man beginnend mit Kapitel 8 stets am Anfang kleine Auszüge aus Erzählungen, die mehr über die Geschichte und Hintergründe dieser Welt verraten. Diese Erzählungen machten für mich einen besonderen Reiz aus. Halfen sie doch, so manches besser zu verstehen. Und machten mich gleichzeitig immer neugieriger.

Wer die Liebe zum Detail zu schätzen weiß. Wer gern Welten mit eigenen Geschichten vor seinem inneren Auge entstehen sieht. Der kommt um dieses Buch nicht herum. Absolut empfehlenswert. Absolut lesenswert. Kommt mit auf eine Reise voller Magie und Abenteuer!


Orphan X (Evan Smoak)
Orphan X (Evan Smoak)
von Gregg Hurwitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, spannender, Hurwitz!, 10. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Orphan X (Evan Smoak) (Gebundene Ausgabe)
Evan Smoak erscheint wie ein ganz normaler Mann. Er wohnt in einer Wohnanlage, in der neugierige Nachbarn und regelmäßige Eigentümerversammlungen den Alltag bestimmen. Er selbst geht scheinbar einer langweiligen Tätigkeit nach. Doch Evan Smoak ist alles andere als normal. Bereits in Kindertagen zum Killer ausgebildet, arbeitete er zunächst für die Regierung. Doch dann tauchte er unter und ist seitdem der Nowhere Man. Ihn ruft man an, wenn man Probleme hat, die auch das Gesetz nicht einfach lösen kann. Der Erfolg seiner Aufträge hängt von einem hohen Maß an Disziplin, Selbstbeherrschung und dem strengen Befolgen seiner eigenen zehn Gebote ab. Doch eines Tages erhält er einen Hilferuf, der sich von anderen unterscheidet. Ein Hilferuf, der ihn dazu veranlasst, seine Gebote zu brechen. Mit ungewissem Ausgang...

Dieses Buch macht genau das aus, was ich von einem Thriller erwarte. Es verursachte ein diffuses Kribbeln in der Magengegend, dass mich dazu veranlasste, immer schneller zu lesen. Und trotzdem erhalte ich als Leser regelmäßig kleine Verschnaufpausen an genau den richtigen Stellen. Dies gelingt Hurwitz durch wohldosierte Sprünge in die Vergangenheit und durch gelegentliche Perspektivwechsel.
Durch seine Erzählweise lässt mir Hurwitz außerdem genug Raum, um eigene Spekulationen über mögliche Zusammenhänge anzustellen. Manchmal lag ich richtig. Manchmal überraschte mich der Autor mit unvorhergesehenen Wendungen, die wiederum für zusätzliche Würze sorgten.

Hurwitz gelang es, mit Worten nicht nur Bilder in meinen Kopf zu zaubern - sondern gleich einen ganzen Film. Ich sah die Schauplätze vor mir, die Sonne von L.A. und die actionreichen halsbrecherischen Szenen.

Auch das leicht offen gehaltene Ende enttäuscht mich in keiner Weise. Ich bin begeistert von diesem Meisterwerk! Und ich wünsche mir eine Fortsetzung!


This is not a love song: Roman
This is not a love song: Roman
von Jean-Philippe Blondel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

4.0 von 5 Sternen Definitiv kein Liebeslied, 23. Februar 2016
Vincent - erfolgreicher Geschäftsmann, verheiratet und zweifacher Vater führt ein ausgefülltes Leben in London. Für einige Tage jedoch kehrt er an den Ort seiner Kindheit und Jugend in Frankreich zurück, den er vor Jahren recht planlos und überstürzt verließ. Nach seiner Rückkehr fühlt er sich einmal mehr als Fremder in der Heimat, der in der Fremde ein neues Zuhause gefunden hat. Nicht nur die Kleinstadtidylle engt ihn ein und nimmt ihm die Luft zum Atmen. Unterlassene Gespräche, Unverständnis, nicht ausgesprochene Wahrheiten und Freunde und Familie, die für ihn auf der Stelle treten, lassen ihn intensiv spüren, wie sehr er sich von diesen Menschen unterscheidet. Sein Aufenthalt scheint durch Belanglosigkeit, Langeweile und Vorhersehbarkeit gekennzeichnet zu sein. Genau die Dinge, die er nicht ertragen kann. Doch dann - tatsächlich völlig unvorhersehbar - wendet sich plötzlich das Blatt. Ausgerechnet seine Schwägerin konfrontiert ihm mit einer Wahrheit, die alles auf den Kopf stellt, die alles und nichts verändert!

Französische Autoren sind in meinem Bücherregal äußerst rar gesät. Daher war "This is not a love song" für mich mein erster Roman von Jean-Philippe Blondel. Aus tiefster Überzeugung kann ich sagen, dass Blondel für mich ein begnadeter Schriftsteller ist, der mit seiner schnörkellosen Sprache und mit wenigen Worten Atmosphäre und Gefühle erzeugt, die mich Teil des Buches werden ließen. Ich kann mich nicht erinnern, dies schon jemals so intensiv erlebt zu haben. Genau diese Intensität lässt mich noch immer, Tage nach dem Lesen der letzten Seite, über dieses Buch und die darin direkt oder indirekt gestellten Fragen nachdenken.

Ein Buch zum Nachdenken. Kein Buch, nach dem man leichtfertig ein neues beginnt. Ein Buch, das Lust auf mehr macht - auf mehr Blondel!


Das Glücksprojekt: Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden.
Das Glücksprojekt: Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden.
Preis: EUR 4,99

5.0 von 5 Sternen Einfach nur herrlich!, 22. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bevor ich zu Lesen anfing, war ich schon etwas voreingenommen und dachte, wer weiß, was das für ein Buch ist. In einige dieser Art, so dachte ich, habe ich schon hinein gelesen und sie dann schnell wieder weg gelegt. Dieses hier erhebt den Anspruch, die Essenz diverser Glücksratgeber zu bündeln, indem die Erfahrungen der Selbstversuche wieder gegeben werden. Oft habe ich mich in den Ansichten der Autorin wieder gefunden und oft habe ich auch Tränen gelacht. Mit ihrer leichten und humorvollen Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, versteht sie es jedoch gleichzeitig, den Leser zum Nachdenken über die ein oder andere Lebenssituation bzw. Ziele und Vorstellungen anzuregen. Absolut empfehlenswert!


Das Haus der blutigen Träume
Das Haus der blutigen Träume

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für düstere und kalte Novemberabende, 28. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
ist dieses Werk sicherlich genau richtig. Auch während heißer Sommerabende wird eine spannende Atmosphäre geschaffen, die natürlich ihren Höhepunkt am Schluss des Buches findet. Trotzdem kann ich leider nur drei Sterne vergeben, da ich doch bei einigen Stellen das Gefühl hatte, dass sie mehr oder weniger schnell dahin geschrieben und eventuell nicht noch einmal Korrektur gelesen wurden. Vielleicht bin ich da aber auch zu kritisch. Einen weiteren Stern muss ich leider abziehen, da sich Rechtschreibung- und Grammatikfehler zu sehr häuften. Diese stören für mich den Lesefluss doch stark. Gerade im ersten Drittel habe ich mit dem Gedanken gespielt, einfach nicht weiter zu lesen. Hier würde ich mir - auch für ein kostenloses eBook - noch entsprechende Nachbesserungen wünschen. Wen dies nicht stört, sollte sich nicht abgeschreckt fühlen, denn insgesamt ist das Buch durchaus lesenswert. Spannung ist auf jeden Fall vorhanden und das Ende hielt für mich dann doch eine Überraschung bereit.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2013 12:23 AM MEST


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