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Rezensionen verfasst von
goat (Niedersachsen)

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Das Haus der schönen Dinge: Roman
Das Haus der schönen Dinge: Roman
von Heidi Rehn
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Das Haus der schönen Dinge ..., 22. Juni 2017
München im Jahr 1897: Der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl hat sich mit der Eröffnung seines Kaufhauses Hirschvogl am Rindermarkt einen großen Traum erfüllt. Als Jacob zum Königlich Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, ist sein Glück perfekt. Er und seine Frau Thea investieren viel Zeit und Kraft, um der Kundschaft stets das Beste vom Besten zu präsentieren. Den Wunsch, einer ihrer Söhne möge das Haus irgendwann einmal weiterführen, erfüllt sich jedoch nicht. Dafür interessiert sich Tochter Lily umso mehr für das prunkvolle Kaufhaus und ist ihren Eltern eine sehr große Hilfe.

Doch die Zeit des Nationalsozialismus zeigt sehr deutlich, dass auch ein jüdischer Kaufmann keinen Sonderstatus besitzt und selbst einige seiner Stammkunden stellen sich plötzlich gegen ihn. Er sieht sich einer Mischung aus Neid, Hilflosigkeit und Wut gegenüber …

Neben dem Titel „Das Haus der schönen Dinge“ ist bereits das Cover ein echter Blickfang. Genau so habe ich mir das Kaufhaus Hirschvogl bei den ausschweifenden Beschreibungen der Autorin auch vorgestellt. Die bildhaften Beschreibungen über das Kaufhaus haben mir noch am besten gefallen. Egal ob es die überbordende Dekoration oder Beleuchtung war, das fulminante Warensortiment, die Soireen, die von Zeit zu Zeit stattfanden, das große Kinderkarussell oder die Rolltreppen, die im Lichthof eröffnet wurden, waren – ich habe all das zusammen mit der Familie Hirschvogel genossen. Ich habe mich selbst mit staunendem Gesicht in der Menge der heranströmenden Kunden gesehen, als das Kaufhaus eröffnet wird. Und war ebenso fassungslos wie Lily, als sie 1952 vor den Trümmern des einstmals so imposanten Gebäudes steht.

Weit über 600 Seiten hat das neueste Werk von Heidi Rehn. Einige davon leider etwas zu langatmig und das an Stellen, wo ich mir eher weniger gewünscht hätte. Bei den Protagonisten habe ich diesen Tiefgang leider etwas vermisst. Es waren mehrere große Zeitsprünge vorhanden, bei denen ich lieber davon gelesen hätte, wie es den Protagonisten in der Zeit ergangen ist. Auch konnte ich das Handeln einiger Charaktere nicht ganz nachvollziehen, wie z. B. Bennos Weggang aus München und sein Verhältnis zu Wiggerl, denn so richtig bekannt hat er sich ja nie zu ihm.

Sehr hilfreich ist der vorne im Klappentext angegebene Stammbaum. Es tauchen aber noch weitaus mehr Charaktere in der Geschichte auf und es war nicht immer ganz einfach, die ganzen Namen zuzuordnen. Ich liebe Romane, die über mehrere Generationen hinweg spielen und Heidi Rehn überzeugt mit einem sehr bildhaften Schreibstil. Von mir gibt es vier Sterne für „Das Haus der schönen Dinge“.


Die unbekannte Schwester: Kriminalroman (Ein Carlotta-Fiore-Krimi, Band 3)
Die unbekannte Schwester: Kriminalroman (Ein Carlotta-Fiore-Krimi, Band 3)
von Theresa Prammer
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Unbekannte und vergessene Schwester …, 14. Mai 2017
„Die unbekannte Schwester“ ist der Abschlussband der Carlotta Fiore-Trilogie. Optisch ist das Cover auf jeden Fall ein echter Hingucker. Der Inhalt hat mich nun leider nicht ganz so überzeugen können wie die Vorgängerbände.

Carlotta, ehemalige Polizeianwärterin und Kaufhausdetektivin hat ihr Ziel erreicht und wird ohne eine Ausbildung bei der Wiener Polizei eingestellt. Warum, kann sich eigentlich keiner erklären – am wenigsten ihre Kollegin. Dementsprechend wird sie dort wenig herzlich aufgenommen. Zusammen mit ihrem Kollegen und Vater Konrad Fürst wird sie zu einem vermeintlichen Suizid gerufen und findet in der Wohnung der Leiche einen Zettel, auf dem ihr Name steht. Carlotta, die als Kind von der berühmten Opernsängerin Maria Fiore entführt und als eigenes Kind ausgegeben wurde, hat natürlich wenig Interesse daran, dass ihre Vergangenheit ans Tageslicht kommt. Doch dann taucht plötzlich eine weitere Leiche auf und auch Carlottas „Schwester“ Henriette – Maria Fiores wahres Kind, ist plötzlich spurlos verschwunden …

Im letzten Band der Trilogie kommen die noch fehlenden Details von Carlottas Vergangenheit ans Tageslicht. Da die Geschichte doch sehr komplex ist, war es sehr hilfreich, dass die Autorin viele Dinge aus den ersten beiden Bänden wieder mit aufgegriffen hat, sodass man wieder einen kurzen Überblick bekommen konnte. Es gibt wesentlich sympathischere Protagonisten als Carlotta Fiore. Mich hat extrem gestört, wie unehrlich sie ist und dadurch eben auch für viele Probleme in ihrer eigenen kleinen Familie sorgt.

Der Schreibstil allerdings ist flüssig und ich hatte das Buch schnell durchgelesen. Theresa Prammer ist es gelungen, mich bei der Suche nach dem Täter zusammen mit Carlotta auf eine falsche Fährte zu schicken. Der Klappentext weist ja auf das Verschwinden von Carlottas Schwester hin und ich habe mich auf diesen Erzählstrang auch gefreut. Hier wurde aber leider viel zu wenig darauf eingegangen und Henriette wird eigentlich erst zum Ende des Buches hin zum Thema gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass es niemanden so recht interessiert, was auch ihr geworden ist und zumindest von Carlotta hätte ich erwartet, dass sie sich ein bisschen in die Suche nach ihrer Schwester hineinkniet.

Beim Finale überschlagen sich dann plötzlich die Ereignisse und ich habe mich gefragt: „Das war es nun?“ Die Trilogie ist abgeschlossen. Trotzdem könnte die Autorin hier zu jeder Zeit wieder anknüpfen. Ich vergebe drei Sterne für diesen Kriminalroman.


Es klingelte an der Tür: Ein Fall für Nero Wolfe
Es klingelte an der Tür: Ein Fall für Nero Wolfe
von Rex Stout
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Diese Tür hat sich mir nicht geöffnet …, 17. April 2017
Da Rex Stout einer der erfolgreichsten amerikanischen Kriminalautoren des 20. Jahrhunderts war, ist mir sein Name natürlich ein Begriff. Gelesen hatte ich bis dato allerdings noch nichts von ihm. Die Neuübersetzung dieses Krimis in einer wunderschönen Aufmachung bot sich also geradezu an, diesen Autor für mich zu entdecken. Der Klappentext macht auf jeden Fall Lust, sich in das Abenteuer zu stürzen.

New York im Jahr 1965: Rachel Brunner ist reich und exzentrisch und sie hasst den amerikanischen Geheimdienst. Das erklärt auch, warum sie zehntausend Exemplare eines Enthüllungsbuches aufkauft und landesweit an wichtige Personen verschickt. Das wiederum stößt dem FBI sauer auf und sie lassen Rachel auf Schritt und Tritt überwachen. Ihre einzige Chance, dieser Überwachung zu entgehen, sieht sie darin Nero Wolfe, den berühmtesten Privatermittler New Yorks, zu engagieren. Ein Scheck über 100.000 $ sollte überzeugend genug sein, sich mit dem FBI anzulegen. Und da Nero Wolfe kein Kostverächter ist, sagt er natürlich zu …

Es war ein haptisches Vergnügen, diesen Roman lesen zu dürfen. Dieses etwas über 200 Seiten starke, in Leinen gebundene Buch mit dem dezenten blauen Cover ist ein echtes Schmuckstück. Inhaltlich hat es mich leider nicht überzeugen können. Ich mag verschrobene Ermittler. Es hat mich auch weniger gestört, dass Nero Wolfe ganz in seiner Orchideenzucht aufgeht oder Wert auf gutes Essen legt (was auch die über 100 Kilo Gewicht erklärt), geschweige denn, dass er Bücher liebt. Dass er aber so gar nicht in seinem Beruf aufgeht, das Haus niemals verlässt und die ganze Arbeit seinem Assistenten Archie Goodwin überlässt, das habe ich nicht so ganz nachvollziehen können. Archie Goodwin ist es auch, der den Fall aus seiner Perspektive schildert. Hier es sicherlich nicht von Vorteil, dass ich mit einem Buch in die Reihe eingestiegen bin, welches schon eher zu einem der Letzteren in der Reihenfolge gehört. Vielleicht hätte es mir die Protagonisten etwas zugänglicher gemacht, wenn ich sie von Anfang an hätte kennenlernen können.

Da ich das Original nicht gelesen habe, kann ich leider nicht sagen, ob die Übersetzung gelungen ist oder nicht. Mir kam sie aber in manchen Situationen etwas holprig vor. Dies fiel mir besonders auf, wenn Nero ein paar Mal zu oft in unpassenden Momenten sein „Pfui“ von sich gibt.

„Es klingelte an der Tür“ ist ein Krimi der ruhigeren Gangart. Quasi entschleunigt ob der fehlenden technischen Spielereien aus der heutigen Zeit. Computer oder Handys? Fehlanzeige. Aber auch damals wusste man sich zu helfen. Hier kann man herrlich eintauchen in den Pool der Nostalgie und sich wieder erinnern an die gute alte Telefonzelle oder die Schreibmaschine. Macht den Fall und die mir nicht ganz so sympathischen Protagonisten aber leider nicht interessanter. Ich habe lange an diesen wenigen Seiten gelesen und mich leider nur mäßig unterhalten gefühlt. Auch wenn die Romane von Rex Stout allesamt Klassiker sind und sich einer großen Fangemeinde erfreuen, so sagen mir die Krimis von Agatha Christie doch weitaus mehr zu. Von mir gibt es drei Sterne.


DEMUT: Thriller
DEMUT: Thriller
von Mats Olsson
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Pageturner in meinen Augen, 10. April 2017
Rezension bezieht sich auf: DEMUT: Thriller (Broschiert)
Harry Svensson, ehemaliger Journalist, hat seinen Job bei der Zeitung eigentlich gekündigt. Als er jedoch nach einem geplatzten Date in sein Hotelzimmer zurückkehren will, findet er die Tür des Nachbarzimmers nur angelehnt vor. Von Berufs wegen treibt ihn die Neugier ins Zimmer und er findet dort den völlig betrunkenen Sänger Tommy Sandell schlafend vor – neben ihm die Leiche einer unbekannten Frau. Natürlich ist das für Harry ein gefundenes Fressen und er kann sich diese Story einfach nicht entgehen lassen. Noch während er als freier Journalist wieder tätig wird, taucht eine weitere Leiche auf und dabei handelt es sich ausgerechnet um Harry geplatztes Date. Der Mörder scheint Harry schon längst im Visier zu haben, denn eine private Email an ihn deutet auf eine gemeinsame Vorliebe der beiden hin …

Als Protagonist hat mich Harry Svensson leider nicht überzeugen können. Der Funke wollte einfach nicht überspringen. Dabei kann ich nicht sagen, dass er mir zu unsympathisch war. Aber irgendwie kam da so gar nichts bei mir an. Für einen Thriller mit über 700 Seiten hätte ich auch einiges mehr an Spannung erwartet. Stattdessen zerredet der Autor die Geschichte und hält sich zu sehr an nebensächlichen Dingen auf, die für den Fall nicht maßgeblich sind. Solche Längen gehen bei einem Thriller natürlich überhaupt nicht. Die Spannung bleibt einfach auf der Strecke. Einzig die letzten Seiten nehmen etwas an Tempo auf.

Mats Olsson lässt die Protagonisten aus der Ich-Perspektive erzählen, was zumindest die Erzählweise – auch durch die stetigen Perspektivwechsel – etwas interessanter gestaltet. Allerdings ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, wer denn nun gerade erzählt, der Mörder oder der Journalist. Die Polizei kam mir im Großen und Ganzen etwas untätig vor – allem voran Eva Månsson, die als Ermittlerin auch recht unkonventionelle Wege beschreitet.

„Demut“ ist der Start in eine neue Buchreihe, die ich jetzt aber nicht unbedingt weiter verfolgen muss. Sollte mir der zweite Band zufällig in die Hände fallen, werde ich ihn lesen, aber darauf warten werde ich nicht. Die Geschichte ist ok, aber definitiv kein Pageturner. Von mir gibt es drei solide Sterne.


Ostfriesenkind: Roman (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
Ostfriesenkind: Roman (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
von Alida Leimbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur für Ostfriesen ein Muss …, 18. März 2017
Wenn man in Ostfriesland wohnt, sind Bücher, die von Ostfriesland handeln, irgendwie Pflichtlektüre. Aus diesem Grunde bin ich auf den Roman von Alida Leimbach aufmerksam geworden. „Ostfriesenkind“ handelt von der jungen Leni, deren Traum es eigentlich ist, Friseurin zu werden. Da im Jahre 1952 das Geld jedoch knapp ist, zwingen ihre Eltern sie, als Zigarrenmacherin in der Fabrik Deimann zu arbeiten. Die Arbeit ist hart, denn sie muss an sechs Tagen in der Woche elf Stunden täglich Zigarren im Akkord wickeln. Ludwig Deimann betrachtet die Entwicklung auf dem Zigarrenmarkt mit Sorge. Auch die Hoffnung, dass sein Sohn Richard als Nachfolger in das Unternehmen einsteigt, muss er bald begraben. Diesem ist seine Malerei wichtiger und er möchte lieber Kunst studieren. Nun kann nur noch Tochter Marga die Firma vor dem finanziellen Ruin retten, und zwar durch eine Heirat mit dem Industrieellensohn Erich Kruskopp.

Auf ebendieser Hochzeit lernt Leni, die dort als Servicekraft aushilft, die beiden Geschwister kennen und verliebt sich sofort in Richard. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern und auch Erich Kruskopp, der mittlerweile in die Firma eingestiegen ist, entpuppt sich als brutaler Despot, was die Arbeitsbedingungen für alle Angestellten wesentlich verschlechtert. Schon bald kommt es zur Katastrophe …

Alida Leimbach erzählt die Geschichte von Leni auf zwei Zeitebenen. Der Leser lernt Leni zunächst im Jahr 2012 als alte Frau kennen. Diese bekommt Besuch von ihrer Tochter Kirstin, und als per Zufall der Name Richard Deimann fällt, beginnt Leni, von ihrer Zeit als Vierzehnjährige zu erzählen. Alida Leimbach hat einen unheimlich erfrischenden Schreibstil, die Geschichte fesselte mich von Beginn an. Das entbehrungsreiche Leben in der Nachkriegszeit wird von der Autorin sehr eindrücklich geschildert. Ich habe mich gut in die Lage der jungen Leni versetzen können und habe mit ihr gelitten. Eine Liebe in so kontroversen Gesellschaftsschichten kann nur selten eine Zukunft haben.

Und auch Marga bereut es zutiefst, einen Mann geheiratet zu haben, der sich als Tyrann entpuppt, der seine Frau immer wieder schlägt. Die Gründe für diese Hochzeit waren jedoch nicht ganz uneigennützig. Zum einen wollte sie die Fabrik vor dem finanziellen Ruin schützen und zum anderen konnte ihr Erich einiges mehr bieten als der Stallbursche Thies. Aber der Preis dafür war hoch, denn sie hat ihre große Liebe geopfert – auch wenn diese Liebe ebenso wenig standesgemäß gewesen wäre wie die zwischen Leni und Richard. Und doch hat Marga in all dieser Zeit die Liebe zu Thies nie losgelassen.

Mir gefallen die Charaktere in diesem Roman, weil Alida Leimbach sie sehr authentisch darstellt. Ihr Leben wird spannend erzählt und die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen. Die Autorin hat sehr viel Dramatik mit eingebracht und gerade das hat mir an diesem Roman so gut gefallen. Ein Buch, in dem es nicht immer nur um Friede, Freude, Eierkuchen geht, kommt bei mir grundsätzlich gut an. In „Ostfriesenkind“ ist jede Menge Lokalkolorit enthalten und es hat Spaß gemacht, durch Leer oder Weener zu streifen.

Als Bonus gibt es im Anhang der Geschichte noch ein paar Rezepte von Lenis Oma Frida wie z. B. Labskaus, Apfelpfannkuchen, Bratkartoffeln mit Schinkenspeck oder Grünkohl mit Pinkel. Die Romane von Alida Leimbach stehen nun allesamt auf meinem Wunschzettel und für „Ostfriesenkind“ gibt es von mir fünf Sterne und eine dicke Empfehlung.


Mordsgrumbeere: Palzkis 13. Fall (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
Mordsgrumbeere: Palzkis 13. Fall (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)
Preis: EUR 3,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sie machte sich einfach vom Acker …, 13. März 2017
Rund um die Kartoffel geht es im dreizehnten Fall von Kommissar Reiner Palzki. Ich mag Kartoffeln in allen möglichen Variationen, wobei die Mordskartoffel auf dem Cover nicht sehr appetitlich aussieht. Aber sie passt zum Krimi. Der Fall ist, wie auch sämtliche Charaktere im Buch, wieder einmal völlig abgedreht und überzogen. Neueinsteiger in die Reihe werden es eher schwer haben, für Palzki-Fans ist das jedoch nicht wegzudenken.

Als Reiner Palzki auf dem Biobauernhof „Kartoffel-Käfer“ (ich liebe diese Wortspiele) im Büro der Vorarbeiterin eine unbekannte Tote findet, steht er vor einem Rätsel. Eigentlich hat er dem Hof von Roswitha Ziemniak und ihrem Mann nur einen Besuch abgestattet, weil dort eine Vorarbeiterin als vermisst gemeldet worden ist. Doch die gefundene Tote ist nicht die gesuchte Vorarbeiterin. Aber wer ist die Tote ohne Gesicht? Wer hat sie getötet und versteckt? Wo ist die vermisste Vorarbeiterin? Verdächtig ist auf jeden Fall, dass der Inhaber des Biohofes es nicht ganz so genau mit der Treue nimmt und gleichzeitig mehr als eine Liebschaft pflegt. Eine davon ist die Neustadter Stadträtin Paula Hambacher. Durch sie lernt Palzki schließlich auch die Hobbydetektivin Avril Walters aus England kennen. Als auf dem Firmengelände eines Getränkehändlers vor seinen Augen die Vorarbeiterin des Biobauernhofs brutal ermordet wird, ist es auch die pensionierte Lehrerin, die ihm bei den Ermittlungen hilft.

Lustig und skurril, wie man es kennt, geht es in „Mordsgrumbeere“ zu. Es tauchen wieder viele Figuren auf – alte Bekannte, aber auch viele neue. Ich bin immer froh über das anhängende Personenglossar. Ansonsten wäre ich vollkommen überfordert mit den ganzen Namen. Viele Figuren geben aber auch immer viel Raum zum Spekulieren. Unter ihnen gibt es einen Täter und der will gefunden werden. Von Palzki, Dietmar Becker (dem krimischreibenden Studenten) und natürlich von mir. Das war gar nicht so einfach.

Harald Schneider hat natürlich auch wieder fleißig Recherche zum Thema betrieben und so erfährt der Leser viel Wissenswertes über die Kartoffel und deren Anbau. Auch wenn es den Krimifluss kurzzeitig unterbricht, so möchte ich auf diese Informationen in den Büchern von Harald Schneider nicht verzichten. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das gilt in diesem Fall auch für den Anhang der Palzki-Krimis. Ein Palzki-Band ohne Kurzgeschichte oder Ratekrimi geht gar nicht. Und auch hier hat der Autor seine Leser nicht enttäuscht. Von mir gibt es vier Sterne für „Mordsgrumbeere“.


Im Schatten des Flammenbaums: Roman
Im Schatten des Flammenbaums: Roman
von Anna Levin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echtes Feuerwerk aus unterschiedlichen Genres, 12. März 2017
Paris im Jahr 1926. Die junge Louise Bernard hat einen, für eine Frau, sehr untypischen Beruf ergriffen. Sie arbeitet als Mechanikerin in der Werkstatt von Citroën. Es ist nicht ganz einfach, sich in dieser Männerwelt zu behaupten, aber Louise ist eine Kämpferin und beweist, dass auch sie ihren „Mann stehen“ kann. Bereits ihr Zwillingsbruder Adrien hat sich seinen sehr ungewöhnlichen Berufswunsch erfüllt und leitet fernab seiner Heimat in Madagaskar eine Tierauffangstation. Als Louises Chef sich bereit erklärt, ein Fahrzeug für die dort ansässige Mission zu spenden, sieht Louise darin ihre Chance, den lang vermissten Bruder endlich einmal zu besuchen. Sie bewirbt sich als Begleiterin zur Transportaufsicht und wird trotz anfänglicher Bedenken tatsächlich ausgewählt. Louises Herzenswunsch geht in Erfüllung und sie kann endlich mit eigenen Augen sehen, was ihren Bruder so sehr an diesem Ort fasziniert, dass er beschlossen hat, dort zu bleiben und eine Familie zu gründen. Doch schon bald wird das Leben in diesem Paradies vom Tod überschattet …

Schon das Cover dieses Romans ist ein echter Blickfang. Es zeigt Haus, umgeben von einer wundervollen Landschaft. Auch ein Flammenbaum ist darauf zu sehen, was sehr gut zum Titel des Buches passt. Anna Levin wartet mit einem echten Feuerwerk aus unterschiedlichsten Genres auf. Von Liebe über Historie, Spannung und Abenteuer wird so ziemlich alles abgedeckt.

Auch wenn ich zunächst etwas Probleme hatte, Zugang zur Protagonistin zu bekommen, weil sie mir ein bisschen zu übertrieben für ihre Gleichberechtigung gekämpft hat, so ist sie mir im Laufe der Geschichte doch sehr ans Herz gewachsen. Insgesamt sind alle Charaktere sehr authentisch dargestellt. Es gibt welche, die mochte ich auf Anhieb und dann wiederum tauchen Figuren auf, bei denen ich mir nicht ganz sicher war, was der Leser von ihnen erwarten darf. Ganz genauso wie im richtigen Leben. Die Autorin geht weder mit ihren Charakteren noch mit ihren Lesern zimperlich um und überraschte mit sehr vielen Wendungen und Situationen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte.

Besonders gut haben mir die Landschaftsbeschreibungen gefallen und das Näherbringen der Geräusche oder der Gerüche. Auch die Arbeit in der Auffangstation wird sehr detailliert beschrieben. Lachen musste ich über die Riesenboa, die sich mit ihrer Mahlzeit, einer Riesenratte, übernommen hat und operiert werden muss. Aber auch alle anderen Arbeiten, die täglich auf der Station anfallen, sind interessant zu lesen. Allen voran, die Auswilderung einer kleinen Lemurendame. Anna Levin hat für ihren Roman wieder sehr intensiv recherchiert und ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen. Von mir gibt es fünf Sterne.


Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit: Thriller
Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit: Thriller
von Gilly Macmillan
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zu wenig Spannung um als Thriller durchzugehen, 5. März 2017
Auf dem Rückweg von einer Party kommen an einem Winterabend drei Jugendliche ums Leben. Die Fahrerin des Wagens, Zoe Guerin, ist zum Unfallzeitpunkt erst 14 Jahre alt. Obwohl sie es bestreitet, Alkohol getrunken zu haben, fällt der Alkoholtest positiv aus. Sie verbüßt ihre Strafe im Jugendarrest und währenddessen geht die Ehe ihrer Eltern in die Brüche. Nun, drei Jahre später hat Zoes Mutter Maria einen neuen Lebensgefährten und zusammen mit dessen Sohn Lucas wohnt die Patchworkfamilie in Bristol. Zoe trägt nun den Nachnamen Maisey, weil Mutter und Tochter alles daran setzen, dass niemand sie mit diesem Unfall in Verbindung bringt. Als Zoe, die eine begabte Pianistin ist, eines Abends zusammen mit ihrem Stiefbruder ein Konzert gibt, steht plötzlich ein Mann aus dem Publikum auf und beginnt Zoe wüst zu beschimpfen. Es stellt sich heraus, dass es der Vater eines der ehemaligen Unfallopfer ist. Das Kartenhaus fällt in sich zusammen und die Vergangenheit hat die beiden Frauen wieder eingeholt. Nur Stunden später ist Zoes Mutter tot …

Mir hat „Perfect girl“ ganz gut gefallen. Als Thriller jedoch würde ich den Roman nicht unbedingt betiteln, denn dafür ist mir einfach zu wenig Spannung vorhanden. Gilly Macmillan lässt ihre Protagonisten die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen. Und es sind nicht wenige, die etwas zu sagen haben. Zu Wort kommen Zoe selbst, ihr Strafverteidiger, Zoes Tante Tessa und ihr Onkel Richard. Die Schilderungen lassen sich sehr flüssig lesen und auch der Schreibstil der Autorin hat mir zugesagt. Meiner Meinung nach werden viele Romane jedoch aus Werbezwecken künstlich aufgebauscht. „Perfect Girl“ hat das aber nicht nötig. Es handelt sich hier zwar nicht um einen Thriller, entwickelt aber nichtsdestotrotz seinen eigenen Charme und kann als Familienroman durchaus mithalten. Wer jedoch einen Thriller erwartet, wird eher enttäuscht sein.

Das Ende war für mich jetzt keine große Überraschung – eher, dass es so schnell abgehandelt wurde. Der Titelzusatz „Nur Du kennst die Wahrheit“ ist somit auch nur Mittel zum Zweck, um den Verkauf des Buches anzukurbeln. Spätestens nach 100 Seiten hat jeder Leser zumindest eine leise Ahnung, wohin die Reise geht.

Gilly Macmillan hat mich mit ihrem Roman sehr gut unterhalten und ich würde auch ihr nächstes Werk gerne wieder lesen. Von mir gibt es vier Sterne.


Minus 18 Grad: Kriminalroman (Ein Fabian-Risk-Krimi, Band 3)
Minus 18 Grad: Kriminalroman (Ein Fabian-Risk-Krimi, Band 3)
von Stefan Ahnhem
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eiskalt erwischt …, 28. Januar 2017
Der dritte Band aus der Fabian Risk-Reihe ist nichts für schwache Nerven. Nach einer wilden Verfolgungsjagd fährt ein Mann mit seinem Auto direkt ins Hafenbecken. Als der Tote geborgen wird, stellt sich bei der Obduktion heraus, dass er keineswegs erst gerade verstorben ist, sondern bereits vor über zwei Monaten und dass die Leiche tiefgefroren war, als das Auto im Wasser versank. Doch das deckt sich nicht mit den Aussagen eines Bankberaters und eines Maklers, mit denen der Tote ein paar Tage zuvor noch einen Termin gehabt haben soll. Das Team der schwedischen Polizei Helsingborg steht vor einem Rätsel und es bleibt nicht bei diesem einen sonderbaren Todesfall. Die Ermittler müssen schnell feststellen, dass hier ein Serienmörder am Werk ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Teamchefin Astrid Tuvesson ganz offensichtlich ein Alkoholproblem hat, seit der Trennung von ihrem Mann. Aber auch in der Ehe von Kommissar Fabian Risk kriselt es noch immer gewaltig und auch hier scheint eine Trennung ins Haus zu stehen.

Zeitgleich ermittelt in Dänemark die strafversetzte Polizistin Dunja Hougaard in mehreren Fällen von „Happy Slapping“, wo Menschen auf offener Straße misshandelt werden. Dies wird mit dem Handy gefilmt und anschließend ins Netz gestellt. Die Taten werden immer brutaler und finden schließlich ihren Höhepunkt in der Ermordung von Obdachlosen. Ihr ehemaliger Chef, der für ihre Strafversetzung verantwortlich ist, scheint seinen persönlichen Rachefeldzug gegen Dunja noch nicht eingestellt zu haben und intrigiert bereits bei ihrem neuen Chef. Dunja wird von dem Fall abgezogen, lässt sich krankschreiben und ermittelt schließlich auf eigene Faust weiter ..

Ich liebe die schwedischen Krimis, weil sie so herrlich melancholisch geschrieben sind. Auch in „Minus 18 Grad“ ist so ziemlich jeder Charakter problembehaftet und man stürzt als Leser von einem Extrem ins nächste. Die kurzen Kapitel und die dabei wechselnden Erzählstränge erhöhen die Spannung noch zusätzlich und Stefan Ahnhem lässt einen aufgrund des hohen Tempos gar nicht zu Atem kommen. Geschickt legt er Spuren, die in die Irre führen und die nicht nur die Ermittler, sondern auch mich verzweifeln ließen. Das Beste an einem Krimi ist immer noch, wenn der Leser sich an den Ermittlungen beteiligen kann. Das war hier definitiv gegeben.

Dieser Band ist ganz bestimmt nichts für zartbesaitete Leser, denn die Morde sind brutal und werden sehr detailliert beschrieben. Vorteilhaft ist, dass das Privatleben der Charaktere sehr viel Raum einnimmt und man sie noch besser kennenlernen kann. „Minus 18 Grad“ kann unabhängig von den anderen Bänden aus der Reihe gelesen werden. Ich würde dies jedoch nicht empfehlen, weil einfach zu viel aufeinander aufbaut. Der absolute Cliffhanger ist der Epilog. Wer diesen liest, für den ist der nächste Band automatisch ein „Muss“. Volle Punktzahl von mir für diesen rasanten Krimi.


Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker: Neue witzige Schülerantworten und Lehrergeschichten
Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker: Neue witzige Schülerantworten und Lehrergeschichten
von Lena Greiner
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Allgemeinunwissen, 1. Januar 2017
Schon die äußere Aufmachung des Buches fällt ins Auge. Wem der Titel des Buches bereits ein Lächeln ins Gesicht zaubert, der ist mit dieser Lektüre bestens beraten. Spiegel Online ist für solche Bücher natürlich prädestiniert. Ich habe mich köstlich amüsiert über die Versprecher und Verschreiber, war aber schon etwas entsetzt über das Allgemein(un)wissen einiger Schüler – vor allen Dingen in den Oberstufen.

Interessant sind die Übelsetzungen von deutschen Sätzen ins Englische. Hier kommen die abenteuerlichsten Kombinationen zusammen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, wenn man sie korrekt wieder ins Deutsche übersetzen würde. „I think I spider“ ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Die Ausreden der Schüler fand ich nun nicht so spektakulär und ich frage mich, wie Menstruationsbeschwerden eines Jungen als Entschuldigung durchgewunken werden. Ich war mir manchmal nicht so ganz sicher, ob alles sich tatsächlich so abgespielt hat wie beschrieben, oder aber ob an manchen Stellen etwas hinzugemogelt wurde. Aber egal, es ist auf alle Fälle witzig, was die Lehrer in ihrem Schulalltag so zu hören bekommen. Trotzdem möchte ich nicht tauschen, denn Lehrer haben es oft nicht leicht. Und wenn man manche Schülerantworten liest, kann man wohl schon mal verzweifeln.

Die 240 Seiten sind natürlich ganz fix gelesen. Trotzdem sollte man das Buch öfter mal zur Seite legen und es nicht in einem Rutsch durchlesen, sonst wird es schnell monoton. Die beiden Spiegel-Redakteurinnen lockern mit ihren lustigen Kommentaren das Ganze aber schon erheblich auf. „Nenne drei Hochkulturen“ eignet sich sehr gut als Mitbringsel, um jemandem eine kleine Freude zu bereiten. Viel mehr gibt es zu diesem Büchlein mit der Sprüchesammlung auch nicht zu sagen – außer, dass ich fünf Sterne vergebe.


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