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Beiträge von Adam
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Rezensionen verfasst von
Adam "AVTR" (Berlin)

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Einführung in die Unterrichtspsychologie
Einführung in die Unterrichtspsychologie
von Ruth Rustemeyer
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gute Übersicht, allerdings ohne kritische Diskussion der Theorien, 21. November 2009
Das Buch gibt eine gute Übersicht über psychologische Theorien, die den Unterricht betreffen. Eine solch aktuelle und mnemotechnisch ansprechende Zusammenstellung habe ich bisher in keinem weiteren deutschsprachigen Buch gefunden. Allerdings hat das Buch m.E. ein Manko. Die entsprechenden Theorien werden zwar vorgestellt und ihre unterrichtspraktischen Konsequenzen werden thematisiert und entsprechende Tipps gegeben. Allerdings werden die Theorien nicht kritisch diskutiert. Dadurch wird der Eindruck erweckt, als ob die Theorien, ihre Belege und die Folgerungen, die aus ihnen gezogen werden, völlig problemfrei wären und es keine Einwände gegen sie gäbe.

Zwei Beispiele:

In Kapitel 2.3.2.2. geht es um die Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Deci und Ryan. Diese konstatiert u.a., dass es im Bereich der extrinsischen Motivation verschiedene Grade der Selbstbestimmung gibt und man von verschiedenen Formen der extrinsischen Motivation sprechen kann. Die Formen der Motivation ordnen sich auf einer kontinuierlichen Skala von größerer Autonomie bis hin zu ihrer vollständigen Abwesenheit hin an.

Beispiel A.)
Die Selbstbestimmungstheorie ist m.E. logisch nicht vollständig. So bestimmt sie zwar, welche Motivation jemand hat, wenn er z.B. lernt, aber sie bestimmt nicht, welche Motivationen jemand hat, wenn er dasselbe unterlässt. Diese These kann man diskutieren.

Beispiel B.)
Um unterrichtspraktische Konsequenzen abzuleiten, zitiert Rustemeyer auf Seite 33 eine qualitative Studie von Alex Buff mit dem Titel "Warum lernen Schülerinnen und Schüler?" aus der "Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und pädagogischen Psychologie", 33 (2001), S.157-164. Diese Studie kommt zum einen zu dem Schluss, dass die extrinsische Motivation, die mit großer Autonomie verbunden ist, mit steigender Schulstufe der Schüler abnimmt, zum anderen, dass diese selbstbestimmte extrinsische Motivation vor allem in den "Lieblingsfächern" der Schüler vorherrscht.

Nun ist diese Studie aus folgenden Gründen methodisch problematisch:
(1) Zum einen basiert sie auf durch Introspektion erworbenen Selbstauskünften der Schüler über ihre Motivation zu lernen. Diese Selbstauskünfte basieren jedoch auf dem Selbstkonzept der Schüler und auf ihren Theorien darüber, weshalb man lernt. Zudem kann der Einfluss moralischer und sozialer Normen für die Antworten der Schüler nicht ausgeschlossen werden. Die Studie klammert diese Einflüsse jedoch (unausgesprochen) aus und nimmt die Selbstauskünfte der Schüler für "wahr". Alex Buff ist also methodischer Positivist.
(2) Zum anderen sind die Auskünfte der Schüler mehrdeutig. So lassen sie sich sicherlich nur schwer verschiedenen Motivationstypen auf der Skala der extrinsischen Motivation einordnen. Sagt ein Schüler etwa, er mache etwas für das Fach Mathematik, weil es ihm Spaß mache, so stellt sich das Problem zu bestimmen, wie autonom seine entsprechende Motivation denn sei.

Die Folgerungen der Studie können deshalb angezweifelt werden, sie müsste kritisch diskutiert werden bzw. ihre Probleme zumindest erwähnt werden und auf weitere Literatur verwiesen werden, auch wenn es sich bei Rustemeyers Buch um ein Einführungsbuch handelt.


Arthur Rimbaud: Presence of an Enigma
Arthur Rimbaud: Presence of an Enigma
von Jean-Luc Steinmetz
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen schwer zu lesende umfangreiche Biographie, 28. Oktober 2009
Diese Biographie ist recht umfangreich und geeignet, dem Leser einen umfassenden Überblick über das Leben Rimbauds zu gewährleisten. Zugleich ist sie m.E. auf dem neuesten Forschungsstand. Was ich jedoch nachteilig an ihr finde, ist ihre schwierige Sprache. Die Biographie ist deshalb recht schwer zu lesen. Ich selbst würde ihr deshalb die Biographie von Graham Robb vorziehen.


Rimbaud: The Double Life of a Rebel
Rimbaud: The Double Life of a Rebel
von Edmund White
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Biographie für den ersten Überblick, 28. Oktober 2009
Diese Biographie ist geeignet, um einen ersten Überblick über das Leben Rimbauds zu erwerben. Im Anhang dieser Biographie ist eine kommentierte Bücherliste, die dem Leser Empfehlungen für weitere Lektüre gibt. Will man mehr über Rimbaud erfahren, sollte man zu Enid Starkies oder Graham Robbs Biographien greifen.


Rimbaud: A Biography
Rimbaud: A Biography
von Graham Robb
  Taschenbuch
Preis: EUR 41,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen leicht zu lesende umfangreiche Biographie auf dem neuesten Stand, 28. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Rimbaud: A Biography (Taschenbuch)
Robbs Biographie ist detailliert und ausführlich, genauso wie die von Steinmetz, besitzt jedoch eine einfachere Sprache als letztere und ist deshalb leichter zu lesen. Sie ist m.E. auf dem letzten Forschungsstand, darin unterscheidet sie sich von der gleichfalls leicht zu lesenden Biographie von Enid Starkie, die nun schon einige Jahrzehnte alt ist. Will man sich also umfassend über das Leben Rimbauds informieren, sollte man meiner Meinung nach diese Biographie von Robb wählen.
Was Robb jedoch nicht macht, ist dass er das Handeln Rimbauds (etwa dass er das Dichten aufgab) erklärt. Im Großen und Ganzen beschreibt er sein Handeln und die Ereignisse nur und berichtet nur über etwaige Erklärungen soweit sie von Bekannten Rimbauds eingefordert wurden. Ansätze psychologischer Erklärungen macht dagegen Enid Starkie. Als Ergänzung zu Robb empfehle ich die Biographie von Bonnefoy, der das Handeln Rimbauds umfangreicher zu erklären versucht.


Arthur Rimbaud
Arthur Rimbaud
von Yves Bonnefoy
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergänzende Biographie, 27. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Arthur Rimbaud (Taschenbuch)
Diese Kurzbiographie beschränkt sich auf die Zeit, in der Rimbaud dichterisch tätig ist und lässt sein späteres Leben in Afrika aus.
Was diese Biographie vor allem von anderen Biographien (etwa von Enid Starkie, Graham Robb oder Jean-Luc Steinmetz) unterscheidet, ist dass Bonnefoy es unternimmt, das Handeln Rimbauds nicht nur zu beschreiben, sondern auch (metaphysisch) zu erklären.
Man muss die Biographie konzentriert lesen, da sie recht dicht geschrieben ist. Ich würde sie nicht als erste Biographie Rimbauds lesen, sondern als Ergänzung zu den Biographien von Starkie oder Robb. Denn diese unternehmen es gar nicht (Robb) oder nur beschränkt (Starkie), das Handeln Rimbauds zu erklären.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2011 1:15 PM MEST


Meine Beichte
Meine Beichte
von Lew Tolstoi
  Gebundene Ausgabe

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abhandlung mit einigen Gleichnissen, 23. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Meine Beichte (Gebundene Ausgabe)
Tolstoi schildert mit einigen Gleichnissen die Entwicklung, die er in der Beantwortung einer Frage genommen hat. Diese Frage ist die Frage nach dem Sinn des Lebens und stellt sich in verschiedenen Formen dar. So kann man fragen:

"Was folgt aus dem, was ich heute tue und was ich morgen tun werde, was folgt aus meinem ganzen Leben?"

oder

"Warum muss ich leben, warum wünschen und handeln?"

oder

"Liegt in meinem Leben ein Sinn, welcher nicht durch den unvermeindlichen, immer bevorstehenden Tod vernichtet wird?"

Strategien, mit denen das Bewusstsein der Sinnlosigkeit des Lebens bewältigt werden können, sind Unwissenheit, Epikureismus, Suizid oder einfach Schwäche.
Erste Antwortversuche auf die Frage nach dem Sinn des Lebens unternimmt er mit Hilfe der Erfahrungswissenschaften, jedoch merkt er bald, dass ihre Antworten nur im Endlichen liegen können, die Frage greift jedoch ins Ewige. So findet er bald zur Kirche und zur Religion.


Der Outsider
Der Outsider
von Colin Wilson
  Gebundene Ausgabe

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen uneinheitliches Werk, 23. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Outsider (Gebundene Ausgabe)
Wilson versucht in der Besprechung von Werken (so von Henri Barbusse, H.G.Wells, Nietzsche, Kierkegaard, Sartre, Camus, Hemingway, Granville-Barker, Hermann Hesse, Henry James, Tolstoi, Dostojewski, William Blake) und Lebensläufen (so von Van Gogh, T.E. Lawrence, Nijinski) zu definieren und zu umschreiben, was einen Outsider ausmacht.

Der Outsider besitzt in Wahrnehmung, Bewusstsein, Streben und den Problemen, die sich ihm stellen, eine Reihe von spezifischen Merkmalen.
So sieht er tiefer und mehr, er sieht die Wahrheit und das Chaos und versucht Ordnung in das Chaos zu bringen durch ästhetische Erfahrung und das Sagen der Wahrheit. Er sieht die Welt und seine Seele als ein Schlachtfeld von einander widerstrebenden Kräften. Entsprechend ist auch seine Identität gespalten. Auf der einen Seite ist er sich seiner äffischen Wünsche und Gelüste bewusst, auf der anderen Seite steht der Ekel davor. Der Outsider ist sich nicht sicher, wer er ist.

Das Bewusstsein des Outsiders ist dadurch gekennzeichnet, dass er einen Sinn für die Unwirklichkeit der Welt besitzt. Er sieht die Dinge als irreal. Sein Streben geht dann dahin, sich von dieser Irrealität zu befreien, eine neue Wahrnehmung der Realität zu entwickeln. Das heißt für ihn Freiheit. Freiheit heißt für ihn auch, sich selbst ausdrücken zu können.

Das ist auch eines seiner Probleme, die er sich stellt. Er fragt sich, wie er sich ausdrücken kann. Denn er empfindet, dass ihm diese Selbst-Expression verweigert wird. Unter anderem geschieht dies dadurch, dass er Werte negiert. Da aber immer Werte dem Handeln allgemein zugrundeliegen, glaubt er zeitweilig, das nichts es wert sei, dass es getan werde.

Zudem fragt er sich, wie er leben soll, was er mit seinem Leben anfangen soll. Er nimmt es nicht so, wie es gerade kommt. Er ist auch kein "Salaud", der denkt, sein Leben besitze einen Zweck und besitze Notwendigkeit. Vielmehr ist er sich der Kontingenz des Lebens bewusst. Findet er jedoch einen Zweck, so wirft er sich mit ganzer Kraft hinein. Sein Leben behandelt er als Experiment. Das heißt auch, dass er scheitern kann. Laut Wilson tendiert er meistens zum Scheitern. Die Gründe dafür verspricht Wilson zu nennen, tut es jedoch nicht.
Die Lösung seiner Probleme findet der Outsider dann meist in den Extremen. Sie kommen in Visionen und Momenten der Intensität.

Manchmal fehlt der Abhandlung der rote Faden. Man hat den Eindruck, Wilson wolle eigentlich die Literatur und die Lebensläufe besprechen, und der Begriff des Outsiders diene ihm nur als Klammer, denn er führt die Bestimmungen des Outsiders so ein, wie sie sich gerade aus den besprochenen Werken und Lebensläufen ergeben mögen.


Happy-Go-Lucky
Happy-Go-Lucky
DVD ~ Sally Hawkins
Preis: EUR 7,79

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen exemplarischer Lebensentwurf, 18. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Happy-Go-Lucky (DVD)
Man kann mit dem Film schon seinen Spaß haben. Ich finde darin sogar eine existentielle Komponente.
Interessant erscheint, dass Leigh mit Poppy einen Charakter vorstellt, der in seinem Lebensentwurf eine besondere Weise des Umgangs mit der Tatsache, dass das eigene Leben sinnlos ist, pflegt und so ein besonderes Verhältnis zu eigenen Kontingenz hat. Poppy nimmt die Dinge, Ereignisse und eigenen Handlungen gerade so wie sie kommen und baut sie in das eigenen Leben ein. Das nimmt dadurch einen scheinbar beliebigen Charakter an, nichts scheint notwendig zu sein, und so wird dadurch die Zufälligkeit des eigenen Lebens geradezu affirmiert. Dieser Lebensentwurf kann als scheinbar erfolgreiche Weise der Bewältigung der Lebensumstände gedeutet werden und so erscheint er als Ausdruck der gesellschaftlichen Umstände in denen Poppy lebt. Diese scheinen zu fordern, ein scheinbar beliebiges Leben führen zu wollen.
Obwohl Poppy mit der Zeit nervt, scheint der Regisseur damit nicht den vorgestellten Lebensentwurf in Frage stellen zu wollen, denn Poppy scheint durchgängig glücklich zu sein, und das ist ja scheinbar das Kriterium für Erfolg im Leben.


Querelle
Querelle
von Jean Genet
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Sammlung poetischer Psychogramme, 23. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Querelle (Taschenbuch)
Die Erzählung lässt sich in zunächst zwei Handlungsstränge einteilen, die später miteinander verknüpft werden. So ist da zum einen der Matrose Jo Querelle, der mit seinem Schiff für einige Tage in Brest vor Anker liegt. Querelle ist auch ein Hehler, Dieb und Mörder. So tötet er seinen Kameraden und Komplizen im Opiumschmuggel Vic, nachdem er den Handel erfolgreich abgeschlossen hat. Querelle tötet scheinbar um des Raubguts willen.
Querelle verkehrt oft im Bordell "Feria", das von der 45-jährigen Madame Lysiane und ihrem Mann Norbert geleitet wird, ohne jedoch mit den Frauen zu schlafen. Lysiane hat ein Verhältnis mit Jos Bruder Robert, während sich Jo als Bestrafung für seinen Mord von Norbert nehmen lässt. Später schläft Querelle dann mit dem Polizisten Mario Lambert, der Jo besitzen will und ihm auf die Schliche zu kommen droht.

Zum anderen ist da der 18-jährige Maurer Gilbert Turko. Dieser begeht ebenfalls einen Mord. Er tötet den 40-jährigen Kollegen Theo, weil dieser durch die Unterstellung der Homosexualität seine Ehre in Frage gestellt hat. Gilbert versteckt sich vor der Polizei, die ihn sucht und wird von Roger versorgt, der ihn liebt. Die Polizei hält Gilbert zunächst für beider Morde verantwortlich.

Die beiden Handlungsstränge verknüpfen sich, als Querelle über Roger mit Gilbert Kontakt aufnimmt, ihn ebenfalls versorgt und mit ihm eine Freundschaft aufbaut. Er tut dies, weil er auch ein Mörder ist, ohne dies jedoch Gilbert gegenüber zu offenbaren.
Querelle überredet Gilbert zum Raubüberfall auf seinen Vorgesetzen Leutnant Seblon, der in Jo verliebt ist. Schließlich verrät Jo Gilbert an die Polizei, um sich zu retten, und um an das Raubgut zu kommen. Querelle tauscht damit einen Freund gegen dessen Raubgut.

Zum Plot und den Figuren:
Der Plot der Geschichte ist seltsam statisch. Zwar gibt es eine Handlung, die fortschreitet, einen großen Teil der Geschichte machen jedoch die poetischen Schilderungen von inneren Zuständen, Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen, von Gesten, Posen und Situationen aus, die oftmals homoerotisch aufgeladen sind. Es werden eher Beziehungen und Verstrickungen der Personen geschildert, als ein dynamisches Geschehen. So ergibt sich eine Sammlung poetischer Psychogramme der beteiligten Figuren. Eingeschoben in den Plot sind zuweilen die gleichfalls poetischen Tagebucheintragungen des Leutnant Seblon, zuweilen wendet sich Genet auch an den Leser, reflektiert auf den Plot und kommentiert seinen Fortgang.

Der Charakter und die Identität der Figuren ergibt sich dem Leser erst mit fortgeschrittener Lektüre, sie ergibt sich gleichsam nebenbei. Das macht den Einstieg in die Geschichte etwas schwierig. Der Leser benötigt einige Zeit, um ein Bild von den Figuren zu bekommen.
Diese sind, bis auf die Bordellchefin, allesamt Männer. Die Hauptfiguren werden von Genet oftmals als männlich, stark, hart, muskulös und höchstens versteckt zärtlich beschrieben. Um romantische Liebe scheint es ihnen weniger zu gehen, jedoch auch nicht vordergründig um Sex. Vielmehr geht es vermittelt um Macht, Besitz, Stärke, Ehre und Stolz. Manchmal übertragen sie ihre Erregungen, ihr Begehren und ihren Zorn auf Ersatzobjekte. Obwohl es Querelle scheinbar oft um die Erlangung von Raubgütern geht, erscheint er nicht als kalt berechnend. Vielmehr scheint ihm sein Diebstahl, Mord und Verrat einfach zu geschehen.

Fazit: Eine Sammlung poetischer Psychogramme


Qual
Qual
von Greg Egan
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen engl. Titel:"Distress" - manchmal etwas wirre Geschichte, 14. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Qual (Broschiert)
Andrew Worth, Journalist in Sydney, hat im März 2055 gerade eine Reportage mit dem Titel "Gepanschte DNA" abgeschlossen, die sich mit den Entwicklungen der Biotechnik beschäftigt. Um sich etwas zu erholen, übernimmt er von seinem Auftraggeber, dem Network Seenet, den Auftrag zu einer Reportage über die Physikerin Violet Mosala. Diese steht kurz vor der Entdeckung und Veröffentlichung einer Universellen Theorie, die alle physikalischen Theorien und Erklärungsansätze zu einer Theorie vereinigt. Ein Angebot zu einer Reportage über die neue Krankheit "Qual" schlägt er aus.
Um seine Reportage zu drehen, fährt er nach "Stateless", einem neu erschaffenen Eiland im Pazifik, das anarchistisch regiert wird, und von allen anderen Staaten boykottiert wird, weil es Biotechnik-Patente großer Biotech-Firmen verletzt hat. Auf Stateless findet eine Konferenz statt, auf der Violet ihre Universelle Theorie präsentieren will.
Die Reportage zu drehen, erweist sich als schwieriger als geplant, weil Andrew mit Anhängern verschiedener Kulte in Kontakt kommt, die auch vor Gewalt und Mord nicht zurückschrecken, um Violet Mosale an der Entdeckung und Veröffentlichung einer Universellen Theorie zu hindern. Es kommt zu Verwicklungen.

Der theoretische Hintergrund der Bemühungen, Violet an der Entdeckung der Universellen Theorie zu hindern, ist die These, dass die Erklärungen der Welt diese erst erschaffen. Die Universelle Theorie würde den Schlusspunkt der Erschaffung der Welt setzen und zu einem so genannten "Aleph-Moment" führen, in dem sich die Welt in reine Mathematik auflöst. Entsprechend der These dieser Kulte führt die Entdeckung einer universellen Theorie also quasi zum Weltuntergang.
Auch die Krankheit "Qual" hat mit der Entdeckung der Universellen Theorie zu tun. So wird sie als psychologische Verwirrung interpretiert, die aus der Vermischung von Informationen resultiert. Diese Vermischung der Information wird als Anzeichen des baldigen Weltuntergangs gedeutet.

Die Figurenzeichnung des Buches ist manchmal etwas skizzenhaft. Egan führt zahlreiche Personen ein, die im Verlauf des Plots für eine Weile nicht erscheinen, später aber wieder auftreten. Der Leser hat dann jedoch Schwierigkeiten, ihren Namen wieder den Figuren zuordnen zu können. Die von den Personen vertretenen zahlreichen Theorien, die sich im Plot auch erst entwickeln, kann der Leser bloß in groben Linien folgen. Er wird mehr als einmal von deren Darstellung verwirrt. Es ist schwierig für den Leser, den Überblick über die variierenden Theorien der verschiedenen Sekten zu behalten. Am Ende wird nicht wirklich klar, warum der Weltuntergang mit der Veröffentlichung der Universellen Theorie nicht erfolgt.


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