Jeans Store Hier klicken Jetzt informieren Neuerscheinungen Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Buechergarten > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Buechergarten
Top-Rezensenten Rang: 14.317
Hilfreiche Bewertungen: 120

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Buechergarten

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10
pixel
Vollendet
Vollendet
von Neal Shusterman
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Grauen und Grübeln, 10. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Vollendet (Taschenbuch)
Was ich heutzutage bei vielen Jugenddystopien vermisse, ist die Aussage hinter der Geschichte und die reale Bedrohung, die angesprochen wird.
Auch bei „Vollendet“ hatte ich anfangs meine Zweifel:
Es entbehrt für mich jeder Vorstellung, dass die Zerlegung von Jugendlichen in ferner Zukunft in solch einem Umfang legal praktiziert wird. Es ist falsch und ich glaube, dass sich zu jeder Zeit genug Menschen finden, die das auch als unmenschlich erachten.
Doch dann erkannte ich, dass es diesmal nicht um eine realistische Zukunftsvision geht…

Einmal angefangen, lässt sich "Vollendet" nicht mehr aus der Hand legen. Spannung und Emotionen jagen einander und nehmen den Leser haltlos gefangen.

Das liegt zum einen an dem tollen Schreibstil und den liebenswürdigen Charakteren, sowie der interessanten Charakterentwicklung. Zum anderen an der heiklen Thematik, die der Autor uns schonungslos vorhält. Fragestellungen zur Abtreibung, dem Recht auf Leben, Organspende und -handel, sowie Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen rechtfertigen dieses ausgedachte Zukunftsszenario.

Neal Shusterman hat einen einfachen, aber sehr direkten Schreibstil.
In jedem Kapitel wird der Augenmerk besonders auf eine bestimmte Person gelegt, deren Name die jeweilige Kapitelüberschrift darstellt. Dabei wurde der Autor ziemlich kreativ, denn dem Leser begegnen zuweilen auch Kapitelüberschriften wie "Der Wachmann" oder sogar einen Gebäudenamen. Sehr gute Idee, die eindeutig Spannung aufbaut und neue Hinweise streut!

Am meisten haben mir allerdings die Charaktere gefallen. Die Jugendlichen sind sehr intensiv gezeichnet und vor allem mit den drei Hauptpersonen kann der Leser sich schnell identifizieren. Umso mehr berührt ihr Schicksal und ihre Flucht.
Bemerkenswert ist die Authentizität der Jugendlichen, trotz der fiktiven Geschichte. Connor ist nicht von Anfang an der toughe Held - er muss erst zu einem werden. Alle Jugendlichen wirken durch ihre Ecken und Kanten realistisch und lebensecht.

Jugendliche - ja, fast noch Kinder - werden operativ auseinander genommen, sodass ihre Körperteile in Krankenhäusern nach Bedarf an andere Menschen angenäht werden können (das ist in dieser Zukunftsvision möglich!). Dieses Frankenstein-Szenario mit seinen berührenden Schicksalen kann teilweise sehr an den Nerven zerren und gehörig gruseln.
Deswegen empfehle ich das Buch erst ab 16 Jahren an Leser, die sich auf ein wenig Grusel, Spannung und intensive Themen einstellen.

Fazit:
Das Buch hat mir sehr gefallen, auch wenn ich einige Seiten brauchte, um in die Geschichte hineinzufinden.
Die ernsten Thematiken, die unterschwellig immer wieder angesprochen werden verleihen der Dystopie einen Sinn und eine Aussage, die in diesem Genre nicht mehr selbstverständlich ist.
Als Leser durfte ich die drei Hauptcharaktere, sowie viele interessante Nebencharaktere durch spannende Auf's und Ab's begleiten, während ich nach einem dramatischen Ende nun ganz gespannt auf den nächsten Teil bin.


One Fateful Night
One Fateful Night
von Leonora Stratton
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom naiven Mädchen zur taffen Lady - Gemischte Gefühle und ein überzeugendes Ende, 10. März 2015
Rezension bezieht sich auf: One Fateful Night (Broschiert)
Seit ein paar Jahren gibt es eine neue Welle von Romantic History-Büchern.
Sollte man den Anspruch auf historische Korrektheit haben? Ich denke schon.
Auf der anderen Seite: Mir als Laie würden Unkorrektheiten wahrscheinlich gar nicht auffallen.

Was dem einen also gefallt bzw. nicht auffällt ist für den anderen ärgerlich und ungenau recherchiert.
Ich kann diesen Punkt nur aus dem Bauchgefühl heraus bewerten!

Das Buch fängt mit einem guten Tempo an und wir werden sofort in den Zwist zwischen zwei Männern eingeführt. Es liest sich flüssig und man will es gar nicht zur Seite legen.
Die Geschwindigkeit vom Anfang wird erstaunlich lange aufrecht erhalten und fällt erst zur Mitte wieder – leider für etwas zu lange Zeit. Umso fulminanter ist der Show-Down und der Schluss des Buches, die beweisen, dass man sich auch ohne Shades of Grey ans Bett fesseln lassen kann.

Die Charakterentwicklung ist zwar nachvollziehbar, setzt nur leider etwas spät ein.
Adelyna ist noch sehr jung und wuchs sehr, sehr, sehr, sehr, sehr behütet bei ihren Großeltern auf. Sie ist seit einiger Zeit verlobt, hat aber noch keine Ahnung von der Welt und erst recht nicht von den Männern.
Das war nur natürlich zu der Zeit und ist nachvollziehbar.
Mischt man noch einen betrunkenen, jungen Mann, der nichts wirklich erreicht hat im Leben und noch immer nicht weiß, was er will, dann bekommt man… genau: Eine verhängnisvolle Nacht (engl. One Fateful Night).

Nur eine Nacht braucht es, um das Leben der jungen Adelyna zu ruinieren. Nein, eigentlich braucht es noch mehr, denn das junge, unerfahrene und weltfremde Mädchen begeht in der ersten Hälfte des Buches eine Dummheit nach der anderen. Viel zu lange lässt sie uns an ihrer Naivität und übertriebenen Gutgläubigkeit teilhaben, bevor sie ihre ersten Entwicklungsschritte macht.
Der Leser wundert sich, wie sie die erste Hälfte des Buches überleben konnte – es grenzt an ein Wunder. Man möchte sie eigentlich nur noch schütteln… oder ihre Großeltern, die sie vollkommen überbehütet aufgezogen haben.

Mit Jareds Charakter hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten. Schließlich will man bei einem Liebesroman einen Typen haben, den man anhimmeln kann, eine Frau mit der man sich identifizieren kann, ein Paar mit dem man mitfiebert!
Und das ist leider die Schwachstelle dieses Buches. Die beiden Hauptpersonen benehmen sich zu Anfang sehr unreif und brauchen viel Zeit, um sich zu entwickeln. Der Leser verfolgt diese Entwicklung mit zunehmender Ungeduld, da er auf zwei ausgereifte, schlagfertige und mutige Charaktere wartet, die sich auf sympathsiche Art umwerben. Er wartet lange.
Hätten Adelyna und Jared die Reife, die sie am Ende erlangt haben, schon zum Anfang oder zur Mitte besessen, hätte man sich einfach besser mit ihnen identifizieren können.

Das Ende macht alles besser, was ich oben zu meckern hatte.
Es ist spannend, rasant und wunderschön flüssig geschrieben (die gute Sprache zieht sich durchs ganze Buch ;). Die Charaktere sind vielschichtig und sympathisch bzw. der Antagonist so schön diabolisch und trotzdem realistisch. Vor allem überzeugen konnten die spannenden Wendungen und Überraschungen zum Schluss.

Das Buch würde ich ab ca. 17 Jahren empfehlen, da man einen differenzierten Blick auf das anfänglich unreife Verhalten der Hauptpersonen haben sollte. Auch hüpfen die beiden ziemlich schnell miteinander ins Bett.

Ich bewerte das Cover eigentlich nie... aber ist es nicht traumhaft? *-*

Fazit:
Leider brauchte ich ein wenig um mit dem Buch warum zu werden. Das lag vor allem daran, dass die beiden Hauptcharaktere ziemlich lange brauchten um erwachsen zu werden und etwas Reife zu erlangen.
Haben sie diesen Punkt aber erst erreicht, so nimmt die Autorin den Leser mit ihrer schönen und flüssigen Sprache gefangen und überzeugt durch einen spannenden und gut durchdachten Show Down.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten entließ mich das Buch mit einem guten Gefühl - und lässt darauf hoffen, dass die Autorin viele weitere Bücher schreibt, bei denen sie die Qualität des Endes von diesem Buch durchzieht.


Obsidian, Band 2: Onyx. Schattenschimmer
Obsidian, Band 2: Onyx. Schattenschimmer
von Jennifer L. Armentrout
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leuchtet heller und ist doch viel düsterer, 10. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich vom ersten Teil begeistert war, wartete ich sehnsüchtig auf den zweiten.
An zweite Teile sind doch eigentlich immer hohe Erwartungen geknüpft:
Ändert sich die Story, der Stil? Kann er mit dem ersten Teil mithalten oder kann sich der Autor vielleicht sogar steigern?

Die Bücherwelt darf aufatmen, denn Ja, die Autorin setzt nach Obsidian mit Onyx noch einen drauf.
Katys Charakter darf reifen und an Tiefe gewinnen, indem sie vor neue Herausforderungen gestellt wird. Fragen nach Moral, Leben und Tod lassen sie ernster und erwachsener wirken.
Deamon ist - zum Glück - immernoch der Alte, nur dass er Katy nun öffentlich umgarnt. Zuckersüße Schlagabtausche zwischen den beiden sind vorprogrammiert.

Während in Teil 1 die Arum als Böse ihr Unwesen treiben durften, wird hier das VM auf den Plan gerufen. Daemon mochte die Typen mit den schwarzen Sonnenbrillen noch nie, aber es gibt dunkle Geheimnisse, von denen noch nicht einmal er etwas ahnt.

Der große Unterschied zu Teil 1? Verschwörungen, Geheimnisse, dunkle Machenschaften, verborgene Kräfte, doppelte Böden, Spione in den eigenen Reihen - die Geschichte hat in der Komplexitätsskala einen deutlichen Satz nach vorne gemacht. Einen so großen, dasss ich sogar zwischenzeitig Angst hatte den Überblick zu verlieren bei so vielen Andeutungen. Und das fiese an der Sache ist, dass noch nicht einmal auf alle eingegangen wird. Manche werden als kleine Brotkrumen für uns süchtige Leser auf den Weg geworfen und wohl erst im nächsten (oder übernächsten..???) Teil wieder aufgegriffen.
Geschickt. Spannend. Geheimnisvoll. Der nächste Teil ist natürlich längst vorbestellt.

Ich freue mich makaberer Weise schon fast ein bisschen darüber, wieder etwas zum Meckern haben zu können. Denn solange diese Buchreihe noch weitergeführt wird werde ich dann immer sagen können:
Doch wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten! :-D
Und damit meine ich nicht die Arum, sondern das Ende des Buches, dass mich echt mit der vollen Punktzahl hadern lässt.
Die Stimmung schlägt urplötzlich von einem spannenden, aber auch romantischen und geheimnisvollen Jugendbuch um zu einer Geschichte voller Gewalt, Folter, Verrat, Schmerz, Unmenschlichkeit, Verzweiflung und Finsternis. Warum nur wird das Buch so düster gen Ende? Manchen mag das gefallen - ich habe mich nach Teil 2 aber eher auf entspannte Young Adult und nicht angespannte Adult gefreut. Für mich war es ein bisschen zu viel, zu düster, etwas zu übertrieben.

Ich hoffe, dass sich die Autorin in Teil 3 ihre Leichtigkeit behält und Katy nicht zu einer durch Schmerz und Trauer erschütterten Protagonistin verkümmern lässt. Auch die Nähe zu unserer Welt (Schule Familie, Gartenarbeit, Bloggen, Freunde treffen) am Anfang hat mir gut gefallen. Auch hier hoffe ich, dass die Autorin daran fest hält und nicht in eine fremde Welt voller Gewalt, Intrigen und Verrat abdriftet, zu der man zunehmens den Bezug verliert.
Das alles tut sie zwar in "Onyx" noch nicht, aber es deutet sich mit dem Ende ein wenig an.

Trotz des düsteren Endes kann ich das Buch für Jugendliche ab einem Lesealter von 14 Jahren empfehlen, sofern man sich auf diesen etwas düstereren Nachfolger einstellt.

Fazit:
Hin und hergerrissen zwischen einer deutlich gesteigerten Komplexität und Charaktertiefe auf der einen Seite und dem etwas übertrieben düsteren Ende auf der anderen, bleibt das Gefühl, dass "Onyx" sich deutlich von "Obsidian" unterscheidet.
Es wirkt durchweg erwachsener, ernster und auch durchdachter. Der Weg für Teil 3 bis 3000 ist geebnet und die letzten Seiten lassen den Leser wieder sehnsüchtig zurück.
Trotzdem überrascht das Ende mit sehr viel Verrat, Gewalt und neuen Andeutungen nit nur positiv. Ich bin gespannt, ob die Autorin das Niveau halten wird, den düsteren Stil weiter durchzieht oder vielleicht mit dem nächsten Teil eine ganz andere Richtung einschlägt.


Der Geschmack von Wasser
Der Geschmack von Wasser
von Emmi Itäranta
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine berührende Dystopie, intensiv und poetisch erzählt, 26. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Geschmack von Wasser (Broschiert)
Mal was anderes. Typisch Finnisch.

In einem Meer von Young Adult Dystopien, in denen Action und Liebe im Vordergrund stehen, sticht dieses Buch sofort heraus! In einer Welt in der kaum Zeit zum Lesen bleibt, alles zack zack, nebenbei, zwischendurch und ganz schnell gehen muss, eine oberflächliche Liebesbeziehung der Bringer schlecht hin ist und Tolkien als Einschlaflektüre gilt, zeigt eine junge Finnin, dass es auch anders geht.
Sie zeigt WORUM es wirklich geht:
Eine Dystopie. Back to the Roots.

Die junge Protagonistin steht auf der Schwelle zum Erwachsen werden - doch nicht in unserer Welt. Stellen wir uns eine dunkle Zukunft vor, weit weg und doch näher als wir vermuten.
Das Land in dem sie lebt ist ein Polizeistaat, da die militärischen Kräfte die alleinige Macht über die Ressource Wasser haben und somit die Macht über das Volk. Denn Wasser ist knapp. Öl gibt es nicht mehr. Kriege haben das Land zerstört und entzweit, in viele kleine Dörfer gespalten. Während das Militär hart gegen "Wasserverbrechen" vorgeht, werden die Bürger mittels Propaganda und Bestechung dazu angestiftet, Verbrecher sofort zu melden, wenn nötig ihre eigenen Nachbarn anzuzeigen.
Das kenne wir schon. Aus den 1930er und 40er Jahren.
Noria ist nicht nur die Tochter des hiesigen Teemeisters Meister Katio, sie ist auch seine Schülerin und fast fertig mit ihrer Ausbildung. Als ihr Vater ihr eine geheime Quelle zeigt, findet sich die junge Frau plötzlich zwischen den Fronten wieder. Und längst lässt sich Gut von Böse, Richtig von Falsch nicht mehr so leicht unterscheiden, wie Leben von Tod.
So wie die Quelle birgt auch die Vergangenheit ihre Geheimnisse und Noria begibt sich mit ihrer Freundin Sanja auf die gefährliche Suche nach der Wahrheit.

Es gibt keinen Liebesgeschichte, was schon ziemlich außergewöhnlich ist in diesem Genre. Dafür gibt es aber die Geschichte einer wunderschönen Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen Noria und Sanja.

---">>Ich glaube nur, dass wir uns jeden Tag neu für das Richtige entscheiden müssen, obwohl wir wissen, dass es keine Belohnung gibt.<<" (S. 311) ---

So sollte eine Dystopie sein. Keine Massenware, sondern mit Sinn und Verstand. Eine Dystopie sollte nicht nur unterhalten, sondern wirklich etwas zusagen haben. Und das hat die Autorin. Brandheiße und aktuelle Themen, wie verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen oder den Generationennutzen über eigenen zustellen werden hier auf intellegente Weise verpackt.
Wem das Ende merkwürig erscheint, der sollte es von einer anderen Seite betrachten.
Das Buch hört konsequent an einer Stelle auf, die nicht auf Band zwei aufmerksam machen soll, sondern auf die Handlungsfähigkeit des Lesers. Passives Lesen wird hier zu bewusstem und aktiven Lesen.
Es ist außerdem ein hoffnungsvolles Ende, denn wo Norias Geschichte endet, fänt unsere erst an.

Emmi Itäranta schreibt in einer unglaublich poetischen und bildreichen Sprache
Ihre Erzählweise ist mal ruhig, mal schnell, lässt sich aber Zeit für facettenreiche Charaktere und wunderschöne Details. So kann sich der Leser in einer neuen Welt verlieren, während er seine eigene mit Noria und Sanja erforscht. Die Parallelen zu unserer eigenen Welt und die erschreckende Nähe zu dieser dystopischen Zukunft nahm mich mit und ließ mich nicht mehr los. Zusammen mit der Sprache eine allzu intensive Mischung.

---"Der Tod ist ein naher Verbündeter des Wassers. Man kann sie nicht trennen, und beide kann man nicht von uns trennen, weil wir am Ende aus ihnen gemacht sind: aus der Wandelbarkeit des Wassers und der Nähe des Todes." (S. 9) ---

Da die Autorin wie viele Finnen bilingual ist, hat sie ebenfalls eine Originalsausgabe auf Englisch verfasst - "The Memory of Water".

Fazit:
Wortgewaltig nimmt die junge finnische Autorin uns mit in eine beklemmende Zukunft, die näher ist als wir es gerne hätten. Mit einer intensiven und poetischen Sprache und intellegent eingefädelten Message appelliert sie an die Leser und nimmt sie gefangen.
Was wäre wenn... es kaum Wasser mehr gäbe... Verzweiflung statt Liebe die Menschen treibt... wir unseren Kindern einen zerstörten Planeten hinterlassen?


Im Bann des Drachen (Elder Races, Band 1)
Im Bann des Drachen (Elder Races, Band 1)
von Thea Harrison
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Witzig, betörend charmant und unglaublich heiß, 8. Januar 2015
Drachen, Greifen, Dunkel Fae, Hexen, Gestaltwandler - Thea Harrison erschafft mit ihrem Debüt eine neue Welt, in der viele magische Wesen ganz offen unter uns leben und trotzdem nichts von ihrem Zauber einbüßen.

Was hat diese Welt an Neuem zu bieten?
Zum einen wäre da "Anderland" - die magische Parallelwelt, in der alle erdenklichen Fabelwesen ihr ursprüngliches zu Hause finden und das durch magische Portale (Risse in unserer menschlichen Welt) von magischen Wesen betreten werden kann.
Zum anderen tritt mit Pia Giovanni als Hauptprotagonistin eine starke und selbstbewusste Heldin mit einer geheimen Fähigkeit auf den Plan.
Dragos dagegen fasziniert als uraltes, mächtiges Drachenwesen, das sich in Geld, Reichtum und Macht sonnt und zusehends langweilt.
Dass Pia eines Tages das Unmögliche gelingt - ihn zu bestehlen - bietet Dragos eine gelungene Abwechslung.
Er geht auf die Jagd, doch als er seine Diebin findet ist er faszieniert von ihr. Obwohl es zwischen den beiden mächtig knistert, bleibt ihnen keine Zeit für traute Zweisamkeit, denn der Diebstahl war nur die Spitze des Eisberges einer großen Verschwörung gegen Dragos Cuelebre. Ein mächtiger Feind schärft im Hintergrund seine Klauen und setzt alles daran, die Herrschaft des Drachens ein für alle mal zu beenden.
Werden sie ihn aufhalten können? Wird Pia Dragos Rettung oder seine Vernichtung bedeutung?

Gut gelungen sind auch die anderen Charaktere, wie die Greifen Rune, Constantine, Graydon und Bayne, die Harpyie Arya, der Donnervogel Tiago, der Gargoyle Grim, die PR-Fee Tricks, der Barbesitzer Quentin uvm. Sie sind allesamt charmant, vielschichtig und liebevoll gezeichnet und werden uns auch noch in den Fortsetzungen begleiten.

Der Schreibstil ist ebenfalls sehr sympathisch und schafft den Balanceakt zwischen bildreich-romatisch und herzlich-witzig. Selten hinkt die Übersetzung mal hinterher.

Genretypische Elemente
... - wie eine nicht allzu komplexe Story, eine Anziehungskraft zwischen den beiden Hauptcharakteren vom ersten Moment an, sowie ein daraus resultierender erotischer Anteil, der auch nicht unbedingt realistisch sein muss, sondern unterhält - sind auch hier anzutreffen.

Die Reihe - "Elder Races"

Im Bann des Drachen
Gebieter des Sturms
Der Kuss des Greifen
Das Feuer des Dämons
Das Versprechen des Blutes (Pia & Dragos 2)
Berührung der Dunkelheit (Anthologie - Novellen auch einzelnd als eBooks erhältlich)
Das Lied der Harpyie

Die Bücherreihe richtet sich vor allem an Urban-, Dark- und Romantic Fantasy begeisterte (junge) Erwachsene.

Fazit:
Ich finde den Serienauftakt rundum gelungen. Er birgt neben genretypischen Elementen viele neue Ideen. Es gibt verschiedene magische Wesen zu entdecken (Elder Races eben) und eine vor Romantik knisternde Liebesgeschichte mitzuerleben. Gut gefallen hat mir auch der unterhaltsame und witzige Charakter des Buches und die vielen charmanten Charaktere.
Eine klare Empfehlung und eine meiner neuen Lieblingsreihen!


Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch (Die Jakob Jakobi Bücher, Band 2)
Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch (Die Jakob Jakobi Bücher, Band 2)
von Hans Rath
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

3.0 von 5 Sternen Warum mir Gott lieber ist, als der Teufel..., 8. Januar 2015
"Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch" knüpft an "Und Gott sprach: Wir müssen reden!" an. Der Vorgänger hat mir gut gefallen. Auch, wenn er zwischendurch etwas übertrieben und das Ende ein wenig kitschig war, konnte mich der erste Teil gut unterhalten.

An den Nachfolgeband hatte ich entsprechend hohe Erwartungen und hoffte auch auf eine Steigerung der Charaktertiefe, denn im ersten Teil schwächelte der Hauptcharakter etwas.
Was ich im vorliegenden Buch vorfand enttäuschte mich leider. Viele kleine Schwächen aus dem ersten Band wurden nicht nur übernommen, sondern sogar noch vertieft.

Ein Beispiel
Jedem Leser wird irgendwann klar, dass Dr. Jakobi es mit dem echten Gott und dem echten Teufel zu tun hat. Dr. Jakobi zweifelt daran aber ständig. Am Anfang ist sein Zweifel natürlich verständlich, mit der Zeit wirken Gott und der Teufel allerdings ganz viele große und kleine magische Wunder, die ganz klar überirdischer Natur sind. Dr. Jakobi versucht aber permanent auf gerade zu naive und bald schon lächerliche Weise zu erklären, warum doch noch alles eine natürliche Ursache hat. Das nervt auf Dauer und wirkt auch irgendwann unglaubwürdig.
Statt dass er aber aus dem ersten Teil mit Gott gelernt hat, bezweifelt er in Teil zwei schon wieder vehement, dass sein neuer Patient der Teufel ist.

Das ist nur eines der Beispiele. Im ersten Teil konnte ich über so etwas hinwegziehen, in Teil zwei hat es mich nur noch genervt.

Auch fand ich die Ideen nicht mehr so originell, wie in Band 1. Oft war ich einfach nur verwirrt und weiß immer noch nicht, was einzelne Sachen zu bedeuten haben. Vieles war mir einfach zu abgedreht.
Am besten hat mir immernoch der kleine Gastauftritt von Gott gefallen. Wäre das ganze Buch so herzlich und originell gewesen, wäre ich begeistert.

Dr. Jakobis Charakter hat sich leider eher zum Schlechteren entwickelt. Muss das so sein, nur weil es hier um den Teufel geht? Statt dass Jakob aus seiner Begegnung mit Gott im ersten Teil irgendetwas gelernt hat, wirkt er unverändert blass und hat obendrein noch ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau. Damit wird meiner Meinung nach viel zu unkritisch umgegangen.

Nach wie vor gelungen ist der witzige, flüssige und einfalssreiche Schreibstil des Autors. Hier kommt der Germanistiker in ihm durch.

Zielgruppe des Buches sind eher Erwachsene, da thematisierte Probleme mit irgendwelchen Affären und Ex-Frauen Kinder und Jugendliche wahrscheinlich verwirren werden - bei mir war es so.

Der Vorgänger: "Und Gott sprach: Wir müssen reden!"
Das vorliegende Buch hat zwar einen Vorgänger, lässt sich aber auch eigenständig lesen, da viele neue Charaktere vorkommen und alte sehr gut eingeleitet werden.

Fazit:
Grundsätzlich war das Buch witzig und die Idee - den Teufel, der Dr. Jakobis Seele kaufen will ins Spiel zu bringen - sehr gut. Es ist ein Unterhaltungsroman - wie schon der Vorgängerteil - und enthält deshalb keine tief philosophischen Abhandlungen.
Leider bleibt der Hauptcharakter diesmal sehr flach und wirkt mal unmoralisch und mal sehr naiv.
Der Schreibstil ist zwar wieder unglaublich schön und lustig, kann aber auch nicht über den Mangel an originellen Ideen hinwegtäuschen, die leider durch etwas verwirrende, verrückte und überdrehte Ideen ausgetauscht wurden.
Letztendlich hat mir der erste Teil sehr viel besser gefallen und der zweite blieb weit unter meinen Erwartungen. Solte Hans Rath jedoch einen dritten herausbringen, würde ich ihm auf jeden Fall wieder eine Chance geben.

->Büchergarten
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 28, 2015 10:04 PM MEST


Endgame: Die Auserwählten
Endgame: Die Auserwählten
von James Frey
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bist du bereit für - Spannung, Action, Emotionen, Rätsel, Gewalt - Engame?, 8. Januar 2015
Und als ich das Buch dann in der Hand hielt spiegelte sich das leuchtende Cover in meinen weit aufgerissenen, glitzernden Augen wieder und ich glitt andächtig mit meinen Fingern über die fein eingestanzten Zahlencodes und Rätsel auf dem Schutzumschlag...
Ein wahnsinnig aufwändiges Merchendising rankt sich um dieses Buch. Engame. Mehr als ein Buch - sagt die Werbung.
Sogar interaktiv, denn der Leser hat die Chance auf 500.000 Dollar in Gold, wenn er die kniffligen Rätsel innerhalb der Romanseiten als erster entschlüsselt. Also ein besonders kostbares Buch - außen und innen. Oder?

Nennt mich konservativ, aber bei so einem großen Wirbel um nur ein Buch gehe ich erst einmal einen großen Schritt zurück. Warum steckt man soviel Geld in die Werbung für ein Buch? Hat man Angst, es könnte nicht ohne gold-glänzenden Umschlag überzeugen?

Nehmen wir das Buch einmal auseinander, subtrahieren wir den eindrucksvollen Vorhang aus Endgame-Büchern auf der Frankfurter Buchmesse, die 500.000 Dollar, den golden verzierten Umschlag und all den Wirbel, der um das Buch gemacht wurde und wird.
Was bleibt dann noch?

Die Geschichte scheint auf den ersten Blick nicht neu zu sein. Wir haben Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren, die mehr oder weniger zufällig ausgewählt wurden, um ein Spiel auf Leben und Tod zu spielen. Kommt uns das bekannt vor? Aktuell dürfte jeder sofort an "Die Tribute von Panem" denken.
Aber gehen wir weiter. Diese 12 höchst unterschiedlichen Jugendlichen spielen um das Schicksal der Welt, während sie glauben zu wissen, was das sein wird, ohne es wirklich zu wissen - wie sich zeigt. Diese 12 sind professionell ausgebildete Killer, die zwar alle unterschiedliche Stärken, Schwächen und Ausbildungen genossen haben, sich aber in ihrem Moralbewusstsein doch ziemlich stark vom Durchschnittsjugendlichen unterscheiden.
Es heißt dann oft: Erst töten, dann fragen! Für Panem Fans: Vergiss Katniss, nimm 12 mal Cato!
Die Hintergründe und Gründer von Endgame möchten gerne ganz viele Rätsel aufwerfen, was ihnen auch gelingt, leider auf eher frustrierende Weise. Die Fädenzieher sind sehr mächtige Aliens, die angeblich auch die Menschen erschaffen haben und nun Edngame organisieren. Sie werden mit perluttfarbener Haut, platinblonden Haaren, schwarzen Augen, langen, dünnen Gliedmaßen, schillernden Schuhen und einem dunklen Umhang "voller leuchtender Punkte, als bestünde er aus Weltraum, als wäre er mit Sternen übersät" beschrieben. Ich tat mich ein bisschen schwer mit dieser Stelle und stellte mir die übermächtigen Aliens fortan als ein Mischung zwischen der Kaminoan-Spezies aus Star Wars und dem My-Little-Regenbogen-Pony vor.
Schade, dass die Aliens in diesem Buch absolut nebulös bleiben, denn ihre Beweggründe und Absichten sind von zentraler Bedeutung und obwohl manche Spieler während des Buch hinter so manches Geheimnis kommen, fühle ich mich am Ende noch immer so ahnungslos wie zu Anfang.
Was bleibt sind Vermutungen, die die Leser untereinander austauschen dürfen und das Hoffen auf Band 2.
Finde ich persönlich ein wenig frustrierend, da ich mir gewünscht hätte, dass sich ein paar Geheimnisse lüften. Vielleicht habe ich auch etwas verpasst, ein Rätsel, eine Andeutung missverstanden, aber sollte ein Buch nicht auch für einen Durchschnittsleser ohne unendlich viel Zeit für Kryptorätsel verständlich sein?

Die meisten der 12 "Spieler" sind sehr interessant gestaltet. Jeder Spieler bekommt ein paar Kapitel in dem Buch, der eine mehr, der andere weniger. Die Kapitel tragen als Überschrift jeweils die Namen der Teilnehmer dieser Szene, aus deren Sicht sie beschrieben wird und den genauen Schauplatz. Diese Idee finde ich klasse und sie hilft ungemein dabei, den Überblick zu bewahren.
Dadurch lernt man viele Spieler sehr gut kennen, ihre Geschichte, ihren Hintergrund, selbst die Erzählweise und Sprache unterscheidet sich manchmal (*Insider* zuckBLINZEL). Auch eine kleine Liebesgeschichte, die mir persöhnlich (und vielen anderen Lesern, wie ich weiß) sehr gut gefallen hat, erhält in dieser Geschichte von Mord, Totschlag und dem Untergang der Welt ihren Platz.
In der Beschreibung des Buches wird gefragt, welche Eigenschaften bei Endgame von Nutze sein könnten. Ist es vielleicht die Liebe? Ich ertappte mich immer wieder, wie ich mich fragte, welcher der Spieler mit welcher Eigenschaft wohl weiterkommen wird. Ich kann es immer noch nicht sagen (hat vielleicht etwas mit den Aliens zu tun).
Ein Gedanke, der mir am Ende aufkam: Ähnlich wie bei Game-Of-Thrones lässt sich wahrscheinlich mit Hilfe simpler Mathematik ungefähr ausrechnen, welcher der verbliebenden Spieler wieviele Kapitel im nächsten Buch erhält.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Sprache ist manchmal sehr direkt und dann wieder sehr poetisch und (ohne, dass das abschreckend klingen soll) steckt voller Stilmittel. James Frey ist vom Schreibstil her in meinen Augen ein begnadeter Autor. Auch so manch makaberer Witz ist gut platziert.

Dass sein Schreibstil sehr direkt ist, ist ja generell positiv, bringt mich aber auch zu meinen größten Kritikpunkt: Brutalität, Gewalt, abgeschnittene Gliedmaßen,... oder um eine Rezensentin zu zitieren: "Abgesägte Finger, blutende Armstümpfe, durchtrenntes Rückenmark".
Ich habe 3 Theorien, warum in diesem Buch so viel detailierte Gewalt steckt.
Erstens geht es thematisch um die Apokalypse. Es kann also sein, dass der Autor dachte, er müsste den Detailreichtum seiner Beschreibungen von Grausamkeiten einer apokalyptische Stimmung anpassen.
Zweitens könnte es sich in seiner stilreichen Sprache um ein weiteres Stilmittel handeln. Der Autor könnte es für besonders sprachlich gewandt halten, Gewalt auf möglichst sachliche Art detailreich zu beschreiben, sodass das Buch einen makaberen und schwarzhumorigen Klang bekommt.
Oder drittens könnte der Autor sich dem verbreiteten Trend und aufkommenden Erfolgskonzept der ekligen Kost anschließen. Wie erfolgreiche Serien wie - allen vorran - Game Of Thrones, aber auch True Blood und ein wenig sogar Breaking Bad beweisen, sind "Abgesägte Finger, blutende Armstümpfe, durchtrenntes Rückenmark" ab 16 Jahren (*Augenzwinker*) ein willkommener Ekelfaktor. Warum das Konzept nicht auch auf Bücher übertragen?

Da ich so viel Gewalt und Innereien in meiner Freizeit nicht brauche, gebe ich einen Punktabzug und versehe dieses Buch - das sich selbst ab 16 empfielt - mit einem roten Ab-18-Stempel, in der Hoffnung, dass wenigstens alle unter 16 die Finger davon lassen. Dass es Teenager sind, die sich gegenseitig abmetzeln macht die Sache moralisch betrachtet nicht besser.
Also: Es ist AUF GAR KEINEN FALL ein Kinder- und Jugendbuch!

Zum Autor und der Buchreihe:
Der Name des Autors kam mir bekannt vor, also googlete ich und stieß einen WELT-Bericht, der ihn als "Skandalautor" bezeichnete. James Frey hat laut Artikel seine Memoiren veröffentlicht, die sich sehr gut verkauften, während sich im Nachhinein herausstellte, dass er sich die spektakulären Gefängnisaufenthalte und vieles mehr nur ausgedacht hatte. Was das über seine Seriösität aussagt, darf jeder für sich selbst entscheiden.
Die Reihe um Endgame soll eine Trilogie werden. Laut Wikipedia, anderen Quellen und der eigenen Imaginationskraft soll sogar schon die Verfilmung in Planung sein. Sollte es soweit kommen, würde ich um alles drauf setzen, dass Teil 3 der Trilogie gesplittet wird...

Fazit:
"Endgame - Die Auserwählten" ist ein Buch, dass vor allem durch Spannung und den Sprachstil fesselt. Die knapp 600 Seiten habe ich in 2 Tagen durchgelesen, denn ich musste unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Ich habe mich nicht an den zwischenseitigen Rätseln für den Leser versucht, da ich meine Zeit lieber mit Lesen als mit Rätseln verbringe. Also rein als Buch betrachtet ist die Geschichte zwar spannend, hat aber in diesem ersten Teil den Hang auch nach dem Ende zu misteriös zu bleiben. Zu wenig Rätsel werden gelüftet - was bleibt ist ein Cliffhanger und die Erkenntnis, dass Endgame mehr ist, als alle anderen zu wissen glauben (wer hätte das gedacht).
Für meinen Gechmack gibt es zu viel Blut, detailierte Gewaltbeschreibung und Gewaltbereitschaft von Jugendlichen in diesem Buch. Ich könnte mir aber vorstellen, dass viele Leser damit kein Problem haben. Jeder sollte aber vorgewarnt sein: Dies ist kein Jugendbuch.
Viele gewaltsame Tode, Spannung, Action, Emotionen, Rätsel - das bedeutet Endgame!
Ich vergebe vier Punkte, denn ich hoffe auf eine spektakuläre, überraschende und durchdachte Auflösung.


Und Gott sprach: Wir müssen reden! (Die Jakob Jakobi Bücher, Band 1)
Und Gott sprach: Wir müssen reden! (Die Jakob Jakobi Bücher, Band 1)
von Hans Rath
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich mit Herz, 8. Januar 2015
Auch hier haben wir wieder einen Roman vor uns, dessen Erfolg stark von den Erwartungen des Lesers abhängt. Die Sprache ist zweifellos witzig, originell, die Ereignisse überspannt, überspitzt. Wie steht es aber mit der Tiefsinnigkeit, Vielschichtigkeit, Ernsthaftigkeit, ihr wisst schon: All das, was bei humorvoller Literatur nicht selbstverständlich, aber doch irgendwie wünschenswert ist.

Vorweg: Dieser Roman missioniert nicht, macht sich aber auch nicht auf unfaire Weise lustig über den christlichen Glauben. Er bleibt neutral und defensiv genug, dass jeder ihn lesen und seinen Spaß daran finden kann.

Sehr gut haben mir Hans Rath's Figuren gefallen. Besonders Jakob muss man einfach ins Herz schließen. Aber auch seine Mutter, seine Ex-Frau und nicht zu letzt Abel Baumann (alias Gott) sind sehr sympathisch und vielschichtig. Ich konnte ihre Charaktere und Entscheidungen nachvollziehen und habe sie sehr lieb gewonnen.

Der Einstieg in den Plot gelingt Rath sehr gut. Wir lernen erst einmal alle kennen. Trotzdem ist immer etwas los und die Lachmuskeln dürfen sich schon einmal aufwärmen. Lustig geht es weiter, bis man Abels Familie (Maria und Josef) im den Tiefen Bayerns besucht. Langsam bekommt der Roman einen immer ernsteren Klang. Gelacht und gewitzelt wird trotzdem noch viel, aber die aufkommende Ernsthaftigkeit gibt der Geschichte eine gelungene, abwechslungsreiche Wendung und Jakobs Charakter die richtige Tiefe.
Hans Rath legt Wert darauf, dass - obwohl die Unterhaltung bei dem Buch im Mittelpunkt steht - der Hauptcharakter sich weiterentwickelt und seinen Blickwinkel auf eine sehr schöne Weise ändert.
Über das Ende kann ich gar nicht so viel sagen. Auf der einen Seite, weil ich es nicht vorwegnehmen will, auf der anderen Seite aber auch, weil ich immer noch über seine Bedeutung grüble. Und genau das finde ich schön, denn ich glaube, dass sich jeder seine eigene Bedeutung heraussuchen darf

Vieles, was im Buch passiert ist aus dem Leben gegriffen, Anderes wird dagegen sehr überspitzt dargestellt.
Gibt es vielleicht zu viele Zufälle, sind die Ereignisse zu überzogen?
Von mir gibt es ein 'Nein'! Natürlich ist Manches bewusst überzogen dargestellt, aber ist man mit Gott unterwegs, ist es gut möglich, dass scheinbar Unmögliches passiert. Der ist schließlich immer für Überraschungen gut.

Der Schreibstil ist locker, flockig, lustig, flüssig und - natürlich - humorvoll. Hat mir rundrum gut gefallen und mich von Anfang an unterhalten.
Die Grundidee allein, dass Gott als Mensch - okay, den Teil kennen wir schon - auf die Erde kommt und dann aber in Therapie gehen muss, die lebensnahe Art, wie Gott dargestellt wird ist einzigartig und bezaubernd.
Letztendlich ist es aber 'nur' ein Roman. Hans Rath stellt nicht den Anspruch Gott so darzustellen, wie er ihn sieht, sondern eine innovative Idee umzusetzen. Der Leser sollte demnach auch nicht den Anspruch haben, das Gottesbild im Roman zu teilen, sondern einfach die Unterhaltungsliteratur genießen.

Fazit:
Das Buch empfehle ich allen, die sich durch den Klappentext angesprochen fühlen. Hier wird weder missioniert, noch findet ihr bahnbrechende theologische Besprechungen oder gar bösartige Angriffe auf das Christentum. Es werden lediglich augenzwinkernd ein paar Riten durch den Kakao gezogen. Es darf herzlich gelacht werden, wobei auch die etwas ernsten Seiten des Lebens nicht zu kurz kommen.
Viel Wein, Wortwitz, Schnee, Krankenhäuser, Patrick Steward, Gourmet Burger, europaweit gesuchte Verbrecher, Glücksspiel, bayerische Weißwürste und noch mehr Wein erwartet euch! Mit Gott wird es halt nie langweilig.


Das Spiel der Spiele (Wild Cards, Band 1)
Das Spiel der Spiele (Wild Cards, Band 1)
von George R.R. Martin
  Broschiert
Preis: EUR 15,00

4.0 von 5 Sternen Das Wild-Cards-Universum findet nach 27 Jahren endlich nach Deutschland, 8. Januar 2015
Vorweg: George R. R. Martin fungiert hier "nur" als Herausgeber. Aus seiner Feder stammen nur wenige Kapitel. An dieser und weiteten Episoden-Storys sind außerdem noch die Autoren Roger Zelazny, Lewis Shiner, Walter Jon Williams, Pat Cadigan, Howard Waldrop, Leanne C. Harper, Chris Claremont, Victor Milán und John J. Miller beteiligt.
Beim Einstieg in den Roman muss man sich über eines im Klaren sein: Seit 1987 wurden 21 Anthalogie aus dem Wild Cards Universum veröffentlicht. 1996 erschien der erste Band im Heyne Verlag auf Deutsch. Weitere folgten, blieben jedoch ohne Beachtung. "Wild Cards - Das Spiel der Spiele" ist nun die Übersetzung des 18. Buches aus dem Wild Card Universum - erschienen 2008 -, aber das Erste nach dem Verlgswechsel zu Tor Books, einem amerikanischen Verlag, der zu einer großen deutschen Verlgasgruppe gehört. Ich bin sehr dankbar, dass sie einen erneuten Versuch gewagt haben, das Wild Card Universum nach Deutschland zu bringen - nur schade, dass sie mit Band 18 angefangen haben.

Wie bei allen großen Comic Universen sind verschiedene Superhelden auch in den Köpfen verschiedener Autoren entstanden. So wirken die vielen Charakter sehr unterschiedlich, aber auch detailreich und lebensecht. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigene Vergangenheit und seine eigene Bestimmung.

Die Geschichte in diesem Buch spielt sich an zwei Schauplätzen ab, die im großen Kontrast zueinander stehen: In Ägypten, dem Kriegsschauplatz eines Nah-Ost-Konfliktes UND hinter den Kulissen der Casting- und Reality-Show "American Hero".

Wir kennen es alle z.B. von Spiderman: Superhelden setzen sich gerne mit moralischen Leitfragen auseinander.
Dieses Buch steht wohl unter der Frage: "Was macht einen echten Helden aus?"
Während "American Hero" behauptet den größten Helden zusuchen, spitzt sich der Konflikt in Ägypten immer weiter zu - dort könnte man einen wahren Helden gut gebrauchen. Oder? Auch hier bleibt die Story komplex.
Der Einstieg in die Welt ist schwer, denn die Vorgeschichte beläuft sich auf 17 Bücher und wird hier sehr dürftig zusammengefasst. Der Leser ist mehr oder weniger sich selbst überlassen und muss sich vieles selber denken..
Die eigentliche Geschichte hat einen starken Anfang und ein starkes Ende. Der Mittelteil wirft vor allem gen Ende der American Hero-Geschichten leider ein paar Längen auf. Hier wäre Weniger Mehr gewesen.
Der Rest ist jedoch sehr einfallsreich, komplex und spannend. Das Ende überrascht noch einmal mit einem spannenden Twist.
Witzig sind übrigens die kleinen Anspielungen auf Berühmtheiten, wie Brad Pitt & Co.

Die Charaktere werden sehr detailreich mit einer ausführlichen Vergangenheit und interessanten Eigenschaften dargestellt. Durch die verschiedenen Schreibstile der vielen Autoren wirken die Figuren noch individueller und einzigartiger.

Wegen dem zwischendurch spritzenden Blut und dem satirenartigen, aber ernsthaften Umgang mit politischen Themen ist diese Buchreihe eher für Erwachsene geeignet.

Fazit:
Die Stärke dieser Buchreihe liegt vor allem in seinen Charakteres und spannenden Geschichten von politischen Konflikten. Mit einer Mischung aus X-Men, die teilweise selbstironisch und überspannd, dann aber wieder spannend und cool gezeichnet sind und deutlichen Bezügen zu anderen Comic Superhelden-Universen punktet dieses Buch.
Da es sich allerdings um den 18. Band einer Reihe handelt, was durch die mehr als dürftige Einleitung in die Wild-Cards-Welt schmerzlich auffällt, hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. So verstand man häufig ein paar Anspielungen nicht und durchlebt einen holprigen Einstieg. Zusammen mit der in die länge gezogenen Mitte des Buches gibt es aber nur einne Punkt Abzug.
Dieses Buch lohnt sich auf jeden Fall für alle, die gerne Filme oder Comics aus Superhelden Universen mögen und/oder sich über eine außergewöhnliche, spannende und etwas andere Geschichte freuen, die mal etwas Abwechslung in die Bücherwelt bringt.
Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, denn mich konnte das Wild-Cards-Fieber packen!


Der 48-Stunden-Mann. Roman
Der 48-Stunden-Mann. Roman
von Susan Mallery
  Broschiert
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Locker, witzig, humorvoll, seicht und voller Liebe, 8. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Der 48-Stunden-Mann. Roman (Broschiert)
"Der 48-Stunden-Mann" war das erste Buch von Susan Mallery, das ich gelesen habe, obwohl sie eine bekannte Autorin in dem Bereich der Liebesromane ist.
Eingestellt habe ich mich auf ein locker, leichtes Buch, ohne Tiefgang, verstrickten Handlungssträngen, komplexer Charaktertiefe oder viel Action, dafür aber mit einer Menge Witz, liebevollen Charakteren, logischen Emotionen und vor allem charmanten und schlagfertigen Dialogen zwischen den beiden Hauptcharakteren.

Ist es nicht schön, wenn die eigenen Erwartungen in jedem Punkt erfüllt werden? :-)

Von Anfang an ist dem Leser klar: Nick ist ein Undercover-Agent, aber er spielt die Rolle des dubiosen Imobilienmaklers mit kriminellen Aktivitäten verrucht gut!
Seit einem Jahr sieht er Hannah regelmäßig auf der Polizeiwache, denn sie ist Polizisten und er muss dort immer mal wieder Kaution für seine Angestellten bezahlen. Hannah ist ihm von Anfang an symathisch und so geht er voll in seiner Ganoven-Rolle auf und reizt sie ständig mit frechen Anmachsprüchen.

Hannah ist verzweifelt. In ihrer Kindheit wurde sie zur Adoption freigegeben und von Familie zu Familie gereicht. Nun erhält sie plötzlich einen Brief ihrer leiblichen Mutter, die sie um ein Treffen bittet. Und da Hannahs Mutter glaubt, Hannah wäre verheiratet und Hannah annimmt ihre Mutter wäre gebrechlich und hätte eine schwere Krankheit gibt Hannah eines Tages einer Einladung von Nick nach und fragt ihn nach mehreren Gläsern Tequila, ob er für ein Wochenende ihren Ehemann spielen könnte.
Nicks Undercover Mission näherte sich gerade einer heißen Phase, in der eraus der Stadt verschwinden soll, also kommt ihm Hannahs verlockendes Angebot für ein Wochenende außerhalb der Stadt ihren Ehemann zu spielen gerade recht.

Hannahs und Nicks Charaktere sind sehr sympathisch. Natürlich haben beide die obligatorische schwere Kindheit, durch die sie Schwierigkeiten haben Anderen zu vertrauen und eine feste Bindung einzugehen. Sie entwickeln sich dafür sehr nachvollziehbar auf einander zu und sind mir wirklich ans Herz gewachsen.
Das Gleiche gilt für Hannahs "Familie", also ihre leibliche Mutter und noch ein paar andere männliche Familienangehörige samt Frauen, die keinen Zweifel daran lassen, dass die Autorin ihren eigenen Beziehungen bereits diverse Bücher vorher gewidmet hat.

Der Schreibstil ist durchschnittlich, lässt sich gut und flüssig lesen und glänzt durch schlagfertige Dialoge zwischen Hannah und Nick.
Ein bisschen Action gegen Ende darf natürlich auch nicht fehlen. Auch wenn einiges vorhersehbar ist, macht das Lesen einfach Spaß, vor allem, da Susan Mallery auf die genretypische überzogene Drama-Szene verzichtet hat. Hannahs neue Familie mag zwar einem Bilderbuch entsprungen sein, aber sonst wirkt nichts gekünstelt. Ohne großen Aufwand vermeidet die Autorin Fettnäpfchen und Schleimspuren und schafft die Gradwanderung zwischen Witz und Romantik.

Reihe
"Der 48-Stunden-Mann" ist der sechste Teil der Reihe "Hometown Heartbreakers", aber auch ohne die Vorgänger gut zu lesen und zu verstehen. Die ersten vier Bücher sind kaum/gar nicht auf Deutsch zu bekommen
Für den Kindle gibt es die drei Nachvolgebände als eBook-Bundle, sowie den direkten Vorgänger "Mistelzweig und Weihnachtsküsse" als eBook auf Amazon.
Auf dem Blog "Tines Bücherwelt" gibt es eine wunderbare Übersicht über alle Reihen und Bücher von Susan Mallery.

Fazit:
Das Buch kann ich jedem empfehlen, der gerne etwas mit viel Herz, Humor und Romantik lesen will. Die Figuren und die Geschichte sind allesamt sehr liebevoll, wenn auch sehr rosarot. Ein typischer Liebesroman, bei dem alles richtig gemacht wurde. Was er verspricht, hält er auch!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10