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Beiträge von Rock Tullie
Top-Rezensenten Rang: 31.100
Hilfreiche Bewertungen: 1022

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Rezensionen verfasst von
Rock Tullie (Bedburg-Hau, NRW)

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Rock Island
Rock Island
Wird angeboten von VECOSELL
Preis: EUR 11,25

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides Werk, 9. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Rock Island (Audio CD)
Diese Scheibe hier war der Nachfolger von Crest of a Knave, das Album von 1987, was die Fans wieder mit Jethro Tull versöhnte. Rock Island ist eine konsequente Weiterführung des einmal beschrittenen Weges. Beste Voraussetzungen, möchte man meinen, doch macht die Platte den Eindruck, als sei es Ian und seinen Mannen nicht ganz so leicht von der Hand gegangen. Ein paar der Songs scheinen schon beim Komponieren Schwierigkeiten gemacht zu haben, obwohl das Ergebnis dieser Songs nicht wirklich schlecht ist, eher guter Durchschnitt. Undressed to kill gerät mir ein wenig eintönig, ebenso Heavy Water und Another Christmas Song. Insbesondere bei diesen Songs glänzt die Band nicht so vor sonst gewohnter Spielfreude. The Whaler´s Dues kommt tatsächlich so schwer wie ein Wal, quält sich knapp 8 Minuten (ich bin sonst ein Fan langer Stücke) durch den Player. Der Song hat bei weitem nicht das Flair und Leichtigkeit von Budapest. Nach diesen Worten fragt man sich, wie kommt der Rezensent trotzdem auf 4 Sterne --- nun, die Scheibe hat Highlights. Kissing Willie, der flotte Opener mit schlüpfrigem Thema, dargestellt in gekonnter Manier dank Ian. The Rattlesnake Trail ist ebenfalls ein flotter Rocker und stampft straight nach vorne. Immer noch rockig, aber etwas langsamer ist Ears of Tin, das in der Mitte des Songs durch eine Rythmuswechsel besticht. Der Titeltrack ist vielleicht auch eine Spur zu getragen, hat aber ein geniales Flötensolo zu bieten. Bei Big Riff and Mando packt Ian mal wieder die Mandoline aus, der Refrain ist hier für Tullverhältnisse harter Rock. Die im zweiten Abschnitt genannten Songs wären mir 5 Sterne wert gewesen, aber bei den übrigen Songs waren mir persönlich zu viele Schwächen drin. Für Jethro Tull ist es zwar ein grundsolides, aber durchschnittliches Album.


The Broadsword And The Beast (Remastered + Bonus Tracks]
The Broadsword And The Beast (Remastered + Bonus Tracks]
Preis: EUR 7,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Gratwanderung zwischen Folk und Synthie, 6. März 2006
Nach dem für viele Fans "A"-Schock, das eigentlich ungeplante Tullalbum ohne akustische Instrumente, gelangen Jethro Tull 1982 mit Broadsword and the Beast der Sprung in die 80er. Der beliebte und gewohnte Tullstil mit den vielen Folkelementen wurde in ein Gewand mit dem Synthesizer gesteckt. Diese Gratwanderung ist Jethro Tull bei diesem Album gut gelungen, auch weil die Betonung auf die "neue Moderne" nicht gar zu sehr übertrieben wurde. Ian Anderson's Instinkt war damals sehr zielsicher und hat die richtige Mischung gefunden. Als er bei der nächsten Platte zwei Jahre später einiges an Verantwortung an Peter Vettese abtrat, ging das prompt in die Hose. Bei den anderen Remastered-Alben von Jethro Tull hatte ich immer den Eindruck, dass die Bonustracks nie so wirklich auf das ursprüngliche Album gepasst haben --- hier ist das anders. Jethro Tull hätten ein Doppelalbum veröffentlichen sollen. Die Qualität aller Songs ist gleichbleibend hoch. Aber auch hier gibt es richtige Highlights. Die düsteren und sehr getragenen Beastie und Broadsword, die federleichten Clasp und Pussy Willow sowie die mit viel Mandolineinfluss aufgenommenen Falling on Hard Times und Jack Frost and the Hooded Crow. Pussy Willow war der letzte Radiohit von Jethro Tull in Deutschland, tja ... lang ist's her. Und wer erinnert sich nicht an Rock Pop in Concert, wo Jethro Tull eben dieses Album in der Dortmunder Westfalenhalle live präsentierten?! Gibt's das eigentlich irgendwo auf DVD???? Die Zusammensetzung der Band bestand 1982 aus dem Tullkern Ian Anderson, Martin Barre, Dave Pegg sowie Gerry Conway an den Drums, den verschiedene Rockbands gerne rekrutieren und dem eigentlich begnadeten Keyboarder Peter Vettese, wenn er denn nicht an den Arrangements mitkomponiert (wie leider auf Under Wraps). Ian hatte für mich auf Broadsword das größte Stimmvolumen in seiner langen Sangeskarriere. Bitte nicht falsch verstehen, ich denke, er hat auch heute noch einen einzigartigen Ausdruck in seinem Gesang und er versucht ja auch nicht, seine Schwächen, die er mit höheren Noten hat, zu kaschieren. Es gibt lediglich ein paar charmante Änderungen in den Arrangements! Broadsword and the Beast war für mich das letzte Album, wo Ian noch mit vollem Stimmumfang singt (Under Wraps zählt für mich nicht, mit der Platte hat er seine Stimme versaut). Martin spielt wie immer vielfältig und solide und ist neben Dave die Konstante in der Band. Was man auch wissen sollte, ist, dass Broadsword and the Beast in Deutschland Jethro Tull's erfolgreichstes Album im Erscheinungsjahr ist -- bis heute. Also kaufen, rein in den Player, genießen und ein wenig in Nostalgie schwelgen.


Thick As a Brick
Thick As a Brick
Preis: EUR 10,49

26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 14. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Thick As a Brick (Audio CD)
Ich habe lange überlegt, was ich in einer Rezension zu Thick as a Brick so alles schreiben würde. Nun denn alles ansprechen kann man nicht, die Album ist so vielfältig, wie es kein zweites gibt. Leider ermöglich es Amazon nicht, die Sternezahl zu erhöhen. Selbst 6 Sterne sind noch zu wenig. Musikalisch festlegen lässt sich die Scheibe zu keiner Zeit. Sie hat starke Progelemente, Rock und Acoustic wechseln oft, ebenso Tempi und Rythmus. Wie die meisten Rezensenten auch schon dargestellt haben, besteht Thick as a Brick aus einem einzigen durchgängigen Stück Musik, welches wegen der begrenzten LP-Kapazität im Jahre 1972 in der Mitte geteilt werden musste. Eröffnet wird die Scheibe mit dem akustischen Riff, welches als Thema bis zum Ende immer wieder auftaucht. Diese Eröffnung ist dem geneigten Konzertgast von Jethro Tull wohlbekannt und geht nach drei Minuten ziemlich knackig in eine Rocksequenz über, die auf der Platte auch noch zwei oder drei Mal auftaucht. Diese Rocksequenz mündet schließlich in eine der schönsten Melodien, die ich kenne. Wenn man den Song herausschneiden würde, müsste man in Poet and Painter nennen. Ende der 70er war dieser Teil auch noch Gegenstand der Livedarbietung, fiel später aber wohl und bedauerlicherweise dem Zeitmanagement eines Konzerts zum Opfer. Nach Poet and Painter kommt der Keyboardlauf, der auch heute noch die Fans mit der Zunge schnalzen lässt, die Strophe mit "I come down from the Upper Class". Anschließend wird wieder in ein akustisches Segment geführt, das das bekannte Eröffnungsthema hat, aber nur kurz, da der dann folgende Part ein eigenständiges musikalisches Thema hat. Die ursprüngliche Seite 1 der LP wird dann mit bekannter Rocksequenz abgeschlossen, wohl ist es hier deutlich anders arrangiert. Die Seite 2 beginnt, wie die erste aufgehört hat und mündet dann wieder in die bekannte Rocksequenz, hier aber nicht umarrangiert. Dieser Part gerät dann wohl etwas länger mit einem Drumsolo als Höhepunkt. Anschließend gibt es als roten Faden wieder das Thick as a Brick Akustikriff, welches aber wieder "nur" eines jener Jethro Tull Stücke auf akustischer Basis einleitet, das eine dieser begnadeten Melodien hat. "Do you believe in the Day" sei hier als Stichwort für den Fan genannt. Danach kommt dann ein wieder stärker rockangehauchtes Stück mit ganz starkem Rythmus und deutlicher Keyboarddominanz. In der Mitte dann ein Flötensolo vom Feinsten. Dieser Part ist auch wieder etwas länger geraten, aber sehr abwechslungsreich. Danach mündet er in den Schluss, und wen wundert´s, das Ende ist wie der Anfang mit dem Schlusssatz "And you wise men don´t know, how it feels to be thick as a brick". Wörtlich übersetzen kann "Tick as a Brick" jeder, sinngemäß heißt es "dumm wie Bohnenstroh". Ian Anderson schrieb damals den Text ganz humorvoll aus der Sicht eines Achtjährigen. Um die Verwirrung komplett zu machen, taucht dieser Junge auch in den Credits als Texter auf. Das Album war eine humorvolle Umsetzung eines sogenannten Konzeptalbums und ein kleiner Seitenhieb für alle, die Aqualung schon für ein solches gehalten haben. Aber egal, "dumm wie Bohnenstroh" ist "Thick as a Brick" nicht, es ist Jethro Tull`s Meisterwerk und trotz späterer Spitzenalben nie wieder erreicht. Und abschließend ein kleines Lob an diese Remasteredversion, die Ausstattung und das Cover entsprechen der 1972er Veröffentlichung, was die beigefügte Zeitung betrifft. Die Zugaben wie die Livedarbietung aus dem Madison Square Garden von 1978 und das Interview mit Ian, Martin und Jeffrey aus dem Jahre 1997 (?) sind sehr schön. Die Original-LP ist heute wohl kaum bezahlbar, wenn sie in einem entsprechenden Zustand ist.


A - Remastered (CD+Bonus DVD)
A - Remastered (CD+Bonus DVD)
Preis: EUR 27,24

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abkehr vom Folkrock, 19. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: A - Remastered (CD+Bonus DVD) (Audio CD)
Das was diese Veröffentlichung zum lohnenswerten Kauf macht, ist die Bonus-DVD. Es handelt sich um die Slipstreamaufnahmen, die es bisher bei uns nur als Video gab und als Import-DVD in zweifelhafter Qualität. Dieses ist hier gänzlich anders. Daher gebe ich auch die 5 Sterne, das Album A sehe ich auch heute noch sehr zwiespältig. 1980 stellte die Veröffentlichung einen vollkommenen Bruch dar, sozusagen eine völlige Abkehr einer gewachsenen Tradition. Sämtliche akustische Instrumente (die Flöte Ian's einmal ausgenommen) wurden in den Schrank gestellt und für die Dauer der Aufnahmen der Schlüssel dazu weggeworfen. Heute wissen wir, dass Ian ursprünglich ein Soloalbum geplant hatte, aber wegen des neuen Bandfeelings (Martin spielte die Gitarre, nach dem Tode von John Glascock spielte der damals neue Bassist Dave Pegg) entschloss man sich kurzerhand, das Ganze als Jethro Tull zu veröffentlichen. Die zusätzlich rekrutierten Musiker Eddie Jobson und Mark Craney wirkten nur für diese Platte und die darauffolgende Tour mit. Dieses führte damals zum Quasirausschmiss von John Evan und Barriemore Barlow. Wie John Evan in einem späten Interview sagte, sei dieses Problem niemals zufriedenstellend beantwortet worden. Sei's drum ... Die CD hat natürlich nicht mehr die ursprünglichen zwei LP-Seiten. Zum Verständnis: die ersten 4 Songs waren damals Seite 1. Ich erinnere mich, dass ich beim Hören damals begeistert war. Diese 4 Songs gehören zur gehobenen Jethro Tull Klasse. Black Sunday ist sogar ein außergewöhnliches Stück mit schwierigem Gesang. Ian Anderson war damals noch toll bei Stimme und meisterte diese Aufgaben problemlos. Wenn man sich diese ersten Stücke anhört und sich darauf einlässt, dass alles lieb gewonnene Akustische fehlt, wird man die Songs lieben. Beim Hören der zweiten Seite hatte ich damals das Gefühl, noch nie einen solchen Schrott von Jethro Tull gehört zu haben. Ich muss sagen, auch remastered erschließen sich mir die Songs ab Nr. 5 heute immer noch nicht.


Stormwatch [REMASTERED]
Stormwatch [REMASTERED]
Wird angeboten von japazon
Preis: EUR 38,26

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abschluss der rustikalen Reihe, 19. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Stormwatch [REMASTERED] (Audio CD)
Diese Scheibe hier ist die Letzte, die Jethro Tull in bei den meisten Fans so beliebtem rustikalen Folkstil eingespielt haben. Es ist auch die letzte Scheibe, wo der unvergessene John Glascock kurz vor seinem Tode noch am Bass zu hören ist, wenn auch krankheitsbedingt nicht mehr auf allen Stücken. Thematisch hat das rustikale Trio den Weg über Wald, Felder und hier im weitesten Sinne Meer und Küste genommen. Letztlich spiegeln alle diese Platten auch irgendwie Ian Anderson's Interesse an Natur und Umwelt wider. Stormwatch hatte ebenso wie Heavy Horses nicht ganz die kompositorische Qualität wie Songs from the Wood, ich mag aber trotzdem keinen Stern abziehen. Dafür sind einfach zu starke Stücke drauf. Die beiden besten sind auch die längsten Lieder. Dark Ages ist ein 9-minütiges, sehr getragen gespieltes, düsteres (sehr passend zum Titel) Stück. Er reicht ohne weiteres an Heavy Horses heran, ohne diesen allerdings zu übertreffen. Er ist aber deutlich stärker als z.B. No Lullaby. Gleiches gilt in besonderem Maße für Flying Dutchman, nur dass dieser Song nicht die düstere Atmosphäre von Dark Ages hat. Darüber hinaus finden sich wunderbare Stücke, die richtig heimelige Abendstimmung verbreiten, Dun Ringill und Home. North Seal Oil ist ein flotter, akustischer Opener. Die Albumeröffnung findet ihre Fortsetzung im etwas langsameren Orion. Auch zwei Instrumentals finden sich mit Warm Sporran und Elegy, wobei letzterer noch aus David Palmers Feder stammt. Mit Something's on the Move ist für meinen Geschmacj ein Rocker zu wenig auf der Scheibe. Alles in allem kann ich heute nur noch den Kopf schütteln, wie sehr damals auch von Fans die Platte verrissen wurde. Ich frage mich oft, woran das gelegen haben könnte. Einzige Erklärung, die mir da einfällt, dürfte sein, dass in den 70ern und auch noch in den ersten Zuckungen der 80er eine unglaubliche Vielfalt von hochqualitativer Musik veröffentlicht wurde, während heute die Musikmanager bestimmen, wer was veröffentlicht, manchmal unabhängig davon, ob jemand spielen oder singen kann. Stormwatch war jedenfalls Ende der 70er stark unterbewertet und wäre heute eine Hammerveröffentlichung --- Remastered sowieso.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 13, 2014 11:00 PM MEST


Heavy Horses [REMASTERED]
Heavy Horses [REMASTERED]
Preis: EUR 42,05

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fortsetzung des Rustikalen, 18. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Heavy Horses [REMASTERED] (Audio CD)
Zunächst mal vorweg, Heavy Horses kommt nicht ganz an Songs from the Wood, aber deshalb einen Stern abzuziehen, ginge dann doch zu weit. Und dieses hat seinen Grund vor allen Dingen wegen des Titelkstücks. Jemandem noch zu erzählen, welch geniales Stück Ian Anderson da gelungen ist, hieße Eulen nach Athen tragen. Und das, obwohl ihm vor Veröffentlichung dieser Platte mit Aqualung, Thick as a Brick und Songs from the Wood Albenmeisterwerke gelungen sind. Heavy Horses ist das zweite Album, welches Jethro Tull nach Ian Anderson's Umzug auf's Land eingespielt haben. Genau diese Stimmung kommt wunderbar rüber. Besonders bei den stark akustisch angehauchten Stücken wie ... and the Mouse Police, Acres Wild, Moths, Rover, One Brown Mouse und Weathercock. Stilistisch etwas anders geraten mit einem stark dominierenden Basslauf des unvergessenen John Glascock ist Journeyman. Dieser Song hatte sich mir damals erst nach mehrmaligem Hören erschlossen. Richtig krachen lässt es Martin auf dem länger geratenen auf Bluesbasis aufgebauten No Lullaby. Die Bonustracks sind lohnende Stücke, die wie immer für mich nur das Manko haben, in den Kontext des ursprünglichen Albums nicht ganz zu passen. Aber allein die Aussicht, das Titelstück in einzigartiger Klangqualität zu hören, ist die wahre Triebfeder. Da könnte der Rest des Albums billige Popmusik sein.


Songs from the Wood [REMASTERED]
Songs from the Wood [REMASTERED]
Wird angeboten von Disco100
Preis: EUR 14,95

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auftakt der rustikalen Triologie, 17. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Songs from the Wood [REMASTERED] (Audio CD)
Songs from the Wood muss man in einem Konsens mit Heavy Horses und Stormwatch sehen. Die Atmosphäre dieses Albums klingt wegen der Ausgewogenheit von klassischen und elektronischen Instrumenten wunderbar entspannt. Das Songwriting ist hier perfekt geraten, was auf den beiden anderen genannten Alben niveaumäßig nicht mehr ganz erreicht wurde. Auf Songs from the Wood befinden sich gleich mehrere Lieder, die zum Besten des Repertoires von Jethro Tull zählen. Als erstes sei hier gleich der Titeltrack selber genannt. Der Anfang ist ein A Capella Männerchor, der uns die Lieder, Reime des Waldes ankündigt. Dieser Chor besteht aus einer nicht zählbaren Anzahl von mehreren Ian Andersons. Dieser Umstand verhindert natürlich auch heute noch die vollständige Livedarbietung (der Chor muss leider vom Band kommen). In der zweiten Strophe des Songs setzen nach und nach die Instrumente ein. Der Mittelteil besteht aus einem harten Instrumentalpart, der von Ian's Flöte dirigiert wird. Der Schlussteil wiederum fasst das vorher Gehörte mit Chor und Instrumentierung zusammen und endet abrupt. Ein einfach zeitloses Stück. Zum Besten zählt auch Hunting Girl, ein kompliziert arrangierter Rocker. Hervorstechender Part sind zwei identisch gespielte Instrumentaleinleitungen, wie sie es so kein zweites Mal gibt und geben wird. Er mündet beide Male in ein knackiges Riff von Martin bevor der Gesang einsetzt. Der Text kommt trotz des Titels gar nicht so rustikal, sondern handelt von Fetischsex (Die Hunting Girl ist eine ledertragende Domina) im Walde. Zum Thema Liebe im Wald oder in der Natur gibt es einen weiteren Song auf der Scheibe, nämlich Velvet Green. Nur ist hier nicht von Domina und Leder die Rede. The Whistler ist der Hit des Albums, der meines Wissens zufolge damals Singleauskopplung und recht erfolgreich war, in diesem Fall auch verdient, weil der Song einfach wie genial ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele selbst ernannte Gitarreros sich an diesem Song schon versucht haben. Pibroch ist ein 8-Minutenstück, das Martin Barre mit seinem einzigartigen und gefühlvollem Gitarrenspiel hier in besonderem Maße bereichert. Die Songstruktur selber weist eigentlich gar nicht auf ein so langes Stück hin (3 Strophen) aber Martins Gitarreneinsatz und der Instrumentalpart mit tollem Flötensolo in der Mitte lassen es in epischer Breite erscheinen. Abgerundet wird die Platte mit den weiteren Stücken, wobei sämtlich Instrumente bei Jack-in-the-Green z.B. von Ian allein gespielt wurden. Was wirklich Rustikales für lange Winterabende findet sich mit Ring out und Fire at Midnight, die Jethro Tull auf ihrem späten Christmas Album noch einmal neu eingespielt haben. Die Bonustracks sind für sich betrachtet gute Songs, passen aber nicht auf das Album. Da die Klangqualität schon 1977 auf LP sehr gut war, ist die Remastered-Version zwar keine neue Offenbarung, aber ein absoluter Hörgenuss.


J-Tull Dot Com
J-Tull Dot Com
Wird angeboten von groovetemplemusic
Preis: EUR 12,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider bisher letztes Album, 13. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: J-Tull Dot Com (Audio CD)
Wir warten inzwischen das sechste Jahr auf die nächste reguläre Studioveröffentlichung und ich fürchte, es wird noch ein bisschen mehr. DOTCOM ist ein gutes Album, welches in sich wieder viel Abwechslung bietet, vielleicht nicht ganz so ausgereift, wie bei seinem Vorgänger. Aber es finden sich auch hier ein paar Spitzenstücke. Der Titeltrack z.B. ist mit einer Bambusflöte eingespielt und eine weibliche Backgroundstimme hilft ebenfalls mit. Hunt by Numbers ist ein absolut "geiles" Rockstück mit einem knackigen Riff von Martin. Black Mamba ist ein Titel, der etwas komplexer arrangiert ist, obwohl er mit 5 Minuten nicht allzu lang ist. Hier findet sich für meinen Geschmack auch die Schwäche der Platte. Mir persönlich fehlen ein wenig ein bis zwei etwas aufwändigere Stücke, die zum Zurücklehnen etwas länger geraten sind, aber vielleicht wollte das Ian Anderson diesesmal gar nicht. Warum Bends like a Willow nie die Chance hatte, auch für ein breiteres Publikum in den Medien präsentiert zu werden, ist mir auch heute noch ein Rätsel. Dieses Stück hat alles, was einen Musikfan mit Geschmack begehrt, es ist eingängig, hat einen tollen Rafrain und dazu auch noch Qualität und musikalische Substanz. Aber mein Wunsch, Jethro Tull mögen ohne zweifelhaftes Pushing von außen mal ein richtig erfolgreiches Album hinlegen, wird wohl eher ein Stoßseufzer bleiben. Die übrigen Stücke sind gut, haben mehr (Spiral, Awol, El Nino) oder weniger (Wicked Windows, Far Alaska, the Dog-ear years, a gift of Roses) stark ausgeprägte Rockelemente. Dabei ist die Platte wunderbar leicht produziert und klingt nicht überladen fett und bombastisch. Einzig, was Ian Anderson und Martin Barre bei Hot Mango Flush gedacht haben, müsste mir mal jemand erklären.


Roots to Branches
Roots to Branches
Wird angeboten von TipTopTonträger
Preis: EUR 9,50

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Spätwerk, 12. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Roots to Branches (Audio CD)
Die Abstände der Veröffentlichung von wirklichen neuen Alben von Jethro Tull werden immer größer. Inzwischen warten wir seit J-Tull-Dotcom bereits 6 Jahre auf ein neues Album und es wird wohl noch ein siebtes Jahr ins Land gehen. Roots to Branches war die inzwischen vorletzte echte Studioneuerscheinung, damals 4 Jahre nach Catfish Rising. Stilistisch komplett anders als sein Vorgänger, aber letztlich doch ein typisches Jethro Tull Album. Ian Anderson hatte diesesmal viele fernöstliche Elemente eingebaut, sie treten besonders bei Rare and precious Chain, This free Will und Beside myself zu Tage. Die beiden erstgenannten sind zwei kürzere Tracks, flott gespielt und eigentlich sogar charttauglich. Aber da Jethro Tull sich wie viele andere ältere Bands weigern, die Businessmechanismen mitzumachen, werden wir wohl ewig auf Jethro Tull im Radio o.ä. warten. Beside myself ist ein komplexeres längeres Stück, was hin und wieder auch live gespielt wird. In die Kategorie komplexeres Stück gehört auch Valley, ein Stück welches ich gerne öfter live hören möchte, aber wohl von der Band in die Ecke gestellt und vergessen wurde. Bluesiges Grundelement mit starker Abwechslung der akustischen Gitarre und Gitarrensound der härteren Gangart. Für mich ein Spitzenstück. Eine starke Ballade mit ehrgeizigem, aber schwierigem Thema findet sich auch auf der Scheibe. At Last, forever handelt vom Abschied nehmen, aber für immer. Ein wunderbarer Einsatz der akustischen Gitarre findet sich hier über gute 7 Minuten. Ebenso lang ist Ian Anderson's Versuch, bei Wounded, Old and Treacherous Sprechgesang einzusetzen. Dies wird nicht jedermann gefallen, aber der Abschlussinstrumentalpart ist dafür vom Feinsten. Guten Rock findet man mit Out of the Noise und Dangerous Veils. Einen schönen Abschluss der Platte bildet das jazzige Another Harry's Bar. Einzig Stuck in the August Rain kann die gesamte Qualität nicht ganz halten. Im Vergleich zu den übrigen 90er Scheiben von Jethro Tull ist diese hier die Beste. Ohne die bekannte Historie der Band würde ich sogar von einem Meisterwerk sprechen, aber es gibt noch ein paar bessere Alben von Jethro Tull, aber das ist wie immer Geschmacksache.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2013 6:16 PM MEST


Crest of a Knave
Crest of a Knave
Preis: EUR 9,99

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein der 80er, 4. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Crest of a Knave (Audio CD)
Dieses Album zählt zu Jethro Tull's fünf besten Alben. Wie jede Band, die am Markt schon etwas länger existieren, haben auch Jethro Tull es zunehmend schwerer gehabt, im Rahmen ihres bekannten Stils Neues zu kreieren. Die üblichen Kritiker zu überzeugen, fällt eh immer schwerer. Crest of an Knave war gewissermaßen ein "Back to the Roots"-Album, nachdem Jethro Tull sich zu Beginn der 80er wie so viele andere mit dem Synthesizer auseinandergesetzt hatten. Der Opener Steel Monkey fängt dann noch mit einer Synthiesequenz an, weiß aber als straightes Rockstück durchaus zu gefallen. Farm on the Freeway ist dann schon ein erster Höhepunkt, ein 6minütiges, sehr komplexes Stück, welches live heute noch zum Repertoire gehört. Jump Start ist ein geniales Stück, welches auf wunderbare Weise Akustikgitarre mit den Rockelementen verbindet. Höhepunkt in diesem Stück ist ein "Soloduell" zwischen Ian's Flöte und Martin's E-Gitarre. Bei Said she was a Dancer kommt Ian in Dire Straits-Manir daher. Dogs in the Midwinter ist ein flottes, eingängiges Stück, in dem die Flöte dominiert. Budapest ist Jethro Tulls vielleicht bester Song. 10 Minuten werden alle Elemente wie Rock, Folk, Akustik etc. miteinander vereinigt und kommen federleicht daher. Budapest wird auch nur ganz selten mal nicht auf einem Konzert gespielt. Ich hoffe sehr, dass Ian Anderson noch einmal einen solch großen Wurf landen kann. Die abschließenden drei Songs mit "Raising Steam" am Ende, ein Song, der ohne Flöte auskommt und richtig nach vorne stampft, runden das Gesamtbild noch ab. Der Bonustrack ist klasse, gehört aber eigentlich nicht auf das Album, wirkt irgendwie deplatziert. Wahrscheinlich der Grund, warum es auf dem Original nicht drauf ist.


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