Jeans Store Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für J. Gonser > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von J. Gonser
Top-Rezensenten Rang: 5.302.930
Hilfreiche Bewertungen: 20

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
J. Gonser "Viel-Leser und Krimifan" (Tübingen)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Mörderische Idylle: Roman (Die Bäckström-Serie, Band 1)
Mörderische Idylle: Roman (Die Bäckström-Serie, Band 1)
von Leif GW Persson
  Taschenbuch

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehr Satire als Krimi, trotzdem lesneswert, 1. März 2009
Leif GW Persson orientiert sich sehr stark an seinen literarischen Vorbildern Sjöwall/Wahlöö, indem er den Polizeiapparat als zutiefst korrupt und verfilzt bezeichnet. Er weicht aber auch von seinen Vorbildern ab. Während bei Sjöwall/Wahlöö zwar einige Polizeibeamte inkompetent und unfähig sind, sind doch Martin Beck, Kollberg und Kollegen grösstenteils zwar nicht immer sympathisch, aber durchaus komptetent. Bei Persson sind die einzig kompetenten Polizisten seine Hauptfigur Lars M. Johannson (auch nicht wirklich immer sehr sympathisch), sowie seine Kolleginnen Anna Holt und Lisa Mattei sowie mit Abstrichen sein Kumnpel Jarnebring (der in diesem Buch nicht auftaucht), der Rest der Polizei ist bei Persson, auch in diesem Buch, ein Haufen mehr oder weniger imkompetenter und korrupter Trottel, denen das Abbummeln von Überstunden, das Besäufnis nach Feierabend und das Wochenende wichtiger ist als die Suche nach einem Sexualmörder. Die heftigste Karikatur (wie schon in "Ein andere Zeit, ein anderes Leben") ist hier Kommissar Evert Bäckström, der nicht nur auf Staatskotsen seine private Schmutzwäsche teuer im Hotel reinigen lässt und auf die Rechnung eines anderen Kollegen heimlich den Hotel-eigenen Porno-Kanal benutzt, die Fahndung nach dem Mörder gerät durch seine Leitung zu einem Massen-DNA-Test für fast die gesamte Region, die Polizisten sind so beschäftigt, Speichelproben zu nehmen und zu analysieren, dass darüber die Mordermittlung fast komplett zum Erliegen kommt. Erst als Lars M. Johannson durch den bizarren Unfall seines Vorgängers Chef der Zentralen Kriminalpoilzei wird und die ganze Bescherung analysieren muss, kommt Bewegung in die Sache. Bezeichnend aber, dass eben nicht durch das Eingreifen von Johannson, Holt und Mattei (wie im Klappentext behauptet) der Fall geklärt wird, vielmehr stolpern die Leute um Bäckström durch eine Verkettung seltsamster Zufälle auf den Täter, gerade eben, als Johannson Bäckström durch Holt und Mattei ablösen lässt. Der Täter wird nicht durch polizeiliche Ermittlungsarbeit, sondern durch puren Zufall überführt. Die Krimihandlung benutzt Persson auch eher als Hintergrund, um seine satirisch-schrill überzeichnete Beschreibung der unfähigen Polizeibeamten zu illustrieren, die Krimihanlung wird manchmal zur Nebensache. Die Charaktere sind teilweise sehr originell, teilweise geraten sie zur reinen Karikatur. Weniger ein Kriminalroman im eigentlichen Sinne, vielmehr eine Satire auf das schwedische Polizeibeamtentum, der als mächtiger staatstragender Apparat gezeigt wird, der von zuteifst unfähigen Leuten geleitet und missbraucht wird, mit gelegentlichen Einsprengseln eines Krimis. Als Krimi nicht wirklich spannend, als Satire aber amüsant und kurzweilig und durchaus lesenswert.
Und ist es eigentlich ein Zufall, dass Anna Holt vom Namen her an die Krimi-Autorin Anne Holt erinnert (wie auch das Mordopfer in "Eine andere Zeit, ein anderes Leben" den Namen eines schwedischen Krimiautors, Kjell Eriksson, trägt)?


Inspektor Jury kommt auf den Hund
Inspektor Jury kommt auf den Hund
von Martha Grimes
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Grosse Hoffnungen wieder mal enttäuscht, 3. Januar 2008
Mit diesem Buch ging es mir - leider - wie mit den vorigen 2 Jury-Romanen von Martha Grimes. Man freut sich darauf, um dann beim Lesen immer enttäuschter zu werden. Das Buch ist viel zu langatm,ig und leider überahupt nicht spannend. Gut, viele Jury-Romane sind nicht besonders spannend, aber wenigstens amüsant, skurril und witzig. Aber Martha Grimes fällt entweder wirklich nichts mehr ein, oder sie hält das, was sie abliefert, für grossartig. Wieder mal gibt es ein neunmalkluges Kind, dazu noch ein autistisches Kind, und als Höhepunkt einen Hund, der wie ein Mensch denkt und uns Teile der Geschichte aus der Ich-Perspektive schildert - soll das eine Glenkill-Reminsizenz sein? Wenn ja, misslingt sie total. Einzig die Auftritte von Melrose Plant können noch dezent unterhalten, aber selbst sein grosser AUftritt in anderer Rolle wird diesmal so dilletantisch verschenkt, dass es weh tut. Der Plot ist an den Haaren herbeigezoigen, lustlos und langatmig erzählt. Es fällt einem schwer, das zu sagen, aber fast wünscht man sich, Sparky und Melrose Plant hätten Jury am Ende von "Die Trauer trägt schwarz" nicht rechtzeitig gefunden und die Serie hätte damit ein zwar trauriges, aber auch dramatisches Ende gefunden und die letzten paar Bände wären uns erspart geblieben. Vielleicht findet Martha Grimes ja mit "Dust" wieder zu alter Form zurück, aber diese Hoffnung trügt vielleicht auch schon wieder. Ein Stern ist da noch beinahe zu viel. Eine herbe Enttäuschung.


Seite: 1