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Beiträge von Gunthard Heller
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Rezensionen verfasst von
Gunthard Heller

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Barack Obama - Change!: Die Botschaft des Friedensnobelpreisträgers (HERDER spektrum)
Barack Obama - Change!: Die Botschaft des Friedensnobelpreisträgers (HERDER spektrum)
von Boike Rehbein
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Plädoyer für globale Gerechtigkeit, 28. August 2016
Barack Obama machte in seinen Reden in den Jahren 2002 - 2009 deutlich, daß er an Gott glaubt und den Amerikanern vertraut. Es war ihm ein Anliegen, die Regierung angesichts der Macht von Zynikern, Lobbyisten und Interessengruppen zurückzuerobern. Er wollte jedenfalls mit der Politik seines Vorgängers im Amt, Präsident G. W. Bush, brechen. Denn eine Regierung solle schützen und helfen, nicht Schaden anrichten. Die wirkliche Stärke der USA sah er nicht in militärischer Macht oder Reichtum, sondern in ihren Idealen: "Demokratie, Freiheit, Chancen und unzerstörbare Hoffnung" (S. 58).

Das Verhältnis der USA zu Europa charakterisierte Obama so: Beide Seiten hegten gegeneinander Vorurteile. Viele Europäer würden die USA eher als Problem denn als Lösung auffassen, manche Amerikaner würden Europa im Hinblick auf die Sicherheit und die Zukunft der USA mißachten. Die Wahrheit sei, daß inzwischen die Europäer in Krisengebieten mehr Verantwortung übernähmen und immer noch durch die Militärstützpunkte der USA in Europa geschützt würden. Er betrachtete "Partnerschaft und Zusammenarbeit der Staaten" als einzige Option (S. 73). Europa sei der beste Partner der USA.

In Afghanistan lag Obama nicht nur der Sieg über die Taliban und Al-Quaida am Herzen, sondern auch der Wiederaufbau des Staats und die Entwicklung der Wirtschaft. Er plädierte für einen freien und fairen Handel, warnte aber vor Zügellosigkeit, die Schmugglern und Piraten freie Hand lasse. In seinen Aussagen über das Verhältnis der USA zum Islam betonte er die Wünsche, die allen Menschen gemeinsam seien: "in Frieden und Sicherheit zu leben, Bildung zu erhalten, in Würde zu arbeiten und unsere Familien, unsere Gemeinden und Gott zu lieben" (S. 91). Im Nahostkonflikt plädierte er für die Zweistaatenlösung und lehnte die Siedlungspolitik der Israelis ab.

Er meinte, die Beherrschung anderer Länder und ihre Verteufelung seien bei einer Großmacht im Jahr 2009 kein Zeichen von Stärke. Die globalen Interessen der USA, die er für den größten Energieverbraucher und Umweltverschmutzer hielt, faßte Obama kurz so zusammen: weniger Atomwaffen und Extremisten, mehr Frieden, Sicherheit, Umweltschutz und Wohlstand, "eine globale Wirtschaft, die Chancen für alle Menschen fördert" (S. 122). Die USA würden keinem anderen Land die Menschenrechte oder "ein Sicherheitssystem aufzwingen" [...]: Die NATO will eine Zusammenarbeit mit Russland, keine Konfrontation" (S. 109).

Dem Fracking und der offiziellen Version von 9/11 stand er unkritisch gegenüber.


Hoffnung wagen: Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream
Hoffnung wagen: Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream
von Barack Obama
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Authentizität oder Arrangement?, 28. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Obama faßte den Inhalt seines Buchs selbst so zusammen: "persönliche Reflexionen über die Werte und Ideale, die mich motiviert haben, in die Politik zu gehen; ein paar Überlegungen, warum unser gegenwärtiger politischer Diskurs uns unnötig entzweit; und meine ehrliche, auf meine Erfahrungen als Senator und Rechtsanwalt, Ehemann und Vater, Christ und Skeptiker gestützte Einschätzung, wie wir unsere Politik auf die Idee des Gemeinwohls gründen können" (S. 20).

Was mir bei der Lektüre aufgefallen ist:

Obama fragte sich, wie er in den Mühlen der Politik authentisch bleiben konnte. Er empfand die amerikanische Art, Wahlkämpfe zu veranstalten, als "Krebsgeschwür", begleitet von einer "Beleidigungsindustrie" (S. 28). Den Gedanken, die USA würden von einer "bösen Clique" beherrscht, lehnte er als Verschwörungstheorie ab (S. 38). Er war nicht grundsätzlich gegen Krieg, doch gegen den Krieg mit dem Irak (2003): "Statt aufrichtig Rechenschaft über das Für und Wider des geplanten Feldzugs abzulegen, startete die Regierung eine PR-Kampagne. Sie manipulierte Geheimdienstberichte, um ihr Anliegen zu untermauern, untertrieb massiv sowohl die Kosten als auch den Personalbedarf für die Militäraktion und beschwor sogar die Horrorvision von Atompilzen" (S. 375).

Die Moral Obamas basierte auf der Goldenen Regel. Er nahm sich vor, "bei anderen Menschen immer erst einmal gute Absichten zu vermuten" (S. 257). Nach seiner Taufe in der Trinity United Church of Christ spürte er Gott in sich, unterwarf sich Gottes Wille und nahm sich vor, die göttliche Wahrheit zu erkennen. Die Prüfung Abrahams (Gen 22,1-19) beeindruckte ihn tief.

Er studierte politische Philosophie, um eine Bestätigung der Werte seiner Mutter zu finden und weil er "eine Sprache und einen Handlungsrahmen haben wollte, um mit an einer Gemeinschaft zu bauen und Gerechtigkeit zu verwirklichen" (S. 266). Doch während des Jurastudiums hatte er auch Bedenken, er könnte seine Jugendideale verraten und sich mit der Welt arrangieren, wie sie ist.


Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie
Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie
von Barack Obama
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Auseinandersetzung mit der Herkunft, 28. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich fasse nur zusammen, was ich für das Wichtigste an dem Buch halte:

Von seiner Mutter lernte Barack Obama die Werte Ehrlichkeit, Fairness, Offenheit und selbständiges Denken. Sein Vater ruinierte die eigene Karriere als Mitarbeiter im Wasserwirtschaftsministerium, weil er seinen Mund nicht halten konnte: "Er erklärte den Leuten, dass die Stammesrivalitäten das Land ruinierten und dass unfähige Leute die besten Jobs bekämen" (S. 227).

Das führte Obama zur Frage, wie er selbst diesem Schicksal entgehen konnte. Sein älterer Bruder Roy meinte, er müsse lernen, mit dem Strom zu schwimmen. Der Vater sei nie mit ihm zufrieden gewesen und habe ihn stets zu Höchstleistungen angespornt. Nur vor seinem eigenen Vater (Obamas Großvater), der stets machte, was er sagte, habe er Respekt gehabt. Obamas (Halb-)Schwester Auma erklärte das Scheitern des Vaters damit, daß er sich zu sehr auf seine eigenen Fähigkeiten verließ und den sozialen Faktor (Verwandtschaft, Freunde) vernachlässigte.

Obama selbst fühlte sich als "Gefangener des Schicksals" (S. 242) und dachte, es gebe keinen Neuanfang. Doch sein Onkel Sayid sagte, Obamas Vater sei "'einfach ein guter Mensch'" gewesen (S. 394), der zu sehr auf andere gehört und seine Kräfte verzettelt habe. Man könne seinem Volk nur dann dienen, wenn man das tue, "'was das Richtige für einen ist'" (S. 395). Man müsse die Alten zwar achten, doch trotzdem den eigenen Weg gehen, ohne ihre Fehler zu wiederholen.


Barack Obama: Wie ein US-Präsident gemacht wird
Barack Obama: Wie ein US-Präsident gemacht wird
von Webster Griffin Tarpley
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Warnung vor einer aggressiven Außenpolitik der USA, 27. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tarpelys Warnungen aus dem Jahr 2008 sind aktueller denn je: "Läuft alles nach Plan seiner Hintermänner, dann lässt sich ein von Obama hypnotisiertes Deutschland und Europa gegen Russland mobilisieren" (S. 9). Brzezinski habe schon 1976 beschlossen, Islamisten gegen die UdSSR zu unterstützen. Er sei die treibende Kraft hinter der Machtübernahme Chomeinis gewesen. Er habe 1979 den Einmarsch der UdSSR nach Afghanistan provoziert. Er sei der "Urahn von Al Qaida" (S. 78). Obama werde "eine Massenaushebung verlangen, eine Massenmobilisierung für [...] einen wirklich totalen Krieg" (S. 122). Doch ein Sieg über Rußland sei illusorisch - schon Napoleon und Hitler seien dabei gescheitert.


Die Eroberung Europas durch die USA: Zur Krise in der Ukraine
Die Eroberung Europas durch die USA: Zur Krise in der Ukraine
von Bittner Wolfgang
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Deutliche Sprache, 27. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wolfgang Bittner wendet sich gegen eine destruktive Politik im Namen von Recht und Demokratie. Rußland werde militärisch provoziert und wirtschaftlich sanktioniert, aber als Angreifer hingestellt, obwohl von ihm keine Bedrohung gegenüber Westeuropa ausgehe. Die NSA setze sich bedenkenlos über jegliches Recht hinweg, der BND habe dabei mitgeholfen, die Lüge, der Irak habe Massenvernichtungswaffen, in die Welt zu setzen. Die USA seien "kein Vorbild für Frieden und Freiheit", sondern selbst ein "Interventionsfall", und hätten spätestens nach 9/11 die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit überschritten (S. 109f). Moral sei durch Opportunismus ersetzt worden. Barack Obama, in den große Hoffnungen gesetzt worden seien, entwickle "sich mehr und mehr zu einer Ausgeburt des Schreckens für die ganze Welt" und sei schlimmer als seine Vorgänger G. und G. W. Bush (S. 53). Es entstehe der Anschein, als ob ganz Europa und auch noch andere Länder nach dem Vorbild der Ukraine ins Chaos gestürzt werden sollten. Gorbatschow habe die USA und ihren Anspruch auf Führung als "'große Seuche'" bezeichnet (S. 145). Nicht erst der Abwurf von Übungsatombomben in Lettland (2015), sondern schon die bloße Annahme, man könne Atombomben ohne Gefährdung der USA einsetzen, sei glatter Wahnsinn.


Gelebte Geschichte.
Gelebte Geschichte.
von H. R., CLINTON
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Politische Einstellungen als First Lady, 27. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Gelebte Geschichte. (Gebundene Ausgabe)
Herzensanliegen von Hillary Clinton sind in dem Buch die Gleichberechtigung der Frau, die Gesundheitsreform, die Privatsphäre von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die Kritik an den Methoden (v.a. Verleumdung und Verschleppung von Untersuchungen), die bei der Verfolgung politischer Gegner eingesetzt werden, die Demokratisierung anderer Länder, der Umweltschutz, die Bekämpfung des Menschenhandels, das Eintreten für die Wahrheit und die Kritik an der Verschwendung von Geld, Zeit und Energie durch die "'Politisierung des Strafrechts' und die 'Kriminalisierung der Politik'" (Jeffrey Toobin, S. 275). Ihr Grundgedanke: "Was mussten wir tun, um die Vereinigten Staaten reicher, sicherer, klüger, stärker und besser zu machen?" (S. 634)


Entscheidungen
Entscheidungen
von Hillary Rodham Clinton
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Unsagbar naiv, 27. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Entscheidungen (Broschiert)
Man spürt bei jedem Satz, daß Hillary Clinton ein guter Mensch ist. Sie liebt ihr Land, für das sie nur das Beste will. Sie stellt die amerikanischen Werte "Hartnäckigkeit, Erfindungsgeist und Vielfalt" (S. 124) über "militärische und wirtschaftliche Macht" (S. 146). Sie konnte mit Barack Obama zusammenarbeiten, obwohl er im Wahlkampf um die Präsidentschaft ihr Rivale gewesen war, und betrachtet das als vorbildliche demokratische Verhaltensweise (Demokratie ist für sie "'das Recht [...], so zu leben, zu arbeiten und zu beten'", wie man will (S. 856). Bei Kritiken versucht sie zu erkennen, was die Botschaft dahinter ist. Sie stellt Vertrauen über Interessen. Sie folgt den Ratschlägen ihres Mannes, der sein Augenmerk auf Entwicklungen statt auf Schlagzeilen legte und unter Freiheit mehr als nur die Freiheit der Wirtschaft verstand. Sie räumt unumwunden ein, daß der Irak-Krieg (2003) ein Fehler war. Sie verschweigt nicht die Ausbildung von Aktivisten auf der ganzen Welt (besonders in der Ukraine).

Auf der anderen Seite meint sie allen Ernstes, daß die Anwesenheit von Amerikanern in anderen Ländern Extremismus verhindern kann, obwohl diese ihn doch geradeso sehr hervorruft. Ihren Glauben an die USA als "globale Führungsmacht" (S. 609) äußert Clinton an zahlreichen Stellen in dem Buch. Sie bekennt sich zu "Zuckerbrot und Peitsche" als Mittel der Außenpolitik (S. 629). Wie ein roter Faden ziehen sich durch ihr Buch die Stellen, in denen es darum geht, Druck auf andere Länder auszuüben, sie zu drängen, den Druck zu verstärken bzw. Sanktionen zu verhängen. Ich stehe fassungslos davor, wie wenig sich Clinton in manchen Fällen um die Folgen ihrer Außenpolitik kümmert (z.B. Honduras, Syrien, Ukraine). Es entsteht der Eindruck, als lebe sie in einer Parallelwelt, in der die offizielle 9/11-Version oder die Entstehung von Aids nicht einmal hinterfragt werden (daß die USA für den Klimawandel verantwortlich sind, räumt sie unumwunden ein). Die Osterweiterung der NATO betrachtet sie als Schutzmaßnahme gegen Rußland statt als Wortbruch gegenüber Gorbatschow, der seine Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung nur unter der Bedingung gegeben hatte, daß die NATO nicht nach Osten erweitert wird. Clinton preist die Einführung von Handys auf der ganzen Welt (vor allem in Afrika) ohne auch nur einen Gedanken an die damit verbundene Überwachung und schädliche Strahlung zu verschwenden. Sie verharmlost die negativen Folgen des Fracking, wenn sie "berechtigte Bedenken" von Umweltschützern erwähnt (S. 780), aber den Leser nicht ahnen läßt, was das bedeutet, wenn die Natur hinterher grau statt grün ist.


Die Chaos-Königin: Hillary Clinton und die Außenpolitik der selbsternannten Weltmacht
Die Chaos-Königin: Hillary Clinton und die Außenpolitik der selbsternannten Weltmacht
von Diana Johnstone
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harte Kritik an der US-Außenpolitik, 22. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Zentrum der Kritik stehen der militärisch-industrielle Komplex, Brzezinski und die Neocons. Der in den US-Thinktanks ausgeheckte Unsinn beruhe auf Widersprüchen und Zirkelschlüssen. Präsidenten und Außenminister seien lediglich ausführende Organe mit dem Ziel, die Welt in ein US-Imperium zu verwandeln. Staatschefs anderer Länder (Milosevic, Saddam Hussein, Gaddafi, Assad, Putin) würden dämonisiert, um die Forderung nach einem Regimewechsel zu begründen, der das betreffende Land ins Chaos stürze.

Die Zerstörung Jugoslawiens betrachtet Diana Johnstone als Prototyp der US-Kriege nach dem Zusammenbruch des Ostblocks: Die NATO sei zu einer Angriffstruppe umfunktioniert worden, Konflikte innerhalb anderer Länder würden durch einseitige Darstellung zu Völkermorden umgelogen, um eine militärische Intervention zu rechtfertigen, deren Folgen dann unter den Teppich gekehrt würden. Bei dieser Art von Politik gebe es nur Verlierer. Die wahren Gründe von Kriegen seien die Konkurrenz um Energie und Bodenschätze, Grenzstreitigkeiten und irrationale Konflikte, nicht Selbstbestimmung, Recht, Demokratie oder Freiheit. Kurz: Die Kriege der USA seien Verbrechen auf der Basis von Lügen.

Hillary Clinton habe die Ideologie der Neocons übernommen, für den Irakkrieg (2003) gestimmt, bei der Bombardierung von Libyen eine Schlüsselrolle gespielt und sich für die Unterstützung syrischer Rebellen eingesetzt. Daß Rußland und China durch ihr Veto im UN-Sicherheitsrat eine militärische Intervention der USA in Syrien verhindert hätten, habe ihnen Beschimpfungen und Drohungen von Susan Rice und Hillary Clinton eingetragen. Doch auch England und die amerikanische Bevölkerung seien dagegen gewesen. Putin habe darauf hingewiesen, daß der Konflikt in Syrien religiöser Natur sei - nur wenige der Rebellen würden sich für Demokratie einsetzen. Daß er recht hatte, habe die Entstehung des IS gezeigt.

Der Versuch, die Ukraine an den Westen anzubinden, habe den Handel der Ostukraine mit Rußland beeinträchtigt. Auch kulturell und politisch seien Ost- und Westukraine verschieden. Die Krim habe schon 1992 zu Rußland zurückkehren wollen - Chruschtschow habe die Bevölkerung 1954 nicht gefragt, als er die Krim der Ukraine zusprach. Internationales Recht sei durch den Anschluß nicht gebrochen worden, lediglich die ukrainische Verfassung, die allerdings auch durch den unmittelbar vorausgehenden Putsch verletzt worden sei. Putin habe das Referendum der Krim mit der deutschen Wiedervereinigung verglichen, der Moskau seine Zustimmung gegeben habe. Während die UdSSR schließlich aus Osteuropa abgezogen sei, seien die USA in Westeuropa geblieben. "Für einen Außenstehenden ist unmöglich zu sagen, wann, wie und von wem die Entscheidung getroffen wurde, die Ukraine als 'Rammbock' zur Destabilisierung Putins und Russlands zu benutzen" (S. 207).

Hillary Clinton sei die treibende Kraft für die Sanktionen gegen Rußland nach dem Absturz der MH17 gewesen, der nicht aufgeklärt worden sei, da der Ukraine in einem Geheimabkommen das Recht zugesprochen wurde, Untersuchungsergebnisse zurückzuhalten, und die USA die Daten ihres Spionagesatelliten über dem Ort des Abschusses nicht veröffentlichten. Auch die Daten des Flugschreibers wurden zurückgehalten. Die Sanktionen würden zwar Europa und Rußland schaden, nicht jedoch den USA.

Einen Weg zur Überwindung dieser Art von Außenpolitik sieht Johnstone in einem Präsidenten mit einem Friedensteam, das Barack Obama gefehlt habe. Ansonsten könne nur ein wirtschaftlicher Zusammenbruch der USA die Welt vor den amerikanischen Interessengruppen schützen, die Paul Craig Roberts zufolge Demokraten und Republikaner gleichermaßen kontrollieren: Wall Street, militärisch-industrieller Komplex, Israel-Lobby, Agrobusiness, Öl-, Bergbau- und Holzindustrie.


Memoiren eines Irren: November, Erinnerungen, Aufzeichnungen und innerste Gedanken (detebe)
Memoiren eines Irren: November, Erinnerungen, Aufzeichnungen und innerste Gedanken (detebe)
von Gustave Flaubert
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

4.0 von 5 Sternen Jugendliche Ideen und Ergüsse, 18. August 2016
Die "Erinnerungen, Aufzeichnungen und innerste Gedanken" sind eine Art philosophisches Notizbuch des jungen Flaubert. Er hatte Erinnerungen an frühere Leben, kritisierte die bürgerliche Moral, mochte die Menschen nicht und fand die Emanzipation von Schwarzen und Frauen nicht sehr schön. In den "Memoiren eines Irren" verarbeitete Flaubert seine ersten Lieben, in "November" seinen ersten Sex mit einer Prostituierten. Kurz: Man lernt Flaubert in diesen Jugendwerken privat kennen.


Sartres Flaubert lesen: Essays zu "Der Idiot der Familie"
Sartres Flaubert lesen: Essays zu "Der Idiot der Familie"
von Traugott König
  Broschiert
Preis: EUR 8,00

2.0 von 5 Sternen Viele Worte mit wenig Inhalt, 17. August 2016
Wenn ich mich nach der Lektüre frage, was hängengeblieben ist, kommt folgendes heraus: Sartes Verhältnis zu Flaubert ist irgendwie schief. Das hängt mit seiner marxistischen und psychiatrischen Brille zusammen, mit der er Flaubert liest.

Der Sammelband dient eher der Abschreckung, als daß er Appetit macht auf Sartres "Idiot der Familie".

Es bleiben folgende Fragen zurück: Hat Sartre aus Flaubert etwas anderes gemacht, als er war? Und: Hat Sartre den sieben Autoren dieses Sammelbands den unbefangenen Zugang zu Flaubert verstellt?

Anhand dessen, was ich bisher von Flaubert gelesen habe (Erinnerungen, Aufzeichnungen und innerste Gedanken; Memoiren eines Irren; Madame Bovary; Lehrjahre des Herzens; Drei Erzählungen) käme ich nicht auf die Idee, bei Flaubert an Neurose oder Klassenkampf zu denken.


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