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Happyx
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Wie Gefühle heilen: Der Schlüssel zu Lebendigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit
Wie Gefühle heilen: Der Schlüssel zu Lebendigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit
von Alexander Sembritzki
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühle erkennen und bewusst zur Lösung von Problemen nutzen., 12. April 2016
Gefühle haben den Nachteil, dass sie sich in emotionalen, oft schwer verständlichen und nicht zu kontrollierenden Formen äußern. In diesem Buch lernen wir, die dahinter liegenden Ebenen, ihre körperlichen und psychischen Wirkungen zu erkennen, um sie dann in weiteren Schritten bewusst und positiv in unser Leben zu integrieren.

Die Gefühle unter Kontrolle zu halten, d.h. sie nach außen nicht zu äußern und nach innen zu unterdrücken, ist keine Lösung. Man muss sie analysieren und bewusst in das Wirken der Lebensprozesse integrieren. „Jedes Handeln und jede Erfindung des Menschen dient dazu, das Wirken der Lebenskräfte in seinen unendlich vielfältigen Erscheinungsformen aktiv begreifen und für die eigene Entwicklung nutzen zu lernen.

Entscheidend ist das Training unserer inneren Weite, unseres Fassungsvermögen für Gelassenheit, Entspannung und Öffnung für andere, aber auch für uns selbst. Das Leben beseht aus einer Vielzahl von neuen Eindrücken, von Irritationen, die wir gelassen und ruhig begreifen und für uns nutzbar machen sollten. Dabei immer ruhig bleiben, die Lebensenergie fließen lassen, eintauchen in die Möglichkeiten mehr als in Probleme, darum geht es.

Dr. med. Alexander Sembritzki, Facharzt für Allgemeinmedizin, Therapeut und Dozent in TCM, klärt nach einer gelungenen Einführung in die 3 Lebensebenen (Körper, Gefühl, Verstand) die fünf Gefühlsfamilien bzw. zeigt ihre Ausprägungen:

Angst - geht an die Nieren
Aggression - läuft über die Leber
Herz: Sehnsucht, Freude, Liebe
Sorge, Mitgefühl - kommen aus einer gesunden Mitte
Trauer und Traurigkeit - belasten die Lunge

Es geht darum, die Gefühle wahrzunehmen, sie zuzulassen, anzunehmen, sie im größeren Kontext zu erfassen, um sie in bewusster Erkenntnis zu erlösen. Dabei werden die oben genannten Gefühlsfamilien in allen Facetten analysiert und mit praktischen Übungen zum Selbermachen „behandelt.“ Ein gelungenes Buch, das eine Vielzahl von guten Hilfestellungen und Erkenntnissen bietet.


Der große Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Weltgeschichte. Stand: 1993
Der große Kulturfahrplan. Die wichtigsten Daten der Weltgeschichte. Stand: 1993
von Werner Stein
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Unverzichtbar auch in Zeiten von Wikipedia., 10. April 2016
Wann immer ich etwas nachschlage, geht es zu Wikipedia oder zu diesem großen Kulturfahrplan mit den wichtigsten Daten der Weltgeschichte. Sie reichen in dieser Ausgabe bis zum Jahr 1992.

Es ist ein monumentales, dickes Werk mit nahezu 2000 Seiten, das tableauartig mit 3-7 Spalten pro Doppelseite arbeitet, in denen jeweils kurze zentrale Ereignisse bestimmten Jahren zugeordnet werden. Mit knappen Sätzen.

Im oberen horizontalen Bereich stehen jeweils diese Piktogramme bzw. dann, wenn sie notwendig sind (d.h. die Spaltenzahl variiert):

Politik = ein Symbol aus zwei Schwertern und Krone

Dichtung. Schauspielkunst = ein Symbol aus Buch und Maske

Religion. Philosophie. Erziehung. Geisteswissenschaften. Allgemeines Geistiges Leben = eine Art Baum als Symbol

Bildende Kunst. Architektur. Film. = Ein Symbol aus FarbPalette, Säule und Filmrolle

Musik. Oper. Tanz. = eine Zither als Symbol

Wissenschaft. Technik = ein Symbol aus Eule und Zahnrad

Wirtschaft. Tägliches Leben. = ein Symbol aus PC und Tennisschläger

Unter diesen Symbolen werden die jeweils kennzeichnenden Ereignisse oder Strömungen genannt, zum Beispiel: dreißigjähriger Krieg, Barock, Gegenreformation, Lichtbrechungsgesetz, Thermometer.

Ich greife eine beliebige Jahreszahl heraus, z.B. 1310: unter Dichtung und Schauspielkunst lesen wir: älteste tschechische Reimchronik (bis 1310, getragen von starkem Nationalgefühl). Bei Wissenschaft und Technik steht: erste Seekarten (so genannte Rumbenkarten aus Italien und Spanien).

1510 lesen wir: Hamburg wird freie Reichsstadt. Da Vinci entwirft horizontales Wasserrad (Prinzip der Wasserturbine). Ostküste Amerikas bis in die Gegend des heutigen Charleston entdeckt. Männermode: Puffung, Stützung, schmale Krause am Hemd, hochgeschlossener Wams. Herstellung von Spitze mit geometrischen Mustern.

Zum Preis von 1 Euro ein wirklicher Gewinn, ein Nachschlagewerk, das bei mir einen festen Platz hat und das oft auch nur zufällig aufgeschlagen wird. Ich kann mir vorstellen, welche Arbeit so etwas gemacht hat, ein ganzes Lebenswerk liegt vor einem auf dem Tisch. Bin immer wieder begeistert bzw. mit Erkenntnisgewinn ausgerüstet.


Enzyklopädie der Dummen Dinge
Enzyklopädie der Dummen Dinge
von Wolfgang Schmidbauer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kritischer Umgang mit Technik, Erhaltung handwerklich-intelligenter, autonomer Fähigkeiten., 10. April 2016
Konrad Lorenz beschreibt in seinem Buch Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit folgende Aspekte:

3.) Der Wettlauf mit sich selbst:
Durch immer schneller werdenden technischen Fortschritt werden wir zu Sklaven der Modernität, die Menschen blind macht für alle natürlichen Werte und ihr die Zeit nimmt, die wahrhaft menschliche Tätigkeit der Reflexion zu er-leben.

4.) Wärmetod des Gefühls:
Es ist die Verweichlichung, die Lorenz meint, entstanden durch fortschreitende Technologie, die eine zunehmende Intoleranz gegenüber allem im geringsten Unlust Erregende fördert. Welch ein Satz: 'Der naturgewollte Bogengang der Kontraste von Leid und Freude verebbt in unmerklichen Oszillationen namenloser Langeweile.’

Wolfang Schmidbauer (WS) schreibt seine Gedanken zu den dummen Dingen exakt in diesen hohl klingenden Sphären des Wettlaufs mit sich selbst und dem Wärmetod des Gefühls. Er hat völlig Recht festzustellen: „Die Dinge, mit denen wir uns umgeben, schwächen unserer Möglichkeit einsichtig zu handeln, gesund zu bleiben und unsere Intelligenz zu trainieren.“ In der Tat verkümmern individuelle Fähigkeiten, uns für zukünftige Anforderungen zu wappnen, wenn der naturgewollte Bogengang der Kontraste von Leid und Freude verebbt.

Wir leben in einer Zeit, in der die verdummenden Qualitäten von Waren und Angeboten, von sportlichen Ereignissen und theatralisch-inszenierten Nachrichten einen oft nur noch einsam zurücklassen, überfordert, abgeschnitten vom Inneren des guten Gefühls und der Liebe.

Wenn man so will, ist die intensive Fitnessgesellschaft eine Antwort auf fehlende körperliche Herausforderungen, die durch Maschinen überreguliert und erleichtert wurde. Immerhin verschmilzt der Körper so ganz mit Maschinen und sieht am Ende so aus wie kein Mensch je geplant war. Er übersteigert sich selbst. Und nach öden, harten Arbeitsalltagen blickt man fernab des Gefühls in PC und TV Animationen, der Wärmetod des Gefühls muss mit immer höheren Dosen gestoppt werden.

Japan übertrug die Prinzipien von Krieg und Rüstungsindustrie auf die eigenen Produkte, nachdem eine vernichtende Niederlage gegeben war, anfängliche Billigkopien wurden bald echter und besser als das Original. Die Welt gehorcht heute den Rüstungsanstrengungen von Konzernen, die Konsumenten einnehmen und süchtig machen wollen. Militärische Grundsätze wirken auf die Konsumgüterproduktion, sie wollen uns völlig gefangennehmen, in dem sie das Leben vermeintlich er-leichtern. Dass dabei Zeit geopfert und wesentlich Wichtigeres vergessen wird, wer wüsste es nicht, der versucht hat, in den 80ern Videorekorder zu programmieren oder heute auch die letzten Feinheiten aus einer SLR Kamera herausholen möchte. 80% der Einsendungen defekter Videokameras, so stelle man in England fest, waren gar nicht defekt. Man hatte nur vergessen, die Gebrauchsanleitung zu lesen.

Mir geht es heute so, dass ich liebend gerne Produkte im Elektronikfachhandel liegen lasse und dabei danke für die gewonnene Zeit. Dieses Buch führt in amüsant richtigen, zutreffenden Beispielen - von Ampel bis Handy, von Beistellherd bis Fernsteuerung, von Geländewagen bis Rasenmäher, von Hackfleisch bis Wochenendhaus - jene Zeit- und Intelligenzfresser auf, die kein Mensch braucht oder die wir zumindest einschränkend an unserem Leben teilnehmen lassen sollten.

Das Buch von WS fördert das Denken und die Fokussierung auf handwerklich gesteuerte Handlungen, die mich selbst fordern und langfristig mehr fördern als alles Automatische. Nicht in allem gehe ich mit dem Autor einig: z.B. glaube ich, dass die Automatik bei Fotoapparaten dazu in der Lage ist, sich auf das Motiv zu konzentrieren. So zumindest erging es mir, der die hand-eingestellten Funktionen der analogen Apparate nie verstand. Es kommt immer darauf an, eine individuelle Balance der automatisierten mit den selbst bestimmten Aspekten zu kombinieren. Ebenso gibt es für mich keinen Grund, ein Auto mit Gangschaltung und Kupplung steuern zu müssen.

Auch sehe ich das Internet nicht so negativ wie WS: „Suchmaschinen haben sich in Spionagesysteme verwandelt, welche mit immensem Energieaufwand mithelfen, überflüssige Dinge an ausgespähte Kunden zu verkaufen… Computer und das Internet haben seltener ungebildeten und Armen Zugang zu reicherem Wissen verschafft, als es einer Finanzelite ermöglicht, mit den Ressourcen des Planeten ein globales Monopoly zu spielen.“

Vielen anderen Dingen kann ich nur zustimmen, ich selbst fahre ein Auto ohne übermäßige elektronische und computerisierte Einrichtung: gut zu wissen, dass man notfalls auch selbst reparieren könnte. „Wenn die Mikrowelle versagt, gibt es nichts zu sehen und nichts zu tun – die einzige Abhilfe ist es den Spezialisten zu rufen oder – meist billiger – das Gerät sogleich gegen ein Neues zu tauschen.“ Überrascht war ich beim Bleistiftspitzer bzw. der viel besseren Möglichkeit, die Schärfe mit einem einfachen Taschenmesser zu erreichen. Aber es stimmt, ich habe in dieser Hinsicht meine motorisch handwerklichen Fähigkeiten nachgebessert.

Dieses wunderschöne Buch ist der Auftakt zu einem Gespräch: man widerspricht in einigen Dingen, stimmt in vielen zu und ist überrascht durch viele Aspekte, die WS einbringt. In jedem Fall führte es zu vielen Nachdenkprozessen, die oft schmunzeln lassen und viele tiefe Wahrheiten aufwirbeln. Sehr gerne würde ich seinen Gartendusche mit Gummischläuchen Ventilklappen benutzen, es klingt verführerisch einfach.

Kein Wunder, dass WS sorgfältiger Leser des Manufactum-Kataloges ist, auch ich bin gerne in diesem Geschäft, das auf Wesentliches und Langlebiges ausgelegt ist, aber natürlich auch Überflüssiges vorhält, ganz auf Wachstum kann niemand verzichten. Ich erfahre in diesem Buch, dass Manufactum inzwischen vom Otto Versand geschluckt wurde. Und es stimmt: die einfachen Küchenhelfer und Dinge schmachten auf Flohmärkten einem Retter entgegen, der sie aus Wüsten von Nippes und Schrott erlöst.

Wir müssen uns ebenso wehren gegen ein Verkomplizieren der Dinge, die wir nicht mehr durchschauen, wie gegen eine Bürokratisierung und umfassende Juristierung des Zusammenlebens. Sie alle dämpfen unser Nachdenken hin zum Verzicht aller autonomen Handlungen. Technik ist in der Lage, unsere Denken auszuschalten, uns den Wärmetod des Gefühls und die De-Autonomisierung unserer Handlungen erleiden zu lassen - wenn wir nicht kritisch mit ihr umgehen.


Gott ohne Volk?: Die Kirche und die Krise des Glaubens
Gott ohne Volk?: Die Kirche und die Krise des Glaubens
von Bischof Stefan Oster
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachdenken gegen den stressigen Lifestyle unserer Zeit, 10. April 2016
1990 besuchten noch 6,2 Millionen Katholiken die Sonntagsmesse, 2014 waren es nur noch 2,6 Million. Das Versagen der Kirchen ließe sich noch durch eine Vielzahl weiterer dramatischer Zahlen belegen, sie werden alle in diesem Buch schonungslos benannt, der geringe Gottesdienstbesuch ist im Grunde noch erschreckender als die Zahl der wachsenden Kirchenaustritte.

Dieses in Interviewform gegossene Buch ist ein Gespräch zwischen Bischof Stefan Oster (SO) und dem Journalisten Peter Seewald. Abseits der Tagesaktualität werden alle notwendigen Punkte umfassend angesprochen und in folgenden Kategorien behandelt:

Geschichte einer Berufung (persönlicher Weg von Bischof Stefan Oster)
Der Niedergang des Christentums in Deutschland
Reform, aber richtig
Gottesfinsternis: der Platz der Religion in der modernen Gesellschaft

Mich hat der persönliche Weg von SO beeindruckt, seine Glaubensfestigkeit lässt ahnen, wie sehr er sich mit Jesus und seinen Aussagen beschäftigt hat. In vielen Punkten kann ich ihm zustimmen und aus eigener Erfahrung sagen, dass die Aussagen Jesu in jedem Fall die beste Richtschnur für ein gelungenes, moralisches und gerechtes Leben sind. Auf Seite 135 sagt SO: „Echte geistliche Autorität kommt aus der Erfahrung der Intimität mit dem Herrn. Aus der Erfahrung des Bewusstseins von der Liebe Jesu, aus der inneren Nähe zu ihm.“

Ich würde dem völlig beipflichten, die Wege dorthin sind nur sehr verschieden. Sich nur auf Jesu zu konzentrieren, ohne Lebensgefährtin, es mag für ihn ein Weg sein. Für mich aber ist es nicht jener, den Jesus geschätzt oder gewollt hätte. SO weist darauf hin, dass wir aufgrund der Evangelien keiner glücklichen Zukunft der Menschheit entgegengehen, sie sagen voraus, dass die Welt in der jetzigen Gestalt katastrophal enden wird. Spätestens hier artikuliert sich bei vielen der Widerstand gegen eine Art von Self Fulfilling Prophecy, die den einzelnen relativ machtlos zurück lässt, ihm als einzige Zuflucht die Kirche anbietet.

Für mein Gefühl hat sich die christliche Kirche in ihrer äußeren Verkleidung und den starren Regeln von Jesus entfernt. Was Jesus wirklich gemeint hat in seinen Aussagen, es wäre heute die Aufgabe der Pfarrer etc., dies den Gläubigen wieder nahezubringen, losgelöst von allen Korsetten althergebrachter Eucharistie-Feiern.

In der Beschäftigung mit anderen Religionen habe ich letzten Jahren wieder zurückgefunden zu einer Begegnung mit den Aussagen Jesus. Dieses Ereignis wurde im direkten Vergleich ermöglicht und stellt mich der Frage, die auch SO auf Seite 188 anführt: „Wie muss ich leben, welche Ethik muss ich habe, um in dieser Beziehung zu bleiben?“

Jesus sagte: Schau dir alles an, aber das Gute behalte. Er meinte das vermutlich auch in Richtung auf alles, was über ihn nach seinem Weggang geschrieben wurde. Ein aktuelles Buch führt tief in das Denken Jesu ein und so, wie er es vermutlich gemeint hatte: Was Jesus wirklich gesagt hat: Eine Auferweckung

Mich hat das Buch von Stefan Osten und Peter Seewald sehr angeregt, es bildet eine breite philosophische Diskussion ab, behandelt fast alle aktuellen Problempunkte und ist dort besonders gut, wo es ganz nahe an der Liebe Jesu fühlt und argumentiert, dort wo es angstfrei erkennen lässt und nicht angsterfüllt indoktriniert.

Ich stimme dieser Aussage von Bischof Oster nach intensiver Beschäftigung mit vielen anderen Religionen zu: „Im Grunde kann man sagen, die Christen wissen besser als jedes andere weltanschauliche System, wer der Mensch ist und was für den Menschen gut ist. Auch wenn uns das viele nicht mehr glauben.“ Selbstverständlich war diese Sichtweise der Beginn für Aufklärung und Fortschritt, in Europa ganz wesentlich fußend auf dem jüdisch-christlichen Weltbild, ohne das es seine Entwicklungen nicht gehabt hätte.

Am Beginn aller spirituellen Erziehung müsste meines Erachtens zunächst eine vergleichende und vor allem geschichtliche Behandlung aller Weltreligionen stehen. Nur so könnten Gläubige erkennen, welche Werte wirklich relevant sind, um ein sinnerfülltes Leben zu führen, dessen Inhalt m.E. nur sein kann, sich selbst und anderen liebevoll zu begegnen. Liebe Deinen Feind meint, den anderen in seinen Verstrickungen zu erkennen, aber nicht, ihn gewähren zu lassen.

Jesus erkannte, was den Menschen wirklich fehlte: die Rückbindung an ein Urvertrauen, an eine seelische Heimat, die in der Lage ist, einen Raum zu schaffen für eine größere Realität, die jedem Menschen inhärent ist. Jesus war nach dem Neuen Testament das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Durch ihn ist alles geworden, ohne ihn ist nichts geworden, was geworden ist. (Johannes 1,1-3) Die zentrale Eigenschaft Gottes ist die Liebe. Aus ihr leiten sich alle anderen Eigenschaften her. Die Liebe selbst ist die größte Ermöglicherin alles Denkbaren, die Triebkraft des Guten. Sie ist das Herz des Universums. Deshalb sagte Jesus: Gott ist die Liebe.

Viele Atheisten und Kritiker beziehen sich auf ein vermeintliches Jesus Wort: "Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert." Wenn man sie in der echten, aramäischen Bedeutung übersetzt, lauter dieser Satz: "Ich bin nicht gekommen, um Kompromisse zu schließen. Sondern ich bin gekommen, um Streitgespräche zu führen." Man sieht, wie falsche Übersetzungen auch die göttlichsten und humansten Ideen pervertieren können. Und man erkennt, dass Jesus diskutiert hätte, Ideen auseinander genommen und in ihrem wahren Kern erhellt hätte. Genau darin sehe ich die Aufgabe der heutigen christlichen Kirchen. Nur wenn ihnen das gelingt, wird ein Wiedererstarken auch ihrer äußeren Gestalt möglich. Innen muss jeder in der Begegnung mit Jesus wachsen, wenn er sich darauf einlässt. Dazu ist kein Kirchenbesuch mehr nötig.


Besser leben ohne Plastik
Besser leben ohne Plastik
von Anneliese Bunk
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Übersichtlich und sehr hilfreich, 10. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Besser leben ohne Plastik (Broschiert)
Deutschland ist Recycling-Weltmeister, ein sehr zweifelhafter Titel, denn besser wäre naürlich, Recycling gar nicht erst notwendig werden zu lassen. Dieses Buch ist ein direkter Angriff gegen diesen Titel und die Chance, weniger Plastik überhaupt in den Haushalt kommen zu lassen.

Sehr übersichtlich und klar verständlich unterscheidet das Buch in folgende Kategorien:

Gesundheit und Umwelt
Anfangen. Schritt für Schritt
Kinder und Plastik
Bad und Haushalt
Leben und Einrichten
Plastikfreie Rezeptideen
Service

Pro Minute gehen 11.700 Plastiktüten über Ladentische, jeder Deutsche produziert über 300 kg Plastikmüll im Jahr. Davon werden nur 40 % zu neuen Plastikprodukten verarbeitet, der Rest landet in der Müllverbrennung. Plastik bedroht die Artenvielfalt. Chemikalien und Weichmacher werden mit der Zeit freigegeben und gelangen so in die Umwelt. In den Organismen von Mensch und Tier führt dies zu Hormonveränderungen. Die Folgen sind Fruchtbarkeitsstörungen, Verheimlichung der Männchen und Missbildungen bei Nachkommen.

Diese Zahlen und Wirkungen sind schrecklich genug, sie sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Man kann sagen, Plastik macht krank, es ist überall, wir atmen es, wird fühlen es, wir essen es. Und das schlimmste daran: die genauen Folgen für unsere Gesundheit sind heute noch nicht absehbar oder wissenschaftlich erforscht.

Grund genug also, mit diesem Buch die ganz persönliche Plastikflut zu begrenzen und neben plastikfreien Verpackungsmaterialien vor allem auch darauf zu achten, so wenig wie möglich in den anderen LebensSphären mit Plastik in Kontakt zu kommen. Der Umstieg insgesamt scheint gar nicht so schwer: Einkaufskorb statt Plastiktüte, Glas statt Plastik, lose Lebensmittel statt abgepackte, Seife statt Duschgel, Vorratsgläser statt Plastikdosen, Spendenbox statt Taschentücher, Kokosöl statt Feuchttücher, Soda statt Toilettenreiniger.

Einer der besten Tipps, um Plastiktüten im Mülleimer zu vermeiden, ist, ihn schlicht und ergreifend mit Zeitungspapier auszukleiden. Bei Pfannen oder Waffeleisen ist darauf zu achten, dass sie aus einer kunststofffreien Keramikbeschichtung bestehen. Weichspüler in der Wäsche kann man sich getrost sparen, besser ist in das Weichspülerfach einfach einen Esslöffel TafelSalz zu geben.

Besonders gefallen haben mir die Seiten über die AllzweckMittel Natron und Kaffeesatz. Letzteres ist eine gute Möglichkeit, um im Garten Katzen und Insekten zu vertreiben, aber auch ein gutes Scheuermittel. Das Buch insgesamt ist deswegen so erfreulich, weil es die schlechten Nachrichten klar benennt, aber umso mehr konkret umsetzbare Maßnahmen inklusive Rezepten zum Besten gibt. Sehr empfehlenswert. Bei mir gehört es dieses Jahr zu den Verschenkbüchern.


Astrid Lindgren. Ihr Leben
Astrid Lindgren. Ihr Leben
von Jens Andersen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich habe in meiner Einsamkeit getanzt. (Astrid Lindgren), 8. April 2016
Jeder kennt ihre Bücher – wohl eher aus dem Fernsehen. Mir ging es ganz genauso: Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönnneberga oder die Kinder aus Bullerbü schwingen immer mit, wenn der Name Astrid Lindgren fällt. Bislang habe ich keines Ihrer Bücher wirklich gelesen oder auch nur vorgelesen. Ein Fehler, wie ich nach dieser Biografie von Jens Andersen (JA) erkannt habe.

Er schildert das Leben von Astrid Lindgren (AL) aus nächster Nähe bzw. von klein auf und erklärt die Motivation und Beweggründe für eine der größten Kinderbuchautorinnen aller Zeiten. Man begleitet das ganze Leben von AL und erfährt, dass sie das Schreiben vor allem auch dazu benutzt, um Kummer auszublenden. "Am glücklichsten bin ich, wenn ich schreibe.“ Diese Aussage versteht man spätestens dann, wenn ihr Schicksal als ledige Mutter klar wird, die zu dem Ihr Kind einer Pflegemutter abgeben muss. Ihre ganze Liebe fließt in das erste Kind, Lasse, den sie unter schwierigsten Bedingungen erziehen muss.

Die Ideen von AL stammen aus der engen Interaktion mit ihrem Sohn und später mit ihrer Tochter Karin und auch den Enkeln. Immer war es ihr Anliegen, Kinder glücklich zu machen und vor allem zu erahnen, wie dies am besten geschähe. Der Mensch ist von Natur aus ein einsames Wesen - er zieht Kraft und Stärke aus der Erkenntnis dieses Wissens, formuliert sie. Auch Kinder und Jugendliche müssen lernen, allein zu sein. Dieses Thema zieht sich durch das ganze Werk von AS, sie spielt bei aller Freude immer wieder damit und inszeniert auch Pippi Langstrumpf oft in einer souveränen, frohen, tanzenden Einsamkeit.

Später, im sozialistischen Schweden, wird man ihre Bücher zerreißen, ein Kinderbuch wird von den Kritikern so definiert: „Ein gutes Kinderbuch ist ein Buch, das Fragen aus der Situation des Kindes heraus stellt und sozialistische Antworten gibt.“ AL ging darauf nicht weiter ein, man warf ihr vor, dass ihre Bücher eher zum Selbstmord denn zur Rebellion aufrufen, dass sie offenbar für Reinkarnation eintrete und esoterische Gedanken verbreite.

AL schreibt mehr aus dem Armutsschweden als aus dem Wohlstandsschweden, sie hat die Härte und Kälte des Alltags einer alleinerziehenden Mutter kennengelernt, sie schickt mit ihren Büchern Kraft, Kreativität, Liebe und Ermutigungen zu Kindern, egal in welcher Situation sie sich befinden, ihre Ideen schnappt sie in der eigenen Erziehung und den Geschichten mit ihren Kindern und Enkeln auf, ganz darauf gerichtet, Ermutigungen, Glück und Erlösungen in die Einsamkeit zu schicken.

Die Darstellung ihrer Kindersicht war in einer Zeit, die Kinder zwar sehen, aber nicht hören wollte, revolutionär. Wie sollte ein gutes Kinderbuch gestrickt sein, fragte man die Autorin? AL: „Es muss gut sein. Ich kann Ihnen versichern, dass ich lange darüber nachgedacht habe, aber ich finde keine andere Antwort: es muss gut sein.“ Gut in ihrem Sinne ist, Kinder vor dem Verlassensein zu schützen, ihnen zwischen dem Gut und Böse der Welt einen eigenen, erkennenden Weg zu ermöglichen.

Sie durchläuft alle Höhen und Tiefen einer Lektorin in einem Verlag, den sie mit ihren Büchern am Ende sogar gerettet hat. Später wird sie der Kummerkasten für ganz Schweden und schaltet sich auch in die Politik ein. Nach einem Steuersatz von 102 % äußert sie sich vermehrt auch mahnend und formuliert z.B. diesen wunderbaren Satz: „Sozialismus bis zum letzten Buchstaben duschdekliniert, setzt Diktatur voraus, und ich mache mir nichts aus Diktatur.“ Ihrer Partei, der Sozialdemokratie, vermittelt sie immer wieder, bitte nicht zur Sozialbürokratischen Partei zu werden. Demokratie für sie ist, wenn sich die Machtverhältnisse ändern.

Eine der besten Biografien, die ich jemals gelesen habe. Auch weil sie so nahe an dem Werk, den Büchern entlang argumentiert und tief in der Entstehungsgeschichte schürft bzw. Aspekte von Schreiben und Ideenherkunft behandelt. Ich jedenfalls werde jetzt eine Reihe von Astrid Lindgren Büchern lesen und sie mit einem ganz anderen Verständnis und Vergnügen lesen können.


Der große böse Bill (MINIMAX)
Der große böse Bill (MINIMAX)
von Ole Könnecke
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kinder wollen es immer wieder hören und sehen!, 6. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der große böse Bill (MINIMAX) (Taschenbuch)
Es ist für mich eines der schönsten Kinderbücher überhaupt:

Titel:
-Spannend neugierig machender Titel bzw. Text.
-Simple, erinnerungsstarke Illustration
-Ein Hingucker der Extraklasse, zudem in meinen Lieblingsfarben

Inhalt:

Der böse große Bill ist ein kürzest möglicher Roman, der aber in der Tiefe erklärt, woher Probleme von Menschen kommen (können).

Die Idee ist spannend und baut eine wachsende, sich steigernde Alltagshandlung auf und eine Erlösung, die überaus kreativ, ganz anders als erwartet und im Grunde kindgerecht ist.

Meine Erfahrung ist, dass Kinder bis 6-7 die Geschichte immer wieder als Vorlese- und Betrachtungsstunde wollen, ein richtiggehendes Ritual des Versenkens ins bodenlose Böse, aber eben auch Verständnisfutter für die Erklärung, warum Menschen Menschen Böses antun wollen, können, müssen.

Man ist danach nicht fertig, sondern Kinder erzählen von ihren bösen, leidvollen Erfahrungen mit Anderen, der Auftakt für ein Gespräch. Und: jeder kann den großen bösen Bill selbst, in eigenen Geschichten zum Leben erwecken - ein nie endendes Thema.


Heile dein Herz: Wege zur Liebe und Kraft bei Trennung, Verlust und Abschied
Heile dein Herz: Wege zur Liebe und Kraft bei Trennung, Verlust und Abschied
von Louise Hay
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Liebevoll ehre ich meine Verluste., 3. April 2016
Wir alle sind tagtäglich von großen und kleinen Verlusten umgeben. Nachdem man ein Leben lang gelernt hat, alles unter Kontrolle zu bekommen, bemerkt man irgendwann, dass diese Kontrolle davon geflogen ist. Den Trennungenn vom Partner, von Schulfreunden, von Eltern folgen kaum merkliche alltägliche Trennungen und irgendwann geht alles über in die ultimativ größte Trennung, den Tod.

Wie soll man adäquat auf Verluste reagieren? Die deutsche Fehlerkultur ist im Gegensatz zu amerikanischen unterentwickelt und ebenso verhält es sich bei dem Gedanken bzw. Hilfestellungen im Verlustfall. Nirgendwo, auf keiner Schule, keiner Universität wurde einem beigebracht, wie mit negativen Dingen umzugehen ist. Dieses Buch setzt Informationen und Gedanken zu diesem Komplex in einen Lösungszusammenhang, den jeder von uns rechtzeitig überdenken sollte.

Wäre es nicht ein schönes Ziel, dies bei einer Trennung sagen zu können:
„Danke, es war wundervoll mit dir!
Oder: „ich habe mit dir eine Menge gelernt.“
Oder: „Meine gute Zeit zusammen. Danke dafür, und gibt gut auf dich acht!“

Jeder von uns fühlt völlig anders, jeder trauert anders und jeder verarbeitet auf seine ganz eigene Weise. Und doch gibt es Sätze, die von außen angewendet bei allen Wirkungen der Heilung erzielen können, auch in unterschiedlichen Wirkungsgraden. Es kommt zunächst darauf an, schlicht anders über Verluste denken zu lernen. Sie sind oft Tore, durch die wir einfach hindurchgehen müssen, um neue Perspektiven zu erkennen. Nach Louise Hay sind Gedanken immer schöpferisch, am Anfang von allem stand das Wort. Und dies ist heute nicht anders. Es kommt nach einer Trennung z.B. darauf an, das Denken auf die Heilung zu fokussieren, dabei immer auch die Selbstliebe einzuschalten.

Die Verluste liebevoll zu ehren,
offen zu sein für neue Erkenntnisse,
so wie dies Hermann Hesse in dem wunderschönen Gedicht „Stufen“ ausdrückt:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Dieses Buch taucht in die Tiefe dieses Gedichtes ab und zeigt eine Vielzahl von Affirmationen bzw. Hintergründen, die wie Medikamente wirken können. Verluste sind nichts anderes als Geburten, beide fallen oft ebenso schwer, sind aber andere Glücksfälle.

Das Schwerste überhaupt, der Verlust eines geliebten Menschen, wird ab Seite 144 behandelt. Louise Hay und David Kessler gelingt es auf eine unnachahmliche Weise, dafür die richtigen Worte des Trostes bzw. Beispiele aus dem Leben zu finden und vor allem jene Hilfestellungen, mit denen man Verstorbene loslassen und ihnen in Liebe gedenken kann. Niemand kann wollen, dass man selbst oder andere an einer Trennung leiden müssen. Sie ist immer das Maß für eine Selbstliebe, deren Fundament unerschütterlich sein muss, um mögliche Verluste auszugleichen.

Jeder sollte in allen Situationen des Lebens hoffnungsvoll denken und die Gedanken weise wählen, so wie man gutes Essen zu sich nimmt. Jedes Ende ist ein Anfang und der Anfang ist immer die Hälfte des Ganzen. „Schwere Zeiten können uns daran erinnern, dass unsere Beziehungen zu anderen Menschen ein Geschenk sind. Verluste können uns daran erinnern, das Leben selbst das Geschenk zu betrachten.“

Ein wichtiges, aufbauendes Buch für das ganze Leben! Bei kleineren Verlusten ebenso gut und hilfreich anzuwenden im Falle großer Trennungen oder den Tod.


100 Bücher, die die Welt noch braucht
100 Bücher, die die Welt noch braucht
von Hans-Christian Biller
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keep it simple and be happy., 2. April 2016
Es lag im Supermarkt in einer Billigangebotsbox neben dem Osterschmuck. Das Bild gefiel mir, der Preis weit weniger als eine Zigarettenpackung, es flog ganz klar und schnell in den Einkaufskorb.

Warum?

1 Ein Cover-Bild, das ich kenne aus der eigenen Bibliothek und

2 Ein Text, der viel versprach. Also hatte es eine der wichtigsten Hürden genommen: neugierig machend, sehr gutes Layout, ansprechender Titel.

3 Beim Durchblättern blieb ich an einer roten Seite hängen mit dem Text: Keep it simple and be happy.

4 Zudem preisreduziert, es versprach also Einiges. Zudem stand relativ wenig Text auf den einzelnen Buchseiten, eine Erholung von üblichen, langen Texten. Nur Titelabbildungen auf der linken und knappe Klappentexte auf der jeweiligen rechten Buchseite.

Hielt es das große, äußere Versprechen auch innen?

Nein, aber es gab Titellayouts, die es fast mit dem Titel aufnehmen konnten, einige langweilig auch, aber viele Spuren bzw. Texte, die gute, überraschende Richtungen weisen.

Zum Beispiel ein guter Titel:

DEMUTKRATIE
Key Visual: Focus auf die berühmte Hand-Raute.
Untertitel: Wenn ein Volk stillhält.

Interessant auch der Hinweis auf Google: Erst googeln, dann reden. In diesem Fall weniger ein Buchtitel als der Hinweis darauf, nicht zu googeln, also selber zu denken. Googlen und Denken wäre es für mich heute, beide schließen sich nicht aus. Beides zusammen erst eröffnet Querschnitts-, Verbindungs- bzw. Lösungswissen.

Das Buch hat es geschafft:
man redet mit ihm, denkt selber, nimmt die Fährten auf.
Kann ein Buch mehr erreichen?

Natürlich sind die Ideen nicht alle neu, man kennt einige Ansätze aus anderen Zusammenhängen, aber es macht Spaß, darin zu lesen, die Layouts und Text-Ideen aufzuschnappen.

3 kreative Texter / Werber haben das Buch geschrieben, es hat ihnen Spaß gemacht, all jene Dinge aufzuschreiben, die man sonstwo nicht unterbringen konnte, es zeigt laterales, verrücktes Denken, ein Vergnügen, den Ideen zu folgen.


Typisch!: 155 unverblümte Antworten auf Vorurteile
Typisch!: 155 unverblümte Antworten auf Vorurteile
von Hyperbole
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Indiskrete Fragen und spannende Antworten., 2. April 2016
Über alles reden zu können - diese Facette der Kommunikation wurde in den letzten Jahrzehnten nach hinten gedrängt, möglicherweise war sie sogar nie richtig vorhanden. Umso schöner ist es, in diesem Buch Antworten auf jene Vorurteile zu finden, die man gerne denkt, aber nicht laut sagt. Es sind indiskrete Fragen (3-5), von unterschiedlichen Personen gestellt und relativ kurz beantwortet (4-6 Seiten)

35 Berufe, Berufungen oder Leidenschaften antworten also auf herausfordernde Fragen: von Müllmann bis Schmarotzer, von Pflegefall bis Dragqueen, von Domina bis Metzger (siehe Vorschau) - die Auswahl ist neugierig machend und überraschend sind die Antworten, ganz anders und offener als man es auf diese kleine Provokationen erwarten könnte.

Kein Mensch ist wie der andere, jeder tickt ganz anders. Was viele Menschen in der Projektion auf einen Anderen falsch machen (er denkt, fühlt und handelt wie ich) wird durch dieses gelungene Buch bestens entblößt und klargestellt. Ich bin sicher, dass es für viele Leser eine Reihe von Erkenntnissen gibt, an die er im Traum vorher nicht gedacht hätte.

Wer würde daran denken, dass ein Bestatter umso lieber lebt, weil er täglich dem Tod ins Auge schaut? Warum sollte man lügen, wenn einen jemand nach dem Beruf eines Freiluft-Bodybuilders (Müllmann) fragt? Haben Sie je von Zoophilen gehört? Warum sind Kiffer im Grunde sehr spießig?

Es macht Spaß, die Gedanken zu erfassen und sich zu überlegen, welche Frage man selbst gestellt hätte, vor allem aber die Antworten zu lesen. Sich in andere Menschen hineinzudenken, sie zu fühlen, ihren Antrieb zu erkennen, die Vielfalt der Möglichkeiten zu überschauen: Mit diesen Interviews öffnen sich neue Perspektiven und Einsichten.


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