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Rezensionen verfasst von
Happyx
(TOP 500 REZENSENT)   

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Rich Dad Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen
Rich Dad Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen
von Robert T. Kiyosaki
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lernen Unternehmer und Investor zu sein., 21. Mai 2017
Ein kluges Buch über finanzielle Intelligenz, die den meisten nicht beigebracht wurde und wird. Leider gibt es dafür viele Negativworte wie Sparen oder Genuss aufschieben usw., die von einer bombastischen, glücksbringenden Konsum- und Geldindustrie zugedeckt werden bzw. so angelegt sind, dass sich der Durchschnittsmensch verschulden und langfristig zum Sklaven der Banken machen soll.

Konterkariert wird finanzielle Intelligenz zudem von einer Erziehung bzw. Eltern, die sofortige Bedürfnisbefriedigung vor die Leistung oder das Warten stellen. Das Ergebnis: eine Generation, die im Hotel Mama nächtigt, mit Rundumversorgung und Wunscherfüllung sofort.

Leider werden jene, die dieses Buch lesen sollten, also Teenager, dies nicht tun, sondern weiterhin nehmen, was sie bekommen. Man sollte aber früh damit anfangen, Samen zu säen für das Anwachsen von Vermögen, das sich selbst trägt und Geld verdient, so dass man langfristig frei wird, das zu tun was einem Freude macht.

Immer schnellere Umwandlungen der Wirtschaft, Unsicherheiten und Probleme, sie sind dann für jeden lösbar, wenn man finanzielle Intelligenz entwickelt, als Unternehmer oder Investor. RTK ist als Immobilienentwickler, Seminarist und Aktieninvestor tätig, er gibt mit diesem Buch das Fundament, auch sein finanzielles Können preis und motiviert jeden, endlich mit etwas anzufangen, das leider nicht in Schulen gelehrt wird und zu dem man kein Studium braucht.

Einfach anfangen, mit kleinen Investitionen von 5000 bis 10000 Euro, es funktioniert. Jeder kann sich das und muss es sich immer mehr leisten, weil die Zeiten härter werden und niemand auf Knien jemand anderes um Arbeit bitten möchte.

Arbeiten heute heißt immer weiter lernen und die Möglichkeiten sehen, die zunehmend volatile Märkte bieten. Immobilien gehen immer, wichtig ist, seine Antennen auszufahren und begreifen bzw. bei richtig guten Angeboten zugreifen.

Ein sehr gutes, motivierendes und gut nachvollziehbares Buch.

Auch gut:

Investieren statt sparen: Anlegen in Zeiten von Niedrigzinsen, Bargeldverbot und Brexit


Leon. Fast & Free: Rezepte frei von Gluten, Milch und Zucker für Menschen, die wirklich gerne essen
Leon. Fast & Free: Rezepte frei von Gluten, Milch und Zucker für Menschen, die wirklich gerne essen
von Jane Baxter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 32,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schnell gemacht, frei von Ungesundem und gut schmeckend., 21. Mai 2017
Paleo Ernährung meint natürliche, nicht industriell verarbeitete Lebensmittel, inspiriert von unseren Höhlenmenschenvorfahren. Nicht erlaubt sind z.B. Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Zucker, Milchprodukte, Pflanzenöle und Alkohol.

Leon leitet sich von Paleo ab und ergänzt einige Inhalte wie Essig oder auch Palmzucker, d.h. es weicht von einer allzustrengen Vorgehensweise ab. Für mich ist Paleo/Leon trotzdem kein dauerhaftes Essen, sondern ab und an eine Diät, die ich mit diesem Kochbuch angehe.

Dauerhaftes Entfernen von Getreide schaffe ich nicht ganz, aber es hilft von Zeit zu Zeit. Dafür und für viele weitere Zwecke eignet sich dieses toll aufgemachte Kochbuch bestens, links jeweils das (schnell zu machende und gut beschriebene) Rezept, rechts ein ganzflächiges, appetitliches Bild des Ganzen.

Format, Verarbeitung:
2 cm weniger in der Höhe als A4, sehr edel und dauerhaft verarbeitet, mit einem Altarfalz für Dinge, die man im Vorratsschrank haben sollte. Fadenheftung, rotes + orangefarbenes Lesebändchen, 4cm Buchdicke, klappt auf jeder Seite gut auf.
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Luft nach oben: Philosophische Strategien für ein besseres Leben
Luft nach oben: Philosophische Strategien für ein besseres Leben
von Nicolas Dierks
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Den Abstand vom Denken zur glückenden Tat verkürzen., 20. Mai 2017
Es gibt unterschiedlichste Strategien für ein besseres, zufriedenes Leben. Mir hat z.B. die Beschäftigung mit Montaigne am besten geholfen: wenig gibt es, was damals nicht auch schon von ihm gesagt worden wäre, um die Tage im Jetzt und zufrieden zu gestalten, jede Minute, jede Sekunde.

Dr. Nicolas Dierks (ND) verdichtet Philosophie in diesem Buch aus weitverzweigtem (philosophischen) Denken hin zur praktischen Tat, er möchte die verschiedenen Ansätze darlegen, klären, schädliche Annahmen aufdecken, um sich auf das Wesentliche zu fokussieren: den handelnden, glücklichen Menschen. Der Start dazu liegt immer im Denken.

Den Abstand vom Denken zum Tun verkürzen, Philosophie eine unmittelbare, direkte Hilfe zurückgeben, sie nicht nur theoretisierend im Wolkenkuckusheim kreisen zu lassen, sondern sie jedem in die Hand zu legen. Darum geht es ihm. Und alles in einer wirklich gut verständlichen, nicht abgehobenen Sprache.

Gegen Dogmen kämpfen, mit Skepsis und Widerstand, so lese ich den Kern dieses Buches. Es ist schwer, eingefahrene Lebensweisen zu hinterfragen, sie zugunsten einer besseren Art des Daseins zu ändern, und doch: Kondensate der Philosophie in ihrer praktischen Umsetzung können helfen, sie hängen davon ab, wie sehr wir es zulassen, dass uns die Gedanken so berühren, dass sie zur Tat werden. Dafür ist dieses Buch eine gute Grundlage, der man die 1000te Diskussion anmerkt, die ND geführt haben muss.

Ich habe viel Bekanntes wieder entdeckt, aber auch Neues, hilfreiche Tipps und Umsetzungen in den Alltag, Philosophie wird so zu einer Liste jener Eckpfeiler, die helfen können, ein besseres, zufriedenes, glückliches Leben zu führen. Ganz am Ende, die Liste der Punkte, die einen immer wieder in alte Gleise zurückschleudern, sie sind wirklich hilfreich.

Den Tag verloren geben z.B. - niemals, auch wenn wir ihn entfliegen sehen, immer wieder darauf zurückgreifen, was besser ist, was langfristig hilft, jetzt sofort. Ein guter Tipp, ebenso wie immer daran denken, genaue Ergebnisse zu erzielen, nicht zu viele Rücksichten nehmen - vieles erinnert mich an Montaigne und doch, es ist im heutigen Bezugsrahmen, sehr gut verdichtet und in praktikablen Portionen dargereicht.


Willkommen im Gelobten Land?: Deutschstämmige Juden in Israel
Willkommen im Gelobten Land?: Deutschstämmige Juden in Israel
von Jörg Armbruster
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

5.0 von 5 Sternen Unglaublich dramatische Geschichte(n)., 19. Mai 2017
Einfach unglaubliche Geschichten von Auswanderern aus Deutschland der 30er in den Melting Pot Israel, aber auch um Wiederkehr geht es. Dieses Buch von Jörg Armbruster (JA) fasziniert durch eindrücklich mitfühlende Erzählungen von Menschen auf der Flucht, denen der Autor durch Überlebende bzw. noch lebende Angehörige ganz nahe kommt, ihnen die Probleme und Erkenntnisse ab-liest und niederschreibt.

Israel war zu Beginn auf Gemeinschaft ausgerichtet, es stand unter britischem Schutz, festgemacht am sozialistisch-zionistischen Kibbuzim, aber es wird heute abgelöst durch die weltweit verbreitete Besitz- und Gewinngier, so eine der hier erzählten Sichtweisen. Man taucht tief ein in die Zeit von damals, als Auswanderer z.B. in Haifa nach der Flucht aus Deutschland konnte man erleben, dass eine Straße wieder mit Hakenkreuzfahnen geschmückt war: durch die pietistischen Templer (Palästinadeutsche), später nach Australien verbracht. Nicht zu verwechseln mit dem älteren Templerorden. Kirchliche Lehrsätze werden bei den Templern als weniger zentral betrachtet, Dogmen zur Dreifaltigkeit, Erbsünde und zum Erlösungstod Jesu werden zum Teil strikt abgelehnt. Jesus dient(e) als Lehrmeister, ein von Gottes Geist beseelter Mensch, ein nachahmenswertes Vorbild des Gottvertrauens und der Nächstenliebe. Man wollte ihm in seiner Heimat ganz nahe sein.

Die jüdische Gemeine aus Rexingen bei Horb macht sich auf, um ein Dorf am Meer, im Norden Israels aufzubauen: Shavei Zion. Es hört sich heute als Erfolgsgeschichte an, damals aber war es kriegerisch und kompliziert, fehlende Strukturen, aggressive arabische Nachbarn, der Weltkrieg, der Ort ist auf Selbstschutz bzw. Verteidigung angewiesen, man ahnt, mit welcher Gefahr Israelis bis heute leben müssen. Die damals vorhandenen Aversionen gegen deutsch sprechende Juden, ihre osteuropäischen (meist weniger gebildeten) Brüdern und Schwestern, eine neue Nation zu bauen, mit unterschiedlichen Kulturen, eine sehr komplizierte Angelegenheit, die JA bestens zergliedert und erklärt. Man ist dabei im Hafen von Haifa, als Flüchtlinge (die damals keinesfalls alle einreisen durften) weitertransportiert werden sollen nach Mauritius. Das Schiff (Patria) wird gesprengt, 270 Juden sterben, soeben dem Holocaust entkommen, ertrinken, weil die zur Rettung geplante Bombe zu groß dimensioniert war. Damals wie heute waren wenige Länder bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, die Konferenz in Evian ist dafür ein trauriges Beipspiel.

Deutsch als Sprache wollte damals niemand hören, alle sollten Hebräisch lernen, man erhält (als deutscher) Jude immer wieder deutliche Hinweise, sich in der Öffentlichkeit mit der deutschen Sprache zurückzuhalten. Man stand unter kritischer Beobachtung und wurde mit Misstrauen beäugt. Die Frage „ Kommst Du aus Überzeugung oder aus Deutschland“ war eine gängige Ansage!

Dass Deutschland heute für viele Israelis wieder ein Sehnsuchtsort darstellt, insb. Berlin, war nicht vorauszusehen und ist keinesfalls selbstverständlich. Viele solcher persönlichen Begegnungen waren notwendig, um so weit zu kommen und von Versöhnung reden zu können. Dabei spricht man ganz offen über die Faszination Deutschland, deren Grund auch darin besteht, genauer verstehen zu wollen, was damals passiert ist.

Eine der Rückkehrerinnen nach Berlin (letztes Kapitel: Zurück nach Berlin?) sagt dies: „Eines wisse sie genau: Misstrauen und Hass gegen die Araber seien inzwischen allgegenwärtig in Israel. Auch aus diesem Grund würden so viele nach Berlin gehen.“ Und eine Mutter empfiehlt ihrer Tochter, in Berlin aber keinen Davidstern offen über der Bluse zu tragen. D.h. man gibt sich auch hier nicht offen zu erkennen, im Berlin des Jahres 2016/17 - man muss solche Zeilen mehrfach lesen. Ob der Holocaust nochmals geschehen kann? Ja und nein, es ist alles möglich. Traurig hört man zu und versteht das Zerrissensein geradezu körperlich mit.

Unscharf und fehlschließend empfinde ich die Formulierungen von JA auf den Seiten 249/5o, auf denen er von den islamistischen Bomben in Paris direkt zur AfD übergeht, keinesfalls ist diese Verbindung in irgend einer Art zulässig bzw. dann sollte man dann betonen, dass in dieser Partei immerhin eine klare Kritik der 3. monotheistischen Religion stattfindet, die sich in ihrem Grundlagenwerk über 60% direkt gegen die ungläubigen Christen und Juden richtet. Im nächsten Abschnitt wird dann aber die Zielrichtung klar: jüdische Mitbürger schätzen Berlin vor allem auch deshalb, weil es hier keine arabischen Nachbarn gibt, deren dumpfer Hass allgegenwärtig das Menschsein lähmt. (S. 250).

Können wir uns wirklich vorstellen, was es heißt zu wissen, dass die Flugkörper der Schiitenmiliz Hisbollah vermutlich nicht einmal 50 km von Haifa entfernt, verbunkert unter libanesischer Erde, abschussbereit auf das Zentrum der Stadt gerichtet sind? Bedrohungen in Israel sind auch deswegen real, weil alles schon geschehen ist an Grausamkeiten, die man sich bei uns nicht mehr vorstellen kann. Wir hören diesen Aussagen im Grunde weit weg und irgendwie schockiert zu.

JA betont, dass viele Überlebende der Shoa nur solchen Politikern vertrauen, die Wehrhaftigkeit versprechen. Die Angst, dass man sie, das kleine Volk Israel, wieder vernichten möchte, ist bei Israelis verbreiteter als wir in Deutschland uns das vorstellen können. Eine Interviewpartnerin von JA sagte: „Heute wachsen unsere Kinder auf mit Hass. Und die Kinder der Palästinenser wachsen auf mit Hass. Da kann ja kein Frieden entstehen.“

Trotzdem: Israel ist heute das einzige Land im Nahen Osten mit funktionierender Demokratie, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Minderheiten geschützt und keine Religion diskriminiert wird. Viele Muslime haben diese Vorteile inzwischen erkannt und leben gerne dort. Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen

Geschichte wiederholt sich und Kulturen reiben sich grausam aneinander, wenn nicht klare, deutliche Grenzen gezogen werden. Das bleibt in mir nach diesem hervorragenden Buch zurück.


Deutschjüdische Glückskinder: Eine Weltgeschichte meiner Familie
Deutschjüdische Glückskinder: Eine Weltgeschichte meiner Familie
von Michael Wolffsohn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weg von der Unmenschlichkeit zu Versöhnung und Frieden., 17. Mai 2017
Eine mehr als beeindruckende Familien-Saga: ich bin begeistert ob der Erzählkünste von Michael Wolffsohn (MW), der in diesem Buch sich und seine Vorfahren, ihre Erfolge, Fehleinschätzungen, Irrungen und Wirrungen, vor allem aber ihr Glück in allen Komponenten auffächert, die einem wirklich sehr nahe gehen.

Schon der Beginn mit seinem Großvater, der zwei Lehrer einer kommunistischen Schule in Israel mit einem Gartenschlauch bzw. dem Wasser daraus „nass macht“ und einem ähnlichen Vorfall seiner Großmutter bzw. der Frau von Karl Wolffsohn, dem sehr erfolgreichen Lichttheater-Unternehmer aus Berlin, ziehen einen aus erzählerischen Aspekten leicht in das Buch. Hier versteht einer, Geschichte durch kleine, individuelle Erlebnisse zu dramatisieren und die jeweiligen Beweggründe zu erhellen.

MW legt die Schichten der Geschichte offen, mit großen und kleinen Geschichten, so vieles wird deutlich, das (für nichtjüdische Mitbürger) vor sich hin schlummerte und besonders beeindruckt hat mich die Fahrt mit seiner Oma (väterlicherseits) als er sie fragte, wer Hitler gewesen und wie Adenauer sei. Mit diesem „Pro-Seminar Geschichte“ wendet er sich hin zu den anständigen Deutschen, zu denen auch seine Großeltern gehören und so kann er heute als Betroffener das Verhältnis Juden-Deutsche klar beleuchten, auch dort wo es den nichtjüdischen Deutschen weh tun muss.

MW wächst auf in Berlin neben jenen Gleisen, auf denen die Viehwagen gefüllt mit seinen Vorfahren gen Auschwitz fuhren, schwer vorstellbar und doch drängend nach dem Jetzt, dem Guten und der Versöhnung. Schuld und Versöhnung, sie schwingen sich durch dieses Buch hin zum Glück des Heute einer toleranten Gesellschaft, die dem Vergangenen aber doch immer wieder ins Auge blicken muss.

MW agiert nicht mit der Keule der Schuld, sondern kommt aus einem Gefühl des Vergebens, des Miteinanders auf uns zu, er erklärt, wie es war, unverstellt und völlig ohne Ressentiment. Ein Blick zurück, der es in sich hat, spannend und einfühlsam, ehrlich, er verschweigt nichts, ein Glück, solche Erinnerungen miterleben zu können.


Für die Zukunft seh' ich schwarz: Plädoyer für einen modernen Konservatismus
Für die Zukunft seh' ich schwarz: Plädoyer für einen modernen Konservatismus
von Diana Kinnert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Zwei Bier, bitte!", 16. Mai 2017
Diana Kinnert (DK) ist die Tochter eines Polen und einer philippinischen Mutter, geboren und aufgewachsen in Deutschland. Ist sie eine Deutsche? Was sonst?!

Sie legt mit diesem Buch ihren bisherigen Lebensweg dar und beantwortet insbesondere die Frage, warum sie sich schon seit Schülerzeiten für die CDU engagiert.

Selten ein so kluges Buch gelesen, das insbesondere dort beeindruckt, wo sie die unterschiedlichen politischen Bruchlinien in Deutschland erklärt bzw. warum sie ausgerechnet in die CDU eingetreten ist und sich dort vorbildlich engagiert. In so jungen Jahren schon so gut formulieren zu können, meine Hochachtung! Alles scheint mir von ihr selbst geschrieben.

Sie ist hartnäckig und hat früh schon gelernt zu denken, selbstständig zu denken und zu handeln. Als sie sich beim CDU Ortsverband endlich vorstellen will, begrüßt der Vorsitzende sie überaus freundlich und sagt: „Zwei Bier bitte.“

Andere würden sagen, das sei rassistisch, sie aber kämpft sich durch, hat Verständnis und sieht alles als Herausforderung, die nur von ihr gelöst werden kann. Nicht durch zu viele Rechte, sondern durch Pflichten, die sie sich selbst setzt.

Sie schreibt keineswegs karriereorientiert, sondern weit hinter die Zeit der Alternativlosen. Dieser Begriff wird ebenso zerpflückt wie viele anderen Richtungen bzw. Probleme. (Kritik an der Reaktion von der Leyens nach dem Wahlsieg Trumps, Kritik an der Empfehlung Merkels zum Flöten von Weihnachtsliedern)

Alleine im Bereich der Religionen bewegt sie sich ähnlich sanft und ahnungslos wie die Meisten. Für mich ist der entscheidende Faktor der Gegenwart, eine präzise Abgrenzung monotheistischer Religionen bzw. aller intoleranten Strömungen, die Menschenrechte zugunsten ihrer Ideologie vernachlässigen.

Auf Seite 163 zitiert DK Navid Kermani, der die Liebe zum Eigenen in der Fähigkeit zur Selbstkritik verortet. Nun, er ist nicht dafür bekannt, kriegerische und Ungläubige verachtende Inhalte seiner Religion reformieren zu wollen, im Gegenteil, er arbeitet sich vor allem in der Kritik am Christentum ab, mit der er umso stärker das Eigene schätzen lernt, ein klassischer Abgrenzungs- und Parallelgesellschafts-Reflex also. Dass DK mit Kermani dann bei der Autonomie der Person als wesentlichem Ziel der CDU landet, ist nachgerade absurd, zumindest von der Ableitung her.

Die Ablehnung des Islam hat in Deutschland einen neuen Höchstwert erreicht: Infratest dimap fand in diesen Wochen heraus, dass 2/3 aller Deutschen diese Religion als nicht zu Deutschland gehörend einschätzen. Wann nehmen Politiker das zur Kenntnis und diskutieren öffentlich über die Inhalte dieser Ideologie? Warum tun sie das nicht und befördern ein weiteres Anwachsen der Probleme, die genau dann zunehmen, wenn Themen aus der Öffentlichkeit verbannt werden!

Trotzdem ein sehr, sehr gutes Buch, ein Auftakt zu (innerlichen) Gesprächen und vor allem deswegen so angenehm, weil es auch komplexe Sachverhalte gut auf eine Verständnisebene herunterbricht, die keine bis ganz wenig Politik-Worthülsen beinhaltet.

Sie macht einen kapitalen Fehler der meisten aktuellen Parteien nicht: sie haut nicht auf politische Gegner oder Bürgerbewegungen ein bzw. grenzt sie aus, sondern ergründet die zugrunde liegenden Probleme sachlich, teilweise auch mit ganz persönlichen Erlebnissen in der Berliner LBGTQ Community, in der sie sich bewegt.

Junge Menschen wie DK machen mir Mut und Hoffnung, dass die politische Vernunft eine Zukunft hat und Hand in Hand geht mit menschlicher Nähe, Toleranz und Verständnis.

Die Niederlage der politischen Vernunft: Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen
Krieg gegen Christen
Weltgeschichte der Sklaverei (Beck'sche Reihe)
Ich glaube an die Tat: Im Einsatz für Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak


Doof it yourself: Erste Hilfe für die Generation Doof
Doof it yourself: Erste Hilfe für die Generation Doof
von Stefan Bonner
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

1.0 von 5 Sternen Wie Du über Dinge redest von denen Du keine Ahnung hast., 15. Mai 2017
In einem langen Vorwort lesen wir irgendwann auf Seite 9: Wer will, dass wir mehr mündige Bürger haben, die nicht gleich jedem rechtsgedrehten Gesinnungsberater hinterherlaufen, der muss ich jetzt dafür entscheiden, mehr wissen zu wollen. Und dann steht sogar das: Die einzige Chance, die ein Entwicklungsland hat, ist Bildung.

Hier schreiben zwei Lektoren langatmig und völlig an irgendwelchen Zielgruppen vorbei, mit Ratschlägen wie: dies ist ein Buch zum Lesen. Wie das geht? Eine Seite nach der anderen, von vorn beginnend. Aha, wirft man hier schon ein und stutzt. Phrasen, Füllsätze und eine Tonalität wie, komm her, liebes Kind, wir nehmen Dich, den Superdoofen, an die Hand und klären deine falschdrehende Hirnschleuder auf.

Nichts ist witzig, nichts intelligent, alles einfach nur peinlich, aus einigen wissenschaftlichen Ergebnissen ab- und zugeschrieben. Man muss dankbar sein, dass diese Autoren nicht in Schulen unterrichten, wohl wissend, dass noch viel Abseitigere es tatsächlich tun.

Keine Ahnung haben und das Ganze auch noch dümmlich kaschieren, ein Buch, das kein Mensch braucht. Wie Du über Dinge redest von denen Du keine Ahnung hast. Selten hat dieser Satz besser auf ein Buch gepasst, schade um die Bäume, die dafür sterben mussten.

Hier wird von vornherein eine bestimmte linksdrehende Wortschleuder angeworfen, die verdeutlicht, in welch hoher Arroganz Menschen als V.D.ppen abgeurteilt und belehrt werden. Etwas praktische und bildungsstarke Vernunft wäre angeraten und weniger ideologische Verblendung.

Die Niederlage der politischen Vernunft: Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen


Der Klang meines Lebens: Erinnerungen an stürmische und sonnige Zeiten.
Der Klang meines Lebens: Erinnerungen an stürmische und sonnige Zeiten.
von Patricia Kelly
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,00

5.0 von 5 Sternen Eine herzliche, verantwortungsbewusste, kluge Frau und Mutter berichtet., 15. Mai 2017
Wir folgten damals einem seltsam verzauberndem Klang und hörten ihnen zu, eines der Kinder verkaufte uns nach dem Auftritt glücklich und zuvorkommend eine CD mit ihrer Musik. Es muss in den 80ern gewesen sein - und diese Musik der Kelly Familie ließ uns nicht mehr los. Mehr als die Musik war es auch diese Mischung aus Großfamilie, Zusammenhalt und einem Lebensstil, von dem man dachte, es gäbe ihn eigentlich nicht mehr. Wie ein völliger Gegenentwurf zum damaligen Lifestyle, der eher eine Lossagung von der Familie bedeutete. Jeden danach kommenden Erfolg haben wir ihnen von Herzen gegönnt.

Patricia Kelly (PK) berichtet aus dem Inneren einer bewundernswerten Familie, deren Schwierigkeiten man nur ahnen kann. Trotz allem überwog das Glück, mit dem aber eine große Zahl an Schicksalsschlägen hingenommen werden musste. In diesem Buch taucht man tief ein in ein Leben außerhalb üblicher Normen, einen Zusammenhalt, der von einem liebevollen (gläubigen) Vater und einer selbst vergessenden Mutter aufrechterhalten wurde, aber auch in persönliche Probleme einer Frau, die sich ganz ihrer (Herkunfts- & eigenen) Familie und der Musik - in großer Verantwortung - widmet.

Erfolg wird immer erkauft mit Misserfolg oder Niederschlägen, am Boden liegend wieder aufstehen, neu anfangen, PK zeigt wirklich inspirierend, wie man, im christlichen Glauben fest stehend, menschennah und nächstenliebend sein kann. Sie hat jeden Satz dieses Buches selbst geschrieben und man spürt die Liebe, die sie empfindet, den Schmerz und das Mitfühlen mit anderen. Es kommt einem hier über den Intellekt bzw. Sprache entgegen, und die Musik intoniert exakt die gleiche Tonalität, ebenso herzlich und parallel schwingen beide.

Wer die Musik der Kelly Family liebt wird überrascht sein ob dieser wechselvollen Geschichte(n), ein spannendes, in vielen Teilen überraschendes Buch, z.B. die Tatsache, dass oft Teddybären mit Rasierklingen gefüllt auf die Bühne geworfen wurden oder wie PK durch Fans verfolgt wurde. Unerträglich sind wohl selbstvergessende Fans, die ihr Heil auf den Star schütten, um damit ihr völliges Versagen zu demonstrieren bzw. Hilfe, die sie von oben erwarten. Die Geschichte peinlich pubertärer Fans müsste noch geschrieben werden. Richtig spannend, wie PK das Auto aggressiv zudringlicher Fans demoliert hat. Danach war Ruhe!

PK ist ein echtes, menschliches Vorbild und dieses Buch ein Segen für jeden, der versteht, in Herzen von Menschen zu lesen.


Hinterm Stacheldraht geht's weiter: Vom Berufsverbrecher zum gefeierten Sozialunternehmer
Hinterm Stacheldraht geht's weiter: Vom Berufsverbrecher zum gefeierten Sozialunternehmer
von Volkert Ruhe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

5.0 von 5 Sternen Ein herausragendes Buch., 13. Mai 2017
Niemand sollte 500 Seiten schreiben, wenn er es auch knapper ausdrücken kann. Goethe formulierte in einem Brief, dass er keine Zeit gehabt hätte, und deshalb ein langer Brief folgen würde. Nun, Volkert Ruhe (VR) hatte Zeit zum Nachdenken und er hat ein knappes, aber sehr gehaltvolles Buch über sich selbst geschrieben.

Wir tauchen ein in eine Kindheit, die man niemandem wünscht und eine Entwicklung, die Türen, Zugänge, Möglichkeiten aufschließen wollte, aber immer wieder die Grenzen der eigenen Herkunft erleben musste, auch das Desinteresse der Gesellschaft.

VR hat zuhause Unerträgliches erfahren und sieht sich als Lehrling der Obdachlosigkeit gegenüber, er kämpft und findet schließlich in einer Drückerkolonne 6 Jahre lang eine Art von Heimat. Danach folgen bewegte Jahre in St. Pauli und Kolumbien bzw. der unvermeidliche Übertritt nach Santa Fu, dem berüchtigten Gefängnis in Hamburg.

Was sich in dieser Zeit entwickelte, als Hilfe von einem, der wirklich Nächstenliebe versteht, ist mehr als bewundernswert. Kinder auf der schiefen Ebene mit VR reden zu lassen, seine Erfahrungen live zu hören, es gibt wohl wenig bessere Einsichten zur Prävention und Hilfe für Kinder in Not.

Wenig ist härter als reine Kinder-Gesellschaften, die sich auch heute auf unseren Straßen bemerkbar machen. Direkte Gewalt ist erfolgreich zunächst, auf lange Sicht aber ein Hindernis. Dies rechtzeitig erfahren zu können, dafür steht VR mit seinem Unternehmen, das inzwischen vom Kanzleramt ausgezeichnet wurde.

Zurecht wie ich finde, ein ganz hervorragendes Buch (und auch eine lesenswerte Liebesgeschichte), das die Erkenntnisse eines mitfühlenden Menschen zusammenfasst, der leider viel zu spät seine ganz eigene Heimat gefunden hat. Er hilft anderen auch, um sich selbst zu helfen, sich zu lösen von den unsäglichen Verbindungen zu schwachen Eltern und Menschen, die ihn nur ausgenutzt haben. Ein echtes Happy End mit Familie, das man nicht erwarten konnte.


Heimat: Ein Phantomschmerz
Heimat: Ein Phantomschmerz
von Christian Schüle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dahoam ist Dahoam., 13. Mai 2017
Wer anders als ein Nationalstaat kann heute Werte und Handlungsweisen definieren, die für alle verbindlich einen Rahmen schaffen, mit dem man so leben kann wie Menschen es seit Jahrtausenden anstreben: ruhig, berechenbar und kein täglich neuer Jahrmarkt der Kulturen? Diese Heimat eines Menschen löst sich aktuell auf - und zwar nur in erfolgreichen Regionen wie Österreich, Deutschland oder Schweden. Sie sind die modernen Hafenstädte aller rechtlosen, hungrigen Menschen der Welt, mithin vermeintlich sichere Häfen.

Auf relativ komplexem, oft schwer verständlichem Sprachniveau versucht dieses Buch eine Zusammenfassung aktueller Sichtweisen und Probleme zu klären, die natürlich im Zug der Flüchlingskrise besonders sichtbar werden. Wir lesen von den Paradigmen der Globalisierung, Mobilität, Ungebundenheit, Grenzüberschreitung, Utopien und dem Beschleunigungskapitalismus. Christian Schüle (CS) fokussiert insbesondere auf die Begriffe des Homo sacer und des Homo faber. Wer bin ich, fragt der Homo faber. Wer will mich, fragt der Homo sacer (mein Korrekturprogramm macht daraus immer Homo sauer)

“Die multikulturelle Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer, sie hat die Tendenz, in eine Vielzahl von Gruppen und Gemeinschaften auseinanderzustreben sowie die Verbindlichkeit ihrer Werte einzubüßen.” (D. Cohn-Bendit)

Der Begriff Heimat als Reflex auf diese Analyse ist nicht von der Sprache allein abhängig, sondern von Menschen, denen ich trauen kann und einer Kultur & Landschaft, die mich geprägt hat. „Globalisierung bedeutet notwendig auch Verlust von Haltungen und Normen durch Diversität, Makrosozialität und Durchmischung.“ Einheit durch Vielfalt unken dann intellektuelle Größen wie Juncker, das sei die Lösung für Europa. Der Süden sollte etwas arbeitsfreudiger und der Norden etwas gelassener werden, fordern andere. Wir werden täglich bombardiert mit Nachrichten, die wir nicht mehr orten können, unsere unmittelbare Heimat wird mehr und mehr umgeben von kulturellen Abenteurern, die keine Gäste sind, sondern Bleibende. Auch Kleinstädte in Deutschland werden zu Hafenstädten.

Auf der Seite 229/230 streift der Autor die Geschichte und schreibt sinngemäß: „Der Osmanen Herrscher Mehmet II hatte es bestens verstanden, kluge Menschen aus aller Welt einzubinden, um Istanbul / Osm. Reich zu einer kulturellen Großmacht auszubauen…dass die Osmanen - klug wie sie waren - andere Traditionen und Kulturen übernahmen, wie es weit früher auch in Bagdad geschehen war, die als neue Hauptstadt der Abassiden-Reichs 762 n.Chr. gegründet wurde und sich zur größten, prächtigsten und geschäftstüchtigsten Stadt der damaligen Welt entwickelte.“

Zwei Richtigstellungen:
Byzanz oder Konstantinopel stand bis 1453 unter der Herrschaft des christlichen Abendlandes mit einer zu weit angelegten Toleranz, die mit ihrem byzantinischen Geschwätz die drohende Gefahr eines kriegerisch-religiösen Volkes nicht hatten kommen sehen. Nach 1453 hat man eben nicht mit Toleranz, sondern mit Versklavung die Kultur im Grunde bis heute zerstört bzw. Bildung entfernt, mit dem Niedergang des kompletten osmanischen Reiches. Stichworte wie Knabenlese und Sklavenarmeen belegen dies eindrücklich und vermitteln das historische Gedächtnis Ungarns, das in Deutschland heute nicht bekannt zu sein scheint.

Es ist richtig, dass Bagdad als Mittelpunkt des abassidischen Reiches erhebliche Erfolge erzielte und dem Welthandel im Grunde ungeheueren Auftrieb gab. Aber nur solange, bis eine Ideologie überhand nahm, die man selbst begründete, mithilfe persischer Wissenschaftler, die ihren eigenen Untergang in ein ideologisches Glaubens- Konzept gossen: den Islam. Der missverstandene Koran: Warum der Islam neu begründet werden muss

Weder das osmanische, geraubte Konstantinopel noch Bagdad waren eine Polis, so wie das der Autor verstehen will, sie waren verordnete Sklavengesellschaften zur Ausbeutung der Masse Mensch durch eine kleine Herrscherschicht. Dass die Abassiden tatsächlich den Koran und die Lehre des Mohammed schreiben ließen, war letzen Endes ihr Untergang, weil sie das kriegerische Element und das Gleichmachende übertrieben und damit das Ende der Toleranz heraufbeschworen, im Übrigen bis heute der Grund für den Untergang. Wer Bildung und Toleranz ausschließt, hat in einer globalisierten Welt nichts verloren.

Ich könnte den Ausführungen des Autors weitgehend zustimmen, obwohl ein so wichtiger Begriff wie Heimtat nicht hinter Wortungeheuern und lateinischen Anklängen versteckt werden muss. Dass wir in einer Wiederkehr des Regionalen, der kleinen Einheiten leben ist bekannt und offensichtlich. Es ist ein Reflex auf die rasche Eindring-Geschwindigkeit von Fremdem, eine Art Selbstschutz zur Bewahrung eines normalen, gleichmäßigen, ruhigen, überschaubaren, sicheren Lebens. Denn nur so ist Kreativität möglich, sie benötigt vor allem Ruhe und nicht die hektische Betriebsamkeit andauernder, abenteuerlicher Weltbewegungen. Selbstverständlich kann und sollte man die wahrnehmen, die Frage ist nur, wo und in welcher Arbeitsumgebung ich Lösungen dafür entwickele.

Ich habe das Buch gerne gelesen, es sagt viel Richtiges, aber eben auch viel Falsches, es liegt in den Herleitungen nicht immer richtig und ebenso in den Folgewirkungen. Es argumentiert wie identitäre Bewegungen auf der einen und auch auf dem Level des Multikulti / Pluralismus auf der anderen Seite. „Kein kulturelles System funktioniert ohne Vertrauen, und Vertrauen stellt sich über die Zeit her.“ Wie wahr, und auch wahr, dass dies nicht mehr durch „chauvinistische Breitbeinigkeit“ oder Überlegenheitsgefühle geschieht, denn in der Tat ist Kern des Patriotismus jenes Solidaritätsgefühl, das sich nur einstellt, wenn Toleranz und Gemeinschaftlichkeit vorhanden sind.

Die Welt lässt sich heute nicht mehr ausschließen, schreibt CS und hat Recht. Die Frage ist lediglich, wie wir an ihr lernen und sie bzw. Fremde neben uns als Nachbarn wohnen lassen wollen. Ich lebe in einer kleinen Region, die meine Heimat ist und habe täglich Kontakt über das Internet mit der ganzen Welt, die ich im Übrigen in weiten Teilen auch arbeitend und freizeitgenießend besucht habe. Mit meinem Kollegen in Ankara rede ich heute selbstverständlich über seine und meine (alte) Religion, während in meinem Land mir zunehmend verboten wird, Religionen zu kritisieren. Kulturelle Überangepasstheit in Deutschland geht merkwürdige Wege bis hin zur völligem Appeasement alles Fremden. Das Gegenteil tut Not.

Dieses Buch fasst dieses merkwürdige deutsche Konglomerat durchaus übersichtlich, aber eben auch ohne den dringenden Wunsch zur Bewertung zusammen. Geschichtsverschönerungen wie oben gesehen, mixen sich mit Utopien und Genossenschaften, die es nicht gibt. Einwanderung war immer ein harter Prozess der gegenseitigen Verhandlung von Werten, die nur dort einigermaßen funktioniert hat, wo über Win-Win-Situationen bzw. wirtschaftlichen Erfolg kulturelle Unterschiede zugedeckt wurden. (in Hafenstädten z.B.)

War der Mix unterschiedlicher Kulturen je erfolgreich? New York mit Little Itlay, Germantown oder Chinatown als gelungene Beispiele dafür heranzuziehen, ist mehr als fragwürdig. Als wessen Folge wäre der israelische Staat heute zu bezeichnen? Als Folge von Toleranz oder eine harte Schlussfolgerung von Verfolgung alles Kulturfremden über Jahrhunderte? Dieses Buch wirft mehr Fragen auf als es löst. Trotzdem ist die Neu-Verortung des Begriffes Heimat heue dringender denn je. Notwendig ist aber auch eine harte Auseinandersetzung insb. mit allen monotheistischen Religionen, deren Schattenseiten ein aufgeklärtes Europa weitgehend getilgt hatte.

Interessant die Tatsache, dass 75 Prozent aller Bayern stolz darauf sind, Bayern zu sein. Und gerade dort werden 2025 vermutlich über 25% Fremde leben. Eigene Leitkultur als ein guter Leuchtturm zum Anlocken/Andocken des Fremden? Klare Ansagen für Toleranz und Werte? Was ist die Ursache? Laissez-faire oder Vorleben eigener Werte? Nun, in Bayern, bezogen auf die letzten 70 Jahre, kann man nicht davon ausgehen, dass die allgemeine Vernunft und im Speziellen die politische allzuviele Niederlagen erlitten hätte.

Die Niederlage der politischen Vernunft: Wie wir die Errungenschaften der Aufklärung verspielen


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