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Rezensionen verfasst von
FroileinWonder (Karlsruhe)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
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Blutpsalm: Liebeskrimi
Blutpsalm: Liebeskrimi
von Meredith Winter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Dieser Ladythriller fesselt durch einen reizvollen Plot und ansprechende Charaktere., 1. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Blutpsalm: Liebeskrimi (Taschenbuch)
Beschreibung

In Sommerburg, einem Örtchen in Norddeutschland ist Jonathan Pastor der 800 Seelengemeinde. Die weiblichen Mitglieder der Gemeinde sind sehr darauf bedacht den jungen Pastor unter die Haube zu bringen, doch Jonathan hat sich selbst strikte Regeln auferlegt – nicht einmal ein Kuss soll vor der Hochzeit vergeben werden.

Als durch Zufall die attraktive Prostituierte Marlene in sein Leben tritt verändert sich alles auf einen Schlag. Während Jonathan sich Hals über Kopf in die hübsche Blondine verliebt, werden nach und nach die Freier von Marlene ermordet. Außerdem stellt sich heraus, dass Jonathans Weste nicht ganz so weiß ist, wie es scheint…

Meine Meinung

Der Ladythriller „Blutpsalm“ von Meredith Winter entführt den Leser in die 800 Seelengemeinde von Sommersburg und sorgt auf seinen etwas über 200 Seiten für kurzweilige, prickelnde Unterhaltung.

Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin fällt es nicht schwer sich in der Geschichte einzufinden und die symphatischen sowie teils schrulligen Charaktere erledigen das Übrige. Jonathan und Marlene könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein, er der geradlinige Pastor mit Glaubenssätzen und gute Seele von Sommersburg, und sie die hemmungslose und reizende Prostituierte mit schrecklicher Vergangenheit. Doch bald wird klar, dass auch Jonathan keine blütenreine Vergangenheit hat. Aus diesem Duo ergibt sich bereits eine interessante und äußerst dymanische Mischung.

Sehr charmant sind die kleinen Einflüsse durch Jonathans Leidenschaft zu Jane Austens Romanen. Das spiegelt perfekt die moralischen Unterschiede zwischen den Hauptprotagonisten wieder, und genau wie bei Jane Austen wendet sich das scheinbare Blatt.

"Zufrieden mit sich und seinen hohen moralischen Ansprüchen schlug er Emma auf. Ja, er las Jane Austen." (Seite 11)

Als Kulisse dient die beschauliche und fiktive Gemeinde Sommersburg welche geradezu krotesk kleinbürgerlich anmutet. Doch genau durch die perfekte Zeichnung dieses Dorfes mit seinen Bewohnern hat Meredith Winter den passender Schauplatz für ihre Geschichte bereitet.

Im Vordergrund der tagebuchartigen Kapitel steht die mit knisternder Erotik versehene Liebesgeschichte zwischen Jonathan und Marlene. Durch die Mordfälle entsteht ein unterschwelliger Spannungsbogen der vor allem durch die spannenden „Cliffhanger“ an so manchem Kapitelende eine Sogwirkung entwickelt der man sich nur schlecht entziehen kann.

"Erst als der Badewannvorhang beisetegeschoben wurde, schreckte sie auf. […] Laut übertönte ihr Schrei das Prasseln der Brause, die sie in dieser Sekunde fallen ließ." (Seite 68)

Ein paar Kritikpunkte habe ich dann aber doch, denn der Hanldungsverlauf war zu temporeich für die gerade einmal zweihundert Seiten umfassende Geschichte. Dadurch wurde es an einigen Stellen holprig und unlogisch, ein gutes Lektorat hätte hierbei leicht für Abhilfe sorgen können. Für meinen Geschmack triftete die Liebesgeschichte zwischen Jonathan und Marlene zu oft ins kitschige ab und die Polizeiarbeit rückte zu sehr in den Hintergrund. Ich hätte mir hier eine ausgewogenere Mischung aus Lovestory und Thriller gewünscht. Möchte man in erster Linie eine leidenschaftliche Geschichte gewürzt mit Spannung lesen, ist man bei „Blutpsalm“ jedoch an der richtigen Adresse. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, was wir von dieser vielversprechenden Autorin noch zu lesen bekommen werden!

Fazit

Dieser Ladythriller fesselt durch einen reizvollen Plot und ansprechende Charaktere.


Die goldene Stadt
Die goldene Stadt
von Sabrina Janesch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein imposanter und bildgewaltiger Abenteuerroman der zum träumen und mitfiebern einlädt., 1. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Die goldene Stadt (Gebundene Ausgabe)
Beschreibung

Augusto R. Berns hat schon seit seiner Kindheit einen Traum vor Augen den er mit viel Zielstrebigkeit und Mut verfolgt. Er möchte Entdecker werden und das Geheimnis um die verschwundene Inka Stadt El Dorado lüften. Sein Weg führt ihn mit seinen zwanzig Jahren aus Deutschland mitten nach Peru. Durch Zufall wird er zu einem Helden des Spanisch-Südamerikanischen Krieges, nach einer dramatischen Schlacht wird Berns geehrt und findet schließlich eine Anstellung als Ingenieur bei der Eisenbahn.

Der Gedanke an die goldene Inka Stadt lässt Augusto Berns jedoch nicht los. Als er schließlich mit dem Amerikaner Harry Singer zusammen trifft, hat Berns endlich einen Kameraden gefunden mit dem das Abenteuer im Dschungel bestanden werden kann.

Meine Meinung
Sabrina Janesch hat mit ihrem historischen Roman „Die goldene Stadt“ einen verheißungsvollen Abenteuerroman der Extraklasse vorgelegt.

Mit hervorragend recherchierten historischen Hintergrund, legt die Schriftstellerin eine mitreisende Geschichte über die Entdeckung der von den Inkas im 15. Jahrhundert erbauten Ruinenstadt Machu Picchu dar. Im Mittelpunkt steht Augusto R. Berns, der nach neusten Erkenntnissen noch vor Hiram Bingham die geheimnisumwobene Inkastadt wiederentdeckt haben soll.

Durch Sabrina Janeschs bildhaften Erzählstil ensteht nach kürzester Zeit ein lebendiges Bild von Augusto R. Berns und seinem abenteuerlichen Leben vor dem Auge des Lesers. Der zielstrebige und träumerische Hauptprotagonist imponiert mit seinem starken Willen und reist einen durch seine tiefgehende Leidenschaft zu Peru und den Inkas mit.

"Ein Held ist einer, der Glück hat. Der sich mit den richtigen Menschen zu umgeben weiß. Auch wenn Sie das vielleicht nicht glauben – aber ein Held steht niemals allein." (Seite 13)

Gemeinsam mit Augusto R. Berns lernt man das Kaleidoskop des Dschungels, seine Gefahren, Herausforderungen und verborgene Schätze kennen und fühlt sich dabei selbst als Entdecker. Jede Seite birgt eine ordentliche Portion Spannung und Exotik in sich. Voller Fantasie und dennoch natürlich sowie lebensnah hat Sabrina Janesch eine mögliche Biographie über Augusto Berns ersonnen, die mitreisender kaum sein könnte. Fiktion fügt sich hierbei nahtlos in die historisch belegten Details (welche am Ende des Romans aufgezeigt werden).

"Mit der Zeit begriff Rudolph, dass das Richtige zugleich das Falsche sein konnte, es kam nur auf die Perspektive an." (Seite 124)

Ich möchte noch einmal auf den Erzählstil der Autorin zurückkommen, denn dieser ist durch seine Vogelperspektive im ersten Augenblick etwas ungewohnt, doch je mehr man liest, desto besser hat mir diese Erzählweise gefallen – sie scheint einfach zu Berns zu passen und macht für mich auch einen guten Teil des starken Charakters des Hauptprotagonisten aus. Augusto R. Berns ist ein mitreisender und historisch belegter Hauptprotagonist der einen nicht mehr los lässt, so sehr brennt seine Leidenschaft für Peru und El Dorado.

"[…] Do-ra-do, ein Wort, oder drei? Do-Ra-Do, Do-Ra-Do, ein Wort das wieder anfing, kaum dass eszu Ende gegangen war, ein Zauber der aus sich selber hervorging, sich auslöschte und zugleich neu erschuf." (Seite 136)

„Die goldene Stadt“ von Sabrina Janesch hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern mir auch die einzigartige Kultur Perus näher gebracht. Dieser historische Abenteuerroman gehört schon jetzt zu meinen absoluten Jahres-Highlights! Also unbedingt lesen ;)

Fazit

Ein imposanter und bildgewaltiger Abenteuerroman der zum träumen und mitfiebern einlädt.


Nachtblau
Nachtblau
von Simone van der Vlugt
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

4.0 von 5 Sternen Ein farbenprächtiger historischer Roman, dessen Sog man sich nicht entziehen kann., 1. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Nachtblau (Broschiert)
Beschreibung

Die junge Witwe Catrijn zieht es nach dem Tod ihres Mannes weg vom Dorf in die Stadt. In Amsterdam findet sie eine Anstellung als Haushälterin und als sie mit ihrem Dienstherren den großen Maler Rembrandt besuchen darf, ist ihre Begeisterung für die Kunst nicht länger zu unterdrücken. Jedoch holt sie ihre Vergangenheit ein, so dass Catrijn keinen anderen Ausweg sieht als nach Delft zu fliehen. In dem weit entfernten Städtchen findet sie Arbeit in einer Porzellanfabrik und beginnt mit dem Inhaber Evert das Porzellan mit exotischen Motiven zu bemalen. Die neuen Stücke sorgen für reisenden Umsatz und auch privat läuft es für Catrijn in eine rosige Zukunft, doch die Pest zwingt Catrijn zurück in ihre Heimat und damit in ihre Vergangenheit.

Meine Meinung

Der historische Roman „Nachtblau“ von Simone von der Vlugt handelt von dem bis heute berühmten holländischen Porzellan, auch „Delfter Blau“ genannt, das seit dem 17. Jahrhundert in Delft hergestellt wird. Das Buchcover ist mit hübschen Motiven versehen die gleich an das Porzellan erinnern und passt daher perfekt zu der Geschichte.

"Die Leute reden. So ist das nun einmal im Dorf, und auch darum will ich fort. Ich habe die Neugier der Leute und ihre Tratschereien gründlich satt." (Seite 9, epub Version)

Die Hauptprotagonistin Catrijn ist in ihren jungen Jahren bereits verwitwet und lebt als Bäuerin auf dem Land in De Rijp. Ihre großen Träume seit Kindertagen bestehen jedoch darin, vom Land in die verheißungsvolle Stadt zu ziehen und sich endlich ihrer Leidenschaft, dem Malen, widmen zu können. Simone van der Vlugt zeichnet ein realistische Bild über das bäuerliche Leben in einem niederländischen Dorf im 17. Jahrhundert. Mit der jungen Catrijn habe ich mich gleich verbunden gefühlt, denn an ihrer Stelle würde es mich auch aus der Enge des Dorfes, mit all seinen Sitten und Gebräuchen, hinaus in die Welt ziehen. Dies ist zu der damaligen Zeit allerdings kein leichtes Unterfangen für eine junge Frau – umso mehr habe ich Catrijns Mut und Entschlossenheit bewundert.

"Anfang Dezember gibt es bereits fünfzehn Manufakturen in unserer Stadt, und fast alle liegen an der Gheer, aufgereiht wie Perlen an einer Kette, die Läden zur Straße hin, die Werkstatträume dahinter." (Seite 251, epub Version)

Wie sich bald schon erahnen lässt, gestaltet sich Catrijns Vorhaben nicht so leicht wie gedacht. Das Schicksal legt ihr mehrfach Steine in den Weg und dann ist da auch noch der Balast der Vergangenheit den die junge Frau täglich mit sich trägt. Ihre Reise führt sie über Alkmaar direkt nach Amsterdam, dort erhält sie Arbeit als Haushälterin bei einer angesehenen Kaufmannsfamilie. Doch schon bald verschlägt sie das Schicksal nach Delft, wo sie eine Anstellung in einer Keramikmanufaktur erhält und gemeinsam mit dem Betreiber Evert die Idee zu den exotischen Malereien für das Delfter Porzellan erarbeitet.

Simone van der Vlugts konnte mich mit ihrem historischen Roman „Nachtblau“ durch einen gut recherchierten Hintergrund sowie den fein ausgearbeiteten Protagonisten überzeugen. Es fiel mir tatsächlich sehr schwer den Roman aus der Hand zu legen, da sich mit der Zeit ein schöner Spannungsbogen entwickelte und ich einfach mit Catrijn mitfiebern musste. Außerdem haben mir die eingewobenen historischen Ereignisse sehr gut gefallen. Einzig die Dramaturgie wurde mir an manchen Stellen etwas zu weit getrieben. Ansonsten könnte ich mir diesen Roman auch sehr gut in Filmform vorstellen, da der niederländische Hintergrund schon beim lesen sehr bildhaft daher kommt.

Sehr aufschlussreich war die Autorennotiz am Ende des Romans, in der die tatsächlichen historischen Ereignisse und Persönlichkeiten aufgezeigt werden.

Fazit

Ein farbenprächtiger historischer Roman, dessen Sog man sich nicht entziehen kann.


Die Watsons / Lady Susan / Sanditon. Die unvollendeten Romane: Reclam Taschenbuch
Die Watsons / Lady Susan / Sanditon. Die unvollendeten Romane: Reclam Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Drei wundervolle Geschichten die Jane Austens Esprit deutlich in sich tragen., 1. September 2017
Meine Meinung

Die in diesem Band enthaltenden Romanfragmente zu „Die Watsons“ und „Sanditon“, sowie den abgebrochenen Briefroman „Lady Susan“ wurden erstmals von Jane Austens Neffen James Edward Austen-Leigh über 50 Jahre nach Jane Austens Tod veröffentlicht.

Obwohl es sich hier um unabgeschlossene Romane handelt, spürt man Jane Austens Witz und Genialität durch jede Zeile durchschimmern. Vor allem bei „Sanditon“ hatte ich das Gefühl die Konstruktion für ein wundervolles und äußerst umfangreiches Werke in Händen zu halten.
Die Watsons

"So aufs Heiraten erpicht zu sein, einen Mann nur um der finanziellen Sicherheit zu verfolgen, ist etwas, was mich schokiert." (Seite 11)

Die junge Miss Emma Watson wuchs bei Tante und Onkel auf und kehrt nun nach vielen Jahren in den Schoß der Familie, zu ihrem kränkelnden Vater und ihrer älteren Schwester, zurück. Auf ihrem ersten Ball lernt sie den Pfarrer Mr. Howard kennen und tanzt mit ihm. Miss Emma Watson scheint sich regelrecht in seine guten Umgangsformen und sein attraktives Aussehen zu verliebt zu haben. Diese aufkeimende Liebe wird jedoch noch nicht weiter beleuchtet, denn Mr. Tom Musgrove drängt sich regelrecht in das Leben der Watson Schwestern.

"Er hat etwas Lächerliches an sich, das mich amüsiert, aber sonst kann ich seiner Gesellschaft nichts abgewinnen." (Seite 43)

Das Fragment „Die Watsons“ endet leider gerade an der Stelle, die jede Menge Spannung und Verwicklungen verspricht. Als Lerser/-in kann man der Fantasie nun freien Lauf lassen.
Lady Susan

„Lady Susan“ ist ein herrlich sarkastischer und ironischer Briefroman über eine Witwe und ihre 16-jährige Tochter. Die Geschichte unterscheidet sich so ziemlich zu den anderen Erzählungen Austens, denn die Heldin ist dieses Mal eine etwas ältere Witwe die vor allem darauf aus ist für sich den größten Vorteil zu ziehen, ihre Tochter behandelt sie dabei ziemlich stiefmütterlich.

"Wie sehr man vielleicht auch an dem Reiz einer nicht mehr jungen Dame zweifeln darf, ich für meinen Teil muss gestehen, dass ich selten eine so bezaubernde Frau wie Lady Susan gesehen habe." (Mrs. Vernon an Mr. de Courcy, Seite 78)

Lady Susan ist ein berechnender Charakter mit einer gewinnenden Art, mit der sie vor allem Männer um den kleinen Finger wickelt. Mit ihren Spielchen versetzt sie schon bald ihr ganzes Umfeld in Aufruhr. Nachdem Lady Susan bei ihrem Schwager Quartier bezogen hat, wird bald klar das Mr. Reginald De Coursy den Flirtereien nicht widerstehen kann und Lady Susans Charme erliegt. Doch das launenhafte Spiel von Lady Susan läuft in eine ganz andere Richtung…
Sanditon

In dieser unvollendeten Geschichte steht der im Wachstum begriffene Kurort „Sanditon“ an der Küste Sussex im Vordergrund.

Durch einen Unfall sind Mr. und Mrs. Parker dazu gezwungen vorerst bei der Familie Heywood unter zu kommen. Während ihrem Aufenthalt in der fremden Gemeinde freunden sich die Familien näher an und Mr. Parker kann zur Genüge von seiner geliebten Heimat Sanditon schwärmen. Die Parkers treten ihre Heimreise schließlich mit eine der Töchter der Heywoods, Charlotte, an.

In Sanditon angekommen lernt Charlotte nicht nur den aufstrebenden Kurort, sondern auch die wichtigsten Bewohner, allen voran die berüchtigte Lady Denham und deren (ums Erbe buhlende) Verwandschaft kennen. Sehr unterhaltsam sind vor allem Mr. Parkers invaliden Geschwister.

Leider konnte Jane Austen durch ihren frühen Tod diesen vielversprechenden Roman nicht zu Ende bringen. Auch „Sanditon“ bricht an einer äußerst spannenden Stelle ab, die sehr viel Spielraum für Spekulationen und Verflechtungen bietet.

"…so waren die Miss Beaufort bald, um den richtigen Ausdruck zu verwenden, mit dem »Kreis, in dem sie sich bewegten«, zufrieden, denn heutzutage muss sich ja jeder in einem »Kreis« bewegen; und auf solche ständigen Kreisbewegungen sind wohl das Schwindelgefühl und die falschen Schritte vieler zurückzuführen." (Seite 228)

Fazit

Drei wundervolle Geschichten die Jane Austens Esprit deutlich in sich tragen.


Crossroads: Ein Inspektor Norcott-Roman
Crossroads: Ein Inspektor Norcott-Roman
von Jürgen Albers
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Krimi der durch seinen geschichtlichen Hintergrund und lebensnahe Protagonisten besticht., 1. September 2017
Beschreibung

Inspektor Charles Norcott verfügt durch seine lange Tätigkeit bei Scotland Yard über einige Erfahrung. Durch private Umstände wird er jedoch als Inspektor für die britischen Kanalinseln eingesetzt. Im Frühsommer 1940 ereignet sich ein Mordfall auf der ruhigen Insel Guernsey, was seinen Aufenthalt dort erfordert. Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich durch die Kriegseinflüsse schwerer als zuerst gedacht. Nachdem Frankreich von der deutschen Wehrmacht überrannt wurde, sind auch die britischen Kanalinseln nicht länger sicher und einer Besetzung ausgeliefert. In diesem Zustand, abgekappt von den Informationen Londons, hat Charles Norcott bald einen zweiten Mordfall zu lösen.

Meine Meinung

Der historische Kriminalroman „Crossroads“ von Jürgen Albers ist in dem Jahr 1940 angesiedelt, Schauplatz ist Gournsey, eine der britischen Kanalinseln. Sehr spannend ist hierbei vor allem der Einblick in das Leben der Leute während des Krieges und welche Besonderheiten das Leben auf einer Insel in so einer Zeit mit sich brachte. Die gute Recherchearbeit des Autors macht sich hierbei deutlich bemerkbar. Durch die detaillierte Erzählweise fühlt man sich tatsächlich in die Vergangenheit versetzt, man wird regelrecht Teil des Romans.

Zum einen hat es mir sehr gut gefallen, wie subtil sich der Autor mit seinem Romanstoff auseinander gesetzt hat, und hatte meine Freude an den vielen Feinheiten. Dies ist allerdings ein zweischneidiges Schwert, denn zwischendurch hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung etwas schneller vorangetrieben wird. Spätestens als sich der zweite Mord ereignete wurden meine Bedenken jedoch beiseite gewischt. Die Story nimmt eine Dynamik an, der man sich nicht länger entziehen kann!

"Dass sie sich ihres Mangels in keiner Weise bewusst ist, macht es nicht einfacher. Sie ist eine der schlechtesten Zeuginnen, die ich jemals befragen musste." (Seite 30/31)

Die Geschichte ist nichts für Leser die nach einem spannungsgeladenen Buch suchen, in dem sich die Ereignisse überschlagen und die Seiten vor Blut triefen. Die Stärke von „Crossroads“ liegt in der authentischen Darstellungen der Polizeiarbeit von Inspektor Norcott und seinem Team. Die schleppenden Ermittlungen sind Folge des wütenden Krieges und die Besetzung der Insel Guernsey durch die Deutschen. Durch den besonderen Hintergrund der Kriegszeit ergibt sich ein ganz eigener, unterschwelliger Spannungsbogen. Es hat mich beeindruckt und bewegt, in die Kriegszeit einzutauchen und die Probleme und Ängste der Menschen hautnah mitzuerleben. Außerdem hat Jürgen Albers meine Neugier auf die wunderschön gelegenen Kanalinseln geweckt.

"Nun, sie werden überall ihre Nase reinstecken und uns Vorschriften für alles machen. Die Deutschen lieben Vorschriften und sie werden sie säckeweise mitbringen." (Seite 68)

Besonders hervorzuheben sind die fein gezeichneten Protagonisten, die durch eine gekonnte Potraitierung polarisieren. Vom Hauptdarsteller Inspector Charles Norcott, an dem ich durch seine heroische und kämpferische Art gleich Gefallen fand, bis hin zu der schrulligen Mrs. Dobbs, ist es Jürgen Albers gelungen seine Figuren mit dem gewissen Etwas auszustatten und ihnen Leben einzuhauchen.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf die nächsten Ermittlungen von Charles Norcott!

Fazit

Ein Krimi der durch seinen geschichtlichen Hintergrund und lebensnahe Protagonisten besticht.


Die schöne Cassandra: Sämtliche Jugendwerke (Reclam Taschenbuch)
Die schöne Cassandra: Sämtliche Jugendwerke (Reclam Taschenbuch)
von Jane Austen
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,95

4.0 von 5 Sternen Die geistreichen Jugendwerke Austens sollte sich kein Fan entgehen lassen!, 1. September 2017
Meine Meinung

Mit „Die schöne Cassandra“ ist zum ersten Mal eine vollständige Sammlung von Jane Austens Juvenilia (Jugendwerke) in deutscher Übersetzung von Ursula und Christian Grawe (Christian Grawe übersetzte auch bereits die Romane Austens ins deutsche) erschienen. In dieser Sammlung finden sich Kurzgeschichten ebenso wieder, wie Briefe und Theaterstücke.

Die unterschiedlichen Texte geben näheren Einblick, wie sich Jane Austens Schreibkunst im Laufe der Zeit entwickelt und wie Austen ihrem Handwerk immer mehr Feinschliff und Gefühl verliehen hat. Jane Austen hatte schon immer ein gutes Auge für Beobachtungen im gesellschaftlichen Kreis. Genau dieses Talent scheint bereits in ihren Jugendwerken hindurch.

Je weiter man in der Sammlung der Werke von 1787 bis 1792 voranschreitet, desto stärker bemerkt man, wie Jane Austen ihr Schreibhandwerk verbessert und ihre Sätze zu dem Stil heranreifen, den wir aus ihren späteren Romanen kennen und lieben.

Zum Abschluss von „Die schöne Cassandra“ gibt es noch ein Nachwort von Christian Grawe in dem sich Anmerkungen zu den Geschichten befinden. Zudem werden Austens schrifstellerische Werke in einen historischen Kontext gebracht der die Geschichten-Sammlung abrundet.

"In einer Gesellschaft wie Jane Austens, die einen strikten Kodex von Anstandsregeln befolgte, deren Missachtung soziale Missbilligung, wenn nicht gar Verfemung bewirkte, mussten all diese Gestalten und Handlungen um so ungeheuerlicher und unglaublicher wirken und daher zum Lachen reizen." (Seite 311)

Ein richtiger Jane Austen Fan wird große Freude an den spritzigen, humorvollen, ironischen und sarkastischen Erstlingwerken Austens haben. Man kann sich regelrecht bildlich vorstellen, wie es im Hause Austen zugenganen sein muss, wenn Jane ihre Geschichten im Familienkreis vortrug und damit für herzhafte Lacher sorgte. Obwohl ich normalerweise kein großer Freund von Kurzgeschichten bin, hat mich Jane Austen mal wieder vorzüglich unterhalten.

Fazit

Die geistreichen Jugendwerke Austens sollte sich kein Fan entgehen lassen!


Die schönsten Märchen
Die schönsten Märchen
von Hans Christian Andersen
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

4.0 von 5 Sternen Eine schöne Märchensammlung die nicht nur Kinder in andere Welten entführt., 1. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Die schönsten Märchen (Taschenbuch)
Beschreibung

Die zauberhaften Märchen von Hans Christian Andersen sind weltweit bekannt und begeistern bis heute Kinder und Erwachsene. In diesem Band findet sich eine Auswahl der zwanzig beliebtesten Märchen aus Andersens Feder. Darunter Perlen wie „Däumelinchen, „Des Kaisers neue Kleider“, „Die kleine Meerjungfrau“, „Das hässliche Entlein“ und „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“.

Meine Meinung

Seit meiner Kindheit liebe ich Märchen und das hat sich im Erwachsenenalter nicht geändert. Der Penguin Verlag hat in „Die schönsten Märchen“ nun eine Auswahl der beliebtesten Märchen von Hans Christian Andersen zusammen gestellt und diese in ein hübsches Cover mit Gold glänzenden Lettern verpackt. Für mich die perfekte Gelegenheit in die wunderschöne Welt der Meerjungfrauen, Erbsenschoten, Kaiser und Prinzessinnen abzutauchen.

Viele der Geschichten waren mir schon bekannt – trotzdem war es sehr reizvoll sie in den bildhaften Worten des Autors selbst zu lesen. Insgesamt bietet das Buch zwanzig unterhaltsame Märchen von Hans Christian Andersen in unterschiedlichen Längen.

"[…] mitten in der Blume auf dem grünen Fruchtknoten saß ein winzigkleines Mädchen so fein und lieblich, sie war nicht größer als ein Daumen, und deshalb wurde sie Däumelinchen genannt." (Seite 57)

Vor allem der bildhafte Schreibstil des Autors erweckte die phantastischen Märchen zum Leben und bot ein großartiges Kopfkino. Sehr berührend fand ich die Geschichten vom „Däumelinchen“, „Der fliegende Koffer“, „Der standhafte Zinnsoldaten“ und „Die Tochter des Schlammkönigs“. Mit Leichtigkeit konnte ich mich in die jeweiligen Protagonisten hineinversetzten und damit besonders gut in ihre Geschichten eintauchen.

Das besondere an Andersens Märchen ist ihre Tiefgründigkeit und Authentizität. Auch wenn die Geschichten rein fiktional und mit Fantasiewesen gespickt sind, steckt hinter der Geschichte immer eine Lehre die sich in das wahre Leben übertragen lässt.

Einige kennen sicherlich nur die Disney-Version des Märchens „Die kleine Meerjungfrau“ mit Happy End. Das Originalmärchen von Andersen gestaltet sich allerdings etwas anders und zeigt wie hart das Schicksal des Lebens in einem Augenblick sein kann, um dann zu guter Letzt noch etwas besseres bereit zu halten. Mir persönlich gefällt diese Orginalgeschichte sogar noch um einiges besser als die Interpretation von Disney.

"[…] nur ein einziger war ein wenig verschieden, er hatte nur ein Bein, denn er war zuletzt gegossen worden, und da war nicht mehr Zinn genug; doch stand er ebenso fest auf seinem einen wie die andern auf ihren zweien, und gerade er war es, der etwas besonderes wurde." (Seite 218)

„Die schönsten Märchen“ von Hans Christian Andersen ist eine wundervolle Sammlung für erwachsene Märchenfans. Zum Vorlesen für Kinder würde ich dieses Buch jedoch nicht empfehlen, denn leider sind keine Illustrationen oder Verzierungen eingearbeitet, die die Kinder bei der Visualisierung unterstützen könnte. Aus diesem Grund gibt es in der Bewertung einen kleinen Abzug, es verbleiben 4,5 von 5 Grinsekatzen.

Fazit

Eine schöne Märchensammlung die nicht nur Kinder in andere Welten entführt.


Warten auf Bojangles: Roman
Warten auf Bojangles: Roman
von Olivier Bourdeaut
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

5.0 von 5 Sternen Ein leichtfüßiger und tiefgründiger Roman der sich hervorragend als Sommerlektüre eignet., 1. September 2017
Beschreibung

George und seine außergewöhnliche Frau, die jeden Tag mit einem neuen Namen begeht, leben ein schillerndes Leben voller Tänze, Cocktails und funkelnder Abende im Kreise illustrer Freunde. Mitten in diesem bunten Paradies fühlt sich ihr Sohn pudelwohl. Doch genau wie in ihrem Lieblingssong »Mr. Bojangles« verbirgt sich hinter dem fröhlichen Anstrich eine dunkle und deprimierende Seite. Georges Frau ist schwer krank und wird in die Psychiatrie eingewiesen. Als sich die Lage verschlimmert wagen Vater und Sohn unter Anleitung der geliebten Frau und Mutter eine Befreiungsaktion, welche sie schließlich in ihr Wolkenschloss nach Spanien führt.

Meine Meinung

Dieses gelb leuchtende Cover mit einem Tanzpaar darauf hat mich sofort angesprochen. Die Rede ist von Olivier Bourdeauts Debütroman „Warten auf Bojangles“. Bereits der Klappentext verspricht ein außergewöhnliches Leseerlebnis und genau dieses Gefühl macht sich schon nach den ersten gelesenen Seiten bemerkbar.

"Seine Geschichte war wie seine Musik: schön, traurig und zum Tanzen." [Seite 20 (epub Version)]

In seinem Erstlingswerk erzählt Olivier Bourdeaut eine berührende Liebesgeschichte der anderen Art. Dabei werden die Ereignisse sowohl aus der Sichtweise des Sohnes, wie auch aus der Sichtweise des Vaters (George) beleuchtet. Hintergrund der Story ist ein kurios gezeichnetes Leben mit einer Mutter die ihren Sohn siezt und einem Vater der sich mit Lügengeschichten auskennt wie sonst keiner. Die Kindheit des Jungen ist dementsprechend in keinster Weise normal, jeder Tag bietet eine Vielfalt an neuen Möglichkeiten – man kommt sich vor wie in ein Kaleidoskop geraten.

"Ich sagte mir, dass mir selbst einige Tassen im Schrank fehlten und ich vernünftigerweise nicht einer Frau verfallen sollte, die gar kein Geschirr mehr im Schrank hatte, dass unsere Beziehung die eines Einbeinigen mit einer Gliederlosen wäre und dass diese Verbindung nur hinken und sich tastend in unvorhersehbare Richtungen bewgen könnte." [Seite 27 (epub Version)]

Während des Handlungsverlaufs spürt man deutlich, dass sich der kleine Junge weiterentwickelt und durch viel Liebe und Zuwendung zu einem rechtschaffenen Menschen heranwächst. Dieser junge Mensch versteht es dann auch mit der schwierigen Situation, die das Leben für ihn bereit hält, umzugehen. Eine Kernaussage der Geschichte kommt hier ganz deutlich zum tragen – mit Liebe und gegenseitiger Zuneigung ist alles möglich.

"Zu Hause log ich richtig herum, in der Schule verkehrt herum, für mich war es kompliziert, aber für die anderen einfacher." [Seite 29 (epub Version)]

Mit Leichtigkeit und Humor erzählt Olivier Bourdeaut eine geistreiche Familiengeschichte, die völlig bezaubernd und zugleich herzzerreißend dramatisch ist. Tänzelnd und mit Musik im Ohr schwebt man durch die Buchseiten bis einem der Hintergrund und die Tiefe der Geschichte bewusst werden. „Warten auf Bojangles“ ist für mich ein kleines Kunstwerk das sich vor allem durch seinen originellen Stil auszeichnet.

Fazit

Ein leichtfüßiger und tiefgründiger Roman der sich hervorragend als Sommerlektüre eignet.


Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben: Briefe (Reclam Taschenbuch)
Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben: Briefe (Reclam Taschenbuch)
von Jane Austen
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Jane Austens Briefe vermitteln ein unglaublich persönliches Bild der berühmten Schriftstellerin., 1. September 2017
Meine Meinung

Einer der besten Wege um sich der englischen „Queen of Classic“ anzunähern besteht darin, in ihren persönlichen Briefen und Korrespondenzen zu schmökern. Leider sind nur noch Briefe aus den Jahren 1796 bis 1817 erhalten, der größte Teil davon sind Briefe an ihre innig geliebte ältere Schwester Cassandra, in denen vor allem persönliche Angelegenheiten besprochen werden. Die meisten Dokumente sind heute leider nicht mehr vorhanden, da vieles von ihrer Familie vernichtet wurde. Da lediglich Briefe aus Jane Austens Feder ab ihrem 20. Lebensjahr erhalten sind, gibt es nur wenig private Anhaltspunkte, wie ihre Kindheit ausgesehen hat und wie sie zu dieser wunderbaren Schriftstellerin heranwuchs.

Christian Grawe und seine Frau Ursula haben bereits alle Romane Austens in das Deutsche übersetzt und liefern mit dieser Sammlung von Jane Austens Briefen eine wunderbare Lektüre für alle Jane Austen Fans. Am besten lässt man sich die Briefe auf der Zunge zergehen, denn Jane Austens Spitzzüngigkeit und ihr Hang zur Ironie und Parodie, kommen auch hier zum Vorschein.

"Mrs. Hall aus Sherbourne kam gestern sechs Wochen vor der Zeit mit einer Totgeburt nieder, verursacht durch einen Schock – ich vermute, sie hat aus Versehen einen Blick auf ihren Mann geworfen." (Seite 29, Brief an Cassandra vom 17./18. November 1798)

"Miss Blachford ist ziemlich nett; ich möchte gar nicht, dass Leute zu nett sind, da es mir die Mühe erspart, sie besonders zu mögen." (Seite 41, Brief an Cassandra vom 24.-26. Dezember 1798)

Inhaltlich gesehen bekommt der Leser zudem noch einige Details über die Regency Zeit geliefert, z. B. wie musste man sich kleiden um in Mode zu sein, welche Haube war gerade angesagt, wie sah die Abendgestaltung aus, mit wem wurde getanzt und etliche weitere Informationen die das Herz eines Jane Austen Fans höher schlagen lassen.

Kaum zu glauben, dass der Schöpferin solch romantischer Klassiker selbst kein Happy End in Liebesangelegenheiten zum Teil wurde. Als kleines Trostpflaster gibt es zumindest eine mitreisende Flirterei mit dem Iren Tom Lefroy, die Jane eindrücklich in Briefen an ihre Schwester Cassandra schildert. (Basierend auf diesem Anhaltspunkt hat Jon Spence seinen Roman „Geliebte Jane“ gesponnen, zu dem es eine gleichnamige Verfilmung mit Anne Hathaway in der Rolle der Jane Austen gibt.)

"Du schimpfst mich in dem schönen langen Brief, den ich soeben von Dir erhalten habe, so sehr aus, dass ich mich gar nicht zu erzählen traue, wie mein irischer Freund und ich uns benommen haben. Mal Dir das verworfenste und skandalöseste Benehmen beim Tanzen und Zusammensitzen aus." (Seite 11, Brief an Cassandra vom 9./10. Januar 1796)

"Nun ist der Tag gekommen, an dem ich zum letzten Mal mit Tom Lefroy flirten werde, und wenn Du diesen Brief erhälst, ist alles vorbei." (Seite 15, Brief an Cassandra vom 14./15. Januar 1796)

Sehr gut gefallen hat mir vor allem ein Brief an ihre Schwester Cassandra, in dem Jane stolz über die ersten Eindrücke zu ihrem neu erschienen Roman „Stolz und Vorurteil“ berichtet, aus dem sie kurz nach Veröffentlichung ihrer Nachbarin Miss Benn vorlas, ohne dass diese eine Ahnung davon hatte das die Schriftstellerin persönlich anwesend ist.

"Sie fand es ganz witzig, die arme Seele, das konnte sie denn doch nicht verhindern bei zwei Leuten, die sie so zum Lachen anregten; aber sie bewundert Elizabeth anscheinend wirklich. Ich muss selber sagen, ich finde sie eine der hinreißensten Gestalten, die je gedruckt erschienen sind, und ich habe keine Ahnung, wie die Gnade vor mir finden sollen, denen nicht wenigstens sie gefällt." (Seite 143, Brief an Cassandra vom 29. Januar 1813)

Der letzte enthaltene Brief von Jane Austen ist auf den 27. Mai 1817 datiert und an ihren Bruder James Edward Austen adressiert. Janes Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends, bis sie dann am 18. Juli 2017 verstarb. Das Buch schließt mit einem traurigen Brief von Cassandra Austen an Janes Lieblingsnichte Fanny Knight, in dem sie Trost spenden möchte. Die Brief-Sammlung wird durch darauf folgende Anmerkungen zu den Texten, einer Karte Südenglands, einer Übersicht zu den familiären und freundschaftlichen Verhältnissen sowie einem Familienstammbaum der Austens abgerundet.

Fazit

Jane Austens Briefe vermitteln ein unglaublich persönliches Bild der berühmten Schriftstellerin. Vor allem für eingefleischte Jane Austen Fans ein MUST HAVE!


Tinte in Wasser: Erzählungen
Tinte in Wasser: Erzählungen
von Bella Bender
  Taschenbuch
Wird angeboten von averdo24
Preis: EUR 7,00

4.0 von 5 Sternen „Tinte in Wasser“ lädt zu einer Reise durch Gedanken, Gefühle und Emotionen ein, die zum schweifen verleitet., 9. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Tinte in Wasser: Erzählungen (Taschenbuch)
Meine Meinung

Mit „Tinte in Wasser“, einer Sammlung realistischer Lebenssituationen im Kurzgeschichtenformat, begeht die junge Autorin Bella Bender ihr Debüt.

In insgesammt fünf Erzählungen widmet sich die Autorin den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und ihren ergreifenden Lebensgeschichten. Dabei schildert sie äußerst realistisch mit welchen Ängsten, Problemen und Hoffnungen die Charaktere ringen.

In der ersten Geschichte „Nur ein Treffen“ begegenen sich die alten Bekannten Iola und Bastian nach vielen Jahren wieder. Es wird ein Blick in die Vergangenheit und die seither getroffenen Entscheidungen geworfen. Dabei treten die Wünsche und Neigungen des ehemaligen Liebespaares zu Tage und führen zu einer Reflektion.

„Galerie“ ist die längste Kurzgeschichte in dieser Sammmlung und hat mir mit Abstand am besten gefallen. Es werden gleich mehrere Charaktere beleuchtet, vom geschäftstüchtigen Galeristen und seiner Frau über den unzufriedenen Assistenen bis hin zum Künstler und dessen jüngeren Freundin. Dies bietet eine große Palette an Konfliktmöglichkeiten die von der Autorin auf die Spitze getrieben werden.

In der Geschichte „Hochzeitstag“ feiert ein Ehepaar seinen dreißigsten Hochzeitstag. Der Plot ist dabei wahrlich vom Klischee behaftet. Die Eheleute haben sich auseinander gelebt und während sie schweigend zusammen sitzen, überschlagen sich ihre Gedanken. Macht es Sinn die Ehe aufgrund der Sicherheit die diese verspricht weiterhin aufrecht zu erhalten?

In den zwei letzten Geschichten „Endhaltestelle“ und „Es geht mir gut“ geht es um intensive Gefühle und Trauer.

Obwohl ich nicht der große Fan von kurzen Erzählungen bin hat mich Bella Benders Debüt gut unterhalten. Durch die lebensnahen Geschichten fühlt man sich den Protagonisten schnell nahe und schlüpft in diverse Emotionen und Denkweisen.

Zu diesem schlichten und dennoch ergreifenden Erstlingswerk kann man der Autorin nur gratulieren.

Fazit

„Tinte in Wasser“ lädt zu einer Reise durch Gedanken, Gefühle und Emotionen ein, die zum schweifen verleitet.


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