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Rezensionen verfasst von
balea

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Wolfgang Hilbig: Eine motivische Biografie
Wolfgang Hilbig: Eine motivische Biografie
von Karen Lohse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Motivischer Nebel, 12. November 2008
Das Buch ist die erste halbwegs ausführliche Biografie zu Wolfgang Hilbig. Die wesentlichen Wege seines Lebens konnte man zwar schon früher nachlesen, zum Beispiel in den Materialsammlungen des Fischer-Verlags und der Zeitschrift Text + Kritik. Nun stellt Karen Lohse Hilbigs Leben noch etwas ausführlicher dar und mit manchen Details, die bisher nicht veröffentlicht waren (oder zumindest von mir nicht wahrgenommen wurden).

Das Besondere der Biografie ist der motivische Ansatz. Die Autorin marschiert also nicht, wie sonst üblich, die Zeitleiste von der Wiege bis zur Bahre ab, sondern orientiert sich an den Motiven der hilbigschen Texte. Dieser Ansatz erscheint mir sehr angemessen, jedoch befriedigt mich seine Umsetzung nicht.

Als schwerwiegendster Mangel des Buches erscheint mir seine Unklarheit. Wer Hilbigs Texte kennt, dem wird auffallen, dass bei ihm vieles in der Schwebe bleibt, die Erzähler ihren eigenen Erfahrungen misstrauen und die Leser im hilbigschen Textnebel sich selbst überlassen. Bei Hilbig ist das Kunst. In einer Biografie jedoch ist Unklarheit ein Mangel. Karen Lohse unterscheidet nicht deutlich zwischen Fiktion und Fakten. Oft lässt sich nicht erkennen, ob die Autorin über einen Text Hilbigs schreibt oder über Tatsachen aus seinem Leben. Zum Beispiel verwendet sie Ortsnamen und Begriffe, die sich Hilbig ausgedacht hat, als ob sie tatsächlich existierten. Anscheinend hat die Autorin nicht einmal versucht, Hilbigs Selbststilisierungen zu hinterfragen. Sie ist Hilbig auf den Leim gegangen.

Es gibt noch einige Details, die ich als Mangel empfinde. Ich möchte die hier aber nicht aufblasen, weil ich das Buch insgesamt für lesenswert halte.


Die Pole der Erinnerung: Autobiographie
Die Pole der Erinnerung: Autobiographie
von Heinz Czechowski
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klatsch und Tratsch aus der Sächsischen Dichterschule, 30. Oktober 2008
Czechowskis Autobiografie habe ich gelesen, weil ich ihn für einen wichtigen Lyriker halte. Ohne Zeilenstopps kann er auch flüssig erzählen. Das erinnert allerdings auf vielen Seiten an Plappern, Geschwätz. Czechowski verharrt überwiegend im Anekdotischen. Seine Einblicke in das Privatleben bekannter Literaten und anderer Künstler tratscht er hemmungslos breit, sodass mir das Lesen schon bald peinlich wurde. Meiner Ansicht nach geht es mich und andere Leser nichts an, wer mit wem ein Verhältnis hatte, bei wem die Toilette nicht benutzbar war, wer was im Kühlschrank lagerte usw. Zumal solcher Klatsch literaturgeschichtlich völlig wertlos ist und nichts zum Werkverständnis beiträgt. Glücklich können sich die Dichter schätzen, die nur eine Schar Stasispitzel verfolgte, doch niemals Czechowski in einer unpässlichen Situation begegneten. Die Spitzel verbreiteten die Peinlichkeiten wenigstens nicht in der Öffentlichkeit.

Für die stärkeren Teile des Buches halte ich Czechowskis Kindheitserinnerungen, seine zwar auch nur anekdotische, aber doch literaturhistorisch interessante Schilderung der Zustände am Literaturinstitut "Johannes R. Becher" sowie seine uneitle Darstellung der eigenen Person. Diese Selbstdarstellung liest sich zwar wenig erbaulich -- Czechovski ist psychisch krank, kämpft mit der Armut, dem Alkohol und der Liebe --, erscheint mir in ihrer Schonungslosigkeit doch achtenswert.

Vom aus Lesersicht Wesentlichen seines Lebens, seinen Gedichten, seiner Arbeitsweise, seinen poetischen Prinzipien erfährt man kaum etwas. Manche Gedichte stellt Czechowski im Zusammenhang mit persönlichen Erlebnissen vor. So lassen sie sich mit dem Wissen um Biografisches besser verstehen. Aber die Gedichte, die einer Erklärung bedürfen, halte ich nicht für seine besten.


Hugo Chávez: Eine Biographie
Hugo Chávez: Eine Biographie
von Christoph Twickel
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundierte Biografie mit Einblicken in die Geschichte Venezuelas, 13. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Hugo Chávez: Eine Biographie (Broschiert)
Der Autor porträtiert Hugo Chavez mit verhaltener Sympathie. Die Sympathie unterscheidet ihn von den Propagandisten der Mainstream-Medien; die Verhaltenheit bewahrt ihn vor einer unkritischen Jubelorgie.

Ich halte diese Biografie für besonders gut gelungen, weil sie aus vielen verschiedenen Quellen schöpft, Wesentliches und Unwesentliches sinnvoll gewichtet sind und alles in einem anschaulichen und gut lesbaren Stil geschrieben ist. Sie vermittelt viele erhellende Einblicke zu den Hintergründen politischer Ereignisse, die in deutschen Medien kaum dargestellt werden.


Baseis: In 16 Schritten zum Graecum
Baseis: In 16 Schritten zum Graecum
von Manfred Hänisch
  Taschenbuch
Preis: EUR 25,00

48 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Preiswertes Griechisch-Lehrbuch für ein fundiertes Halbwissen, 21. Oktober 2007
Ich hatte bereits längere Zeit nach einer Einführung in die altgriechische Sprache gesucht, die auch für den Selbstunterricht taugt. Die üblichen mehrteiligen Lehrwerke für den Schulunterricht waren mir als Einführungen zu umfassend, und die zur Einführung gedachten Werke erschienen mir untauglich für Autodidakten: Das Heftchen "Kantharidion" ist zwar stofflich überschaubar, methodisch jedoch für den Unterricht mit einem Lehrer konzipiert. Gerhard Finks Einführung "Die griechische Sprache" liest sich zwar angenehm, entbehrt aber wesentlicher Bestandteile eines Lehrbuches, wie z. B. Wiederholungen und Tests.

Das Lehrbuch "Baseis" scheint mir nun die oben dargestellte Lücke zu schließen. Es setzt keinen Lehrer voraus, ist methodisch sinnvoll konzipiert und stofflich reduziert. Wie der Untertitel zeigt, geht die Reduktion des Lehrstoffes nicht so weit, dass man damit kein Graecum bestehen könnte. "In 16 Schritten zum Graecum" bedeutet: es wird alles außer Acht gelassen, was bei der Prüfung sowieso nicht gefordert wird. Und ich als Laie gehe einmal davon aus, dass das geforderte Wissen beim Graecum einen guten Überblick über die altgriechische Sprache garantiert, ohne sich in philologischer Detailkenntnis zu verlieren.

Der Lehrstoff beruht ausschließlich auf überschaubaren und sinnvoll ausgewählten Originaltexten von Homer über das attische Griechisch, die Koine des Neuen Testaments bis zu einem Ausblick auf das Neugriechische. Neben dem Lehrbuch selbst wird eine Schulgrammatik und ein Wörterbuch vorausgesetzt. Meinem Eindruck nach ist eine Schulgrammatik zwar empfehlenswert, aber nicht unbedingt notwendig, da das Wichtigste zu den grammatischen Erscheinungen auch im Lehrbuch erklärt ist. Ein Wörterbuch allerdings ist unbedingt notwendig, da manche Texte nur damit zu erschließen sind, viele Übungen ein Wörterbuch voraussetzen und der Umgang mit dem Wörterbuch selbst Lehrstoff ist.


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