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Rezensionen verfasst von
Buechernische "Grüße" (Cottbus, Deutschland)
(REAL NAME)   

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SAMSUNG QM105D 266,7cm 105Zoll LFD 5120 x 2160 21:
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Wird angeboten von ELECTRONIS
Preis: EUR 160.361,03

0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schnäppchen: Kauf 2, erhalte ein Haus gleich dazu., 9. Juni 2016
Hervorragende Bildqualität, die Diagonale könnte eventuell noch etwas großzügiger bemessen sein, dahingehend einen Stern Abzug. Ich hatte ursprünglich vor, mir 4 Displays dieser Bauart an eine Rigips-Wand zu nageln. Das Multiscreen-Feeling ist schon wirklich nett, bereitete allerdings nach einer Weile Nackenschmerzen. Das ist jedoch natürlich meinem unzureichend stabilen Nackenmuskulatur geschuldet und hat mit der Qualität dieses einzigartigen Schnäppchens nichts zu tun. Für Gamer und Heimkinofans definitiv ein Must-Have. Kaufen!!111elf


Deleted: Traue niemandem
Deleted: Traue niemandem
von Margit Ruile
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Ein spannendes, empfehlenswertes Jugend-SciFi-Buch mit realistischem Setting, 10. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Deleted: Traue niemandem (Taschenbuch)
Schon nach wenigen Minuten war ich mitten in diesem schon ziemlich beängstigenden Szenario gefangen und stellte mir vor, wie ich mich fühlen würde, wären 24h am Tag Kameralinsen auf mich gerichtet – selbst in meinen eigenen vier Wänden! Als Fotografin bewege ich mich stets hinter der Kamera und mag es nicht besonders, Fotomotiv zu sein. Und nun stelle man sich einmal vor, man würde auf Schritt und Tritt verfolgt werden, während gleichzeitig Sensoren jede Bewegung, jeden Herzschlag und jedes Unwohlsein aufzeichnen und bewerten würden. Ich könnte nachts nicht mehr ruhig schlafen.

Nicht anders geht es Protagonist Ben, der seinen persönlichen “Holosklaven” zunächst als Freund betrachtet. Immerhin trägt er ihn von Kindesbeinen an bei sich, oder vielmehr hautnah an sich. Diese kleine Maschine im Taschenformat weiß alles über den Jungen, doch wie geht sie mit den Daten um? Das ist die Frage, der wir in »Deleted. Traue niemandem« auf den Grund gehen. Ich muss zugeben, die Ich-Perspektive und ich, wir führen eine schwierige Lesebeziehung. Normalerweise stehen wir auf Kriegsfuß miteinander.

Allerdings muss ich sagen, dass mir manche Entscheidungsfindungen des Protagonisten ein wenig zu schnell vonstatten ging. Es würde zu sehr spoilern, Näheres an dieser Stelle zu erwähnen. Vielleicht empfindet ein junger Leser dies nicht so, doch mir als Erwachsenen erschloss sich stellenweise nicht, warum Ben zeitweise meines Eindrucks nach zwar durchaus logisch, aber übereilt und unüberlegt handelte. An dieser Stelle möchte ich die Beurteilung dieses Verhaltens jedoch der Zielgruppe überlassen. Meine Tochter liest aktuell sehr gerne Zukunftsstories und fand das Buch großartig. Also sind die Meinungen doch recht ähnlich.

Mein Fazit: Margit Ruile überzeugte mich wieder einmal mit ihrer farbenfrohen Art zu schreiben und entführte mich in eine düstere Zukunft mitten in Berlin – eine Zukunft, die gar nicht so abwegig erscheint. Ich wurde sehr gut unterhalten, blieb aber auch ein wenig nachdenklich zurück. Ein wirklich spannender Zukunftsthriller für junge wie erwachsene Leser gleichermaßen, dem nur ein Funke zum Lieblingsbuch fehlte. Sehr empfehlenswert für alle Fans spannender, dystopischer Jugendbücher!


Panthertage: Mein Leben mit Epilepsie
Panthertage: Mein Leben mit Epilepsie
von Sarah Elise Bischof
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein pures, warmherziges Buch voller Lebensfreude!, 29. März 2015
»Panthertage: Mein Leben mit Epilepsie« ist kein gewöhnliches Buch, denn Sarah schreibt autobiografisch über ihr Leben mit einer Krankheit, die vielen Menschen überhaupt nicht oder nur sehr wage bekannt ist. Dieses Debüt hat mich umgehauen, wortwörtlich und ohne zu übertreiben. Ich saß gestern Abend für etwa sechs Stunden wirklich wie festgewachsen in meinem roten Lesesessel, neben mir eine Tasse heißen Kaffee, die aus mir unerklärlichen Gründen nach einer Weile wieder nachgefüllt worden war (man munkelt, Herr Büchernische könnte dafür verantwortlich sein) – und las. Nein, lesen trifft es eigentlich nur ansatzweise, denn ich verschlang Sarahs Autobiografie; ich atmete förmlich Wort für Wort dieses so unglaublich eloquent und humorvoll formulierten Textes ein und bemerkte gar nicht, wie schnell die Zeit dahin flog.

Kapitel für Kapitel sog ich in mir auf und ertappte mich immer wieder dabei, auf die Seitenzahl zu schielen, in der Hoffnung, dass ich noch möglichst viel von der Geschichte vor mir habe. Ich hätte wahnsinnig gerne noch viel, viel mehr über Sarahs Müßigtage und Panthertage, Spaziergänge an der Isar, unbezahlbaren Aufwachmomenten mit Havanna oder ihren Erlebnissen zwischen München und ihrer schwedischen Heimat Lomma gelesen. Doch leider ist Sarahs Geschichte erstens auf 207 Seiten beschränkt und zweitens versagte meine Fähigkeit, meine müden Augen nach 02:00 Uhr morgens offen zu halten, jämmerlichst.

Sarah schreibt pur, ehrlich und aus dem Herzen. Die studierte Literaturwissenschaftlerin nimmt kein Blatt vor den Mund und so mancher sarkastischer Ausspruch brachte mich schallend zum Lachen. Wenn sie mich nicht zum Schmunzeln brachte, dann umarmte sie mich mit ihren warmen Worten so sehr, dass ich mir die eine oder andere Träne aus dem Augenwinkel wischen musste. Ja, das klingt nun schnulzig, aber dieses fabelhafte Debüt hat mich einfach berührt. Nicht nur das Thema an sich, sondern vor allem Sarahs Art zu formulieren. Man merkt ihr einfach an, dass sie selbst eine große Buchliebhaberin ist. Doch Sarahs Story machte mich auch sehr nachdenklich.

Epilepsie wurde vor bereits im 16. Jahrhundert erstmalig diagnostiziert. Viele Menschen kennen vielleicht das Bild eines Gewitters im Kopf, doch bis heute wissen viele nicht, was genau im Gehirn eines Epileptikers während eines Anfalls passiert. In vielen Köpfen formt sich bereits Sekunden, nachdem man das jeweilige Kind beim Namen genannt hat, eine geballte Ladung Vorurteile und Schubladendenken. Weltweit leben viele Millionen Menschen mit Epilepsie oder vergleichbar stigmatisierten Erkrankungen und hoffen darauf, einfach ein ganz normales, selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Sarah schreibt über ihre Krankheit, die mit ihrer Epilepsie verbundenen Vorverurteilungen ihrer Mitmenschen, ihren Alltag und seine Tücken, aber auch über Menschen, mit deren Hilfe sie überhaupt erst ein selbstständiges Leben führen kann. Sie schreibt über die Liebe und bedingungslose Freundschaft eines kleinen Tieres, das ihr sogar schon mehrmals das Leben gerettet hat. Dabei verwischt sie die Grenze zwischen tatsächlich gelebter Realität und ausschmückender Fiktion so geschickt, dass ich am Ende das Gefühl hatte, etwas über sie als Menschen erfahren zu haben, ohne dass Sarah ihr gesamtes Privatleben nackt vor mir ausbreiten musste. Am Ende des Buches angekommen, nahm ich mir ganz fest vor, dass ich zum Einen unbedingt mal Schweden und (wieder einmal meinen Geburtstort) München besuchen muss und zum Anderen den Freitagabend zu meinem ganz persönlichen Myskväll (schwedisch, dt. “Müßigabend”) beziehungsweise Fredagsmys (schwedisch, dt. “Freitagsmuße”) zu erklären.

Mein Fazit: Lest dieses Buch. Punkt. Und wenn ihr noch nie ein Sachbuch oder eine Biografie gelesen haben solltet, dann solltet ihr jetzt genau in diesem Augenblick damit anfangen. Mehr gibt es zu diesem fabelhaften Werk dieser jungen, starken Frau einfach nicht zu sagen. Danke liebe Sarah, dass du mit deinem Debüt so farbenfroh und leuchtend in mein Leben gerauscht bist und damit auch mir ein Stückchen vom Zuversichtskuchen abgegeben hast.


Gebrauchsanweisung für Pubertierende
Gebrauchsanweisung für Pubertierende
Preis: EUR 2,99

4.0 von 5 Sternen Gebrauchsanweisung für Pubertierende. Und ihre Eltern!, 19. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Pubertät. Sie trifft dich nicht unvorbereitet, denn du weißt, sie steht unweigerlich bevor. Spätestens 12 Jahre nach der Geburt deines Wonneproppens hat sich dieser – wahlweise auch diese – vom süßen, lachenden Baby, das glucksend deine Grimassen quittierte, zu einem oft zickigen und beinahe immer mies gelaunten Rotzlöffel verwandelt, dessen gute Manieren irgendwo in der Schublade gelandet sind und dort erst einmal verstauben. Gut, dass es Timo Parvela gibt, dem es übrigens mit seiner pubertierenden Tochter nicht anders geht. So dachte er sich, warum nicht einfach einige überlebenswichtige Ratschläge mit auf den Weg geben, welche das Fortdauern der Spezies Eltern sichern könnten! Du fühlst dich nun angesprochen? Dann lies weiter!

Jawoll, das habe ich getan, lieber Herr Parvela und ich muss sagen, ich habe mehr als nur einmal heftigst mit dem Kopf genickt, um meine inbrünstige Zustimmung auszudrücken. Was der finnische Autor, welcher für seine Kinderbuchreihe rund um Ella auch jenseits der finnischen Grenzen bekannt geworden ist, in seinem 27 Seiten umfassenden Überlebensratgeber – ja, so möchte ich dieses kleine, aber feine Werk betiteln – zum Besten gibt, hilft vielleicht nicht unbedingt bei jedem Problem, dem wir uns in dieser Phase des Lebens unserer Kinder stellen müssen, doch sorgte er zumindest für herzliche Lachsalven.

Hand aufs Herz: Wir haben diese kleinen Monster lieb. Doch ich bin ehrlich: Im Moment würde ich mich manchmal gerne auf eine einsame Insel – der Autor bevorzugt laut Nachwort eine Isolationszelle mit Schloss nur auf der Innenseite – beamen, um einfach nur mal ein paar Tage durchatmen zu können. Doch ob wir wollen oder nicht, wir müssen da durch. Kind und Kegel, Mutter und Vater, Bruder und Schwester. Natürlich ist es auch gar keine Frage, dass für den/die Pubertierende selbst völliges Chaos herrscht; er/sie muss lernen sich zu behaupten, testet Grenzen, manchmal über die Schmerzgrenze der Eltern hinaus und überhaupt: Wann sind meine Eltern eigentlich so komplett meschugge und uncool geworden? War das schon immer so?

Viele der Szenarien, welche von Timo Parvela in Form von “Fällen” mit erfrischendem Humor, in Kombination mit unverhohlen würziger Ironie kredenzt werden, kommen mir so oder in ähnlichem Ablauf nur allzu bekannt vor. Die Türen fliegen (bang!), das Mittagessen wird mit reichlich trotzigen Blicken heruntergewürgt (wie kann sie das jetzt nur kochen, omg?!) und überhaupt braucht das Tochterkind nun dringenst (Superlativ!) neue Schuhe, diese hier gehen mal gar nicht. Die [Name hier einfügen] hat die auch!
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“Ich habe leider nur wenig Zeit, mich im Glanz meiner, wie ich finde, rhetorisch ausgefeilten Rede zu sonnen, denn jetzt sieht mich meine Tochter an, als hätte sie mich in den gleichen Winterschuhen ertappt.
»F… you! Ihr versteht mich einfach nicht!« – Position 89
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“Ach mein liebes Kind. Ich versuche es mit Leibeskräften, doch einfach machst du es mir nicht.” ist definitiv das Fazit, das ich aus dieser Kurzgeschichte ziehen kann. Und doch sind wir ja aller guter Hoffnung, dass es sie wieder geben wird: die gemeinsamen Gespräche über ein Buch, oder das friedliche Zusammensein bei einem Ausflug. Ohne Augenrollen. Bis dahin heißt es Nerven bewahren und darauf achten, dass der Sprößling sich bei all seinen Eskapaden nicht ernsthaft selbst Schaden zufügt. Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr. Zeitloser Spruch, dem von meiner Seite aus nach wie vor nickend zugestimmt wird. Doch Timo Parvela hilft uns zumindest, nicht alles zu ernst zu nehmen. Er hat, ähnlich wie Jan Weiler in »Das Pubertier« keine ultimative Lösung für Eltern parat, doch lehrt er uns eines: Bewahrt euch euren Humor, liebe Eltern! Und ein dickes Fell.

Mein Fazit: Es ist nicht das erste Buch, welches sich auf humorvolle, selbstironische Weise mit dem Thema Pubertät auseinandersetzt und doch hat Timo Parvela es geschafft, mich mit seiner kleinen Gebrauchsanweisung zu überzeugen und herzlich zum Lachen zu bringen. Danke für erfrischende 27 Seiten kurzweiliger Lektüre, die ich gerne immer dann zur Hand nehmen werde, wenn mir mal wieder die Hutschnur brennt. Man munkelt, dass in den letzten Tagen ein dezentes deutlich sichtbares Aufglimmen selbiger beobachtet wurde.


Dino Wheelies: Die Schatzsuche
Dino Wheelies: Die Schatzsuche
von Matthias Weinert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Mischung aus Comic & Erstleseabenteuer mit aktueller, kindgerecht aufbereiteter Thematik, 8. März 2015
Ein fröhlicher, roter Dinosaurier lacht mir auf dem Titelbild entgegen und… Moment mal, er hat ja Räder statt Beine? Ganz richtig! Matthias Weinerts quirligbunte Dinosaurierspezies bewegt sich auf Rädern fort. Nicht nur die farbenfroh gestaltete Titelillustration ist sehr gelungen, auch die Wahl des Fonts im bunten Comicstil harmoniert perfekt zum Coverbild. Die Idee zu seiner Kinderbuchreihe, welche man als eine gelungene Mischung aus Comic und Erstlesebuch bezeichnen kann, kam dem 45jährigen Illustrator und Autor übrigens vor etwa drei Jahren. Gemeinsam mit seinen ebenso Comic begeisterten Freunden Christoph Krumnow und Barnim Millarg hauchte er den bunten, lustigen Dinos auf Rädern Leben ein und ich freue mich darauf, das Ergebnis nun gemeinsam mit meinen Kindern zu erkunden.

Comic meets Lesebuch für Leseanfänger – eine prima Idee, wie wir finden. Doch ist dem Autorentrio eine kindgerechte Umsetzung gelungen? Diese Frage können wir nach einer Woche ausgiebigen Lesens und Bilder-Bewunderns mit einem lautstarken »Ja!« beantworten. Schon das Vorsatzpapier lädt uns ein, direkt in die Welt der rollenden Urzeitriesen einzutauchen: ein kurzer Umriss, wie die flinken Dino Wheelies auf die Erde kamen und wo all die Menschen geblieben sind, gibt uns einen ersten Eindruck der Grundidee hinter der Reihe. Die Menschheit ist im Jahre 2084 mit Sack und Pack, Kind und Kegel von der Erde in die Weiten des Alls geflüchtet, um neuen Lebensraum zu finden. Wenn ich mir die Zeichnungen so ansehe, dann kann ich das sehr gut verstehen. Immerhin haben sie einen riesigen Berg Müll hinterlassen, da bleibt nicht viel Platz zum Leben. Doch keine Sorge, Mutter Natur ergibt sich nicht einfach ihrem Schicksal.

Ganz wunderbar finde ich als Elternteil, dass dieses Buch jungen Erstlesern wie auch den kleineren Vorlesekindern Wissen auf wohl durchdachte und sehr interessante Weise näher bringt. Was würde mit der Erde passieren, wenn wir all den Abfall einfach liegen lassen würden? Schafft es die Natur, sich gegen all den Dreck und Unrat zu behaupten? Ohja, natürlich, meint Matthias Weinert und erklimmt gemeinsam mit seinen Dino Wheelies eine neue Evolutionsstufe in frisch erblühten Neo Pangea, inmitten einer den Umständen angepassten Lebensraum, wo Zahnradblumen und Bäumen mit Metallklappen wachsen und vom Müll der Menschen, abgesehen von begrünten Schiffswracks oder ausgedienten Autos, zum Glück so gut wie nichts mehr zu sehen ist. Das Buch schärft das Bewusstsein der Kinder für die Umwelt, verpackt in einer spannenden Geschichte mit farbenfrohen Bildern, die für ordentlich Gesprächsstoff und reges Kopfkino im Kinderzimmer sorgt. Große Klasse!

Viele, sehr detailliert und liebevoll gezeichnete Comicbilder laden zum Entdecken der insgesamt 96 Seiten ein. Die in sich abgeschlossene Geschichte des ersten Bandes wird in kürzere Kapitel unterteilt. Die Kürze der Abschnitte eignen sich daher auch prima zum Vorlesen für die Kleinsten. Wir haben uns das Buch für unsere allabendliche 5-Minuten-Gute-Nacht-Geschichte-Zeit aufgehoben und sind beide ein ums andere Mal von all die liebevollen Details begeistert. Immer wieder deutete mein Sohn aufgeregt auf die Zeichnungen, weil er wieder etwas Neues entdeckt hatte. Im Epilog des Buches reisen wir nochmal an wichtige Orte in Neo Pangea und entdecken zum Beispiel spannende Zusatzinformationen. Am Ende des Buches finden wir ein Leserätsel, das uns die Geschichte noch einmal rekapitulieren und so gemeinsam Gelesenes und Erlebtes erneut aufleben lässt. An dieser Stelle wird analog und digital intelligent miteinander verwoben: Wer das Rätsel erfolgreich löst, auf den warten Gimmicks für die kostenlose App – so sieht modernes Lesen im 21. Jahrhundert aus. Prima! Die kostenfreie App für Tablet und Smartphone, welche mit Spielen sowie einem exklusiv in der App käuflich zu erwerbenden interaktiven Buch für digitalen Spaß im Kinderzimmer sorgen wird, ist demnächst erhältlich.

Und wer wie wir nach dem Lesen noch weiter Spaß mit den witzigen Dinos haben möchte, der kann eine Runde Karten mit Freunden und Familie spielen, denn Band 1, 2 und 3 der ersten Auflage liegt nämlich ein vollständiges Dino Wheelies Quartettspiel (3x je 16 Karten) bei. Kreative Kinder dürfen sich über das Kritzelbuch freuen, das das Programm rund um den bunten Saurierspaß ergänzt.

Unser Fazit: Die Dino Wheelies bringen neuen Schwung ins Kinderzimmer und vermitteln im bunten Mix aus Erstlesebuch und Comic die richtige Dosis Umweltbewusstsein an das junge Publikum. Diese dinotastische Reihe, welche analoges Buch mit digitalem Inhalt geschickt verknüpftm weren wir definitiv weiter verfolgen und können es kaum erwarten, in das nächste Abenteuer mit den fröhlichen Urzeitprotagonisten Bo, Tanka, Pukki und all ihren Freunden einzutauchen. Welch ein Glück, dass wir Band 2 und 3 schon auf dem Nachttisch liegen haben! Volle Lesemonsterpunktzahl!
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Das Haus der vergessenen Bücher
Das Haus der vergessenen Bücher
von Christopher Morley
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Roman, erfüllt von bibliophiler Leidenschaft!, 23. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Inhalt von "Das Haus der vergessenen Bücher" ist, wortwörtlich aus dem Kontext der Geschichte gegriffen, im positiven Sinne explosiv! Christopher Morleys Roman erschien erstmals im Jahr 1919, kurz nach dem ersten Weltkrieg. Eine Zeit, die geprägt war von Not, Angst um das eigene Leben und die Existenz. Doch auch eine Zeit, in der sich die Menschen von den Strapazen erholten, neuen Mut fassten und begriffen, wie kostbar jede einzelne Minute ihres Lebens war. Man ging wieder in Cafés, las Bücher, flanierte über die Einkaufsmeilen New Yorks und vergnügte sich in Zigarrenclubs. Inmitten dieser bezaubernden, historischen Kulisse hat Morley mit seinem Protagonisten Roger Mifflin eine Figur erschaffen, deren Herz für Literatur brennt und keine Zeit damit zu vergeuden gedenkt, sogenannte "vanillisierte Literatur" zu verkaufen. Mifflin ist leidenschaftlicher Buchhändler und der festen Überzeugung, dass Menschen Bücher für ihr Seelenheil brauchen, auch wenn sie selbst sich gar nicht so recht wissen, dass und was sie lesen sollen.

Bücher enthalten die Gedanken und Träume der Menschen, ihre Hoffnungen, ihr Streben, alles, was an ihnen unsterblich ist. Aus Büchern lernen die meisten von uns, wie lebenswert das Leben doch ist. - Seite 116

Ich habe mich in der Buchhandlung Parnassus, in der es übrigens spuken soll, unheimlich wohl gefühlt. Mit jeder Zeile wurde ich tiefer zwischen die gut gefüllten Bücherregale gezogen, atmete den intensiven Geruch von Tabakdunst ein, spürte die Hitze der bibliophilen Leidenschaft und meinte fühlen zu können, wie meine eigenen Finger über die Buchrücken antiquarischer Buchschätze streiften. So sanft und ruhig die Handlung startete, so zügig nahm sie im letzten Drittel Fahrt auf und punktete mit einer Krimi-Rahmenhandlung, die mich durchaus zu überraschen wusste, im Gesamteindruck jedoch mehr als schmückendes, auflockerndes Beiwerk diente.

Charmante Buchperle!

Morleys harmonischer Sprachduktus wird von wohl formulierten Sätzen und eleganten Metaphern bestimmt, seine Worte schmiegen sich gerade zu mit Wonne an das Papier und man kann gar nicht anders, als mit strahlenden Augen zu lesen, bis selbige vor Müdigkeit zufallen. So geschehen gestern, als ich unbedingt noch ein Kapitel lesen wollte, nur noch ein einziges. In Zeiten von häufig wechselnden Rechtschreibregeln und neumodernem Sprachjargon ist es geradezu erholsam, die Worte des Autors in sich aufzusaugen, sich wieder einmal bewusst zu werden, wie schön und umfangreich unsere Sprache vor knapp einem Jahrhundert eigentlich war. Diese literarische Zeitreise machte mal wieder deutlich, wie sehr sich unser Sprachgebrauch im Laufe von 100 Jahren verändert hat, leider nicht immer zum Positiven. Ich ziehe für mich persönlich das Fazit, in Zukunft viel öfter zu älterer Literatur zu greifen und mich an diesen wohltuenden Sprachgebrauch wie in eine kuschlige Decke zu schmiegen.

Vervollständigt wird das Gesamtbild durch sehr liebenswerte, charmante Figuren, einer ausdrucksstarken, nostalgischen Kulisse - welche schon nach kurzer Zeit intensive Bilder vor dem inneren Auge entfaltete - sowie einer schier unglaublichen Fülle an Aphorismen, deren Umfang den erlaubten Gebrauch des Zitatrechts bei weitem sprengen würde. Ich denke, die Tatsache, dass bereits kurz vor der Hälfte des Buches beinahe die Buchdarts zur Neige gingen, spricht eine deutliche Sprache. »Das Haus der vergessenen Bücher« birgt einen bibliophilen Zauber in sich, dem man sich nicht entziehen kann, ob man nun auf Seiten des Lesers oder des Buchhändlers steht. Morleys Roman ist so viel mehr als ein Buch, es ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Literatur. Ein Werk aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, das definitiv zum Klassiker avancieren könnte. Ein Roman, welchen ich immer und immer wieder zur Hand nehmen, über den Buchrücken streichen, lesen und umarmen werde, nur um erneut diese Magie zu fühlen und gemeinsam mit diesem so höflichen, patenten Buchhändler Roger Mifflin über Bücher zu philosophieren.

Ein bibliophiler Genuss auf hohem Niveau, für den man sich Zeit nehmen sollte, bei einem leckeren Kakao oder Kaffee. Vertraut mir, der bibliophile Funke wird überspringen und die Glut der Leidenschaft zum Buch wird noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite in eurem Herzen weiterglühen. Mein Lesehighlight im September!

Lesehighlight 2014 | Kategorie Belletristik


Eleanor & Park (Ira Children's Book Awards. Young Adult)
Eleanor & Park (Ira Children's Book Awards. Young Adult)
von Rainbow Rowell
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,82

5.0 von 5 Sternen Dieses Buch ist ein Herzbuch!, 22. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein solches Erlebnis in Worte zu fassen ist schwer, am besten beschreibe ich einfach meinen ersten Gedanken dazu auf. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr 10 gute Bücher gelesen habt – und ich meine richtig gute Bücher – und dann kommt das elfte und plötzlich fühlt es sich an, als ob die anderen zehn verblassen würden. Eleanor & Park ist so ein elftes Buch.

Ich konnte mich zunächst einmal sehr gut in Protagonistin Eleanor hineinversetzen, das Gehänsel in der Schule, die blöden Sprüche ihrer Mitschüler – es gibt wohl kaum jemanden, der das nicht aus seiner Schulzeit kennt oder gar selbst erlebt hat. Und wenn man ein mitfühlender Mensch ist, dann leidet man natürlich besonders mit Eleanor mit. Diese befindet sich gerade mitten in der Pubertät, ihre Gefühle und ihr Selbstwertgefühl befinden sich auf einer rasanten Berg- und Talfahrt. All dies stellt die Autorin Rainbow Rowell unglaublich echt und schnörkellos dar.
Das gilt selbstverständlich für alle Figuren des Buches, aber insbesondere natürlich für die beiden Haupthelden. Es ist keine Friede-Freude-Eierkuchen-Story, ganz im Gegenteil. Viel Raum bekommt das Thema häusliche Gewalt. Für ein Jugendbuch sicher ein sehr aufwühlendes Thema. Mehr als einmal war ich wirklich absolut wütend darüber, wie ignorant und blind Eleanors Mutter agierte. Angst macht Menschen so starr und hilflos. Nein, es ist absolut keine heile Welt, in der Eleanor und ihre Geschwister aufwachsen. Die Autorin schafft es mit einer unglaublich dichten, intensiven Schreibweise, Gedanken und Gefühle des jungen Mädchens zu Papier zu bringen. Sie schreibt abwechselnd aus Eleanors & Parks Perspektive, lässt die beiden in manchmal nur aus wenigen Sätzen bestehenden Absätzen agieren. Somit verdichten sich die knappen Kapitel zu einer höchst intensiven Achterbahnfahrt der Emotionen.

»Eleanor & Park« erzählt nicht einfach nur eine Liebesgeschichte. Eleanor & Park ist viel mehr als nur eine romantische Begegnung zweier junger Menschen. Die beiden Protagonisten sind wie Licht und Schatten, sie leben in völlig unterschiedlichen Welten und diese Grundlage macht den Reiz dieser Beziehung aus: sich von Vorurteilen zu lösen, hinter die Fassade zu blicken, weit weg von Oberflächlichkeit in den Kern eines Menschen blicken und seine wahre Schönheit im Inneren, im Herzen entdecken. Vor allem Eleanor steht in einer Abseitsposition des Lebens, wächst gemeinsam mit ihren kleinen Geschwistern inmitten eines rückhaltlosen Chaos auf, umgeben von häuslicher Gewalt, einem dem Alkohol zusprechenden Stiefvater und einer ebenso hilflos wirkenden Mutter.

In einer Zeit, in der nach wie vor Body Shaming (ja, solche Begriffe gibt es wirklich), Rassismus, Magerwahn, Essstörungen und Mobbing aufgrund unterschiedlicher Kulturen, Hautfarbe, religiöser Einstellung oder Geschlecht existieren, ist die Story von E & P geradezu ein hochgehaltenes Schild mit dicken, roten Buchstaben darauf: Wer wagt es dir zu sagen, ob du hässlich oder schön bist? Du bist so schön, wie du dich fühlst. Alle Schönheit der Welt nützt nichts, wenn in deiner Brust ein rabenschwarzes, dunkles Herz schlägt. Als Mama eines Pubertiers erlebe ich diesen Druck hautnah mit, mit allen Selbstzweifeln und damit verbundener Unsicherheit. Keine leichte Aufgabe, als Mama. Rainbow Rowell bringt diese inneren Konflikte unglaublich gut zu Papier.

Mein Fazit: In wenigen Worten? Lest dieses Buch, wirklich, ganz ehrlich. Lest es, erlebt es selbst und fühlt, was ich gefühlt habe. Ich würde mich sehr für euch freuen, wenn ihr Eleanor & Park genauso sehr in euer Herz schließt wie ich. Schon lange nicht mehr fiel es mir so schwer, mich von einer Geschichte und ihren Figuren zu verabschieden. Doch es ist kein Abschied für immer. denn das Gefühl, das dieses Buch in mir auslöste, wird noch sehr lange in mir weiter brennen. Booklove galore!


Uhu 35 - Klebepen office, ohne Lösungsmittel, nachfüllbar, 35 g
Uhu 35 - Klebepen office, ohne Lösungsmittel, nachfüllbar, 35 g
Preis: EUR 4,79

5.0 von 5 Sternen Perfekt für die Schule!, 22. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wir nutzen diesen Office Pen seit einigen Monaten, er passt super ins Federmäppchen und ist für Bastelarbeiten und das Einkleben von Zettelchen in der Schule super geeignet. Da er nachfüllbar ist, kaufe ich jetzt nur eine Nachfüllflasche Uhu und gut ist. Lediglich den Klebkopf sollte man öfter reinigen, er verpappt gerne mal. Dazu ziehen wir die Spitze einfach ab und reinigen sie unter warmem Wasser. Selbige muss man auch abziehen, um Kleber nachzufüllen. Das klappt ebenfalls prima. Wir haben nichts an diesem Klebestift auszusetzen und nutzen ihn anstatt früher die Flasche, die gerne mal im Ranzen auslief.


Buchtiere
Buchtiere
von Waldemar Mandzel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleinod der Bilderbuchkunst aus der Feder eines Karikaturisten, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Buchtiere (Gebundene Ausgabe)
Passend zu meiner Rezension für die Kindernische habe ich ein wenig in der Reimschublade der Kindernische gerkruschelt. Heute möchte ich euch Waldemar Mandzels zauberschönes Bilderbuch »Buchtiere« vorstellen, das Anfang Juli im Papierverzierer Verlag erschien. Das Verlagshaus bietet ein sehr vielseitiges, buntes Buchprogramm, auf das ihr unbedingt einen Blick werfen solltet, kleine wie große Leser!

Ein Bilderbuch, das wir jetzt schon lieben,
mit gereimten Worten und schlauen Tieren,
wird uns das Alphabet nun lehren.
Doch noch viel mehr steckt zwischen den Seiten,
Was das ist, werde ich euch nun zeigen.

Nicht nur Menschen lieben Bücher, auch Tiere sind begeistert vom gedruckten Wissensgut. Von A wie Alligator bis Z wie Zebra begleiten dich bekannte Tiere durch die bunten Buchstabenlandschaft.

Waldemar Mandzel schrieb nicht nur für die einfachen, leicht verständlichen Gedichte, sondern griff auch für seine Illustrationen persönlich zu Farbe und Tusche. All seinen buchverliebten Tieren verlieh er farbenfrohe Formen, regt so die Vorstellungskraft seiner jungen Leserschaft an und nimmt den erwachsenen Bilderbuchlieber inspirativ an die Hand. Jedem Buchstaben des Alphabets ordnet der Autor und Illustrator ein markantes Tier zu und erzählt in kurzen klaren Reimen eine kleine Geschichte, warum dieses Tier sein Buch so sehr mag. Mandzels Zeichnungen leben von kräftigen Tuschestrichen und kontrastreichen Farben, somit auch ein Augenschmaus für Bilderbuchfans, die den Kinderschuhen lange entstiegen sind.

Aus der Feder eines Karikaturisten

Gerade dieser Zielgruppe wird der tiefere Sinn der Verse nicht entgehen. Wer beispielsweise zu oberflächlich liest, wird das Gelesene nicht im Gedächtnis behalten – weise gesprochen, Rabe! Auch Vorurteile gegen das Wesen mancher Tiere und die Bedrohnung des Lebensraums vieler Arten spricht der Grafikdesigner in »Buchtiere« an und verleiht seinen tierischen Protagonisten so eine eigene Stimme. Wie Orang-Utan, Schlange und Strauß nun mit den Büchern umgehen, könnt ihr selbst entdecken. Doch seid auf der Hut, denn hier wird geknabbert, gestapelt, gefressen und durchlöchert. Lasst euch eines gewiss sein: Es ist eine farbenfrohe, eigentümliche und auch humorvolle alphabetische Reise, bei der nicht der Mensch, sondern Buch & Tier im Mittelpunkt stehen – geprägt von Waldemar Mandzels kreativem und intelligentem Schreib- und Zeichenstil, den wir auch schon von seinen politischen Karikaturen aus Tageszeitungen oder seinen Cartoons kennen.

Dass nicht allein der Mensch die Bücher liebt,
dass es solches auch unter Tieren gibt,
werde ich mit Versen und Bildern
auf den nächsten Seiten schildern.

Ach ja, drei Mal dürft ihr nun raten, welches Tier sich hinter dem Buchstaben U verbirgt!

Mein Fazit: Ein typischer, sehr gelungener Mandzel liegt in meiner Hand, dieses Mal jedoch auf die junge Zielgruppe gerichtet: »Buchtiere« ist ein Bilderbuch für Groß & Klein, Jung & Alt und mit Sicherheit nicht das letzte Werk, das wir von diesem Autor & Illustrator zu sehen bekommen werden. Ich kann es von ganzem Herzen nur empfehlen und werde mit Sicherheit viel Freude daran haben, gemeinsam mit meinem Sohn die bunte Welt der Buchstaben zu erkunden. Volle Punktzahl für diese tierisch starke, alphabetische Reise durch die Tierwelt!

Rezension © Literaturblog Büchernische 2014


Zertrennlich
Zertrennlich
von Saskia Sarginson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zertrennlich - der Titel ist Programm!, 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Zertrennlich (Gebundene Ausgabe)
Zertrennlich – der Titel spricht eine deutliche Sprache und ein wenig passt er auch zum ersten Eindruck, den ich von diesem Buch hatte. »Zertrennlich« und ich, wir waren nicht von Anfang an ein Herz und eine Seite. Die ersten Kapitel, vielmehr die ersten 50 Prozent des Buches blieben unaufgeregt, beinahe langweilig. Es passierte nicht viel, es sei denn, man wurde von der Geschichte in die Vergangenheit zurückgeworfen. Die Lebendigkeit dieser Rückblenden stand stark im Kontrast zur beinahe statisch wirkenden Gegenwart, wobei ich zugeben muss, dass ich jedes Mal ein wenig Orientierungszeit benötigte, bis mein Geist begriffen hatte, dass die Handlung nun wieder in die Jugend der Zwillinge gewechselt war. Nichts deutete vorher darauf hin, weder Jahreszahlen, Daten noch Kapitelüberschriften. Urplötzlich blendete die Story wieder in die Zeit um 1987, 15 Jahre vor den aktuellen Geschehnissen, und sorgte ein ums andere Mal für zeitweilige Verwirrung. Hier fehlte ganz einfach eine deutlichere Strukturierung der temporalen Abläufe. Zusätzlich zu den Zeitsprüngen wechselte die Autorin ihre Erzählperspektive. Mal berichtete Viola ihre düsteren Eindrücke in der Klinik, während in London das bunte, aufregende Leben Isoltes nachgezeichnet wurde. Violas Figur wurde dabei aus der Ich-Perspektive beschrieben, während Isolte aus personaler Erzählsicht berichtete – vielleicht ein dezenter Hinweis darauf, auf welche Protagonistin Saskia Sarginson den Fokus gelegt hat? Diesen Eindruck wurde ich jedenfalls nicht los.

Zwei Seelen, welche früher als Einheit funktionierten wie zwei Teile eines Ganzen, waren nun distanziert, bar jedweden Vertrauens und durchsetzt von zermürbenden Schuldgefühlen. Viola – in sich zurückgezogen, magersüchtig – verband so gut wie nichts mehr mit ihrer lebensfrohen Schwester. Was also geschah vor 15 Jahren? Was brachte dieses genetisch wie emotional eng miteinander verbundene Gefüge so dermaßen aus dem Gleichgewicht? Natürlich kann ich euch das nicht verraten, das wäre ein gnadenloser Spoiler – aber die Autorin verstreut derart geschickt hier und da ein paar vage Andeutungen und winzige Informationshäppchen, so dass man sich beim Lesen plötzlich beim wilden Spekulieren ertappt. Den Rest erledigt die natürliche Neugierde – denn man will einfach wissen ob man das Konstrukt richtig zusammengebaut hat oder nicht.

Saskia Sarginson schreibt übrigens mit viel Erfahrung im Hintergrund, denn sie ist selbst Mutter von Zwillingen und bekommt tagtäglich hautnah mit, mit welchem emotionalen Zwiespalt ihre Mädchen zu kämpfen haben. Man hat eben keine 1:1-Kopie von sich selbst vor der Nase, trotz aller Ähnlichkeit sind es zwei individuelle Charaktere mit ganz eigenen Emotionen. Diesen Kampf ums eigene Ich bringt die Autorin in »Zertrennlich« sehr eindrucksvoll zu Papier.

Nach der etwas holprigen Durststrecke der ersten Buchhälfte steigt die Spannungskurve bis zur Auflösung stetig an. Hat man erst einmal genug Informationen aufgesaugt, kommt auch Leben in die gegenwärtige Story, die Storyfäden werden miteinander verknüpft und ergeben ein stimmiges, aber bedrückendes Gesamtpaket. Für die Auflösung ließ sich Saskia Sarginson wirklich bis auf die allerletzten Seiten Zeit – ein zweischneidiges Schwert. Für meinen Geschmack hätte sie der Geschichte noch mehr Tiefe geben können, wenn sie früher auf den Punkt gekommen wäre.

Auch die vagen Andeutungen in der ersten Hälfte des Buches haben die Spannung eher ausgebremst. Natürlich verstehe ich die Intention der Autorin, ihre Charaktere rundherum beleuchten und das Beziehungsgeflecht langsam zu Tage befördern zu wollen. Doch ein wenig mehr Tempo hätte an dieser Stelle nicht geschadet. Gerade die Brisanz des Themas Magersucht kam nicht so gut rüber, wie ich es beim Durchlesen des Klappentextes den Eindruck erweckt hatte.

Sehr interessant hingegen fand ich die zahlreichen Einflechtungen der 70er Jahre Hippie-Kultur. Die Mutter der Zwillinge hatte in einer Kommune gelebt und dementsprechend gestaltete sich auch ihre Lebensphilosophie: druidische Zeremonien, bunte Klamotten, viel Alkohol, ein Leben mit vielen Freiheiten ohne gesellschaftliche Zwänge. Das bot einen für mich sehr spannenden Einblick in dieses bunte, etwas verrückte und naturverbundene Leben. In Verbindung mit einem weiteren Mythos aus der Schublade englischer Geistergeschichten lässt die Autorin eine mystische Komponente einfließen, die für gruselnde Stimmung mit Gänsehaut während des Lesens sorgte. Die Autorin lässt den Großteil ihrer Geschichte an einem Ort stattfinden, den sie selbst wie ihre Westentasche kennt: eine Gegend in Suffolk. Ein Ort mit dunklen, mythisch durchsetzten Wäldern, Sagen rund um geheimnisvolle Wesen, einem verwilderten Kiesstrand und einer vielfältigen Flora & Fauna. Saskia Sarginson ist in diesem Teil Englands aufgewachsen und fand hier die Inspiration für ihre Geschichte.

Mein Fazit: Saskia Sarginsons Jugendroman startete mühsam und blass, doch wusste er sich zu steigern. Ich fühlte mich gut unterhalten, auch wenn die Autorin das Potential dieser Geschichte aus meiner Sicht nicht vollends ausschöpfen konnte. Kritikpunkte wie verwirrende Zeitwechsel und eine starre Gegenwartshandlung schmälerten das Lesevergnügen. Nach der Hälfte des Buches steuerte die Autorin das Ruder endlich Richtung Spannung und packte mich mit mystischen Elementen und einer lebendigen Handlung, bis hin zur (zu) späten Auflösung der Hintergründe. »Zertrennlich« ist ein ruhiges, bedrückendes Jugendbuch mit einem brisanten Hintergrundthema, das einen nachdenklich zurück lässt, aber emotional nicht vollends berühren konnte. Denoch eine Leseempfehlung für all diejenigen, die gerne unterhaltsame Literatur für junge Menschen mit ernster Backgroundthematik lesen.

Vollständige Rezension im Literaturblog Büchernische © 2014


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