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Rezensionen verfasst von
Funeral Doom

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Chapter 2: Numquam
Chapter 2: Numquam

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Funeral Doom in Perfektion - ein apokalyptischer Soundtrack!, 14. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Chapter 2: Numquam (Audio CD)
Eines gleich vorweg, da es schon öfter zu Verwechslungen gekommen ist: Bei dieser Band handelt es sich "NICHT" um die britische Jazzrock-Formation um Jon Hiseman (die Band löste sich 1971 zunächst auf, wurde dann nach über 20 Jahren wieder zum Leben erweckt; Hiseman gründete allerdings 1975 "Colosseum II", wo er u. a. Gary Moore und Don Airey um sich scharte. In dieser Besetzung entstanden drei Platten).

Colosseum ist eine finnische Funeral-Doom-Band, die von Juhani Palomäki (leider 2010 verstorben), der einigen vielleicht von "Yearning" oder "Flegothon" bekannt sein dürfte, ins Leben gerufen wurde. Nach dem hervorragenden Erstling "Chapter I: Delirium", hier also der zweite Streich.

Musik aus diesem Bereich erscheint meist recht eintönig und langweilig, u. a. deshalb, weil die Songs häufig Überlänge haben, und die Abwechslung sich in Grenzen hält. Bei den Finnen sieht das allerdings etwas anders aus. Die Platte strotzt nur so von feinfühligen Melodien und Atmosphäre. Die Streicher-, Bläser- und Keyboardarrangements sind absolut perfekt umgesetzt, und erinnern immer wieder an finstere Klassikstücke.
Die derben Gitarrenparts dienen bei Colosseum eher als Hintergrund.

Die Songs sind ohne Ausnahme sehr abwechslungsreich aufgebaut, überraschende Akustikbreaks o. ä. sind immer wieder anzutreffen. Deshalb macht es auch keinen Sinn, einzelne Songs extra zu beschreiben.
Man sollte sich einfach mal das Titelstück "Numquam" komplett anhören. Das Keyboardbreak bei Minute 2:20, der erhabene Mittelteil, oder der geniale Übergang in das letzte Drittel der Nummer.

Keine leichte Kost, aber ohne Zweifel mehr als nur Düster-Metal. Die akustische Untermalung für den Weltuntergang, völlig ohne Kompromisse. Wenn sich mal ein kleiner Schimmer der Hoffnung in Form einer Akustikgitarre wie z. B. beim Anfang von "Narcosis" zeigt, wird man eine Minute später wieder von ultrafinsteren, erhabenen Melodien in die Leere des absoluten Nichts gezogen.

Ganz klar die volle Punktzahl!

Im übrigen kann das Abschiedswerk von Palomäki, "Chapter III: Parasomnia", die hier vorgelegte Qualität, sowohl soundtechnisch als auch musikalisch überhaupt nicht halten, und fällt gegenüber den beiden Vorgängern entscheidend ab!


Effigies of Evil
Effigies of Evil
Preis: EUR 13,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dritter Meilenstein der mittlerweile weltbesten Doom-Death-Formation, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Effigies of Evil (Audio CD)
Nach "Fulfill The Curse" und "Never Cross The Dead" können die Finnen erneut ihre Vormachtstellung im Doom-Death-Bereich behaupten. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich für drei aufeinanderfolgende Scheiben einer Band die volle Punktzahl geben kann!

Kompositorisch wurde noch mal ein Pfund draufgelegt, denn die sieben Songs (das Outro zähle ich mal nicht mit) sind vom Aufbau her von höchster Erhabenheit geprägt, und erinnnern von der Struktur sogar an den Fates Warning Klassiker "The Spectre Within".
Das bringt natürlich nicht jede Band hin, und alleine deshalb muss man Hooded Menace Respekt zollen.

Für den Normalo-Doom Freak sind die teils recht verschachtelten Songs vielleicht weniger geeignet, wer sich aber mit originellen und abwechslungreichen Songstrukturen arrangieren kann, macht hier nix falsch, eigentlich sollte sich jeder Metalfan diese Scheibe mal reinziehen.

Einzelne Songs extra herauszustellen ist schwierig, da sich alle Tracks auf gleich hohen Niveau bewegen. Als Anspieltipps würde ich das relativ eingängige Titelstück, oder das insgesamt recht flotte "Curses Scribed In Gore" empfehlen.

Eine eigenständigere Band im Doom-Death ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt, alleine schon das Riffing und Gerülpse von Lasse Pyykkö lässt kaum Vergleiche zu. Mir fallen höchstens die kultigen Belgier "Beyond Belief" ein, die 1993 und 1995 mit zwei hervorragenden Scheiben die Doomwelt bereicherten!

Hooded Menace zeigen, dass es nicht nötig ist, einen drastischen Stilwechsel zu vollziehen, um sich musikalisch weiter zu entwickeln. Mein Gott, an Songstrukturen wie bei "Evoken Vulgarity" oder "Summoned Into ..." beißen sich die Konkurrenten doch die Zähne aus!

Leider kommt das viel zu selten vor. Klare Kaufempfehlung für die o. g. Hörerschaft, fünf Sterne!


Les Fleurs Du Mal LTD Edition (Digipack)
Les Fleurs Du Mal LTD Edition (Digipack)
Preis: EUR 18,21

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Französische Chansons mal anders!, 19. Oktober 2012
Hier gibt es nicht viel zu schreiben. Es handelt sich um eine Eigenveröffentlichung von Therion, die ausschließlich Coverversionen von französischen Chansons beinhaltet, die natürlich weitgehend "metallisiert" wurden.

Gesanglich wird fast ohne Ausnahme im klassischen Bereich gearbeitet, Lori Lewis ist genial (da kratzen weder Tarja noch Simone dran), und Thomas Vikström bringt bei "J'ai Le Mal De Toi" (dazu gibt's übrigens ein cooles Video) eine gesangliche Meisterleistung.
Der einzige Song, den ich zuvor schon mal in der Originalversion gehört habe, ist "Mon Amour, Mon Ami" von Marie Laforet.

Sehr gut finde ich auch die drei Songs von der mir völlig unbekannten "Leonie Lousseau", von der es anscheinend nur ein paar Singles (1968 - 1975) gibt. "Lilith", "En Alabama" und "Wahala Manitou" sind dezent melancholisch und träge umgesetzt, eine gute Wahl. Diese wie auch ein paar andere Songs der Scheibe, wären auch als Eigenkompositionen auf "Vovin" oder "Secret Of The Runes" durchgegangen, ohne dass es jemand gemerkt hätte!

Wer die o. g. Alben schätzt, und sich mit den durchgehend französisch gesungenen Texten arrangieren kann, wird mit der Scheibe kein Problem haben.

Mir gefällts - vier Sterne


Sense the Darkness (Ltd.Digipak)
Sense the Darkness (Ltd.Digipak)

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das fehlende Glied zwischen Submit und There Is Something Rotten ...!, 23. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Sense the Darkness (Ltd.Digipak) (Audio CD)
ENDLICH!!!! Illdisposed haben zum ursprünglichen Stil, aus dem die besten Alben der Band "Submit" und "There Is Something Rotten ..." entstanden sind, zurückgefunden.

Die ultrabösen Slow-Groove-Parts sind wieder da, die phasenweise sehr unpassend eingesetzten Electronic-Einflüsse der letzten Scheiben sind glücklicherweise fast verschwunden. Im Gegensatz zur unsäglich schlechten "The Prestige", auf der zwar auch auf das Electro-Gefiepe verzichtet wurde, bei der sich aber jeder Song gleich anhörte (durchgehend identische Doublebass-Attacken), wird hier Abwechslung wieder groß geschrieben.

Das Titelstück ist ein ziemlicher Brecher, durchsetzt mit ein paar guten Breaks und einem starken Solo im letzten Drittel des Songs, ein guter Opener. "Eyes Popping Out" beginnt sehr schnell, genauso schnell kann man dann aber auch den Übergang in den typischen Schlepprhythmus verzeichnen, dann wieder Break usw., gut.

Mit "Time To Dominate", "Never Compromise" (lässiges, in Landessprache gesprochenes Intro), "Stop Running" und "I Am Possessed" haben wir vier Songs hintereinander, die auch auf das 94'er bzw. 97'er Werk gepasst hätten.

"The Poison" ist durch das etwas seltsame Riffing gewöhnungsbedürftig, "Another Kingdom Dead" ist durchgehend schleppend gehalten, und kommt aufgrund dessen natürlich megaheavy rüber (leider wurde hier wohl das Solo "vergessen", schade), grober Song.

"She's Undressed" und "We Do This Alone"(Klasse Solo) sind die eingängigsten und insg. schnellsten Songs der Scheibe, fallen gegenüber der anderen Songs aber ein wenig ab.
Anmerkung zu den wieder verstärkt auftretenden Gitarrensoli:
Die besten Soli auf der Scheibe finden sich beim Titelstück, "I Am Possessed" und "We Do This Alone". Richtig starke Soloarbeit gab es aber nur auf "Submit", "There Is Something Rotten ..." und noch auf "Kokaiinum". Dafür waren seinerzeit Morten Gillsted (Submit) und Tore Mogensen zuständig, zwei äußerst begabte Leadgitarristen, deren Weggang einen drastischen Qualitätsverlust auf den folgenden Scheiben darstellten, auch die von vielen so hochgelobte 1-800 Vindication macht da keine Ausnahme, obwohl diese noch akzeptabel war!

Der erste Bonussong "War" erinnert (zumindest beim Grundthema) eher an Bolt Thrower als an Illdisposed, trotz allem kein schlechter Song. "Desire" ist allerdings ein Brett! Ein typischer Illdisposed-Groover mit ein paar lässig "untypischen" Melodylines und einem tollen Solo.

Für mich die erste ernstzunehmende Platte der Dänen seit 2004, und deswegen verteile ich hier gute 4 Sterne.


On The 13th Day Ltd.Digi
On The 13th Day Ltd.Digi
Preis: EUR 26,10

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stärkste Magnum Platte seit 30 Jahren!, 21. September 2012
Rezension bezieht sich auf: On The 13th Day Ltd.Digi (Audio CD)
Sieh an, sieh an, nach Illdisposed die nächste Band, die sich mit ihrer neuen Scheibe wieder an alte Tugenden erinnert:
"On The 13th Day" ist großteils deutlich härter als die Vorgänger, und deshalb ein Freudenfest für die Fans von "Magnum II", "Chase The Dragon" oder "The 11th Hour" (hmmh, könnte es sein, dass der Titel .... ??).

Als Fan des eher gemäßigten Tempos kommen mir Schlepper wie "All The Dreamers", das für Magnum-Verhältnisse schon brutal-stampfige "Dance Of The Black Tattoo" (Killer-Song, die dezenten Klavierparts sind absoluter Kult), und der Rausschmeißer "From Within" natürlich sehr entgegen.

Wenn ich mir dann z. B. "Didn't Like You Anyway" anhöre, denke ich an Top-Songs wie "Soldier Of The Line" oder "The Prize".
"Broken Promises" hat ein AC/DC ähnliches Grundriff, und Clarkin legt hier eines seiner überzeugendsten Soli hin, auch ein starker Song.

"See how They Fall" ist stark an Survivors "Eye Of The Tiger" angelehnt, trotzdem nicht übel.

Die einzige Ballade "Putting Things In Place" kann auch überzeugen. Von dem eher peinlichen "Let It Rain" mal abgesehen, kommen auch die restlichen Songs ganz gut rüber.
Definitiv eine Platte, die den Fans der Frühphase sehr entgegenkommt, ohne wie eine Selbstkopie zu wirken. Deshalb gebe ich auch das erste Mal seit knapp 30 Jahren einer Magnum-Scheibe die volle Punktzahl.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 12, 2014 11:10 AM MEST


Libertine
Libertine
Preis: EUR 19,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kommerziell, aber unterhaltsam, 10. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Libertine (Audio CD)
War die etwas dünne, zarte Stimme von Liv bei Theater of Tragedy als Gegenstück zu den Growls (so als musikalische "Schöne und das Biest" Darstellung), noch recht gut gelungen, konnte ich mit den "Leaves Eyes" Werken nicht mehr so viel anfangen. Gegen härtere Gitarren kann sie mit ihrer Stimme einfach nicht "ansingen", dafür ist ihr Stimmvolumen zu mager.
Anscheinend hat Liv Kristine das jetzt eingesehen, und zeigt sich auf "Libertine" bedeutend poplastiger, wobei ich zugeben muss, dass ich die beiden anderen Soloscheiben nicht kenne. Aber schon die Covergestaltung deutet auf eine kommerziellere Ausrichtung hin.

Wie auch schon mein Vorredner finde ich, dass der neue Sound ihr recht gut zu Gesicht steht. So ganz sind die härteren Parts auch nicht verschwunden, und Songs wie das Titelstück, "Vanilla Skin Delight" und "Paris Paris" (das ein wenig an den Gassenhauer der Bloodhoung Gang "Along Comes Mary" erinnert) sind ziemlich gut. Auch "Solve Me" ist rockiger gehalten, nervt allerdings ein wenig durch die "oh oh" und "uuhuuhuuh" Einlagen, könnte aber ein Radiohit werden.

Mit "Silence" und "Meet Me In The Red Sky" sind auch zwei überzeugende Balladen auf dem Album vertreten. Der Rest ist ebenfalls akzeptabel, einzig die Schlussballade "The man With ...", bei dem der Gesang phasenweise doch recht schrill rüberkommt, würde ich als Totalausfall bezeichnen.

Insgesamt finde ich die Platte recht unterhaltsam, und weil das bei mir in dieser Richtung relativ selten vorkommt, halte ich vier Sterne für angebracht!


Sorrow and Extinction
Sorrow and Extinction
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 17,87

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen hochmelodiöser Ultra-Slow-Doom, 16. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sorrow and Extinction (Audio CD)
Ich sage es ja nicht gerne, aber das ist eigentlich die Platte, die man sich als Nachfolger von Warning's "Watching From A Distance" gewünscht hätte!

Niemand kann das leugnen; der Grundaufbau der Songs, die Melodielines, der Gesang von Brett Campbell, der so viel von Patrick Walker hat, wie kein anderer, auch wenn er sich phasenweise etwas "holpriger" aber auch interessanter anhört ...! All das könnte dazu führen, "Sorrow And Extinction" als pures Plagiat der Engländer einzuordnen.

Aber hört man genauer hin, sind durchaus einige Unterschiede zu entdecken: Pallbearer sind insgesamt etwas abwechslungsreicher im Songaufbau, die starken Gesangslinien werden durch Dopplungen im Chorus aufgepeppt, Gitarrensoli, die bei Warning schwer vernachlässigt wurden, sind hier vorhanden, und die sind richtig gut!

Auf einzelne Songs werde ich nicht extra eingehen, den Stil dürfte ich im vorigen Abschnitt gut genug beschrieben haben. Insgesamt Musik, bei der man sich fragt, wie es sein kann, dass es Leute gibt, denen sie nicht gefällt!

Das manche Bands anscheinend nicht fähig sind, mehr als fünf Songs auf eine Scheibe zu packen, bzw. innerhalb von zwei oder mehr Jahren nur drei neue Songs zu schreiben ("Devoid Of Redemption" und "The Legend" sind bereits vom 2010er Demo bekannt), finde ich persönlich sehr ärgerlich, hatten wir auch schon bei Warning bzw. 40 Watt Sun, oder auch St. Vitus, die ja auch sechs, acht oder mehr Jahre Zeit brauchen, um eine allenfalls mäßige Platte (bes. im Falle von St. Vitus) zu veröffentlichen.

Nun, die eindeutigen Warning-Anleihen und der etwas schwammige Sound verhindern hier eine Höchstwertung, aber vier Sterne sind auf alle Fälle drin. Wer sehr melodischen Ultra-Slow-Doom mit "richtigem" Sänger bevorzugt, ist bei Pallbearer sicher nicht verkehrt!


Barren (Digipak)
Barren (Digipak)
Preis: EUR 19,46

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gehobener Funeral Doom, 7. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Barren (Digipak) (Audio CD)
Jo, ganz falsch ist die Kurzbeschreibung nicht, ob sich die Band aber in die Elite des Doom-Metal einschleichen kann, ist fraglich. Denn leider sind die Jungs absolut unbekannt, und von einer Top-Marktstrategie können die sicher nicht profitieren.

Aber egal, mit "Barren" hat die Band einen Vier-Tracker hingelegt, an dem sich die Konkurrenz (wer überhaupt? Shape Of Despair haben sich ziemlich rar gemacht, Abstract Spirit haben schon, Skepticism oder Unholy ... weiss auch keiner, und Ahab sind mit ihrer neuen Scheibe unglaubwürdig geworden) die Zähne ausbeissen wird!
Die einzigen, die mithalten können, dürften (genre-ähnlich) Draconian mit ihrer letzten Scheibe sein.

Kommen wir zur Platte selber: Es wird allgemein sehr viel Wert auf düstere Atmosphäre gelegt, was sich schon bei den Einleitungen der vier Songs zeigt - akustisches Beerdigungsfeeling ist da bei jedem Song angesagt! Selbst ein paar "Speed" Parts können die düstere Grundstimmung nicht aufheitern (Es muss ganz klar gesagt werden, dass die Platte nur für Funeral-Doom Fans interessant sein dürfte, denn die Geschwindigkeit ist "unter" der normalen Doom-Grenze, und zwar durchgehend, und das Gegrunze wird auch viele abschrecken).

Wer allerdings halbakustischen Funeral-Doom etwas abgewinnen kann, wird mit dieser Scheibe sicher nicht enttäuscht. Im Fahrwasser von "EA", den genialen "Dolorian" oder "Funeral" (Tragedies)! Vier Sterne kann man hier locker rausrücken.


Cauldron of the Wild
Cauldron of the Wild
Preis: EUR 19,21

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blues-Doom - stilübergreifend und genial, 1. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Cauldron of the Wild (Audio CD)
Mit ihrer dritten offiziellen Scheibe könnte die Formation aus Oregon "Doom"-Geschichte schreiben, denn selbst als Extrem-Doom Fan habe ich in den letzten 30 Jahren kaum eine Platte gehört, die stilübergreifend den Grat zwischen Doom-Metal und Slow-Blues dermaßen perfekt gemeistert hätte!

Bereits der Anfang von "Lanky Rae" lässt auf ein starkes Album schliessen. Blueslastiger Doom-Metal, extrem coole und technisch auf Weltklasseniveau befindliche Gitarrensoli, jubel!! Richtig interessant wird es aber erst, wenn Uta Plotkin ihre Stimme einsetzt. Beim Opener mag es für den einen oder anderen teilweise noch etwas schrill oder aufdringlich wirken, aber die Frau hat ein Gefühl in der Stimme, die eine Floor Jansen oder Tarja Turunen (so gut sie auch sind) nie erreichen werden. Das ist vor allem beim später beschriebenen "Shelter" sehr ausgeprägt.

Bei "Beekeeper", welches sehr schwer dahinwalzt, setzt Frontdame Uta hauptsächlich auf die unteren Stimmlagen, wobei sie auch gelegentich ein paar "Grunts" einbaut, die sich im Gegensatz zu manch anderen Genrekollegen, recht gut ins Gesamtbild einfügen.

Einen Song wie "Shelter" schreibt man nicht jeden Tag. Bereits der gitarrensololastige Auftakt ist so was von genial, und wenn dann erst der Gesang einsetzt ...! Was für ein Song, und das Break bei 4:40!! Vom Aufbau her erinnert mich das Ganze an den Klassiker "The Butcher And The Fas Eddie" von Rose Tattoo. Was hier an Feeling, Gesangsintensität und auch Soloarbeit gebracht wird, sucht seinesgleichen, und lässt die neuen Scheiben von Genregrößen wie Candlemass oder St. Vitus (wobei natürlich bei St. Vitus nicht viel dabei ist, denn Chandler und Co. sind technisch eben sehr eingeschränkt) wie einen Furz im Wind stehen.

Wo wir gerade dabei sind, Uta Plotkin könnte locker als weibliches Gegenstück von Wino Weinrich durchgehen. Mittlerweile habe ich ohnehin das Gefühl, dass die Doombands mit Frontfrau in der letzten Zeit bedeutend bessere Scheiben raushauen, als die Male-Fronted Bands (Wounded Kings, Ava Inferi, To Cast A Shadow).

Soul pur ist dann bei "Aurelia" geboten, welches anfangs sehr balladesk gehalten ist, aber gerade deshalb die Ausnahmestellung von Sängerin Uta Plotkin noch mal zum Tragen bringt - was für eine irre Stimme!! Später wird der Song dann härter, und kann wieder mit genialen Gesangsvariationen und Gitarrensoli punkten.

Schlussendlich wird noch mal der "Urblues" ausgepackt, und zwar glaubwürdiger, als es so manche "offizielle" Bluesband bringen könnte.

Hier gibt es natürlich nur eine Wertung: 5 Sterne
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 29, 2012 9:14 PM MEST


Second World
Second World
Preis: EUR 19,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Doom, ... zum Nachdenken!, 19. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Second World (Audio CD)
Mit ihrem dritten Werk bescheren uns die Italiener wieder einen gelungenen Mix aus Gothic- und Doom-Metal. Ziemlich einsam und verlassen steht diese Band ganz vorne im Feld von unzähligen mittelmäßigen ähnlich gelagerten Bands; denn erstens fehlt den anderen ein Sänger wie Marco Benevento, den man vielleicht eher im New Wave Bereich sehen würde (der Vergleich mit Dave Gahan von Depeche Mode ist gar nicht so verkehrt), der aber auch Parallelen zu Alexander Veljanov (Deine Lakaien) aufweist. Und das muss auf alle Fälle als Kompliment gewertet werden, denn die Stimme passt perfekt zum recht morbiden und "nachdenklichen" Doom-Sound, also keine Platte für nebenbei.

Zweitens sind die Songs teilweise recht komplex aufgebaut, also eher nichts für Freunde des schlichten Traditional-Doom.

Nicht ganz so stark wie der Vorgänger "Oionos" (man kann ja auch nicht auf jedem Album eine Coverversion bieten, die das Original um Längen übertrifft, Russians - Sting, oder einen Killer-Opener wie "The Dawning"), aber Edelschlepper wie "The Forsaken Son", "Second World", "Aftermaths" oder "Noli Timere" schütteln sich auch die "Großen" nicht so einfach aus dem Ärmel. Das ist schon ganz erhabene Doomkunst.

Insgesamt etwas unter dem Level von "Oionos", deshalb nur noch vier Sterne.


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