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Rezensionen verfasst von
SonataFanatica

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Rings [Blu-ray]
Rings [Blu-ray]
DVD ~ Aimee Teegarden
Preis: EUR 14,49

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gottseidank nicht grottenschlecht, ABER..., 1. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Rings [Blu-ray] (Blu-ray)
... ich kann jetzt auch nicht sagen, dass er irgendetwas in mir ausgelöst hätte.

Der erste US-"The Ring" hat mich damals, 2002, extrem beeindruckt. Man hatte da von Anfang bis Ende eine sehr intensive triste und gruselige Grundstimmung – besonders auch optisch betont durch den kontinuierlichen, trostlosen Blaustich – der man beim besten Willen nicht entkommen kann und die man auch noch lange nach dem Ende des Films nicht abschütteln kann. Wie eine Art grauer Schleier, der sich über alles legt. Und auch wenn man anschließend versucht, sich abzulenken, ist da... etwas... tief im Innern, das einen nicht zur Ruhe kommen lässt.

Der amerikanische Nachfolger "The Ring Two" war hingegen größtenteils ein durchschaubarer Abklatsch. Besonders dumm fand ich bei Teil 2, dass man praktisch die Szenen der Videokassette des ersten Teils nachgemacht hat – nicht mit einem weiteren Video, sondern diesmal mit Visionen, die die Protagonistin hat. So geht es wieder darum, dem Pfad zu folgen, sich also von den Szenen der Vision (wie bei Teil 1 von den Szenen des Videos) leiten zu lassen. Fand ich blöd so. Es war einfach eher "more of the same", anstelle einer gescheiten Fortführung. Der Film hatte einige wirklich lächerliche Ideen und auch Over-the-Top-CGI-Szenen (die wohl cool anzuschauen waren, aber es GING ja bei "The Ring" nie um "cool anzuschauen"). Allerdings hatte der Film AUCH Szenen, die eine dichte Atmosphäre und eine gezielte Stimmung schufen – UND ein paar tatsächlich gruselige Momente.

Und "Rings"?
Ist allem voran eines: ein Mystery-Thriller. Kein Horror-/Grusel-/Suspense-Film. Hier mein (absolut Spoiler-freies) Fazit:

Die Story basiert auf einer echt guten (und realistischen) Idee, die man interessiert verfolgt. Kurz gesagt (und ohne zuviel zu verraten) geht es darum, dass ein Biologie-Professor das Samara-Phänomen erforscht und die Verbreitung des Fluchs (um den Fluch von sich selbst abzuwenden) penibel organisiert. Das Problem daran ist aber, dass sehr wenig daran gruselig ist. Und die Sachen, DIE ein bißchen gruselig sind, kommen atmosphärisch leider nicht an "The Ring" (oder sogar an die stilvollen Atmosphäre-Momente von "The Ring Two"!) heran. Dazu ist der Look und somit die Stimmung des Films einfach zu sehr Standard. Keinerlei optischen Ideen, mit denen man Atmosphäre erzeugt, wie der Blaustich der Vorgänger oder Soundtrack-Spielereichen, die Grusel erzeugen. Man hat ganz normale, farbenfrohe Außenaufnahmen und teilweise auch Szenen in irgendwelchen Räumen, die Geborgenheit vermitteln. Das hatte man in "The Ring" GAR nicht. Ganz im Gegenteil: Man hat sich stets die Flucht in Geborgenheit herbeigesehnt, was aber absolut nicht möglich war. Das war eben die "Macht", die Teil 1 ausgeübt hat, und das war klasse!

Auch verliert sich die "Rings"-Story im Verlaufe des Films (meines Erachtens) irgendwann in Gefilde, die wieder ein bißchen das "Kopie"-Gefühl erzeugen. In "The Ring Two" war das, wie gesagt, das Element von Visionen, das die Videokassette abgelöst hat. In "Rings" war es eine Art "neues Video", das neue Szenen zeigte. (Mehr möchte ich hier aber nicht verraten.) Das ist an sich nicht schlimm, auch wenn es nach Wiederholung bzw. Abklatsch riecht. Das eigentliche Problem daran ist, dass die neuen Aufnahmen einfach nicht so stark auf den Zuschauer wirken. Und wo wir gerade beim Thema sind: Auch das ursprüngliche Video, das wir aus Teil 1 kennen, wird hier nicht in seiner Gänze gezeigt – und das, WAS davon gezeigt wird, entfaltet sich nicht, weil es eher wie eine Randnotiz wirkt. Das mag für Leute, die Teil 1 schon gesehen haben, nicht so schlimm sein, aber Zuschauer, die keinen der Vorgänger kennen, finden das Video dann sicherlich nicht ansatzweise so subtil-gruselig, wie es eigentlich ist.

Aber die Story geht nicht nur in "Kopie"-Gefilde, sondern auch in die schon anfangs erwähnte Mystery-Thriller-Richtung. Plötzlich dreht sich die gesamte Handlung um eine neue Person und ihre Vergangenheit. Klar wird das dann später erklärt und mit dem "Ring"-Mythos verknüpft, aber während der Ermittlungen, die die Protagonisten anstellen, kommt man nicht umhin, zu denken "Warum sollte mich das jetzt überhaupt interessieren? Ich will mehr von Samara sehen!"

Und gerade von Samara gibt es zu wenig im Film. Ich persönlich hatte mich darauf eingestellt, einen Film zu sehen, der zwar von der Handlung her eventuell dürftig ist, aber dennoch das Grauen von "The Ring" in die heutige Zeit versetzt. Keine Videokassetten mehr, sondern eben YouTube, Webcams, Verbreitung durch das Internet, Videos auf mobilen Geräten und als fulminantes Finale – wie im Trailer schon zu sehen – auch als "Bordfilm" im Flugzeug. Und vielleicht auch an öffentlichen Plätzen, die Displays haben. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Verbreitung des Samara-Videos so weit fortgeschritten ist, dass ein wirklich großer Teil der Bevölkerung in Gefahr ist. Stattdessen war eben diese Verbreitung durch das Internet eine magere Randnotiz gegen Ende des Films – mehr nicht. Sehr sehr schade und absolut verschenktes Potential. Und Samara selbst, die in den Vorgänger-Teilen noch grauenerregend war? Tja, wie soll ich das sagen...? Man wollte sie einfach sehen! Man hat MIT IHR mitgefiebert, wollte SIE gewinnen sehen! Man war als Zuschauer auf ihrer Seite. Und dieser Aspekt nahm dem Film dann den letzten Funken Grusel bzw. Horror. Also, wie gesagt: Mystery-Thriller. Kein Horrorfilm. Leider.

Habe ich vorhin geschrieben "wie schon im Trailer zu sehen"? Oh ja, da war ja noch was. Aus dem Stehgreif fallen mir 8 (in Worten: ACHT!) Szenen aus den Trailern ein, die NICHT im Film zu sehen waren. Das Wasser, das aus der Webcam tropft, kam nicht vor; die Szene, wo die Hand der Protagonistin mit Samaras Hand verwachsen ist, kam nicht vor; der Ring, den die Protagonistin im Trailer auf dem Rücken hatte, kam nicht vor; die Szene mit der (offenbar "besessenen") Mutter ebenfalls nicht! Besonders letztere Stelle, wo man die Mutter von hinten am Tisch sitzen sieht, die seltsam zuckt, sodass ihr Körper diese typisch-knirschenden Geräusche macht und man eine Stimme hört, die flüstert "She's here!", hat mich im Trailer echt begeistert. War einfach nicht im Film.

Dennoch war der Film nicht schlecht. Ich habe ihn gerne gesehen – allein, weil ich jedes Bißchen, das mit dem "Ring"-Mythos zu tun hat, aufsauge und genieße. Dennoch: Einfach schade, dass wir mit "Rings" keinen RICHTIGEN Nachfolger bekommen haben.


One More Light
One More Light
Preis: EUR 8,89

54 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Eigenständigkeit vollkommen verloren, 1. Juni 2017
Rezension bezieht sich auf: One More Light (MP3-Download)
Wie die meisten hier, bin ich schon seit den Anfängen der Band ein großer Fan. "Hybrid Theory" und "Meteora" waren wie aus einem Guss und damalige Experimente à la "Breaking the Habit" (völlig ohne rockige E-Gitarren) waren mehr als willkommen. "Minutes to Midnight" war zwar weicher und hatte schwächere Momente, aber alles in allem war es ein super Album (und bei "Leave Out All the Rest" kommen mir noch immer die Tränen). Von "A Thousand Suns" war ich dann anfangs enttäuscht, weil es mir sehr befremdlich vorkam, ABER: Dann hab ich mich so richtig in das Album reingehört, mir das Making Of angeschaut und das Album Stück für Stück besser verstanden. Für mich persönlich ist es tatsächlich zu einem der besten LP-Alben überhaupt geworden. Bin generell auch kein Genre-Purist mit Scheuklappen, sondern genieße derartige Experimente. Denn genau das war es! DAS war experimentell, andersartig, und genre-untypisch, aber immer noch 100% Linkin Park. Und das WAR ja immer das Tolle an Linkin Park: Sie haben Stile und Stil-Elemente vermischt, um etwas Neuartiges zu schaffen.
"Living Things" fand ich klasse und "The Hunting Party" hat mich mit seiner rohen Energie in perfekten Dosierungen sehr positiv überrascht.

Aber das jetzt?

"One More Light" ist tatsächlich SO standardmäßiger Mainstream-Ami-Pop, dass ich's einfach nicht verstehe. Musik à la Justin Bieber, und das schreibe ich jetzt nicht, weil's der Standardname ist, wenn man Bands schlechtredet – das Album ist tatsächlich nah am Justin-Bieber-Stil. Oder auch an dem Stil, den Miley Cyrus vor ein paar Jahren bedient hat. Gut... "Pop" ist als Umschreibung vielleicht etwas breit gefasst – da gibt's natürlich eine Menge Stilrichtungen, aber wenn ihr das Album hört, werdet ihr den Musikstil definitiv als den Standard-Kram, der von den Radiostationen seit einigen Jahren totgenudelt wird, erkennen. Und wenn's nur das wäre! Dazu kommt aber noch, dass das neue Album vor regelrechten Kindergarten-Melodien nur so strotzt und dass einzelne Wörter und kurze Phrasen ENDLOS wiederholt werden.

Mike Shinoda hat in nem Interview gesagt, dass die Band meistens um die 18 Monate an nem Album sitzt und daher "gar nicht so sehr Trends nachgehen KANN", weil man dann nach den 18 Monaten ja zwangsläufig "out" wäre, oder aber einem Trend zuvorkommt, der zu Beginn der Album-Arbeiten noch gar nicht da war. Ah ja. Sicher doch. Nur dass sich der Pop-Stil auf diesem Album exakt so anhört, wie der Ami-Pop der letzten 5 bis 7 Jahre. Von wegen "keine Orientierung am Mainstream". SO abgeschottet kann eine Band doch gar nicht sein, dass sie nicht mitkriegt, was überall im Mainstream-Radio rauf und runter dudelt und dann "aus Versehen" genau diesen Stil zurechtbastelt.

Ein anderes "Argument" von Mike war: "Aber das ist immer so! Die Leute hören die Studioaufnahmen und finden sie total schlecht, aber wenn sie hören, wie wir das live spielen und dann mit Rock vermischen und den Songs Ecken und Kanten geben, dann finden sie's plötzlich gut." – ja, dann packt DIE ART von Musik doch einfach auch auf's Album! MANN!! Wenn's doch das ist, was ihr eigentlich gerne macht!

Aber naja... dass sich die Scheibe sowieso verkauft wie geschnitten Brot, dürfte jedem klar sein. Allein schon durch die ganzen Vorbestellungen alteingesessener Fans, die blind alles kaufen, was den Namen "Linkin Park" trägt – was ich teilweise auch verstehe und solche Fans tun mir jetzt schon leid, bei dieser herben Enttäuschung. Durch den Mainstream-Pop-Markt werden die Verkäufe nun sicherlich noch wesentlich mehr angekurbelt.
Und... ganz ehrlich... wenn selbst Linkin Parks (meiner Meinung nach grässliches) Dubstep-Spin-Off-Album "Recharged" so viel Ertrag bringt (8. Platz der bestverkauften Dance/Electronic-Alben UND 25. Platz der bestverkauften "Hard Rock"-Alben in den USA, kein Witz), dann wundert einen gar nichts mehr.

Weiterentwicklung sollte im Grunde so sein, dass man als Band zwar frische Neuerungen bringt und nicht auf der Stelle stehen bleibt, aber dennoch sollte die Band einen Wiedererkennungswert haben – und der war selbst bei den kuriosesten Songs auf "A Thousand Suns" noch irgendwo vorhanden. Ebenfalls klar: Niemand *braucht* wirklich eine Eins-zu-eins-"Hybrid Theory"-Kopie oder eine "Meteora Vol. 2". Wer die alten Alben der Band hören will, der KANN sie ja auch hören! Die existieren immer noch und sie werden uns auch durch das neue Album nicht weggenommen! Und die Band würde sich wahrscheinlich auch blöd vorkommen, wenn sie immer wieder denselben Kram machen würde.

Aber Fakt ist, dass an "One More Light" nichts – aber auch GAR NICHTS! – individuell, kreativ, inspiriert oder inspirierend ist. Wenn der Kram im Radio läuft, hat man den Eindruck, man hört irgendeinen Standard-Interpreten. Und DAS Gefühl hatte man bislang bei keinem Linkin Park-Release. (Man hofft schon fast, dass niemand einen beim Hören von "One More Light" erwischt, weil dann unter Garantie sowas kommt wie "Was hörst DU denn da??!") Ich kann in Bezug auf dieses Album nur eins tun: es komplett ignorieren und hoffen, dass mir das nächste LP-Album eventuell wieder IRGENDWAS gibt. Denn "One More Light" ist für mich kein Linkin Park-Album, sondern "One More Lame Pop Album" in einem See aus austauschbarer, glattgebügelter, irrelevanter Produkte.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 12, 2017 4:20 PM MEST


Eye of the Soundscape
Eye of the Soundscape
Preis: EUR 10,09

40 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein reguläres Album, sondern eine instrumentale 2-CD-Compilation-EP!, 22. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: Eye of the Soundscape (MP3-Download)
Mariusz Duda, Sänger und Mastermind der Band Riverside, hat in jeder einzelnen Vorankündigung dieser Doppel-CD exakt auf den Punkt gebracht, was "Eye of the Soundscape" ist und warum dieser Release für ihn wichtig war.

Sinngemäß übersetztes Zitat:

"Das sechste Riverside-Album ist für mich das letzte Kapitel einer Story. Zukünftige Alben könnten durchaus anders klingen – einen anderen Charakter haben. Inoffiziell nenne ich unsere letzten drei Alben "The Crowd Trilogy". Bevor wir mit einem neuen Kapitel (und vielleicht einer neuen Trilogie) beginnen, hatte ich die Idee, eine Art Begleit-Album zu machen. Ein "Zwischen-Album". Ein Album, das wir immer aufnehmen wollten. Über Jahre haben wir eine Menge Material angesammelt, von dem einiges auf Bonus-CDs veröffentlicht wurde. Ich weiß, dass viele unserer Hörer diese Stücke noch nicht gehört haben und daher auch vielleicht nicht wissen, dass Riverside von Anfang an mit Ambient und progressiver Elektro-Musik experimentiert haben. Und das war immer Teil unserer musikalischen DNA. Also habe ich dem Rest der Band diese Idee vorgeschlagen und die Entscheidung war einstimmig: Wir entschieden, eine Compilation all unserer Instrumental-Stücke und Ambient-Songs zu machen und diese auf einem separaten Release zu veröffentlichen. Einige dieser Songs würden geremixt werden, damit sie besser klingen, und natürlich würden wir auch brandneue Kompositionen präsentieren."

Und genau das ist "Eye of the Soundscape" geworden.
Es enthält:
— die 5 "Day Sessions"-Songs, die wir von der "Love, Fear and the Time Machine"-Bonus-CD kennen ("Heavenland", "Return", "Aether", "Machines" und "Promise"),
— beide "Night Sessions"-Tracks von der Bonus-CD von "Shrine of New Generation Slaves",
— einen neuen Remix des Songs "Rapid Eye Movement", der auf der Bonus-CD zum gleichnamigen Album und auf der "Schizophrenic Prayer"-EP enthalten war,
— einen neuen Remix des Songs "Rainbow Trip", der ebenfalls auf der "Schizophrenic Prayer"-EP enthalten war,
— und vier brandneue Songs: "Where the River Flows", "Shine", "Sleepwalkers" und "Eye of the Soundscape".

Bei ALLEN Songs handelt es sich also, wie zuvor schon erwähnt, um instrumentale Stücke – außer einigen "Singsang"- und "Summ"-Stellen von Mariusz Duda ist also kein Gesang vorhanden. (Dessen sollte man sich vorher auf jeden Fall bewusst sein, bevor man sich diese Doppel-CD zulegt und wütende Amazon-Rezensionen schreibt.)

Leute, die alle Releases der Band (inkl. der Bonus-CDs und der "Schizophrenic Prayer"-EP) bereits besitzen, bekommen mit "Eye of the Soundscape" insgesamt 34 Minuten neues Songmaterial mit den 4 neuen Tracks. (Die Gesamtspielzeit der Doppel-CD beträgt 1 Stunde und 42 Minuten.) Diese Songs passen einfach perfekt ins Gesamtbild und dürften ganz besonders Lunatic Soul-Fans gefallen.

"Eye of the Soundscape" ist selbstverständlich dem Riverside-Gitarristen Piotr Grudzinski gewidmet, der am 21. Februar 2016 im Alter von 40 Jahren durch plötzlichen Herzstillstand verstorben ist. Zudem ist Mariusz Dudas Vater im Mai 2016 ebenfalls verstorben. Monatelang war nicht sicher, wie es um die Zukunft der Band Riverside bestellt ist. Doch glücklicherweise hat Mariusz Duda vor Kurzem verlauten lassen, dass die Band Mitte November ihre Biographie unter dem Titel "High Resolution Dream" herausbringen wird (vorerst nur in polnischer Sprache) und Ende Februar 2017 wieder auf Tour gehen wird. Im Frühjahr 2017 wird außerdem das fünfte Lunatic Soul-Album erscheinen, welches laut Duda das wohl emotionalste der Alben sein wird – verständlich.

Wir dürfen gespannt sein. Bis wir also wieder etwas Neues von Riverside hören, haben wir die Möglichkeit, mit Hilfe von "Eye of the Soundscape" in abwechslungsreiche, atmosphärische und filigrane Klangwelten zu flüchten. Ein tolles Release, wenn ihr mich fragt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 16, 2016 2:00 PM CET


The Ninth Hour [Vinyl LP]
The Ninth Hour [Vinyl LP]
Preis: EUR 21,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die große Rückkehr, 7. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: The Ninth Hour [Vinyl LP] (Vinyl)
Seit ihrem vierten Album "Reckoning Night" – allerspätestens aber seit "Unia" – wurden Sonata Arctica mit jedem Release recht unvorhersehbar. Während die erste Album-Trilogie ("Ecliptica", "Silence" und "Winterheart's Guild") recht üblichen Melodic Power Metal-Strukturen folgte, jedoch stets mit einem unglaublichen Feingefühl für tolle Melodien überzeugen konnte, so geriet die Band anschließend Stück für Stück in immer progressivere, symphonischere und anspruchsvollere Sphären. Viele Fans schreckte diese Entwicklung ab, während viele andere Fans gerade die Opulenz und den ausgefeilten Detail-Reichtum von "Unia" und "The Days of Grays" bis heute in hohen Tönen loben und diese Alben als Meisterwerke betrachten. Nach einem kurzen Ausflug in etwas simplere, rockigere Gefilde mit "Stones Grow Her Name" (ohne jedoch von Sonata-typischen Elementen abzulassen), setzte die Band mit dem letzten Album "Pariah's Child" ein Zeichen. Nicht nur musikalisch ging es wieder zurück zu längst vergessenen Power-Metal-Pfaden im Stile von "Winterheart's Guild" (in Kombination mit einem Hauch "Stones Grow Her Name"-Feeling) – auch optisch wurde durch die Wiedereinführung des alten Band-Logos klargestellt: Wir befinden uns wieder auf dem Weg früherer Alben.

Während dieser Weg bei "Pariah's Child" noch etwas holprig wirkte, schafft es das neue Album "The Ninth Hour" endlich lückenlos, das gute alte Sonata-Feeling wieder aufleben zu lassen und zeigt ganz klar, dass Sonata Arctica diesen Stil noch immer beherrschen, wie keine andere Band es je so charakteristisch könnte. "The Ninth Hour" ist dennoch keine müde Kopie – ganz im Gegenteil: Dieses Album klingt wie ein sehr ideenreicher DIREKTER Nachfolger zu "Reckoning Night". Ich persönlich liebe "Unia" und halte es für ein absolutes Meisterwerk, ABER: Hätten Sonata Arctica "The Ninth Hour" 2006 oder 2007 veröffentlicht, hätte sich nie ein Fan der alten Alben über die Entwicklung der Band beschwert. So wie "Silence" die logische Weiterentwicklung von "Ecliptica" war, so ist "The Ninth Hour" die logische Weiterentwicklung von "Reckoning Night" und "Winterheart's Guild". Kurz gesagt: Voll und ganz Sonata Arctica, wie wir sie kennen und lieben.

Klar, "Closer to an Animal" ist auf jeden Fall ein sehr gewagter und unkonventioneller Opener für ein Sonata-Album, denn so erzählerisch, nachdenklich und ruhig sind Eröffnungs-Songs eigentlich nicht, aber nach mehrmaligem Hören bleiben die zwei hauptsächlichen Melodylines des Songs im Kopf hängen – und besonders in späteren Durchläufen hat er seinen ganz speziellen Reiz. Auch der zweite Song, der schon vorab veröffentlicht wurde, "Life", entfaltet noch nicht so ganz die mitreissende Energie, die man sich von einem Sonata Arctica-Song eigentlich wünschen würde. Doch Tonys sehr emotionaler Gesang und der (wortwörtliche) "Lalala"-Refrain schaffen es nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, eine absolute Wohlfühl-Stimmung zu verbreiten. Tonys Vorhaben, endlich mal einen hundertprozentig positiven Song über das Leben zu schreiben, ist definitiv geglückt.

Doch ab Song Nummer 3 ist es endlich wieder da: Das gute alte Sonata-Feeling, das vielen von uns sicherlich fehlte. "Fairytale" erinnert nach seinem kurzem Keyboard-Intro direkt an "Silver Tongue" von "Winterheart's Guild". Und alles ist da, was man sich von einem Sonata Arctica-Song wünschen kann: Die einzigartige Melodie, der Mitsing-Refrain, der sarkastisch-enttarnende Unterton – und lyrische Perlen wie "vote 'Yes' for the global warming", "hip hip hooray" oder "one ring to rule them all, who's paying, where's Waldo?" werfen den Zuhörer glatt zurück in Tricky-Beans-Zeiten. Glücklicherweise wirkt der Song dennoch nicht albern, sondern wendet die Kitsch-Gefahr gekonnt ab – mit einer leicht melancholischen Bridge und späteren, etwas abgedrehteren Passagen in den Strophen, die ein wenig an "Unia" erinnern. Diese Passagen werden dann aber auch wieder vom Ohrwurm-Refrain abgelöst, sodass man nie Gefahr läuft, auszuufern.

Fehlen euch schon länger die wunderschönen Power-Balladen, die Sonata Arctica damals so ausgezeichnet haben? Einzigartige Stücke wie "Tallulah", "Letter to Dana" oder "Last Drop Falls"? Und liebt ihr die Piano-Passagen in alten Sonata-Songs? Dann wird euch "We Are What We Are" all das geben, das in den letzten Jahren einfach ein bißchen gefehlt hat. Das eineinhalb-minütige Intro aus melancholischen Flöten erinnert glatt ein bißchen an Nightwish, bevor Tony sanft zu singen beginnt. Thematisch steht allerdings keine Herzensdame im Mittelpunkt, sondern das Konzept, welches "The Ninth Hour" wie ein roter Faden durchzieht: Die Tatsache, dass wir Menschen diesen Planeten, unser einziges Zuhause, immer mehr zerstören. Der Song ist zwar durch und durch eine Sonata-typische Ballade, getragen von sehr dezenter Percussion, verziert von Piano-Akzenten und mit einem eingängigen Refrain, hat aber eine ganz eigene Charakteristik und spezielle Atmosphäre, die Elemente aus den oben genannten Balladen und "They Follow", dem Bonustrack von "Unia", beinhaltet.

Und kaum hat man die Freude über diese Rückkehr zu alten Tugenden ein wenig verarbeitet, kommt "Till Death's Done Us Apart" daher und zeigt mit dem düster-beschwörenden, leicht verrückten und hin und wieder agressiven Gesang Tonys, womit wir es hier zu tun haben: Hier wird die bekannte Stalker-Story aus "Caleb", "Juliet" und "Don't Say a Word" fortgesetzt. Beginnt der Song noch sehr erzählerisch, so entwickelt er sich schnell zu einem Geschenk an Fans von "Wildfire", "Ain't Your Fairytale" oder den schnelleren Passagen aus "White Pearl, Black Oceans". Und zu keiner Sekunde wirkt dieser Stil auch nur ansatzweise aufgesetzt. Ganz im Gegenteil: Tony und die Jungs sind so sehr in ihrem Element, dass es eine schiere Freude ist! Auch hier hat man einige dynamischere Passagen, die Fans von "Unia" und "The Days of Grays" sehr begrüßen werden, doch die eingängige Grund-Melodie und der sehr starke Ohrwurm-Refrain halten den Song zu jeder Zeit in einer "Wildfire"-ähnlichen Struktur. Ein mehr als würdiger Eintrag in Calebs Stalker-Tagebuch.

"Among the Shooting Stars" ist dagegen schon etwas sehr eigenes. Dieser Wolf-Song vereint sehr ruhige, Piano-verzierte Momente mit der Atmosphäre der ruhigeren "Unia"- und "Days of Grays"-Passagen (zum Beispiel aus "Juliet", "For the Sake of Revenge" oder "The Worlds Forgotten, the Words Forbidden") in einem sehr symphonischen und opulenten Gewand. Immer wieder gibt es Momente, in denen die Musik pausiert und nur Tonys Stimme zu hören ist. Besonders im (an "Tallulah" UND "Broken" erinnernden) Refrain schafft es Tony, das "Leiden" im Wort "Leidenschaft" perfekt darzustellen. Wenn es EINEN Song gibt, der sowohl Fans der "alten Sonata" als auch Fans der "Unia"/"Days of Grays"-Phase gleichermaßen zu erfreuen, dann ist es eindeutig diese Ballade. "Among the Shooting Stars" wird uns Sonata-Fans sicherlich noch Jahre begleiten.

Viele haben daran gezweifelt, dass Sonata diese typischen High-Speed-Melodic-Power-Metal-Songs à la "Misplaced", "Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited" oder "Victoria's Secret" drauf haben. Diese Zweifler werden mit "Rise a Night" mit Leichtigkeit eines Besseren belehrt. Hier haben wir einen unaufhörlichen Keyboard-Teppich, kombiniert mit frenetischem Drumming und tollen Gitarren/Keyboard-Soli, die stark an das "Silence"-Album erinnern. Was zuletzt in "Running Lights" (von "Pariah's Child") und dem "Days of Grays"-Bonustrack "Nothing More" angedeutet wurde, wird hier konsequent zur Perfektion gebracht.

"Fly, Navigate, Communicate" ist ein Song, bei dem ich Schwierigkeiten habe, in Worte zu fassen, wie sehr er mich als Sonata-Fan begeistert. Er ist eine Kombination aus allem, das man in den letzten 16 Jahren an Sonata Arctica geliebt hat. So erinnert balladeske Anfang an die typische "Silence"-Atmosphäre (zum Beispiel aus "Sing in Silence" oder dem gesprochenen Intro "Of Silence"), geht dann in eine melancholisch-leidenschaftliche Grund-Stimmung aus Songs wie "The Boy Who Wanted to Be a Real Puppet" über und steigert sich dann in den genialen Refrain, der mit jedem der drei Worte "Fly", "Navigate" und "Communicate" an Intensität des Gesangs und an Geschwindigkeit zunimmt. Und gerade wenn man gedacht hat, man hätte das ruhige Schema des Songs durchschaut, wird das Gaspedal im letzten Drittel in einem göttlichen Keyboard/Gitarren-Solo zu Tonys triumphalem Schrei durchgetreten. Ein absoluter Euphorie-Schub, der Sonata-Fans beinah fassungslos zurücklässt.

So wie auch das "Silence"-Album gleich mehrere ergreifende Halbballaden hatte, hat man auf "The Ninth Hour" ebenfalls, neben "We Are What We Are", einen weiteren Anwärter auf den Balladen-Thron: "Candle Lawns" ist das, was herauskommen würde, wenn man "Shamandalie" mit "Tallulah" kreuzen, und das Endergebnis noch etwas ausschmücken würde. Wenn bislang noch Zweifel daran bestanden, dass wir mit dem neuen Album tatsächlich ein "gutes altes Sonata-Album" bekommen würden, dann sind diese Zweifel nun vollends verschwunden. Man fühlt sich regelrecht in die alte "Silence"-Zeit zurückversetzt – einfach schön.

Als "The Ninth Hour" angekündigt wurde, waren die meisten Fans gleichzeitig sehr aufgeregt und höchst kritisch, weil damit ein Nachfolger zu "White Pearl, Black Oceans" angekündigt wurde. Viele Fans mochten die beiden Nachfolge-Songs zu "Wildfire", welche auf dem "Stones Grow Her Name"-Album enthalten waren, nicht sonderlich. Doch "White Pearl, Black Oceans - Part II: By the Grace of the Ocean" macht glücklicherweise alles richtig. Der Song hat eine völlig eigene Melodie, ist also nie eine Kopie von Teil 1. Er ist aber durchzogen von Rückblick-Momenten, in denen der Refrain aus Teil 1 (entweder als Piano-Melodie oder mit Hintergrund-Streichern) wieder aufgegriffen wird. Ein Song, der perfekt ist, um darin vollkommen zu versinken. Ab der Hälfte wird die Ballade zu einem rhythmischen Midtempo-Song, entfaltet direkt seine epische "Piraten-Atmosphäre" und steigert sich dann in Vollgas-Gitarren/Keyboard-Passagen, nur um später wieder zur ruhigen Atmosphäre zurückzukehren. Sicherlich braucht man ein bißchen Zeit, um den gesamten 10-Minuten-Song zu durchschauen (und es gibt wirklich EINIGES zu entdecken), aber zu keiner Zeit wirkt der Song überladen oder kompliziert. Eher haben wir es musikalisch mit einer Mischung aus dem ersten Teil von "White Pearl, Black Oceans" und dem "Unia"-Bonustrack "They Follow" zu tun – vermischt mit der Magie aus den ruhigsten Erzähl-Passagen von "Deathaura" von "The Days of Grays". Immer wieder präsentiert Tony eine Theatralik im Gesang, die man höchstens in "Larger Than Life" auf "Pariah's Child" schon einmal gehört hat – aber in purer Melancholie – während die Erzählstruktur genau das ist, was man sich von einem Nachfolger wünscht. Und wenn der Song vorbei ist, hat man das Gefühl, etwas Großes erlebt zu haben.

Der letzte reguläre Track des Albums heißt "On the Faultline (Closure to an Animal)" und ist eine sehr ruhige Variante des Openers "Closer to an Animal" mit abgeändertem Text. Von melancholischem Piano getragen, wirkt der Song in dieser Version wie eine sehr reflektierende Ballade – und das nicht ohne Grund: Ist der Song doch der Rückblick auf das eigene Leben. So wird der Kreis des Albums perfekt geschlossen. Leute, die "Closer to an Animal" vielleicht nicht so mochten, werden diese Variante sicherlich dennoch mögen. Als tragische Ballade funktioniert das Stück einfach perfekt.

Dazu gibt es noch den Bonus-Track "Run to You", welcher eine Cover-Version des berühmten Bryan Adams-Songs von 1984 ist. Und wer den Bonus-Cover-Track auf "Ecliptica Revisited" von Genesis' "I Can't Dance" gehört hat, weiß genau, was er hier zu erwarten hat: Tony, der einfach nur Spaß hat, den Rock-Klassiker mit Augenzwinkern und lässiger Attitüde zum Besten zu geben. Wer jedoch mit 80er-Covers nichts anfangen kann, der wird auch von Sonatas Variante von "Run to You" nicht überzeugt werden. Ich persönlich finde die Version ganz witzig – sie macht einfach Spaß.

Alles in allem ist "The Ninth Hour" genau das, worauf viele Sonata-Fans lange warten mussten. Sonata Arctica haben ihre Ankündigung, zu alten Tugenden zurückzukehren, in einem so vollständigen Maße wahr gemacht, dass es nun ENDLICH keine zwiegespaltene Diskussion über den Stil der Band mehr geben wird. "The Ninth Hour" ist, wie schon zuvor gesagt, einfach ein wunderschönes Geschenk an die Fans. Und das glücklicherweise nicht irgendwie aufgesetzt, künstlich oder "fabriziert", sondern tatsächlich mit Leidenschaft, Spielfreude und Hingabe. Der Anfang des Albums mag noch ein wenig holprig sein, doch spätestens nach den beiden Vorab-Songs (die man jedoch ebenfalls recht schnell ins Herz schließen kann), steht eindeutig fest: DIESES Album wird definitiv eine laaaaange lange Zeit im CD-Player rotieren. Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu genießen und so viel euphorisierende Sonata-Energie, dass sich Fans weltweit endlich wieder einig sein können:

"It truly makes the most beautiful music."

Danke, Sonata Arctica.


The Ninth Hour
The Ninth Hour
Preis: EUR 9,09

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die große Rückkehr, 7. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: The Ninth Hour (MP3-Download)
Seit ihrem vierten Album "Reckoning Night" – allerspätestens aber seit "Unia" – wurden Sonata Arctica mit jedem Release recht unvorhersehbar. Während die erste Album-Trilogie ("Ecliptica", "Silence" und "Winterheart's Guild") recht üblichen Melodic Power Metal-Strukturen folgte, jedoch stets mit einem unglaublichen Feingefühl für tolle Melodien überzeugen konnte, so geriet die Band anschließend Stück für Stück in immer progressivere, symphonischere und anspruchsvollere Sphären. Viele Fans schreckte diese Entwicklung ab, während viele andere Fans gerade die Opulenz und den ausgefeilten Detail-Reichtum von "Unia" und "The Days of Grays" bis heute in hohen Tönen loben und diese Alben als Meisterwerke betrachten. Nach einem kurzen Ausflug in etwas simplere, rockigere Gefilde mit "Stones Grow Her Name" (ohne jedoch von Sonata-typischen Elementen abzulassen), setzte die Band mit dem letzten Album "Pariah's Child" ein Zeichen. Nicht nur musikalisch ging es wieder zurück zu längst vergessenen Power-Metal-Pfaden im Stile von "Winterheart's Guild" (in Kombination mit einem Hauch "Stones Grow Her Name"-Feeling) – auch optisch wurde durch die Wiedereinführung des alten Band-Logos klargestellt: Wir befinden uns wieder auf dem Weg früherer Alben.

Während dieser Weg bei "Pariah's Child" noch etwas holprig wirkte, schafft es das neue Album "The Ninth Hour" endlich lückenlos, das gute alte Sonata-Feeling wieder aufleben zu lassen und zeigt ganz klar, dass Sonata Arctica diesen Stil noch immer beherrschen, wie keine andere Band es je so charakteristisch könnte. "The Ninth Hour" ist dennoch keine müde Kopie – ganz im Gegenteil: Dieses Album klingt wie ein sehr ideenreicher DIREKTER Nachfolger zu "Reckoning Night". Ich persönlich liebe "Unia" und halte es für ein absolutes Meisterwerk, ABER: Hätten Sonata Arctica "The Ninth Hour" 2006 oder 2007 veröffentlicht, hätte sich nie ein Fan der alten Alben über die Entwicklung der Band beschwert. So wie "Silence" die logische Weiterentwicklung von "Ecliptica" war, so ist "The Ninth Hour" die logische Weiterentwicklung von "Reckoning Night" und "Winterheart's Guild". Kurz gesagt: Voll und ganz Sonata Arctica, wie wir sie kennen und lieben.

Klar, "Closer to an Animal" ist auf jeden Fall ein sehr gewagter und unkonventioneller Opener für ein Sonata-Album, denn so erzählerisch, nachdenklich und ruhig sind Eröffnungs-Songs eigentlich nicht, aber nach mehrmaligem Hören bleiben die zwei hauptsächlichen Melodylines des Songs im Kopf hängen – und besonders in späteren Durchläufen hat er seinen ganz speziellen Reiz. Auch der zweite Song, der schon vorab veröffentlicht wurde, "Life", entfaltet noch nicht so ganz die mitreissende Energie, die man sich von einem Sonata Arctica-Song eigentlich wünschen würde. Doch Tonys sehr emotionaler Gesang und der (wortwörtliche) "Lalala"-Refrain schaffen es nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, eine absolute Wohlfühl-Stimmung zu verbreiten. Tonys Vorhaben, endlich mal einen hundertprozentig positiven Song über das Leben zu schreiben, ist definitiv geglückt.

Doch ab Song Nummer 3 ist es endlich wieder da: Das gute alte Sonata-Feeling, das vielen von uns sicherlich fehlte. "Fairytale" erinnert nach seinem kurzem Keyboard-Intro direkt an "Silver Tongue" von "Winterheart's Guild". Und alles ist da, was man sich von einem Sonata Arctica-Song wünschen kann: Die einzigartige Melodie, der Mitsing-Refrain, der sarkastisch-enttarnende Unterton – und lyrische Perlen wie "vote 'Yes' for the global warming", "hip hip hooray" oder "one ring to rule them all, who's paying, where's Waldo?" werfen den Zuhörer glatt zurück in Tricky-Beans-Zeiten. Glücklicherweise wirkt der Song dennoch nicht albern, sondern wendet die Kitsch-Gefahr gekonnt ab – mit einer leicht melancholischen Bridge und späteren, etwas abgedrehteren Passagen in den Strophen, die ein wenig an "Unia" erinnern. Diese Passagen werden dann aber auch wieder vom Ohrwurm-Refrain abgelöst, sodass man nie Gefahr läuft, auszuufern.

Fehlen euch schon länger die wunderschönen Power-Balladen, die Sonata Arctica damals so ausgezeichnet haben? Einzigartige Stücke wie "Tallulah", "Letter to Dana" oder "Last Drop Falls"? Und liebt ihr die Piano-Passagen in alten Sonata-Songs? Dann wird euch "We Are What We Are" all das geben, das in den letzten Jahren einfach ein bißchen gefehlt hat. Das eineinhalb-minütige Intro aus melancholischen Flöten erinnert glatt ein bißchen an Nightwish, bevor Tony sanft zu singen beginnt. Thematisch steht allerdings keine Herzensdame im Mittelpunkt, sondern das Konzept, welches "The Ninth Hour" wie ein roter Faden durchzieht: Die Tatsache, dass wir Menschen diesen Planeten, unser einziges Zuhause, immer mehr zerstören. Der Song ist zwar durch und durch eine Sonata-typische Ballade, getragen von sehr dezenter Percussion, verziert von Piano-Akzenten und mit einem eingängigen Refrain, hat aber eine ganz eigene Charakteristik und spezielle Atmosphäre, die Elemente aus den oben genannten Balladen und "They Follow", dem Bonustrack von "Unia", beinhaltet.

Und kaum hat man die Freude über diese Rückkehr zu alten Tugenden ein wenig verarbeitet, kommt "Till Death's Done Us Apart" daher und zeigt mit dem düster-beschwörenden, leicht verrückten und hin und wieder agressiven Gesang Tonys, womit wir es hier zu tun haben: Hier wird die bekannte Stalker-Story aus "Caleb", "Juliet" und "Don't Say a Word" fortgesetzt. Beginnt der Song noch sehr erzählerisch, so entwickelt er sich schnell zu einem Geschenk an Fans von "Wildfire", "Ain't Your Fairytale" oder den schnelleren Passagen aus "White Pearl, Black Oceans". Und zu keiner Sekunde wirkt dieser Stil auch nur ansatzweise aufgesetzt. Ganz im Gegenteil: Tony und die Jungs sind so sehr in ihrem Element, dass es eine schiere Freude ist! Auch hier hat man einige dynamischere Passagen, die Fans von "Unia" und "The Days of Grays" sehr begrüßen werden, doch die eingängige Grund-Melodie und der sehr starke Ohrwurm-Refrain halten den Song zu jeder Zeit in einer "Wildfire"-ähnlichen Struktur. Ein mehr als würdiger Eintrag in Calebs Stalker-Tagebuch.

"Among the Shooting Stars" ist dagegen schon etwas sehr eigenes. Dieser Wolf-Song vereint sehr ruhige, Piano-verzierte Momente mit der Atmosphäre der ruhigeren "Unia"- und "Days of Grays"-Passagen (zum Beispiel aus "Juliet", "For the Sake of Revenge" oder "The Worlds Forgotten, the Words Forbidden") in einem sehr symphonischen und opulenten Gewand. Immer wieder gibt es Momente, in denen die Musik pausiert und nur Tonys Stimme zu hören ist. Besonders im (an "Tallulah" UND "Broken" erinnernden) Refrain schafft es Tony, das "Leiden" im Wort "Leidenschaft" perfekt darzustellen. Wenn es EINEN Song gibt, der sowohl Fans der "alten Sonata" als auch Fans der "Unia"/"Days of Grays"-Phase gleichermaßen zu erfreuen, dann ist es eindeutig diese Ballade. "Among the Shooting Stars" wird uns Sonata-Fans sicherlich noch Jahre begleiten.

Viele haben daran gezweifelt, dass Sonata diese typischen High-Speed-Melodic-Power-Metal-Songs à la "Misplaced", "Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited" oder "Victoria's Secret" drauf haben. Diese Zweifler werden mit "Rise a Night" mit Leichtigkeit eines Besseren belehrt. Hier haben wir einen unaufhörlichen Keyboard-Teppich, kombiniert mit frenetischem Drumming und tollen Gitarren/Keyboard-Soli, die stark an das "Silence"-Album erinnern. Was zuletzt in "Running Lights" (von "Pariah's Child") und dem "Days of Grays"-Bonustrack "Nothing More" angedeutet wurde, wird hier konsequent zur Perfektion gebracht.

"Fly, Navigate, Communicate" ist ein Song, bei dem ich Schwierigkeiten habe, in Worte zu fassen, wie sehr er mich als Sonata-Fan begeistert. Er ist eine Kombination aus allem, das man in den letzten 16 Jahren an Sonata Arctica geliebt hat. So erinnert balladeske Anfang an die typische "Silence"-Atmosphäre (zum Beispiel aus "Sing in Silence" oder dem gesprochenen Intro "Of Silence"), geht dann in eine melancholisch-leidenschaftliche Grund-Stimmung aus Songs wie "The Boy Who Wanted to Be a Real Puppet" über und steigert sich dann in den genialen Refrain, der mit jedem der drei Worte "Fly", "Navigate" und "Communicate" an Intensität des Gesangs und an Geschwindigkeit zunimmt. Und gerade wenn man gedacht hat, man hätte das ruhige Schema des Songs durchschaut, wird das Gaspedal im letzten Drittel in einem göttlichen Keyboard/Gitarren-Solo zu Tonys triumphalem Schrei durchgetreten. Ein absoluter Euphorie-Schub, der Sonata-Fans beinah fassungslos zurücklässt.

So wie auch das "Silence"-Album gleich mehrere ergreifende Halbballaden hatte, hat man auf "The Ninth Hour" ebenfalls, neben "We Are What We Are", einen weiteren Anwärter auf den Balladen-Thron: "Candle Lawns" ist das, was herauskommen würde, wenn man "Shamandalie" mit "Tallulah" kreuzen, und das Endergebnis noch etwas ausschmücken würde. Wenn bislang noch Zweifel daran bestanden, dass wir mit dem neuen Album tatsächlich ein "gutes altes Sonata-Album" bekommen würden, dann sind diese Zweifel nun vollends verschwunden. Man fühlt sich regelrecht in die alte "Silence"-Zeit zurückversetzt – einfach schön.

Als "The Ninth Hour" angekündigt wurde, waren die meisten Fans gleichzeitig sehr aufgeregt und höchst kritisch, weil damit ein Nachfolger zu "White Pearl, Black Oceans" angekündigt wurde. Viele Fans mochten die beiden Nachfolge-Songs zu "Wildfire", welche auf dem "Stones Grow Her Name"-Album enthalten waren, nicht sonderlich. Doch "White Pearl, Black Oceans - Part II: By the Grace of the Ocean" macht glücklicherweise alles richtig. Der Song hat eine völlig eigene Melodie, ist also nie eine Kopie von Teil 1. Er ist aber durchzogen von Rückblick-Momenten, in denen der Refrain aus Teil 1 (entweder als Piano-Melodie oder mit Hintergrund-Streichern) wieder aufgegriffen wird. Ein Song, der perfekt ist, um darin vollkommen zu versinken. Ab der Hälfte wird die Ballade zu einem rhythmischen Midtempo-Song, entfaltet direkt seine epische "Piraten-Atmosphäre" und steigert sich dann in Vollgas-Gitarren/Keyboard-Passagen, nur um später wieder zur ruhigen Atmosphäre zurückzukehren. Sicherlich braucht man ein bißchen Zeit, um den gesamten 10-Minuten-Song zu durchschauen (und es gibt wirklich EINIGES zu entdecken), aber zu keiner Zeit wirkt der Song überladen oder kompliziert. Eher haben wir es musikalisch mit einer Mischung aus dem ersten Teil von "White Pearl, Black Oceans" und dem "Unia"-Bonustrack "They Follow" zu tun – vermischt mit der Magie aus den ruhigsten Erzähl-Passagen von "Deathaura" von "The Days of Grays". Immer wieder präsentiert Tony eine Theatralik im Gesang, die man höchstens in "Larger Than Life" auf "Pariah's Child" schon einmal gehört hat – aber in purer Melancholie – während die Erzählstruktur genau das ist, was man sich von einem Nachfolger wünscht. Und wenn der Song vorbei ist, hat man das Gefühl, etwas Großes erlebt zu haben.

Der letzte reguläre Track des Albums heißt "On the Faultline (Closure to an Animal)" und ist eine sehr ruhige Variante des Openers "Closer to an Animal" mit abgeändertem Text. Von melancholischem Piano getragen, wirkt der Song in dieser Version wie eine sehr reflektierende Ballade – und das nicht ohne Grund: Ist der Song doch der Rückblick auf das eigene Leben. So wird der Kreis des Albums perfekt geschlossen. Leute, die "Closer to an Animal" vielleicht nicht so mochten, werden diese Variante sicherlich dennoch mögen. Als tragische Ballade funktioniert das Stück einfach perfekt.

Dazu gibt es noch den Bonus-Track "Run to You", welcher eine Cover-Version des berühmten Bryan Adams-Songs von 1984 ist. Und wer den Bonus-Cover-Track auf "Ecliptica Revisited" von Genesis' "I Can't Dance" gehört hat, weiß genau, was er hier zu erwarten hat: Tony, der einfach nur Spaß hat, den Rock-Klassiker mit Augenzwinkern und lässiger Attitüde zum Besten zu geben. Wer jedoch mit 80er-Covers nichts anfangen kann, der wird auch von Sonatas Variante von "Run to You" nicht überzeugt werden. Ich persönlich finde die Version ganz witzig – sie macht einfach Spaß.

Alles in allem ist "The Ninth Hour" genau das, worauf viele Sonata-Fans lange warten mussten. Sonata Arctica haben ihre Ankündigung, zu alten Tugenden zurückzukehren, in einem so vollständigen Maße wahr gemacht, dass es nun ENDLICH keine zwiegespaltene Diskussion über den Stil der Band mehr geben wird. "The Ninth Hour" ist, wie schon zuvor gesagt, einfach ein wunderschönes Geschenk an die Fans. Und das glücklicherweise nicht irgendwie aufgesetzt, künstlich oder "fabriziert", sondern tatsächlich mit Leidenschaft, Spielfreude und Hingabe. Der Anfang des Albums mag noch ein wenig holprig sein, doch spätestens nach den beiden Vorab-Songs (die man jedoch ebenfalls recht schnell ins Herz schließen kann), steht eindeutig fest: DIESES Album wird definitiv eine laaaaange lange Zeit im CD-Player rotieren. Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu genießen und so viel euphorisierende Sonata-Energie, dass sich Fans weltweit endlich wieder einig sein können:

"It truly makes the most beautiful music."

Danke, Sonata Arctica.


The Ninth Hour
The Ninth Hour
Preis: EUR 5,99

44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die große Rückkehr, 7. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: The Ninth Hour (Audio CD)
Seit ihrem vierten Album "Reckoning Night" – allerspätestens aber seit "Unia" – wurden Sonata Arctica mit jedem Release recht unvorhersehbar. Während die erste Album-Trilogie ("Ecliptica", "Silence" und "Winterheart's Guild") recht üblichen Melodic Power Metal-Strukturen folgte, jedoch stets mit einem unglaublichen Feingefühl für tolle Melodien überzeugen konnte, so geriet die Band anschließend Stück für Stück in immer progressivere, symphonischere und anspruchsvollere Sphären. Viele Fans schreckte diese Entwicklung ab, während viele andere Fans gerade die Opulenz und den ausgefeilten Detail-Reichtum von "Unia" und "The Days of Grays" bis heute in hohen Tönen loben und diese Alben als Meisterwerke betrachten. Nach einem kurzen Ausflug in etwas simplere, rockigere Gefilde mit "Stones Grow Her Name" (ohne jedoch von Sonata-typischen Elementen abzulassen), setzte die Band mit dem letzten Album "Pariah's Child" ein Zeichen. Nicht nur musikalisch ging es wieder zurück zu längst vergessenen Power-Metal-Pfaden im Stile von "Winterheart's Guild" (in Kombination mit einem Hauch "Stones Grow Her Name"-Feeling) – auch optisch wurde durch die Wiedereinführung des alten Band-Logos klargestellt: Wir befinden uns wieder auf dem Weg früherer Alben.

Während dieser Weg bei "Pariah's Child" noch etwas holprig wirkte, schafft es das neue Album "The Ninth Hour" endlich lückenlos, das gute alte Sonata-Feeling wieder aufleben zu lassen und zeigt ganz klar, dass Sonata Arctica diesen Stil noch immer beherrschen, wie keine andere Band es je so charakteristisch könnte. "The Ninth Hour" ist dennoch keine müde Kopie – ganz im Gegenteil: Dieses Album klingt wie ein sehr ideenreicher DIREKTER Nachfolger zu "Reckoning Night". Ich persönlich liebe "Unia" und halte es für ein absolutes Meisterwerk, ABER: Hätten Sonata Arctica "The Ninth Hour" 2006 oder 2007 veröffentlicht, hätte sich nie ein Fan der alten Alben über die Entwicklung der Band beschwert. So wie "Silence" die logische Weiterentwicklung von "Ecliptica" war, so ist "The Ninth Hour" die logische Weiterentwicklung von "Reckoning Night" und "Winterheart's Guild". Kurz gesagt: Voll und ganz Sonata Arctica, wie wir sie kennen und lieben.

Klar, "Closer to an Animal" ist auf jeden Fall ein sehr gewagter und unkonventioneller Opener für ein Sonata-Album, denn so erzählerisch, nachdenklich und ruhig sind Eröffnungs-Songs eigentlich nicht, aber nach mehrmaligem Hören bleiben die zwei hauptsächlichen Melodylines des Songs im Kopf hängen – und besonders in späteren Durchläufen hat er seinen ganz speziellen Reiz. Auch der zweite Song, der schon vorab veröffentlicht wurde, "Life", entfaltet noch nicht so ganz die mitreissende Energie, die man sich von einem Sonata Arctica-Song eigentlich wünschen würde. Doch Tonys sehr emotionaler Gesang und der (wortwörtliche) "Lalala"-Refrain schaffen es nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, eine absolute Wohlfühl-Stimmung zu verbreiten. Tonys Vorhaben, endlich mal einen hundertprozentig positiven Song über das Leben zu schreiben, ist definitiv geglückt.

Doch ab Song Nummer 3 ist es endlich wieder da: Das gute alte Sonata-Feeling, das vielen von uns sicherlich fehlte. "Fairytale" erinnert nach seinem kurzem Keyboard-Intro direkt an "Silver Tongue" von "Winterheart's Guild". Und alles ist da, was man sich von einem Sonata Arctica-Song wünschen kann: Die einzigartige Melodie, der Mitsing-Refrain, der sarkastisch-enttarnende Unterton – und lyrische Perlen wie "vote 'Yes' for the global warming", "hip hip hooray" oder "one ring to rule them all, who's paying, where's Waldo?" werfen den Zuhörer glatt zurück in Tricky-Beans-Zeiten. Glücklicherweise wirkt der Song dennoch nicht albern, sondern wendet die Kitsch-Gefahr gekonnt ab – mit einer leicht melancholischen Bridge und späteren, etwas abgedrehteren Passagen in den Strophen, die ein wenig an "Unia" erinnern. Diese Passagen werden dann aber auch wieder vom Ohrwurm-Refrain abgelöst, sodass man nie Gefahr läuft, auszuufern.

Fehlen euch schon länger die wunderschönen Power-Balladen, die Sonata Arctica damals so ausgezeichnet haben? Einzigartige Stücke wie "Tallulah", "Letter to Dana" oder "Last Drop Falls"? Und liebt ihr die Piano-Passagen in alten Sonata-Songs? Dann wird euch "We Are What We Are" all das geben, das in den letzten Jahren einfach ein bißchen gefehlt hat. Das eineinhalb-minütige Intro aus melancholischen Flöten erinnert glatt ein bißchen an Nightwish, bevor Tony sanft zu singen beginnt. Thematisch steht allerdings keine Herzensdame im Mittelpunkt, sondern das Konzept, welches "The Ninth Hour" wie ein roter Faden durchzieht: Die Tatsache, dass wir Menschen diesen Planeten, unser einziges Zuhause, immer mehr zerstören. Der Song ist zwar durch und durch eine Sonata-typische Ballade, getragen von sehr dezenter Percussion, verziert von Piano-Akzenten und mit einem eingängigen Refrain, hat aber eine ganz eigene Charakteristik und spezielle Atmosphäre, die Elemente aus den oben genannten Balladen und "They Follow", dem Bonustrack von "Unia", beinhaltet.

Und kaum hat man die Freude über diese Rückkehr zu alten Tugenden ein wenig verarbeitet, kommt "Till Death's Done Us Apart" daher und zeigt mit dem düster-beschwörenden, leicht verrückten und hin und wieder agressiven Gesang Tonys, womit wir es hier zu tun haben: Hier wird die bekannte Stalker-Story aus "Caleb", "Juliet" und "Don't Say a Word" fortgesetzt. Beginnt der Song noch sehr erzählerisch, so entwickelt er sich schnell zu einem Geschenk an Fans von "Wildfire", "Ain't Your Fairytale" oder den schnelleren Passagen aus "White Pearl, Black Oceans". Und zu keiner Sekunde wirkt dieser Stil auch nur ansatzweise aufgesetzt. Ganz im Gegenteil: Tony und die Jungs sind so sehr in ihrem Element, dass es eine schiere Freude ist! Auch hier hat man einige dynamischere Passagen, die Fans von "Unia" und "The Days of Grays" sehr begrüßen werden, doch die eingängige Grund-Melodie und der sehr starke Ohrwurm-Refrain halten den Song zu jeder Zeit in einer "Wildfire"-ähnlichen Struktur. Ein mehr als würdiger Eintrag in Calebs Stalker-Tagebuch.

"Among the Shooting Stars" ist dagegen schon etwas sehr eigenes. Dieser Wolf-Song vereint sehr ruhige, Piano-verzierte Momente mit der Atmosphäre der ruhigeren "Unia"- und "Days of Grays"-Passagen (zum Beispiel aus "Juliet", "For the Sake of Revenge" oder "The Worlds Forgotten, the Words Forbidden") in einem sehr symphonischen und opulenten Gewand. Immer wieder gibt es Momente, in denen die Musik pausiert und nur Tonys Stimme zu hören ist. Besonders im (an "Tallulah" UND "Broken" erinnernden) Refrain schafft es Tony, das "Leiden" im Wort "Leidenschaft" perfekt darzustellen. Wenn es EINEN Song gibt, der sowohl Fans der "alten Sonata" als auch Fans der "Unia"/"Days of Grays"-Phase gleichermaßen zu erfreuen, dann ist es eindeutig diese Ballade. "Among the Shooting Stars" wird uns Sonata-Fans sicherlich noch Jahre begleiten.

Viele haben daran gezweifelt, dass Sonata diese typischen High-Speed-Melodic-Power-Metal-Songs à la "Misplaced", "Abandoned, Pleased, Brainwashed, Exploited" oder "Victoria's Secret" drauf haben. Diese Zweifler werden mit "Rise a Night" mit Leichtigkeit eines Besseren belehrt. Hier haben wir einen unaufhörlichen Keyboard-Teppich, kombiniert mit frenetischem Drumming und tollen Gitarren/Keyboard-Soli, die stark an das "Silence"-Album erinnern. Was zuletzt in "Running Lights" (von "Pariah's Child") und dem "Days of Grays"-Bonustrack "Nothing More" angedeutet wurde, wird hier konsequent zur Perfektion gebracht.

"Fly, Navigate, Communicate" ist ein Song, bei dem ich Schwierigkeiten habe, in Worte zu fassen, wie sehr er mich als Sonata-Fan begeistert. Er ist eine Kombination aus allem, das man in den letzten 16 Jahren an Sonata Arctica geliebt hat. So erinnert balladeske Anfang an die typische "Silence"-Atmosphäre (zum Beispiel aus "Sing in Silence" oder dem gesprochenen Intro "Of Silence"), geht dann in eine melancholisch-leidenschaftliche Grund-Stimmung aus Songs wie "The Boy Who Wanted to Be a Real Puppet" über und steigert sich dann in den genialen Refrain, der mit jedem der drei Worte "Fly", "Navigate" und "Communicate" an Intensität des Gesangs und an Geschwindigkeit zunimmt. Und gerade wenn man gedacht hat, man hätte das ruhige Schema des Songs durchschaut, wird das Gaspedal im letzten Drittel in einem göttlichen Keyboard/Gitarren-Solo zu Tonys triumphalem Schrei durchgetreten. Ein absoluter Euphorie-Schub, der Sonata-Fans beinah fassungslos zurücklässt.

So wie auch das "Silence"-Album gleich mehrere ergreifende Halbballaden hatte, hat man auf "The Ninth Hour" ebenfalls, neben "We Are What We Are", einen weiteren Anwärter auf den Balladen-Thron: "Candle Lawns" ist das, was herauskommen würde, wenn man "Shamandalie" mit "Tallulah" kreuzen, und das Endergebnis noch etwas ausschmücken würde. Wenn bislang noch Zweifel daran bestanden, dass wir mit dem neuen Album tatsächlich ein "gutes altes Sonata-Album" bekommen würden, dann sind diese Zweifel nun vollends verschwunden. Man fühlt sich regelrecht in die alte "Silence"-Zeit zurückversetzt – einfach schön.

Als "The Ninth Hour" angekündigt wurde, waren die meisten Fans gleichzeitig sehr aufgeregt und höchst kritisch, weil damit ein Nachfolger zu "White Pearl, Black Oceans" angekündigt wurde. Viele Fans mochten die beiden Nachfolge-Songs zu "Wildfire", welche auf dem "Stones Grow Her Name"-Album enthalten waren, nicht sonderlich. Doch "White Pearl, Black Oceans - Part II: By the Grace of the Ocean" macht glücklicherweise alles richtig. Der Song hat eine völlig eigene Melodie, ist also nie eine Kopie von Teil 1. Er ist aber durchzogen von Rückblick-Momenten, in denen der Refrain aus Teil 1 (entweder als Piano-Melodie oder mit Hintergrund-Streichern) wieder aufgegriffen wird. Ein Song, der perfekt ist, um darin vollkommen zu versinken. Ab der Hälfte wird die Ballade zu einem rhythmischen Midtempo-Song, entfaltet direkt seine epische "Piraten-Atmosphäre" und steigert sich dann in Vollgas-Gitarren/Keyboard-Passagen, nur um später wieder zur ruhigen Atmosphäre zurückzukehren. Sicherlich braucht man ein bißchen Zeit, um den gesamten 10-Minuten-Song zu durchschauen (und es gibt wirklich EINIGES zu entdecken), aber zu keiner Zeit wirkt der Song überladen oder kompliziert. Eher haben wir es musikalisch mit einer Mischung aus dem ersten Teil von "White Pearl, Black Oceans" und dem "Unia"-Bonustrack "They Follow" zu tun – vermischt mit der Magie aus den ruhigsten Erzähl-Passagen von "Deathaura" von "The Days of Grays". Immer wieder präsentiert Tony eine Theatralik im Gesang, die man höchstens in "Larger Than Life" auf "Pariah's Child" schon einmal gehört hat – aber in purer Melancholie – während die Erzählstruktur genau das ist, was man sich von einem Nachfolger wünscht. Und wenn der Song vorbei ist, hat man das Gefühl, etwas Großes erlebt zu haben.

Der letzte reguläre Track des Albums heißt "On the Faultline (Closure to an Animal)" und ist eine sehr ruhige Variante des Openers "Closer to an Animal" mit abgeändertem Text. Von melancholischem Piano getragen, wirkt der Song in dieser Version wie eine sehr reflektierende Ballade – und das nicht ohne Grund: Ist der Song doch der Rückblick auf das eigene Leben. So wird der Kreis des Albums perfekt geschlossen. Leute, die "Closer to an Animal" vielleicht nicht so mochten, werden diese Variante sicherlich dennoch mögen. Als tragische Ballade funktioniert das Stück einfach perfekt.

Dazu gibt es noch den Bonus-Track "Run to You", welcher eine Cover-Version des berühmten Bryan Adams-Songs von 1984 ist. Und wer den Bonus-Cover-Track auf "Ecliptica Revisited" von Genesis' "I Can't Dance" gehört hat, weiß genau, was er hier zu erwarten hat: Tony, der einfach nur Spaß hat, den Rock-Klassiker mit Augenzwinkern und lässiger Attitüde zum Besten zu geben. Wer jedoch mit 80er-Covers nichts anfangen kann, der wird auch von Sonatas Variante von "Run to You" nicht überzeugt werden. Ich persönlich finde die Version ganz witzig – sie macht einfach Spaß.

Alles in allem ist "The Ninth Hour" genau das, worauf viele Sonata-Fans lange warten mussten. Sonata Arctica haben ihre Ankündigung, zu alten Tugenden zurückzukehren, in einem so vollständigen Maße wahr gemacht, dass es nun ENDLICH keine zwiegespaltene Diskussion über den Stil der Band mehr geben wird. "The Ninth Hour" ist, wie schon zuvor gesagt, einfach ein wunderschönes Geschenk an die Fans. Und das glücklicherweise nicht irgendwie aufgesetzt, künstlich oder "fabriziert", sondern tatsächlich mit Leidenschaft, Spielfreude und Hingabe. Der Anfang des Albums mag noch ein wenig holprig sein, doch spätestens nach den beiden Vorab-Songs (die man jedoch ebenfalls recht schnell ins Herz schließen kann), steht eindeutig fest: DIESES Album wird definitiv eine laaaaange lange Zeit im CD-Player rotieren. Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu genießen und so viel euphorisierende Sonata-Energie, dass sich Fans weltweit endlich wieder einig sein können:

"It truly makes the most beautiful music."

Danke, Sonata Arctica.
Kommentar Kommentare (15) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2017 10:25 AM MEST


Dog Mendonça & Pizza Boy: The interactive Adventures (PC)
Dog Mendonça & Pizza Boy: The interactive Adventures (PC)

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser Ersteindruck!, 5. März 2016
Länge:: 18:01 Minuten

Seit Ewigkeiten bin ich nun Fan und Sammler von guten Point & Click Adventures, wie vermutlich die meisten Gamer, die Mitte der 90er mit den Spielen von LucasArts, Sierra & Co. aufgewachsen sind. Und hier haben wir es nun mit einem brandneuen Comic-Adventure zu tun, welches endlich auch einmal diesen Titel verdient. Das Flair eines interaktiven Comics vermischt mit einem extrem aufwändig und liebevoll gezeichneten Adventure der Marke "The Curse of Monkey Island" - ein absoluter Traum für den geneigten Fan.

"Dog Mendonça & Pizza Boy" basiert auf der gleichnamigen Comic-Trilogie von Fil­ipe Melo (Story) und Juan Cavia (Zeichnungen), die im Dark Horse-Verlag veröffentlicht wurden - doch keine Angst: Um das Adventure genießen zu können, braucht man praktisch keine Vorkenntnisse, da alle erdenklichen Hintergründe im Spiel erklärt werden, und das ziemlich gut in den Spielfluss eingebaut.

Das Spiel lässt sich mit englischer oder deutscher Sprachausgabe und einer von 7 verschiedenen Textsprachen (Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch oder Russisch) spielen. Ich bin eigentlich jemand, der Filme, Serien und Spiele lieber im Originalton (hier Englisch) bevorzugt, aber die deutsche Sprachausgabe ist hier einwandfrei gelungen! Die Sprecher sind spitze!

Ich habe euch hier ein ca. 18-minütiges Video hochgeladen, in dem ihr euch die komplett deutsche Fassung schonmal ein bißchen anschauen könnt. Vom Hauptmenü mit den Einstellungsmöglichkeiten, über das Intro, bis zu der ersten Viertelstunde des Gameplays. Viel mehr habe ich mir persönlich auch noch nicht angeschaut, wollte euch aber, damit schonmal einen Eindruck vom Spiel bekommt, unbedingt dieses Video hochladen. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten, so richtig in das Spiel einzutauchen. Die Charaktere sind cool und einzigartig, die Hintergrundzeichnungen und Animationen sehen grandios aus und die Musik schafft eine richtig geniale Detektiv-Story-Atmosphäre.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Schauen! :)


Star Wars Battlefront - [PC]
Star Wars Battlefront - [PC]
Wird angeboten von ak trade
Preis: EUR 18,99

28 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das EA-Phänomen..., 14. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Star Wars Battlefront - [PC] (Computerspiel)
Tja, so läuft das eben mit EA. Seit Jahren zerstört deren Einstellung zur Spiele-Industrie kleinere Firmen. Westwood, Bullfrog, Origin Systems, Maxis, und und und. Firmen, die absoluten Kultstatus besaßen, deren Spiele man vor EA-Übernahme *BLIND* kaufen konnte! Haben dort seit der Übernahme absoluten Rotz rausgepresst, bis es bei den Studios selbst zu einem unrühmlichen Ende kam.

Seit Jahren gibt's bei EA nur noch Fließbandprouktion von Dingen, die deren Finanzabteilung als "gut zu vermarkten" bewertet. Wenn man denen mit Sachen wie "Fan Community", "Features, die Spieler wollen", "Image eines Franchises oder einer Lizenz" oder "Kundenzufriedenheit" kommt, dann wird das doch nur ignoriert. Es geht nur um eins - und *NUR* um diese eine Maxime: Markttauglichkeit. Massenzugänglichkeit. Geld. Da wird eine Kosten- und Einnahmen-Rechnung gemacht, schweineteure Render-Videos mit manipulativer Bildsprache und Musik erstellt und verbreitet. Vermarktung eben. Und die breite Masse durchschaut's noch immer nicht. Nichtmal nach so Sachen wie dem Dungeon Keeper Mobile-Fiasko.

Es häufen sich überall Negativ-Rezensionen, an jeder Ecke wird über EA geschimpft, sie wurden ja sogar *ZWEIMAL* als Amerikas schlechteste Firma nominiert. UND DENNOCH: Fragt man den Otto-Normal-Gamer da draußen, hat der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aktuelle EA-Titel in seinem Spielefundus. Sei es nun irgendein Fifa, irgendeinen anderen EA Sports-Titel, irgendein Battlefield, irgendein Medal of Honor.

Nützt also alles nichts.

Posts, wie diesen hier von mir, gibt es im Internet überall zuhauf. Keiner hört drauf. Jeder kauft.

Und so wird auch dieses neue, dürftige, lieblos dahingeklatschte Spiel eine riesige Zahl stumpf kaufender User bekommen, die dann auch noch am Releasetag des Spiels einen DLC-Pass kaufen, der ungefähr so teuer ist wie das Hauptspiel und mit dem man eine Handvoll Maps und sonstige Zusätze bekommt, die EA extra vorher aus dem Spiel entfernt hat, um doppelt Kohle einzustreichen. User, die natürlich beidem (dem Hauptspiel und dem DLC-Pass) 5-Sterne-Bewertungen geben.

Herzlichen Glückwunsch, EA.
Ihr habt's wieder mal geschafft.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2017 9:01 AM MEST


Star Wars: Battlefront - Season Pass [Spielerweiterung] [PC Code - Origin]
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Preis: EUR 5,00

43 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das EA-Phänomen..., 10. Dezember 2015
Tja, so läuft das eben mit EA. Seit Jahren zerstört deren Einstellung zur Spiele-Industrie kleinere Firmen. Westwood, Bullfrog, Origin Systems, Maxis, und und und. Firmen, die absoluten Kultstatus besaßen, deren Spiele man vor EA-Übernahme *BLIND* kaufen konnte! Haben dort seit der Übernahme absoluten Rotz rausgepresst, bis es bei den Studios selbst zu einem unrühmlichen Ende kam.

Seit Jahren gibt's bei EA nur noch Fließbandprouktion von Dingen, die deren Finanzabteilung als "gut zu vermarkten" bewertet. Wenn man denen mit Sachen wie "Fan Community", "Features, die Spieler wollen", "Image eines Franchises oder einer Lizenz" oder "Kundenzufriedenheit" kommt, dann wird das doch nur ignoriert. Es geht nur um eins - und *NUR* um diese eine Maxime: Markttauglichkeit. Massenzugänglichkeit. Geld. Da wird eine Kosten- und Einnahmen-Rechnung gemacht, schweineteure Render-Videos mit manipulativer Bildsprache und Musik erstellt und verbreitet. Vermarktung eben. Und die breite Masse durchschaut's noch immer nicht. Nichtmal nach so Sachen wie dem Dungeon Keeper Mobile-Fiasko.

Es häufen sich überall Negativ-Rezensionen, an jeder Ecke wird über EA geschimpft, sie wurden ja sogar *ZWEIMAL* als Amerikas schlechteste Firma nominiert. UND DENNOCH: Fragt man den Otto-Normal-Gamer da draußen, hat der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aktuelle EA-Titel in seinem Spielefundus. Sei es nun irgendein Fifa, irgendeinen anderen EA Sports-Titel, irgendein Battlefield, irgendein Medal of Honor.

Nützt also alles nichts.

Posts, wie diesen hier von mir, gibt es im Internet überall zuhauf. Keiner hört drauf. Jeder kauft.

Und so wird auch dieses neue, dürftige, lieblos dahingeklatschte Spiel eine riesige Zahl stumpf kaufender User bekommen, die dann auch noch am Releasetag des Spiels einen DLC-Pass kaufen, der ungefähr so teuer ist wie das Hauptspiel und mit dem man eine Handvoll Maps und sonstige Zusätze bekommt, die EA extra vorher aus dem Spiel entfernt hat, um doppelt Kohle einzustreichen. Und die natürlich beidem (dem Hauptspiel und dem DLC-Pass) 5-Sterne-Bewertungen geben.

Herzlichen Glückwunsch, EA.
Ihr habt's wieder mal geschafft.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 31, 2015 4:30 PM CET


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61 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das EA-Phänomen..., 10. Dezember 2015
Tja, so läuft das eben mit EA. Seit Jahren zerstört deren Einstellung zur Spiele-Industrie kleinere Firmen. Westwood, Bullfrog, Origin Systems, Maxis, und und und. Firmen, die absoluten Kultstatus besaßen, deren Spiele man vor EA-Übernahme *BLIND* kaufen konnte! Haben dort seit der Übernahme absoluten Rotz rausgepresst, bis es bei den Studios selbst zu einem unrühmlichen Ende kam.

Seit Jahren gibt's bei EA nur noch Fließbandprouktion von Dingen, die deren Finanzabteilung als "gut zu vermarkten" bewertet. Wenn man denen mit Sachen wie "Fan Community", "Features, die Spieler wollen", "Image eines Franchises oder einer Lizenz" oder "Kundenzufriedenheit" kommt, dann wird das doch nur ignoriert. Es geht nur um eins - und *NUR* um diese eine Maxime: Markttauglichkeit. Massenzugänglichkeit. Geld. Da wird eine Kosten- und Einnahmen-Rechnung gemacht, schweineteure Render-Videos mit manipulativer Bildsprache und Musik erstellt und verbreitet. Vermarktung eben. Und die breite Masse durchschaut's noch immer nicht. Nichtmal nach so Sachen wie dem Dungeon Keeper Mobile-Fiasko.

Es häufen sich überall Negativ-Rezensionen, an jeder Ecke wird über EA geschimpft, sie wurden ja sogar *ZWEIMAL* als Amerikas schlechteste Firma nominiert. UND DENNOCH: Fragt man den Otto-Normal-Gamer da draußen, hat der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aktuelle EA-Titel in seinem Spielefundus. Sei es nun irgendein Fifa, irgendeinen anderen EA Sports-Titel, irgendein Battlefield, irgendein Medal of Honor.

Nützt also alles nichts.

Posts, wie diesen hier von mir, gibt es im Internet überall zuhauf. Keiner hört drauf. Jeder kauft.

Und so wird auch dieses neue, dürftige, lieblos dahingeklatschte Spiel eine riesige Zahl stumpf kaufender User bekommen, die dann auch noch am Releasetag des Spiels einen DLC-Pass kaufen, der ungefähr so teuer ist wie das Hauptspiel und mit dem man eine Handvoll Maps und sonstige Zusätze bekommt, die EA extra vorher aus dem Spiel entfernt hat, um doppelt Kohle einzustreichen. Und die natürlich beidem (dem Hauptspiel und dem DLC-Pass) 5-Sterne-Bewertungen geben.

Herzlichen Glückwunsch, EA.
Ihr habt's wieder mal geschafft.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2015 2:56 PM CET


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