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Rezensionen verfasst von
W. Ormy

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Only God Forgives (Uncut) [3D Blu-ray + 2D Version]
Only God Forgives (Uncut) [3D Blu-ray + 2D Version]
DVD ~ Ryan Gosling
Preis: EUR 9,97

6 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bloody Oedipus, 29. Juli 2013
Vor ein paar Jahren brachte Nicolas Cage einen mittelmäßigen Action-Rotlicht-Film namens “Bangkok Dangerous“ heraus, nun traut Winding Refn ebenfalls an diese exotische Kulisse heran.
Der Däne, der 2011 mit “Drive“ wie aus dem Nichts kam und ein kleines Meisterwerk drehte, kann einen solchen Streifen nur zum absoluten Hochgenuss zaubern! Oder etwa nicht?

Das “Only God forgives“ bei den Filmfestspielen von Cannes ausgebuht wurde, scheint für Skandinavier in Frankreich keine große Herausforderung zu sein. Lars von Trier wird praktisch für alles was er tut ausgebuht, leider hatten die Kritiker diesmal mehr als nur Recht!
Heraus gekommen ist ein Brei aus Blut, Gewalt und Neon-Licht in Zeitlupe.
Beim besten Willen gibt es hier nur sehr wenig, was einen erfreuen, anregen oder schockieren könnte.

Eine Handlung ist faktisch nicht existent, einen roten Pfaden sucht man vergebens, interessante Charaktere, Dialoge oder eine Botschaft, ebenfalls nicht. Wenigstens aber schöne Bilder von Stanley Kubricks ehemaligen Kamera-Mannes Larry Smith.

Ryan Gosling der den ruhigen, aber gefährlichen Fahrer in “Drive“ verkörperte, wird hier zu einer Karikatur seiner Rolle.
Nun läuft er ununterbrochen mit einem verträumten Blick durch die Gegend und ist ein stummer Sklave seiner dominanten Mutter.
Sein Lieblingshobby scheint alleine in einem Raum zu sitzen und seine Hände zu beobachten zu sein?

Sämtliche Charaktere benehmen sich nicht, wie echte Menschen. Niemand kann in vollständigen Sätzen sprechen oder ein Gefühl ausdrücken, fast als ob man Maschinen beim Schauspielern zu schauen würde.
Der wohl merkwürdigste Charakter von allen ist wohl Polizist Chang (Vithaya Pansringarm). Dieser steht für Recht und Ordnung im Milieu von Prostituierten und Drogenhändlern, ist jedoch der, der fast alle Figuren mit einem Schwert foltert, verstümmelt oder umbringt.
Wenn er dies mal nicht tut, dann singt er Pop Songs in der Karaoke Bar.
Anscheinend ist Chang sogar der heimliche Star des Filmes und lässt Gosling bei jeder Gelegenheit ganz schön alt aussehen.

Besonders das Ende, das hier nicht verraten wird, soll zum Nachdenken anregen, aber weshalb? Wir haben völlig übertriebene und nichts sagende 90 Minuten überstanden, was soll den ausstehenden Zuschauer nun fesseln, da er nie Bestandteil des Werkes, sondern nur Voyeur war?
Auch die fast schon unfreiwillig komisch wirkende Gewalt lässt einen nach einer Zeit los, da sie keine Emotionen oder Folgen auslöst (außer Rache!

“Only God forgives“ erinnert einen irgendwie an “Valhalla Rising“ (2009), wo ein einäugiger Wikinger viele Menschen abschlachtet, in einer gottlosen Welt. Hier scheint Winding diese Welt in die Moderne übertragen zu haben.

Wobei man sich mit saufenden Wikingern stärker identifizieren und mitfiebern konnte, als mit stummen Boxern, bösen Müttern oder aufschlitzenden Bullen.
So bleibt dem Zuschauer hier wörtlich nur die Rolle eines Zuschauers, da ihm keine Möglichkeit eines Verstehens von Taten, Worten oder Sinn gelassen werden.

Die schlimmste Beleidigung für einen Provokateur ist wohl zu langweilen, hier tuckert dieser im Schneckentempo und das, obwohl dieser einst richtig Drive hatte. Wirklich enttäuschend.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 1, 2013 10:17 PM MEST


World War Z [Blu-ray]
World War Z [Blu-ray]
DVD ~ Brad Pitt
Preis: EUR 8,69

89 von 149 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unterhaltung für die gesamte Familie, 12. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: World War Z [Blu-ray] (Blu-ray)
Was waren das noch für Zeiten, als die Untoten langsam und suchend durch die Straßen zogen, auf der Suche nach Beute?
In unserer hektischen und modernen Welt ist so etwas jedoch nicht mehr zeitgemäß. Wir hetzen durchs Leben, weshalb soll also der Tod langsamer sein als wir?
Nach dem “Dawn of The Dead“ (2004) die Untoten blitzschnell zu Fuß machte, musste dieses Tempo noch gesteigert werden. Nun sind diese ein Tsunami, der sogar ganze Mauern erklimmen kann!

World War Z ist mit einem geschätzten Gesamtbudget von 400 Millionen Dollar (!) der teuerste Zombiefilm aller Zeiten. Damit stellt dieser sogar Werke, wie “Titanic“ oder “Avatar“ an Produktionskosten klar in den Schatten. Deshalb wurde im Vorfeld viel über das enorme finanzielle Risiko des Filmes diskutiert, bei dem es 2008 noch einen Kampf zwischen Leonardo DiCaprio und Brad Pitt um die Hauptrolle gab. Das mehrmalige Umschreiben des Drehbuchs und über 40 nachgedrehte Filmminuten (quasi das ganze Ende) waren die Panik der Produzenten, auf einem gigantischen Schuldenberg sitzen zu bleiben.
Auch wurden die Hauptfigur stark verändert, von einem Journalisten, der die Epidemie beobachtet, wurde ein Familienvater, der völlig überrascht ist Geschehen stürzt.

Eine weitere enttäuschende Nachricht, die hartgesottene Horrorfans eher erschreckt, ist, dass der Kinofilm für ein PG-13 in Amerika geschnitten wurde. Das bedeutet, dass die Actionszenen etwas harmlos daherkommen und man keine Splatter oder Gore Szenen sehen wird.
Anders wäre der finanzielle Schaden kaum abwendbar gewesen.

Der Film beginnt mit einer (typisch) atmosphärischen Anfangssequenz, in der verschiedene Nachrichtenschnipsel zu einer bedrohlichen Collage zusammengefügt werden. Wahrscheinlich beginnt mittlerweile fast jeder Zombie-Film mit einer Nachrichten-Sequenz.
Nach dem etwas holprigen Start, wo der Horror plötzlich über die Familie herhält, verwandelt sich WWZ in einen Action-Marathon.

Regisseur Marc Forster schießt dabei ein wenig übers Ziel hinaus. Die Fluchtszenen sind teilweise mit einer sehr hektischen Wackelkamera aufgenommen und nur schwer zu erkennen. Auch die überschnellen Schnitte tragen nicht unbedingt zur Übersichtlichkeit des Geschehens bei.
Außerdem sind die Handlungssprünge in den ersten Minuten ziemlich abrupt und werfen einige Fragen auf.

Hier wird zum Beispiel übersprungen, wie es der Familie im Zombiechaos gelingt problemlos von Philadelphia nach New Jersey zu gelangen?
Der Film schludert nur so daher mit Unstimmigkeiten. Eine Szene in Israel wo die Bevölkerung anfängt zu singen, Brad Pitt erst Bescheid sagt, daß die Zombies auf Lärm reagieren, es aber da schon zu spät ist und die Stadt überrannt wird, stellte sich mir eine Frage: War die gesamte Stadt dermaßen ruhig und still, daß Gesang ausreichte eine solche Armee anzulocken?

Oder weshalb ist ein UN-Mitarbeiter der einzige Mensch auf der Welt, der diese Gefahr abwenden kann?

„Nicht ohne meine Familie!“
Ironisch dieses Zitat des Trailers, praktischen den gesamten Film kurz und knapp zusammenfasst. Brad Pitt ist Star und Produzent, deshalb wohl auch außerkonkurrenz? Dauergrinsend läuft er von Schauplatz zu Schauplatz und wirkt extrem lustlos, was sich auch auf den Zuschauer negativ auswirkt.

Zu den Schauspielern gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Wer die zentrale Hauptfigur ist, wissen wir, also dient der Rest des Casts lediglich als Stichwortgeber und geht neben dem Superstar geradezu unter. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Fokussierung auf die Nebencharaktere gewünscht, was zur atmosphärischen Dichte des Films begetragen hätte.

WWZ mag vieles sein, aber eines ist er sicher nicht – ein Horrorfilm. Er ist weder Action, Drama, noch Katastrophenfilm.
Eher eine bombastische Katastrophen-Kreuzung mit Zombies. Von der Aufmachung und Erzählweise ähnelt dieser einem Rolland Emmerich-Film (2012 oder The Day after Tomorrow). Nur, dass hier statt Tornados oder Monsterwellen, wildgewordenen Zombiemassen auf die Menschen niederprasseln.
Wenn immer es auf der Leinwand blutig zu werden scheint, schwenkt die Kamera konsequent weg, was wahre Zombiefans bitter enttäuschen wird. Mir hätte es besser gefallen, wenn man den Film konsequent für ein älteres Publikum ausgelegt hätte. So wirkt diese Mischung aus atemberaubender Action und „familienfreundlichen“ Zombies ein wenig steril.

WWZ ist Popcorn-Kino im XXL-Format und wirkt selbst gegen TV-Serien, wie “The Walking Dead“, wie ein gerupftes Hühnchen. Mittelmäßige CGI-Monster und völlig unnötige 3D-Umwandlung, machen dieses Werk nicht mehr sehenswert.

Ich selbst bin kein großer Fan des Zombie-Genres, jedoch scheint ein solcher Streifen, ohne Blut oder bildliche Gewalt, fast wie eine Parodie, zumal es am Händchen für Suspense fehlt.
Wie ein Thriller, wo man die Spannung weglässt, damit auch Kinder diesen sehen dürfen.
Die Massen- und Verfolgungsszenen sind nicht am Optimum getrickst und leider doch das Highlight des Films.
Vielleicht erscheint eine Uncut-Fassung in Zukunft auf DVD, die einen sehen lässt, was im Kino verwehrt blieb?
Kommentar Kommentare (19) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2014 7:51 PM CET


Star Trek Into Darkness
Star Trek Into Darkness
DVD ~ Chris Pine
Preis: EUR 5,99

14 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Star Trek Into BÄÄÄHM!!!, 3. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Star Trek Into Darkness (DVD)
Star Trek Into Darkness war einer der Filme, die ich mir für dieses Jahr auf meiner persönlichen “Muss-ich-unbedingt-sehen-Liste“ markiert habe.
Nun muss ich sagen, daß ich sehr gut unterhalten wurde, vieles stimmte hier, von der Umsetzung und Kulissen, bis zu guten Schauspielern, einem wirklich exzellenten Gegenspieler, ein mitreißender und absolut passender Soundtrack, mit einer Menge Action, Humor, Drama und trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack.
Weshalb?

Der 12. Teil der Reihe ist gut, aber hinterlässt einen unfertigen Eindruck. Will dieser nun Star Trek XII. oder Star Trek II. sein? Eine Neuverfilmung oder Hommage?
Er ist keines davon. Fast so, als ob man sich nicht festlegen wollte oder konnte.

Die erste Hälfte war sehr unterhaltsam und der Beginn Indiana-Jones-artig.
Der Kampf der Enterprise mit einem Vulkan, auf einem roten Dschungel-Planeten und dessen jagende Ur-Einwohner, wurden sehr fantasievoll inszeniert.

Das darauffolgende Disziplinarverfahren, wo Kirk von Pike seines Postens enthoben wurde, hatte keine wirklichen Konsequenzen.
Nach kurzer Zeit war Kirk wieder Chef seines Schiffes, jedoch weiß man nicht so recht, weshalb eigentlich?
Diese Szene lehrte uns, daß Freundschaft wichtiger ist, als an mögliche Konsequenzen zu denken.
Natürlich muss er Captain der Enterprise bleiben, da es das Gesetz der Franchise so diktiert.
Jedoch scheint diese Kirk Version (Chris Pine) tatsächlich unfähig zu sein, Befehle oder Regeln einzuhalten, trotzdem bleibt er auf seinem Stuhl sitzen und gibt Kommandos.

Nach vielen Gefahren und Explosionen, kommt der Zuschauer zum Herzstück des Films, der Offenbarung, in der sich John Harrison tatsächlich als "Kahn" outet.
Wie oft haben uns die Filmemacher und Autoren an der Nase herum geführt, ja sogar dementiert, dass Kahn im Film auftaucht!? Nur um ihn dann doch in guter Geheim-Agenten-Manier zu präsentieren.

Benedict Cumberbatch spielt seine Rolle großartig, ohne Frage. Jedoch ist seine Figur deutlich aggressiver und gemeiner als seine Paraderolle Sherlock Holmes, wo er ebenfalls durch seinen Intellekt jedem die Show stiehlt. Allerdings lässt sich Cumberbatch nicht mit Ricardo Montalban, dem Original-Kahn, vergleichen. Dieser war von Rache besessen, jedoch kein Terrorist. Er zitierte Werke der Literatur und wirkte verglichen mit Cumberbatch fast schon rational, was seine überlegene Intelligenz glaubwürdig wirken ließ.

Auch versteht man die tiefe Feindschaft zwischen Kirk und Kahn nicht, da beide hier ihren ersten gemeinsamen Auftritt haben. Es fehlt der Background, der dem Zuschauer klar macht, weshalb diese Erzfeind sind?
In der 60er Star Trek Serie versuchte Kahn Kirk dessen Schiff und Leben zu nehmen, was wiederum zum Kinofilm führte.

Der überraschende Gastauftritt von Leonard Nimoy hat mich zwar gefreut, wirkte im Vergleich zum ersten Teil aber aufgesetzt und für die Story belanglos.

Die Plot-Idee Sektion 31 aufzugreifen war sehr clever.
Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein einziger hochrangiger Admiral (Peter“RoboCop“Weller) die Entwicklung und den Bau der Dreadnaught Class zu verantworten hat, ist noch unglaubwürdiger als der Bau der Scimitar durch Shinzon in Star Trek Nemesis - und das will schon was heißen.

Wo wir beim Thema Schiff sind, völlig absurd wirkte, daß der Hangar des Dreadnaughts kilometerlang war, aber nur einen 4x4m großen Eingang besaß.

Auch ist völlig unklar, wie sich zwei Föderationsschiffe vor der Erde beschießen können, ohne das es jemanden auffällt. Selbst als die Enterprise schwerbeschädigt in die Erd-Atmosphäre eindringt, gab es niemanden der zur Hilfe eilte oder überhaupt etwas vom Geschehen bemerkte.

Es ist illusorisch das Ende des Films mit Überraschungen gespickt zu erwarten.
Ein Film zwischen zwei Teilen, die man kennt und deren logischen Ablauf man nicht in Frage stellen kann, hat kaum Optionen aus den gegebenen Grenzen heraus zu kommen.
Ganz klar kann die Enterprise-Crew nur so fort bestehen, wie man sie im in der aktuellen Zusammenstellung kennt.
Jedoch macht sie damit einige Elemente des Filmes überflüssig und wird gerade ab dem letzten drittel des Filmes in vielerlei Hinsicht gewissermaßen vorhersehbar.

Die vorherigen aufgeführten negativen Momente fallen beim ersten betrachten nicht ganz ins Gewicht, da der Zuschauer damit beschäftigt ist, die Orientierung zu behalten, bei wilden Kamera-Schwenkungen, grellen Explosionen und bei gekonnten Dialogen zu schmunzeln, daß sich die unlogischen Momente nach und nach bemerkbar machen.

Die Verhältnisse der Schauspieler und Charaktere, beziehungsweise die Balance der Leistung, hätte jedoch anders ausfallen müssen. Der Gegenspieler bot zwischenzeitlich mehr Charisma und überzeugte mit seinen Worten stärker, als die gesamte Enterprise Crew zusammen.
Man musste gerade beim ersten großen aufeinander Treffen schon fast mehr mit ihm mitfiebern,
als mit der eben besagten Crew.

Kirk ist eben noch ein junger, ehrgeiziger Captain, dem seine Crew am Herzen liegt und trotzdem planlos in den Kampf zieht und dadurch verloren wirkt.
Einzig Spock-Darsteller Zachary Quinto scheint ein ebenbürtiger Gegner für Kahn darzustellen.

Mit seinen ausufernden Actionsequenzen, der oft fehlenden Tiefe und einem quasi nicht vorhandenen Roten Pfaden, wirkt “Star Trek Into Darkness” eher wie ein zwei Stunden langer Trailer.

J.J. Abrams macht inszenatorisch einen soliden Job, muss sich aber hauptsächlich auf Zachary Quinto und Benedict Cumberbatch verlassen, ohne die der Film nur noch CGI und futuristisches Design zu bieten hätte. So bleibt ein moderner Popcorn-Blockbuster, aber nur ein durchschnittlicher Film, der mit Gene Roddenberry's Vision einer friedlichen, utopischen Zukunft nichts mehr gemeinsam hat.
Hier herrschen Krieg und Feindschaft, wahrscheinlich weil SciFi immer ein Spiegelbild der jeweiligen Zeit seiner Entstehung ist.
So gibt man dem Zuschauer, was ihm täglich umgibt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 14, 2013 12:51 PM MEST


Iron Man 3 - Steelbook [Blu-ray] [Limited Edition]
Iron Man 3 - Steelbook [Blu-ray] [Limited Edition]
DVD ~ Robert Downey Jr.
Preis: EUR 9,97

42 von 93 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen The Iron Knight Rises, 17. Mai 2013
“Iron Man 3″ ist ein weiterer Teil der vielen mal mehr und mal weniger gelungenen Marvel-Verfilmungen.
Doch dieser scheint mit der Iron-Man-Serie abzuschließen.
Es ist der schwächste Film einer ohnehin nicht allzu aufregenden Solo-Serie, die pilotengerecht verheißungsvoll mit dem sehenswerten ersten Abenteuer begann, um von zwei weitgehend planlosen, jegliche Versprechungen nicht einhaltenden Nachlegern enttäuschend fortgesetzt zu werden.

Dieser handelt natürlich wieder von Millionär, Playboy, Narzisst und Mechaniker Tony Stark.
Zwar ist die Handlung in sich geschlossen, doch es gibt einige Anspielungen an die vorhergehenden Teile. Außerdem werden die Charaktere, Gott sei Dank, nicht mehr vorgestellt.
Marvel scheint endlich statt die Entstehungsgeschichte seiner Helden zu zeigen, endlich dessen Werdegang weiterzuerzählen.

An sich ist die Geschichte eine altbewährte Standart-Actionfilm-Story.
Ein Bösewicht bedroht die Welt oder eben in diesem Fall Amerika und Iron Man ist der Einzige, der ihn aufhalten kann.
Jedoch leidet dieser unter einem Trauma von den Ereignissen aus “The Avangers“.
Dessen Panikattacken, die nie wirklich erklärt werden und auch abgesehen von angeblichen Schlafstörungen und einem Alptraum niemals Auswirkungen haben, bleiben trotz der vorbildlichen Versuche Downey Jr. substanzlos und unglaubwürdig.
(Drohender) Alkoholismus, mit den ihm eigenen Folgen, wäre zwar brisanter, auch wesentlich glaubhafter und dramatischer gewesen, als eine Beziehungskrise.

Viel unglaubwürdiger wurde die plötzliche Inkompetenz von Tony Stark.
Erst war er in der Lage einen Kampfanzug zu bauen, der ganze Armeen von Aliens bekämpfen konnte und nun viel sein neuer „Prototyp“ bei jeder Gelegenheit auseinander und hatte ununterbrochen Fehlfunktionen.
Obwohl dieser Anzug Nr. 42 war.

Auch die Kampfansage an dessen Erzfeind der Mandarin im TV und dessen Überraschung, als dieser zuschlug, war irritierend. Weder war Tony Stark vorbereitet, noch hatte er ihm etwas entgegenzusetzen. Sein Anwesen verlor er fast kampflos.

Noch viel irritierender war danach dessen Selbstfindungssuche, die durch einen kleinen Jungen getragen wurde, die in einer Ersatz-Vater-für-einen-Sohn-denn-ich-niemals-hatte-Beziehung endete.
Diese Episode steuerte nichts zur Handlung bei und lenkte vom eigentlichen Geschehen ab.
Leider baut man keine Bindung zu den Figuren auf, was wiederum der Spannung schadet.

Der Endkampf mit dessen defekten „Prototypen“ macht noch viel weniger Sinn, da ihm eine Gruppe von 50 ferngesteuerten Anzügen zur Verfügung stand. Weshalb er nicht einen davon selbst trug, sondern nur per Remote Control nutze, bleibt unklar? Auch ist es wenig heldenhaft, wenn Tony Stark sicher aus der Ferne, seine Anzüge für sich arbeiten lässt.

Für die Regie wurde der einst meistgefragteste Drehbuchautor Hollywoods engagiert, Shane Black (Leathel Weapon).
Ein Postenwechsel schien nach dem schwachen Vorgänger erst einmal keine schlechte Idee.
Nun machte er den selben Fehler, wie Regisseur Jon Favreau, er erschafft keinen wirklichen Gegner.

• Teil 1 - Jeff Brigdes wurde böse, weil er die Stark Firma ganz alleine übernehmen wollte.
• Teil 2 - Mickey Rouke saß als gemeiner Russe vorm PC und hatte nichts Wichtiges zu tun.
• Teil 3 – Guy Pearce wird Silvester 99 auf einem Dach vergessen und nimmt deshalb schreckliche Rache!
Plus Ben Kingsley in einer peinlichen Nebenrolle.

All diese Gegner haben eines gemeinsam, sie sind schwach. Gespielt von guten Schauspielen, jedoch in ihren Rollen völlig unterfordert und mit nur wenig Ähnlichkeit zur ihren basierenden Comic-Vorlagen.

Auch wirkt die Story sehr abgekuckt von “The Dark Knight Rises“. Ein zerrissener Held, isoliert von der Außenwelt, kämpft gegen Terrorismus, dann verliert er alles, muss sich selbstneuentdecken, wird für toterklärt, kehrt zurück, der Bösewicht ist in Wahrheit jemand anderes und am Ende beginnt ein neues Leben.

Wie es sich für so eine High-Budged-Produktion gehört ist an “Iron Man 3″ sonst technisch wenig auszusetzen.
Gute Effekte, schnelle Schnitte, Einsatz von 3D, stellenweise lustige Sprüche und leichte Popcorn-Unterhaltung.
Auch fühlen sich alle Nerds unter uns, hin und wieder durch Anspielungen aufs Comic-Universum geschmeichelt.

Ein netter Sommerfilm, der wenig Neues zeigt, nach Schema F funktioniert und seinen Hauptdarsteller glänzen lässt.
Da solche Streifen bekanntlich Milliarden Dollar umsetzen, können wir uns bestimmt auf noch sehr viele (unkreative) Fortsetzungen freuen!
Kommentar Kommentare (16) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 6, 2013 6:42 PM MEST


Django Unchained
Django Unchained
DVD ~ Jamie Foxx
Preis: EUR 5,99

42 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Django Overrated, 26. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Django Unchained (DVD)
Django ist der schwarze Siegfried. Seit Jahren versucht er sich und seine Geliebte Broomhilda aus den Fängen der Sklaverei zu befreien und sich den Grausamkeiten seiner Besitzer zu entziehen. Unverhoffte Hilfe erhält er durch den Kopfgeldjäger Dr. King Schultz.

Django soll ihm helfen die Verbrecher Big John, Ellis und Roger Brittle aufzuspüren, da nur er in der Lage ist diese zu identifizieren.
Schultz fühlt sich gegenüber Django verpflichtet und beginnt mit ihm die Suche nach seiner verschollenen Frau.

Die Spur führt zur Farm des Plantagenbesitzers Calvin Candie, der ein Fan von Sklavenkämpfen ist.
Hier wittert das ungleiche Duo eine Chance Broomhilda zu befreien.

Der fast schon unerträglich gehypte “Django“ weckte in mir große Erwartungen, entpuppte sich jedoch als Normalkost. “Django Unchained“ hat mich wirklich unterhalten, jedoch gegen Ende gelangweilt.
Die flachen, pseudo-intellektuellen Dialoge sind langatmig und ziehen sich.

Der Film beginnt in der ersten Stunde temporeich, flacht aber zum Ende hin deutlich ab, das liegt nicht zuletzt daran, dass er eine gute Halbestunde zu lang ist.
Die Story ist banal, jedoch teilweise spannend erzählt.

Die teils blutige Darstellung und auch die Stilistik des Films wirken durchaus interessant und die zahlreichen Gags wissen zu überzeugen.
Besonders der Kapuzen-Gag des KKK, war ein lustiges Highlight.
Das Gesamtpaket hinterlässt jedoch einen gemischten Eindruck.

Die vermeintliche Aussage zur U.S. Geschichte passt nicht und verstärkt eigentlich nur die stilistische Unentschlossenheit.
Geschichtlich relativ nahe an der Wirklichkeit, aber natürlich mit Veränderungen, die zum erzählen einer Geschichte gebraucht werden.

Seltsamerweise wurde die Siegfried Sage falsch dargestellt.
Brunhilde und Siegfried waren kein Paar oder Liebende. Er besiegte sie im Kampf, damit sie seinen König heiratete.

Dass Waltz den Oskar als "Bester Nebendarsteller" bekommen hat, ist merkwürdig, da er 2/3 des Films konkurrenzlos dominierte.
Ehr ein Hauptdarsteller.
Dr. King Schulz ist die exakt gleiche Person, wie Hans Landa aus “Inglorious Basterds“. Nur ist er diesmal kein Judenjäger, sondern Kopfgeldjäger.
Im Prinzip bekam Waltz für die selbe Rolle zwei Oscars.

Foxxs Titel-Charakter steht stets im Hintergrund und wirkte, wo er ganz auf sich allein gestellt war, etwas verloren.

Einzig Leonardo DiCaprio spielt gleichauf mit Waltz und äußerst überzeugend.
DiCaprio stellt den rassistischen, charmanten Bösewicht mit einer solchen Wucht dar, dass man ihn einfach nur verabscheuen muss.

Selbst der von Samuel L. Jackson verkörperte Chef-Sklave Stevens, war ein heimliches Juwel.
Candie und Stevens waren ein gelungenes Gegner-Duo zu den beiden Helden.

Enorm punkten kann der Film bei der beschönigenden, äußerst brutalen Darstellung der Sklaverei. Die wunderbaren Bilder des Filmes von prächtigen Südstaatenlandschaften werden grausamst gebrochen durch die menschenverachtende Behandlung der schwarzen Bevölkerung.
Brandmarkungen, Frauen auspeitschen, Schaukämpfe ohne Waffen bis zum Tod, lebendig von den Hunden fressen lassen, Bestrafung in verschlossenem Erdbunker, Folterungen, etc.

Hier manifestiert sich die humanistische Botschaft des Filmes.
Der von Waltz verkörperte Deutsche hat zwar keine Probleme, reihenweise Desperados umzulegen, aber die Sklaverei lehnt er als tiefste Barbarei ab.

Die „Gib-mir-die-Hand-Szene“ zwischen Waltz und DiCaprio, war der Höhepunkt des Filmes und hätte dessen Ende sein müssen.
Die anschließende Splatter-Schiesserei zerstörte die gesamte vorher aufgebaute Atmosphäre. Fast so, als wenn man plötzlich in einem anderen Film säße?

Von nun an wurde die Story als unnützer Ballast über Bord geworfen, weil ab jetzt das große Töten losging!

Ebenso die hundertmalige Verwendung des Schimpfwortes 'N!&&§%', ist auf Dauer abstumpfend und weder lustig, noch kritisch.

Der Film ist Meilenweit davon entfernt, ein Meisterwerk zu sein.
Gute Unterhaltung, ohne Frage, so ist Tarantinos Werk ein nerdiges, brutales, durchaus liebevolles Abenteuer mit unspektakulären geschichtlichem Verlauf,
aber auch langwieriger Zeitvertreib, ohne echte Charakterentwicklung.

Leider wird Tarantino heutzutage mit Kult, Genie oder Meister betitelt.
So das jeder der etwas auf sich hält, einen Tarantino"genial" finden muss.
Wer einen gesehen hat, der fühlt sich fast, wie ein kleiner Filmexperte.

Wo Reservoir Dogs, Pulp Fiction und Jackie Brown völlig zu Recht zu den besten Filmen der 90er zählen, haben Tarantions Werke der 00er einen merkwürdigen Kurswechsel durchzogen.

Ab da an gab es keine smarten Gangsterfilme mit Story-Wendungen, sondern nur Kopien von alten Filmen mit einem Thema: Blutige Rache!

• Kill Bill I.-II (Original: Lady Snowblood + Hattori Hanzo)
• Deathproof (Original: Master of The Flying Guillotine + One Armed Boxer Vs The Flying Guillotine)
• Inglorious Basterds (Original: Auch Henker sterben + O.S.S.)
• Django Unchained (Original: Django Trilogie)

Diese Streifen reichen von den 40ern bis 70ern und sind dem gewöhnlichen Kinozuschauer mit Sicherheit völlig unbekannt.
Auch da sie nie große Erfolge waren.

Hier liegt nun der Vorteil, dass man sich frei an Story, Dialogen, Charakteren, Musik und Kamera bedienen kann und das Produkt als sein eigenes verkaufen kann.
Bei jedem anderen Filmemacher würde man von Kopie oder Ideenklau sprechen, nicht aber im Fall eines Tarantinos, hier spricht man von Hommage, Verbeugung oder Inspiration.

Auch lassen diese Filme einen bitteren Nachgeschmack, da sie Rache glorifizieren und erst enden, wenn sämtliche Figuren, außer die Helden, umgebracht wurden.
Wenn Juden Nazis lebendig verbrennen oder schwarze Sklaven weiße Plantagenbesitzer abknallen, dann ist das keine Genugtuung der Opfer, sondern man macht Opfer zu Tätern.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 21, 2013 11:13 AM MEST


Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben
Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben
DVD ~ Jai Courtney
Wird angeboten von media4world
Preis: EUR 6,69

13 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen A GOOD DAY TO Ruhesetzen, 15. Februar 2013
Im Jahr 1988 kämpfte sich ein Mann, der zur falschen Zeit am falschen Ort, barfuß und im Feinripp-Unterhemd alleine durch das Nakatomi Building und besiegte eine Gruppe schwerbewaffneter deutscher Terroristen.
“Die Hard“ wurde zum Kultfilm und ist in der Top 10 der besten Actionfilme aller Zeiten.
Das ist nun stolze 25 Jahre her, Bruce Willis wurde zum Weltstar und sieht selbst mit 57 noch erstaunlich frisch aus. Was man von “A Good Day to Die Hard“ leider nicht behaupten kann.

Verlegt wurde die Geschichte diesmal nach Russland, wo McClane Jr ins Gefängnis muss und Papa McClane zur Rettung eilt.
Das verwunderlich ist, ein Vater der weder die Sprache spricht, das Land kennt, Freunde oder Beziehungen in Russland hat, fliegt alleine hin um die Lage zu klären? Auch das Verhalten der einheimischen Taxifahrer ist manchmal merkwürdig: „Du bist du Amerikaner! Du müssen nix zahlen!“
Natürlich, wo sind Amerikaner beliebter als in Russland ;-)

Der Logik der Serie zufolge müssten heute eigentlich die Chinesen die neuen globalen Kontrahenten darstellen, doch dieser Kinomarkt ist wohl zu wichtig, als dass man es sich leisten könnte, ein potenzielles Millionenpublikum zu brüskieren.

Und da ein politisch labiles Russland als Schreckensszenario nichts von seiner Faszination eingebüßt hat, dürfen in Teil 5 nun erstmals die Russen als Feindbild fungieren. Und am Ende landen John und Jack in den Lagerhallen Seite an Seite in Tschernobyl. Ja, Tschernobyl!

Natürlich kann man bei einem Actionfilm keine großartige Story erwarten, jedoch wird es langsam lächerlich, in jedem Teil ein Familienmitglied der des McClane Clans aus dem Hut zu zaubern.

Alles was das Original so frisch und besonders machte, wurde Teil für Teil durch sinnlose Action ersetzt. Jeder Fortsetzung wurde schwächer als ihr Vorgänger und die “Unverwundbarkeit“ des Helden gesteigert.
So verkam die Figur des John McClane fast schon zu einem Superhelden.

1. Teil: Über Glasscherben laufen (verletzt)
2. Teil: Abstürzende Flugzeuge überleben (nix passiert)
3. Teil: Von einer Brücke auf einem Schiff aufprallen (nix passiert)
4. Teil: Einen Jet mit einem LKW abschießen (nix passiert)
5. Teil: Endkampf im verstrahlten Atomreaktor (nix passiert)

Während die ersten drei Filme eine gute Trilogie gebildet hätten, sind alle weiteren durch Steigerung der Übertreibungen und dem vermehrten Einsatz von CGI-Effekten aufgefallen.
Auch gibt es keinen Bösewicht mehr, der dem Helden gewachsen ist. Hans Gruber (Alan Rickman) war der mit Abstand böseste und intelligenteste Gegner mit eigener Persönlichkeit. Danach wurden die Gegner charakterloser und befahlen nur noch Armeen von Schlägern, bis sie mit einem "Yippee ki-yay, motherf$%&“?!" erledigt wurden.

Streifen wie, “Live Free or Die Hard” (2007), “Rocky Balboa” (2006) oder “Rambo” (2008) waren nette Verbeugungen vor dem Actionkino der 80er. Sie zeigten unsere gealterten Helden ein letztes Mal, doch sollte man nicht den Fehler machen, diese krampfhaft am Leben zu halten.

Man muss diesen fünften Teil als Abgesang auf eine Serie begreifen, die einst mit einer schönen Idee ihren Anfang nahm. An der Erinnerungspflege zeigt keiner der Beteiligten ein Interesse. Bruce Willis arbeitet mit diesem halbherzigen Aufguss, dem es sowohl an Timing als auch an Chemie zwischen den Figuren fehlt, an der Demontage seines Andenkens.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 17, 2013 2:46 PM CET


Zero Dark Thirty
Zero Dark Thirty
DVD ~ Jessica Chastain
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 6,60

26 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Trauma 9/11, 1. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Zero Dark Thirty (DVD)
Wohl kein Ereignis hat das noch frühe 21. Jahrhundert so geprägt, wie der 11. September 2001.

Am Anfang steht das Ur-Trauma: Die einstürzenden Türme des World Trade Centers sind die erschütternde Ikone des Terrors, der die Vormachtstellung der USA und des ganzen Westens seit den Anschlägen zutiefst verunsichert hat. Seitdem ist die Welt nicht zur Ruhe gekommen.

Ob Irak- und Afghanistan Krieg, Wirtschaftskrise oder Arabischer Frühling, einziger Terroranschlag hat wie ein Dominoeffekt eine Serie von Ereignissen ausgelöst, die nicht zum Stillstand kommen wollen.

Aber dann wurde bin Laden - vermeintliches Oberhaupt und Befehlshaber eines weltumspannenden Terrornetzwerkes namens al Qaida, das für die Anschläge vom 11. September verantwortlich zeichnet - gefunden und getötet, und plötzlich tauchte ein Bild auf, das in Kraft und Aussage endlich der USA Genugtuung zu bieten hatte: die angespannten und verschreckten Gesichter des US-Präsidenten Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton, die im Situation Room des Weißen Hauses live dabei zusehen, wie das Anwesen in Abbottabad gestürmt wird.
Der Betrachter sieht nichts von dem, was Anspannung und Schrecken auslöst.
Nur dessen Spiegelung.

Genau das hat Oscar-Gewinnerin Kathryn Bigelow ("The Hurt Locker ") mit "Zero Dark Thirty" (was übrigens nichts weiter heißt als "eine halbe Stunde nach Mitternacht" in Soldatensprache) tatsächlich zu einem eiskalten Thriller mit gewissem Ausgang gemacht.

Der Zuschauer folgt Maya (beeindruckend: Jessica Chastain), die angeblich ein reales Vorbild hat, in ihren Jahren der Jagd: vom Computer in die Folterzelle und zurück. Von Pakistan nach Washington. Vom Schreibtisch ins Feldlager, in das die Navy Seals am Ende Osama bin Ladens Leiche bringen.

Die Folterszenen am Anfang des Films, sie dauern etwa 20 Minuten, sind ziemlich hart an der Grenze dessen, was im Mainstream-Kino möglich ist - sie enthalten Prügel, Waterboarding, das Entblößen der Genitalien des Gefangenen vor einer weiblichen Agentin - und zuletzt wird der Gefangene in einen kleinen Kasten gesteckt.
Zu diesem Zeitpunkt brabbelt er nur noch zusammenhangloses Zeug, weil er über den geplanten Anschlag, um den es geht, keine Informationen hat.

Und da ist man dann auch schon mittendrin in der Kontroverse, die diesen Film interessanter macht, als er eigentlich ist: Wie geht er mit Folter um?

Es ist lächerlich zu behaupten, diese Szene zweifle die Zuverlässigkeit von erfolterten Informationen an - als Maya und ihr Kollege den Mann wieder aus dem Kasten rauslassen, packt er alles aus, was er weiß und bringt Maya auf eine erste (nützliche) Spur zum Versteck von bin Laden.

"Zero Dark Thirty" ist halb nachgestelltes Doku-Drama, halb Fiktionalisierung - was von beiden der Film denn nun werden soll, hat Bigelow offensichtlich nie entscheiden wollen.
Manches ist klar erfunden, vieles ist nicht überprüfbar. Trotzdem langweilt sie dann eine halbe Stunde lang mit dem minutiös nachgestellten Einsatz gegen Bin Laden in der Nacht zum 2. Mai 2011, selbstverständlich in Nachtsicht-Ästhetik gedreht.

Die Heldin ist eine zierliche, rothaarige Schönheit. Allerdings besitzt ihre Figur fast keinen Charakter. Sie ist nur auf die Jagd konzentriert und scheint kein sonstiges Privatleben zu besitzen. Hier besteht eine große Ähnlichkeit mit der Figur des Sergeant William James (Jeremy Renner - The Hurt Locker).
Genau wie er ist sie furchtlos und kann mit ihrer Umwelt jedoch wenig anfangen.

Kathryn Bigelow ist die einzige Regisseurin, die je einen Oscar bekommen hat, für ihren Thriller über Bombenentschärfer im Irak Krieg. "Zero Dark Thirty" ist wahrlich kein Meisterwerk. Sicherlich nicht, was die Regie angeht, die wenig Emotion erzeugt, aber durch unvergesslichen Bilder, Tempo und dem Spiel mit Fakten und Fiktion besticht.

Ein beeindruckendes und mutiges Stückkino, das sein Publikum spaltet und für Diskussionen sorgt. Etwas was im heutigen Hollywood sich nur die wenigsten trauen. Zum Schluss bleibt die Frage, waren all die Schrecken, Folter und Kriege notwendig, um eine einzige Person zu töten? Wie hoch ist der Preis, die freie Welt zu beschützen?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2013 12:32 AM MEST


Looper [Blu-ray]
Looper [Blu-ray]
DVD ~ Bruce Willis
Preis: EUR 8,79

17 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich gegen Ich, 24. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Looper [Blu-ray] (Blu-ray)
Zeitreisen gibt es zweifellos, zumindest in der Traumfabrik. Laut Filmlexikon sind bis jetzt stolze 223 Zeitreisen-Filme gedreht worden. Jeder bezieht sich auf eine andere physikalische Theorie oder variiert die Thematik, aber eine Frage bleibt immer gleich:
Wenn man in die Vergangenheit reist und dort stirbt, hat man dann nie existiert?"

Ja, das Problem der Zeitreise sind Ursache und Wirkung, Henne und Ei.
Aber man will ja schließlich ins Kino und nicht in die Physikstunde, und so ist man froh, wenn Filme innerhalb der von ihnen aufgestellten Regeln funktionieren.

Wir schreiben das Jahr 2044 und 2074. Beide sehen aus wie plausible Varianten trister amerikanischer Gegenwart. Zeitreisen sind zwar verboten, werden aber von Verbrechersyndikaten dazu genutzt, sich Feinden zu entledigen. Man stelle sich also vor:
2044. Ein Mann mit Schießgewehr steht allein im Feld. Vor ihm materialisiert sich plötzlich wie aus dem Nichts ein zweiter Mann, gefesselt und mit einer Kapuze über dem Kopf. Es ist ein Mann aus der Zukunft, zurückgeschickt, um ermordet zu werden. Der erste Mann tut das dann auch wortlos und schießt ihn nieder. Er ist ein Auftragsmörder für die Zukunft, ein Looper.
Joseph Gordon-Levitt ("Inception", "The Dark Knight Rises") spielt den jungen Joe. Bruce Willis ist der alte Joe, der aber überraschenderweise ohne Kapuze aus der Zukunft ankommt. Worauf der Junge zögert, ihn zu erschießen, weil er ahnt, dass sein Ziel ...
... er selber ist.

Das führt in der Folge zu großartigen Szenen, die nur in Zeitreisen-Filmen möglich sind: Da sitzt Joe gegenüber von Joe. Der Jüngere will von seinem Alter Ego wissen, wie denn Zeitreisen überhaupt funktionieren? Worauf der Älter abwinkt: Sie könnten genauso gut Diagramme mit Streichhölzern legen, ohne das Mindeste zu kapieren.

Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson ("Brick", 2006) schuf eine von Krisen gezeichnete Welt, die futuristisch aber unserer sehr ähnlich sieht. Mit Fragen und Paradoxien wird gespielt und dadurch Spannung erzeugt. Bis zur Halbzeit ist "Looper" ein labyrinthischer, düsterer Sci-Fi-Thriller rund um arrogante, opportunistische Auftragskiller, dann erst entfaltet sich ein existenzielles Drama.

Der alte Joe will in der Gegenwart (2044) zum Kindsmörder werden, um die Zukunft positiv zu beeinflussen. Genau ab hier fangen die Probleme des Filmes an. In "Looper" wird viel gemordet und jedes Problem mit einer Knarre gelöst. Clevere oder elegante Lösungen, wie in "Zurück in die Zukunft" oder "Das Philadelphia Experiment" sucht man vergebens.

Doch geht man davon aus, das Zeit eine grade Linie ist und diese wird durch einen Mord durchbrochen, hätte das keine Auswirkungen auf die aktuelle Zeit? Wie kann eine Figur weiter existieren, wenn sie ihre eigene Zukunft ausgelöscht hat? Müsste das gesamte Raum-Zeit-Gefüge nicht irreparabel beschädigt werden?
Auch die Verwandlung des sowohl alten, wie auch jungen Joes in einen Anti-Helden macht wenig Sinn. Eine eiskalte Seele, die Jahre lang Drogen nahm und Menschen ohne Schuldgefühle umbrachte, wird durch die Liebe zu einem besseren, selbstlosen Menschen. Typischer Hollywood-Kitsch.
Wie bereits erwähnt: Ganz auflösen kann der Film die Problematik der Zeitreisen nicht. Grade das Ende war sehr unbefriedigend

SPOILER-ANFANG!!!

Der "Joseph Gordon-Levitt"-Joe in der neuen Zeitlinie, entdeckt sozusagen die Schleife, in der das Alte Ich dafür verantwortlich ist, dass aus dem Telekinese-Kind der Regenmacher wird und durchbricht sie, indem er sich selbst erschießt und damit auch sein Altes Ich verschwinden lässt.
Warum gibt es dann den Regenmacher in dieser Zeitlinie immer noch als unheimliches und böses Kind, obwohl die Mutter überlebte?

SPOILER-ENDE!!!

Eine Geschichte die nicht so clever ist, wie sie gerne wäre. Aspekte der Zeitreise werden aufgegriffen, ohne echte Erklärungen, da sich der Plot mehr dafür interessiert, ob ein Mensch seinem Schicksal entgehen kann - und welchen Preis er dafür bezahlen muss?
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2015 8:45 PM CET


Cosmopolis
Cosmopolis
DVD ~ Robert Pattinson
Wird angeboten von MaxMedia - Home Entertainment
Preis: EUR 4,79

28 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Heilige Prostata!!!, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Cosmopolis (DVD)
Eric Packer (Robert Pattinson), Millionär sowie erfolgreicher Vermögensverwalter, fährt in seiner weißen Stretchlimousine quer durch Manhattan, um sich bei seinem Lieblingsfriseur die Haare schneiden zu lassen.
Doch das Herz von New York steht an diesem Frühlingstag kurz vor dem totalen Kollaps.
Der amerikanische Präsident ist in der Stadt, gewalttätige Globalisierungsgegner demonstrieren und der Sufi-Rapper Brutha Fez wird unter großer Anteilnahme seiner Anhänger zu Grabe getragen.

“Cosmopolis“ von David Cronenberg basiert auf einem Roman von DeLillo und führt Robert Pattinson als arroganten Banker auf eine Odyssee durch New York.

Die Vorstellung eines Mannes, der nie seine sichere Limousine verlässt, ist an sich eine interessante Vorstellung.

Leider ließ sich dem Thema weniger abgewinnen als erwartet, was besonders gestelzten Dialogen, die ständig neue Fragen stellen ohne diese zu beantworten zu verdanken ist.

Der surreal anmutende Stil soll die Tatsache unterstreichen, dass die Hauptperson in ihrer ganz eigenen Welt lebt, sich mit irgendwelchen fiktiven Zahlenspielereien beschäftigt, fernab von der Wirklichkeit, wie wir sie kennen.

Vielleicht liege ich mit meiner Interpretation komplett falsch, aber wer weiß das hier schon genau?

Pattinsons grottiges Schauspiel fügte sich lustigerweise nahtlos in seine verschrobene Welt ein. Besser und glaubhafter hingegen waren die meisten Nebendarsteller, wie Leibwächter oder Musiker, die gezeigt haben, dass man diese tiefphilosophischen Texte auch mit Gefühl darstellen kann.

Die Kritik am Bankenwesen und Kapitalismus im Allgemeinen setzt Cronenberg doch sehr, sehr eigenwillig um. Die Arroganz und Realitätsferne, die man oft den sogenannten Finanzjongleuren zuspricht, wird im Film völlig überhöht dargestellt, so dass viele Szenen fast schon parodistisch anmuten. Dieser Stil führt unter anderem dazu, dass man sich als Zuschauer ellenlange Dialoge über Belanglosigkeiten oder pseudo-ökonomische Angelegenheiten anhören muss. Allein dadurch wird der Film für die meisten Leute extrem unzugänglich.

Dazu kommt noch das sehr aufgesetzt wirkende Schauspiel. Streckenweise meint man, dass man sich ein Theaterstück anschaut, da die Dialoge so unnatürlich und vorgegeben wirken. Insgesamt ist dieses Werk ziemlich langweilig, vor allem wegen eines schwerfälligen Anfanges und Endes.

Lediglich der Mittelteil sorgt durch einige witzige Situationen für Abwechslung und lockert die angespannte Film-Situation auf.

Die Hauptfigur repräsentiert eine gleichgültige, scheinheilige Gesellschaft, der Menschleben und Schicksale egal sind. Das System der entarteten Wirtschaft und die Schicht der Reichen, welche als krank und ziellos dargestellt werden, bedürfen einer Rettung durch Gleichgewicht, die durch den Tod erreicht werden kann.

Das Symbol der Ratte steht für den Zerfall der Währung und ihre eigentliche Wert- und Sinnlosigkeit. Ratten sind Überträger von Krankheiten und Seuchen, was eine Anspielung auf die Banken-Krise ist.

Leid, Sex, Gewalt und Zerstreuung stehen im Mittelpunkt des Films, die Emotionslosigkeit der Beteiligten und der Drang danach etwas Normalität schaffen zu wollen, ohne es schaffen zu können, zeigt das Versagen in jeder (auch menschlicherer) Hinsicht.
Das Ungleichgewicht führt zu Sicherheitszwang, um nicht unterzugehen. Er weiß wie sinnlos seine Existenz ist bis er nicht wieder das Gleichgewicht erkannt hat. Am Ende ändert die Hauptfigur ihre Meinung und muss leicht weinen. Was diese Szene bedeuten soll, blieb ungeklärt.

Da mir ehrlicherweise fast kein Cronenberg-Film bis heute gefiel, außer “Die Fliege“ (1986) und “A History of Violence“ (2005), ist diese Enttäuschung keine große Überraschung meinerseits.

Leider verlässt die Hauptperson nach einiger Zeit ihr Nobelauto und damit verlässt die einzige interessante Idee den Film, eines Mannes in völliger Isolation. Ohne die gelegentliche unfreiwillige Komik wären Geschwafel und Philosophie nicht ertragbar gewesen.

Wer gerne übersinnlose Dinge im Leben nachdenkt, wird hier seine helle Freude haben.
Warum 41 keine besondere Primzahl ist?
Zieht sich mein männliches Geschlechtsteil in mich hinein?
Warum ist meine Prostata asymmetrisch?
Wieso können verheiratete Paare keinen Sex zwischen Mülltonnen haben?
Weshalb können Ratten nicht die neue internationale Währung sein?

Eine spannungsarme Möchtegern-Gesellschaftskritik mit surrealen Bestandteilen.
Jeder Zuschauer der bis zum Ende durchhält, ohne sich ablenken zu lassen oder einzuschlafen, der hat eine Ausdauer, die gewürdigt werden muss.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 15, 2012 7:35 PM CET


The Dark Knight Rises [Blu-ray]
The Dark Knight Rises [Blu-ray]
DVD ~ Christian Bale
Preis: EUR 8,97

11 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fall und Sieg eines Märtyrers, 14. September 2012
Rezension bezieht sich auf: The Dark Knight Rises [Blu-ray] (Blu-ray)
“Der Dunkle Ritter erhebt sich“ für den finalen Teil des Batman Eposes. Dieser lässt die klassischen Comic-Superhelden Gesetze hinter sich und bringt den Zuschauer in eine futuristische und leicht apokalyptische Welt, deren Kulisse durch die großen Metropolen unserer Zeit geprägt wurde.

Bevor ein Held sich wiedererheben kann, muss er fallen und geopfert werden, wie wir es aus Religionen kennen. Batman ist schon zu Beginn des Films ein verkannter Märtyrer, durch die Schuld an Harvey Dents Tod. Die Besonderheit liegt hier darin, dass er um sich und seine Seele zu befreien und um Frieden mit der Vergangenheit zu schließen, noch einmal untergehen muss.

Das Drehbuch bieten uns, was wir aus den täglichen Nachrichten kennen, hören und sehen.
Terroristische Anschläge, Massenaufruhren, Börsen-Spekulationen, Geiselnahmen, Folter-Gefängnisse oder überforderte Justiz, sind nur einige Themen mit denen uns Christopher Nolan ein Spiegelbild der Wirklichkeit präsentiert. Statt uns in eine bunte und heitere Welt zu entführen, ist “The Dark Knight Rises“ der düsterste und pessimistischste Sommer Blockbuster des Jahres 2012.

Bruce Wayne (Christian Bale) musste nach seiner letzten Begegnung mit Harvey Dent (Aaron Eckert) und Commissioner Gordon (Gary Oldman) für 8 Jahre untertauchen. In dieser Zeit ist Bruce Wayne zum einsamen Einsiedler in seinem Anwesen ergraut und zum invaliden Stockgeher geworden.

Erst eine hübsche wie charismatische Frau, Catwoman (Anne Hathaway), lockt Wayne wieder ins Leben zurück und weckt das Bedürfnis in sein Alter-Ego zu schlüpfen. Es entsteht ein Spiel aus dem ein Flirt wird, wenn sich beide gegenseitig versuchen zu beklauen und auszutricksen. Eine Art unaufdringliche Liebesgeschichte, die die Geschichte vorantreibt, statt sie auszubremsen.
Catwoman stellt eine besondere Rolle dar, weil sie einen weiblichen Robin Hood Part übernimmt.
Sie verachtet Wayne für das was er ist und sämtliche reiche Menschen der Stadt, wegen ihres Vermögens, wodurch ihr Handeln gerechtfertigt wird.
Natürlich darf der Gegenspieler in einem solchen Film nicht fehlen. Bane (Tom Hardy) ist der hünenhafte, mordende Anführer einer Terroristen-Bewegung, der Gotham City als Geisel nimmt. Durch die Sprengung der Stadtbrücken und dem Einsatz einer Nuklearbombe, kommt es zur Freilassung sämtlicher Sträflinge und zur Machtübernahme in der Stadt.

Jedoch die Motivation hinter als diesem wollte sich mir nicht richtig erschließen.
Wogegen der Joker aus “The Dark Knight“ ein psychopathischer Irrer war, der selbst keine echte Motivation besaß, war er jedoch glaubwürdig. Heath Ledger war jemand: „Der es liebt die Welt brennen zusehen“. Egal wie simpel und belanglos diese Motivation auch klingen mag, sie funktioniert. Und wie sie funktionierte.
Ledgers Joker wurde nicht nur posthum mit einem Oscar geehrt, es war eine performance, die sich in das Gedächtnis der Zuschauer brannte.

Bane war von daher von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Sein Körperbau ist beeindruckend, seine Mimik durch eine Art Hannibal-Lector-Maulkorb praktisch nicht vorhanden. Es fehlt an Ausstrahlung und Bedrohung. Selbst Liam Neeson als Ra's al Ghul (Batman Begins) war als mysteriöser, gebildeter und skrupelloser Lehrmeister von Bruce Wayne interessanter anzusehen, trotz seiner kurzen Auftritte im Erstling.

Während “Batman Begins“ durch den Erfolg von “The Dark Knight“ sehr in den Hintergrund gedrängt wurde, baut “The Dark Knight Rises“ sehr clever eine Brücke zwischen allen 3 Teilen.
Was natürlich nicht fehlen darf, sind fantastische Tunnel-Verfolgungsjagden, die immer ein Highlight des Filmes sind. Ob mit “The Tumbler“ oder “Bat Pod“, stets ist der dunkle Ritter auf der Flucht vor der Polizei und entkommt mit einem lauten Knall!

Es gibt wiederkehrende Themen, wie Erlösung, Angst und Furcht, für andere Menschen da sein oder sich selbst zu opfern für eine höhere Sache. Dies spiegelt sehr den amerikanischen Patriotismus wieder und der Gedanke, daß ein Mensch die Welt verändern kann.

Was bleibt über diese meisterhafte Trilogie abschließend zu sagen?
Der dritte Teil reicht nicht an seine beiden Vorgänger heran. Batman selbst ist nur sehr selten zu sehen und strahlt durch seine Abwesenheit. Viele, viele Charaktere nehmen dessen Platz ein, was die Handlung teilweise undurchschaubar macht.
Es gibt Polizisten, Millionäre, Diebe, Gangster, die Fülle der Protagonisten verlangt dem Zuschauer allerdings auch eine Menge Konzentration ab.

Nichts anderes erwartet man von Regisseur Nolan, der mit “Memento“ (2001) und “Inception“ (2010) seine Zuschauer perfekt verwirrt hat.
Neben einem schwachen Bösewicht stören leider Kleinigkeiten, das Gesamtbild.

VORSICHT SPOILER ANFANG!!!

• Wie konnte Bruce Wayne von Asien die USA gelangen, ohne Geld oder Hilfe?
• Die abgeriegelte Stadt war von der Außenwelt abgeschnitten, trotzdem gelangte Bruce Wayne problemlos in sie hinein und konnte dann seine Ausrüstung beschaffen?
• Ein gebrochenes Rückgrat wurde mit einem gezielten Faustschlag geheilt?
• 1000 Polizisten harren 5 Monate in einer Höhle aus, indem sie von deren Gegnern mit Essen und Trinken versorgt werden?
• Eine nukleare Explosion im Wasser, nur einige Meilen von der Stadt entfernt, löst keinen Tsunami oder Fallout aus?

VORSICHT SPOILER ENDE!!!

Es fehlt die Perfektion, trotzdem ist diese Trilogie komplett. Sie dringt tiefer in die Materie ein, als es je eine Reihe zuvor tat und lässt dich mit einem zufriedenen Gefühl zurück.
Ein endgültiges und ehrenwertes Ende.
Hoffen wir, daß diese Reihe nicht in 5 Jahren wieder neuverfilmt wird, sondern für längere Zeit, als Messlatte für moderne Kinoadaptionen dienen wird.

5 / 5

Bedanken möchte ich mich bei Lara G
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 27, 2012 2:49 PM CET


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