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Rezensionen verfasst von
Andreas Wendt (Bargfeld-Stegen)
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Outlaw of War
Outlaw of War
DVD
Preis: EUR 0,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die "wahre Geschichte" ist keine Geschichte, 8. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Outlaw of War (DVD)
Über Janosik weiß man nicht viel mehr, als dass er im 17./18. Jahrhundert im heutigen Grenzgebiet Polens und der Slowakei lebte, als Räuberhauptmann tätig war und irgendwann hingerichtet wurde.

Polen wie Slowaken verehren ihn als ihren Nationalhelden. Um ihn ranken sich Legenden wie um Robin Hood, Wilhelm Tell und Asterix. Er ist vielleicht der einzige Nationalheld, den sich zwei Nationen teilen, wobei häufig die eine das nicht von der anderen weiß. Entsprechend gab es schon verschiedene Verfilmungen auf polnischer und (tschecho-)slowakischer Seite.

Vor ca. 15 Jahren entstand dann die Idee, in einem Film die "wahre Geschichte" von Janosik zu erzählen. Entsprechend musste das eine polnisch-slowakische Koproduktion sein, wobei auch Tschechen und Ungarn mitmischten. Der Film hat also eine polnische Regisseurin und einen slowakischen Regisseur, zwei Produzenten, zwei leitende Kameraleute etc., Janosik wird konsequenterweise von einem Tschechen gespielt.
Bereits beim Vorspann wird man den Eindruck nicht los, die Produktion brauchte so lang, weil die verschiedenen Produktionsfimen sich über alles einigen mussten. Mir fiel sofort Douglas Adams' Diktum ein, einen Film zu produzieren sei wie der Versuch, ein Steak zu grillen, indem die Verantwortlichen abwechseln draufpusten.

Zum Film selber: Wie will man die "wahre Geschichte" von jemandem erzählen, über den hauptsächlich Legenden bekannt sind? Man eliminiert alles Legendarische und füllt das Vakuum mit historisch wahrscheinlichen Ereignissen an. Janosik wird, wenn man so will, entmythologisiert.
Das Ergebnis ist ungefähr so, als wollte man die "wahre Geschichte" von Herakles erzählen. Sie ist vor allem eins: langweilig.
Janosik wird nach seiner Militärzeit im k.u.k. Heer Räuberhauptmann, begeht ein paar Raubzüge, am Ende wird er hingerichtet. Ende der Geschichte. Zwischendurch wird er von Freunden verraten, hat seltsame Träume, hin und wieder Sex, außerdem gibt es viel viel Gewalt.
Zwar tötet Janosik niemanden selbst (Ob das wohl die wahre Geschichte ist?), aber in seiner Bande und Bekanntschaft kommen einige auf brutale Weise ums Leben, das Blut und die Eingeweide sind deutlich zu sehen, ein totes Baby mit abgeschnittenem Penis, auch Janosiks Hinrichtung ist möglichst "realistisch" dargestellt.

Die Figur ist irgendwo zwischen Robin Hood, Asterix und Winnetou angesiedelt, nur nicht zu heldenhaft, weil es ja die wahre Geschichte sein soll. Trotzdem, er schießt wie Winnetou, hat Zöpfe wie Asterix, und zu Robin Hood:
Natürlich wird auch erwähnt, worauf sich der Heldenstatus stützt: Er nahm von den Reichen und gab es den Armen. Erwähnt wird das in den 130 Minuten exakt 2mal, in Bezug auf ein Ereignis, sonst spielt es keine Rolle.

Die Geschichte spielt größtenteils im heutigen slowakischen Gebiet, was für den Konflikt mit der habsburgischen Polizei auch recht wahrscheinlich ist. Zu seiner Bande gehören Slowaken und Polen, was er selbst ist, bleibt unerwähnt. Von irgendeiner Nation ist keine Rede.

Dieser Versuch, den Nationalhelden zu entmythologisieren und in einer gemeinsamen Produktion die nackten Fakten zu erzählen, ist ehrenwert. Gerade angesichts des wachsenenden Nationalismus in der Slowakei (über Polen kann ich nichts sagen) wird dieser Film seinen Zweck nicht verfehlen, nämlich die Identifikationsfigur des Nationalismus zu demontieren.
Es bleibt nur m.E. keine erzählenswerte Geschichte übrig.

Meine angeheiratete slowakische Verwandtschaft antwortete auf diese Kritik "So war es eben!" Mag ja sein, aber nicht alles, was so ist, muss man auch in 130 Minuten verfilmen.

Ansonsten: Ordentliche Schauspieler, tolle Landschaftsaufnahmen, guter Schnitt, für meinen Geschmack ein bisschen zuviel wackelnde Handkamera, authentische Musik, solide, teure Produktion. Für einen realistischen Einblick in das Leben in der Tatra vor 300 Jahren sicher ein lohnender Film. Es fehlte nur die Geschichte.

Von daher: Wer sich für die historische Person Janosik interessiert, soll in den Film gehen. Wer wissen will, wieso diese Figur ein Nationalheld ist, soll sich lieber an die Verfilmungen der Legenden halten. Interessant wäre für den Historiker der Zwischenschritt, wie der Räuber zum Helden wurde. Dafür hätte die Geschichte nach seinem Tod weitererzählt werden müssen. Der Film endet aber mit diesem. So bleibt die Frage, wie die Legenden entstanden, unbeantwortet.


Feiert Jesus! 4
Feiert Jesus! 4
Preis: EUR 12,95

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück zu den Wurzeln!, 6. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Feiert Jesus! 4 (Broschiert)
Der erste "Feiert Jesus!"-Band vor nunmehr 16 Jahren hat in der modernen christlichen Liederbuchkultur Epoche gemacht. Über Grenzen zwischen Landes- und Freikirchen, zwischen verschiedenenen Anbetungsformen und sogar Theologien hinweg gab es ein verbindendes Jugendliederbuch. Die Veränderung des gottesdienstlichen Liedgutes seitdem wäre ohne das erste "Feiert Jesus!" nicht denkbar. Die Lieder wurden in "neuen" Gottesdiensten gesungen, waren aber auch geeignet, das Repertoire der traditionellen Formen behutsam zu erweitern.

Damit begann aber auch die Marke "Feiert Jesus!" mit einer für mich unüberschaubaren Masse von CDs, die verschiedene Lieder aus den Büchern und darüber hinaus immer wieder neu interpretierten.
Da die CDs sich gut verkauften, war für die folgenden beiden Bände die Eignung eines Liedes als Vortragslied immer wichtiger. Dagegen geriet die Eignung zum Singen für eine vielleicht auch ungeübte Gemeinde im Gottesdienst immer mehr aus dem Blickwinkel. Höhepunkt der Entwicklung war dann, dass im 3. Band das als Vortragslied wunderbare, für Gemeindegesang aber gänzlich unpassende "Shackles" von MaryMary Eingang fand.

Dagegen kehrt "Feiert Jesus! 4" wieder zum eigentlichen Anliegen der Bücher zurück: Selbst wenn man noch nicht alle Lieder kennt (Und wer täte das bei einem neuen Liederbuch?), wird von vornherein deutlich: Dieses Buch will im Gottedienst benutzt werden. Der Einfluss von Albert Frey und seinen "AufAtmen"-Artikeln mag dazu beigetragen haben. Auf jeden Fall überzeugt das Ergebnis.
Erstmals ist ein "Feiert Jesus"-Buch in Kapitel eingeteilt. Diese folgen einem erkennbar liturgischen (für Freikirchler: am Ablauf eines Gottesdienstes orientierten) Aufbau, werden immer mit kurzen Texten eingeleitet, die sowohl die Stufe des Gottesdienstes erklären als auch mit Bibel- oder Bekenntnistexten helfen, sich darauf einzulassen.
Hinzu kommt ENDLICH eine erschwingliche CD-Box, auf der ALLE Lieder des Buches zum Hören und Lernen angespielt und angesungen werden, nur mit Klavier, Gitarre und Gesang und gänzlich ohne jene affektierten Rockstar-Imitationen, die bei den bisherigen CD's der Reihe ... wohl eine andere Zielgruppe als mich ansprachen. Mithilfe der "Listen&Learn"-CDs lässt sich schnell das geeignete Lied finden und lernen und dann der Gemeinde beibringen.
Und lieber Hänssler-Verlag: So eine "Listen&Learn"-Box wünsche ich mir auch für die bisherigen 3 Bände zu kaufen.

Die "Feiert Jesus!"-Reihe kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück. Da will ich dann gar nicht jedes Lied einzeln auf seinen theologischen Gehalt hin analysieren oder die ausgewählte Bibelübersetzung hinterfragen. Sicher könnte ich, wenn ich wollte, an einzelnem was aussetzen. Und sicher werde ich das eine oder andere Lied dem anderen oder einen vorziehen. Diese Freiheit lässt einem jedes Liederbuch. Aber das Gesamtkonzept ist so gut wie lang nicht mehr, darum volle Punktzahl.


Get Back
Get Back
Preis: EUR 6,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Let It Beat, 13. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Get Back (Audio CD)
Die Idee, Lieder von heute und gestern im Stil von 60er-Jahre-Beat-Gruppen aufzunehmen, ist Geschmackssache. Aber was ist das nicht? Und was soll demnach die Einschränkung? Also: Die Idee ist witzig.
Die Umsetzung ist gelungen, die Instrumentierung und Aufnahmetechnik ist Original-60er-Jahre oder klingt wenigstens danach. Den Musikern ist der Spaß an der Arbeit anzumerken. Dieser Funke springt über. Es ist einfach fast durchweg Gute-Laune-Musik.
Außerdem zeigt sich bei dieser vergleichsweise minimalistischen Produktionsweise die Qualität der Vorlagen. Ohne die technischen Mittel der Gegenwart trennt sich die Spreu vom Weizen. So muss "Pokerface" zum am wenigsten gelungenen Stück des Albums werden, einfach weil das Lied schon im Original schlecht ist. Ein Missgriff bei der Auswahl, aber m.E. der einzige. An "One" von U2 hätte man sich m.E. nicht vergreifen müssen. Aber sie sind nicht die ersten, die es tun.
Abgesehen davon macht es Spaß, das Album zu hören. Manchmal meint man gar, die Flames zu hören. Oder die Stones. Auch wenn die Arrangements sich natürlich an der größten Band der 60er wie auch aller anderen Jahrzehnte orientieren. Aber das soll erlaubt sein.

Schade nur, dass die Macher sich damit nicht zufrieden gaben. Schade, dass es sich hier um eine erklärte Beatles-Cover-Band handelt, die den Namen auch noch im eigenen Namen führt. Da nützt es auch nichts, wenn sie erklären, sie wollten gar nicht so singen wie die Beatles. Der Anspruch ist da, und ihm werden sie nicht gerecht. So schön "Let Me Entertain You" im Stil von "Sgt. Pepper" ist - man wünscht sich die ganze Zeit einen besseren McCartney-Imitator.

Hätte sich das Projekt doch etwas mehr von dieser einen Vorlage gelöst, sowohl in den Arrangements als auch im Namen! Das letzte selbstgeschriebene Stück "I Want You To Say" zeigt, dass sie auch ohne direkte Lennon-McCartney-Vorlage wie eine 60er-Jahre-Band klingen können. Von dieser Kunst hätte ich mir viel mehr gewünscht. Hätten sie sich doch einfach "The Beat Project" (oder als Zitat ihrer "Fight-For-Your-Right-Version" auch "The Beatie Boys") und das Album vielleicht (soviel Hommage darf sein) "Let It Beat" genannt. Dann wäre der Anspruch hoch genug gewesen, aber sie wären ihm gerecht geworden - und hätten von mir die volle Punktzahl bekommen.

Beim Hören blende ich solche Überlegungen freilich aus und höre es immer wieder gerne.


Exido 245064 Wasserkocher im Glas Frost Design
Exido 245064 Wasserkocher im Glas Frost Design

5.0 von 5 Sternen Der Wasserkocher für Teetrinker, 10. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vor Jahren habe ich bei Freunden aus Skandinavien einen Exido-Wasserkocher gesehen und bis zu diesem Jahr gewartet, dass ich sie endlich auch in Deutschland bekomme.
Exido-Wasserkocher sind die einzigen, die zur Zubereitung von Tee wirklich etwas taugen. Jeder Teetrinker weiß, dass zumindest schwarzer Tee nicht mit gekochtem, sondern mit kochendem Wasser aufzugießen ist. Ein herkömmlicher deutscher Wasserkocher lässt mir dazu gar keine Zeit, weil die Koch-Stop-Automatik im Moment des Kochens einsetzt. Wer guten Tee wollte, musste mit gedrücktem Koch-Knopf den Kocher kippen und einen Kurzschluss riskieren.
Ein Exido-Wasserkocher hat zwar auch einen Überhitzungsschutz, allerdings schaltet sich der Wasserkocher erst so 10 Sekunden nach dem Beginn des Kochens aus. Ich habe also zum ersten Mal seit Erfindung des Wasserkochers die Chance, meinen Tee so aufzugießen, wie es sich gehört. Jetzt noch gefiltertes Wasser, und der Winter kann kommen.
Das hier angebotene Exemplar hat außerdem ein extrem schönes Design und ist gerade um zwei Drittel im Preis reduziert. Uneingeschränkte Kaufempfehlung. Ich habe ja schon einen.


If on a Winter's Night
If on a Winter's Night
Preis: EUR 13,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein neuer alter Sting, 3. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: If on a Winter's Night (Audio CD)
Es scheint, als sei die Zeit des Pop/Rock-Musikers Sting endgültig vorbei. Allerdings - nach dem überflüssigen "Brand New Day" und dem uninspirierten "Sacred Love" vermisst den auch keiner. Das Labyrinth-Album besitze ich nicht, die Hörproben klangen mir zu steril, daher kann ich zu diesem Teil seiner Entwicklung nichts sagen.
Auf "If On A Winter's Night" höre ich aber auf einmal etwas wieder, was ich auf den letzten beiden Pop-Alben schmerzlich vermisst habe: Spielfreude. Sicher, der Junge vom "Dream Of The Blue Turtles" ist auch älter geworden. Aber dieses neue Album hört sich auf einmal nach jemandem an, der nicht nur mit ein paar Freunden Kammermusik macht, sondern auch noch Spaß daran hat und seine Lust am Improvisieren wiederfindet - auch wenn es größtenteils keine fröhlichen Lieder sind. (Aber wenn ich ein übliches Weihnachtsalbum bräuchte, hätte ich das von Bob Dylan gekauft. Und als Gegenpol das von den Roten Rosen.)
Mit dieser Improvisationsfreude schlägt er so doch wieder die Brücke zu seinen älteren Alben. Beim Saxophonsolo am Ende von "The Burning Babe" fühlte ich mich fast an Branford Marsalis auf "Nothing Like The Sun" erinnert (wie gesagt: fast). Stings Vertonung von "Christmas at Sea" könnte eine Reminiszenz an "The Soul Cages" sein, gar als Bonustrack dazu dienen. Sein Text "You Only Cross My Mind in Winter" ist wohl einer der schönsten seit "Ten Summoner's Tales". Von den selbstgeschriebenen Stücken ist einzig "Lullaby for an Anxious Child" noch nicht in mein Ohr gedrungen. Ob das für oder gegen das Lied spricht, ist wohl auch Geschmackssache.

Es könnte sein, dass Sting diesen Ausflug in eine andere Musikrichtung gebraucht hat, um seine Freude am Musizieren überhaupt wiederzufinden. Vielleicht ermöglicht ihm das dann, irgendwann wieder ein Pop-Album herauszubringen, das sich qualitativ mit denen vor "Mercury Falling" messen kann. Ich würde es ihm und mir wünschen. Ganz sicher aber würde dieses Album wieder ganz anders sein.

Update August 2013: Gerade höre ich die ersten Schnipsel aus "The Last Ship" und stelle fest: Genauso ist es gekommen. Das ist doch schön!


Ich darf das, ich bin Jude (KiWi)
Ich darf das, ich bin Jude (KiWi)
von Oliver Polak
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nur noch ein "Generation-Golf"-Buch, 19. November 2008
"Ich darf das, ich bin Jude!" ist wieder mal eins von den Büchern, wo man bedauert, dass ein so großartiger Titel für ein so mittelmäßiges Buch hergegeben wurde. Wobei - welche Alternative hätte es für den Verlag gegeben? Er will Bücher verkaufen, da braucht man tolle Titel.

Polak erzählt auf amüsante Weise Geschichten aus seinem noch jungen Leben, von seiner strengen Mutter, seinem eher unsicheren Vater, Abenteuern mit anderen Jugendlichen, seiner ersten Band, dem Internat ...

Es erinnert ein wenig an die Schlusssätze von "Generation Golf", diese Generation sei so verunsichert, dass sie mit Anfang 30 schon Bücher über ihre Jugend schreibt. Nicht unkomisch, aber auch nicht nötig.

Zwischendurch erwähnt er immer wieder "Ach übrigens, wir sind Juden", aber für das, was ihm (angeblich) passiert ist, spielt das eigentlich keine Rolle. Die Neonazis in Papenburg wissen noch nichts von Juden, die Streiche mit dem türkischen Freund hätte ich als Christ in Hamburg-Steilshoop genauso erleben können, stundenlange Autofahrten über Land mit Udo-Jürgens-Dauerberieselung haben Kinder nicht nur auf dem Weg zum Talmud-Unterricht erlebt (von dem wir sonst nichts erfahren), strenge Internate, deren Regeln man bricht, sind nicht nur jüdisch.
Früher wurde man erst berühmt und veröffentlichte dann seine Memoiren, Polak versucht, durch seine Memoiren berühmt zu werden.

Gut und besonders wird das Buch eigentlich erst zum Schluss. Das Kapitel, wie er mit dem Neonazi im Fahrstuhl steckenbleibt, ist sehr gelungen, das über den Zentralrat der Juden, KdöR, auch noch ein bisschen.
Es gelingt ihm, den anderen Deutschen den Spiegel vorzuhalten über ihren Umgang mit Juden ("Er ist witzig und er ist Jude, wenn die Kinder nicht lachen, waren wir wenigstens politisch korrekt"). Das hätte er noch viel öfter tun müssen, damit a) das Buch richtig gut wird und b) der Inhalt zum Titel passt.

Also als Lesetipp: Vorwort und die letzten 3-4 Kapitel. Der Rest ist eher Durchschnitt.

Ein Nebengedanke: Es mag unfair sein, einen jungen Unterhalter mit dem Meister zu vergleichen. Aber wer in seinen Büchern bewusst mit seiner jüdischen Identität spielt, darf zumindest einmal kurz neben Ephraim Kischon gestellt werden.
Reich-Ranicki meinte mal, die Deutschen würden Kishon nur aus schlechtem Gewissen lesen. Kishon antwortete: "Das denk ich ja auch, aber was soll ich gegen die vielen Leser machen?"
Er darf das, er ist Jude! Polak scheint sich am Ende trotzdem nicht getraut zu haben, solche Spitzen zu bringen. Es scheint, er hatte Angst vor seiner eigenen Courage. Das wird ihm am Ende auch weniger Leser einbringen.
Schade, dass Kishon dieser Titel nicht eingefallen ist. Das wäre ein Buch geworden!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 9, 2009 2:24 PM CET


Like a Hero-Best of Miro
Like a Hero-Best of Miro

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Arme!, 9. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Like a Hero-Best of Miro (Audio CD)
"Like A Hero" ist die neu aufgelegte und klanglich überholte Version einer in den 80er Jahren produzierten Schallplatte des Slowaken Miroslav "Miro" "Meky" Žbirka.

Žbirka ist ein heute in Prag lebender Slowake mit englischer Mutter. In Tschechien und der Slowakei ist er seit den späten 70ern im Geschäft und längst einer der beliebtesten Solokünstler. Er schreibt größtenteils auf slowakisch, manchmal auf tschechisch.
Seine großartige Stimme irgendwo zwischen Chris de Burgh, Paul Simon und Paul McCartney, seine eingängigen Melodien, poetischen Texte und seine Fähigkeit, mit Jazzkapellen genauso professionell zu arrangieren wie mit Rockbands oder Synthies, machen ihn zu einem meiner osteuropäischen Lieblingssänger. Die slowakischen Aufnahmen brauchen den Vergleich mit großer englischsprachiger Popmusik nicht zu scheuen. Einen Eindruck davon kann man sich auf seiner Internetseite unter [...] verschaffen.
Außerdem hat er in jüngerer Zeit einige englischsprachige Lieder gedichtet und komponiert. Obwohl sein Englisch sehr slowakisch gefärbt ist (wurde wohl nicht von Anfang an zweisprachig erzogen), haben sie einen eigenen Charme. Sein vielleicht bestes englisches Stück "I Wonder" erinnert an McCartney in seinen besseren Solo-Zeiten. Wer also mal in Prag oder gern auch Bratislava ist und auf eine seiner inzwischen zahlreichen Best-Of-CDs stößt - kaufen!

Dieses Niveau und diese Vielfalt haben seine Musik nicht immer geprägt. Als junger Mann trat er in Travemünde auf und sang deutsche Schlager nach. Dann machte er in seiner Heimat auf Slowakisch ähnliche Sachen mit Texten, die problemlos durch die Zensur kamen, aber immerhin recht poetisch waren, und Melodien, die man schon zig-mal gehört hatte. Nett, aber belanglos.

Irgendwann in den 80er Jahren hatte der junge "Tschechoslowake" Gelegenheit, in Hamburg, also im Westen, eine Schallplatte zu produzieren. Das ging natürlich nicht in seiner Muttersprache, und so wurden zu den vorhandenen Liedern schnell neue englische Texte geschrieben. Die Poesie der Originale ging dabei verloren, reichten Worte nicht aus, nahm man überflüssige Wiederholungen ("Baby don't you let me, don't you ever let me...").
In einem englischsprachigen Interview auf [...] äußert Žbirka sich selbst zur Entstehung dieses Albums. Dabei erzählt er, dass das größte Erlebnis darin bestand, überhaupt irgendwas im Westen produzieren zu dürfen, dass der Klang für seinen eigenen Geschmack recht soft ist und zu sehr in die "easy-listening"-Richtung geht und dass ihm Texte sowieso nie so wichtig waren wie Melodien. Dem ist von Rezensentenseite nichts hinzuzufügen.
Meist kommen die Texte über das Niveau billiger Schlager nicht hinaus. Einzig "The Cold Wind Blows" hebt sich ein bisschen ab. Hörenswert ist auch "Like A Hero", ein englischer Text zu der Melodie und den Original-Arrangements des wunderschönen "Balada o pol'ných vtákoch". Aber auch hier bleibt der Text weit hinter dem Original zurück.

Das damals entstandene Album ist nun als "Remix 2008" erneut auf CD erschienen. Der Remix tut dem Klang recht gut, macht die Schwächen des Originals aber umso deutlicher.
Die Produzenten scheinen das selber zu spüren. Denn wer in Tschechien oder der Slowakei von ihm spricht, nennt ihn meist mit Nachnamen, Žbirka. In Deutschland wird er "Miro" genannt, als wäre er ein kleiner Junge. Als ernstzunehmender Künstler kann man so natürlich nicht auftreten.

So scheint den armen Miro in Deutschland dasselbe Schicksal zu ereilen wie weiland seinen damaligen Landsmann Karel Gott: In seiner Heimat ein anspruchsvoller Musiker, hier bloß ein lieblos unterlegter Schlagersänger.

Ich hoffe bloß, dass über diese CD einige Hörer auf seine slowakischen Stücke aufmerksam werden und ihnen zu mehr Verbreitung verhelfen. Dieser Hoffnung sei mit dem zweiten Stern Ausdruck verliehen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2009 12:43 PM MEST


Die Deutschen in der österreichisch-ungarischen Monarchie - Ihr Verhältnis zum Staat, zur deutschen Nation und ihr kollektives Selbstverständnis (1866/67 - 1918)
Die Deutschen in der österreichisch-ungarischen Monarchie - Ihr Verhältnis zum Staat, zur deutschen Nation und ihr kollektives Selbstverständnis (1866/67 - 1918)
von Jörg Kirchhoff
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Titel täuscht, macht aber nichts, 27. Juni 2008
Zunächst, der Titel täuscht: Über d i e Deutschen in der österreich-ungarischen Monarchie, also alle Deutschen, wird nicht berichtet. So kommen die Sudetendeutschen nur am Rande vor, die Siebenbürger, Zipser oder Karpatendeutschen gar nicht, vermisst habe ich auch das einzigartig dreisprachige Pressburg/Poszony/Bratislava.

Es geht vielmehr um jene Gruppe, die wir heute wie selbstverständlich als "die Österreicher" kennen. Aber ein solches Selbstverständnis kann man für damals eben nicht voraussetzen. In einem Vielvölkerstaat wie Österreich-Ungarn war Nationalismus das Gegenteil zum Patriotismus. Zudem gab es einen Nachbarstaat, der nur aus Angehörigen einer der österreichischen Volksgruppen bestand: Das Deutsche Reich mit den Reichsdeutschen. So waren die angestammten Deutschen Österreichs hin- und hergerissen zwischen Patriotismus, also dem Bekenntnis zum Vielvölkerstaat, und Nationalismus, also dem Gefühl, eher mit den Reichsdeutschen zusammenzugehören als mit den anderen Völkern ihres Reiches. Manche tendierten mehr hier-, andere dorthin.

Ich hatte mir das Buch mit dem Ziel gekauft, mehr Informationen über die Deutschen im ungarischen Teil zu bekommen (s.o.) und war daher zunächst enttäuscht. Es gelang Kirchhof jedoch innerhalb weniger Seiten, mich für sein Thema zu begeistern. Das Buch ist für eine wissenschaftliche Arbeit gut lesbar, fast fesselnd geschrieben.
Es stellt die politischen Hintergründe verständlich dar, führt uns dann aber immer wieder in die Kunst und Literatur. Lieder, Gedichte, Briefe und Romanausschnitte werden zitiert und analysiert. Und ich bekomme ein immer lebendigeres Bild von der Mentalität der Deutschen im Österreichischen Kaiserreich. Dies verdanke ich den reichlich zitierten Quellen noch mehr als den Analysen.

Ein spannendes Buch über ein Thema, das man erst nach dem Lesen spannend findet.


Rare Masters
Rare Masters
Preis: EUR 24,06

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Idee, aber nicht durchdacht, 5. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Rare Masters (Audio CD)
Die "rare masters" von Elton John sollen offenbar nach demselben Konzept funktionieren wie die "past masters" der Beatles: Wenn Du alle Alben hast plus das hier, dann hast Du alles, was sie veröffentlicht haben.

Das stimmte schon bei den Beatles nicht. Bei Elton John ist es noch ein bisschen komplizierter: Denn "alle Alben" kann schonmal zweierlei bedeuten: Entweder man hat die damals veröffentlichten Alben auf LP oder nachgepresster CD - dann fehlt einem auch hiermit immer noch eine Menge. Oder man hat die "digitally remastered" CDs der "Classic Years"-Reihe - dann hat man über die Hälfte dieser "rare masters" schon als Bonus Tracks drauf - und noch einige mehr, man denke allein an das gut vervierfachte "Here and There" mit z.B. nicht einer, sondern drei bis dahin unveröffentlichten Live-Nummern mit John Lennon.

Sinnvoller wäre es gewesen, man hätte den "Friends"-Soundtrack einzeln veröffentlicht und alles (aber auch wirklich alles!) weitere als Bonus-Tracks auf die anderen Alben getan.

So lässt Elton John mich wieder einmal ratlos zurück. Als Fan seiner frühen Jahre muss ich dieses Album haben. Als Fan seiner frühen Jahre, der die Classic Years bereits besitzt, muss ich dann aber über die Hälfte dieses Albums auch wieder nicht haben. An die einzelnen übrigen Tracks kommt man dann aber nicht ran, weil die einschlägigen Download-Portale davon nichts wissen.

Also 5 Sterne für die Musik und einer für die Vermarktungspolitik. Macht im Durchschnitt 3.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 6, 2009 4:03 PM MEST


Väterchen Frost - Abenteuer im Zauberwald
Väterchen Frost - Abenteuer im Zauberwald
DVD ~ Alexander Chwylja
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 7,90

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eigentlich lustig, ..., 10. November 2007
Ich habe "Väterchen Frost" in der Slowakei kennengelernt, wo er zum Fernsehprogramm zwischen den Jahren dazugehört wie bei uns Aschenbrödel und Dinner for One. Ich war sehr begeistert von dem Film und habe mir die DVD auf tschechisch, slowakisch, russisch gekauft.
Begeistert war ich außer von den liebevollen Details vor allem von dem leicht abgedrehten Humor des Films. Die von einem Mann gespielte Hexe, die Räuber, die nach dem Prinzip "Sie liebt mich, sie liebt mich nicht" abzählen, ob sie rauben und prügeln oder nicht, der Bettler, der behauptet, blind, taub, lahm und (achtung!) stumm zu sein, das auf Nachfrage (!) bejaht, den Frager anblickt und die Flucht ergreift,
das kann problemlos mit guten Szenen aus Monty Python konkurrieren. Was für ein wunderbarer Film für klein und groß!

Kürzlich habe ich dann die deutsche Fassung im Fernsehen gesehen und war sehr enttäuscht. Tonqualität ist noch original 60er Jahre. Die Lieder sind nicht synchronisiert (super Kinderfilm :-( ), ein wunderbar eitles Gesangssolo von Ivan ist rausgeschnitten ebenso wie die Szene mit dem Bettler.

Die deutsche DVD werde ich mir darum sicher nicht kaufen. Dass sie keine Original-Tonspur hat, ist zwar im Vergleich mit Hollywoodwerken unverzeihlich, aber sogar noch das kleinere Übel. Doch solche Zerstörung eines Kunstwerkes ist dann echt nicht mehr lustig.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2012 8:17 PM MEST


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