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Rezensionen verfasst von
Valerie

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Sonst bist du dran
Sonst bist du dran
von Renate Welsh
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Grausame Schilderungen von quälenden Schul-Kindern mit völlig unrealistischem Happy End, 2. November 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sonst bist du dran (Taschenbuch)
Das Buch ist für Kinder ab 9 Jahren - und damit meiner Ansicht nach ein wenig zu schwer für diese Altersgruppe. Mit 9 Jahren sind die Kinder in der 3. oder 4. Klasse. Das Buch wird ja auch oft als Klassenlektüre genommen. Entweder man liest es gemeinsam in einer Klasse mit sehr klugen und reflektierten Kindern - oder man wartet noch ein zwei Jahre damit. Ich würde das Buch erst ab elf Jahren empfehlen.

Aber der Reihe nach, erstmal zum Inhalt: Arnold ist Außenseiter in der 4a und wird von einer Klassen-Gang drangsaliert. Das Buch soll Gewalterfahrungen in der Schule schildern. Arnold wird gleich zu Beginn des Buches von fünf Kindern mit dem Kopf ins Klo gestoßen und dort festgehalten, so dass seine Haare nass werden, er gurgelt und gluckst und er stinkt. (Jeder, der öffentliche Schultoiletten kennt, hat jetzt vielleicht ein Bild vor Augen!) So muss er zurück in die Klasse gehen - und er setzt sich schweigend an seinen Platz und wehrt sich nicht, sagt der Lehrerin auch nichts. Die Kinder hänseln ihn: "Iiihh, der stinkt, neben dem will ich nicht sitzen." . Michel - der auktoriale Erzähler (toll, was ich aus dem Deutschunterricht noch weiß, oder?:-)) - hat durch Zufall mitbekommen, was mit seinem Klassenkameraden gemacht wird. Da er Mitwisser geworden ist, will die Gang, die sich "Die Hunzer" nennt, dass Michel jetzt bei ihnen mitmacht und Arnold ebenfalls quält, denn: "Sonst bist du dran."

Und so macht Michel schließlich mit: die Kinder der 4a ohrfeigen Arnold, sie lassen ihn wie einen Hund im Vierfüssler-Stand vor ihnen hocken, er soll sagen "Meine Mutter ist eine fette Kuh und ich bin ein Kalb, also muss ich Gras fressen." Dann stopft Michel dem Arnold Gras in den Mund, das dieser schlucken muss. Einmal macht sich Arnold in die Hose vor Angst, darauf folgen weitere seelische Grausamkeiten und Hänseleien der Kinder.

Diese ganzen Szenen sind sehr grausam und gewaltvoll - und beim Lesen habe ich mich gefragt: gibt es wirklich Kinder, die in der 4. Klasse schon so verroht sind? Ich habe sowas noch nie gehört, noch nie erlebt und frage mich, ob die Zustände in den Grundschulen (!) heute so sind. Da ich in den Buchbesprechungen hier vorher gelesen habe, dass das Buch sehr gewaltvoll ist, habe ich es ersteinmal selbst gelesen, bevor ich es demnächst meinem Sohn (der in der 3. Klasse ist und im Januar 9 Jahre alt wird) gebe.

Entscheidet selbst: findet ihr, dass das noch "normale Schulgewalt" ist - oder handelt es sich hier schon um die Schilderung von kranken und seelisch abartigen Kindern? Ich finde letzteres und meiner Meinung nach würden solche Kinder allesamt in die Obhut des Jugendamtes gehören. Denn bei der Schilderung der Taten geht es nicht einfach nur um pure Gewalt, also Zuschlagen oder Prügeleien. Sondern um Demütigungen und sadistische Quälereien. Kinder, die in der 4. Klasse schon so kaputt sind, gehören meiner Ansicht nach in die Behandlung eines erfahrenen Kinder- und Jugendpsychiaters.

Überhaupt scheinen mir die Kinder in der 4. Grundschulklasse dieses Buches etwas frühreif zu sein: Michel ist in seine Kunst-Lehrerin Frau Rode verliebt und bekommt heiße Träume, wenn er an sie denkt. Der Anführer der Gang hat schon eine "Braut", um die er sich - ganz wie in einer echte Rocker-Gang - mit einem anderen Band-Mitglied prügelt. Aber der Klopfer kommt auf Seite 41: die Klassenlehrerin, Frau Hafner, erzählt der Klasse, dass sie schwanger ist und da: ".... zeichnet Mario aus der 4a eine birnenförmige Gebärmutter mit Bett und Tisch und Lampe darin und einen Winzling in einem Lehnsessel mit einer Sprechblase: 'Kein Fernseher, kein Computer, kein Walkman - wie soll man's hier neun Monate lang aushalten in diesem Saftladen?'" Und alle lachen! Das soll in einer 4. Klasse passiert sein (können)? Das sollen 4. Klässler verstehen? Die ganze Schwangerschafts-Geschichte erschließt sich mir sowieso nicht: wieso wurde sie noch erzählt? Mit der Gewalt-Story hat sie jedenfalls nichts zu tun.

Das Schlimmste an der Geschichte - und deswegen gebe ich nur 2 Sterne - ist aber, wie sich dank einer pädagogischen Meisterleistung der Lehrerin schließlich für die ganze Gewalt eine Lösung findet und alle wieder wie von Zauberhand "gut" werden. Eine Lösung, die komplett unwahrscheinlich ist. Ein Happy End, wie es schlimmer in keiner Hollywood-Romanze vorkommen könnte. Da schreibt die Autorin so eine Problem-Buch - und am Ende Friede, Freude, Eierkuchen?! Absolut unrealistisch!

Die Lösung also: Michel vertraut sich seinen Eltern an. Die informieren (wahrscheinlich, das wird in dem Buch nicht so genau gesagt) die Lehrerin und fordern Michel auf, sich bei Arnold zu entschuldigen. Die Lehrerin redet dann mit der Klasse über Gewalt, jeder soll seine Gewalterfahrungen aufschreiben, die werden im Stuhlkreis vorgelesen und darüber wird dann gesprochen. Die Lehrerin erklärt, dass gewaltätige Kinder oft selbst Gewalt erfahren hätten, "sie werfen den Pfeil nach anderen, der sie selbst getroffen hat, sie können den Pfeil nicht rausziehen und unschädliche machen". Außerdem ist die Lehrerin der Meinung, dass Wut und Gewalt zusammengehören und alle Menschen den Wunsch nach Gewalt in sich haben und dass man deshalb vorsichtig sein muss, da es sonst schnell Kriege gäbe. Ach ja: bei den Gewalterfahrungen schildert auch Ünal noch, wie ihr jemand mal das Kopftuch vom Kopf gerissen habe und darauf rumgetrampelt sei. Das Buch wird also noch mit einem weiteren Thema überfrachtet.

Ähmmm.... sorry, aber das ist wirklich zu viel des Guten!

Die Kinder sehen schließlich alles ein, was ihre Klassenlehrerin so erzählt, und finden als Klassengemeinschaft zusammen, indem sie für Frau Hafners Baby eine Patchwork-Decke häkeln (vielleicht gibt es deshalb die Schwangerschafts-Story?). Die Mädchen sind sehr emanzipiert (insbesondere natürlich Ünal, die besonders gut handarbeiten kann) und zwingen auch die Jungs zum Häkeln: "Nein, das müsst ihr selbst machen und nicht eure Mütter, sonst akzeptieren wir das nicht als Geschenk!" Alle machen natürlich mit: selbst der Anführer der Gang zeigt sich einsichtig und lässt sich das Häkeln erklären: er sitzt mit seiner "Braut" in der Schul-Bücherei (!) und lässt sich "geduldig feste Maschen zeigen". Arnold wird natürlich nicht mehr geärgert und findet Freunde in der Klasse. Michel entschuldigt sich bei ihm - und Arnold nimmt die Entschuldigung nach einer Zeit auch an. Das Buch endet, indem beide gemeinsam lachend ins Klassenzimmer gehen.

Ein völlig undifferenziertes Happy End. Und wenn hier einige Leser schreiben, es sei doch toll, wie die Autorin die grausame Realität in der Schule schildere, so sei das Leben nun einmal, dann kann ich nur sagen: das Ende des Buches ist aber gar nicht realistisch. Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass die Gang nicht einsichtig ist, dass sie weiter ärgern, dass das Reden im Stuhlkreis nicht hilft, dass Arnold nicht auf einmal beliebt ist. Und was dann? Was, wenn es in der Realität eben keine einfachen Lösungen gibt? Darauf hat die Autorin keine Antwort.

So. Jetzt fragt ihr euch, warum ich zwei Sterne gegeben habe - und nicht nur einen? Der Autorin ist es gut gelungen, die ambivalenten Gefühle von Michel zu schildern, als er Arnold quält. Er empfindet nicht nur Angst vor der Gang und Mitleid mit Arnold. Sondern auch große Wut auf "dieses Opfer", das sich nicht wehrt und mit niemandem spricht und niemanden verpetzt. Er kann Arnold nicht leiden, weil er ein "Opfer" ist und denkt an einer Stelle des Buches, "vielleicht hat Arnold es deshalb auch nicht besser verdient, als dass ich ihn trete und schlage". Ist Arnold vielleicht selbst schuld daran, dass er gequält wird? Die Frage kann man sich währen der Lektüre des Buches stellen. Und genau über diesen Punkt werde ich sicher lange mit meinem Sohn reden.

Dnn genau hier an dieser Stelle hat die Autorin - wahrscheinlich unbeabsichtigt - ihre ganze Kuschelpädagogik selbst in Frage gestellt: denn was für eine Lehre sollen Kinder aus diesem Buch ziehen? Tritt zu, schlag zu, wehr dich, bevor du selbst zum Opfer wirst? Und wäre diese Konsequenz nach der Lektüre so falsch?

Diese Bewertung überlasse ich euch selbst.


Nächstes Semester wird alles anders ... Zwischen Uni und Leben!: Für alle, die denken, sie bräuchten einen Plan
Nächstes Semester wird alles anders ... Zwischen Uni und Leben!: Für alle, die denken, sie bräuchten einen Plan
von Tabea Mußgnug
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dieses Buch zu lesen ist Zeitvergeudung!, 5. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich schreibe ganz selten Rezensionen mit nur einem Stern. Diesmal lässt es sich leider nicht vermeiden. Hier meine Begründung: Die Autorin legt mit ihrem Werk den Beweis vor, dass sie zu Recht noch auf das "ganz große geniale Jobangebot" wartet. Ein Buch ohne jegliche Inspiration, ohne tiefegehenden Gedanken, mit lediglich vordergründigem Witz. Frau Mußgnug sollte das Schreiben einstellen und sich auf die Arbeit im Archiv konzentrieren.

Ich habe vor 15 Jahren studiert und wollte das Buch einer entfernten Bekannten schenken, die gerade ihren Master abgeschlossen hat und in einer Geisteswissenschaft promovieren will. Ich habe das Buch an Amazon zurückgeschickt, nachdem ich es quer gelesen habe, weil es mir einfach zu peinlich war, diese Plattitüden zu verschenken.

Alles, was die Autorini schreibt, ist nicht neu, sondern hätte so auch schon vor 15 Jahren zu meiner Zeit übers Studium geschrieben werden können. Auch damals sind schon alle Studenten ins Sprachlabor gerannt und haben Spanisch, Italienisch oder Schwedisch gelernt. Auch damals schon haben sich Juristen, Mediziner und BWLer für "etwas Besseres" gehalten. Hier überrascht allerdings die Hochnäsigkeit der Autorin. Ich habe Jura studiert und gehöre zu den von der Autorin geschilderten "Hassfiguren, die konservativ wählen und immer schick gekleidet sind". Die Autorin behauptet, "die sind wohl irgendwo falsch abgebogen". Allerdings haben all diese Leute, die nach Ansicht der Autorin "falsch abgebogen" sind, einen Job gefunden, der ihnen Spaß macht. Ist doch schön, dass die Autorin wenigstens im Studium immer Spaß und keine Mühe hatte und nichts lernen musste. Dafür arbeitet sie jetzt eben im Archiv und wartet darauf entdeckt zu werden.

Die Autorin beschreibt fortwährend, wie links, wie cool, wie überlegen sie allen anderen ist. Eine zeitlang habe ich gedacht, dass ist Selbstironie. Ist es aber nicht. Die Autorin meint das ernst. Das ermüdet. Und es langweilt. Und es ist einfach nichts Neues.

Dieses Buch zu lesen ist Zeitvergeudung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 10, 2015 2:34 PM MEST


Die neue Liebesordnung: Frauen, Männer und Shades of Grey (edition suhrkamp)
Die neue Liebesordnung: Frauen, Männer und Shades of Grey (edition suhrkamp)
von Eva Illouz
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dies ist eines der besten Bücher über die Liebe, das ich in den vergangenen Jahren gelesen habe, 6. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, habe ich mich erschüttert gefragt, ob Soziologen verstärkt unter Depressionen leiden - so ernüchternd fand dich die Analyse von Eva Illouz. Sie beschreibt die Wahrheit schonungslos und in klarer Sprache, man kann sich ihren logischen Schlussfolgerungen als Leser(in) nicht entziehen. Ich habe bei der Lektüre der 75 Seiten fast ununterbrochen innerlich genickt. Die Abhandlung war so spannend und inspirierend, dass ich sie innerhalb weniger Stunden am Stück durchgelesen habe.

Die Autorin, eine israelische Soziolgoin, geht der Frage nach, wieso ein Groschenroman wie "50 Shades of Grey" so erfolgreich werden konnte. Im ersten Kapitel behandelt sie das eher allgemeine Thema "Bestseller und soziales Unbewusstes". Das zweite Kapitel behandelt "Emotionale Sicherheit in einer Welt der verunsicherten Sexualität". Im dritten Kapitel geht es um "Das Problem mit der Gleichheit". Das vierte Kapitel heißt: "Sadomasochismus als Liebesutopie".

Illouz erklärt zunächst anhand früherer Bestseller wie zB "Robinson Crusoe", warum Bestseller in der Lage sind, "Werte und Einstellungen zu transportieren, die entweder bereits hegemonial und weithin institutionalisiert oder immerhin schon so weit verbreitet sind, daß sie mittels eines kulturellen Mediums in den Mainstream vordringen können". Die Autorin führt aus, dass "das Genre der Serien- und Groschenromane, der ohne Zweifel am stärksten kommerzialisierte Bereich des Buchmarktes ist. Die führenden Verlagshäuser überlassen dort nichts dem Zufall. Die Plots der Geschichte folgen ausgekügelten und standardisierten Formeln, die gehütet werden wie die Rezeptur von Coca-Cola".

Illouz erklärt, wie Ideen heutzutage rasche Verbreitung finden (fünf Faktoren sind ausschlaggebend: Verfügbarkeit, rhetorische Kraft, Resonanz, institutionelle Speicherung und Bestimmtheit). Daran erklärt sie das Erfolgsgeheimnis von "Shades of Grey", das für sie kein pornografisches Buch ist, sondern die Verfassung der Beziehung zwischen Männern und Frauen in der Moderne schildert. "Wir haben es mit einer klassischen romantischen Liebesgeschichte zu tun, die an die Bedingungen der Gegenwart angepasst wurde. Meine These lautet, dass uns die in "Shades of Grey" erzählte Geschichte viele der Aporien vor Augen führt, die sexuelle Beziehungen zwischen Männern und Frauen in unserer Gegenwart kennzeichnen, so daß das sadomasochistische Verhältnis der Figuren sowohl eine symbolische Lösung für diese Aporien als auch ein Verfahren zu ihrer Überwindung darstellt."

"50 Shades of Grey" erfüllt alle Anforderungen, um den Nerv der Zeit zu treffen: Frauen träumen noch immer von starken, dominanten Männern, doch gesellschaftlich ist dieses Männerbild nicht mehr anerkannt und keine westliche emanzipierte Frau will im Alltag von einem Mann dominiert werden. Frauen wollen außerdem, dass Männer sich an sie binden und "commitment" zeigen. Eines der häufigsten Probleme der modernen Frau, das in Ratgebern, Frauenzeitschriften und beim Psychologen abgehandelt wird, ist der Mann mit Bindungsangst, der Mann, der sich nicht binden will. Frauen wollen auch heute noch einen Mann, der nur sie verbindlich liebt. Die überwältigende Mehrheit hat kein Interesse an unverbindlichem Sex. Die moderne männliche Sexualiät aber sei durch Pornografie und Legalisierung der Prostitution etc von Gefühlen wie Liebe abgekoppelt worden.

Illouz führt nun aus, wie das "Problem der Gleichheit", der Emanzipation, zu einer Aporie geführt hat, die für die Frauen ein Dilemma bedeutet. "Der Feminismus ist eine radikale Bewegung im etymologischen Sinn des Wortes: Er reicht an die Wurzeln des gesellschaftlichen Seins der Frauen und versucht nicht weniger, als die Natur ihres Begehresn zu verändern. Während der Anspruch des Feminismus auf wirtschaftliche Gleichstellung keinen nennenswerten moralischen Einwänden begegnete, traf die Absicht, die Struktur des heterosexuellen Begehrens zu reformieren, auf großen Widerstand - von seiten der Frauen." Warum? "Weil das Ideal der Gleichheit untergraben zu haben scheint, was in der traditionellen Geschlechterordnung für emotionale Verbindlichkeit und erotische Verlockung gesorgt hat."

Die Ungleichheit vormoderner Beziehungen hat nach Illouz drei Vorteile: Klarheit der Rollen, unverkopfte Gefühle - und: ein Beschützerverhältnis, das beim Mann für einen starken emotionalen Klebstoff sorgt. Dieser "emotionale Klebstoff" entfällt beim Mann, wenn er seine Frau nicht mehr beschützen muss, statt dessen die Beschützer-Rolle vom Staat übernommen wird. Eva Illouz: "Meine These ist folglich: Eine Gegenreaktion auf dem Feminismus besteht in der Sehnsucht nach dem Patriarchat, und zwar nicht, weil sich die Frauen danach sehnen, beherrscht zu werden, sondern weil sie sich nach den emotionalen Bindungen sehnen, die die männliche Vorherrschaft begleiten, verbergen, rechtfertigen und unsichtbar machen. (...) Aus diesem Grund kann man sagen, daß "Shades of Grey" eine archetypische, traditionelle Männlichkeit - eine Schutz bietende Möglichkeit - vor Augen führt."

Illouz erklärt anhand zahlreicher Beispiele, wieso "Shades of Grey" ein Frauen-Selbsthilfe-Buch ist. Sie erklärt in einem Exkurs die große Faszination für Selbsthilfe-Bücher in unserer modernen Zeit der Verwirrung. Selbsthilfe verschaffe ein angenehmes Gefühl, da sie explizite Anweisungen enthalte, die man einfach nur befolgen müsse, damit die Dinge sich zu einerm Besseren wenden. Die Selbsthilfe-Aufforderung von "Shades of Grey" laute: softer BDSM. 80 Millionen verkaufte Exemplare in der westlichen Welt würden zeigen, dass "Shades of Grey" die Phantasien der modernen Frauen inszeniere.

Ana, eine moderne und emanzipierte Frau, trifft auf einen großen Beschützer (Christian Grey), der sie abgöttisch liebt und im Bett führt und dominiert, jedoch niemals etwas gegen ihren Willen tun würde, der sein Vermögen mit ihr teilt und nicht nur ihr Äußeres liebt, sondern in erster Linie ihre Intelligenz und ihre Persönlichkeit. Grey beschützt Ana in traditioneller Männlichkeit, ohne ihr ansonsten die gleichen Recht vorzuenthalten. Er verzichtet auf eigene Oragsmen, wenn er Ana nur multiple Orgasmen verschaffen kann. Dabei kann Ana sich fallen lassen und Grey ganz hingeben, denn sie kann sich seiner Liebe, die nur ihr allein gilt, immer ganz sicher sein.

Eva Illouz führt aus, warum es sich bei "Shades of Grey" um ein modernes Frauen-Märchen handelt, das Männer so niemals teilen werden. Sie führt dem Leser bzw der Leserin die Grenzen der Emanzipation vor Augen und erklärt die "Stellvertreter"-Lösung BDSM. "Wenn wir keine Regeln, Normen oder Moral haben, aus der sich Gewißheiten und Orientierungen ableiten ließen, dann werden BDSM und Selbsthilfe zu einem unmittelbaren Ersatz für sie."

Illouz Buch "Die neue Liebesordnung" ist keine Selbsthilfe-Literatur. Sie präsentiert keine Lösung. Im Gegenteil. Am Schluss zieht sie das Fazit: "Shades of Grey ist schlechte Literatur. Und doch führt uns der Roman vor Augen, wie es heute um unser Sexual- und Liebesleben bestellt ist."
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 13, 2015 5:16 PM CET


Hauptstadtgarten: Von Schlangenbart bis Schneckentod. Praktisches für entspanntes Gärtnern im urbanen Raum
Hauptstadtgarten: Von Schlangenbart bis Schneckentod. Praktisches für entspanntes Gärtnern im urbanen Raum
von Ingrid Gorr
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,80

5.0 von 5 Sternen Weckt auch beim Anfänger Lust auf Garten, 23. April 2014
Ein tolles Buch. Wir haben unseren ersten Garten "zum Haus dazu" bekommen, und ich hatte keine Ahnung, was ich mit den ganzen Pflanzen und dem Grün dort anfangen soll. Ich habe zuvor noch nie gegärtnert, und mir deshalb zahlreiche Gartenbücher angeschaut. Ich konnte mit keinem so richtig was anfangen, sie waren mir alle zu fortgeschritten. Die Bilder fand ich alle ganz schön - aber ich weiß bis heute nicht, wie ich das hinbekommen soll, dass mein Garten so ausschaut, wie auf den Fotos.

Ganz anders das Buch von Frau Gorr. Sie gibt dem Anfänger ganz viele praktische Tipps mit. Großartig fand ich ihr "Berliner Sortiment", eine Zusammenstellung von 15 Stauden, die in jedem Garten etwas hermachen. An dieser Liste werde ich mich beim nächsten Einkauf dran entlanghangelen. Es gibt auch noch eine Erweiterungsliste für Fortgeschrittene und ein Kapitel über Hortensien, Gehölze und Rosen. Werde mir auch die Westerland-Rose und Hortensien kaufen, damit kann ich nichts falsch machen. Es gibt auch ein Kapitel zu Kräutern, aber da wage ich mich nicht dran.

Die Autorin stellt zwischdrin immer wieder Berliner Gärten und Grünanlagen vor, von denen sich der Gärtner etwas abgucken oder lernen kann. Ich habe mir danach den Savignyplatz mit ganz anderen Augen angeschaut. Frau Gorr verrät, wo man schöne Gärten findet. Die Fotos sind toll. Den Prinzessinnengarten kannte ich noch nicht und habe mir das Projekt "Urban Gardening" nach der Lektüre angeschaut.

Informativ die Kapitel über Gärten und Kinder, über die Grund-Ausstattung eines Gärtners, über Tiere im Garten und ältere Gärtner.
Vielleicht kann die Autorin ja Seminare anbieten? Ich würde auf alle Fälle kommen, denn bei dieser Gärtnerin merkt man die Liebe zum Garten und zur Natur in jeder Zeile.


Von Null auf Drei: Vom Kinderwunsch zum Wunschkind durch künstliche Befruchtung
Von Null auf Drei: Vom Kinderwunsch zum Wunschkind durch künstliche Befruchtung
von Dr. med. Franziska Rubin
  Gebundene Ausgabe

5 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dürftige Informationen, kitschige Schreibe, 1. April 2014
Ich habe das Buch in einer Buchhandlung in einer halben Stunde durchgelesen und kann nur mit dem Kopf schütteln. Das ganze erinnert eher an einen Lore-Roman oder eine Home-Story aus der BUNTEN, als an einen ehrlichen Erfahrungsbericht.

Warum zB fehlen die Hinweis auf eine Eizellspende (hüstel, hüstel!) und das Forum eizellspende.de komplett?! Die künstliche Befruchtung ist schon lange kein Tabu mehr, die künstliche Befruchtung mit fremden Eizellen (zB aus Brünn in Tschechien) aber ist es. Denn die Kinder, die man dadurch bekommt, sind nicht die genetisch eigenen Kinder. Das Kind erhält also die Hälfte seiner Gene von einer unbekannten Eizellspenderin... Laut Statistik werden 85 Prozent der über 40jährigen Frauen aber mittels einer Eizellspende schwanger.... Ganz zu schweigen von Müttern über 45, die mit eigenen Eizellen gar nicht mehr schwanger werden können.

Ok, nun möge sich jeder seinen Teil denken.

Unabhängig davon, bietet das Buch auch für Menschen, die eine "normale" künstliche Befruchtung benötigen, keinerlei Mehrwert. Die Informationen bekommt man in jedem Internet-Kinderwunsch-Forum besser aufgearbeitet.

Das Buch liest sich wie von einer Mutter im Erziehungsurlaub geschrieben, die eine Beschäftigung für die Zeiten gesucht hat, wenn die Kinder tagsüber schlafen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 5, 2014 9:37 PM CET


LESEMAUS 63: Max im Winter
LESEMAUS 63: Max im Winter
von Christian Tielmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 3,99

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Höhlen in Schneehaufen geht gar nicht!, 1. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: LESEMAUS 63: Max im Winter (Taschenbuch)
Wir sind große Fans der Max-Bücher, denn sie handeln von einer Familie mit zwei Söhnen - genau wie bei uns:)
Die kleinen Bücher aus der Lesemaus-Reihe werden von der Stiftung Lesen empfohlen, stehen für Qualität und machen in der Regel Spaß zu lesen.

Bei diesem Max-Buch muss ich leider Abstriche machen und zwar aus folgendem Grund:

Die Handlung ist kindgerecht (für Zuhörer ab 3 Jahren) einfach auf 24 Seiten erzählt: Max und sein älterer Bruder Felix (der schon in die 1. Klasse geht) freuen sich über den ersten Schnee. Max geht in den Kindergarten, dort baut er einen Schneemann, er geht mit Mama und seinem Bruder Schlitten fahren, stellt fest, dass der Schnee nicht glatt genug ist, weil es noch zu warm ist, er macht mit seinem Papa eine Schneeballschlacht - und er baut ein Iglu. Das Buch schildert, wie Max, Felix und Pauline einen großen Schneehaufen zusammenschippen und Felix dann ein Loch in den Schneehaufen gräbt, so lange, bis er in einer Höhle sitzt.

Es wird jetzt sicher einige Amazon-Kunden geben, die mich hysterisch finden, aber - um es mit der Kanzlerin zu sagen: Löcher in riesige Schneehaufen graben und sich dann dort in eine Art Höhle rein zu setzen, das geht gar nicht! Ähnlich wie bei riesigen Löchern in Sanddünen besteht hier nämlich die Gefahr, dass der Schneehaufen über der "Höhle" zusammenstürzt und das Kind lawinenmäßig darunter begräbt. Ich möchte nicht, dass meine Kinder so etwas nachmachen und ich habe Angst, dass sie durch das Betrachten der Bilder auf diese Idee kommen. Deshalb habe ich das Buch nicht im Kinderzimmer gelassen und beim Vorlesen den Text so verändert, dass die Mama über die Aktion mit der Schneehöhle schimpft und erklärt, wie gefährlich so was ist. Ich nenne die Kinder beim Vorlesen sowieso nie Max und Felix, sondern setze immer die Namen meiner Söhne ein, das finden sie lustig. Die Mama sieht zwar nicht aus wie ich, aber diesmal hat sie eben wie ich geredet.

Zu den Bildern selbst: die sind toll. Sehr schöne, sehr bunte Zeichnungen. Auch immer gut: die Mitmach-Doppelseite in der Mitte des Buches mit kleinen Rätsel-Aufgaben und Ausmalbildern.

Da das Buch nicht aus den 70ern stammt, wo man vielleicht für die Gefahren im Schnee noch nicht so sensibilisiert gewesen ist, sondern ganz aktuell erst in diesem Oktober 2013 erschienen ist, muss ich jedoch für die Sache mit dem Iglu zwei Sterne abziehen. Der erste Schnee ist ja noch ein bisschen hin, vielleicht reicht die Zeit ja noch, um das bei der nächsten Auflage zu ändern.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 9, 2016 8:00 PM CET


Nussknacker "Pilz", mit Schraubgewinde
Nussknacker "Pilz", mit Schraubgewinde
Wird angeboten von Dekohelden24
Preis: EUR 3,85

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist kein Nussknacker, sondern ein Kastanienhalter!, 10. Oktober 2013
Eigentlich müsste ich einen Stern Abzug geben, weil dieses Produkt als Nussknacker inseriert wurde. Das ist dieser Pilz aber nicht. Bei diesem Pilz handelt es sich um einen Kastanienhalter für Kinder (so wird er auch überall sonst bei den Naturkaufhäusern verkauft). Nun gibt es sicher viele Menschen, die keine Kinder haben, die mit dem Wort Kastanienhalter schlichtweg nichts anfangen können. Wäre mir auch so gegangen, als ich noch keine Kinder hatte...

Der Kastanienhalter dient dazu, die Kastanie sicher festzuhalten, wenn man mit einem Kastanienbohrer Löcher in die Kastanie bohrt. Damit kleine Kinderhände da mit dem Bohrer nicht abrutschen, gibt es diesen lustigen Holzpilz als Halter - so sticht man sich beim Bohren nicht so leicht in die Hand.

Und wer sich jetzt fragt, warum man Löcher in Kastanien bohren sollte: na für die ganzen Herbstbasteleien wie zB Kastanienmännchen oder Kastanienigel etc.... man bohrt die Löcher und steckt anschließend Zahnstocher rein. Entweder sind das dann die Stacheln vom Igel oder Beine oder Arme vom Mensch oder das Verbindungsstück zum Kopf. Zwei Augen drauf geklebt - fertig ist der Kinderspaß.

Da diese Nutzung zugegebenermaßen den Absatz relativ einschränkt, hat man den Pilz wohl noch als Nussknacker inseriert. Dafür ist er aber keinesfalls geeignet, denn mit der großen breiten Holzschraube kann man niemals eine Nuss zerdrücken. Ich habe es versucht, es ist mir nicht richtig gelungen und aufgrund der Kraft, die man dafür aufwenden musste, ist er für Kinder in dieser Funktion gar nicht geeignet. Da haben die kritischen Stimmen schon recht.

Dennoch ist es ein wunscherschönes und originelles Bastel- und Kinderutensil aus Holz, so dass ich bei dem falschen Inserat mal ein Auge zudrücke.


Mütter ohne Liebe. Vom Mythos der Mutter und seinen Tabus
Mütter ohne Liebe. Vom Mythos der Mutter und seinen Tabus
von Gaby Gschwend
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,95

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein politisches Buch, sondern psychologische Krankheitslehre, 2. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist mir ein Rätsel, wie man aus dem Buch "Mütter ohne Liebe" von Gabi Gschwend ein politisches Buch machen kann - so wie von einer Vor-Rezensentin geschehen. Wer behauptet, der Autorin würde es um eine bessere Kinderbetreuung und eine Vollzeit-Berufstätigkeit der Mutter gehen, der kann von diesem Buch nicht viel mehr als den Klappentext gelesen haben. Und dieser ist in der Tat irreführend. In diesem Sachbuch geht es aber nicht um irgendwelche politischen Forderungen von Feministinnen - ganz im Gegenteil.

Die Autorin beschreibt ein Krankheitsbild - nämlich "Mütter ohne Liebe". Darüber zu schreiben ist ja schon ein Tabu. Für viele Menschen kommt die so genannte "Rabenmutter" gleich nach dem Teufel. Die Autorin aber sagt ganz und gar nicht, dass die fehlende Liebe ein "normaler, akzeptabler Zustand" ist. Ganz im Gegenteil: sie beschreibt, zu was für schlimmen Folgen fehlende Mutterliebe beim Kind führen kann.

Angeblich wachsen 60 bis 80 Prozent aller Menschen in gestörten Mutter-Kind-Beziehungen auf. Diese frühen destruktiven Beziehungen haben langfristige Folgen. Früh zu erfahren, dass sich der nächste Mensch zB feindselig und gewalttätig verhält, beeinträchtigt die spätere eigene Beziehungsfähigkeit. Die daraus resultierenden Störungen sind vielgestaltig.Diese destruktiven Mutter-Kind-Beziehungen werden häufig verleugnet bzw versteckt, und zwar aus zwei Gründen, aus denen sich der so genannte „Muttermythos“ zusammensetzt:

1. In der heutigen Generation hat sich eine „psychologische Gewissheit“ durchgesetzt, dass jedes Versagen der Mutter dem Kind später nachhaltig schaden wird.
2. Als wichtigster Bestandteil einer guten Mutter-Kind-Beziehung wird die selbstlose, aufopfernde Mutterliebe angesehen. Wenn diese Mutterliebe bei der Mutter aber gar nicht oder nur wenig vorhanden ist, wird sie mit ihren eigenen „Schattenanteilen“ konfrontiert, die sie als „nicht normal“ wahrnimmt.

Damit dieser Mythos besser verstanden wird, erklärt die Autorin die Geschichte der Mutterliebe.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein waren kleine Kinder und damit die Mutterschaft nichts Besonderes. Alle Frauen waren ständig schwanger, die meisten Kinder starben vor Erreichen des 1. Lebensjahres, doch die Trauer über die hohe Säuglingssterblichkeit hielt sich in Grenzen, denn die Kinder waren leicht zu ersetzen. Der Begriff „Mutterliebe“ existierte nicht. Kinder waren kleine Erwachsene und zu nichts anderem als der Altersvorsorge gedacht. Sie sollten gehorchen und fleißig sein – und wenn sie schrien, wurden sie mit Alkohol oder Opium ruhig gestellt.

Erst im 19. Jahrhundert begann allmählich die Idealisierung der Mutterliebe. Grund dafür war die fortschreitende industrielle Entwicklung. Die neuen Produktionsverhältnisse führten zu einer Trennung von Arbeits- und Wohnort. Das Überleben hing nicht mehr von einer gemeinsam wirtschaftenden Familiengruppe wie zB in der Landwirtschaft ab, sondern beruhte immer mehr auf der Leistung von Einzelnen. Diese Individualisierung führte dazu, dass sich jemand um die Kinder kümmern musste, während ein anderer das Geld verdiente.

In der bürgerlichen Schicht waren das die Haus-Mütter, während der Mann meist Alleinverdiener war und die Familie finanziell versorgte. Bei den Armen wurden die Kinder meist alleine zu Hause gelassen, da auch die Frauen Geld verdienen mussten und bei den Adeligen gab es eine Amme, während die Frau quasi immer schon gleichberechtig mit dem Mann ihren Hobbies und diversen Freizeitgestaltungen nachgehen konnte.

Gesellschaftlich dominierend und prägend war in Deutschland die bürgerliche Schicht.

Die Arbeitsteilung in der bürgerlichen Ehe führte zunächst zu einer Aufwertung der Mutter. Es entwickelte sich eine intellektuelle Auseinandersetzung mit den Aufgaben der Mutter, der Begriff Mutterliebe entstand.

Die Mutter-Kind-Beziehung wurde jedoch immer mehr psychologisiert.

Der Pflichtenkatalog der Mutter wurde insbesondere durch Psychoanalytiker (Stichworte: Freud, Bowlbys Bindungstheorie usw.) ausgeweitet. War die Mutter Jahrtausende lang nur für das körperliche Wohlergehen des Kindes zuständig, wurde sie zunehmend auch für das seelische Wohlbefinden sowie eine glückliche Zukunft des Kindes verantwortlich gemacht. Diese führte zu starken Schuldgefühlen bei vielen Müttern und gilt heute auch als Erklärungsansatz für die Verweigerung vieler insbesondere akademischer Frauen, Kinder zu bekommen.
Eine kinderlose Frau aber wird Umfragen zufolge in weiten Teilen der Bevölkerung ebenfalls als „nicht normal“ angesehen.

Im nächsten Kapitel führt die Autorin das Krankheitsbild "Mütter ohne Liebe – die gestörte Mutter-Kind-Beziehung" näher aus.

Hass und Ablehnung des eigenen Kindes traut sich kaum eine Mutter zu äußern. Aber es gibt zahlreiche „Mütter ohne Liebe“, bei denen die Beziehung zum Kind massiv gestört ist. Folgende drei Fälle können auftreten:

• Ablehnung und Distanzierung
(Bsp.: Kind als Störfaktor, weil Mutter zB lieber arbeiten will.
Enttäuschung der Mutter über eigenes Leben oder Kind, das zB nicht das „richtige Geschlecht“ hat. Mutter ist unerreichbar, abwesend in Gedanken woanders.)
• Seelische Ausbeutung
(Bsp.: Pseudo-Nähe/übertriebenes Pseudo-Mitgefühl für Kind, narzisstischer Missbrauch – Kind ist zB angeblich bes. intelligent, hübsch etc., Kind darf nicht autonom werden, sonst droht Liebesentzug, wird von der Mutter manipuliert und kontrolliert und zu Anpassung und Loyalität gebracht)
• Ausübung von Gewalt
(durch emotionale – Beschimpfungen - oder körperliche Misshandlung - Schläge, Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch)

Die einzelnen Fälle, Ursachen und Hintergründe, Auswirkungen auf das Kind, Hilfen und Selbsthilfen für die Mutter werden sehr ausführlich und teilweise recht praktisch beschrieben. Ein Beispiel: die Autorin beschreibt zB einen Fall einer seelisch ausbeutenden Mutter, eine Mutter, die ihre Tochter zur Freundin will und das Kind nur als Objekt zur eigenen Bedürfnisbefriedigung sieht. Das Kind soll die innere Leere der Mutter füllen, es wird zum "Herzeigekind" und soll damit die Bedürfnisse der Mutter nach Anerkennung erfüllen. Kennzeichen dieser mangelnden Liebe ist eine Pseudo-Nähe sowie ein Autonomieverbot für das Kind als auch Manipulation und Kontrolle der Mutter. Das Kind verinnerlicht dadurch, dass es in einer Beziehung zu anderen Menschen immer nur Platz für ein ICH gibt. Beziehung werden künftig geprägt von der Polarität Herrschaft - Unterwerfung. Die Autorin gibt Tipps, wie man sich von so einer Mutter lösen kann.

Im letzten Kapitel spricht sich die Autorin dafür aus, dass es für Kinder solcher psychisch kranker Mütter nicht immer das Beste sei, wenn sie bei ihnen aufwachsen und ggf. in eine andere Obhut gegeben werden müssen. Sie fordert, dass die destruktiven Mutter-Kind-Beziehung von der Öffentlichkeit wahrgenommen - und nicht verdrängt werden. Sie fordert auch eine stärkere Stellung der Väter, weist aber daraufhin, dass es ebenso destruktive Vater-Kind-Beziehungen gibt, auf die acht gegeben werden müsse.

Wie gesagt: wie man in diesem Buch eine Beitrag zur politischen Forderung nach mehr Kindergartenplätzen sehen kann, ist mir schleierhaft. Die Autorin fordert an vielen Stellen vielmehr, dass Mütter sich die Zeit für eine gute Beziehung zu ihren Kindern nehmen und sich mit ihren eigenen Repräsentationen auseinandersetzen, und nicht das Kind zehn Stunden am Tag fremd betreuen lassen.


Stapelbares Metall-Weinregal
Stapelbares Metall-Weinregal

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfektes Regal für's Regal, 8. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stapelbares Metall-Weinregal
Ich bin ein bisschen perfektionistisch veranlagt - und habe lange nach einem ordentlichen Weinregal für unseren Keller gesucht. Es sollte kein super stylisches Teil sein, sondern stabil und zweckmäßig - und es sollte außerdem in ein Ikea-Ivar-Regal passen, so dass ich die liegenden Flaschen in Griffhöhe parat habe.

Ich habe ein paar Weinregale aus Bambus und Holz probiert - jedesmal eine Katastrophe. Erst hat es Stunden gedauert, die Dinger zusammen zu bauen, dann waren sie doch nicht stabil.

Schaut euch die Maße dieses Metall-Weinregals an: es passt genau in ein 60cm breites Regal. Super! Wer es auf den Boden stellen und stapeln will: auch das habe ich probiert, funktioniert problemlos bis 3 Stück und ist stabil. Ich wollte mich allerdings nicht bücken, und habe auch nicht so viele Weinflaschen, dass ich einen ganzen Keller damit füllen kann. Mir reicht der Platz für 18 Flaschen völlig.

Ich habe überlegt, ob ich einen Punkt Abzug gebe, da das Weinregal kein besonders raffiniertes oder schönes Design hat. Aber mir gefällt es, und ich würde es sogar offen in einen Küchenschrank oder Küchenregal stellen.


Roger Para Mass'Nyl 1024
Roger Para Mass'Nyl 1024
Wird angeboten von hagelshop
Preis: EUR 16,85

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimtipp!, 21. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Roger Para Mass'Nyl 1024 (Badartikel)
Diese unscheinbare Bürste war vor fünf Jahren ein Geheimtipp, den ich mal in einem Laden für Friseurbedarf bekommen habe.
Damals war ich auf der Suche nach einer Bürste, die langes Haar nach dem Waschen möglichst ohne Ziepen durchkämmt. Die Verkäuferin hat mit genau diese Bürste empfohlen und ich habe sie fast fünf Jahre mehrmals täglich benutzt. Sicher könnte ich sie noch fünf weitere Jahre nutzen, denn sie ist nicht kaputt und kann gewaschen werden. Aber aus hygienischen Gründen wollte ich meine alte jetzt ersetzen.
Da es den Laden für Friseurbedarf inzwischen nicht mehr gibt, war ich mehr als glücklich, diese Bürste auf Amazon gefunden zu haben.
Diese Bürste ist großartig! Auch wenn man es ihr nicht ansieht... ;-)


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