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Rezensionen verfasst von
Dr. R. Manthey
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   

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Anup Shah - Die letzten Tiere der Mara
Anup Shah - Die letzten Tiere der Mara
von Anup Shah
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

4.0 von 5 Sternen Herrliche Fotografien und eine dunkle Botschaft, 25. August 2016
Ohne eine Zeile des Textes gelesen zu haben, kann man sich beim Betrachten der Fotografien in diesem Band zwei Fragen stellen: Warum sind die Bilder in schwarz-weiß gehalten und warum wird fast immer von unten aufgenommen?

Die letzte Frage kann man sich eigentlich selbst beantworten. Diese Bilder entstanden in der Mehrzahl durch versteckte Kameras mit einem Fernauslöser. Bei seinen nachgeschobenen Bildbeschreibungen schwindelt der Autor dann wohl etwas. Wenn er schreibt, er hätte der Großkatze zwei Meter vor ihr am Boden liegend ins Auge geblickt, dann muss man das nicht gleich glauben. Der Klappentext bestätigt nämlich die naheliegende Vermutung, die man übrigens auch aus dem verwunderten Gesichtern der Tiere ablesen kann, wenn sie dem Klicken der versteckten Kamera mit Neugier begegnen.

Ein Blick auf den Titel erklärt dann auch die gewählte Schwarz-Weiß-Technik. Anup Shah verbindet mit seinen Bildern eine Botschaft. Ob sie tatsächlich etwas bewirkt, muss man abwarten. Zu seinen fröhlichen Bildbeschreibungen hätte Farbe sicher besser gepasst. Sie passen nämlich nur selten zu der inszenierten Weltuntergangsstimmung der Bildersprache.

Entstanden sind Shahs Fotografien in dem Teil der kenianischen Serengeti, die er schon als Kind kennenlernte. Durch die gewählte Perspektive kommen Szenen zustande, die man als Fotograf niemals zu sehen bekommt, es sei denn man besitzt eine gewisse Todessehnsucht. Gerade die Nahaufnahmen der Tiergesichter, ihre Neugier oder Verblüffung, Szenen aus ihrem Sozialverhalten oder ihrer unmittelbaren Umgebung beeindrucken in diesem Buch. Viele der Fotografien sind wirklich wunderbar.

Es mag sein, dass man mit dramatischen Inszenierungen und dunklen Titeln bestimmte Käufergruppen animieren kann. Shah hat in seinen Bildern die Szenen ganz bewusst in dieser Weise verfremdet. Ob das allerdings zielführend ist, mag ich nicht beurteilen. Farbige Bilder haben nämlich auch einen Effekt. Sie zeigen die Situationen realistischer und führen zu positiven Emotionen, die die Botschaft transportieren, diese Schönheit zu erhalten.


Elanus
Elanus
von Ursula Poznanski
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen "Ich kenne dein Geheimnis. Vielleicht hast du Glück und ich bewahre es.", 22. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Elanus (Taschenbuch)
Wenn man so einen Zettel finden würde und tatsächlich ein Geheimnis hätte, das nicht herauskommen darf, wäre man dann nicht alarmiert? Jona steckt diesen Text einigen Studenten seiner Privatuniversität in die Taschen. Es sollte ein Spaß sein, der vor allem Linda galt, in die sich Jona gleich verguckt hatte. Doch dann entwickeln sich die Dinge ein wenig anders als sich das der leicht soziopathische Intelligenzbolzen gedacht hatte. Obendrein agiert er auch noch mit einer Beobachtungsdrohne, die jeden erreichen kann, der sich in einem gewissen Umkreis von Jona befindet und dessen Handynummer er kennt.

Als Jona in die Kleinstadt kommt, in der seine Uni liegt, muss er zunächst bei Gasteltern wohnen. Schließlich steht er erst gerade kurz vor seinem siebzehnten Geburtstag. Mit seiner Drohne Elanus, die er jeden Abend fliegen lässt, und seinen unbedachten Andeutungen sticht er ahnungslos in ein sehr nahes Wespennest von Korruption und Gewalt. Bis er das allerdings tatsächlich kapiert, vergeht kostbare Zeit ...

Geschichten von Ursula Poznanski haben immer ein Potential, zu Bestsellern zu werden. Bei diesem Buch wird das nicht anders sein. Allerdings liegt das hier wohl mehr an ihren vorangegangenen Büchern als an dieser ziemlich konstruierten und in Wirklichkeit recht banalen Geschichte, die nur raffiniert erzählt wird und auch von technischen Konstruktionen lebt, die es so nicht gibt. Mir kann jedenfalls niemand erzählen, dass man eine Drohne, die einen Meter über den Köpfen von Menschen fliegt, im Dunklen nicht hören oder anders wahrnehmen kann.

Nun leben Thriller oder solche, die es gerne wären, von Übertreibungen. Allerdings muss man auch dabei im Rahmen bleiben. Die Anzahl der Zufälle und dramatischen Überschneidungen in dieser Geschichte ist dann wohl doch etwas zu hoch. Unterhaltsam ist es dennoch, wenngleich das Ende, auf das schließlich die ganze Spannung zugeschnitten wird, all diejenigen enttäuschen wird, die etwas Besonderes erwartet hatten.


Mord ist nichts für junge Damen: Ein Fall für Wells & Wong
Mord ist nichts für junge Damen: Ein Fall für Wells & Wong
von Robin Stevens
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "In unseren Kreisen tut man so etwas nicht", 22. August 2016
Bisher hatten Hazel Wong und Daisy Wells mit ihrer Detektei im Internat der Deepdean Mädchenschule noch nicht übermäßig zu tun. Doch dann entdeckt Hazel zu ihrem Schrecken, dass ihre Naturkundelehrerin, Fräulein Bell, tot in der Turnhalle liegt. Als sie ein paar Minuten später zurückkehrt, fehlt die Leiche allerdings. Tage später verkündet die Direktorin dann überraschend, dass Miss Bell überstürzt gekündigt hätte.

Außer dem Mörder und den beiden Mädchen weiß anscheinend keiner, dass Miss Bell nicht mehr unter den Lebenden weilt. Oder gibt es noch andere Mitwisser? Die beiden Neuntklässlerinnen beginnen ihre schwierigen Ermittlungen, die über viele Irr- und Umwege schließlich zu einem erschreckenden Ergebnis führen werden.

Während man heute mit raffinierten wissenschaftlichen Methoden den Tätern auf die Spur kommt, musste man in der Zeit dieser Geschichte noch ganz anders vorgehen. So wie Holmes und Watson. Mit guter Beobachtungsgabe und übernatürlicher Intuition. Oder mit Hilfe des Zufalls.

Daisy, ein Adelsspross, spielt hier die Rolle von Holmes, und die kleine Chinesin Hazel aus Hongkong übernimmt den Part von Watson. Herausgekommen ist dabei eine gut lesbare und teilweise auch lustige Mädchen-Detektivgeschichte mit Anleihen aus der Zeit der Mädchen-Internate auf dem weiten englischen Land.

Bis auf ein paar etwas langatmige Stellen in der Mitte des Buches (was bei Holmes und Watson auch passiert) verläuft die Handlung kurzweilig und geradlinig. Mord scheint doch etwas für junge Damen zu sein, den sie klären den aus dem Ruder laufenden Fall am Ende tatsächlich auf. Natürlich auch mit Hilfe der Polizei.

Ein interessanter und durchaus gelungener erster Teil einer Krimi-Serie für die anvisierte Zielgruppe (Mädchen, 12-15 Jahre) mit einem Interesse an kombinierender Kriminalistik im Stile der guten alten englischen Schule.


Havana
Havana
von Bernhard Hartmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

5.0 von 5 Sternen Der morbide Charme des untergehenden karibischen Sozialismus, 20. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Havana (Gebundene Ausgabe)
Von einem bekannten Ökonomen stammt der Satz, dass der Sozialismus nur so lange überleben kann wie die von ihm einst übernommenen Gebäude. Dieses auf den ersten Blick merkwürdige Gesetz kann man auf Kuba in seiner ganzen Wirksamkeit beobachten. Der Bildband von Bernhard Hartmann dokumentiert das in einer seltenen Eindringlichkeit. Mit der Verbannung des Bürgerlichen stirbt auch die bürgerliche Kultur. Verfall und Elend bestimmen zunehmend das Bild. Es ist weder der Wille, noch das Kapital für den Erhalt von Gebäuden vorhanden, die aus einer Zeit stammen, mit der sozialistische Diktaturen nichts mehr zu tun haben wollen.

Aber die Gebäude sind nur ein Indikator für den ökonomischen Verfall. Auf welche Weise die sozialistische Führung im Angesicht einer solchen Situation kapituliert, ist der jeweiligen Situation geschuldet. Die kubanischen Kommunisten wollen das Land für ausländische Investoren öffnen, immer noch hoffend, dass ihre heruntergewirtschaftete Insel dennoch so bleiben wird, wie sie es wollen. Aber das wird erfahrungsgemäß nicht passieren.

Und genau deshalb ist es wichtig, dass Fotografen wie Bernhard Hartmann den Zustand dokumentieren, der vom Verfall einstmaligen Glanzes zeugt. Zwar heißt dieser Bildband "Havana", aber in Wirklichkeit sieht man nur Ruinen von außen und von innen. Faszinierend finde ich immer wieder, dass die wirklichen Zusammenhänge auch in diesem Band nicht genannt werden. Vielleicht liegt es am karibischen Flair dieser Insel, dass man den Duft des Todes nicht so spürt wie anderswo in Ruinen.


Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre
Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre
von Hendrik Groen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Alt ist lästig", 17. August 2016
Das ist wohl leider so, ob man es nun wahrhaben will oder nicht. Von außen gesehen oder von innen. In diesem Buch findet man beide Ansichten. Hendrik Groen hat es wieder einmal bis zum Frühling geschafft. Was man sich als junger Mensch kaum vorstellen kann, ist nun eingetroffen. Man weiß nicht nur, dass die eigenen Tage gezählt sind, man sieht es und man spürt es. Besonders wenn man in einem Altersheim wohnt, wo man vom Personal wieder wie ein Kind bevormundet wird, und wo man sieht, wie Mitbewohner aus dem Leben scheiden. Groen zählt die Beerdigungen, auf die er schon gegangen ist.

Wenn das schon alles wäre, könnte man sich damit irgendwie abfinden. Schlimmer aber sind die eigenen Gebrechen, die nachlassende Kraft, der schwindende Bewegungsradius, körperliche Peinlichkeiten. Groen kann das Wasser nicht mehr richtig halten, seinem Freund faulen die Extremitäten ab. Das klingt zunächst nicht so, dass man dieses Buch nun unbedingt lesen sollte. Doch in den Niederlanden war es ein Bestseller. Und das nicht ohne Grund. Groen schildert in einem Tagebuch ein Jahr seines Lebens im Altersheim. Schonungslos, voller Selbstironie und mit einer humorvollen Prise Sarkasmus.

Groen hat keine Lust mehr auf die alltäglichen Jammerarien im Gemeinschaftsraum. Mit anderen gründet er eine Art Widerstandsgruppe "Alt-aber-nicht-tot", die für seine wenigen Mitglieder gelegentlich Ausflüge aus dem Altersheim zurück ins Leben organisiert. Das ist irgendwie nicht mehr vorgesehen und stößt auf neidvolle Ablehnung bei anderen Bewohnern und erst recht bei der Obrigkeit des Heimes. Aber das Leben ist noch nicht zu Ende. Und warum sollte man es nicht bis zum letzten Tag genießen, selbst wenn es schon überall im Gebälk knirscht und kracht?

Man verdrängt Gedanken an das Alter gerne solange man noch jung ist oder sich wenigstens so fühlt. Wie sich ein hohes Alter tatsächlich anfühlt und was einen vielleicht erwartet, kann man in diesem wunderbar humorvollen Buch nachlesen. Natürlich wäre die Geschichte umso schöner, wenn es Hendrik Groen wirklich geben würde. Doch findige Menschen haben bald herausgefunden, dass der tatsächliche Autor dieses geheimen Tagebuchs eine Generation jünger ist. Das macht aber letztlich gar nichts. Das Buch wirkt im Gegenteil ungemein authentisch. Und es nimmt möglicherweise auch ein wenig die unausgesprochene Angst, die man doch vor altersbedingter Schwäche haben kann. Man kann sich an vieles gewöhnen. Und besser geht es in jedem Fall, wenn man sich auf die angenehmen Seiten konzentriert und nicht der Versuchung erliegt, sich zu früh von ihnen zu verabschieden.


Thinp Massagegerät Nackenmassagegeräte Shiatsu für Nacken, Schulter, Rücken im Auto und Zuhause
Thinp Massagegerät Nackenmassagegeräte Shiatsu für Nacken, Schulter, Rücken im Auto und Zuhause
Wird angeboten von Zhongtuo Brightly
Preis: EUR 200,00

5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Gerät, aber eben ein Gerät, 17. August 2016
Verspannungen besonders im Nackenbereich sind entweder eine Folge falschen Sitzens oder einer durch Stress (und meistens auch unbewusster Angst) verursachten Körperhaltung, die einen hohen Muskeltonus zur Folge hat. Die Schultern werden hochgezogen, der Kopf geht in Deckung. Massagen helfen, die geschundenen Muskeln wieder einigermaßen zu entspannen. Kompetente Masseure haben Hände, die Verspannungen finden und sie geschickt auflösen können. Sie können dabei dosiert vorgehen und genau dort eingreifen, wo die Verspannung sitzt.

Geräte - und seien sie noch so gut - sind dazu nicht in der Lage. Bei diesem Massagegerät handelt es sich zweifellos um eines der Besseren. Seine Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck. Zwei Massageköpfe und eine nicht zu hoch dosierte Wärmestrahlung sollen eine Massage von Hand nachempfinden. Obwohl das tatsächlich unmöglich ist, kann man diesen Versuch als im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten durchaus als gelungen ansehen. Anders als bei Geräten, die man zum Beispiel zunächst an einer Sitzgelegenheit fixieren muss, lässt sich dieses Teil bewegen. Wenn man sich den Nacken massieren möchte, legt man beide Unterarme in die Schlaufen und platziert das Gerät dorthin, wo man es hinhaben möchte. Durch den Druck der Unterarme lässt sich auch die Intensität der Massage beeinflussen. Man kann das Gerät aus dieser Position auch den ganzen Rücken hinunter bewegen.

Allerdings hat die Art des Haltens des Geräts auch einen Nachteil. Während man bei einer Massage auf einer Bank liegt und sich völlig entspannen kann, bleibt durch die Armhaltung hier eine gewisse Körperspannung zwangsläufig erhalten.

Auf den Produktbildern sieht man nur einmal, dass man das Massagegerät an einen Steckdose anschließen muss. Ein solches Kabel liegt bei, ebenso ein Adapter fürs Auto, wenngleich die Anwendung beim Fahren aus den verschiedensten Gründen nicht zu empfehlen ist. Wird man beispielsweise durch einen Unfall in den Sitz gedrückt, dann werden die Massageköpfe viel Unheil im Körper anrichten.

Es fällt mir etwas schwer, dieses Gerät zu beurteilen. Seine Qualität ist hervorragend, seine Leistungen im Rahmen seiner Möglichkeiten sind es auch. Wenn man jedoch entweder schon einmal eine professionelle Massage erlebt hat oder gar selbst weiß, wie man das macht, dann erscheint einem dieses Teil als ein kaum damit vergleichbares Instrument.

Dieses Produkt wurde mir kostenlos zum Test angeboten.


Deutschland in Gefahr: Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt
Deutschland in Gefahr: Wie ein schwacher Staat unsere Sicherheit aufs Spiel setzt
Preis: EUR 15,99

61 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Und der Zorn wächst täglich", 15. August 2016
Sicher, dieses Buch trägt polemische Züge. Wendts Sarkasmus erscheint jedoch im Angesicht der in Deutschland herrschenden Schizophrenie mehr als verständlich. Wenn Banken über Nacht gerettet werden müssen oder das Land von Wirtschaftsmigranten geflutet wird, dann spielt Geld keine Rolle, klagt Wendt. Geht es jedoch um einen wehrhaften starken Staat, dann sparen die politischen Entscheider wo immer sie können. Die Aufgaben der Polizei werden immer größer und komplexer, doch die Personaldecke wird immer dünner. Was das im Einzelnen bedeutet, kann man in diesem Buch an vielen Beispielen nachlesen.

Je mehr man sich im Detail mit den von Wendt angerissenen Problemen befasst, umso wütender kann man werden. Je größer die Probleme, umso kleiner wird offenbar die politische Lösungskompetenz. Wendt zeigt das zum Beispiel an der berüchtigten Kölner Silvesternacht: Zunächst gab es eine völlige Fehleinschätzung der Situation. Die tatsächlich ermittelte Zahl von Tätern steht in keinem Verhältnis zur Zahl der angezeigten Straftaten. Und wenn jemand überhaupt verurteilt wird, dann stehen die Strafen gefühlt in keinem Verhältnis zu den Taten. Abschieben kann man die Gewalttäter offenbar auch nicht, weil man es entweder aus politischen Motiven heraus nicht will oder weil man unfähig ist, genügend Druck auf die Herkunftsländer aufzubauen.

Der Text ist eine zornige Mischung aus der Beschreibung des Zustandes der Republik aus der Sicht eines Polizeibeamten, der speziellen Gemengelage zwischen Polizei und Justiz sowie einer berechtigten Klage über die inkompetente Auslagerung von ehemals staatlichen Aufgabengebieten in die Hände privater Anbieter. Mit einem Beispiel dafür beginnt das Buch. Wendt beschreibt das Verhalten eines Teils von Kindern und Jugendlichen und dessen Abrutschen in kriminelle Milieus. "Der Staat ist dann mal weg", schreibt Wendt. Private übernehmen. Warum sollen diese Unternehmen Probleme lösen, die ihnen Geld bringen, fragt Wendt zu recht.

Kapitel 2 befasst sich mit den hilflosen Versuchen, Leute in Deutschland zu integrieren, die das gar nicht wollen. Dieses Thema zieht sich auch immer wieder durch die folgenden Abschnitte des Buches. Im nächsten Kapitel befasst sich Wendt mit der schleichenden Abschaffung des Rechtsstaates durch die Politik. Wie will man denn Respekt vor einem Recht gewährleisten, wenn die Exekutive Gesetze und gar das Grundgesetz einfach missachtet, wenn es ihr gerade in den Kram passt, fragt sich der Autor. Man müsse sich nicht wundern, so Wendt, wenn das Volk sich darauf seinen Reim macht.

Zum Verfall der bundesdeutschen Demokratie schreibt er: "Claudia Roth als Bundesinnenministerin? Sarah Wagenknecht als Wirtschaftsministerin? Volker Beck ins Kanzleramt? Und das alles unter einer CDU/CSU-geführten Bundesregierung? Ich würde keinen Cent gegen all diese Möglichkeiten setzen. Es ist die Vermischung aller Parteien zu einer Riesenkoalition, die es nicht mehr nötig hat, den Willen des Volkes überhaupt noch zu registrieren, geschweige denn danach zu handeln."

Nun, an dieser Stelle sieht man die Crux dieses Buches. Wendt beschreibt die Situation an vielen Stellen wütend, aber sehr treffend. Doch irgendwie glaubt er immer noch, die angestauten Probleme würden sich mit den Leuten lösen lassen, die sie erst angehäuft haben. Die Hoffnung auf plötzliche Eingebungen beim gegenwärtig handelnden Personal muss sich doch auch ihm als wenig realistisch darstellen.

Das schwindende Gewaltmonopol des Staates ist Thema des vierten Kapitels. Neben der realistischen Beschreibung zunehmender Respektlosigkeit geht es auch hier wieder um die Sparwut "parlamentarischer Wichtigtuer", die erst die deutsche Polizei kaputtsparen und sich dann hinter darüber beschweren, dass sie angeblich ihre Aufgaben nicht mehr wahrnimmt. Mit der Justiz befasst sich Wendt im fünften Kapitel. Er zeigt dort auch, mit welchem Zynismus Opfern begegnet wird, die der Staat eigentlich hätte schützen müssen. Danach folgt ein Kapitel über den Terrorismus und schließlich eines über die Verkehrsüberwachung, in der unter anderem auch auf die Sanierung kommunaler Haushalte durch Blitzer eingegangen wird.

Im Epilog des Buches fasst Wendt noch einmal seine bereits in den vorangegangenen Kapiteln angedeuteten Lösungsvorschläge zusammen. Es geht nicht um komplexe Konzepte, sondern einfach um die Wiederherstellung einer starken und schlagkräftigen Polizei, die sich gegenüber allen Teilen der Gesellschaft wieder Respekt verschaffen kann.

Dies ist ein Buch, das die Lage erstaunlich realistisch beschreibt, geschrieben von einem Mann, dessen Kompetenz man nicht bezweifeln kann. Das musste offenbar endlich einmal heraus und an die Öffentlichkeit. Die jedoch kennt das in großen Teilen bereits. Immerhin zeigt dieser Text auch, welche Wut sich inzwischen auch in den Organen des Staates angestaut haben muss.


dead.end.com
dead.end.com
von Alice Gabathuler
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Eine recht abenteuerliche Geschichte, die etwas wirr erzählt wird, 15. August 2016
Rezension bezieht sich auf: dead.end.com (Taschenbuch)
Mehrere Gruppen Jugendlicher sollen ein Computerspiel testen. Dazu werden sie auf ein Militärgelände verbracht, unterschreiben Verträge, die sie nicht vollständig verstehen und können plötzlich nicht mehr einfach weggehen. Mit dieser interessanten aber nicht neuen Grundidee beginnt dieser Thriller für Jugendliche. Zur Überraschung der Kandidaten beginnt das Spiel nicht am PC, sondern in den Tunneln und Gängen der Militäranlage. Dabei werden die gegeneinander kämpfenden Spieler fast lückenlos überwacht. Auch das ist keine neue Idee. Dass das Spiel dann im Folgenden aus dem Ruder laufen wird, kann man sich denken. Auch keine neue Idee.

Kurz vor dem Ende überschlagen sich die Dinge. Plötzlich kommt eine völlig neue Komponente ins Spiel, die selbst die Überwacher zunächst vor Rätsel stellt und den eigentlichen Überraschungseffekt für den Leser ausmacht. Allerdings erweist sich damit die ganze Story als sehr abenteuerlich. Bei einem Thriller muss nicht alles realistisch sein. So ist es auch hier.

Als nervig empfand ich die Konstruktion der Geschichte. Die Autorin erzählt sie in kurzen Kapiteln immer aus der Perspektive einer wechselnden Person. Da man sich weder die Namen so schnell merken kann, noch einen Plan der Anlage vor sich hat, streikt die Vorstellung irgendwann. Zu allem Überfluss mischt sich dann auch noch ein anderer Erzählzweig in den Ablauf ein, der aus der Zukunft kommt und das Geschehen im Rahmen eines Fernsehinterviews von hinten aufrollt. Das geschieht selbstverständlich in vielen Einzelteilen, immer so dosiert, dass man im aktuellen Handlungsablauf nicht zu viel vom Ende verraten wird.

Ich empfand diese Geschichte als recht anstrengend und ziemlich weit hergeholt.


Die geheime Migrationsagenda
Die geheime Migrationsagenda
von Friederike Beck
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "transformierende Migrationsagenda" oder: Wahnsinn als Methode, 14. August 2016
Warum machten sich plötzlich im Spätsommer 2015 Millionen Menschen aus Asien, dem Nahen Osten und Afrika auf den beschwerlichen Weg nach Europa? Die dortigen Bürger- oder Stellvertreterkriege, die allesamt vom Westen initiiert und unterstützt wurden, dauerten schon Jahre. Sie allein können diese plötzliche Massenbewegung nicht erklären. Auch die gerne als Begründung genannte Kürzung der Essensrationen in den Flüchtlingslagern durch die UN wegen akuten Geldmangels liefert keinen wirklichen Anhaltspunkt, denn die Masse der in Europa angekommenden Menschen stammt gar nicht aus diesen Lagern. Sie hatten Schleppern enorme Summen bezahlen können, waren also nicht arm.

Die Vermutung liegt deshalb sehr nahe, dass diese ganze Bewegung wohlorganisiert war. Friederike Beck liefert nun in diesem Buch eine stichhaltige Erklärung dieses Sturms auf Europa, wobei gleichzeitig die Strippenzieher und ideologischen Wegbereiter genannt werden. Alle Behauptungen Becks sind durch Quellenangaben nachvollziehbar. Darüber hinaus erscheinen sie geradezu zwingend und logisch.

Beck nennt zwei Hauptgründe für diese gezielt organisierte illegale Masseneinwanderung:

Erstens die Überalterung der europäischen Bevölkerung und der sich angeblich abzeichnende Mangel an Fachkräften. Man kann es auch anders ausdrücken: Die Globalisierung erfordert angeblich ein globalisiertes Arbeitskräfteangebot, besonders im unteren Lohnbereich. Dass man mit dieser Art von Migrationspolitik keines der Probleme wirklich löst, sondern sie im Gegenteil noch massiv verschärft, steht auf einem anderen Blatt und gehört in das Kapitel katastrophaler Fehleinschätzungen verwirrter sozialistischer Gesellschaftsingenieure, die sich einbilden gottähnlich die Gesellschaft umbauen zu können, obwohl sie in Wirklichkeit überhaupt nicht verstehen, wie solche Strukturen tatsächlich funktionieren. Ein Blick in die Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens zeigt, wie so etwas endet.

Zweitens stagniert die sogenannte Europäische Einigung. Die Nationalstaaten stehen ihr angeblich widerspenstig im Wege. Da kommt eine Durchmischung der Bevölkerung gerade recht, um Nationen zu zerstören. Auch dieses angeblich fortschrittliche Unterfangen kann nur in einer fürchterlichen Katastrophe enden. Was über Jahrhunderte gewachsen ist, lässt sich nicht einfach auf diese perfide Weise verändern. Man muss kein Hellseher sein, um zu sehen, dass dieser Versuch massive gewalttätige und nicht mehr steuerbare Konflikte hervorbringen wird, denn auch dafür gibt es überall in der Welt historische Vorlagen.

Für diese beiden Gründe benennt die Autorin zahlreiche Belege, insbesondere Aussagen von hochrangigen EU-Politikern oder von der Öffentlichkeit weniger bekannten, aber einflussreichen Strippenziehern hinter den Kulissen. Manchmal verplappern sich aber auch deutsche Regierungsmitglieder und warnen vor der angeblich drohenden Inzucht in Europa, die die illegalen Einwanderer dankenswerterweise verhindern werden.

Die Autorin unterteil ihr Buch in drei Teile: (1) Das große Versagen der EU, (2) Die Rolle der UNO bei der Durchsetzung der Migrationsagenda, (3) No border, no nation: Die grenzenlose Agenda der Chaos-Stiftungen. Besonders im dritten Teil benennt die Autorin Ross und Reiter der sogenannten Nichtstaatlichen Organisationen, die von großen Geldgebern, allen voran von den Soros-Stiftungen, bezahlt und angeleitet werden.

Wenn man dieses Buch gelesen hat, dann wird einem klar sein, dass die sogenannte Flüchtlingskrise absichtlich erzeugt und sehr wohl gesteuert wurde und wird. Es geht nur vordergründig um die Not von Menschen, die oft gar nicht besteht. Vielmehr geht es um den Umbau Europas im Sinne einer Elite, die offenbar nicht versteht, was sie in Wirklichkeit anrichtet. Sehr lesenswert.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 25, 2016 10:44 PM MEST


29 Wege aus der Depression: Mit einfachen Alltagstipps Depressionen ueberwinden!
29 Wege aus der Depression: Mit einfachen Alltagstipps Depressionen ueberwinden!
von Marie Stern
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurze Beschreibungen hilfreicher Übungen bei Stimmungstiefs, 14. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Manchmal, wenn ich populäre Bücher über das eigentümliche Burnout-Phänomen oder über Depressionen lese, frage ich mich, was eigentlich unsere Vorfahren im Angesicht von Kriegen, Hunger und Elend gemacht haben. Warum wurde der massenhafte Burnout erst in unserer Zeit diagnostiziert und wieso gibt es eigentlich gerade jetzt ein Überangebot von Büchern, die uns helfen sollen unsere Depressionen zu bekämpfen? Kann es nicht auch sein, dass es uns einfach zu gut geht und wir zu viel Zeit zur Nabelschau haben?

Eine tatsächliche Depression ist eine schwerwiegende Krankheit, von der man sich in der Regel nicht ohne kompetente Hilfe befreien kann. Für einen wirklich depressiven Menschen erscheint alles sinnlos. Er besitzt keinen inneren Antrieb mehr, und sein Lebenswille ist gebrochen. Schwere innere Verwicklungen brennen in der Seele. Diesen Schmerz wollen Betroffene irgendwann nicht mehr aushalten. Todeswünsche bestimmen das Endstadium dieser Krankheit.

Leider scheint der Hang zu Übertreibung und Maßlosigkeit ein Merkmal moderner Wohlstandsgesellschaften zu sein. Man muss sich deshalb auch nicht wundern, wenn bereits ein Liebeskummer, wie groß er auch sein mag, schon als Vorstufe zu einer Depression angesehen wird. Melancholie, Traurigkeit oder Kummer sind nicht immer etwas Schlimmes. Oft reinigen sie auch einfach nur die Seele. Solche Zeiten braucht man, um Schorf über eine seelische Wunde wachsen zu lassen.

Diese kleine Broschüre hilft in solchen Fällen, nicht aber bei einer tatsächlichen Depression. Ein tatsächlich depressiver Mensch wird kaum noch die Kraft haben, die hier beschriebenen einfachen Übungen in seinen Alltag einzubauen. Das ist auch der Autorin klar, denn sie warnt auf der Rückseite ihres Textes: "Ein vorübergehendes Stimmungstief lässt mit der Zeit meist nach, eine Depression dagegen ist ohne gezielte Maßnahmen kaum zu bewältigen." Leider benutzt sie dennoch das Wort Depression im Titel ihres Buches.

Es geht also in dieser Broschüre lediglich um Stimmungstiefs, die allerdings auch sehr heftig sein können, aber dennoch nicht krankhaft sind. Man kann sich tatsächlich besser aus ihnen befreien, wenn man aktiv wird. Ist man dazu nicht mehr in der Lage, dann sollte man dringend Hilfe suchen. Insofern kann man die Ratschläge der Autorin auch als Indikatoren ansehen. Gelingt es nicht mehr, sich ihrer (eventuell auch mit Hilfe anderer) zu bedienen, dann handelt es sich vielleicht doch um mehr als ein Stimmungstief.

In ihrer BMSS (Body, Mind, Soul, Spirit) vereint die Autorin fast alle Methoden Körper, Verstand, Seele und Geist betreffend, die zu einem glücklicheren und vor allem ausgeglichenerem Leben führen. Man kann sie also auch guten Gewissens sofort anwenden, auch wenn gerade kein Stimmungstief in Sicht ist. Die einzelnen Übungsempfehlungen sind bis auf wenige Ausnahmen ausreichend bis gut beschrieben. So findet man beispielsweise bei den Hinweisen zum besseren Umgang mit seinem Körper zuerst einen Hinweis auf Atemübungen. Dieser Hinweis ist nur wenige Sätze lang, reicht aber bereits aus, wenn man sich täglich mehrfach daran hält. Wer mehr über solche Übungen lernen möchte, muss dann eben zu Spezialliteratur greifen oder vielleicht die speziellen Yoga-Atmungsübungen praktisch erlernen. Spazieren gehen, Sonne tanken, sich vernünftig ernähren, auf Alkohol verzichten, gut und ausreichend schlafen, Massagen genießen, in die Sauna gehen und ähnliche Vorschläge findet man dann im Weiteren.

Unter der Rubrik Verstand kommen dann einige Übungen, die den Verstand ablenken und anderweitig beschäftigen sollen, ohne ihn jedoch zu überlasten. Zeichnen, Kochen, Pläne machen und Ähnliches werden hier beschrieben. Die Kapitel zu Seele und Geist sind dann schon etwas schwieriger. Wenn die Autorin sich zum Thema Meditation äußert, merken vielleicht nicht alle, dass sie dabei das Thema gerade einmal anreißt und auf eine tatsächliche Meditation nicht wirklich eingeht. In der Tat sind ihre Hinweise hier sicher richtig, aber in der Umsetzung viel schwieriger, weil sich insbesondere der Geist trickreich gegen eine Beeinflussung zur Wehr zu setzen vermag. Darauf geht sie jedoch nicht ein.

Alles in allem ist diese Broschüre für den Anfang sehr hilfreich, wenn man sie ersten richtig einordnen und zweitens ihr auch folgen kann und so wie es die Autorin vorschlägt aus jeder Kategorie wenigstens eine Übung für sich auswählt und sie dann auch wirklich durchzieht.


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