Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen Unlimited BundesligaLive longSSs17
Profil für Dr. M. > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Dr. M.
Top-Rezensenten Rang: 57
Hilfreiche Bewertungen: 36228

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Dr. M.

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Lonely Planets 500 Einmalige Erlebnisse Deutschland (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
Lonely Planets 500 Einmalige Erlebnisse Deutschland (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
von Jens Bey
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prima Idee, mittelmäßige Umsetzung, 2. Juni 2017
"500 einmalige Erlebnisse Deutschland" klingt nicht ganz wie ein Höhepunkt deutscher Grammatik, aber sehr attraktiv und spannend. Wenn man unter einem geografischen Gesichtspunkt an diese Höhepunkte herangehen möchte, läuft man bei diesem Buch ins Leere. Eine Karte, die solche Höhepunkte in der Nähe des eigenen Wohnorts oder in der Umgebung des nächsten Urlaubszieles angibt, fehlt leider. Man muss entweder Lust auf ein bestimmtes Thema bekommen, denn nur so sind diese Höhepunkte geordnet, oder das ganze Buch durchlesen, um eine Idee zu finden. Kurz: die Idee dieses Buches ist sicher sehr gut, nur die Umsetzung erscheint mir ein wenig lieblos und nicht bis zum Ende durchdacht.

Unter den 500 einmaligen Erlebnissen findet man einige Wiederholungen. Beispielsweise kommt die Insel Usedom mehrfach vor, sicher unter verschiedenen, aber dennoch ähnlichen Themen. Wenn man diese Broschüre aufschlägt, gelangt man sofort zum Inhaltsverzeichnis, das 50 Themen auflistet. Dort findet man zum Beispiel "Genussvoll leben zwischen Reben", "Deutschland feiert", "Auf Traumstraßen" oder "Deutschland unter der Erde". Beim letzten Thema stehen dann wie in jedem Kapitel zehn Vorschläge, die in Kurzfassung vorgestellt werden. Hier: Berliner Unterwelten, Schellenberger Eishöhle Berchtesgaden, Brühlsche Terrasse, Festung Dresden, Alter Elbtunnel Hamburg, Regierungsbunker Bad Neuenahr-Ahrweiler, Erlebnisbergwerg Merkers, Jagdanlage Rieseneck, Laichinger Tiefenhöhle, Weinkeller in Traben-Trarbach.

Mit der Vorgabe von zehn Vorschlägen erscheint die Auswahl recht begrenzt. Man könnte sicher noch andere und teilweise interessantere Vorschläge unterbreiten. Die Jagdanlage Rieseneck in Thüringen ist sicher eine Besichtigung wert, wenn man in der Nähe ist. Allerdings beschränkt sich das Unterirdische hier auf wenige Meter eines knapp unter der Erde liegenden Pirschweges, gebaut wie ein Schützengraben und mit Steinen und Erde bedeckt. Wenn man sich hier oder anderswo näher informieren möchte, muss man auf die angegebenen Internetadressen gehen. Die Erklärungen in diesem Buch sind entsprechend spärlich (20 Zeilen mit durchschnittlich fünf Wörtern). Es spricht nicht für die Sorgfältigkeit der Autoren, wenn beispielsweise bei der Jagdanlage Rieseneck die Homepage falsch angegeben wird. Eine Suchmaschine hilft jedoch sofort weiter.

Als Ideengeber kann man diese Broschüre ganz gut gebrauchen, wenngleich es einem die Autoren bei der Benutzung nicht gerade leicht machen. Es ist ein wenig schade, dass man diese eigentlich hervorragende Buchidee nicht völlig ausgereizt hat.


Der Freund der Toten: Roman
Der Freund der Toten: Roman
von Jess Kidd
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Toten sahen alles. Sie sah alles.", 1. Juni 2017
Leichter wird das Leben nicht, wenn man mehr weiß als man wissen sollte. Orla Sweeney sieht die Toten. Und auf dem Friedhof erzählen sie ihr Geschichten, die sie eigentlich nicht kennen dürfte. Orlas Idee, diese Geschichten anonym in ihrem irischen Dorf zu verbreiten, bringt Unruhe in die Gemeinschaft, die es sich wie üblich in ihren Lebenslügen bequem gemacht hatte.

Viele Jahre später kehrt ihr im Waisenhaus aufgewachsener Sohn Mahony nach Mulderrig zurück, um das Schicksal seiner bald nach seiner Geburt verschwundenen Mutter zu ergründen. Er trifft die alte Schauspielerin Mrs Cauley und findet deren tatkräftige Unterstützung. Noch heute gibt es im Dorf verschiedene Parteien, die mehr oder weniger zusammenhalten, weil sie mehr wissen als andere. Niemals richtig verheilte Wunden brechen wieder auf.

Für einen Erstling ist dieser kraftvolle und skurrile Roman von Jess Kidd beachtlich. Allerdings muss man die recht sonderbare Mischung aus einem Kriminalfall und Fantasy für sich zulassen, sonst wird man nur schwer in die Geschichte finden oder sie gar ablehnen. Ohne die Hilfe der Toten wäre Mahony nämlich mit ziemlicher Sicherheit an den Mauern des Schweigens und der Ablehnung gescheitert. Zu viel erinnert die Dorfbewohner an seine Mutter. Während sie die Männer verwirrte, tut Mahony dies mit den Frauen.

Lässt man den kleinen Fantasy-Anteil an dieser Geschichte zu, der zwar nur einen spärlichen Raum einnimmt, aber für das Geschehen von besonderer Wichtigkeit ist, dann findet man eine bizarre Geschichte vor, die genau wegen dieses Flairs, den Absonderheiten innerhalb einer kleinen Dorfgemeinschaft und des ungeklärten Schicksals von Mahonys Mutter einen im Laufe der Handlung niemals abfallenden Reiz ausüben kann.


Schneller schmerzfrei mit der KiD-Methode - Beweglich in Faszien und Muskeln
Schneller schmerzfrei mit der KiD-Methode - Beweglich in Faszien und Muskeln
von Kurt Mosetter
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas zu theoretisch, aber hilfreich durch den Übungsteil, 30. Mai 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Fehlende oder einseitige Belastungen des Muskel- und Gelenksystems bringen unsere Körperstruktur nach einer gewissen Zeit aus dem natürlichen Gleichgewicht. Da man das selten rechtzeitig merkt, beginnt ein schmerzhafter Teufelskreis: Die Schmerzen führen zu einer Schonhaltung, weil man es anders kaum aushalten kann. Dadurch manifestiert sich nicht nur die Schmerz erzeugende Struktur der Muskeln, sondern es bilden sich auch neue Ungleichgewichte. Wenn es nun nicht gelingt, das natürliche muskuläre Gleichgewicht wieder herzustellen, drohen Dauerschmerz und noch schmerzhaftere Gelenkabnutzungen, weil an den Gelenken falsch gezogen wird. Nur durch ein gezieltes Training und eine Veränderung eingefahrener, aber falscher Bewegungsabläufe kann es also gelingen, in den schmerzlosen Zustand zurückzukehren. Eine solche Methodik wird in diesem Buch vorgestellt. Aus eigener Erfahrung mit einem sehr ähnlichen Konzept weiß ich, dass es funktioniert.

Leider enthält dieses Buch neben der eigentlichen Methodik auch sehr viel wenig Konkretes. Das betrifft insbesondere den ersten recht allgemeinen Teil, in dem sich die Autoren mit ihrer Theorie des muskulären Schmerzes befassen. Dieser Teil mündet in der von Kurt Mosetter begründeten Myoreflextherapie. Um in den Genuss dieser Therapie zu gelangen, braucht man mehr als dieses Buch, nämlich einen ausgebildeten Therapeuten. In der Myoreflextherapie wird gezielt auf einen Muskelansatz am Knochen gedrückt. Das ist schmerzhaft, aber auszuhalten. Durch diesen Druck gelangt die Körperintelligenz zu dem Entschluss, den betreffenden Muskel zu entspannen. Auf diese Weise verschwindet der durch die Verspannung ausgelöste Schmerz entweder völlig oder wenigstens für eine Weile.

Sich selber auf diese Weise zu helfen, funktioniert in der Regel nicht, weil man erstens nicht richtig drückt, denn schließlich tut es weh. Zweitens kommt man an einige Punkte gar nicht selbst oder nur mit Hilfsmitteln. Wesentlich ist aber drittens, dass man wissen muss, wo man zu drücken hat. Zwar findet man solche Punkte auch selbst, wenn man gezielt nach ihnen sucht, entscheidend ist jedoch, dass man wissen muss, welcher Muskel tatsächlich für welche akuten Schmerzen verantwortlich ist. Dazu braucht man eine gewisse Ausbildung, die dieses Buch nicht liefert.

In einem zweiten Teil geht es um die sogenannten KiD-Übungen (Kraft in der Dehnung). Dahinter steckt die Erfahrung, dass Verspannungen und Muskelverkürzungen durch einseitige Belastungen durch Dehnungen (insbesondere gegen Widerstand) zurückgeführt werden können. Die Übungen dazu sind im Buch gut beschrieben. Auf mich wirkten sie allerdings ein wenig zu mild, was sie jedoch insbesondere für den Anfang sehr praktikabel macht. Schulter, Nacken und Rücken stehen dabei im Mittelpunkt.

Am Ende des Buches findet man ein abschließendes (zwangsläufig theoretisches) Kapitel zur Physiologie des Schmerzes. Sein Fazit mündet in der bekannten Erkenntnis, dass nur Bewegung und eine vernünftige Ernährung gegen chronische Muskelschmerzen helfen.


Brain!: Ein Tag im Leben unseres Gehirns
Brain!: Ein Tag im Leben unseres Gehirns
von Marbles The Brain Store
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant, aber praktisch mehr oder weniger nutzlos, 29. Mai 2017
"Garth Sundem ist Vortragsredner und Bestsellerautor. Er kombiniert auf unterhaltsame Weise die Themen Mathematik, Wissenschaft, Business und Humor.", heißt es über den Autor in der Produktbeschreibung. Diese Vorstellung des Autors bietet genug Platz für eine gewisse Skepsis, weil sie an einen Basar erinnert, auf dem die neusten Sensationen feilgeboten werden, die das Publikum verblüffen sollen. Wenn man sich noch nie mit der Thematik dieses Buches beschäftigt hat, dann mag Garth Sundem mit seinen Ausführungen vielleicht beeindrucken. Sie klingen nämlich auf den ersten Blick ganz interessant, und Sundem gelingt es durchaus, ihnen auch den Anschein eines gewissen praktischen Nutzens zu geben. Doch beim näheren Hinsehen oder bei dem Versuch einer praktischen Anwendung wird man ihre geringe Tiefe irgendwann erkennen. Was wirklich bleibt, sind einige interessante Anstöße und ein gewisser Grad an intellektueller Unterhaltung.

Schon der Titel ist (wie bei Verkäufern üblich) eine Mischung aus Bombastik und Irreführung. "Gehirn!" klingt eher wie ein Notruf, "Brain!" dagegen wirkt cool und ehrfurchtsgebietend. Wenn man mit dem Untertitel "Ein Tag im Leben unseres Gehirns" glaubt, man würde etwas über die Arbeitsweise unseres "Brains" im Laufe des Tages erfahren, der sieht sich getäuscht. Der Autor benutzt dies nur als Transportmittel, um dem Leser einige neuere Ergebnisse der Hirnforschung und der Psychologie vorzustellen, die sich möglicherweise an Tagesereignisse anbinden lassen. Wer sich also beispielsweise um 17.00 Uhr nach einem Arbeitstag erst einmal einen hinter die Binde kippen muss, der erfährt, dass er sich dabei etwas Gutes tut, weil Psychologen herausgefunden haben wollen, dass man dabei nicht nur sein Blut verdünnt, sondern auch in eine gewisse Gemütlichkeit verfällt, wenn man die Flasche im Kollektiv leert. Das senkt das Stressniveau und vermeidet Depressionen. Allerdings soll man es eben nicht übertreiben.

Vieles in diesem Buch erscheint oberflächlich betrachtet sehr interessant zu sein, anderes dagegen besitzt gelegentlich eine gewisse komische Note. Wer beispielsweise noch nicht wusste, dass es auch Kreativitätsforscher auf dieser Welt gibt, der erfährt es in diesem Buch. Ob solche Forschungen einen praktischen Nutzen aufweisen, mag ich nicht beurteilen. Wenn allerdings (wie man um 16.00 Uhr erfährt) einer der führenden Leute auf diesem Gebiet behauptet, dass "große Wissenschaftler genau jene sind, die die Fähigkeit besitzen, auf Logik zu verzichten", dann kann man entweder leicht verwirrt sein oder vermuten, dass er damit vor allem Psychologen meint.

Immerhin findet man aber auch einige nützliche Dinge in diesem Buch. Um 9.15 Uhr lernt man beispielsweise, was Priming ist. Dabei handelt es sich um ziemlich miese Tricks, wie man das Unterbewusstsein von Menschen manipulieren kann, ohne dass die Betreffenden das bemerken.

Kurz: Dem Autor gelingt es, einige interessante Ergebnisse der Neurowissenschaften unterhaltsam, aber nicht besonders tiefgreifend aufzubereiten. Ob man sie anschließend zum Training des eigenen Gehirns nutzbar machen kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Zweifel kann man allerdings schon bekommen.


Das ist kein Biobuch - und Physik ist auch nicht drin!
Das ist kein Biobuch - und Physik ist auch nicht drin!
von Clive Gifford
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Die Welt … durch Zeichnen, Ausmalen und Basteln erforschen", 26. Mai 2017
"Biologie, Physik und Chemie sind unglaublich wichtig, weil sie erklären, wie die Welt um uns herum funktioniert …", liest man zu Beginn dieses Buches, das kein Bio- oder Physikbuch sein will. Das stimmt, und es stimmt wiederum auch nicht, weil es natürlich darum geht, bestimmte Erscheinungen spielerisch zu verstehen ohne dass dabei irgendeine Theorie vermittelt wird. Wenn es auf diese Weise gelingt, Interesse zu wecken oder (noch besser) das weitverbreitete spätere Fremdeln von Kindern mit den Naturwissenschaften einfach von vorneherein zu verhindern, dann hat dieses Buch seine Aufgabe mehr als erfüllt.

Es richtet sich nach Angabe des Verlages nämlich an Grundschüler der Klassen drei und vier (also an die Altersgruppe 8-10 Jahre). Sie haben noch keinen Biologie- oder Physikunterricht. Leider fehlt ihnen nach meiner Erfahrung später der praktische Bezug zu diesen Wissenschaften. Deshalb befassen sich viele Kinder mit diesen Fächern nur widerwillig und ohne wirkliches Verständnis. Grundschullehrer sind in der Regel damit leider auch überfordert. Insofern füllt dieses Buch eine Lücke für Eltern, die ihren Kindern einen frühen und deshalb noch spielerischen Zugang zu solchen Fächern vermitteln wollen. Das Buch enthält nur Basteleien, kleine Experimente und Überraschungen wie optische Täuschungen. Ein solcher Ansatz schließt selbstverständlich jegliche Systematik aus, weswegen der Autor wohl auch betont, dass dies kein Biobuch sei.

Wenn man sucht, wird man auch hier Dinge finden, die man hätte besser machen können. Doch der Sinn dieses Buch besteht wohl nicht in der Perfektion, sondern in der Anregung. Und dabei macht es eine gute Figur.


Agent Storm: Mein Doppelleben bei Al-Qaida und der CIA
Agent Storm: Mein Doppelleben bei Al-Qaida und der CIA
von Morten Storm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen "Der schlimmste Ungläubige überhaupt: ein Bekehrter, der den Glauben wieder aufgegeben hat", 24. Mai 2017
So einer ist Morten Storm alias Murad Storm Ad-Denemarki, ein ehemaliger dänischer Kleinkrimineller, Angehöriger einer Rocker-Bande und Schläger, später Salafist mit Verbindungen zu Al Qaida und zur CIA. Damit droht ihm nach islamischem Recht die schlimmste aller Strafen, und irgendwie ist es ein Wunder, dass er noch lebt. Auf sein Konto geht letztlich die Tötung von Anwar al-Awlaki, der ein hochrangiger Al Qaida-Führer war. Nachdem der CIA dessen Spur verloren hatte, deckte Storm über einen Kurier Awlakis Aufenthaltsort im Jemen auf. Eine US-Drohne sorgte dann für die gezielte Tötung Awlakis.

Dieses Buch erzählt aus Storms Sicht dessen Lebensgeschichte von der Jugend bis zum Bruch mit den Geheimdiensten. Obwohl mir sowohl seine Hinwendung zum Islam als auch seine Abkehr vom Salafismus weder schlüssig noch nachvollziehbar erscheinen, muss man das wohl dennoch so hinnehmen. Storm gibt an, irgendwann in einem deprimierenden Gefühl der Sinnlosigkeit seines Daseins in seiner dänischen Dorfbibliothek ganz zufällig ein Buch über das Leben des Propheten gefunden zu haben, das ihn so beeindruckte, dass er gleich anschließend zum Islam konvertierte. In England bekam er bald danach Kontakt zu salafistischen Netzwerken und durch sie auch zu Al Qaida.

Seine Abkehr vom Islam verlief ähnlich schnell. Er fragte sich (wenn man diesem Text glaubt) nach zehn Jahren als Salafist, warum seine dänische Familie in der Hölle schmoren soll, nur weil sie Ungläubige sind. Und sein Problem bildeten offenbar die zivilen Opfer der Terroranschläge. Da ihn der dänische Geheimdienst bereits vorher kontaktiert hatte, beschloss er nach seiner Abkehr vom Islam richtig radikal die Seiten zu wechseln. Dass kann man allerdings aus dem Text heraus besser verstehen, weil es sehr profan ist. Storm musste schließlich von irgendwas leben. Und der dänische Geheimdienst PET zahlte nicht schlecht und pünktlich. Aber es sind nicht Storms labiler Charakter oder seine merkwürdige Lebensgeschichte, die den Reiz dieses Buches ausmachen, sondern der Insiderblick in die salafistische Welt und in das Biotop der westlichen Geheimdienste. Storm stand nicht nur auf der Gehaltsliste des PET, er wurde auch zum MI5, MI6 und zur CIA weitergereicht.

Wie Storm und seine beiden Co-Autoren über die jeweiligen Perioden schreiben, fasziniert ungemein, weil man glauben könnte, hier erzählt eine bipolare Persönlichkeit. Wenn Storm über seine Al Qaida- Zeit berichtet, dann taucht er in diese Welt so ein, als ob er noch dazugehören würde. Den Geheimdiensten wiederum begegnet er wie ein erfahrener Kleinkrimineller. Auch das ist kein Wunder, denn wesentlich anders verhielten sich die Agenten der Dienste auch nicht. Als sich Storm vom PET im Stich gelassen fühlte, ging er zu einer dänischen Zeitung und erzählte auch von Sauf- und anderen Gelagen, die wohl nicht anders abliefen als im kriminellen Milieu, nur mit dem Unterschied, dass der dänische Steuerzahler die erheblichen Summen, die dabei draufgingen vorher erarbeiten musste.

Während sich Storm bei den Salafisten auf eine verschworene Gemeinschaft verlassen konnte, fühlte er sich später bei den Geheimdiensten nur ausgenutzt und gelinkt, was letztlich zum Bruch und seinem Gang an die Öffentlichkeit führte.

Wenn man das Buch also als Dokument auffasst, das detaillierte Einblicke in die Denk- und Handlungsstrukturen sowohl von salafistischen Gruppen als auch der westlichen Geheimdienste liefert, dann kann man aus ihm viel lernen und Zusammenhänge begreifen. Der Text ist ein wenig holprig geschrieben, aber dennoch gut lesbar.


Zeitreisen
Zeitreisen
von Stefan Bitterle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

5.0 von 5 Sternen „Durch die Eisenbahnen wird der Raum getötet, und es bleibt uns nur noch die Zeit übrig“, 22. Mai 2017
Rezension bezieht sich auf: Zeitreisen (Gebundene Ausgabe)
Dieser seltsame Satz stammt aus der Feder von Heinrich Heine. Er beweist nicht nur, dass auch berühmte Dichter nicht immer den Durchblick haben, der ihnen später gerne attestiert wird, sondern er zeigt auch, wie veränderlich unsere Welt und ihre Wahrnehmung in Wirklichkeit sind. An zahlreichen Beispielen dokumentiert dies dieser Bildband.

Als eine Art kulturgeschichtlicher Rückblick führt Stefan Bitterle den Betrachter durch heute Unvorstellbares, gelegentlich komisch Wirkendes und (wenn man genauer und länger hinsieht) auch Vertrautes, das nur etwas anders aussieht. Wie haben sich unsere Großeltern und deren Vorfahren gekleidet, wie sind sie (wenn überhaupt) gereist und wie haben sie sich dabei gefühlt? Zwischen Goethes Italienreise, auf die in diesem Buch mit dem berühmten Bild des Meisters hingewiesen wird, und dem heute üblichen Tourismus in den Süden liegen Welten, die wahrscheinlich auch unsere Vorstellungskraft überfordern.

Nach einer Einleitung (Von der Grand Tour zum Tourismus), in der es um die Geschichte des Reisens geht, folgen in diesem Band Kapitel zu Kur- und Seebädern, zu Eisenbahnen und Luxuszügen, Wandern und Wintersport, zu Grandhotels, Ozeanriesen, zum Autotourismus und zu Fluglinien. Wer alte Fotos liebt, auf denen in beispielhafter Weise die Moden und bestimmte Alltagsbereiche (vielleicht auch nur der Reichen und Schönen) abgebildet sind, der wird diesen Bildband genießen. Besonders die Entwicklung der Badekultur zeigt sehr eindrucksvoll, wie sich in nur 100 Jahren die Einstellungen innerhalb einer Gesellschaft drastisch ändern können.

Jedes Kapitel beginnt mit einem einführenden Text. Anschließend untermalen Fotografien, Gemälde und manchmal auch Werbeplakate die kulturelle Zeitreise in die Vergangenheit. Ich finde nicht nur die Idee großartig, sondern auch ihre Umsetzung. Man kann die Gegenwart und den heute herrschenden Zeitgeist sicher einfach nur hinnehmen. Oder man kann versuchen, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie es Schritt für Schritt dazu kam. Dabei hilft dieser Band ungemein. So wie wir uns heute sehen, so begriffen die Menschen auf den Bildern in diesem Band ihre Zeit auch als die Modernste überhaupt. Andere wiederum sahen bereits das nahe Ende. Bei aller Veränderung existieren auch Konstanten.


Schwarzes Wasser (DuMont True Tales): Vier Tage gefangen im ewigen Eis
Schwarzes Wasser (DuMont True Tales): Vier Tage gefangen im ewigen Eis
von Birgit Lutz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,00

4.0 von 5 Sternen "Mit dem Gedanken, dass einmal etwas nicht gut geht, habe ich mich nie beschäftigen müssen", 21. Mai 2017
Viele Menschen schreiben in Gedanken alles, was bisher gewesen ist, linear fort: Wenn etwas immer gut gegangen ist, wird es auch weiter gut gehen. Diese Denkweise verblüfft schon etwas, weil sie Demut offenbar nicht kennt. Besonders heikel wird sie allerdings, wenn jemand, der ein tödliches Risiko eingeht, dieses Schema tief in seinem Unterbewusstsein verankert hat.

Thomas Ulrich, Abenteurer von Beruf, kam irgendwann auf die Idee, vom nördlichsten Punkt Russlands übers Eis viele hundert Kilometer allein und ohne jegliche Hilfe (von einem Satellitentelefon abgesehen) über den Nordpol bis in den Norden Kanadas zu ziehen. Damit wollte er einfach beweisen, dass so etwas möglich ist. Nun kann man sich schon fragen, wen das eigentlich interessieren soll und was ein solcher Beweis eigentlich wert ist. Die Besiedlung Kanadas oder Russlands von der jeweils anderen Seite hat so mit Sicherheit nicht stattgefunden.

Ulrich ist mit seinem Vorhaben krachend gescheitert. Liest man diesen Bericht, dann muss man sich darüber hinaus auch noch über sein Verhalten während dieser Katastrophe wundern, denn es zeigt, dass er mental überhaupt nicht auf das Risiko eines Scheiterns vorbereitet war und die körperlichen Anstrengungen völlig unterschätzte. Er kam nur wenige Kilometer weit, war dann auf einer abdriftenden und sich auflösenden Scholle gefangen. Übrigens offenbart sich hier auch eine unfreiwillige Komik bei den Machern dieses Büchleins, heißt doch der Untertitel „Vier Tage gefangen im ewigen Eis“. Ulrich hätte sich über ewiges Eis sicher nicht beschwert, nur leider hat sich das Eis auf dem er festsaß, mit zunehmender Geschwindigkeit aufgelöst.

Dieses kleine Büchlein liest sich schnell und gut. Neben der eigentlichen Geschichte schildert es auch, was nach Ulrichs Scheitern passierte und diskutiert ethische Fragen, die man sich angesichts dieses Vorhabens stellen kann. Dem Format dieser Reihe ist offenbar auch die Kürze der Geschichte geschuldet. Da Ulrich als Autor aufgeführt wird, muss man die Darstellung, so wie sie ist, akzeptieren. Niemand wird aus einem Scheitern, das das nachfolgende Leben schwerwiegend beeinflusst hat, besonders gerne eine Veröffentlichung bis in alle Einzelheiten machen.

Immerhin kann man auch dankbar dafür sein, dass man überhaupt Einblicke in die vielleicht doch etwas sonderbare Denkweise eines solchen Menschen bekommt.


Was in Syrien tatsächlich geschieht: Augenzeugen widersprechen den westlichen Medienlügen vom syrischen »Bürgerkrieg«
Was in Syrien tatsächlich geschieht: Augenzeugen widersprechen den westlichen Medienlügen vom syrischen »Bürgerkrieg«
von Mark Taliano
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Für die Imperialisten ... ist Völkerrecht etwas, über das man sich getrost hinwegsetzen kann", 17. Mai 2017
An diesem Satz (S. 41) kann man das Problem gut erklären, das man mit diesem Buch haben kann. Auf der einen Seite stimmt er, nimmt man einmal die schwammige Bezeichnung "Imperialisten" weg und ersetzt sie zum Beispiel durch "USA". Auf der anderen Seite ist es gerade dieser Begriff, der schon ankündigt, dass man es bei diesem Werk nicht mit einem Sachbuch zu tun hat, sondern mit einer "antiimperialistischen" Kampfschrift. Dem sachlichen Inhalt kann man größtenteils zustimmen, doch Stil, Aufbau und Sprache dieses Buches sind problematisch, weil sie sich trotz des sicher meistens richtigen Inhalts allein auf eine Art Gegenpropaganda gegen die irreführenden Berichte westlicher Medien beschränken.

Man kann das grundsätzliche Problem dieses Textes auch an einem Beispiel erläutern. Der Autor erklärt, dass die "Imperialisten" bereits den Irak und Libyen ins Chaos geführt hätten, wenngleich mit unterschiedlichen Methoden. Sucht man im Text nach den Gründen und Motiven, dann erfährt man nur, dass die "Imperialisten" die Globalisierung durchsetzen wollen. Das ist platt und dünn. Nur das Motiv der Israelis wird einigermaßen plausibel erläutert. Denen, so der Autor, geht es um einen Puffer zwischen sich und dem Iran. Warum jedoch die Golfstaaten und die Saudis da mitspielen, die sicher andere Interessen besitzen als Israel, erfährt man nicht. Ebenso scheint der Autor außerstande zu sein die Interessen der USA, der EU und der Türkei, die in diesem Krieg Partei sind, zu erhellen. Auch Russlands erhebliches Engagement bleibt unerklärt.

Was man also aus diesem Buch tatsächlich erfährt, sind ein paar Tatsachen und viele Meinungen anderer Personen, die der Autor zitiert. Zu den Tatsachen gehört die Erklärung, dass es sich bei diesem Zerstörungsfeldzug um einen Krieg gegen Syrien handelt, bei dem versucht wird, mit fremden (nicht staatlichen) Truppen ein "Regime Change" herbeizuführen, um danach eigene Interessen durchzusetzen. Diese ausländischen "Rebellen" werden von ausländischen Mächten finanziert und ausgerüstet. Es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen dem IS und anderen Gruppen. Alle sind mehr oder weniger Produkte westlicher Interessen, die inzwischen außer Kontrolle geraten sind.

Es fehlen in diesem Buch bis auf wenige Ausnahmen nicht nur die sachlichen Hintergrundinformationen, sondern auch die Beweise für viele Behauptungen. Auch wenn man die Legalität des Assad-Regimes völkerrechtlich akzeptieren muss, so besteht dennoch kein Grund in Lobeshymnen über die Assad-Dynastie auszubrechen, wie das der Autor tut. Auch hier wird deutlich, dass ihm der Abstand und leider auch ein wenig der Durchblick fehlen. Beim Titel dieses Buches könnte man auf die Idee kommen, dass man tieferliegende Zusammenhänge erfährt. Doch das ist leider nicht der Fall. Was bleibt, ist ein Buch, das erklärt, wie einige tatsächliche Zustände nach der Erfahrung des Autors und anderer von ihm zitierter Menschen in Syrien aussehen. Größtenteils scheint das glaubwürdiger zu sein als die westliche Medienkampagne gegen Assad.


Sie kennen keine Grenzen mehr: Die verrohte Gesellschaft - Erfahrungen eines Polizisten
Sie kennen keine Grenzen mehr: Die verrohte Gesellschaft - Erfahrungen eines Polizisten
von Karlheinz Gaertner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Respektloses Verhalten gegenüber uns Polizisten ist mittlerweile gang und gäbe", 15. Mai 2017
Ausführlich hat dies der Autor bereits in den beiden Vorgängerbüchern "Kampfzone Straße" und "Nachtstreife" beschrieben. Auch in diesem Buch finden sich Berichte, die diesen Befund zum wiederholten Male bestätigen. Doch sie bilden nur einen kleinen Teil des Textes, sodass der Titel nicht ganz den gesamten Inhalt dieses Buches umschreibt. Denn meistens erzählt sein Autor aus seinen Erfahrungen in seiner Dienstzeit als Berliner Zivilstreifenpolizist. Dass dabei sehr häufig ausländische Straftäter im Mittelpunkt stehen, ist wohl auch seinem Einsatzgebiet in Kreuzberg, Neukölln und Treptow geschuldet.

Wenn man diese Erfahrungsberichte liest, dann muss man Gaertner aus einem ganz einfachen Grund bewundern. Er und seine Kollegen fassen Täter, oft zum wiederholten Male, um dann festzustellen, dass sie nach ein paar Tagen wieder auf freiem Fuß in ihr Revier zurückgekehrt sind. Und dann beginnt das Spiel von vorn. Manch anderer Zeitgenosse würde da wohl unter Motivationsproblemen leiden. Fast immer hält sich Gaertner mit politischen Aussagen sehr zurück. Doch gelegentlich bricht es dann doch aus ihm heraus: "Sie ("die hochgradig Kriminellen" - R.M.) hatten niemals die Absicht, unser demokratisches Wertesystem zu übernehmen und sich an unsere Rechtsordnung zu halten. ... Aus falsch verstandener Toleranz und und fehlgeleiteter political correctness, die ohne Unterschied bei leisester Kritik sofort Ausländerfeindlichkeit unterstellt, wurde den Straftätern gegenüber eine Strategie der Schwäche entwickelt, die diese rigoros ausnutzten. Und das unter den Augen und mit Unterstützung von praktisch allen staatlichen Institutionen und der Politik."

Gaertner beklagt dann, dass es kein Wunder sei, dass das Auftreten dieser Leute "auf der Straße und der Polizei gegenüber immer dreister" wird. Die von ihm dann beschriebenen Fälle sind in der Tat haarsträubend. Man kann aus diesem Buch auch viel lernen. So stehen dort beispielsweise die gängigsten Methoden, wie Taschendiebstähle begangen werden. Und dann findet man dort folgende Aussage zu solchen Banden, die mehrheitlich nicht aus der deutschen Bevölkerung stammen: "Man muss leider sagen, dass die von uns festgenommenen Taschendiebe zumeist jegliche Hemmungen oder übliche Moralvorstellungen vermissen ließen. Die offensichtliche Gefühllosigkeit, ja Gleichgültigkeit, vor allem gegenüber älteren und gebrechlichen Opfern, die gerade junge Täter oft auszeichnet, ist erschreckend."

Die meisten Menschen sind wahrscheinlich noch nie in Kontakt mit solchen Leuten gekommen, was wiederum bedeutet, dass ihnen mangels Erfahrung jede Vorstellung fehlt, was tatsächlich in gewissen Gebieten dieses Landes täglich passiert. Das Lesen dieses Buches lohnt sich schon alleine deshalb, weil man glücklicherweise nicht gemachte Erfahrungen und Vorstellungen auf diese ungefährliche Weise erlangen und die tatsächliche Lage begreifen kann. Der Autor war Polizist und nicht Soziologe, weshalb man Ursachenforschung für diese in den letzten Jahren sich dramatisch verschärfende Situation in seinem Buch nicht erwarten darf. Allerdings - und das sei an dieser Stelle noch einmal betont - ist diese Zustandsbeschreibung nicht das zentrale Thema des Buches, wenngleich sein Titel anderes vermuten lässt. Vielmehr geht es in ihm meistens um den von Gaertner auf den Straßen Berlins erlebte Ermittlungs- und Verbrechensverhütungsarbeit, zu der eben auch der Konflikt mit Tätern aus dem arabischen oder osteuropäischen Raum gehört.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20