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Rezensionen verfasst von
Apefred "Fred Ape" (Dortmund Deutschland)
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Bullen und Schweine: Kommissar Wolf rettet die Welt
Bullen und Schweine: Kommissar Wolf rettet die Welt
von Josef Kelnberger
  Broschiert

3.0 von 5 Sternen Mühsam konstruiert aber hält einigermaßen die Spannung, 1. Juni 2012
Josef Kelnberger, Jahrgang 61, ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und versteht also a priori was vom Schreiben. Es liegt nun sein Debütkrimi vor und obwohl ich einige Mühe hatte dem ganzen Geschehen zu folgen, habe ich Bullen und Schweine" zu Ende gelesen und mit einem eher wohlwollenden na ja" ins Regal geschoben. Wohlwollend deshalb, weil es dem Autor gelungen ist eine weitere Facette eines wunderlichen Kommissars, Konrad Wolf in diesem Fall, hinzuzufügen, so im Stile von Adamsberg (Fred Vargas) oder Brunetti und Colombo oder wie sie alle heißen. Es sind diese Aufflüge in die Gedankenwelt eines Ermittlers, die das Buch retten. Ja, sogar philosophische Elemente, gut fundiert und vermittelt, etwa als der Kommissar seine Gedanken über seine Position in der Welt äußert: er sieht sich quasi neben einem Transportband in einem Flughafen, wo die Menschen in einer normalen Zeitabfolge von A nach B wandeln. Sein persönliches Transportband ist ein anderes: es zuckt und ruckt, wie fremd gesteuert und katapultiert ihn nach vorne und/oder in die Zeit zurück. Nuancen der Wahrnehmung sind so möglich, wie z.B. Dinge viel früher als andere zu erfassen und anderes viel später zu begreifen. Hier lässt Sten Nadolny mit seiner Entdeckung der Langsamkeit grüßen. Die Story, na ja, man hat das zweifelhafte Gefühl, dass diese Art folkloristischer Krimis - in diesem Fall das beschauliche Niederbayern - von den örtlichen Fremdenverkehrsämtern vorfinanziert werden. Donau und Isar küssen sich in Auwäldern, etc.! Es geht um Eitelkeiten, Eifersucht und Wahnvorstellungen, wobei der örtliche Polizeichef sich ganz besonders hervortut und in seinem Sinne die Ermittlungen leitet. Kommissar Konrad Wolf begreift die Dinge sowohl zu spät als auch zu früh, was ihm fast zum Verhängnis wird. Konrad Wolf wünscht sich des Öfteren nicht in dieses Wespennest, die Einöde Matterskofen, mitten im Gäuboden, Kornkammer Bayerns, zwei Kilometer entfernt vom nächsten Ort, Weiblsdorf, zu stechen. Aber er zieht es bis zum Ende durch, es gibt viele Tote, Verschwörungstheorien, gefälschte Dossiers und Sackgassen. Konrad Wolf überlebt es und wir sind gespannt auf seinen nächsten Fall! Ich hoffe, ein wenig strukturierter geschrieben - in der Schule würde man sagen, mehr bei der Sache bleiben.


Die Welt ist im Kopf
Die Welt ist im Kopf
von Christoph Poschenrieder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant und sogar teilweise lustig, 30. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Welt ist im Kopf (Gebundene Ausgabe)
Ein interessantes Buch. Was weiß man schon wirklich von Arthur Schopenhauer? Man kümmert sich ein wenig, googelt dies und das, wikipidiert und heraus kommt etwa, dass Schopenhauer meint, dass wir die Welt nicht so sehen, wie sie "an sich" ist, sondern nur so, wie sie uns erscheint, das heißt, wie wir sie uns vorstellen. Kurz: die Welt ist unsere "Vorstellung" und ist eben das, was wir in unserem eigenen Inneren finden, nämlich so eine Art metaphysischer Wille. Nun, Schopenhauer ist jetzt 152 Jahre tot und trotzdem scheint es, dass dieser philosophischen Grantler und Querdenker in der Philosophie einen wichtigen Platz einnimmt.. Das Denken Arthur Schopenhauers, durchzieht -zumindest in seinen Werken - ein tiefer Pessimismus, der sich auch in seinen Äußerungen "Über den Tod" spiegelt: man kommt bei vollem Bewusstsein in jeder Stunde seinem Tode näher, und dies macht selbst dem das Leben bisweilen schwer, der dies auch voll und ganz erkannt, bzw. akzeptiert hat. Im vorliegenden Büchlein geht es allerdings primär um einen ganz anderen Schopenhauer: überraschend sinnlich und lebendig" (Klappentext). Das Buch ist von lustvoller Ironie geprägt, der einen gar nicht so lebensunlustigen Philosophen beschreibt. Nein, ein Mann, zwar von seinen schweren Gedanken geprägt, doch durchaus am süßen Leben teilhabend. Eine monatelange Reise wird beschrieben, über Dresden, über schwer zu überwindende Alpenpässe nach Venedig. Unterwegs passieren dem jungen Philosophen die kuriosesten Dinge, das ist witzig geschrieben. Arthur Schopenhauer hat ein Empfehlungsschreiben seines großen Zeitgenossen Goethe in der Tasche, aber er wird es nicht nutzen. Es brennt ihm allerdings immer in den Fingern. Wir treffen auf den ziemlich verrückten englischen Lyriker Lord Byron, der auch in Venedig in so einer Art kulturellem Exil lebt. Aber Byron und Schopenhauer kommen sich persönlich nicht nahe. Doch köstlich sind die Beschreibungen von Fluchten durch die Kanäle Venedigs, seine Ausbildung zum Gondoliere und seine Liebe zu Teresa, eine venezianische Schönheit, die ihm den Aufenthalt in der Lagune versüßt. Von Zu hause kommen Briefe von seiner Schwester Adele, die ihn verehrt und auf dem Laufenden hält. Zusätzlich wartet er auf die Veröffentlichung seines Hauptwerkes und sein misstrauischer Verleger will nicht so Recht an den Start mit dem Buch. Das wurmt den Philosophen mächtig. Also alles irgendwie normal und man kann die Szenerie wohlwollend auf heute extrapolieren. Künstler und Philosophen müssen sowieso irgendwie verrückt sein um zu bestehen. Gleichmütig und sogar ein wenig stolz bekommt er in einem weiteren Brief von Adele mit, dass er zwischenzeitlich fast Vater geworden sei, seine zurückgelassene Geliebte in Dresden verlor allerdings das Kind. Dann steht auch noch sein Erbe zu hause in Zweifel weil ein zwielichtiges Bankhaus krumme Geschäfte gemacht hat. Wie gesagt, die Dinge wiederholen sich, bleiben aber gleich. Und wie zur Bestätigung fällt mir der Text von André Heller (Künstler und Philosoph) ein: Die wahren Abenteuer sind im Kopf- und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo!" Heller und Schopenhauer hätten sich gut verstanden.


Der Sohn
Der Sohn
von Jessica Durlacher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Terror über vier Generationen, 24. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Sohn (Gebundene Ausgabe)
Quälender Terror über vier Generationen gegen eine jüdische Familie in den Niederlanden. Jessica Durlacher vermittelt über Ihre Hauptperson, der Ich Erzählerin" Sara Silverstein, eine Eindringlichkeit, die über lange Strecken beklommen macht. In den schrecklichen Nazi Zeiten und der Judenprogrome, die es auch in Holland gab, entwickelt sich eine Kausalität einer furchtbaren Geschichte, die sich durch diese von Sara geliebte Familie zieht. Und zwar über vier Generationen. Über Saras Vater Herman, dessen Eltern vor seinen Augen nach Westerbork (Übergangslager in Holland) deportiert werden (von dort nach Bergen Belsen oder Ausschwitz) bis hin zur Tochter von Sara, Tess, die pubertär, ebenso unglaubliche Grausamkeiten erleben muss. Der Roman versucht eine Linie zu ziehen, es gelingt ihm auch, über den Naziterror hin zum Antisemitismus der heutigen Zeit, den es natürlich auch noch in den Niederlanden gibt. Und da ist noch die besondere Geschichte von Mitch, Saras Sohn der ein Geheimnis in sich trägt, quasi eine Aufgabe, die nur er letztendlich erfüllen kann. Eine Aufgabe am Ende alles aufzuklären. Mitch fährt als 13jähriger mit seinem Opa Herman nach Baden Baden, wo Herman als - Alibi Wiedergutmachung - von den dortigen Honoratioren eingeladen wird, um Vorträge zu halten. Viel Verlogenheit steckt dahinter. Doch am schlimmsten ist der Weg den Sara selbst gehen muss über diese lange Strecke des Romans. Selbst vergewaltigt und erniedrigt muss sie noch mit ansehen, wie ihr Mann Jacob überfallen und grade noch seine Schussverletzungen überlebt. Wer hinter diesen aktuellen Anschlägen steckt, bleibt lange verborgen doch findet sich auch hier eine Geschichte von unglaublicher Dumpf - und Dummheit die wütend macht. Sehr eindringlich und wichtig!


Die Mechanik des Himmels: Roman
Die Mechanik des Himmels: Roman
von Tom Bullough
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ermüdend, 5. April 2012
Vor Jahren bin ich über ein Buch an ein Genre gelangt, welches ich fortan liebte. - Die Entdeckung des Himmels - von Harry Mulisch, war der Ausgangspunkt für meine Vorliebe für Romane, in denen sich Naturwissenschaft, Philosophie und Literatur treffen. Grandioses Werk. Nun las ich den Titel des Romans von Tom Bullough und griff gleich zu; nicht in der Erwartung, Mulisch wieder zu finden, sondern eben gut unterhalten zu werden. Kurz, all dies ist in - Die Mechanik des Himmels - nicht zu finden. Ein ermüdendes Buch mit endlosen Beschreibungen über Schlamm - und Eisverkrustete, bitterarme Dörfer und Städtchen im bibbernden Russland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was anfangs noch als lyrischer Duktus verstanden werden kann, wird durch den häufigen Gebrauch von Verben, wie z.B. struppige Dächer, zweckdienliche Birke, wolkenzerkratzte Himmel, etc... irgendwann farblos und man fängt an zu blättern. Es geht um die Geschichte von Konstantin Ziolowski (1857 - 1935), der auch wirklich gelebt hat, und zum zumindest theoretischen Vater der russischen Raumfahrt wird. In jungen Jahren an Scharlach erkrankt, und dadurch fast taub, behauptet er sich dennoch in dieser schwer zu lebenden Welt, und interessiert sich für die Naturwissenschaft und wird sogar Lehrer; und zeigt seinen Schülern die Phänomenologie der Himmelsmechanik. Das macht er durchaus beispielhaft in dem er seine Schüler Größenvergleiche anstellen lässt, um die Mächtigkeit der Sonne gegenüber den Planeten zu verstehen. Nun ja, das kennt man.
Was ich mit ermüdend meine, sind die russischen Namen, die Entfernungsangaben - ein Werst scheint so was wie ein Kilometer zu sein - und die Sprünge, die der Roman macht. Die physikalischen Erkenntnisse, Newton und die Gravitation, etc., kommen zwar gegen Ende noch vor, aber es bewegt nicht. Auch nicht, das Konstantin ein Mädchen kennenlernt und Vater wird. Ich habe das Buch vielleicht nicht verstanden, aber einen poetisch, atmosphärisch dicht geschriebenen Roman über große Träume und Ideen - so steht es auf der Rückseite des Umschlags - habe ich nicht gefunden. Tut mir leid.


Ein tiefer Fall
Ein tiefer Fall
von Bernhard Kegel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wissenschaftler sind auch nur Menschen, 28. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Ein tiefer Fall (Gebundene Ausgabe)
Der Verlagsname ist Programm. Mare. Es geht um das Meer. Genauer um das berühmte deutsche Zentrum für Meeresbiologie in Kiel, welches auch schon in Schätzings Der Schwarm" eine große Rolle spielte. Hier tummeln sich Meeres- und Evolutionsforschung und biederes Wissenschaftshandwerk. Personifiziert durch die zwei Hauptpersonen des Romans Hermann Pauli - seines Zeichens der Kalamarist, der vor Jahren den Roten" an Neu Seelands entdeckt hat, ein Krake von bis dahin unvorstellbarere Größe - und eben Frank Moebus, schillerndes Pendant zu Pauli im internationalen Wissenschaftszirkus, ein Star seiner Zunft, der mit einer Entdeckung prahlt, die ihn weltberühmt machte. Nämlich so eine Art außerirdische DNA - hier RNA genannt -, die es auf unserem Planeten eigentlich nicht geben sollte, die aber an den so genannten Schwarzen Rauchern", kilometertief im Atlantischen Rücken gefunden wurden, und nun fortan das Leben dieses Wissenschaftstalents Moebus bestimmt. Was in diesem Roman gut herauskommt, ist, dass es genau wie unter Politikern, Bankern und was weiß ich noch für Versagern, es im Wissenschaftsbetrieb genauso um Gier nach Anerkennung geht, weniger im materiellen Sinne allerdings. Vielleicht ist es die Sucht nach dem Nobelpreis, nach bewundernden Artikeln in den Zeitschriften Nature oder Science, die Moebus im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen lässt. Die Krimistory kommt eher bieder daher. Es gibt eine an Meeresbiologie interessierte Kommissarin die sich nicht nur wegen des Falles, auf Hermann Pauli einlässt. Dieser sympathische Opa des Instituts, bringt mehr oder weniger zufällig den Fall nach vorn und letztendlich Moebus zu Fall, da verrate ich nicht zu viel. Was den Roman interessant macht sind die sidefills. Es gibt immer wieder Beispiele durchgeknallter Wissenschaftler auf der Welt, die durch vermeintliches sensationelles Klonen von Tieren oder eben durch die Erfindung der Quadratur des Kreises sich unsterblich wähnen und am Ende des Tages sich nur lächerlich machen. Fazit: Wissenschaftler sind auch nur Menschen. Guter Durchschnitt!


Die Kunst, kein Egoist zu sein: Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält
Die Kunst, kein Egoist zu sein: Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält
von Richard David Precht
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Ende ein hoch politisches Buch, 8. März 2012
Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, warum mir sein Wer sind wir, und wenn ja wie viele" so gut gefallen hat. Es ist diese Leichtigkeit wie Precht schreibt, eine Transparenz der Inhalte, die auch Menschen, die einfach nur am Lauf der Dinge interessiert sind, vielleicht auch ohne Abitur - die aber in der Lage sind, zu reflektieren, äußerst zufrieden macht. Warum ist der Mensch so wie er ist? Das ist die spannende Frage in der Kunst, kein Egoist zu sein. Vielleicht sind einige Kapitel anstrengender als andere, oder wecken das Gefühl, woanders noch mal nachlesen zu müssen, wichtig ist aber, dass Precht ein Aufbau gelingt, der in einer Aufforderung zur Aktion mündet. Insofern ist das Buch ein hoch politisches. Wahrheiten wie Z.B., Politiker, sind sie einmal gewählt, interessieren sich nur noch für ihre Wiederwahl oder warum Banker so sind, wie sie sind, mögen populistisch daher kommen - sie sind aber sogar - objektiv wahrnehmbar - wahr. Im Buch geht es um Moral und Haltung, was das ist, wo das herkommt und wo es hinführt. Und zum Ende hin entlässt uns Precht nicht ohne uns eine Aufgabe zu geben. Nämlich die, endlich mal wieder die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, vor der eigenen Tür zu kehren und dabei den Nachbarn ansprechen. Und dieser wieder den nächsten und so werden Netzwerke mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen entwickelt. Einfach machen ist die Devise, sich nicht auf irgendwen verlassen, vor allem nicht auf die Politik. Und er hat Beispiele wo dieser Gemeinsinn" geklappt hat. Das geht nur, wenn wir quasi den Fernseher abschalten, den Talkshows, Soaps und der Verblödungsindustrie aus Werbung, Medien und Politik, standhaft aus dem Weg gehen. Das ist die Kunst, kein Egoist zu sein. Soziale Kompetenz nicht als Worthülse vor sich her tragen sondern leben. Ein ganz wichtiges Buch, unbedingt lesen!


Schneemann: Harry Holes siebter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 7)
Schneemann: Harry Holes siebter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 7)
von Jo Nesbø
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich bin nicht der Schneemann, ich auch nicht, ich auch nicht, usw..., 21. Februar 2012
Auf dem Umschlag steht oft "der vielleicht beste Krimi des Jahres..." und weil das so oft auf Buchrücken steht, gefühlt jedes dritte Mal, kann ja irgendwas nicht stimmen. Und es stimmt auch diesmal nicht. Ich begleite Harry Hole schon von Anfang an und bin mittlerweile soweit, dass Der Schneemann mein letzter Roman von Nesbø ist, kurz, er hat mich etwas gelangweilt. Es ist ein an Seitenstärke umfangreicher Krimi und ungefähr zur Mitte, als der -was weiß ich - wievielte Schneemann, es dann doch nicht wahr, befürchtete ich, da kommen jetzt noch bestimmt 2 -3 Verdächtige. Gut, gegen Ende ist die Psychopathologie des Täters gut aufgebaut und reiht sich dann in ein Muster ein, das man eventuell ahnen konnte. Aber dieses ewige falsche Fährten legen zur Methode zu machen, ist eben nicht mehr so neu, und fällt dann auf, wenn es insgesamt über lange Strecken langatmig wird. Vielleicht bin ich mit Holes Biographie schon zu vertraut, seinen bedenklichen Alkoholismus, seine einsame Wolf Mentalität als Ermittler; und was ja jeden Krimi von Nesbø prägt, ist ja, dass Hole entweder grad wegen seiner Eskapaden kurz vor dem Rausschmiss steht oder es schon ist. Ein richtiger Nesbø fan wird sagen, nicht sein bestes Buch - aber es ist ok. Der Schneemann ist ein Psychopath und hier geht es um den Bereich - der wahrscheinlich in Deutschland nicht anders ist - der Kuckuckskinder. Nach vorsichtigen Schätzungen sind ca. 20% der Kinder nicht vom vermeintlichen Vater. Das führt schon mal zu Grausamkeiten, wenn das Weltbild nicht stimmt. Ich würde es nicht einfach so empfehlen, eben nicht als Einstieg in die Harry Hole Falle! Ich weiß, das bringt mir wieder dicke Minuspunkte von den Fans - aber schreiben wir für das sammeln von Empfehlungen oder für eine subjektive Meinung, weil wir eben gerne lesen? Eben!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2012 10:34 AM CET


Gerron: Roman
Gerron: Roman
von Charles Lewinsky
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grausam gut!, 19. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Gerron: Roman (Gebundene Ausgabe)
Selten hat mich ein (Tatsachen-)Roman so fasziniert. Nach einigem Seiten des Lesens, ertappte ich mich dabei, gleich eine Suchmaschine anzuwerfen und mir einen Überblick zu verschaffen wie die Dinge liegen und lagen. Und die Geschichte von Kurt Gerron stimmt. Was immer der Autor dazu geschrieben -, dazu erdacht oder fabuliert hat, ist völlig egal und tut dem Buch nur gut.
Es geht um den Gewissenskonflikt eines Theater- und Kabarettmenschen, eine Persönlichkeit der Kultur in den berühmten Zwanzigern, der, ob seiner jüdischen Abstammung, im KZ Theresienstadt landet. Mit seiner geliebten Olga. Gerron, ein verwundeter Held aus dem ersten Weltkrieg, wo er sich für Deutschland die Eier hat abschießen lassen, hat den Absprung - sprich, Flucht nach Amerika - verpasst. Einer, der nie dachte, dass es mit ihm passiert. Er ist ja schließlich berühmter Deutscher. (Man kann Juden aus Deutschland jagen, aber nicht das Deutsche aus den Juden) Ein Star - keiner sang so gut und vor so vollen Sälen den Mäckie Messer Song. Aber nun ist es so wie es ist. Als Ich - Erzähler beschreibt er sein Empfinden. Und das ist so unglaublich gut, dass einem Schauer über den Rücken laufen. Charles Lewinsky gelingt es, Gerron zu -sein! Wir nehmen Anteil an Gerrons Leben vom Kleinkind, Schule, Elternhaus, erster Weltkrieg, erste Bühnenerfahrungen und Aufstieg. Wir treffen unterwegs Brecht ...(der mit seinen ewigen Frauengeschichten), Emil Jannings, Marlene Dietrich, Claire Waldorf, auch Albers, Rühmann, Max Reinhardt und wie die Größen der Zeit alle heißen und hießen. In Theresienstadt bekommt Gerron nun vom KZ Kommandanten Rahm den Auftrag einen Film zu drehen, und das ist das Wahnsinnige dabei, einen Film darüber, der Welt zu zeigen, wie gut es den Juden in so einem Lager geht. Ein Paradies - quasi als Beweis für das internationale Rote Kreuz, um zu zeigen dass alles gut ist.. Sagt er nein, ist er tags drauf in Auschwitz. Sagt er ja, stellt er sich in den Dienst der Nazis und wird ein Teil dieser Vernichtungsmaschinerie. Er dreht den Film. Es ist alles verbürgt, es gibt diesen Film. Und es gibt auch das Ende von Gerron, trotz allem - es/er endet in Auschwitz. Hochgradig bewegend. Das Buch des Jahres(für mich) - jetzt schon, lege ich mich fest.


Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
von Jussi Adler-Olsen
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder so gut wie "Erbarmen", 12. Januar 2012
Aufatmen bei mir. Hat der erste Roman von Adler Olsen - Erbarmen - mich noch echt begeistert, enttäuschte mich allerdings der weitaus schwächere zweite Roman -Schändung; ein Krimi an der Grenze zur psychopathologischen Phantasie. Trotz des nicht gelungenen zweiten Teils, war ich doch echt gespannt auf -Erlösung-. Und dieser Fall ist auch eher mit -Erbarmen - zu vergleichen. Man weiß die ganze Zeit was los ist, hat also immer einen Informationsvorsprung vor dem Ermittlungsteam und fiebert mit den Opfern, damit sie noch gerettet werden. Aber es geht vor allem um das komödiantische Miteinander des Teams, des Sonderdezernats Q, das Dezernat für ungelöste Fälle; um den Sonderling von Kommissar Carl Mørck mit seinem Assistenten, den undurchsichtigen aber hochgradig sympathischen Syrer Assad, mit noch offener politischer Vergangenheit, sowie Rose - alias Yrsa-, die auch ihr Verwechslungsspielchen mit in die zwar chaotische doch ungeheuer scharfsinnige Truppe einbringt. Zusammen gehen sie einen Fall an, der im tiefen Dunkel fundamentalistischen Sektierertums spielt, in diesem Fall bei den Zeugen Jehovas. Man kriegt haarklein mit, wie krank so ein Sekten - System ist, aber letztendlich geht es auch um Menschen. Die wunderbare Erzählerin und Krimiautorin Fred Vargas geht ähnlich vor. Aus kryptischen, winzigen Kleinigkeiten, bei - Erlösung - geht es um eine, so gut wie nicht mehr lesbare, Jahre alte Flaschenpost, wird eine fiebrige Suche angefangen. Spannend hält sich die Geschichte bis zum Ende. Wobei die wunderbaren - skurrilen Gedankengänge und Dialoge von Carl Mørck und seinem Assistenten Assad, das Boot über Wasser halten. Ein guter Zeitvertreib, Genuss ohne Reue und mindestens ebenso gut wie der Erstling - Erbarmen -.!


Gefährliche Geliebte
Gefährliche Geliebte
von Haruki Murakami
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte einer Obsession, 12. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Gefährliche Geliebte (Taschenbuch)
Ein Männerroman aus Japan, den sicher auch viel Frauen gelesen haben, denn er ist literarisch von außerordentlicher Qualität.
Es ist die Geschichte einer Obsession, geboren in den Kinder - und präpubertären Jahren von Hajime und seiner Jugendliebe Shimamoto.
Das kann sicher jeder gut nachvollziehen. Es gibt, wenn ich etwas wühle in meinen Gedanken, Geschichten und Dramen aus all den erlebten Jahrzehnten, immer wieder das eine oder andere Gesicht aus der Vergangenheit, bei dem, wenn es dann tatsächlich auftaucht, ein Schwall Emotion einen nahezu unerklärlich überwältigt. Es kann ein Gesicht sein aus frühen Jahren oder die Erinnerung an eine frühe erotische Situation. Bei Hajime und Shimamoto ist diese Impfung aber Lebens prägend und wirkt bis zu einem eventuellen, bitteren Ende. Gut, dass dieses Ende offen bleibt. Legt nun Gevatter Tod Hand an oder gibt es irgendeine andere Erlösung? Bis so weit kommt, durchleben wir mit Hajime sein hartes Erwachsenwerden, seine beruflichen Erfolge und auch die Gründung einer Familie mit einer guten, ja auch geliebten Frau. Nur, es ist nicht Shimomato. Deshalb bleibt die Rastlosigkeit ständiger Begleiter. Ausgelöst aus der nie vollzogenen Körperlichkeit und Nähe zu Shimamoto. Es muss einfach irgendwann passieren, es ist obsessiv und hocherotisch wie alles daher kommt, und es ist nachvollziehbar. Jeder Mann, der in der Lage ist, sein Leben zu reflektieren, begreift das Unbehagen des Lebens, wenn es eine offene Frage, ein offene, nie zu schließende Akte gibt. Große Literatur.


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