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Rezensionen verfasst von
Miss K. (Oberhausen, Germany)

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Handbuch Stakeholderkommunikation: Grundlagen - Sprache - Praxisbeispiele (Kolleg für Leadership und Management, Band 4)
Handbuch Stakeholderkommunikation: Grundlagen - Sprache - Praxisbeispiele (Kolleg für Leadership und Management, Band 4)
von Prof. Dr. Florian Menz
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lohnenswertes Buch über Unternehmenskommunikation, 18. Juli 2008
"Das größte Problem in der Kommunikation ist die Illusion, sie sei zustande gekommen." Dieses schöne Zitat von George Bernard Shaw könnte als Tenor für dieses Buch stehen, denn eines lehrt dieses Buch: Unternehmenskommunikation nach innen und außen wird immer wichtiger und ist ungemein kompliziert.

Zunächst erläutern die Autoren was interne und externe Stakeholder sind und das Kommunikation deswegen so wichtig ist, weil damit Vertrauen und somit Reputationskapital aufgebaut werden kann. Auch die Art der Unternehmensführung hat einen Einfluß auf die Kommunikation und so werden z.B. Begriffe wie Hierarchie und Heterarchie ausführlich erläutert.

Ganz besonders interessant fand ich u.a. das Kapitel über die unterschiedlichen Sichtweisen, Theorien und Modelle von Kommunikation, welches das mathematische Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver vorstellt, aber auch die systemtheoretische Perspektive von Luhmann, Bateson oder die konstruktivistische Sichtweise von Watzlawick u.v.m.. Dabei ist das zuerst genannte Modell laut der Autoren am häufigsten in den Managementtheorien zu finden, da dies am ehesten dem objektivistisch-funktionalistischem Management-Leitbild entspricht. Diese ausführliche Darstellung der verschiedenen Sichtweisen, ohne hierbei eine Sichtweise zu polemisieren, ermöglichte es mir, neue spannende Impulse zu bekommen, in unterschiedliche Sichtweisen einzutauchen und letztendlich eine eigene Meinung zum Thema heraus zu bilden.

Im darauf folgenden Kapitel geht es um die Merkmale und Ziele der Stakeholderkommunikation und dabei um Themen wie Diskurs und Dialog, Vertrauen und Mißtrauen, die an Offenheit, Ehrlichkeit, Toleranz und Reziprozität geknüpft sind, um Reputation und das neudeutsche Wort (und eines meiner Lieblingswörter) Commitment. Absolut spannend war auch das Kapitel zur Bedeutung und Entstehung von Sprache, die vor ca. 25.000 bis 250.000 Jahren eingesetzt hat. Sehr schmunzeln mußte ich dann bei dem Kapitel zum Thema Metaphern, denn wer hat in seiner eigenen beruflichen Laufbahn bei Firmenveranstaltungen nicht schon diverse Begriffe z.B. aus der Schiffahrt (volle Fahrt aufnehmen, Kurs halten, zu neuen Ufern aufbrechen), aus dem Sport (Ziellinie, Coach, gut aufgestellt, Teamgeist) oder womöglich aus dem Militär (Schlachten schlagen, scharf schießen, Überraschungsangriff, geplanter Rückzug) gehört. Die Autoren geben hierbei zu bedenken, dass Sprache eine suggestive Wirkung entfalten kann, über die Emotionen gezielt hervor gerufen werden können. Daher sei, laut Ansicht der Autoren, ein sparsamer Umgang mit Metaphern empfehlenswert.

Nach all der Theorie gibt es dann einen Teil, wo es um konkrete Beispiele der Stakeholderkommunikation geht. Leider muss ich hierzu bemerken, dass mir das Kapitel 9 nicht sehr gut gefallen hat. Während das Niveau der vorangegangen Seiten relativ hoch war, so sind die Aufzeichnungen der mündlichen Kommunikation recht trivial und in einem stark gefärbtem österreichischen Dialekt, was bei mir teilweise zu Irritationen geführt hat. Ich hätte mir hier eher spannendere Kommunikation z.B. aus einem geschäftlichen Meeting mit Kunden und Vorständen etc. gewünscht. So hatte ich große Mühe, beim Thema zu bleiben, da ich mich während des Lesens furchtbar gelangweilt habe. Die nachfolgende schriftliche Stakeholderkommunikation wiederum finde ich sehr gelungen.

Alles in allem ein sehr spannendes Buch, was zum Ende hin leider in Kapitel 9 meiner Meinung nach einige Schwächen aufweist. Daher nur 4 Punkte. Ansonsten hätte ich sehr gerne 5 Punkte gegeben.


Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern
von Joachim Bauer
  Taschenbuch

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht die Gene steuern uns, sondern wir steuern selber unsere Gene, 3. Juli 2008
Was für ein spannendes Thema, das der Autor Prof. Dr. med. Joachim Bauer in diesem Buch darstellt, nämlich, daß die Gene nicht starr festgelegt sind und somit unser gesamtes Leben steuern, sondern daß wir selber unsere Gene regulieren können. Diese Genaktivierung unterliegt situativen Einflüssen und wird überwiegend nicht vererbt, d.h. bestimmte Erfahrungen, die wir machen, bilden im Organismus Reaktionsmuster aus und haben einen Einfluß darauf, wie die Regulation der Genaktivität sich in bestimmten Situationen verhält.

So werden gute zwischenmenschliche Beziehungen im Gehirn abgebildet und gespeichert und wirken sogar gegen seelischen und körperlichen Streß. Dort, wo sich die Quantität und Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen vermindert, erhöht sich auch das Krankheitsrisiko, da seelische Vorgänge in biologische Signale umgewandelt werden, welche an der Regulation der Genaktivität mitwirken. Wie Gene auf Streß reagieren und das Streß auch das Gehirn so schädigen kann, daß Nervenzellen absterben, wird in Kapitel 4 genau erläutert. Bei Todesgefahr oder extremen seelischen Qualen z.B. reagiert das Gehirn mit schweren Gedächtnisstörungen und einer Verminderung der Hirnsubstanz (War Sailor Syndrome, Concentration Camp Syndrome).

Das nächste Kapitel erklärt, wie äußere Situationen vom Gehirn bewertet werden und aus welchem Grund Menschen völlig unterschiedlich auf Streß reagieren. Das darauffolgende Kapitel widmet sich den Synapsen (Nervenzellen) und das der Auf- und Umbau der Nervenzell-Verschaltungen im Gehirn abhängig davon ist, was wir im zwischenmenschlichen Bereich erleben.

Ein Kapitel widmet sich dem Thema Depression: Wie sie entsteht, was eine Depression ist und wie sich eine Depression verselbständigen kann und was der Grund dafür ist, daß einige Menschen für eine Depression anfällig sind und andere wiederum nicht und wie man sie behandeln sollte. Welche körperlichen Auswirkungen Streß und Depression haben und welche Verbindungen hier bestehen, liest sich außerordentlich spannend. Genauso wie das Kapitel der körperlichen Risiken von Streß und Depression, nämlich der Immunabwehr und dem Tumorrisiko. Sehr gut fand ich auch den Teil bezüglich der Behandlung mit Psychopharmaka und den Auswirkungen auf die Gene, nämlich das nicht nur prägende Ereignisse, sondern auch solche Substanzen im Gehirn Gene aktivieren können, die nachhaltige Spuren hinterlassen, was ebenso für Drogen (auch für THC = Haschisch) gilt. Auch sehr spannend in diesem Zusammenhang ist das Thema der Medikamentenunverträglichkeit und der richtigen Dosis.

Was hinter Schmerzerfahrungen ohne organischen Befund steht, nämlich das hier bei Auftreten eines häufigen Reizes sich nicht nur die Synapsen des Nervenzellen-Netzwerkes, sondern auch das Netzwerk an sich, vergrößern und sich somit diese Reize verselbständigen, wird erläutert. Weitere Themen sind: PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und die Narben in der Gehirnsubstanz", die durch ein Trauma ausgelöst werden; seelische und neurobiologische Folgen von Gewalt und Mißbrauch bei Kindern (Borderline-Störung, Dissoziation, wie Binge Eating); Körperliche Spuren bei Problemen am Arbeitsplatz (Burnout-Syndrom); Auswirkungen der Psychotherapie auf neurobiologische Strukturen, sowie eine Übersicht über die Wirkungsweise der Gene. Ein sehr spannendes und gut zu lesendes Buch, mit vielen neuen Einsichten. Unbedingt empfehlenswert!


Oberösterreichische Bäuerinnen kochen. Einfach gute Rezepte
Oberösterreichische Bäuerinnen kochen. Einfach gute Rezepte
von Diverse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein spannendes Buch für Fans der österreichischen Küche, 3. Juni 2008
In diesem, von der Landwirtschaftskammer für Oberösterreich herausgegebenem, Buch präsentieren Bäuerinnen und Bauern ihre traditionellen Kochrezepte. Sehr gut gefällt mir, dass das Buch in die Jahreszeiten aufgeteilt ist und man somit angehalten wird, nach dem jeweiligen Warenangebot, zu kochen. So habe ich z.B. jetzt zur Erdbeerzeit im Juni gleich mal den leckeren Nachtisch von S. 49 (Honigcreme mit Beeren) ausprobiert und mit ein wenig Gebäck als eine Art englisches Trifle abgewandelt. Schmeckte ganz vorzüglich! Das Buch ist gespickt mit bodenständigen Rezepten aus Oberösterreich, wie z.B. Nockerl, Palatschinkenrollen, Topfenschmarren, Kräuter-Schupfnudeln, Linzer Gebäck, Topfenbuchteln, Germ-Zimt-Nudeln, Gmunder Torte, Blunzengröstl, Powidl und Mühlviertler Bauernkrapfen. Auch von meiner Lieblingsbeilage Knödel gab es viele verschiedene Variationen (Mühlviertler Kornmehlknödel, Serviettenknödel, Fleischknödel, Grießknödel, Gebackene Leberknödel, Innviertler Speckknödel, Erdäpfelknödel, Reiberknödel, Apfelknöderl mit Mostschaum), so dass sicherlich der ein oder andere Knödel zukünftig von mir gekocht werden wird. Einige Gerichte haben übrigens sehr lustige Namen, wie z.B. Hasenöhrl aus Erdäpfelteig, Katzeng'schroa, Stoppelfuchs, Schlosserbuben, Affen und Nackte Handwerksbursch.

Super fand ich z.B. auch den Tipp bei den hausgemachten Nudeln, wo aufgeführt wird, wie man diese zusätzlich noch ganz natürlich einfärben kann. Angetan hat es mir auch der grüne Spargel in Mostbackteig mit selbst gemachtem Rhabarberchutney als Beilage. Im Herbst, wenn es wieder Kürbis gibt, werde ich ganz bestimmt die Erdäpfel-Kürbis-Puffer und die Kürbis-Apfel-Marmelade ausprobieren. Ziemlich speziell fand ich die Heublumencremesuppe, bei der ich mich gefragt habe, woher ich denn, hier in Norddeutschland, zwei Handvoll würziges Bergwiesenheu mit vielen Kräutern her bekommen soll, aber auch solche Dinge klären sich, wenn man darüber spricht. Weil das Rezept so speziell ist, finde ich es auf jeden Fall ziemlich spannend. Auch scheinen die Österreicher gerne mal einen Kleinen zu heben, denn für jede Jahreszeit gibt es diverse selbstgemachte alkoholische Getränke, wie z.B. Löwenzahnwein, Erdbeerlikör, Wacholderschnaps, Hoppelpoppel, Eierlikör und Roter Dragoner, um nur einige zu nennen. Da sag ich mal: Nicht lang schnacken, Kopf in'n Nacken, wie man hier oben in Norddeutschland sagt.

Dieses Kochbuch gefällt mir sehr gut, weil es ganz traditionelle Rezepte beinhaltet und mit solchen Büchern bewirkt wird, dass alt hergebrachte Speisen und Rezepte nicht einfach aussterben, sondern an andere Generationen weiter gegeben werden. Oder wie es mein lieber österreichischer Kollege Martin Alkin formuliert hat: "Bei den Rezepten wurde ich wieder an meine Kindheit erinnert." In diesem Zusammenhang auch noch einmal ein recht herzliches Dankeschön an Martin Alkin, der mir, höchstens mal begleitet mit einem Schmunzeln, alle meine Fragen (und das waren einige) zu den Zutaten in diesem Kochbuch auf Hochdeutsch übersetzt hat. Als Norddeutsche waren mir nämlich u.a. Begriffe wie Kukuruzkörner, Paradeismark, Topfen, Aranzini, Wurzelwerk, Ribisel, Kren, Fisolen, Schwammerl, Weichseln, Karfiol und Erdäpfel völlig fremd. Daher wäre für Nichtösterreicher eine kleine Übersetzungshilfe am Ende des Buches sehr hilfreich gewesen, denn nicht immer ist ein Übersetzer, so wie in meinem Fall, gleich parat. Da ich sehr visuell orientiert bin, hätte ich mir auch Fotos zu den fertigen Gerichten gewünscht, denn nicht immer war mir klar, wie das Ergebnis aussehen sollte. Aber wahrscheinlich hätte es dann das Format des Buches gesprengt.

Alles in allem ein tolles Buch. Allerdings gebe ich wegen der Sprachproblematik einen Punkt weniger.


Die Lebensreise der Martha Tausk: Sozialdemokratie und Frauenrechte im Brennpunkt
Die Lebensreise der Martha Tausk: Sozialdemokratie und Frauenrechte im Brennpunkt
von Brigitte Dorfer
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Martha Tausk, eine Kämpferin und Pionierin, 24. Mai 2008
Die Autorin Brigitte Dorfer hat mit dieser umfassenden Biographie über die österreichische Sozialdemokratin und Politikerin Martha Tausk (geboren am 15. Jänner 1881 in Wien) ein sehr spannendes Buch geschrieben.

Der Grundstein für Marthas politische Gesinnung und ihr Engagement in der Frauenbewegung wurde durch ihr Elternhaus gelegt, da ihr Vater Sozialdemokrat, jüdischen Glaubens, war und ihre tschechische Mutter sich sehr in der Frauenbewegung engagierte. Mit 17 Jahren lernte sie Victor Tausk kennen, den sie zwei Jahre später gegen den Willen ihrer Eltern heiratete. Aber die Ehe bleibt trotz zweier Kinder unerfüllt: Bei Victor ist es die Unzufriedenheit im Beruf und Martha bietet das Hausfrauenleben nicht genug Inspiration. Nach einer schwierigen Scheidung im Jahr 1908, engagiert sich Martha in sozialdemokratischen Organisationen, muss aber die Hauptlast in der Kindererziehung tragen und für das Einkommen aufkommen.

Victor, der Psychoanalytiker werden will, beginnt in Wien Psychiatrie zu studieren. Er ist ein Schüler von Sigmund Freud, der ihn - neben anderen Analytikern - auch finanziell unterstützt. Martha, die von Psychoanalyse nichts hält und diese nur als bürgerlichen Zeitvertreib sieht, beäugt den Weg ihres Ex-Mannes kritisch und tritt im Jahr 1911 in die Sozialdemokratische Partei ein. Martha sucht Kontakte zu Frauen, die sich in der Frauenbewegung eingagieren. Victor dagegen lernt im Jahr 1912 Lou Andreas-Salomé kennen. Zwischen ihm, Freud und Lou entsteht ein Dreiecksverhältnis, wobei Victor hofft, "der Status des Liebhabers Lous könne ihm dazu verhelfen, für die Psychologie das zu werden, was Nietzsche für die Philosophie und Rilke für die Dichtung war." Tausk Forscherdrang und seine Unabhängigkeit werden für Freud zunehmend eine Bedrohung. Im Jahr 1914 promoviert Victor Tausk und eröffnet eine psychoanalytische Praxis. Der Krieg verhindert aber eine Verbesserung seiner finanziellen Situation.

1918 zieht Martha als erste und einzige Frau in die Landesversammlung der Steiermark ein. Im Februar 1919 finden dann die ersten Wahlen in Österreich statt, an denen Frauen teilnehmen. Martha setzt sich auch für die Aufhebung des Eheverbotes für Lehrerinnen ein, welches aus dem Jahr 1869 stammte und in Nicht-Kriegszeiten rigoros eingehalten wurde, um die Fauen vom Arbeitsmarkt zu verdrängen, damit die Männer eine Anstellung finden konnten.

Victor arbeitet 1918 nach Kriegsende in Wien als Psychoanalytiker. Freud selber lehnt Victor weiterhin ab, was bei Victor eine schwere Krise auslöst und ihn in einen "doppelten Selbstmord" (erhängt und erschossen) treibt. Im seinem Testament hat Victor dem Psychoanalytiker Dr. Hitschmann die Vormundschaft über die beiden Söhne anvertraut, da diese "mehr minder neurotisch sind". Spannend sind dann die von der Autorin gewählten öffentlichen Nachrufe durch Freud und der inoffizielle Nachruf, den er an Lou Andreas-Salomé schreibt, in dem er äußert, dass Tausk ihm "eigentlich nicht fehlt". In der psychoanalytischen Gemeinschaft geriet Victor Tausk in Vergessenheit und seine Leistungen und Arbeiten erfuhren keinerlei Würdigung.

Martha hat derweil viele politisch interessante Stationen: Gewählte Vertreterin im Grazer Gemeinderat und im Steirischen Landtag, Mitglied im Wiener Bundesrat, danach Arbeit in der Partei und in der Frauenpropaganda in Zürich. Auf Anregung von Ernst Nobs gründet sie die Zeitschrift Frauenrecht für Schweizer Arbeiterinnen, in welcher sie zu Themen wie Bestrafung der Schwangerschaftsunterbrechung, Altersversorgung, Frauenwahlrecht und rassistisch motivierte Ungerechtigkeiten schreibt. Für die Vertreter der Internationalen wird es mit dem Einzug der Nationalsozialisten in Deutschland 1933, dem Bürgerkrieg in Österreich 1934 und der Diktatur Mussolinis in Italien 1926 zunehmend gefährlicher, ihre Meinung öffentlich zu vertreten. Auch Martha wird von den Schweizer Behörden beobachtet und gewarnt, Artikel nicht mit ihren Initialen zu unterschreiben. Aufgrund der zugespitzten Lage verlässt sie die Schweiz und kehrt 1935 nach Wien zurück. Allerdings spitzt sich die Lage in Österreich für Martha auch aufgrund der jüdischen Herkunft ihres Vaters zu.

Noch im Alter von 55 Jahren lernt sie Holländisch und besucht einen Französisch- und Englischkurs, um mit gefälschten Papieren zu ihrem Sohn Marius in die Niederlande zu reisen. Selbst während der Kriegzeiten lebt Martha nicht wie alle anderen vor sich hin, sondern versteckt immer wieder Flüchtlinge in ihrer Wohnung. Eine weitere große Reise führt sie im Alter von 65 Jahren durch, indem sie zu ihrem Sohn Hugo nach Brasilien reist. Nach einem Jahr kehrt sie bereits in die Niederlande zurück und lebt von Übersetzungen und diversen Artikeln, die sie verfaßt. Aber mit zunehmendem Alter findet sie kaum mehr ein Forum für ihre Artikel und wird auch in der Partei nicht mehr gehört. Im Oktober 1957 stirbt Martha. Statt eines großen Begräbnis, hat sie sich "Pakete für Hungernde in Österreich" gewünscht.

Dieses Buch, insbesondere das sehr engagierte Nachwort der Autorin Brigitte Dorfer, welches meiner Meinung nach ganz nach vorne ins Buch hinein gehört hätte, zeigen das Bild einer leider wenig bekannten und sehr interessanten Persönlichkeit auf. Es lohnt sich, dieses spannende Buch zu lesen, denn durch solche Bücher werden längst vergessene Persönlichkeiten wieder lebendig. Ein großes Dankeschön, an die Autorin.


ADAC Reiseführer Oberbayern
ADAC Reiseführer Oberbayern
von Lilian Schacherl
  Taschenbuch

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartige Landschaften, die einen zum nächsten Bayern Urlaub inspirieren, 12. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: ADAC Reiseführer Oberbayern (Taschenbuch)
Angesprochen haben mich bei diesem Reiseführer wieder die aufklappbaren Karten in der Vorder- und Rückseite des Buches und die wirklich wunderschönen Fotografien, die Postkarten Panorama bieten. Hierbei sollte man allerdings beachten, dass man noch über umfangreicheres Kartenmaterial (Autokarten) verfügt, ansonsten könnte es sein, dass man das ein oder andere Mal auf Nebenstrecken den Weg leider nicht findet, weil nur die größeren Dörfer oder Städte auf den Karten in diesem Reiseführer eingezeichnet sind.

Zuerst wird der Leser kurz in die Region (Geschichte und Besonderheiten) eingeführt, dann beginnt der Reiseführer nach einem atemberaubenden zweiseitigen Panorama des Schliersee's (welches mich animiert hat, mich dort länger aufzuhalten, als geplant) mit der Hauptstadt München. Speziell nur über München gibt es sicherlich noch bessere Reiseführer, aber da ich die Stadt bereits kenne, reichen mir die Infos, die auf den nächsten 15 Seiten aufgeführt werden. Es gibt auch einen zweiseitigen Stadtplan von München, wo die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgeführt werden. Das einzige, was mir hier fehlt, ist die Einzeichnung von U-Bahn Stationen, wie es z.B. in Merian Reiseführern der Fall ist. Das könnte man somit zukünftig noch verbessern.

Es folgen Starnberger See und Ammersee, wobei natürlich das Kloster Andechs nicht fehlen darf. Die praktischen Hinweise auf die Seenschiffahrten, Hotels, Restaurants und manchmal auch Wanderungen sind immer begleitet durch Hinweise auf Internetseiten, so dass man leicht weitere Informationen erhalten kann, wenn einen etwas besonders interessiert. So gibt es z.B. einen Hinweis auf 5 diverse Wander- und Radtouren durch den Pfaffenwinkel mit so schönen Namen wie "König-Ludwig-Weg" (von Starnberg nach Füssen). Dabei darf natürlich ein Abstecher zur berühmten "Wies" nicht fehlen. Die Seen in Bayern, wie z.B. der Tegernsee, Schliersee, Walchensee, Chiemsee werden in diesem Reiseführer aufgeführt, so dass man fast das Gefühl hat, ganz Bayern ist durchzogen von Seen (was ja auch fast so ist). Schloss Linderhof und Neuschwanenstein bleiben natürlich auch nicht unerwähnt und sehr gut finde ich in diesem Zusammenhang, dass erwähnt wird, dass eine Besichtigung nur noch mit Führung und vorbestellten Tickets möglich ist, was eingeführt wurde, um die langen Warteschlangen vor den Schlössern einzudämmen.

Wunderschön ist auch das Berchtesgardener Land mit Königsee und Watzmann. Wenn man bis hierhin gekommen ist, darf natürlich ein Abstecher ins Nachbarland Österreich, z.B. nach Salzburg, nicht fehlen. Die Infos im letzten Teil sind für die Planung der Fahrt recht interessant, so sollte man z.B. überlegen, ob die Oberbayern Card, die für 100 Attraktionen wie Museen, Schiffsfahrten etc. gültig ist, eventuell eine Möglichkeit ist, um das Budget zu schonen. Wer Spaß an Trachtenmode hat, erhält auch Informationen, wo diese am Besten eingekauft werden kann (Achtung: In Österreich ist die Trachtenmode teilweise wesentlich günstiger). Eine Übersetzung einiger Gerichte aus einer typischen bayrischen Speisekarte darf natürlich auch nicht fehlen. Zudem gibt es Infos zu den unterschiedlichen Bieren, die natürlich in Bayern nicht ganz unwichtig sind.

Eine Bemerkung habe ich allerdings zu den Texten im Reiseführer: Teilweise dürften die etwas spannender und weniger hoch gestochen geschrieben sein. Es ist in der Tat keine wahre Freude, diese zu lesen.

Dennoch ein sehr hilfreicher Reiseführer zu einem guten Preis - so kann der Oberbayern Urlaub kommen.


ADAC Reiseführer, Elsaß
ADAC Reiseführer, Elsaß
von Hans Gercke
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Preiswerter Reiseführer mit einer ansprechenden Aufmachung, 12. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: ADAC Reiseführer, Elsaß (Taschenbuch)
Ich habe mir einige Reiseführer angeschaut, bis ich dann zu diesem Reiseführer des ADAC gegriffen habe. Ausschlaggebend waren u.a. die beiden Karten in der Vorder- und Rückseite des Buches, in welchen die Sehenswürdigkeiten der einzelnen Regionen bzw. Städte mit Nummern aufgeführt wurden und zu denen man im Buch weitere Infos findet. Natürlich gibt es Reiseführer, die bessere und detaillierte Texte liefern, aber wenn ich eine ganze Region bereisen möchte, brauche ich nicht zu jedem Dorf extrem detaillierte Informationen. Und trotz allem findet man auch in diesem Reiseführer kleine spannende Anekdoten, wie z.B. dass Goethe als 21-jähriger, während er Student in Straßburg war, in die 18-jährige Friederike Brion, die Tochter des Pastors von Sesenheim (nördlich von Straßburg) verliebt war. Und so kann man in der Auberge Au boeuf Erinnerungsstücke an die Romanze des Jahres 1770/71 finden bzw. das kleine Goethe-Museum oder die Friederike-Linde besuchen.

Einen relativ großen Textteil mit 15 Seiten findet man dann über Straßbourg. Hier gibt es noch eine kleine Extra-Karte, wo die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt mit Erläuterungen aufgeführt werden, wie z.B. die Cathédrale Notre-Dame. In den größeren Städten gibt es dann auch Infos zu Hotels oder Restaurants. Da ich ein sehr visuell orientierter Mensch bin und ich mit Reiseführern, die nur aus Text bestehen absolut nichts anfangen kann, war ich auch von den schönen Fotos im Reiseführer beeindruckt: Die tollen alten Fachwerkhäuser, kleine Flüsschen, die sich durch die Städte schlängeln, die Weinberge, alte Schlösser, Burgen und Ruinen, tolle Hügellandschaften und süße Fußgängerzonen machen Lust darauf, ins Elsass zu reisen. Am Ende des Buches findet man die üblichen Infos zur Anreise, zum Einkaufen, Essen und zu den Unterkünften. Vieles ist hierbei auch mit Internetadressen versehen, so dass man sich schon vor der Reise weitere Informationen heraus suchen kann. Ein kleiner vierseitiger Sprachführer "Französisch für die Reise" rundet das Buch ab. Alles in allem, ein guter Reiseführer für wenig Geld.


Merian Reiseführer, Wien
Merian Reiseführer, Wien
von Doris Maier
  Gebundene Ausgabe

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Man bekommt Lust darauf, sofort nach Wien zu reisen, 12. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Merian Reiseführer, Wien (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mit den Merian Reiseführern bereits bei meiner London Reise gute Erfahrungen gemacht, da sie sehr ausführlich sind und gute Tips beinhalten. Außerdem geben sich die jeweiligen Autoren wirklich große Mühe, Ihre Stadt bzw. Ihr Land darzustellen. Am Anfang erfolgt erst einmal eine kurze Einführung über Wien und im Anschluß gibt es sehr schöne Aufnahmen von der Stadt im zweiseitigen Format. Danach kommt eine literarische Stimme über Wien zu sprechen, in diesem Fall der Autor Friedrich Torberg und die berühmte Tante Jolesch. Die Seiten "Der gute Tipp von Merian" zeigt einige spannende Hotels und Lokations auf, wie z.B. das Hotel Rathaus, ein privates Stadthotel, dass für Weinliebhaber ideal ist, sowie das Gasthaus Österreicher im MAK, ein In-Treff für Kochkunstbeflissene oder die Brötchen beim "Trdsch" (Trezesniewski), die es nur in Wien gibt. Auch dürfen die berühmten Kaffeehäuser nicht fehlen, in denen diverse Autoren ganze Romane geschrieben haben und die als das Wohnzimmer der Dichter und Denker angesehen werden. Auch hier gibt es wieder zwei ganz besondere Tips von Merian.

Sehr witzig fand ich einen besonderen Ort, auf den der Reiseführer hinwies, nämlich ein Jugendstil-WC, welches von Adolf Loos entworfen wurde und sich noch im Originalzustand befinden und das sicherlich einen Besuch wert ist. Natürlich werden auch das berühmte Hotel Sacher (und die Sachertorte aus dem Hotel Sacher, aber auch die Sachertorte von Demel) erwähnt, wie auch diverse Heurige (Weinschenken). Tips für ein ausgiebiges Shoppingvergnügen, als auch für die Entspannung (diverse Bäder, Saunen und SPAS) nach all den Sehenswürdigkeiten werden aufgeführt. Es folgen Infos für Nachtschwärmer und Kulturinteressierte, sowie ein Kalender über die Feste und Events in Wien. Hierbei darf der Opernball natürlich nicht fehlen. Ausführlich werden dann auf 70 Seiten die Sehenswürdigkeiten und Museen in Wien beschrieben. Da würde man sich am liebsten gleich in den nächsten Flieger setzen.

Am Ende des Buches wurde der Fokus noch einmal auf ein paar Wiener Besonderheiten gelegt, wie Kaffee, Kipferl, Mozart, Walzer, Würstel, Fiaker, Prater und Wienerisch. Abgerundet wird das Buch durch einen wertvollen Reiseservice, in welchem man u.a. weitere Infos zur Anreise, öffentliche Verkehrsmittel in Wien (inklusive Fahrplan der U- und S-Bahn), sowie eine kulinarische Übersetzungshilfe zu einigen Gerichten in Wien erhält. Besonders hervorzuheben sind an diesem Reiseführer der Stadtplan im Maßstab 1:10.500 und sechs bereits ausgearbeitete Wien Touren, wie z.B. den Komponisten auf der Spur, Kaffeehaus-Literatour, Lustwandeln in Schönbrunn oder der Beiselbummel. Alles in allem absolut ein absolut empfehlenswerter Reiseführer für den nächsten Wien Besuch.


Das No-Go-Phänomen. Wenn Führungskräften nicht mehr zu helfen ist
Das No-Go-Phänomen. Wenn Führungskräften nicht mehr zu helfen ist
von Christoph Ph. Schließmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,90

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich würde mir wünschen, dass viele Manager dieses Buch lesen, 12. Mai 2008
Während andere Bücher immer wieder betonen, dass man alles erreichen kann, wenn man nur fest genug daran glaubt, hält einem dieses Buch gnadenlos den Spiegel vor und betont, dass eine Führungskraft nur dann Erfolg hat, wenn die Ziele zur jeweiligen Persönlichkeit und deren Talente bzw. Leidenschaften affin sind. Eine "NO-GO" Situation für die Führungskraft ist demnach dann erreicht, wenn weder Schulungen und Coaching, noch ein härteres "an sich arbeiten" (try harder) das gewünschte Ergebnis bringen und die Führungskräfte mit sich bzw. der Situation überfordert sind. Um eine solche Situation sichtbar zu machen, wurde von Prof. Dr. Christoph Ph. Schließmann ein sogenanntes "Cinderella-Modell" entworfen. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich den Namen für das Modell nicht sehr glücklich gewählt finde, weil er eher unseriös wirkt - die Philosophie dahinter und auch die Art in der das Buch geschrieben ist, hat mir aber sehr gefallen. Spannend fand ich auch die Aussage, dass unterschiedliche Lebenszyklen des Unternehmens somit auch spezifische Persönlichkeits-Kompetenz-Profile erfordern, die eine einzige Person meist nicht verkörpern kann, d.h. es wird immer mehr "Manager auf Zeit" geben.

Zunächst wurde das Cinderella-Modell und ausgewählte Cinderella Zustände vorgestellt. Spannend hierbei fand ich das No-Go 7, wo es um Burnout bzw. den Verlauf des Erfolgssyndroms ging. Folgende zwei Sätze könnte ich dabei für diverse Männer dick rot unterstreichen: "Das meist zentrale Problem dieser Erfolgsmenschen ist, dass sie auf dem Weg nach oben nie lernen, das rechte Maß in ihrem Leben zu erkennen, zu definieren und zu leben. Neben dem rechten Maß in der Vernetzung von Wissen und Können mit den inneren und äußeren Strukturen und Kulturen im Unternehmen, gilt es dieses ausbalanciert auch im Privatleben zu finden." Den 11 folgenden Fallbeispiele zur Darlegung von No-Go Phänomenen bei Führungskräften oder Firmen merkt man an, dass sie direkt aus der Praxis kommen, denn ich denke, jeder hat das ein oder andere Beispiel bereits am eigenen Leib erfahren. Die Fallbeispiele wurden somit messerscharf analysiert und sprachlich auf den Punkt gebracht. So viel Offenheit und Ehrlichkeit lobe ich mir in einem Buch, denn wie bereits eingangs erwähnt, zielen die meisten Bücher darauf ab, dass alles möglich ist, egal ob sich die Person für eine Aufgabe eignet oder nicht. Absolut spannend fand ich die Idee auf Seite 86, wo das Image eines Unternehmens bestimmt werden sollte, indem man sich das Unternehmen als Person vorstellt.

Auf den letzten Seiten kommt dann Prof. Dr. Mag. (rer.soc.oec.) Anna Maria Pircher-Friedrich zu Wort, die darstellt, welche personenbezogene Ursachen hinter solchen NO-GO Situationen stecken. Im Grunde werden hier Werte aus dem Servant Leadership verwandt, die mit einer echten Entwicklung der Führungskraft (permanente Selbstreflexion, Selbstverantwortung, Selbstmotivation, Frustrationstoleranz etc.) einher gehen. Auch werden die 7 Tips der Sinnwidrigkeit erörtert. Besonders spannend fand ich in diesem Zusammenhang, dass aufgezeigt wurde, dass in Unternehmen immer noch kriegerische Metaphern am Werk sind, wie "der Markt als Schlachtfeld", "das Unternehmen als Armee" und "Mitarbeiter als Soldaten", die somit auch ein entsprechendes Menschen- und Leaderbild im Unternehmen entstehen lassen. Die Fragen, die sich Leader stellen sollten, sind Dinge wie: Erlaubt mein Führungsverhalten Selbstreflexion und Wachstum bei anderen, wozu bin ich im Unternehmen gut bzw. was kann ich besser als andere, warum sollten meine Mitarbeiter mir vertrauen, lebe ich sinnorientierte Werte und Visionen vor und warum sollen die Kunden gerade zu uns kommen? Den Abschluß bildet eine Darstellung zur Implementierung eines solchen Cinderella-Tools in den Unternehmen.

Den Autoren ist es gelungen, ein sehr spannendes und ehrliches Buch zu schreiben. Ich wünsche mir, dass viele Führungskräfte dieses Buch lesen und durch die kritische Auseinandersetzung mit dem Buch eine andere Führungskultur entstehen kann und immer weniger NO-GO Situationen entstehen.


Schlank-im-Schlaf - das Kochbuch: 150 Insulin-Trennkost-Rezepte für morgens, mittags, abends
Schlank-im-Schlaf - das Kochbuch: 150 Insulin-Trennkost-Rezepte für morgens, mittags, abends
von Detlef Pape
  Broschiert

50 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Titel ist reißerisch, aber die Idee ist super, 27. April 2008
Zufällig habe ich beim Arzt in einer Zeitschrift einen Artikel über dieses Kochbuch gelesen und fand die dargestellte Ernährung (Insulin-Trennkost) ganz ansprechend. Morgens darf man Kohlenhydrate (Obst, Müsli, Brot) essen, was mir sehr entgegen kommt, da ich in der Woche Müsli liebe und am Wochenende nach Möglichkeit nicht auf meine frischen Brötchen verzichten möchte. Allerdings muss man beim Belag aufpassen, darf also kein Eiweiß (Fleisch, Fisch, Käse) verzehren, dafür sind aber Marmelade und sogar Nutella (in Maßen) erlaubt. Mittags darf man dann alles essen und abends nur noch Eiweiß und Gemüse bzw. Salat. Zwischen den drei Mahlzeiten sind mindestens fünfstündige Pausen einzuhalten. Diese Methodik zwingt einen selber auch dazu, wieder mehr auf den eigenen Biorhytmus zu hören und danach zu leben. Ein kleiner Obstyoghurt oder Obst pur schnell zwischendurch gegessen ist genauso tabu, wie Milch zum Müsli. Letzteres wird morgens durch Säfte oder Sojamilch ersetzt. Ich habe aber z.B. auch eine tolle Erweiterung durch das Kochbuch gefunden und mache mir jetzt gerne ein Birchermüsli, was sich super einfach herstellen lässt und hervorragend schmeckt. Bei den Getränken mußte ich auf meine abendliche Apfelsaftschorle verzichten. Allerdings darf man morgens oder Abends zum Essen Säfte trinken, muss dann aber entsprechend die Kohlenhydratmenge, die man zu der Zeit zu sich nehmen darf, verringern. Auch auf den Latte Macchiato, den ich so liebe oder ein Stück Kuchen muss man nicht unbedingt immer verzichten. Man muss allerdings die Zeiten verschieben, d.h. es muss direkt nach dem Mittagessen erfolgen und darf die erlaubte Menge an Kohlenhydraten nicht übersteigen.

Sport ist natürlich eine große Säule, um abzunehmen und die besten Zeiten hierzu werden in dem Buch auch erläutert. Aber man wird nicht dazu gezwungen, Sport zu machen. Überhaupt findet man die wichtigsten Punkte der Insulin-Trennkost, wie Insulin-Score, BMI, nächtliche Fettverbrennung und eine Übersicht über die erlaubten Lebensmittel auch in diesem Kochbuch. Sehr gut finde ich, dass gleichzeitig auch Tipps für die Familie bzw. den Partner gegeben werden, damit diese nicht an dem Programm teilnehmen müssen. So lassen sich die Gerichte abends z.B. hervorragend durch Brot (bei Suppen), Nudeln, Reis, Pommes, Kartoffeln etc. für die Familie erweitern. Die Rezepte sind nicht wirklich spektakulär, da die Zutaten natürlich je nach Tageszeit eingeschränkt sind, aber es gibt schon leckere Ideen, wie z.B. Kokosgemüse mit Korianderreis, Spinatspätzle mit Champignons, Risotto mit Kürbis und Basilikum, Orient Frikadellen mit Gurkensalat und Couscous, Gefüllte Feigen (als Nachtisch), Lachsröllchen auf Feldsalat, bunte Grillspieße mit Tsatsiki oder Tofu auf Schmorgemüse. Da man keine Kalorien oder Punkte zählen muss, ist diese Ernährungsumstellung relativ einfach umzusetzen. Man muss natürlich schon die Kohlenhydratmenge abwiegen, aber nach einigen Malen hat man auch das im Griff. Bringt das Ganze jetzt was? Also ich habe die ersten Ergebnisse erzielt und habe neben einigen Kilos, die bereits runter sind, auch schon eine gesundheitliche Verbesserung fest gestellt. Kleinere gesundheitliche Unanehmlichkeiten, mit denen ich bisher zu kämpfen hatte, wie z.B. nächtliches Schwitzen, sind völlig verschwunden. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.


Krisenmanagement in der Praxis: Von erfolgreichen Krisenmanagern lernen
Krisenmanagement in der Praxis: Von erfolgreichen Krisenmanagern lernen
von Dipl.-Kfm. Frank Roselieb
  Taschenbuch
Preis: EUR 49,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr unterschiedliche Sichtweisen in Bezug auf Krisen, 21. April 2008
Dieses Buch wurde vom Krisennavigator, einem Institut für Krisenforschung ("Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) heraus gegeben. Pro Jahr ereignen sich alleine in den vier deutschsprachigen Ländern Europas (Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein) zwischen 220 und 260 kritische Situationen. Nur jeder vierte dieser Krisenfälle gehört dabei in die Kategorie "großer Krisenfall" mit nationaler und internationaler Beobachtung durch die Medien. Nichtsdestotrotz können auch kleinere Krisenfälle den Unternehmen die Reputation kosten, insbesondere wenn die Medien eingeschaltet sind. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist auch noch, dass zwar die Zahl der Krisen seit Mitte der 80er Jahre um etwa ein Prozent pro Jahr sinkt, während der Kommunikationsaufwand pro Krisenfall aber immer weiter steigt.

In diesem Buch werden 14 ganz unterschiedliche Krisen aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln aufgezeigt. Das ist einerseits eine Stärke des Buches, aber auch gleichzeitig eine Schwäche, weil insbesondere der letzte Teil des Buches, wo es um Risikomanagement und Insolvenzen geht, stark Controlling bzw. Finanz- und Rechnungswesen lastig ist und nicht unbedingt für Leser, die nicht so stark im Thema eingebunden sind, gut verstanden werden kann.

Den ersten Artikel zum Thema "Stromausfälle im RWE Netz Westfalen-Weser-Ems" fand ich sehr interessant, weil ich mich auch noch gut an diese Novemberwoche im Jahr 2005 erinnern konnte und einem die Ereignisse noch mal präsent vor Augen geführt werden. Außerdem kommt hier noch eine Sache hinzu, dass die Stromausfälle zwar relativ schnell behoben werden konnten, RWE aber in einen Medienstrudel hinein gezogen wurde, der bewirkte, dass alle Nachrichten "geframt" wurden, was bedeutete, dass in den Medien der Tenor laut wurde, RWE hätte eine Preiserhöhung durchgeführt, die eine Abzocke war und RWE somit nicht mehr glaubwürdig erschien. Wie diese Krise bravourös gemeistert werden konnte, kann man in dem Artikel nachlesen.

Interessant war auch der Artikel über das Brandunglück am Düsseldorfer Flughafen im April 1996. Die Krise wirkte hier als "Initial für umfassende strukturelle Veränderungen in einer Systemorganisation". Sehr spannend war auch das Thema "Krisenkommunikation und Presserecht", d.h. wie kann sich ein Unternehmen gegen unerwünschte Berichterstattung zur Wehr setzen und was ist der Unterschied zwischen Meinungsäußerung und Tatsachenbehauptung. Auch der Artikel zum Thema "Touristisches Ereignis- und Krisenmanagement bei der TUI" war spannend zu lesen, weil alle wichtigen Themen, wie Einordnung der Krisen in Risikogruppen, Auswirkungen der Krise, sowie Krisenprävention und -antizipation (Krisenplan, -handbuch, Krisenstab, Krisenkommunikationsplan) am Beispiel der Tsunami Katastrophe dargestellt wurden. Interessant fand ich auch den Artikel über das QS-Prüfsystem für Lebensmittel und die Lebensmittelkrisen in Deutschland und angrenzenden Ländern. Außerordentlich gut geschrieben war auch der Artikel über das Ereignis- und Issues Management bei Bertelsmann und SwissRe, wo es um die Identifikation von Issues (=Themen) ging und wie diese dann mittels eines IT-basierten Management Systems heraus gefiltert und bearbeitet werden. Bei dem Artikel über Motorola gefiel mir die graphische Darstellung der Risikoeinschätzung unterschiedlicher Ereignisse. Auch der Artikel über T-Mobile zum Thema der öffentlichen Diskussion über die "Elektromagnetische Verträglichkeit zur Umwelt" (EMVU) war interessant geschrieben und enthielt viele Links zu Internetportalen, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Alles in allem ein interessantes Buch zum Thema Krisenmanagement. Aber aufgrund der extrem unterschiedlichen Bandbreite an Themen gibt es einen Stern Abzug, da einige Artikel nicht für jedermann geeignet sind.


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