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Rezensionen verfasst von
Gottchiller

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BR - Human Centipede - Limited Uncut 2 Disc Schuber Edition - Blu-ray
BR - Human Centipede - Limited Uncut 2 Disc Schuber Edition - Blu-ray
Wird angeboten von Riverbird 912
Preis: EUR 33,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einzigartige Filmgroteske, die sicher nicht jeden Geschmack trifft, 5. März 2016
Ein Doktor nimmt ein drei Leute gefangen, näht sie aneinander und kreiert sich einen menschlichen Tausendfüßler.

Hätte ich nur diese Beschreibung gelesen, hätte ich vielleicht über die Idee geschmunzelt, mir den Film allerdings niemals angesehen. Man mag einen typischen Torture Porn-Film erwarten, aber das ist The Human Centipede überraschenderweise nicht. Inhaltlich hat der Film abgesehen von seiner verrückten Grundidee nicht allzu viel zu bieten. Die Leute werden eingesperrt, 'verarztet', vom Doktor durch die Wohnung und über das Grundstück gescheucht und versuchen zu entkommen. Mehr ist da nicht.

Auf schauspielerischer und charakterlicher Ebene bewegen sich die Figuren auch mehr auf 'Mittel zum Zweck'-Niveau, mit einer Ausnahme: Dr. Heiter, gespielt von Dieter Laser. Nein, dieser Charakter ist nicht realistisch geschrieben, er ist auch nicht realistisch gespielt. Aber es ist auf eine sehr schwarzhumorige und makabre Weise ist ziemlich unterhaltsam, den von Overacting geprägten cholerischen Ausbrüchen von Dr. Heiter zuzuschauen. Der Film hat nicht den Anspruch, realistisch zu sein. Das sollte ein Film mit solch einer Grundidee auch gar nicht. The Human Centipede will nur eines sein: anders.

Besonders die Kameraarbeit hat mich wirklich überrascht. Die teilweise wirklich langen Kameraeinstellungen mit nüchternen und tristen Bildkompositionen haben mich doch tatsächlich mehr an Arthousefilme als an Schmuddelwerke erinnert. Da wird nicht immer voll draufgehalten, sondern auch gerne mal Distanz gewahrt, was besonders der Szene, in der Heiter den Tausendfüßler im Garten spazieren führt, so grotesk und surreal wirken lässt, dass man fast schon vergisst, was man gerade eigentlich für einer dämlichen Handlung folgt.
Der Atmosphäre zuträglich ist zudem, dass alle Figuren in ihren Muttersprachen reden. Ich kann also nur empfehlen, sich den Film im Originalton anzuschauen.

Und wer in dem Film eine Folterorgie erwartet, wird enttäuscht, oder wie ich positiv überrascht. Klar kommt man um gewisse Unappetitlichkeiten nicht herum, aber der wirkliche Ekel entsteht eher im Kopf als auf der Leinwand. Und das rechne ich dem Film hoch an, denn es gibt schon genug Machwerke, die nur irgendwelche Folterszenen aneinander reihen. Aber nicht falsch verstehen: THC ist definitiv ein unangenehmer Film, den man mit schwachen Magen nicht gucken sollte. An dieser Stelle sei aber gesagt, dass ich u.a. zwar gerne Horrorfilme und derbe Thriller schaue, mit Torture Porn für gewöhnlich aber überhaupt nichts anfangen kann.

Fazit:
Man kann The Human Centipede vieles nennen: Widerwärtig, abstoßend, dumm oder bescheuert. Aber eines ist er gewiss nicht: gewöhnlich. Und genau deshalb hat mir der Film sogar gefallen. Er ist so herrlich anders als alles, was ich bisher gesehen habe und mixt eine groteske Grundidee mit einem abgedrehten Antagonisten und einer überraschend anspruchsvollen Inszenierung. Die Gewalt in dem Film wirkt zudem gerade durch das Andeuten und nicht durch permanent extrem explizite Szenen so verdammt unangenehm. Man kann nicht pauschal sagen, für welche Art Zuschauer dieser Film funktioniert und ich kann auch nachvollziehen, wenn man THC für nichts weiter als einen Haufen Dreck hält. Wer aber zumindest kein Problem mit Filmen der etwas härteren Gangart hat, sollte THC nicht sofort als 08/15-Torture Porn abstempeln, denn das ist er definitiv nicht.

6,5/10

Noch ein kleiner Hinweis zu Uncut-Blu-ray mit Bonus-DVD:
Lasst euch von den übertriebenen Preisen nicht täuschen. Der Normalpreis liegt unter 25€. Ich habe sogar weniger als 20€ bezahlt. Klappert einfach ein paar andere Shops ab, die FSK-ungeprüfte Filme verkaufen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 20, 2016 10:33 PM MEST


Warrior Sound
Warrior Sound
Preis: EUR 17,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Qemists perfektionieren ihren Sound, 5. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Warrior Sound (Audio CD)
Die ersten beiden Alben von The Qemists kamen noch im Abstand von nur einem Jahr. Danach hat sich die Band auf das Touren konzentriert und auf Album Nr. 3 musste man nun stolze sechs Jahre warten. Hat sich das Warten auf Warrior Sound gelohnt? Eines vorweg: definitiv!

Matt Rose war auf Spirit in the System bereits in mehreren Songs als Feature zu hören und wurde danach zu einem festen Mitglied der Band. Der liebe Matt ist leider nicht mehr in der Bandkonstellation, dafür aber Bruno Balanta, der sich mehr auf Rapparts konzentriert und Oliver Simmons, der die rockigen Wurzeln der Band noch mehr hervorarbeitet. Instrumentaltracks gibt es dank den beiden fast gar nicht mehr, was ich persönlich allerdings als positive Entwicklung empfinde. Features gibt es auf Warrior Sound natürlich trotzdem, z.B. mit Kenta Koie der japanischen Band Crossfaith oder dem MC Ghetts.

Bereits 2013 wurde das Lied No More veröffentlicht, das glücklicherweise auch seinen Weg auf das Album geschafft hat. Es veranschaulicht schon ziemlich gut den vorherrschenden Stil des Albums, der sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht großartig gewandelt hat: Es bleibt immer noch rotziger Drum'n'Bass-Rock mit vereinzelten Rap-Features. Es gibt jetzt hingegen keine einzige weibliche Gastsängerin und die Anzahl an aggressiveren Songs hat deutlich zugenommen. Was mir allerdings besonders zusagt: Die durchschnittliche Qualität der Songs hat enorm zugenommen. Auf den beiden Vorgängern gab es immer mal wieder ein paar Songs, die mich nicht so wirklich umgehauen haben. Natürlich hat auch Warrior Sound seine Höhen und Tiefen, aber selbst die schwächeren Songs sind keine Lieder, dich ich überspringen würde.

Nach dem kurzen Intro Our World gibt es direkt auf die 12 mit dem ruppigen Jungle (zusammen mit der Rap Metal-Band Hacktivist). Besonders Tracks wie dieser zeigen, dass The Qemists kein bloßer Pendulum-Abklatsch sind, sondern ihre Wurzeln in der Metalszene haben und gerne mal etwas mehr nach vorne preschen. Weiter geht's mit Run You, dem ersten Lied mit dem wie ich finde typischen Qemists-Sound: Drum'n'Bass mit melodiösem Gesang und rockigen Riffs. Geht super ins Ohr, Riff fetzt, was will man mehr? Anger, der Song mit Kenta Koie, schraubt die Geschwindigkeit gleich mal ins Midtempo runter haut einem einen dreckigen Beat um die Ohren, zu dem man den Kopf einfach nicht still halten kann. Nun folgen ein paar Songs, sich dich stilistisch recht ähnlich sind und wieder dem typischen Qemists-Sound folgen. New Design ist für mich der schwächste Song des Albums, aber trotzdem eine nette rockige Nummer. No More hat weniger Gesang, aber die einprägsameren Riffs. In Push the Line gibt es wieder mehr Gesang (von Charlie Rhymes). Nichts Besonderes, aber cooler Song. We Are the Problem bleibt noch auf der stilistischen Schiene von eben, kann im Refrain aber besser punkten als die vorigen Lieder. Nun kommt es quasi zum Endspurt des Albums, denn nun folgt ein Hammertrack auf den anderen. Das etwas langsamere Let It Burn stampft sich nur so in die Gehörgänge und ist gekommen um zu bleiben. Der (fast) gesangsfreie Titelsong des Albums kehrt nochmal zum typischen Sound zurück, gibt rifftechnisch allerdings alles. In No Respect gibt es von Ghetts ein bisschen Rap auf richtig schön aggressiven Drum'n'Bass. Die Aggressivität von eben gibt es in Requiem im Wechsel mit schönen epischen Klängen, zum Schluss also noch ein richtiges Highlight.

Fazit:
The Qemists bleiben sich ihres Stils treu, setzen aber vermehrt auf Lieder der härteren Gangart. Die schwächeren Songs des Albums sind witzigerweise meist welche, die sich stilistisch etwas stärker an die früheren Alben klammern, wobei aber auch hierunter kein einziger Ausfall zu verzeichnen ist. Die Songs auf Warrior Sound folgen einer stilistischen Linie und haben dennoch genug Abwechslung zu bieten, sodass ich das Album mehrfach hintereinander hören kann, ohne das Bedürfnis zu verspüren, ein Lied zu überspringen. Eine klare Steigerung gegenüber den Vorgängern und eines meiner Lieblingsalben elektronischer Musik der letzten Jahre.

8,5/10

Favoriten:
Jungle, Run You, Anger, Let It Burn, Warrior Sound, No Respect, Requiem


Die Rückkehr der Untoten - Night of the Living Dead
Die Rückkehr der Untoten - Night of the Living Dead
DVD ~ Patricia Tallman Tony Todd

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Alle deutschsprachigen DVDs und Blu-rays des Films sind illegale Pressungen!, 12. Januar 2016
Tom Savinis Remake von Night of the Living Dead wurde leider zu VHS-Zeiten beschlagnamt, heißt: Man darf ihn in Deutschland nicht verkaufen (auch nicht unter der Ladentheke). Normalerweise veröffentlichen die Labels solche Filme dann in Österreich.
Bei diesem Film hat es leider noch kein Label gewagt, sich des Films anzunehmen und die letzte legale deutschsprachige Veröffentlichung war die VHS.

Wo kommen nun die ganzen DVDs und Blu-rays mit deutschem Ton her? Ganz einfach: Jemand hat eine ausländige DVD/BD gerippt, den deutschen Ton von der VHS draugepackt, den Umstand ausgenutzt, dass kein deutsches/österreichisches Label den Film bisher haben wollte, und verkauft das Ganze illegalerweise als sogenanntes Bootleg. Kauft ihr solch ein Bootleg, sieht der Rechteinhaber des Films keinen einzigen Cent davon. Diese Veröffentlichungen haben denselben Wert wie eine von euch selbst gebrannte DVD eines Torrentdownloads! Schlimmer noch: Im Falle der Bootlegs bezahlt ihr sogar die Kriminellen direkt.

Ich kann nur alle Kunden bitten: Lasst die Finger von Bootlegs.
Oftmals wird bei kleineren Filmen die Veröffentlichung einer legalen DVD/BD sogar durch Bootlegs gehemmt, da die Labels nicht davon ausgehen, dass alle Käufer der Bootlegs sich zusätzlich eine legale Version kaufen würden und sich die Veröffentlichung nicht rentiert (so einen Film von einer Beschlagnahme zu befreien kostet auch Geld und oftmals viel bürokratische Arbeit, siehe The Texas Chainsaw Massacre).


Grabbers [Blu-ray]
Grabbers [Blu-ray]
DVD ~ Richard Coyle
Preis: EUR 6,29

2.0 von 5 Sternen Fehlerhafter Originalton bei der Blu-ray, 11. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Grabbers [Blu-ray] (Blu-ray)
Zum Film selbst nur kurz etwas: Die Story ist originell und witzig, die Schauspieler sind sympathisch und die CGI-Effekte überraschend hochwertig.

Umso schader finde ich es daher, dass man offensichtlich beim englischen Ton gepfuscht hat. An manchen Stellen (möglicherweise auch durchgängig) weisen die Fronstlautsprecher Verzögerungen auf. Man nehme z.B. die Dialogszene im Auto ab der 9. Minute. Die Stimmen kommen dort nicht nur aus dem Centerlautsprecher, sondern auch leicht verhallt und leiser aus den Frontlautsprechern (soweit alles gut). Aufgrund der Verzögerungen hört man die Stimmen aus den beiden Frontlautsprechern allerdings als Echo! Wahrnehmbar ist das immer mal wieder den ganzen Film hindurch und lenkt des Öfteren vom Film ab.

Ich habe das Label kontaktiert und auf den Fehler hingewiesen. Dem Label ist solch ein Fehler nicht bekannt. Darum hab ich mir ein Ersatzexemplar zukommen lassen und ebenfalls getestet: selber Fehler. Ausprobiert habe ich zwei verschiedene Player mit jeweils einer anderen 5.1-Anlage und meinen PC über Kopfhörer. Am Equipment liegt es nicht.

Wer den Film eh nur auf Deutsch gucken möchte, kann meine Rezension ignorieren, aber Originaltonliebhaber können mit dieser Blu-ray leider nicht viel anfangen. Eine Austauschdisk ist laut Label nicht geplant. Es wundert mich auch, dass der Fehler noch niemandem aufgefallen ist. Ein Mitarbeiter des Labels hatte die angegebene Stelle auch überprüft und konnte keinen Fehler feststellen. Die beiden Disks allerdings, dich ich von Amazon erhalten habe, sind definitiv fehlerhaft. Möglicherweise betrifft der Fehler nur neuere Auflagen (was aber merkwürdig wäre).
Ob die DVD ebenfalls betroffen ist, kann ich leider nicht prüfen.


Infernal Affairs - The Complete Trilogy [Blu-ray] [UK Import]
Infernal Affairs - The Complete Trilogy [Blu-ray] [UK Import]
DVD ~ Alan Mak
Wird angeboten von Empor
Preis: EUR 21,99

3.0 von 5 Sternen Gute Filme, mäßge Blu-rays, 10. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorweg ein paar Worte zu den Filmen an sich:

Infernal Affairs 1 ist der Film, an dem sich The Departed hauptsächlich orientiert hat. Während das Remake die Geschichte als Gangsterfilm erzählt und einen stärkeren Fokus auf Figurenzeichnung legt, erzählt Infernal Affairs die Handlung mit mehr Tempo in Form eines Thrillers. Das Original hat hier und da ein paar inszinatorische Unzulänglichkeiten, hat aber meiner Meinung nach das weit bessere Ende. Beide Filme haben einen eigenen Ansatz und sind meiner Ansicht nach gleichwertig (wobei IA den "Ich war zuerst da"-Bonus bekommt).

8/10

Infernal Affairs 2, die Vorgeschichte zu Teil 1, ist hingegeben ein waschechter Gangsterfilm mit komplexeren Figurengeflechten und einer Story, die immer wieder für Überraschungen sorgt und nie langweilig wird. Auch hier steht die Inszenierung dem Film manchmal im Weg, wenn z.B. die Musik zu aufgesetzt wirkt und das Ableben eines Charakters, den der Zuschauer kaum gekannt hat, unnötig lang betrauert wird. Nichtsdestotrotz ein dem ersten Teil ebenbürtiger und sehr zu empfehlender Film.

8/10

Infernal Affairs 3 spielt zeitlich sowohl zwischen Teil 1 und 2, als auch nach Teil 1. Leider fehlt dem Abschluss der Trilogie die Spannung der Vorgänger. Zu oft zieht sich der Film in die Länge und die Handlung wirkt eher wie an Anhängsel statt einer Ergänzung zu IA1 und 2. Schlecht ist der Film definitiv nicht, nach den wirklich guten ersten beiden Teilen erwartet man aber mehr.

6/10

Die Blu-rays:

Pro Film gibt eine eigene Disk, die zusammen einer Amaray-Hülle stecken. Zusätzlich kommt die Veröffentlichung in einer O-Card aus Pappe daher.
Offenbar hat man auf HD-Master zurückgegriffen, die damals zu DVD-Zeiten erstellt wurden. Das Bild ist besser als auf DVD, aber richtiges HD-Feeling will nicht aufkommen. Die Farben sind matschig, die Details fehlen und immer wieder bekommt man es mit Bildfehlern zu tun, die auf beschädigtes Filmmaterial der Filmkopie zurückzuführen sind. Besonders unschön trifft es Teil 3. Manchmal kommt es zu zittrigem Bild, das vertikal etwas hin und herspringt. Auch weißt er merkwürdige Probleme beim Ton auf. In manchen Dialogszenen wird die Sprache eines Charakters von einem sehr hochfrequenten Piepton begleitet. Spricht dann der andere Charakter, taucht der Fehler interessanterweise nicht auf. Ansonsten sind die Tonspuren aber in Ordnung.
Es sei zumindest noch positiv angemerkt, dass man im Gegensatz zur US-BD nicht versucht hat, die Mängel des Masters mittels Rauschfilter oder starkem Nachschärfen zu verschlimmbessern.

Die Extras beschränken sich auf ein paar Deleted Scenes und Making-ofs, die leider kaum etwas über den Entstehungsprozess verraten. Zumindest IA1 hat noch einen Audiokommentar spendiert bekommen.

Fazit:
Die Filme (zumindeste Teil 1 und 2) sind jedem Fan von Thriller- und Gangsterfilmfans wärmstens ans Herz gelegt. Die Blu-rays sehen zwar besser aus als die DVDs, haben aber noch sehr viel Luft nach oben und verpassen dem Spaß einen kleinen Dämpfer.


Black Mass [Blu-ray]
Black Mass [Blu-ray]
DVD ~ Dakota Johnson
Preis: EUR 6,99

46 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Johnny Depp ist leider das einzige Alleinstellungsmerkmal dieses Films, 14. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Black Mass [Blu-ray] (Blu-ray)
Johnny Depp ist ohne Zweifel ein grandioser Schauspieler. Leider hatte er seit längerem eine Durststrecke, was interessante oder markante Rollen angeht und auch privat lief es nicht so ganz rund. So gern wünscht man ihm, dass er wieder die Kurve kriegt und eine Rolle ergattert, die einschlägt wie damals z.B. Jack Sparrow. Ersten Trailern zu urteilen hätte die Figur James Bulger genau so ein „Comeback“ werden können. Dass daraus meiner Meinung nach leider nicht das erhoffte Comeback geworden ist, liegt allerdings weder an Johnny Depp, noch an seiner Rolle.

Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film dreht sich um den aufstrebenden FBI-Agenten John Connolly (Joel Edgerton) und den skrupellosen Gangster James Bulger (Johnny Depp), die eine Art Pakt miteinander eingehen, um Connolly einerseits Informationen über eine italienische Mafiabande zu beschaffen und andererseits Bulger vor der Strafverfolgung zu schützen. Während Bulger auf diese Weise zu immer mehr Macht gelangt und sich als Gangsterboss etabliert, weicht Connolly immer mehr vom rechten Pfad ab.

Die Darstellerriege lässt sich wirklich nicht lumpen. Neben unseren Protagonisten Edgerton und Depp bekommen wir es u.a. noch mit Benedict Cumberbatch als Senator und Bruder von Bulger oder Kevin Bacon als FBI-Abteilungsleiter zu tun. Die Schauspieler leisten ausnahmslos überzeugende Arbeit. Besonders Depp, der durch die Makeup-Effekte erfrischend verwandelt ausschaut, ist mit seinem anwidernden und kaltherzigen Auftreten schlicht die Idealbesetzung für die Rolle.

Leider habe ich mit Black Mass dasselbe Problem wie mit vielen aktuellen Produktionen: das Skript. Das Drehbuch steht ganz am Anfang der Produktion eines Films und wenn hier gepfuscht wird, dann lässt sich das später nur schwer retten. Die Tatsache, dass Black Mass auf wahren Tatsachen beruht, rechtfertigt für mich nicht, dass einem Film einfach die Höhepunkte fehlen. Auch gibt es im ganzen Verlauf des Films immer mal wieder kleine Szenen, die für die Geschichte eigentlich nicht unbedingt nötig sind und die das Ganze nur aufblähen. Natürlich gibt es hingegen auch diverse Szenen, die schön die Abgründe von Bulger verdeutlichen, aber die Nebenhandlung mit seinem Sohn z.B. hätte eigentlich einen schwerwiegenden Einfluss auf Bulger haben müssen, wird aber überhaupt nicht mehr aufgegriffen. Das eigentlich schade ist allerdings, dass es Regisseur Cooper nicht schafft, die Ereignisse zuspitzen zu lassen. Anstatt dass zum Ende hin ein Spannungshoch aufkommt, verläuft die Handlung zu sehr im Sande und geht halt irgendwie zu Ende. Die Situation, dass Connolly mehr und mehr mit der Gangsterszene sympathisiert und Bulger vielleicht unterschätzt, hat ein so unglaublich interessantes Konfliktpotential, das überhaupt nicht ausgeschöpft wird. Stattdessen klammert man sich an die dem Film zugrundeliegenden realen Ereignisse. Wenn eine wahre Geschichte nicht 1:1 als Filmgeschichte taugt, dann sollte man sie meiner Ansicht nach entsprechend abändern oder gar nicht erst verfilmen. Die Ausrede, dass man es ja nicht anders machen konnte, weil es so nun mal wirklich passiert ist, musste ich schon zu oft lesen und ist nichts weiter als eine Rechtfertigung für faules Screenwriting.
Das klingt jetzt erstmal relativ hart, was aber nicht heißen soll, dass der Film langweilig ist. Es ist in diesem Fall nur einfach schade, da man aus der Sache viel mehr hätte machen können.

Fazit:
Die Darsteller sind top, die Charaktere haben Potential und die Handlung hat eine interessante Ausgangssituation. Allerdings zieht sich Black Mass zu sehr und die Konfliktmöglichkeiten werden nicht genutzt, wodurch es einfach an Höhepunkten fehlt. Das Resultat ist leider nur Durchschnitt und Johnny Depps Auftreten wird wohl das Einzige sein, was ich von diesem Film in Erinnerung behalten werde.

6/10
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2016 4:00 PM MEST


Sicario [Blu-ray]
Sicario [Blu-ray]
DVD ~ Emily Blunt
Wird angeboten von schnuppie83
Preis: EUR 8,59

21 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unkonventionelle Konzepte laufen immer Gefahr, nicht jedermanns Geschmack zu treffen, 14. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Sicario [Blu-ray] (Blu-ray)
[Generelles vorweg: Ich freue mich, wenn Sie in den Kommentaren zu einer Diskussion bereit sind und nicht sofort "nicht hilfreich" drücken, nur weil Sie anderer Meinung sind.]

Denis Villeneuve ist ein Regisseur, den ich nach seinem Meisterwerk Prisoners wirklich hoch schätze. Auch Prisoners' Vorgänger Enemy habe ich nach anfänglicher Irritation und nach näherer Auseinandersetzung mit dem Film lieben gelernt. Meine Erwartungen an seinen neuen Film Sicario waren daher enorm, und leider wurde ich bitter enttäuscht.

Wir begleiten die FBI-Agentin Kate Macer (Emily Blunt), wie sie bei einer eigentlich als Geiselbefreiung geplanten Hausstürmung die schockierenden Hinterlassenschaften eines Drogenkartells entdeckt. Gewillt den Verantwortlichen das Handwerk zu legen, nimmt sie das Angebot an, Mitglied einer Spezialeinheit zur Bekämpfung des Drogenhandels zu werden. Schnell muss sie allerdings feststellen, dass das Team seinen eigenen Gesetzen und Methoden zur Verbrechensbekämpfung folgt und wird dabei auf eine moralische Probe gestellt.

Man muss sagen: Die Ausgangssituation ist definitiv interessant. Gerade der Anfang des Films ist ein fieser Tritt in die Magengrube und lässt auf einen zermürbenden Thriller hoffen. Was dann folgt, erinnert inszenatorisch gesehen allerdings eher an den langsamen Enemy: Lange Kamerafahrten und -einstellungen, bedrückende Musik und malerische Bilder. Optisch ist Sicario wirklich ansprechend geworden. Der Film versucht dieses ungewisse Gefühl zu vermitteln, wie man immer tiefer in eine Situation hineingerät, die einem von Minute zu Minute unbehaglicher wird und man weiß nicht, ob man bleiben und seine Ziele weiter verfolgen oder doch lieber umkehren soll. Anfangs funktioniert dies auch wirklich gut, gerade in einer (im positiven Sinne) unerträglich langen Autofahrt, bei der Macer nur durch die Anblicke hinter der Fensterscheibe immer klarer wird, in was für eine Situation sie gerade gerät. Die Schauspieler um Josh Brolin und Benicio Del Toro leisten eine klasse Arbeit, allen voran Emily Blunt, deren Gesicht allein in der Kamera reicht, um etwas zu erzählen. Besonders die Musik von Jóhann Jóhannsson verfehlt ihre Wirkung nicht und erzeugt immer ein unbehagliches Kribbeln, wenn das Main Theme ertönt.

Was den Film meiner Ansicht nach aber zerstört, ist das Skript. Das riesige Problem des Films ist, dass die Protagonistin fast keinen Einfluss auf die Handlung hat und auch kaum versucht, einen Einfluss zu nehmen. Kate läuft die ganze Zeit nur nebenher und darf zugucken, aber kaum wirklich handeln. Die Machtlosigkeit der Protagonistin hätte man mMn durch konsequentes Scheitern beim Versuch, die Umstände zu ändern, zeigen sollen und nicht durch Untätigkeit. Die Krönung ist eigentlich, dass die Protagonistin im Showdown des Films nicht einmal vorkommt! Ich konnte mit Kate kaum mitfiebern, da sie quasi immer nur Mitläuferin ist und es nur selten überhaupt etwas gibt, wo ich mitfiebern konnte. Wenn sie permanent zumindest versucht hätte, das Ruder rumzureißen, hätte die Sache ganz anders ausgesehen (das tut sie zwar, allerdings viel zu selten). Nicht nur das zerstört die Atmosphäre, sondern auch der schon angedeutete Umstand, dass man diverse Szenen sieht, in denen die Teammitglieder untereinander und ohne die Protagonistin agieren. Man weiß also mehr über die Anderen als Kate. Das raubt den Nebencharakteren dummerweise die für den Film so wichtige Mystik. Möglicherweise sollte sich die Protagonistenrolle auf den Charakter von Del Toro verlagern, aber dafür weiß man hingegen einfach zu wenig über diese Person. Der Anfang des Films reißt einen mitten ins Geschehen und später gibt es noch eine Marschszene in Nachtsichtgerätoptik, die zeigt, was für ein Potential Sicario gehabt hätte. Wie man diese morbide und ungewisse Atmosphäre durchgängig richtig hinbekommt, zeigt der leider relativ unbekannte philippinische Film Kinatay. Wenn der Protagonist schon machtlos ist, so muss er trotzdem im Zentrum stehen und der Film muss immer das Gefühl vermitteln, dass alles gegen dich ist, dass es gleich mit dir zu Ende sein kann und dabei die Spannungsschraube immer weiter anziehen. Das ist hier meiner Ansicht nach nicht der Fall.

Fazit:
Leider ist Denis Villeneuves neuster Streich für mich eine Enttäuschung. Das liegt nicht an den wirklich guten Darstellern, der Musik und auch nicht an der Inszenierung, sondern allein am Drehbuch, das den Film nicht so erzählt, wie es für die eingeschlagene Richtung nötig gewesen wäre. Die Protagonistin ist fast irrelevant für den Film und diverse Szenen rauben hingegen den anderen Charakteren das Rätselhafte, womit kaum etwas bleibt, das Spannung erzeugt. Ich bin immer offen für ungewöhnliche Konzepte und bei vielen Zuschauern scheint das Konzept scheinbar auch aufzugehen. Ich habe mir aber ein ähnlich durchgängig flaues Magengefühl wie bei dem Film Kinatay erhofft, da die Filme konzeptionell sehr ähnlich sind, und das blieb leider aus.

5/10
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 24, 2016 11:00 AM CET


Das grüne Ding aus dem Sumpf
Das grüne Ding aus dem Sumpf
DVD ~ Heather Locklear

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wer bringt 2011 noch Letterboxed-DVDs auf den Markt?, 9. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das grüne Ding aus dem Sumpf (DVD)
Zum Film will ich jetzt nicht viele Worte verlieren. The Return of the Swamp Thing alias Das grüne Ding aus dem Sumpf ist eine 80er-Jahre-Trashperle erster Güte. Abgefahrene Monstermasken, witzige Kämpfe und eine riesige Portion Cheesiness machen dieses Werk perfekt für einen alkoholgetränkten Filmabend.

So witzig der Film auch ist, die DVD ist es leider nicht. Ich hatte gehofft, dass diese Art von DVDs mittlerweile ausgestorben ist, aber im Jahre 2011 hat es das Label JAM doch tatsächlich gewagt, den Film nicht anamorph auf Disk zu pressen. Das Bild liegt also letterboxed vor.
Für technisch weniger Versierte: Guckt ihr den Film auf einem 16:9-Fernseher, habt ihr oben, unten, rechts und links schwarze Balken im Bild. Ihr könnt natürlich reinzoomen, aber die Bildqualität wird es euch nicht danken.

Aber auch abgesehen von dem Letterboxing sieht das Bild aus, als hätte man ein VHS-Master recycled. Ich muss gestehen, dass das bei solch einer Art Film nicht ganz so tragisch ist wie bei qualitativ höherwertigen Filmen und das Filmerlebnis nicht kaputt macht, aber so eine DVD in der heutigen Zeit auf den Markt zu bringen, ist einfach eine Frechheit.


Godzilla: History's Greatest Monster
Godzilla: History's Greatest Monster
von Duane Swierczynski
  Taschenbuch
Preis: EUR 31,99

3.0 von 5 Sternen Zweischneidiges Schwert, 3. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für meine allgemeine Einleitung zu den Godzilla-Comics von IDW und einer Übersicht aller erhältlichen Geschichten, siehe meine Rezension zu Kingdom of Monsters Volume 1.

History's Greatest Monster besteht aus knapp 325 Seiten und fasst alle 13 Einzelausgaben der zweiten (manchmal auch Godzilla: Ongoing genannten) Godzilla-Serie zusammen.

Nach längerer Ruhepause ist es wieder soweit: Plötzlich werden Städte auf der gesamten Welt wieder von Riesenkreaturen, allen voran Godzilla, heimgesucht und verwüstet. Dieses Mal begleiten wir den Soldaten mit dem Namen Boxer, der damals zu Zeiten von Godzillas ersten Angriff (siehe erste Serie Kingdom of Monsters) seine Familie verloren hat und auf Rache aus ist. Er scharrt eine kleine Crew von ebenso schießwütigen Freuden um sich und gründet eine Art Monsterjagdgruppe, die sich teuer dafür bezahlen lässt, die Riesenkreaturen einzufangen und somit unschädlich zu machen. Nur Godzilla will nicht so echt ins Netz gehen, sehr zum Leidtragen von Boxer. Zudem stellt sich heraus, dass das große Monsteraufkommen keinesfalls zufällig ist und eine noch größere Gefahr bereits auf dem Weg zu Erde ist.

Die Geschichte stammt dieses Mal von Duane Swierczynski. Leider schafft es der werte Herr nicht mal im Ansatz, dem Leser interessante Charaktere vorzusetzen. Unser Protagonist ist eine flache und eindimensionale Soldatenfigur, die permanent nur auf Rache aus ist. Die möchtegern-traurige Geschichte um seine Familie wird fast beiläufig in den Raum geworfen, um der Figur irgendeine Motivation zu liefern. Auch die anderen Charaktere sind platt und langweilig. Wenn einer von ihnen aus dem Leben scheidet, weint man ihnen keine Träne hinterher. Der Mittelteil der Geschichte handelt quasi fast ausschließlich von der Jagd nach Godzilla und wird aufgrund der öden Akteure wirklich anstrengend da langweilig weiter zu lesen. Zum Ende hin konzentriert man sich aber wieder mehr auf die Monsteraction.

Die Zeichnungen stammen abgesehen von einer Einzelausgabe von Simon Gane. Dessen Stil ist leider sehr detailarm, kantig und unförmig ausgefallen, sodass die eh schon zähen Handlungspassagen auch noch unschön aussehen. Das bezieht sich aber interessanterweise nur auf die menschlichen Figuren. Für die Monster hingegen passt sein Zeichenstil überraschenderweise erstaunlich gut und die Monsterkampfpassagen machen im Gegensatz zur letzten Serie wirklich Spaß. Gerade im letzten Drittel wird vermehrt auf Kämpfe gesetzt und das Ganze wird dann aufgrund der witzigen Einfälle und den abwechslungsreichen Locations echt unterhaltsam.

Fazit:
Die Charaktere sind oberflächlich und die Handlung relativ unspektakulär. Wer sich durch die Story durchbeißt, wird allerdings noch mit gut umgesetzten Monsterkämpfen belohnt. Der Zeichenstil setzt die Monster treffend in Szene, lässt beim Rest aber zu wünschen übrig. Als Kaijufan kann man mal reinschauen, eine Offenbarung ist das Buch aber nicht gerade.


Jurassic World (+ Blu-ray) [Blu-ray 3D]
Jurassic World (+ Blu-ray) [Blu-ray 3D]
DVD ~ Chris Pratt
Preis: EUR 11,97

44 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fanservice und die Anwesenheit von Dinos allein machen noch keinen guten Film, 28. Juni 2015
[Generelles vorweg: Wem meine Rezension zu lang ist, kann auch zum Fazit springen. Ich freue mich auch, wenn Sie in den Kommentaren zu einer Diskussion bereit sind und nicht sofort "nicht hilfreich" drücken, nur weil Sie anderer Meinung sind.]

Ich bin bestimmt nicht der Einzige, bei dem Jurassic Park einen DER Filme der Kindheit darstellt, das Interesse an Dinosauriern erst so richtig losgetreten hat und sogar dafür sorgte, dass man eine ganze Weile lang Paläontologe werden wollte. Der Film ist sicherlich nicht perfekt, aber die Charaktere waren sympathisch (auch wenn die Kinder manchmal nervten), die Atmosphäre stimmte, die CGI-Effekte waren damals bahnbrechend und die handgemachten Animatronics sehen auch aus heutiger Sicht noch verdammt realistisch aus. Die beiden Fortsetzungen konnten, abgesehen von den guten Effekten, dem Erstling zwar nicht das Wasser reichen, aber wenn man einen in Originalgröße gebauten Spinosauruskopf ein Flugzeug zerlegen sieht, kann man dem einen gewissen Unterhaltungsfaktor nicht abstreiten.

Jurassic World setzt sich die Ambition, eine würdige Fortsetzung zu Teil 1 zu werden. Teil 2 und 3 werden zwar nicht aus dem Canon geschmissen, bleiben aber unerwähnt. Der Park wird unter neuem Namen wiedereröffnet und das Konzept wird ein voller Erfolg. Doch den Zuschauern dürstet es nach mehr und so sieht man sich gezwungen eine neue Attraktion zu erschaffen: eine Kreuzung diverser Saurierspezies, die das Gefährlichste darstellt, was der Park je gesehen hat. Nur leider ist der sogenannte Indominus Rex so intelligent geraten, dass er es schafft, sich kurzerhand aus dem Staub machen und das gesamte Arial ins Chaos zu stürzen.
Dass dieser Film für Fans des Originals gemacht ist, das bekommt man permanent zu spüren. Ständig sind irgendwo mal mehr, mal weniger offensichtliche Anspielungen zu bestaunen und man könnte wohl eine Doktorarbeit darüber schreiben, wenn man sich vornimmt, alle zu finden. Die Detailverliebtheit ist wirklich bemerkenswert und in Sachen Fanservice kann man sagen, dass Jurassic World alles richtig gemacht hat.

Kommen wir aber nun zu den restlichen Faktoren, die das Filmerlebnis beeinflussen. Der Punkt, den ich jetzt anspreche, ist ein Punkt, den ich nicht nur bei Jurassic World, sondern bei vielen großen Blockbusterproduktionen zu kritisieren habe und den die breite Masse offensichtlich nicht stört: die CGI-Effekte. Spielberg hatte damals die perfekte Balance zwischen praktischen und computergenerierten Effekten gefunden. CGI wurde nur benutzt, wenn es wirklich nötig war und man hatte die Animatronics, um dem Zuschauer das Gefühl zu geben, dass da gerade wirklich ein T-Rex die Kinder fressen will. Und wenn man etwas nicht realistisch darstellen konnte, dann hat man es halt nicht gedreht. Jurassic World reiht sich stilistisch allerdings eher neben Filme wie The Avengers (welcher mir hingegen gefallen hat). Man setzt also auf einen bunten und eher heiteren Look, während Jurassic Park zwar nicht düster, aber zumindest natürlich aussehen wollte. Zudem wird Subtilität besonders klein geschrieben. Die Saurier werden am helligten Tag dick in Szene gesetzt und es wird schön damit geprotzt, was man doch schon alles animieren kann. Scheinbar geht es nur mir so, aber ich finde, die Tiere sehen einfach kein Stück echt aus. Die Szenen haben durchaus ihren Unterhaltungsgrad, das will ich gar nicht abstreiten. Aber es ist Effektfastfood, das in ein paar Jahren niemanden mehr beeindrucken wird. Es ist meiner Meinung nach einfach nur traurig, dass ein Film von 1993 streckenweise (bezogen auf die Animatronics) echter aussieht als einer von 2015. Es gab in Jurassic World Szenen mit handgemachten Sauriern (die auch wirklich gut aussahen), aber der geringe Einsatz erweckt eher den Anschein, dass das auch nur als Anspielung gedacht war. Hier muss ich leider sagen, dass das Jurassic Park 2 und 3 besser gemacht haben.

Dass Jurassic World ein reiner CGI-Effektfilm wird, konnte man sich schon anhand der Trailer denken, und ich bin auch genau mit diesen Erwartungen ins Kino gegangen. Das Konzept hätte auch (im Rahmen seiner Möglichkeiten) aufgehen können, würde dem Film da nicht sein größter Schwachpunkt im Wege stehen: das Skript. Was mir dieser Film versucht hat zu erzählen, ist nicht nur schlecht, es ist eine absolute Katastrophe. Und ich meine nicht hautpsächlich die Geschichte an sich, sondern wie sie erzählt wird. Man war sich scheinbar unschlüssig, aus welcher Sicht man den Film erzählen will, und springt daher ständig zwischen zwei den Park besuchenden Brüdern, dem Raptorendresseur Owen (Chris Pratt) und der Parkleiterin Claire (Bryce Dallas Howard) hin und her. Dabei bleiben die Charaktere eindimensional und absolut uninteressant. Der ältere Bruder des Geschwisterpaares ging mir aufgrund seiner dämlichen Entscheidungen irgendwann sogar richtig auf die Nerven. Der einzige Charakter, der etwas sympathischer rüberkommt und mit dem man etwas mitfiebert, ist Owen. Und das liegt nicht daran, wie der Charakter geschrieben ist, sondern einfach daran, dass es halt Chris Pratt ist. Das einzige Wesen, mit dem ich wirklich kurz mitgefühlt hab, war ein Raptor, und das ist nicht als Lob zu verstehen. Ehrlich gesagt machen die Raptoren sogar eine stärkere Charakterentwicklung durch als jede menschliche Figur.

Zwischen den zugegebenermaßen schon unterhaltsamen Saurierkampfszenen, müssen wir uns leider durch die Handlung kämpfen. Man könnte glauben, hier hat jemand sein allererstes Skript geschrieben oder es wurde kurz ein Autor von der Produktionsfirma The Asylum (u.a. Sharknado, Sand Sharks) ausgeborgt. Das Skript folgt simpel der Dreiaktstruktur und der Übergang vom ersten Akt (der Park wird vorgestellt) zum zweiten (der Indominus Rex bricht aus) erfolgt viel zu abrupt und stümperhaft. Dann heißt es 'Wir jagen den I-Rex', welcher immer wieder neue Fähigkeiten aus dem Hut zaubert, und keiner kommt auf die Idee mal im Labor nachzufragen, was der Saurier denn nun alles kann, bevor noch mehr Menschen draufgehen. Auch werden Fähigkeiten des I-Rex eingeführt, die nur für eine kurze coole Szene eingebaut wurden und dann für den Rest des Films völlig irrelevant sind. Manchmal reagiert das Vieh intelligenter als jeder Mensch und an anderen Stellen ist es wieder nur ein wildes Tier, das in Zerstörungslaune ist (siehe Erklärung in den Kommentaren, aber Achtung: Spoiler). Die Logiklöcher sind so groß, dass selbst der schon mies geskriptete Godzilla da reinfallen würde. Das erzählerische Unvermögen zeigt sich besonders in einer Szene, wo die Brüder ein Auto reparieren. Anstatt ihr Interesse in der Richtung vorher irgendwie einzuführen, wird einfach spontan erwähnt, dass die Brüder das ja können. Garniert wird die Geschichte mit profitorientierten Parkmanagers, die Geld über Menschenleben setzen, und die skrupellosen Großkonzerne und das böse Militär dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wer eine möglichst große Ansammlung an Klischees bestaunen will, ist hier genau richtig. Ich könnte noch weiter erzählerische Schwächen aufzählen, aber ich glaube, mein Punkt ist angekommen. Die Ereignisse am Ende setzen dem Unsinn eigentlich noch die Krone auf, aber da muss ich zumindest gestehen, dass ich es unterhaltend fand. Und da sieht man auch, was der Film sein will: überzogene CGI-Dinoaction. Wenn man aber so einen Film machen möchte, dann sollte man es wie Transformers 1 machen (unglaublich, dass ich sowas mal sage). Der hatte mehr Action und ein Skript, dass zwar auch keinen Oscar verdient, aber zumindest halbwegs sinnig war und dem Rest nicht im Weg stand. Man sollte nicht versuchen, mehr zu erzählen als man kann.

Fazit:
Der Fanservice, den Jurassic World betreibt, ist bemerkenswert, die Atmosphäre des ersten Jurassic Parks wird aber in keinster Weise eingefangen. Man bekommt diverse zwar nicht realistisch animierte, aber schon unterhaltsame Saurierszenen serviert, muss sich im Gegenzug aber durch das katastrophale Skript kämpfen, das vor Logiklöchern und langweiligen bis nervigen Charakteren nur so trieft. Man darf auch den Anteil an schlechten Handlungsszenen gegenüber Saurieraction nicht unterschätzen. Wem ein schlechtes Skript aber egal ist und Popcorneffektkino reicht, der wird an Jurassic World schon seine Freude finden. Ihr wollt endlich mal wieder Dinos im Kino sehen? Ihr bekommt sie. Den Film als würdige Fortsetzung oder als objektiv betrachtet guten Film zu bezeichnen, kann sich aber niemand ernsthaft erlauben.

4,5/10

Noch zwei Punkte außerhalb der reinen Filmwertung:
Jurassic World wurde schlecht nach 3D konvertiert. Plastizität sucht man vergebens und räumliche Tiefe hat man auch schon besser gesehen. Also: in 2D gucken reicht.
Und was mich noch gewundert hat: Für welche Zielgruppe ist dieser Film? Natürlich will man einerseits die Fans des Originals erreichen, aber der Einbau der nervigen und eigentlich ziemlich irrelevanten Kindercharaktere lässt mich darauf schließen, dass man Kinder ebenfalls erreichen wollte. Dann wiederrum wundere ich mich aber über den teilweise recht hohen Blutgehalt, wenn die Leute vom Indominus Rex gefressen werden. Eine Szene, in der ein Flugsaurier eine Frau nicht einfach nur frisst, sondern regelrecht quält, lässt mich zu dem Schluss kommen, dass hier irgendjemand einfach nicht wusste, was er tut. Ich rate davon ab, den Film mit Unter-12-Jährigen zu schauen (in Elternbegleitung können Kinder ja schon mit 6 in den Film).
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 11, 2015 1:37 AM MEST


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