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MissVega (Hamburg)

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T2 Trainspotting [Blu-ray]
T2 Trainspotting [Blu-ray]
Preis: EUR 19,99

3.0 von 5 Sternen First there was an opportunity.... then there was a betrayal, 23. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: T2 Trainspotting [Blu-ray] (Blu-ray)
(Kinoversion)

»Intro«

Die Junkies sind zurück. 20 Jahre nach ihrem wilden Drogentrip durch Edinburgh lässt Regisseur Danny Boyle ("Slumdog Millionaire", "28 Days later") seine durchgeknallten Vier wiederauferstehen. Nun allerdings, wo sie alle in den 40ern oder sogar 50ern sind, bestimmen nicht mehr unkontrollierte Drogenexzesse ihr Leben, sondern ihr Scheitern im Leben aufgrund ihrer unrühmlichen Vergangenheit. Das ist in der Summe zwar ganz witzig, alles in allem aber auch etwas beliebig. Mittelalten Ex-Junkies bei der alltäglichen Lebensbewältigung zuzusehen, hat eben etwas weniger Kultcharakter als Boyles "Trainspotting" von 1996. Dennoch war es schön, sie alle mal wiederzusehen, was dank Boyles kreativer Bildsprache und einem fantastischen Soundtrack auch überwiegend gut gelungen ist.

»Wassup?«

Renton (Ewan McGregor, "Illuminati"), der seine Freunde vor zwanzig Jahren um 16.000 Pfund beschissen hat und daraufhin nach Amsterdam geflüchtet ist, ist zurück in Edinburgh. Um Buße zu tun? Um mal nach den Jungs zu sehen? Heimweh? Man weiß es nicht so genau, allerdings fallen die Reaktionen auf seine Rückkehr unterschiedlich aus. Während Renton den immer noch heroinsüchtigen Spud (Ewen Bremner, "Snatch") gerade noch vom Selbstmord abhalten kann, wofür Spud ihm allerdings nicht so wirklich dankbar ist, geht Sick Boy (Jonny Lee Miller, "Elementary") erstmal mit der Queue auf ihn los, bevor er ihm anschließend seine neue Geschäftsidee (ein Bordell) eröffnet, wofür er allerdings noch Kohle braucht. Glücklicherweise sitzt wenigstens der psychopathische Begbie (Robert Carlyle, "Ganz oder gar nicht") seit 20 Jahren im Knast…allerdings nur, bis ihm die Flucht gelingt. Während Spud versucht, vom Heroin loszukommen und Erinnerungen an alte Zeiten aufschreibt, sind Renton und Sick Boy schnell wieder in kriminelle Machenschaften verwickelt. Begbie allerdings dreht komplett durch, als er erfährt, dass Renton wieder in der Stadt ist und schwört blutige Rache…

»Let's get real«

Hätte dieses Sequel eines Kultfilms notgetan? Sicherlich nicht. Fühlt man sich trotzdem gut unterhalten und kann dem knapp zweistündigen Film etwas abgewinnen? Durchaus. Sinn macht der Film allerdings nur für Kenner des Originals von 1996, da Regisseur Danny Boyle viele Rückblenden und Referenzen und sogar Dialogsequenzen und Teile des Original-Soundtracks mit einbaut, was man natürlich nur bemerkt, wenn man "Trainspotting" kennt.

Wuchs "Trainspotting" zum Kultfilm heran durch seine charmanten Anti-Helden und ihren hemmungslosen Drogentrip durch Edinburghs kriminelle Unterwelt, den Regisseur Boyle visuell äußerst kreativ umgesetzt hat, hat "T2 Trainspotting" hier leider weniger Kultiges zu bieten. Die alten Helden sind müde geworden, desillusioniert, sie sind gescheitert und in 20 Jahren nicht wirklich vorangekommen. Drei von ihnen haben es noch nicht mal aus der Stadt herausgeschafft, einer sitzt seit 20 Jahren im Knast. Das ist über die Gesamtlaufzeit von fast zwei Stunden dann manchmal doch etwas beliebig und bemüht… und ein bisschen langweilig.

Glücklicherweise ist Boyle ein guter Regisseur, der von den inhaltlichen Schwächen durch inszenatorisches Geschick und einen wirklich grandiosen Soundtrack meist gut ablenken kann. Visuelle Spielereine prägen denn auch "T2 Trainspotting"; mal arbeitet Boyle mit Stop-Motion-Sequenzen, mal mit fantastischem Widescreen-Format, mal lässt er auch einfach alle Ziffern, die während einer Fahrstuhlfahrt aufblinken, außen am Hochhaus erscheinen anstatt auf der Digitalanzeige im Fahrstuhl. Darüber hinaus blendet er immer mal wieder die Jungs ein, wie sie vor 20 Jahren aussahen, man kann also diverse Filmschnipsel aus "Trainspotting" erkennen. Dazu kommen Rückblenden in die Kindheit der Jungs und diverse andere Reminiszenzen an Boyles 1996er Klassiker. Abgerundet wird das Ganze durch einen bunt gemischten, wummernden, aber auch die 80er Jahre feiernden Soundtrack, angefangen bei Iggy Pops "Lust for Life" (gleichzeitig die Hymne aus "Trainspotting") über das coole "Get up" von Young Fathers, das abgefahrene "Dads best Friend" von The Rubberbandits bis hin zum kultigen "Radio Ga Ga" von Queen.

Unsere Anti-Helden sind gestrandet und am Rand ihres eigenen Lebens liegengeblieben. Renton hat sich in Amsterdam durchgeschlagen und musste damit leben, seine besten Freunde betrogen zu haben. Sick Boy, der jetzt lieber Simon genannt werden möchte, kokst sich das Hirn weg und verdient sich ein paar Kröten mit kleineren Erpressungen dazu. Spud hat mehrere Entzüge hinter sich, hat es aber schlussendlich nicht geschafft, vom Heroin wegzukommen, was ihn Frau und Sohn gekostet hat. Und der völlig irre Begbie sitzt im Knast, woran er allerdings etwas zu ändern gedenkt. Nach und nach treffen sie alle wieder aufeinander und tun das, was sie schon immer getan haben und was sie am besten können: lügen und betrügen. Das entfaltet durchaus eine gewisse nostalgische Magie und es gibt auch viele humorvolle Sequenzen, aber irgendwie fehlt "T2 Trainspotting" ein wenig die wirkliche Daseinsberechtigung. Dafür ist die Handlung einfach zu belanglos und manchmal auch etwas willkürlich. Es hätte durchaus noch witziger sein dürfen, vor allem aber spannender. Aber Danny Boyle war offensichtlich recht altersmilde drauf und mehr mit visuellen Spielereien und dem Auswählen toller Songs beschäftigt (was ihm Beides hervorragend gelungen ist), so dass er die Handlung etwas vernachlässigt hat. Das ist nicht tragisch, nur ein bisschen schade.

»Players«

Die durchgeknallten Vier sind allesamt versierte Mimen, die mühelos wieder in ihre alten Rollen schlüpfen. Ewan McGregors Renton ist immer noch ein Schlitzohr, mittlerweile aber eins mit Herzfehler. Jonny Lee Millers Simon mogelt sich, zwar nicht immer clever, meist aber doch erfolgreich irgendwie durchs Leben. Ewen Bremners Spud ist eine so bedauerns- wie liebenswerte Figur, die irgendwann doch noch begreift, wie man aus Scheiße Gold machen kann. Und Robert Carlyle als sichtlich gealterter Begbie, der aber nichts von seiner psychopathischen Irrsinns-Aura eingebüßt hat und sogar - wenn man genau hinschaut (oder einfach dieselbe Synchronstimme bei zwei Darstellern entdeckt) - zwei Rollen spielt, ist wie immer einmalig. Die restlichen Rollen sind ebenfalls hervorragend (und teilweise mit denselben Darstellern wie im ersten Teil) besetzt und authentisch.

»Quintessence«

Sie sind in die Jahre gekommen, unsere schottischen Vier, aber irgendwie haben sie es immer noch drauf. Zumindest, den Zuschauer trotz dünner und manchmal recht behäbiger Story für sich einzunehmen. Visuell und akustisch hat "T2 Trainspotting" einiges zu bieten, inhaltlich bleibt es eher beliebig. Da man Renton, Simon, Spud und Begbie aber einfach irgendwie mögen muss und Danny Boyle unter anderem auch so schöne Bilder von Edinburgh abgeliefert hat, ist man gerne bereit, bei "T2 Trainspotting" mal ein Auge zuzudrücken und in Nostalgie und Erinnerungen an Teil 1 zu schwelgen, an den einen der zweite Film wunderbar erinnert. Ergo gute drei von fünf gescheiterten Existenzen, die man aber trotzdem ins Herz geschlossen hat.


Die Ungehörigkeit des Glücks: Roman
Die Ungehörigkeit des Glücks: Roman
von Jenny Downham
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Memories, 3. Februar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
»Intro«

Da Jenny Downham zu einer meiner Lieblingsautorinnen gehört, war klar, dass ihr aktuelles Werk in meinem Bücherregal landen würde. Anders allerdings als bei ihren Vorgängerwerken ("Bevor ich sterbe", "Ich gegen dich") hat mich "Die Ungehörigkeit des Glücks" nicht so sehr begeistert. Vielleicht lag's am Thema oder daran, dass die Geschichte auf mich recht beliebig gewirkt hat, es gab keine echten Höhepunkte oder die Möglichkeit, sich emotional auf die Charaktere einzulassen. Jenny Downham schreibt immer noch gute Bücher, aber ihr drittes ist mein erstes, welches die hohen Erwartungen an diese talentierte Autorin nicht hat erfüllen können.

»Writer«

Jenny Downham wurde 1964 in London geboren. Bevor sie Schriftstellerin wurde, war sie acht Jahre lang Schauspielerin in einer Theatergruppe, die im ganzen Land in Kliniken, Gefängnissen und Jugendzentren auftrat. 2007 erschien ihr Debüt "Bevor ich sterbe", 2010 folgte "Ich gegen dich". Ihr Debütroman wurde 2012 mit Dakota Fanning in der Hauptrolle als "Now is good" verfilmt. Downham hat zwei Söhne, mit denen sie in London lebt.

»Wassup?«

Die 17jährige Katie und ihr drei Jahre jüngerer Bruder lernen ihre Großmutter Mary erst kennen, als diese bereits an Alzheimer erkrankt ist. Caroline, Marys Tochter, hat sich vor Ewigkeiten mit ihrer Mutter verkracht und ihr die Enkelkinder vorenthalten. Nun aber, da es keine weiteren Angehörigen gibt, muss Caroline sich um die verhasste Mutter kümmern. Mary kommt vorerst zu Caroline und den Kindern nach Hause, und Katie findet sofort einen Draht zu der exzentrischen alten Lady. Soweit ihre Erinnerungen es zulassen, erzählt Mary Katie von ihrer Vergangenheit. Mary war ein rechter Wildfang, ganz im Gegensatz zu ihrer verklemmten Schwester Pat. Schon früh hatte sie die Fesseln der Kleinstadt satt und zog nach London. Männer, Schauspielerei und Partys waren ihr Leben, während sie ihre kleine Tochter bei der Schwester ließ. Etwas, was Caroline ihrer Mutter nie verziehen hat. Aber da ist noch mehr in Marys Vergangenheit, ahnt Katie, und versucht, zusammen mit Mary herauszufinden, was das sein könnte. Schon bald kommt sie einem wohlgehüteten Geheimnis auf die Spur…

»Let's get real«

Jenny Downham spannt ein Netz, das weit in die Vergangenheit reicht, bis zu Marys Kindheit. Dadurch, dass Mary dement ist, versucht der Leser zusammen mit Katie, Marys durcheinandergeratene Erinnerungen in die richtige Reihenfolge zu bringen und zu verstehen, was wann genau passiert ist.

Die Reise in die Vergangenheit ist ein Erzählstrang, ein zweiter beschäftigt sich mit dem schwierigen Mutter-Tochter-Verhältnis, sowohl dem zwischen Mary und Caroline als auch dem zwischen Caroline und Katie. Dort mit hinein spielen die Trennung vom Vater der Kinder vor einem Jahr, dem mental etwas eingeschränkten kleineren Bruder von Katie und Katies beschwerlichem Weg zu einem etwas selbstbestimmteren Leben.

Problematisch für den Leser ist, dass man keinen der Protagonisten wirklich sympathisch findet. Mary ist zwar durchaus witzig und ob ihrer Krankheit manchmal sehr direkt, aber sie ist auch schwierig, egoistisch und chaotisch. Ihre Tochter Caroline ist eine verbitterte Frau, in deren Leben alles seine Ordnung haben muss. Mit Argusaugen überwacht sie die schulische Entwicklung ihrer Tochter und wird gar zur Helikoptermutter, wenn es um ihren Jüngsten geht, den sie ob seines etwas verlangsamten Denkens kaum jemals etwas alleine tun lässt. Dazu kommen Verbitterung und Hass auf die Mutter und auch auf den Ex-Mann, der sie verlassen und eine neue Familie gegründet hat. Und auch zu Katie, einer fleißigen und an sich sympathischen Teenagerin, der man oft mehr Durchsetzungsvermögen und Mut wünscht, baut sich leider keine richtige Verbindung auf, eher ist man ab und an genervt ob ihres devoten Verhaltens.

Und schlussendlich ist auch die Lüftung des großen "Geheimnisses" wesentlich unspektakulärer als gedacht. Vielmehr sind es viele kleine Fakten, von denen die Betroffenen entweder gar nichts oder nur Bruchstücke wussten und die nach und nach an die Oberfläche geholt werden. Das ist aber leider alles irgendwie nicht wirklich spektakulär oder besonders. Und da sich der Fokus immer wieder mal verschiebt, hat man zwar schlussendlich ein Drei-Generationen-Frauenportrait, aber keine dieser drei Frauen interessiert einen genug, um an ihrer Lebensgeschichte wirklich Anteil zu nehmen.

Downham springt in ihrer Geschichte immer wieder vor und zurück, wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und rückt immer abwechselnd die Befindlichkeiten von Oma, Mutter und Enkelin in den Fokus. So zieht die ganze Geschichte manchmal recht beliebig am Leser vorbei und man weiß mit den ganzen nach und nach preisgegebenen Informationsfetzen nicht wirklich viel anzufangen. Die Familienchronik ist dabei stellenweise schon interessant, leider gelingt es Downham hier aber nicht, den Spannungsbogen konsequent straffer zu spannen und in einem emotionalen Finale münden zu lassen. Im Gegenteil, so plötzlich, wie man in die Geschichte hineingeschubst wurde, ist man auch wieder draußen.

»Quintessence«

"Die Ungehörigkeit des Glücks" ist ein leidlich interessanter Roman mit widersprüchlichen Charakteren, mit denen man einfach nicht so richtig warm wird. Auf den knapp 500 Seiten fragt man sich leider immer mal wieder, was Downham an dieser Story für so erzählenswert erachtet hat, dass sie hunderte Seiten darauf verwendet hat. Der Roman ist ein recht interessantes Frauenportait durch die Jahrzehnte hinweg und beschäftigt sich sowohl mit Marys Rolle als Frau in den 40er und 50er Jahren als auch mit der Teenager-Selbstfindung ihrer Enkelin Katie. Aber das ist, ehrlich gesagt, weder besonders spannend noch spektakulär. Dazu der erzählerische Kniff, Mary als Demenzkranke zu präsentieren, um ihrer Vergangenheit nur stückchenweise näherzukommen…tja nun. Kann man so machen, wenn man dann auch wirklich brisante Geheimnisse zutage fördert, aber nicht, wenn es am Ende genauso semi-interessant bleibt wie auf den vorangegangenen Seiten. Ich habe vermutlich von Downham aufgrund ihrer so guten Vorgängerwerke einfach mehr erwartet. Lesern, für die "Die Ungehörigkeit des Glücks" das erste Werk von Jenny Downham ist, mag es da durchaus anders ergehen. Für mich ist dieser Roman aber leider ein entbehrliches Buch, das weder Fisch noch Fleisch ist. Deshalb knappe drei von fünf Erinnerungen, die man nicht unbedingt teilen muss.


Die Nacht schreibt uns neu: Roman
Die Nacht schreibt uns neu: Roman
von Dani Atkins
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Schicksalsnacht, 30. Januar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
»Intro«

Nach dem rhetorisch noch etwas holprigen Debüt "Die Achse meiner Welt", das aber durch ein unfassbar emotionales und gelungenes Ende punktete, war klar, dass ich mehr von der Britin Dani Atkins lesen will. Glücklicherweise sind weitere zwei Romane bereits erschienen, dieser hier ist einer davon. In Atkins' Romanwelten kann man sich wunderbar verlieren und wird mit einer gelungenen Mischung aus Romantik, Herzschmerz und Spannung belohnt.

»Writer«

"Die Achse meiner Welt" war das Debüt der 1958 geborenen Londonerin Dani Atkins. Die ehemalige Sekretärin träumte lange davon, mit dem Schreiben anzufangen und hat ihren Traum 2014 mit ihrem Erstlingswerk verwirklicht. Auf ihr Debüt folgte nur ein Jahr später "Die Nacht schreibt uns neu" und mittlerweile ist auch ihr dritter Roman "Der Klang Deines Lächelns" erschienen. Aufgewachsen in London, lebt die Autorin und Mutter zweier erwachsener Kinder mit Mann, Hund und zwei Katzen in Hertfordshire.

»Wassup?«

Amy, Caroline und Emma sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Nichts kann das ungleiche Trio trennen… bis ein schrecklicher Unfall nach Emmas Jungesellinnenabend Amy aus ihrer Mitte reißt. Ihr Tod führt dazu, dass Emma die bereits terminierte Hochzeit mit ihrer Jugendliebe Richard erstmal absagt und versucht, mit dem Verlust ihrer Freundin fertigzuwerden. Dazu kommt, dass Emmas Mutter an Alzheimer erkrankt ist, was dazu geführt hat, dass Emma ihren gut dotieren Job in London aufgegeben hat, wieder zu ihren Eltern aufs Dorf gezogen ist und in der örtlichen Buchhandlung jobbt. Und als wäre Emmas Leben nicht schon kompliziert genug, muss sie feststellen, dass ihr Jack, der Mann, der ihr nach dem Autounfall das Leben gerettet hat, mehr bedeutet, als er sollte…viel mehr.

»Let's get real«

Obwohl das inhaltlich recht schmachtfetzig klingt, bringt Dani Atkins es fertig, die Geschichte weitestgehend klischee- und kitschfrei zu erzählen. Die Prämisse an sich (Frau muss sich zwischen zwei Männern entscheiden) mag trivial sein, Atkins' Erzählweise ist es nicht. Ein paar Ungereimtheiten und Zufälle zu viel gibt es natürlich, aber Atkins' Stil ist überwiegend lebensnah und emotional packend, die Charaktere wirken "echt" und handeln nachvollziehbar. Atkins scheint ein feines Gespür dafür zu haben, wie man genau den richtigen Ton trifft. Aber natürlich bleibt "Die Nacht schreibt uns neu" reine Frauenliteratur, soviel dürfte klar sein.

Der Roman erreicht schon nach wenigen Seiten seinen ersten dramatischen Höhepunkt, nämlich, als Emma und ihre beiden Freundinnen einen Autounfall haben. Schon hier kann man sich kaum vom Buch lösen, da Atkins die darauffolgende Rettungsaktion wirklich spannend schildert. Auch führt sie hier schon den Mann ein, der bald Emmas ganzes Leben auf den Kopf stellen wird. Zunächst jedoch steht der plötzliche Tod der besten Freundin im Vordergrund. Neben ihrer Trauer hat Emma noch mit weiteren Problemen zu kämpfen: die sich langsam verschlechternde Alzheimererkrankung ihrer Mutter und die Sorge um ihren Vater, der mit der Pflege seiner Frau überfordert ist, dies aber nicht zugeben will. Dazu kommt noch die geplante Hochzeit mit Richard, den sie ebenfalls schon seit Kindertagen kennt, und die Emma jetzt erstmal verschieben möchte und das ungewohnte Leben in ihrem Heimatdorf und die Aufgabe ihres Jobs und Lebens in London. Emma ist also emotional ganz schön durcheinander und mitgenommen.

Und da erweist sich ihr Retter Jack als Fels in der Brandung, wohingegen Emma zu allem Kummer nun auch noch entdecken muss, dass Amy ein Geheimnis vor ihr hatte, das erneut Emmas ganze Welt auf den Kopf stellt. Darüber hinaus ist sie sich einfach nicht sicher, ob sie Jack nur mag, weil er sie heldenhaft gerettet hat, oder ob sie ihm tiefergehende Gefühle entgegenbringt. Und während Emma mit all dem fertigzuwerden versucht, geht das Leben einfach weiter, bis sie an einem Punkt angelangt ist, an dem sie eine Entscheidung treffen muss. Eine Entscheidung, die ihr unendlich schwerfällt…

Auch, wenn man nicht immer genauso handeln würde wie Emma, kann man sich doch gut in sie hineinversetzen und die Wendungen, die sich in ihrem Leben vollziehen, mit Interesse und Anteilnahme verfolgen. Die gelungene Mischung aus Drama und Liebesgeschichte, zeitgemäß umgesetzt und authentisch erzählt, zieht den (weiblichen) Leser schnell in ihren Bann und lässt ihn das Geschehen über die ganzen 448 Seiten gespannt verfolgen. Und auch in ihrem zweiten Roman gelingt es Atkins, das Ende mit einer so überraschenden Wendung zu versehen, dass man sich die eine oder andere Träne nicht verkneifen kann. Ergreifend und schön, man kann es nicht anders sagen.

»Quintessence«

"Die Nacht schreibt uns neu" ist trotz des schwülstigen Titels und der eindeutigen Zuordnung zur "Frauenliteratur" ein sehr gelungener, gut geschriebener, spannender und hochemotionaler Roman mit schicksalhaften Wendungen und einem Ende, das einen mitten ins Herz trifft. Dani Atkins hat also erneut alles richtig gemacht. Eine angenehme Abwechslung zur üblichen, oft realitätsfremden und emotional überfrachteten Trivialliteratur à la Nora Roberts oder Nicholas Sparks. Ergo gerne fünf von fünf Helden, von denen frau sich bestimmt gerne retten lassen würde.


Mädchenmörder: Ein Liebesroman
Mädchenmörder: Ein Liebesroman
von Thea Dorn
  Gebundene Ausgabe

1.0 von 5 Sternen Irrfahrt des Grauens, 24. Januar 2017
»Intro«

Mit deutschen Autoren hab ich es ja nicht so, und nach der Lektüre von "Mädchenmörder" weiß ich auch wieder, warum. Die Story erfährt eine dermaßen unglaubwürdige Wendung, dass vermutlich jeder Profiler und/oder Kriminalist Frau Dorn auslachen würde, der "Mädchenmörder" gelesen hätte. Bedauerlicherweise kann man auf diesen abstrusen Twist nur marginal eingehen, da man den noch Lesewilligen schließlich nicht den fragwürdigen Spaß an diesem deutschen Thriller verderben möchte. Für mich war der Spaß spätestens nach dieser lachhaften Wendung endgültig vorbei, wobei ich mich schon vorher durch zahlreiche Nichtigkeiten und verbale Ausschweifungen kämpfen musste. Klar für mich ist jedenfalls, dass ich keine weiteren Werke von Frau Dorn lesen werde, weil ich diese Frau bedauerlicherweise nicht mehr ernst nehmen kann - zumindest nicht als Krimiautorin.

»Writer«

Thea Dorn wurde 1970 in Offenbach geboren und heißt eigentlich Christiane Scherer. Für ihren Künstlernamen stand der Philosoph Theodor Adorno Pate. Aha. Sie studierte Philosophie und Theaterwissenschaft und konnte bereits für ihren ersten Roman "Berliner Aufklärung" von 1994 den Raymond-Chandler-Preis einheimsen. Neben Kriminalromanen schreibt sie auch Sachbücher ("Die neue F-Klasse. Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird" zum Beispiel). Auch an verschiedenen Theaterstücken (u.a. "Marleni") hat sich Dorn versucht, ebenso an zwei "Tatort"-Drehbüchern. Darüber hinaus moderiert sie seit 2004 einen Büchertalk im SWR und lebt als freie Autorin in Berlin. "Mädchenmörder" erschien 2008, insgesamt hat Thea Dorn bislang 13 Bücher veröffentlicht.

»Wassup?«

Die 19jährige Abiturientin Julia Lenz wird eines Abends von einer Bushaltestelle entführt, von einem 32jährigen Serienmörder in limonengelbem Porsche. Dieser, ein ehemaliger Radrennprofi übrigens, schändet und schindet Julia vier Tage lang in seinem Keller, bevor er sich (warum auch immer mit ihr) auf die Flucht begibt. Es geht von Aachen über Belgien und Frankreich bis nach Spanien, wo die Geiselnahme nach zehn Tagen endet. Bevor es jedoch so weit ist, müssen noch weitere Mädchen sterben und Julia ist gezwungen, alles mitanzusehen…

»Let's get real«

"Mädchenmörder" fängt gar nicht mal schlecht an. Julia wird entführt und muss diverse Grausamkeiten und sexuellen Missbrauch über sich ergehen lassen. Die Freude, nach vier Tagen dem Keller zu entkommen, währt nur kurz, da ihr "Peiniger", wie sie ihn ausschließlich nennt, beschlossen hat, die Flucht anzutreten - allerdings mit ihr. Anfangs gestaltet sich auch diese Flucht für den Leser noch recht spannend, weil Julia an ein ganz besonders krankes und grausames Exemplar eines Serienmörders geraten ist, dem es bei Weitem nicht ausreicht, nur Julia zu verprügeln und zu missbrauchen.

Fortan ist der "Peiniger" also sowohl in Belgien als auch in Frankreich und Spanien immer auf der Suche nach weiteren Opfern, deren grausamem Tod Julia beiwohnen muss. Eine halbwegs schlüssige Erklärung, warum er ausgerechnet Julia nicht umbringt, bleibt die Autorin schuldig (denn: die hanebüchene Erklärung, mit der Frau Dorn nach etwas zwei Buchdritteln aufwartet, spottet so ziemlich jeder psychologischen Beschreibung).

Mit zunehmendem Fluchtverlauf wird die Story dann bedauerlicherweise immer uninteressanter und langatmiger. Denn mehr und mehr lässt Dorn die Protagonistin weitschweifige Gedankenausflüge unternehmen, in denen über die Natur und deren Raubbau an ihr, die Tierwelt im Allgemeinen und die Vogelwelt im Besonderen und die unterschiedlichen miesen Hotels philosophiert wird, in die Julias Peiniger sie schleppt.
Darüber hinaus werden permanent französische und spanische Sätze in die Handlung eingeflochten, die allerdings nur in den allerseltensten Fällen übersetzt werden. Somit ergeben sich für denjenigen, der nicht zufällig ausgezeichnet Französisch oder Spanisch spricht, immer wieder nervtötende Lücken in der Geschichte, da man nur mutmaßen kann, welches Gewicht die niedergeschriebenen fremdsprachlichen Sätze nun wohl haben mögen.

Durch diese ganzen sprachlichen Barrieren und philosophischen Ausschweifungen wird die Spannung in regelmäßigen Abständen ausgebremst, so dass man sich bald beim Querlesen dieses 334Seiters ertappt. Durch Julias endloses Gedanken-Geplapper vermag man leider auch nur wenig Empathie für das Entführungsopfer aufzubringen (stattdessen wünscht man sich, sie möge doch endlich einmal das Gedankenkarussel anhalten).

Die Rest-Empathie geht einem spätestens dann flöten, wenn Frau Dorn ihrer Geschichte im letzten Buchdrittel eine absolut absurde Wendung gibt. Darüber hinaus wechselt der sprachliche Stil in die Briefform, was weder dem Lesefluss noch der Spannung zuträglich ist. Darüber hinaus mutiert Julia nun vollends zu einer Person, der man keinerlei Verständnis mehr entgegenbringen kann. Zu guter Letzt muss der Leser sich noch durch einen überflüssigen Epilog kämpfen, der einen mit einem Kopfschütteln, aber wenigstens mit Erleichterung (dass es nun endlich vorbei ist) aus diesem für mich leider schlechten Thriller entlässt.

»Quintessence«

"Mädchenmörder" erfährt einen souveränen Auftakt, der durchaus zu schockieren weiß und Mitleid für das Opfer generieren kann. Sobald es aber aus dem Folterkeller hinausgeht, wird der Roman schlechter und schlechter. Erst ist man gelangweilt ob exzessiver Landschaftsbeschreibungen und wirrem philosophischem Gedankengut, dann ist man fassungslos, dass die Autorin dem Leser tatsächlich eine derart unglaubwürdige, die Intelligenz beleidigende und völlig substanzlose Wendung zumutet, der eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr 1:1 Billion zugrundeliegen dürfte. Der vermeintlich schockierende Twist ist leider nur eins: lächerlich und fernab nahezu jeglicher psychologischer Realität. Frau Dorn weiß durchaus mit Worten umzugehen, was allerdings den Inhalt angeht, rate ich dringend zum kriminalpsychologischen Nachhilfeunterricht. Für mich in der Summe daher nur einen von fünf Folterkellern, in denen die Handlung besser geschubst worden wäre, anstatt den ahnungslosen Leser auf diese schwafelige Flucht durch halb Europa inklusive schwachsinnigem Storytwist mitzunehmen.


Plötzlich Papa
Plötzlich Papa
DVD ~ Omar Sy
Preis: EUR 12,99

4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Plötzlich durchschnittlich, 12. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: Plötzlich Papa (DVD)
(Kinoversion)

»Intro«

Aufgrund der überwiegend sehr guten Kritiken zu "Plötzlich Papa" und dem Mitwirken von Omar Sy ("Ziemlich beste Freunde") stand schnell fest, dass dieser Film der erste in 2017 für mich werden sollte. Nun gut, es hätte schlimmer kommen können, allerdings auch sehr viel besser. Denn schlussendlich stellt sich dieses französische Remake eines mexikanischen Films von 2013 als bestenfalls durchschnittlich gelungener Film heraus. Wie so oft ist es auch hier dem Regisseur (Hugo Gélin) nicht gelungen, die richtige Balance zwischen Drama und Komödie zu finden. In seinen komischen Momenten wirkt der Film oft übertrieben, latent klamaukig und manchmal auch ein bisschen peinlich; die gelungenen dramatischen Momente wirken dadurch dann leider umso unpassender. Darüber hinaus reicht die Story bei weitem nicht aus, um die Filmdauer von viel zu langen 118 Minuten zu rechtfertigen.

»Wassup?«

Lebemann und Faulpelz Samuel (Omar Sy) lässt es sich an der Küste Marseilles gutgehen, arbeitet so wenig wie möglich und bezirzt reihenweise hübsche Urlauberinnen. Eines Tages steht ein verflossener One-Night-Stand von Samuel vor ihm und überreicht ihm seine angebliche Tochter Gloria, drei Monate alt. Kristin (Clémence Poésy, "127 Hours"), die Mutter von Gloria, sieht sich außerstande, sich um die gemeinsame Tochter, von der Samuel gar nichts wusste, zu kümmern. Sie verschwindet so schnell, wie sie gekommen ist und lässt den völlig überrumpelten Samuel fassungslos zurück. Zwar gelingt es ihm, die Spur, die Kristin hinterlässt, bis London zurückzuverfolgen, aber Kristin bleibt dennoch unauffindbar. Acht Jahre später ist aus Gloria und Samuel ein wunderbares Vater-Tochter-Gespann geworden. Samuel ist in London geblieben, wo er als Stuntman arbeitet und Gloria so ein unbeschwertes Leben ermöglichen kann. Als eines Tages aber Kristin wieder auftaucht, ist es mit der Unbeschwertheit vorbei…

»Let's get real«

Leider ist "Plötzlich Papa" weit von der genialen Dramödie "Ziemlich beste Freunde" entfernt, in der auch-hier-Hauptdarsteller Omar Sy zu bewundern war. Dem noch recht unerfahrenen Regisseur (ein Langfilm plus diverse Kurzfilme) Hugo Gélin gelingt es in fast keiner der 118 Filmminuten, die tragischen und komischen Momente des Films aufeinander abzustimmen und sich gekonnt ergänzen zu lassen. Darüber hinaus entwirft er ein paar vermeintliche Klischees, die der Wirklichkeit kaum standhalten (zum Beispiel lässt er die Briten ständig in einer Lautstärke in der Öffentlichkeit herumbrüllen, die sich mir in über ein Dutzend London-Besuchen nicht ein einziges Mal offenbart hat).

Fast immer, wenn der Film lustig sein will, driftet er in überdrehten Klamauk oder Fremdschäm-Gags ab, die einen eher unangenehm berühren statt amüsieren. Die traurigen Sequenzen sind Gélin zwar recht stimmig geraten, passen aber dafür umso weniger zur überwiegend humorigen Note des Films. Und wenn man dann zum 20. Mal in marginal variierenden Szenen dargeboten bekommt, wie lustig Vater und Tochter es zusammen haben, ist man von dem Kinderparadies, in dem Gloria lebt, auch eher genervt als angetan. Der Film ergeht sich in Wiederholungen nichtssagender Sequenzen, erreicht nur wenig emotionale Tiefe und hangelt sich von einem müden Gag zum nächsten.

Das ist umso bedauerlicher, als die Story an sich nicht uninteressant ist und der Film auch über gute Darsteller verfügt. Man hätte aus dieser "Vater-wider-Willen"-Story weitaus mehr machen können, wenn…ja, vermutlich wenn der Regisseur fähiger und die Drehbuchvorlage stimmiger gewesen wäre. Dem Film fehlt es an wirklich witzigen Gags und wenigstens etwas mehr Tiefgründigkeit, um als Zuschauer ausreichend Empathie für die Protagonisten aufbringen zu können und gekonnt-humoristisch über die tragischen Passagen des Films getragen zu werden. Das jedoch erreicht man leider nicht mit lahmen Gags und noch nicht mal zutreffenden Klischees. Denn leider ist man so nicht mehr ausreichend gewillt, sich mit dem tragischen Aspekt des Films auseinanderzusetzen.

»Players«

Dem Cast ist dies, wie gesagt, nicht anzulasten. Omar Sy verfügt zwar nicht über eine allzu große Palette darstellerischer Fähigkeiten, bekommt die Grätsche zwischen besorgtem Vater und Kumpel-Daddy aber prima hin. Clémence Poésy als hin- und hergerissene Mutter liefert ebenfalls überzeugend ab, wobei die Prämisse, ein drei Monate altes Baby einem One-Night-Stand aus dem letzten Jahr aufs Auge zu drücken und (erstmal) auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden vielleicht einen klitzekleinen RIESIGEN Hauch zu weit hergeholt ist. Dafür aber kann ja Poésy nichts. Antoine Bertrand ("Starbuck") als Samuels Sidekick Bernie darf sich leider nur innerhalb ausgelutschter Schwulenklischees bewegen, dafür ist Gloria Colston in ihrer ersten Rolle als Achtjährige sowohl bezaubernd als auch überzeugend.

»Quintessence«

"Plötzlich Papa" ist eine über weite Strecken unausgegorene Mischung aus Drama und Komödie und kann in keinem der beiden Genres ausreichend überzeugen. Trotz guter Darsteller und aparter Locations gelingt es Regisseur Hugo Gélin nur in wenigen Momenten, wirklich das Herz des Zuschauers zu berühren oder ihn zum Lachen zu bringen. Die ungelenke Inszenierung sowie die auf satte 118 Minuten gestreckte Geschichte offenbaren mehr Defizite, als die paar Pluspunkte von "Plötzlich Papa" kaschieren können. Wer also auf ein "Ziemlich beste Freunde"-ähnliches emotionales und humoristisches Feuerwerk gehofft hatte, wird ziemlich enttäuscht. In der Summe macht das leider nicht mehr als zwei von fünf Papas, die man zwar auch gerne als Vater hätte, mit denen man aber in einen anderen Film gehen würde.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 5, 2017 12:13 AM CET


Nocturnal Animals [Blu-ray]
Nocturnal Animals [Blu-ray]
DVD ~ Amy Adams
Preis: EUR 17,99

11 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ist das Kunst oder kann das weg?, 2. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: Nocturnal Animals [Blu-ray] (Blu-ray)
(Kinoversion)

»Intro«

Ein vielschichtiges, kunstvoll inszeniertes Thriller-Drama mit doppeltem Boden sollte "Nocturnal Animals" laut Kritikerstimmen sein… Vielmehr aber ist es: Nicht vielschichtig, sondern eher unnötig verschachtelt. Kunst kommt vor, das macht den Film aber noch nicht kunstvoll. Dramatisch sind eher die eklatanten Längen als die zwischenmenschlichen Dramen unter den Protagonisten und einen doppelten Boden gibt es zwar tatsächlich, der fällt aber schlussendlich auch weit weniger spektakulär aus als erhofft und beantwortet längst nicht alle Fragen, die Regisseur, Drehbuchautor und Modedesigner Tom Ford in seinem zweiten Film aufwirft. Sieben Jahre hat der Regisseur für seinen zweiten Film nach "A Single Man" von 2009 gebraucht…schade, dass er sie nicht besser genutzt hat. Der Film ist nicht wirklich schlecht, aber so steril und unpersönlich inszeniert, so verschwurbelt und gewollt arthousig, dass einem die 116 Minuten Filmdauer sehr oft sehr viel länger vorkommen. Dagegen kann auch der famose Cast (Jake Gyllenhaal, Aaron Taylor-Johnson, Michael Shannon) kaum etwas ausrichten.

»Wassup?«

Vor 20 Jahren haben sich der angehende Schriftsteller Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal, "Southpaw") und Kunststudentin Susan (Amy Adams, "Arrival") getrennt. Mittlerweile ist Susan eine mehr oder weniger erfolgreiche Galeristin, die mit ihrem sie betrügenden Ehemann Hutton (Armie Hammer, "Lone Ranger") in einer kunstvoll eingerichteten Villa in L.A. lebt und an Schlaflosigkeit leidet. Da flattert ihr plötzlich Edwards erster Roman ins Haus, da ihr Ex-Mann ihr ein Vorabexemplar desselben geschickt hat. Es geht um Tony Hastings (ebenfalls Gyllenhaal), der mit Frau und Teenager-Tochter des Nächtens auf einer einsamen Landstraße von drei Rednecks (u.a. Aaron Taylor-Johnson, "Kiss-Ass") überfallen und entführt wird. Je mehr Susan in Edwards düstere und grausame Story eintaucht, desto intensiver drängen sich Gedanken über ihre gemeinsame Vergangenheit in ihr Bewusstsein. Und darüber, was sie Edward vor 20 Jahren Schreckliches angetan hat…

»Let's get real«

Schon der Vorspann zum Film lässt erahnen, dass man es hier mit keinem gewöhnlichen Thriller-Drama zu tun hat. Regisseur Tom Ford fährt eine Reihe sehr dicker und meist recht alter "Damen" auf, die in Zeitlupe halbnackt herumtanzen. Das ist mutig (von den Frauen), aber leider keinesfalls schön anzusehen - abgesehen davon, dass man sich fragt, was das überhaupt soll. Im Filmverlauf sieht man dann ebendiese Damen in Susans Galerie als lebende Ausstellungsobjekte herumliegen, aha. Das ist dann wohl Kunst…

"Nocturnal Animals" wird von Tom Ford auf drei Erzählebenen aufgesplittet. Zum einen wäre da die Gegenwart, in der Susan Edwards Roman erhält, seelenlose Gespräche mit ihrem Ehemann Hutton führt, nutzlos in ihrer Galerie oder ihrem Haus herumsteht und perfekt vorführt, wie sinnlos ihr Leben ist. Die zweite Ebene ist die Handlung von Edwards Roman. Familie Hastings gerät an ein brutales Redneck-Trio, das Frau und Tochter von Tony entführt und einen verzweifelten Mann zurücklässt, der sich dann Hilfe bei Sheriff Andes (Michael Shannon, "Take Shelter") sucht. Und die dritte Ebene verankert sich in Susans Erinnerungen an ihre Zeit mit Edward vor 20 Jahren, ihrer kurzen Beziehung und ihres weiteren Werdegangs nach der Trennung von Edward.

Ford wählt oft statische Bilder, perfekt ausgeleuchtet, aber leider doch ohne große Aussagekraft. Susan steht dekorativ mit leerem Blick in ihrem riesigen Haus herum, blickt mit ausdruckslosem Gesicht in den Spiegel, sitzt betrübt in ihrer Galerie usw. usf. Unterbrochen werden diese Bilder von langweiligen Rückblenden in Susans Vergangenheit. Einzig die Geschichte aus Edwards Roman birgt eine gewisse Spannung und Tragik, wobei es auch hier zu langatmigen Szenen ohne großen Gehalt kommt. Und leider geht einem auch Tony Hastings' defensive Art irgendwann auf die Nerven, auch wenn er sich - realistisch betrachtet - nicht viel anders hätte verhalten können.

Wie auch immer, "Nocturnal Animals" möchte künstlerisch hochwertiger, intelligenter und abseits der Erzählnormen stattfindender Thriller mit dramatischen Momenten sein (oder aber auch Drama mit spannenden Momenten)…verliert dabei aber leider sowohl den Thrill als auch die Dramatik aus den Augen. Die Handlung schleppt sich trotz dreier unterschiedlicher Erzählebenen träge dahin, die Protagonisten bleiben einem fremd, ihre Handlungen sind nur bedingt nachvollziehbar und das Motiv (warum schickt Edward Susan diesen Roman?) wird zwar in einer Schlüsselszene deutlich, allerdings muss man da gut aufpassen, damit einem das überhaupt auffällt. Mir ist die "Erleuchtung" erst am nächsten Tag gekommen. Allerdings bleibt selbst dann noch zu viel Raum zur Interpretation und das Ende des Films lässt Ford ebenfalls latent offen, so dass man unschlüssig zwischen den möglichen Motiven Rache und Vergebung hin- und herschwankt. Einzig die Darstellerleistungen retten "Nocturnal Animals" vor dem Frontalaufprall gegen die künstlerische Wand.

»Players«

Amy Adams liefert - wenig verwunderlich - die schwächste Leistung ab. Ich weiß auch nicht, ich kann bei der Frau einfach kein allzu großes Talent entdecken, obwohl sie über umfangreiche Spielerfahrung verfügt. Irgendwie spielt sie immer gleich und kann keine darstellerischen Akzente setzen (auch wenn sie hier dramatisch werden darf, rumheult und -schreit), ihre Leistung ist solide, verpufft aber neben so grandiosen Darstellern wie Gyllenhaal und Co. Gyllenhaals Doppelrolle fällt kaum ins Gewicht, da seine Szenen als Edward sehr begrenzt sind. Vorrangig sieht man ihn als Tony Hastings, der aus dem Nichts in eine ausweglose und grausame Situation gerät. Gyllenhaal beherrscht die Klaviatur der Emotionen und wirkt somit immer glaubwürdig. Schmerz, Wut, Verzweiflung, Fassungslosigkeit…alles mühelos abrufbar bei Gyllenhaal. Ford allerdings verdammt diesen famosen Darsteller teilweise zu recht unterdrücktem Spiel, so dass Gyllenhaal hier leider nicht alles zeigen kann, was er drauf hat. Dafür spielt Aaron Taylor-Johnson umso entfesselter. Den durchgeknallten, widerwärtigen Redneck nimmt man ihm sofort ab. Aber auch optisch ist die Verwandlung des an sich sehr attraktiven Engländers gelungen. Mit langen Haaren und fast verdecktem Gesicht durch hässlichen Bartwuchs erkennt man ihn nämlich kaum. Und auch Michael Shannon kann als wortkarger, knarziger Wüsten-Cop überzeugen, auch wenn Ford ihn nur oberflächlich beleuchtet.
»Quintessence«

"Nocturnal Animals" ist bedauerlicherweise ein viel zu überfrachteter, pseudo-symbolträchtiger Film, der viel zu lang geraten ist. Die Handlung verstreut sich auf drei Erzählebenen, bleibt aber immer latent kryptisch und unzugänglich. Mit den Protagonisten wird man kaum warm und ist somit auch wenig an ihrem Schicksal interessiert. Die durchaus recht kunstvolle Inszenierung kann aber leider über die fehlende Emotionalität und Spannung des Films nicht hinwegtäuschen. Somit bleibt Tom Fords zweite Regiearbeit ein überlanger, seltsamer und schlussendlich bedeutungsloser Film, der außer überwiegend grandiosen Darstellern und ein paar hübsch ausgeleuchteten Szenerien nichts zu bieten hat. Ergo leider nur zwei von fünf nachtaktiven Tieren, die hoffentlich Besseres zu tun haben, als sich diesen Film anzusehen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 21, 2017 10:25 PM CET


Imperium [Blu-ray]
Imperium [Blu-ray]
DVD ~ Daniel Radcliffe
Preis: EUR 14,95

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Undercover, 14. November 2016
Rezension bezieht sich auf: Imperium [Blu-ray] (Blu-ray)
(Kinoversion vom Fantasy Filmfest 2016)

»Intro«

Tja, so ist das manchmal mit Erstlingswerken…man erkennt an manchen sehr deutlich, wie viel der Regisseur noch lernen muss. Und nur, weil Daniel Ragussis hier eine prominente Darstellerriege für sein Werk gewinnen konnte, heißt das leider noch lange nicht, dass auch sein Film gut ist. Die Story wurde ebenfalls von einem Debütanten geliefert, was die eklatanten Mängel und Fehler von "Imperium" dann auch nachvollziehbar macht. Wer einen wirklich guten "Undercover-Cop-Film sehen will, der greife bitte nicht zu "Imperium", sondern zum britischen Film "I.D." (auch unter "Undercover" zu finden) von 1995. Der zeigt, wie es wirklich ist. Ragussis zeigt leider nur, wie es absolut überhaupt nicht ist.

»Wassup?«

Die ehrgeizige FBI-Agentin Angela Zamparo (Toni Collette, "Little Miss Sunshine") will eine ultrarechte Nazi-Terrorgruppe infiltrieren, um einen angekündigten Bombenanschlag zu verhindern. Dazu schleust sie den im Außeneinsatz komplett unerfahrenen, aber cleveren Agenten Nate Foster (Daniel Radcliffe, "Harry Potter") in die Szene ein. Der ehrgeizige Jungspund will sich beweisen und setzt alles daran, die Hintermänner der Gruppe ausfindig zu machen und genügend Informationen zu sammeln, um a) den Anschlag verhindern und b) möglichst viele Nazi-Terroristen hinter Gitter bringen zu können. Für den aufrechten Nate werden dieser Einsatz zur Feuerprobe und sein Verbleiben unter seinen neuen "Freunden" zum täglichen Drahtseilakt. Denn wenn er auffliegt, dürfte das seinen sicheren Tod bedeuten…

»Let's get real«

Dem Film zugutehalten muss man seinen Cast. Dass so viele versierte Mimen sich bereit erklärt haben, für dieses löchrige Script in den (Schauspiel)Ring zu steigen, ist erstaunlich. Die Geschichte strotzt vor Fehlern und absoluten Unglaubwürdigkeiten. Beispiele gefällig? Bitte sehr: Foster braucht nicht viel mehr als ein paar kluge Bemerkungen, um sich den Respekt der Nazis zu verdienen und sich als würdig zu erweisen, in die rechten Reihen aufgenommen zu werden. Darüber hinaus dauert es nicht mehr als ein paar Tage, bis er schon mit den Ranghöchsten per Du ist. Normalerweise werden solche Einsätze penibel und langfristig vorbereitet und es dauert Wochen und Monate, bis man auch nur den Hauch von Vertrauen erlangt. Hier hingegen wird weder Fosters krude Backgroundstory überprüft noch muss er irgendeine Art von Mutprobe oder Eignungstest bestehen, um in die Nazi-Szene vorgelassen zu werden. Und den Kopf der Terrorbande, einen biederen Familienvater, überzeugt er von seiner Seelenverwandtschaft schlicht damit, dass er ebenfalls gerne klassische Musik hört.

Darüber hinaus gibt es keine einzige Szene, in der Foster auch nur im Ansatz in Versuchung gerät, sich den Idealen seiner neuen Freunde anzuschließen. Selbst wenn dem natürlich so sein kann, hätte es den Film um Längen spannender gemacht, wenn Foster wenigstens mal ansatzweise moralisch ins Straucheln geraten wäre. So bleibt seine Figur erschreckend eindimensional und somit auch langweilig.

Was dem Fass der Glaubwürdigkeit dann aber restlos den Boden aus der Verankerung haut, ist das Finale, das zu gleichen Teilen pathetisch und absolut hanebüchen ist. Bei KEINEM verdeckten Einsatz wird der Undercover-Agent enttarnt. Bei Verhaftungen durch Polizei oder FBI wird der Informant zum Schein immer mit verhaftet, da das Aufdecken seiner wahren Identität viel zu gefährlich wäre. Foster hätte, nachdem seine Vorgesetzte ihn während der Festnahme der Nazis freundlich fragt, wie es ihm denn geht und ob alles ok ist, noch eine Lebensdauer von ungefähr drei Stunden gehabt, wenn der Film auch nur im Ansatz in der realen Welt verhaftet gewesen wäre. Und natürlich kann der Ami es mal wieder nicht lassen und muss noch einen schmalzigen, unglaubwürdigen und pathetischen Epilog an den Film dranhängen, der so unsinnig wie überflüssig ist und mit dem der Regisseur es sich nahezu komplett mit dem Zuschauer verscherzt.

Wenigstens ist es Ragussis ab und an in seinem 109Minüter gelungen, Spannung zu erzeugen und ansatzweise glaubwürdig zu sein. Die Angst vor Entdeckung ist bei Foster nahezu ständig präsent, es ist daher interessant zu beobachten, wie er mit dieser Stresssituation umgeht. Auch gibt es ein paar brenzlige Situationen, die Foster recht gekonnt entschärfen kann. Darüber hinaus hat Ragussis wohl realistisch geschildert, dass es durchaus sehr viele tumbe Mitläufer unter den Nazis gibt, die aber von einigen hochintelligenten Köpfen "gesteuert" werden und dass diese sich gerne auch den Mantel der Biederkeit umhängen.

»Players«

Dass der Film nur inhaltlich scheitert, ist dem Cast zu verdanken. Auch wenn Daniel Radcliffe optisch nicht unbedingt prädestiniert erscheint, einen knallharten Rechtsradikalen zu spielen, wirkt er in Springerstiefeln und mit geschorenem Kopf halbwegs überzeugend. Für die eindimensionale Figurenzeichnung kann er ja nichts. Er macht das Beste aus seiner Rolle, kann aber nicht auf ganzer Linie überzeugen. Toni Collette muss das Klischee der knallharten Agentin bedienen und bekommt dies souverän hin. Und Sam Trammell ("True Blood") als klassikliebender Terrorist hat als Familienvater mit rechtem Gedankengut fast etwas Diabolisches. Auch die tumbe Nazi-Schar ist mit guten Darstellern besetzt, so dass man an den Leistungen der Schauspieler nichts auszusetzen hat.

»Quintessence«

"Imperium" ist ein erschreckend schlecht recherchierter oder wahlweise ignorant und dummdreist umgesetzter Nazi-Undercover-Film. Auch wenn es durchaus recht spannend zugeht und die Darsteller die Jobbeschreibung verstanden haben, strotzt der Film nur so vor Fehlern und Pathos. Hier hat Daniel Ragussis sich wirklich ein paar derbe Schnitzer geleistet, die er dann auch noch mit einem unrealistischen und schmalzigen Ende krönt. Hier ist einfach zu viel schief gegangen, als dass man den Film guten Gewissens weiterempfehlen könnte. Ergo leider nur zwei von fünf Drehbüchern für Daniel Radcliffe, die er nächstes Mal besser ablehnen sollte.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 20, 2017 10:24 PM CET


Welcome To Norway
Welcome To Norway
DVD ~ Anders Baasmo Christiansen
Preis: EUR 17,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hereinspaziert, 28. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: Welcome To Norway (DVD)
(Kinoversion)

»Intro«

"Welcome to Norway" ist ein Film, der aktueller wohl kaum sein könnte. Der norwegische Regisseur Rune Dengstad Langslo ("Nord", "Chasing the Wind") ist durch einen Zeitungsartikel auf den Missbrauch von staatlichen Subventionen bei Flüchtlingsunterkünften aufmerksam geworden und hat dies sogleich zum Thema seines Films gemacht. Sein 90 Minuten langer Film ist einerseits herrlich politisch inkorrekt, andererseits dennoch etwas zu zahm und mit einigen Längen versehen, so dass Langslo hier keine rundum gelungene sarkastische Komödie hingelegt hat, aber eine, die dennoch Spaß macht und zum Nachdenken anregt.

»Wassup?«

Primus (Anders Baasmo Christiansen, "Kon Tiki") scheitert regelmäßig mit seinen seltsamen Geschäftsideen. Seine letzte, ein Hotel irgendwo in der Einöde Norwegens, ist wegen des "Scheiß All Inclusive" auch wieder nix geworden. Da das Hotel nun leersteht, hat Primus sich überlegt, das schwer renovierungsbedürftige Haus als Flüchtlingsunterkunft zu deklarieren und dafür vom Staat ordentlich Geld zu kassieren. Die schon bald darauf eintreffenden 50 Flüchtlinge müssen sich also erstmal mit einigen Zimmern ohne Tür (man kann ja auch durchs Fenster steigen), fragwürdiger Elektrik und einem Essens"büffet" auseinandersetzen, welches tiefgefrorenes Brot und aufzutauenden Fisch von 1987 beinhaltet. Während die Flüchtlinge berechtigterweise meutern, tut sich der aus dem Kongo stammende multilinguale Abedi (Olivier Mukuta) als Vermittler hervor. Wenn Primus die Auflagen der Behörde für sein Flüchtlingsheim nicht erfüllt, bekommt er kein Geld. Allerdings hat er auch kein Geld, um die Auflagen zu erfüllen. Einfallsreichtum ist also gefragt, und da bilden Primus und Abedi ein erstaunlich gutes Team, obwohl Primus für "die Neger" an sich wenig übrig hat…

»Let's get real«

"Welcome to Norway" strotz vor politischen Inkorrektenheiten, und das macht oft ziemlich viel Spaß. Der verbohrte und missmutige Primus, dem nur daran gelegen ist, schnelles Geld zu verdienen (mit möglichst wenig Waren- oder Arbeitseinsatz), hat keine hohe Meinung von "diesen Flüchtlingen". Mehr noch, sie sind ihm eigentlich völlig egal. Erst nach und nach merkt er, dass er hier mit "der Ware Mensch" hantiert, die Respekt und Mitgefühl verdient und die man nicht so behandeln kann, wie er es tut.

Bis es aber zu dieser Einsicht kommt, springt Primus recht rüde mit den Flüchtlingen um. Er will Konträrgläubige in denselben Zimmern unterbringen, die Flüchtlinge sollen gefälligst bei den Renovierungsarbeiten ordentlich mit anpacken und sich mit gammligem Fisch und trockenem Brot als Nahrung zufriedengeben. Seine vermeintliche Gleichgültigkeit entspringt - wie der Zuschauer langsam zu ahnen beginnt - aus seinem eigenen Unglücklichsein. Seine Frau hält ihn für einen Versager, seine postpubertäre Tochter findet ihn unmöglich und selbst mit seinem einzigen Freund Kjell verscherzt er es sich irgendwann. Ganz zu schweigen von seinem permanenten beruflichen Misserfolg. Primus möchte einfach auch einmal auf der Sonnenseite des Lebens stehen, und seine Flüchtlingsunterkunft scheint ihm der einzig erfolgversprechende Weg zu sein.

Womit er allerdings nicht gerechnet hätte, ist, dass ihm der ganze Haufen Fremde irgendwann doch ans Herz wächst und er beginnt, nicht nur um seiner selbst und des Geldes wegen die Renovierung des Hotels voranzutreiben. Dem Regisseur ist es hier sehr schön und vor allem subtil, fast unmerklich gelungen, die Wandlung seines Protagonisten zu vollziehen. Keine plumpe Symbolik, kein Kitsch, keine tränenreiche Wandlung vom Saulus zum Paulus, nein, Primus' Wandlung vollzieht sich wunderbar zurückhaltend und umso überzeugender.

Allerdings hat Langslo beim Timing und auch beim Humor stellenweise gepatzt. Zu lang gefilmte, unwichtige Einstellungen, teilweise merkwürdige, sinnlose Dialoge und zu viel Gemächlichkeit. Auch humoristisch hätte Langslo noch eine Schippe drauflegen können. Die Komik kommt zwar, aber eher eruptiv als kontinuierlich. Man hätte einfach gerne noch mehr und öfter gelacht, vor allem, weil ersichtlich wird, dass Langslos komödiantisches Gespür durchaus vorhanden ist. Manchmal geht es zwar verbal etwas derbe zu, aber der Film ist oft humoristisch genau auf dem Punkt…nur eben nicht oft genug. Hier wurde definitiv Potenzial verschenkt.

»Players«

Die Darsteller sind alle prima, allen voran natürlich Anders Baasmo Christiansen und Olivier Mukuta, der hier auf Norwegisch, Französisch, Englisch und Arabisch parliert. Wenn man sich andere Bilder von Christiansen anguckt, auf denen er fast wie ein stattlicher Wikinger aussieht (mit Bart und vollem Haar), kann man über seine Erscheinung hier (blass, verkniffen, Knie aufm Kopp) nur schmunzeln. Er gibt den Griesgram mit noch zu entdeckendem Herz sehr überzeugend. Mukutas sonniges und intelligentes Gemüt machen seinen Abedi sofort sympathisch. Aber auch die anderen Flüchtlingsdarsteller, Primus' Familie und die Behördenmitarbeiter liefern wunderbar ab.

»Quintessence«

"Welcome to Norway" ist ein Film mit sehr aktuellem Thema, der leider manchmal weder dem Ernst der Flüchtlingslage noch der angestrebten humoristischen Herangehensweise ganz gerecht wird. Die Flüchtlingsschicksale werden nur vereinzelt kurz thematisiert, Traumatisierung und Leid kommen kaum zur Geltung, hätten aber sicher zu einem noch besseren Verständnis beim Zuschauer beigetragen. Auch humoristisch bleibt "Welcome to Norway" hinter den Erwartungen zurück. Mehr beißende Ironie und sarkastische Entlarvung hätten dem Film gut zu Gesicht gestanden. Darüber hinaus stimmt das Timing des Films manchmal nicht. Und dennoch…"Welcome to Norway" ist ein guter und wichtiger Beitrag zur aktuellen politischen Flüchtlingssituation in Europa. Er wirbt für Verständnis und macht auf Missstände aufmerksam. Er zeigt aber auch, dass es mit einer schlichten Schwarzweißmalerei nicht getan ist. Und bei allem Ernst darf man hier oft auch herzhaft lachen. Insofern sehr gute drei von fünf Flüchtlingen, denen man wünscht, nicht in Primus' Unterkunft wohnen zu müssen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 17, 2017 4:25 PM CET


Jeder gegen jeden
Jeder gegen jeden
DVD ~ Luis Tosar
Preis: EUR 9,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen To steal from a Thief, 12. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: Jeder gegen jeden (DVD)
(Kinoversion vom Fantasy Filmfest)

»Intro«

Ein spanisches Heist-Movie, das es durchaus mit vergleichbarer amerikanischer Filmware aufnehmen kann. Ein groß angelegter Banküberfall, politische Verstrickungen und Intrigen und dazwischen viele Unschuldige und jede Menge Regen in Valencia. Regisseur Daniel Calparsoros und Drehbuchautor Jorge Guerricaechevarrías ("The Oxford Murders") Film zeichnet sich durch hohes Tempo, Spannung und Wendungsreichtum aus. Darüber hinaus ist es Calparsoro gelungen, einen ausgezeichneten Cast zu rekrutieren, der diesen 96Minüter zum hochwertigen Genrevertreter macht. Nebenbei sei allerdings noch bemerkt, dass der deutsche Verleihtitel "Jeder gegen Jeden" genauso wenig Sinn macht wie der englische (Von einem Dieb stehlen). Denn der Originaltitel lautet "Cien años de pérdon (Zehn Jahre des Vergebens). Sei's drum.

»Wassup?«

Uruguayo (Rodrigo de la Serna, "Die Reise des jungen Che"), Gallego (Luis Tosar, "Zelle 211", "Sleep Tight") und ein paar andere stürmen an einem regnerischen Tag eine Bank in Valencia. Schwer bewaffnet und einige Geiseln mit Sprengstoffgürteln ausstattend, machen sie ihre Absichten unmissverständlich und brutal klar. Nun gilt es, so viele Schließfächer wie möglich zu öffnen und dann durch den vorbereiteten Tunnel zu einer stillgelegten U-Banh-Station zu fliehen. Doch dann findet Gallego heraus, dass Uruguayo ihm etwas verschwiegen hat…nämlich, dass es nur um ein ganz bestimmtes Schließfach geht, die Nr. 314, in der sich brisante Dokumente eines ins Koma gefallenen Politikers befinden sollen. Aber auch Uruguayo soll noch überrascht werden. Eine brisante politische Katastrophe, die ganz Spanien erschüttern könnte, bahnt sich an. Darüber hinaus ist der Regen mittlerweile so heftig, dass den Bankräubern der Fluchtweg abgeschnitten wurde - ihr Tunnel wurde vom Regenwasser geflutet. Die Konflikte innerhalb der Gruppe nehmen zu, die Geiseln sind mit ihren Sprengstoffgürteln auch nicht gerade entspannt und diverse Regierungsmitglieder werden ebenfalls nervös. Eine explosive Stimmung also, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Doch der Inhalt von Schließfach 314 darf keinesfalls an die Öffentlichkeit gelangen, unter gar keinen Umständen.

»Let's get real«

Heist-Movies sind bei den Spaniern (aber auch bei den Franzosen) in erstaunlich guten Händen. Beiden europäischen Ländern gelingt es oft ganz hervorragend, spannende "Überfall"-Filme zu produzieren, die sich durch ein hohes Maß an Spannung und intelligente Geschichten auszeichnen. Dies ist bei "To steal from a Thief" nicht anders.

Zugegebenermaßen bin ich in der spanischen Originalversion mit englischen Untertiteln nicht durch jede der vielen politischen Irrungen und Wirrungen durchgestiegen, die die Story erfährt. Manches erschien mir auch nicht wirklich logisch, das mag aber durchaus am sehr schnell gesprochenen Spanisch und den damit einhergehenden "fliegenden" englischen Untertiteln gelegen haben. Jedenfalls ist die Geschichte wendungsreich und voller Verwicklungen politischer und zwischenmenschlicher Art. Und sollte das jetzt ein bisschen trocken oder öde klingen, kann ich nur sagen: Mitnichten! Regisseur und Drehbuchautor gelingt es bestens, ihre verzwickte Story auf einem hohen Spannungsniveau zu erzählen, so dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt.

Das Geschehen wechselt geschickt zwischen den verschiedenen Brennpunkten: Der Bank, dem sich langsam mit Regenwasser füllenden Tunnel und dem Krisenzentrum außerhalb der Bank. Uruguayo ist der Kopf der Räuberbande, der so geschickt wie gnadenlos mit der Polizei verhandelt, um so genug Zeit herauszuschinden, möglichst viele Schließfächer aufzubrechen. Parallel dazu hat Gallego die Aufsicht über den Tunnel, der ihm zunehmend Sorgen bereitet. Auch die Geiseln tun nicht immer das, was sie sollen, was schlussendlich dazu führt, dass Gallego etwas erfährt, was Uruguayo ihm verschwiegen hat. Die Masken fallen - im wahrsten Wortsinn.

Immer, wenn man gerade denkt, den nächsten Schritt der Bankräuber oder der Polizei vorausahnen zu können, passiert etwas, das diese Ahnung wieder zunichtemacht. So findet man sich schnell in einer Spannungsspirale wieder, die einen immer weiter in die verschachtelte Handlung hineinzieht und einen gespannt auf den Ausgang dieser scheinbar aussichtslosen Situation warten lässt.

»Players«

Hier ist eine hervorragende Darstellerriege am Start, die "To steal from a Thief" neben der routinierten Inszenierung, den gelungenen Settings und der spannenden Story zu einer wirklich sehenswerten Räuberpistole macht. Luis Tosar ist ein erfahrener Mime, der auch hier wieder beweist, wie wandlungsfähig er ist. Rodriguo de la Serna als latent tickende Zeitbombe sowie der restliche Cast liefern allesamt überzeugend ab.

»Quintessence«

"To steal from a Thief" ist temporeiches Heist-Kino aus Spanien, das äußerst souverän inszeniert und clever erzählt wird. Die Geschichte schlägt immer wieder spannungsträchtige Haken und verliert fast zu keinem Zeitpunkt ihr rasantes Erzähltempo. Einige Wendung erscheinen zwar nicht ganz logisch oder werden so schnell abgehandelt, dass man vielleicht nicht immer ganz hinterherkommt (in der Originalversion, wohlgemerkt), aber abgesehen davon ist "To steal from a Thief" ein filmisch nahezu perfekt inszenierter Banküberfall. Deshalb gerne vier von fünf Schließfächern, die ungeheuerliche Geheimnisse bergen können.


The Neighbor - Das Grauen wartet nebenan [Blu-ray]
The Neighbor - Das Grauen wartet nebenan [Blu-ray]
DVD ~ Josh Stewart
Preis: EUR 13,48

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Caged, 8. Oktober 2016
(Uncut Fantasy Filmfest-Kinoversion)

»Intro«

Regisseur Marcus Dunstan (Drehbücher zu diversen Teilen der "SAW"-Reihe, Regisseur von "The Collector" und "The Collection") war live und in Farbe auf dem Fantasy Filmfest und hat anlässlich seines neuen Films ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Dabei kam unter anderem heraus, dass sein Lieblingswort offensichtlich "absolutely" ist (es kam beim Gespräch in jedem zweiten Satz vor) und, dass es einen dritten "Collector"-Teil geben wird, ebenfalls mit dem Hauptdarsteller der beiden Vorgänger, Josh Stewart. Stewart spielt auch in Dunstans drittem Film wieder die Hauptrolle, was mich persönlich sehr gefreut hat. Auch auf den dritten "Collector"-Teil freue ich mich, auch wenn "The Collection" nur mittelmäßig war und Dunstan mit "The Neighbor" ebenfalls nicht an seinen genialen Erstling "The Collector" anknüpfen kann. Dunstan ist aber absolutely ein sehr sympathischer Horrorfilm-Regisseur, der sich nach dem Screening viel Zeit für seine Fans genommen hat. Das ist doch auch schon mal was.

»Wassup?«

John (Josh Stewart) und Rosie (Alex Essoe, "Starry Eyes") hängen momentan in Cutter, Mississippi fest. In dem kleinen Ort erledigen sie für Johns Onkel Neil (Skipp Sudduth, "Third Watch") illegale Botengänge und planen, den Onkel ordentlich übers Ohr zu hauen, um sich mit einem Haufen Kohle gen Mexiko abzusetzen. Bis es soweit ist, hat Rosie leider zu viel Zeit, um mit ihrem Teleskop Nachbar Troy (Bill Engvall) auszuspionieren. Dass Troy gerne Kleintiere abballert, ist eine Sache, die riesige Tierkadavergrube auf seinem Grundstück eine andere. Nun denn, eines Abends, als John nach Hause kommt und Rosie nicht da ist, macht er sich auf zu Troy um zu fragen, ob dieser seine Freundin gesehen hat. Hat er natürlich nicht, aber irgendwie ist John misstrauisch geworden und schaut lieber noch mal nach, als Troy nicht da ist. Was John dann allerdings in Troys Keller entdeckt, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren. Als dann auch noch Troy samt seiner zwei durchgeknallten Söhne zurückkehrt, ist John in mörderischen Schwierigkeiten…

»Let's get real«

Obwohl "The Neighbor" nur 87 Minuten lang ist, kommt einem der Film anfangs wesentlich länger vor. Dunstan führt den Zuschauer etwas schwerfällig in die Geschichte ein und verschwendet wertvolle Filmminuten mit der Darstellung des Lebens von John und Rosie in Cutter, den illegalen Lieferungen, die die Beiden für Neil ausführen und dem komischen Nachbarn, der mal auf ein Bier vorbeischaut, dann aber die Zähne nicht auseinander kriegt. Bis es alle relevanten Protagonisten endlich in Troys Haus bzw. dessen Keller verschlägt, dauert es also eine Weile. Und selbst, als John dann entdeckt hat, was sich da unten abspielt, wird es noch nicht richtig spannend. Es wird zwar ein bisschen hin- und hergerannt, aber so richtig dramatisch ist das alles noch nicht. Irgendwann aber kriegt Dunstan die Kurve und legt tempomäßig eine Schippe drauf. Dann endlich ist es dem Zuschauer möglich, mit John mitzufiebern und sich zu fragen, was da unten im Keller eigentlich genau los ist.

Hoch anzurechnen ist Dunstan hier, dass er seinen Film nicht den erwarteten und mittlerweile zu oft bemühten Torture-Porn-Weg einschlagen lässt. Die (Film)Welt ist nicht immer nur eine Welt voller kranker Psychopathen, die unter "Hobbys" im Poesiealbum "Foltern" geschrieben hätten. Nein, manchmal geht es einfach nur ums Geschäft, auch wenn die Ware Mensch heißt. Erfreulicherweise wird man hier also nicht mit der hundertsten "Ich quäl dich möglichst langsam zu Tode, nur aus Spaß an der Freud"-Variante behelligt, sondern mit einem eiskalten Thriller, dem fast jegliche Moral flöten gegangen ist.

Wer hier also auf viel Horror und Blut gehofft hat, ist zumindest latent schief gewickelt. Dennoch steigt die Spannungskurve von "The Neighbor" kontinuierlich an und der Film wartet durchaus mit ein paar schmerzhaften Ekligkeiten auf. Der stimmige Soundtrack tut ein Übriges, den Zuschauer in die richtige "OMG"-Stimmung zu versetzen.

Und dennoch…so ganz ist Dunstan sein Schocker nicht gelungen. Die Charaktere werden nur oberflächlich skizziert, hier hätte man sich zumindest von den Protagonisten etwas tiefere Einblicke gewünscht. Besonders Troy und seine Söhne bleiben erstaunlich eindimensional und haben kaum ausreichend Zeit zu zeigen, was sie da genau warum eigentlich tun. Hier nur die Gier nach schnödem Mammon anzuführen, ist etwas zu kurz gegriffen und erklärt nicht vollständig, was dieses Männertrio hier veranstaltet. Aber auch von John und Rosie erfährt man kaum etwas. Motivation, familiäre Verstrickungen, was sie genau machen und wie lange schon…all das bleibt im Dunkeln und macht es dem Zuschauer somit schwer, sich nachhaltig für sie zu erwärmen.

»Players«

Auf Josh Stewart jedoch ist Verlass. Ihm gelingt es, wie schon bei "The Collector" und "The Collection", den Zuschauer für sich einzunehmen. In allen Filmen ist er ein Kleinkrimineller mit wirklich nicht den besten Absichten, dem es aber mühelos gelingt, die Sympathien des Publikums einzuheimsen. Denn obwohl auch er sich jenseits der Legalität bewegt, sieht man ihm dies gerne nach, da er im Grunde kein schlechter Kerl ist, der einfach nur das Pech hat, dass ihm übel mitgespielt wird. Gern also fiebert man mit seinem John mit, erlebt Fassungslosigkeit und stetiges Bestreben, die vorgefundene Situation zu verbessern. Ein feiner Kerl, der John, irgendwie. Alex Essoe bleibt etwas blass in ihrer Opferrolle, auch wird ihr gen Ende etwas mehr Rachsucht gewährt, als die Situation, in der sie sich befunden hat, hergibt. Troy und seine verschlagene Brut werden stimmig schwarz-weiß gezeichnet, was die Schauspieler der jeweiligen Rollen gut transportieren können. Ein solider, guter Cast also.

»Quintessence«

"The Neighbor" bleibt für diejenigen hinter den Erwartungen zurück, die Dunstans zwei Vorgängerfilme kennen. Diese waren wesentlich blutiger, aber auch raffinierter, als es Dunstan mit "The Neighbor" gelungen ist. Die Story ist recht unspektakulär und braucht eine Weile, bis sie in die Gänge kommt. Dann jedoch geht es mit wummerndem Soundtrack und steigender Spannung gen Finale, welches aber auch nicht restlos überzeugen kann. Für diejenigen, die noch nichts von Marcus Dunstan kennen, dürfte es für einen kleinen fiesen Thriller mit einer Handvoll blutiger Szenen reichen und wahrscheinlich auch gefallen. Für mich unterm Strich leider nur Durchschnitt, ergo drei von fünf Nachbarn, an die man sich nicht zu nahe heranwagen sollte. Somit liegen meine Erwartungen auf dem von Dunstan persönlich angekündigten dritten Teil der "Collector"-Reihe, in dem hoffentlich sowohl Dunstan als auch Stewart wieder zur Höchstform auflaufen werden. Absolutely!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 2, 2016 10:49 AM CET


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