20% Rabatt Hier klicken Jetzt informieren HarryPotter Cloud Drive Photos Learn More White HI_PROJECT Hier klicken Learn More Fire Shop Kindle PrimeMusic GC HW16
Profil für Bärsrajko > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Bärsrajko
Top-Rezensenten Rang: 8.702
Hilfreiche Bewertungen: 409

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Bärsrajko "rbaers" (Strausberg)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
pixel
Your Wilderness
Your Wilderness
Preis: EUR 12,99

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fokussierter New Artrock/Indie, 12. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Your Wilderness (Audio CD)
Bruce Soord und Musiker entdeckte ich schon mit seinem Debüt zu Zeiten als Steven Wilson gerade am Durchstarten war und Pineapple Thief als kleine Brüder ebendieses Genies beworben wurden.
Mit ihren 3.Album "variations.." waren sie seinerzeit schon ganz weit vorne in der Riege vieler aufstrebender New Artrock Künstler, welche progressive Rocksounds mit Indie-Elementen kreuzten.
Atmosphäre wurde schon immer gross geschrieben,Shoegazer,Pop,Alternative und härtere Riffs verschmolzen mit Soords fragiler Radiohead-liken Stimme zu einem ständigen akustischen Begleiter.

Die Diskographie glänzte mit dem sehr rockigen "someone..." Album, auf das poppigere Alben wie das zuletzt sehr britpoppige"magnolia" folgten. Also variabel und sehr dynamisch im Sound waren stetige Stilmittel der Band und vor allem der hohe Sound-ästhetische Aspekt, der dann auch so manches Mal die Verweise in Richtung S.Wilson von Porcupine Tree bemüssigte.

Als grosser Wilson-Fan erkenne ich hier zwar Parallelen im Sound-Design, empfinde P.Thief aber schon als eigene Note im New Artrock-Himmel.
Mit dem neuen Album geht man wieder in die Richtung der früheren Alben, soll heissen, melancholischer, introspektiver mit viel Liebe zum Detail und vor allem mit toller glasklarer Produktion.

B.Soord baut wieder vermehrt auf Stimmungen,Breaks... dynamische Wechsel. Die Platte hat schwer traurige Crooner wie das nur unendlich schöne "that shore" oder "in exile"-wunderschöner Opener. Take your shot dagegen ist rockig, hymnisch.. alles sehr wohlig warm produziert mit tollen Gitarrensounds. Das folgende "fend for yourself" hat dann diese schönen P.Tree-Akkorde-akustisch melancholisch...wunderschön.

Die frühen Radiohead schauen da auch immer fleissig um die Ecke. Das macht Pineapple Thief irgendwie aus, man bedient die Freunde von alternativem Pop/Rock genauso wie den anspruchsvollen freund progressiver Klänge. Das ist niemals reiner Progrock, in die Ecke versucht man die Band viel zu leichtfertig immer abzustellen.

Das fast 10-minütige "The final thing..." ist moderner Artrock der Extraklasse und auf dem neuen Album der einzige Longtrack. Soord arbeitet wie auch schon auf dem Rest der Platte mit viel Echo/Hall-Effekten, die der Platte eine sehr nächtliche Atmosphäre verleihen, und in sich sehr geschlossen harmonisieren lässt.

Tolle driftende, todtraurig perlende Gitarren wabern aufs schönste durch den Äther,keine Sekunde Misstöne..alles im harmonischen Fluss. Waren die letzten Platten entweder zu poppig oder manches Mal auf zu rockig getrimmt, greift hier jedes Rädchen,lässt die Stimmung von Anfang bis Ende keine unnötigen Momente aufkommen.

In jedem Fall sehr in sich gekehrt. Für den bald kommenden Herbst/Winter schon ein heisser Anwärter fürs Dauer-Repeat.
Es freut mich das Soord mit seinen Pineapple Thief damit wieder eigene schwere Duftnote hinterlässt und unabhängig lästiger Porcupine Tree Vergleiche mit starken neuen Songs aufwarten kann. Schade das die Platte nicht länger als knapp über 40min Laufzeit hat. Aber dafür sitzt jede Sekunde-Cheers.


As We Make Our Way (Unknown Harbours)
As We Make Our Way (Unknown Harbours)
Preis: EUR 13,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ewige Melancholiker, 20. April 2016
Da hat sich der gute Robin aber Zeit gelassen, weil gut Ding halt Zeit braucht. Raus gekommen ist letztlich ein typisches Sophia-Album mit allen wichtigen Komponenten zum introspektiven Hören.

Waren die guten alten The God Machine(alte Band Robins-RIP) seinerzeit in den frühen 90s schon echte Sound-Schwerenöter, die aber wesentlich krachiger agierten, so sind wir mit Sophia beim feinen, edlen Tropfen. Ist das Intro geschafft, ist man mit "resisting" der Vorab-Single gleich wohlig aufgenommen, warm der Gesang, noch zurückhaltend, bis der Song die nötige Schwere,Dichte mit postrockigen Gitarren aufbaut und Proper Sheppard seine so typisch weinerlichen,Melancholie-getränkten Vocals über den Hörer ausschüttet, der dann seine Befindlichkeiten aufs Schönste mit dieser Musik teilen darf.

Darauf folgend 2 wunderschön halb-akustische Balladen, mit "the drifter" und "don't ask" ist das Glas mal wieder so richtig schön halb voll. Das ist das schöne an Proper's Songs nebst Texten, die jede emotionale Unfertigkeit besingen, mit der doch jeder auf seine Weise zu kämpfen hat. Da fühlt sich das Selbstmitleid und die Demut im richtigen Moment so richtig aufgefangen.
Nur schön, ähnlich seiner tollen früheren "the infinite circle", die monatelang meinen Player nicht verliess(nur war da Herbst-Winter). Das Timing zum Frühlingsanfang ist naja, ein bisschen verkehrte Welt.
Sophia gelingt es mit tollen simplen Akustik bzw. perlenden E-Gitarren und einem feinen Hauch von Keys eine Innerlichkeit zu erzeugen, die man mögen muss, weil's manchmal auch wehtun kann. Nix für harte Kerle,zum driften, grübeln und in den Himmel starren der perfekte Soundtrack.
Wenn Proper Sheppard so schön "everybody's running vom something " im Sonnenuntergangs-Hit "don't ask" besingt, dies mit einer Feierlichkeit im Sound...nun, ist es einfach gut, ihm wieder zuhören zu dürfen.

Die darauf folgenden "blame" und vor allem das luftig poppige "california" erlauben ein Mehr an Sonnenschein,lassen Hoffnungsschimmer Einzug halten. Das lässt den Hörer aus der Umklammerung und fegt die Wolken zur Seite.

"St.Tropez-the Huzzle" ist ein kleiner verschoben, eher dreckiger Song, wie man es aber von den Vorgänger-Alben auch kennt, während das anschliessende "you say its alright" mit einer simplen Synthie-Line glänzt und Robin mit Falsett-Stimme dem Morgengrauen entgegen fleht, begleitet von drückenden Gitarren zum Ende des Songs. Hopeful Sad Music=Sophia, eine Gleichung die mal wieder voll aufgeht.

Abschliessen tut dieses tolle traurige Indie-Album mit dem akustischen, sich später intensiv steigernden "baby hold on" und dem wehmütigen, sehr feinen "it's easy to be lonely" welche Sophia pursind.
Simple Akkorde,welche sich nach und nach mit emotionaler Kraft verdichten und steigern, die Freunde melancholisch kathartischer Musik lieben. Flehend,mit sich hadernd, eine Mütze Selbstmitleid...alles wieder schön verrührt, um 44 min lang Voyeur spielen zu dürfen oder den eigenen verdammten Dämonen ein Stelldichein zu liefern. Alles nicht neu, aber von wie immer erlesener Qualität,gut produziert und im weiten Kreise trauriger Indie-Pop Musiker immer noch mit das schönste, weil es einen auf spezielle Weise das Herz knickt. Danke Robin...


IV
IV
Preis: EUR 13,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die Retro-LP des Jahres 2016???, 7. April 2016
Rezension bezieht sich auf: IV (Audio CD)
Sehnsüchtig erwartet und ja...der Wahnsinn. Waren die Vorgänger schon geil, hinterließen sie aber jeweils die Ahnung, da geht noch mehr! IV beginnt mit dem bereits vorab im Netz verbreiteten "mothers of the sun" und dieser Song hat nun verdammt nochmal alles was moderne Retro-Psych-Rock Platten brauchen.

Doomige Heavyness,Retro Flair soweit das Auge reicht, spacig kosmisch bis in die letzte Faser,nur geil. Appetizer gelungen!! Was dann im weiteren Verlauf passiert, unterstreicht die Alleinstellung BM.

Man spielt mit so vielen Elementen,sei es Synth-Rock wie zu besten 70/80s Zeiten(florian saucer), defector verneigt sich knietief gesanglich vor frühen Floyd-hammergeil,constellation klaut ganz frech das "wild flower" Riff von the Cult's-electric...Shit happens. "Line them up" ist Spät-Sixties Folk,ätherisch und full of flowers, "cemetery breeding"hingegen letztlich hochatmosphärischer Indie-Pop. Diese Vielseitigkeit liebte ich schon auf den alten Platten, die Balance aus Retro 70's und stimmigen Indie-Rock Referenzen.

Wie BM zwischendrin mit ambienten, sakralen Sound-Skizzen arbeiten (over...) um dann zum Übersong den Rausschmeisser "space to Bakersfield" nochmal alle Kohlen aus dem Feuer zu holen...Gänsehaut pur. Warum nicht 20min lang????

Da legt man gleich wieder die ersten Floyd begeistert auf, lässt den Abendhimmel kommen und weiß,alles wird irgendwie gut!!! Hat die Qualität bester Porcupine Tree Songs...also eher die frühen spacigen balladigen Pt und das will was heissen.

Schon fast frech, wie BM auf dieser neuen Platte mit dick überzogenen Retro-Keyboards provozieren,hat sich so lange keiner getraut. Frech,aber gekonnt und zu jeder Zeit up to Date!!! Jeder Song fährt seinen eigenen Film, der Opener und der Rausschmeißer sind letztlich schon das Eintrittsgeld wert!!!

Freut man sich schon auf das Konzert in der nächsten Woche. Cosmic Rock rules!!!


Grey Heavens
Grey Heavens
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erhabener finnischer Melancholic Death, 3. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Grey Heavens (Audio CD)
Die Finnen von OG begeistern mich bereits wie auf den tollen Vorgänger. Im Vergleich zu vielen Melo-Death Helden wie In Flames u.ä. gehe ich hier regelmässig in die Knie.

Waren es auf dem Vorgänger Songs wie "unknowing" oder der Midtempo-Smasher "sonic sign", die diese unglaubliche Quelle aus nordischer Schwermut und hymnischer Härte zu 100 % auf den Punkt/Nerv brachten, so sind es diesmal Knaller wie das im Vorfeld veröffentlichte Single-Monster "frontiers", was nun wirklich alle gemeinen, süchtig-machenden Zutaten beinhaltet.
Für mich ein Metal-Song, wo wirklich alle Elemente zusammen kommen,die ein moderner dunkler Heavy Sound braucht.
Fettes Riffing,melancholisch himmelschreiende Leadgitarren, symphonische fast kitschige Keys teilweise, mit meterhohen Überrefrain zum Abheben. Vor allem gesanglich erinnert es mich dankenswerter Weise des öfteren an M. Akerfeldt (Opeth) und das ist "nur" als Kompliment zu verstehen, wusste dessen Growling, vor allem auf den Altwerken mir immer eine Gänsehaut überzuziehen.
Mächtig Mächtig!!

Desweiteren bohren sich simple, aber effektive Brecher wie das nur fette "foundation" bösartig ins Ohr, knallt "the great liberation" nur nach vorne mit flotten und entschleunigenden, schleppend majestätischen Parts. Simple Smasher wie die Vorab-Single "skyline" sind schon fast zu vorhersehbar, funktionieren aber irgendwie deshalb gerade perfekt(gerade live erlebt-nur zum abfeiern!!).

Die Produktion ist erneut sehr sehr kraftvoll, die Synthies stehen gleichberechtigt neben fetten Riffs...der Metal steht stets im Vordergrund. Kleines Manko ist schon wie beim Vorgänger, das manch ein Übersong von eher durchschnittlichen Tracks begleitet wird.
Dies macht die neue OG aber längst nicht zur Durchschnittsware. Man findet sich nach einigen Reinhören im Suchtfaktor und darf sich an 4-5 Songs so richtig in finnisch kraftvoller Schwermut sudeln. Live sind die Finnen eher die posend ausgelassenene Metalkapelle, aber sehr symphatisch. Hingegen auf Platte wird Atmosphäre sehr gross geschrieben.


Hidden City (2LP + Downloadcode / Heavyweight) [Vinyl LP]
Hidden City (2LP + Downloadcode / Heavyweight) [Vinyl LP]
Preis: EUR 19,99

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wie ein guter Wein, 6. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
The Cult sind meine Alltime Faves, zugegebenermassen. Das Duo Duffy&Astbury habe ich durch alle Höhen und Tiefen begleitet. The Cult standen und stehen für geilen Rock,der sämtliche Schattierungen von Goth,Metal,Blues und Alternative streift und trotzdem am Ende schlicht The Cult ist. Duffy's Gitarrenspiel ist unter 1000en wiedererkennbar und Astbury einer der prägnantesten Vokalisten im Rock-Bereich. The Cult lassen sich im Alter gut Zeit für jede neue Platte,so im Schnitt alle 5 Jahre. Die letzte Cd "choice of weapon" war ein kraftvolles Brett, die Vorfreude auf neues in den letzten Monaten durch tolle Clips bzw. Studio-Video Takes bereits gut befeuert.

Im Vergleich zum Vorgänger scheint die Hit-Dichte nicht so groß, alles ist aber gut im Fluss. Kleine Hits wie der Opener "dark energy",das Bowie like "dance the night" und vor allem das hypnotische "hinterland" sind klassische Cult-Tracks.

Hymnisch und kraftvoll,zeitlos guter angedunkelter Rock,immer wieder aufgebrochen von Pathos-getränkten Balladen . Zutaten wie man sie von den beiden kennt, die vergleichsweise düsterer ausfallen als beim Vorgänger, der doch positiver lichtvoller wirkte. Astbury machte im Vorfeld auch kein Hehl daraus, das die fragile Weltlage einen nicht unbedeutenden Einfluss aufs Songwriting hatte, gut nachzuempfinden auf dem mahnenden "deeply ordered chaos".

Gerade in den balladigen Momenten erlaubt sich Astbury's in die Jahre gekommene Stimme (birds of paradise) manche Brüchigkeit, wirkt aber gerade dadurch authentisch. Einmal mehr fleht und betet Astbury Hoffnungsschimmer in einer immer dunkler tickenden Welt herbei. Das gibt diesem Album im Vergleich zum Vorgänger eine eher melancholisch düstere Note.

Jim Morrison Lookalike Astbury und der ewige Jungbrunnen und Gitarrengott Duffy begeistern auf 52min ohne Ausfall. Toll anzusehen ist die gelieferte Vinyl-Ausgabe,das sehr ästhetische Cover auf weissen Hintergrund,naja Textbeilage wäre toll gewesen.Egal.

The Cult bleiben sich treu und wie immer muss man sagen, Trends kommen und gehen, The Cult bleiben ihr eigene Liga im Bereich harter Rocksounds. Der Lack ist ein bisschen ab, aber das macht gerade wie bei einem Oldtimer den Charme aus. Nichts klingt gestrig,nichts modern aufgesetzt, man weiss aus den alten Stärken(Gothrock der "love"-Ära) und Stadionrock-affinen Klängen der "sonic temple" zu zehren und immer noch das Maß zu finden im Hier und Jetzt zu bestehen. Prost an meine Jugendhelden!!


Enola (Ltd.Digipak Incl.Patch)
Enola (Ltd.Digipak Incl.Patch)
Preis: EUR 13,47

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Späte Rückkehrer, 9. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Enola (Ltd.Digipak Incl.Patch) (Audio CD)
Für mich damals Mitte der 90er Jahre als frühen Zwanziger waren Seigmen mit "total" und später "metropolis" eine Offenbarung.

Die Norweger schafften es, mit ganz eigenwilligen Mitteln und völlig individuellen Ausdruck skandinavisch dunkle alternative Rockmusik in Ohr und Herz zu manifestieren.

Seigmen schufen mit diesen Alben eine perfekte Balance zwischen hymnischen Rock,Metal,psychedelisch sphärischen Elementen und wurden damit für Jahre zu einem Dauerbrenner, der in dieser Form keine Konkurrenz erhielt.

Das kongeniale Duo mit Sänger A.Moklebust und Hauptsongwriter Kim Ljung veredelten die Songs mit ihrer sehr speziellen Form von mitreissenden,mehrstimmigen Refrains und dazu kam die Seigmensche Gitarren-Fraktion, die kein Auge trocken liess. Sphärische Postrock-Muster,kantige Riffs und viel trauriges, verwehtes liess die Norweger einen grossen Fussabdruck hinterlassen, den so für mich persönlich Jahrelang keine Band füllen konnte.

Was Seigmen von den vielen Hochkarätern der skandinavischen Musikszenerie (Motorpsycho,Red Harvest,Art by Machinery,Third and the Mortal uvm) in den 90s unterschied, war ihr Talent, poppig-hymnische ,aber gleichzeitig sehr melancholisch,düstere Songs/Refrains zu schreiben, die von Langzeitwert waren und sind und nicht umsonst im Heimatland die grossen Hallen füllten.

Leider schafften es die Norweger trotz englischsprachiger Ausgaben ihrer letzten beiden Alben nicht, diesen Geheimtip-Status hier abzulegen(,bzw. wurden hier als Vorband von z.B. The Gathering schon eher verschwendet), obwohl alle Voraussetzungen vorhanden waren. Die Band wurde auf Eis gelegt und letztlich hatten in all den 18 Jahren immer wieder nur die Norweger selbst das Glück, live auf speziellen Events Seigmen abzufeiern.

Die Semi-Nachfolge Band Zeromancer um Moklebust/Ljung konnte diese Soundlücke nie schliessen, höchstens mit vereinzelten Tracks wie "cupola" Querverweise schaffen, die den Verlust nur um so mehr verdeutlichten.

Habe selbst nur leise zu hoffen gewagt, jemals wieder neue Songs hören zu dürfen und ja, nun wird mit "enola" ein neues Kapitel eröffnet und mit dem Opener "hva vi elsker" ist man sofort tief drin im Seigmen-Kosmos, weiche, warme groovige Drums und diese so vermissten Detailverliebten Gitarrenmuster, die so schön intensiv vor sich hin mahlen bzw. schleifen-Seigmen pur.

Mit "trost" wird dieses Seigmen-Gefühl weiter untermauert, langsam und so schön schwermütig plinkern Gitarren-Licks zu Moklebusts entrücktem Gesang und münden dann wieder in einen tollen hymnischen Crescendo. Die norwegische Sprache, das drückend Schwere und die Hoffnungslosigkeit werden mit schleifenden heavy Gitarren zu meterhohen Türmen.

Mit "forevig og alltid" folgt ein leichtfüssiger poppiger, nach vorne treibender Track, in dem die Band wie so manches Mal auf "enola" sich gern mal selbst zitiert. Erinnert vom Rhythmus an den Metropolis-Klassiker "slaver...".

Irgendwie findet man in diesen luftig, weich federnden Groove-Tracks auch spätere Alternative-Rock Helden wie Dredg(siehe catch without arms) oder A Perfect Circle wieder, nur das die Norweger eben Mitte der 90er bereits diesen Sound fuhren.

Nach dem kraftvollen schleppenden, aber sehr einnehmenden "utopia i mine armer" sowie "til verdenk ende" gibt es einen weiteren Höhepunkt mit der feierlich, fast kitschig anmutenden Ballade "tenn alle lys", die mit tollem Refrain aufwartet-eine Winterballade zum Decke drüber ziehen.

Mit dem sperrigen "deus" und dem Instrumental "monochrom" kann man durchatmen, folgen dann die beiden Album-Endttracks "i mitt hus" sowie der absolute Oberhammer "hvit stjerne".
Erstgenannter setzt mit allen Trademarks, will heissen, stoisch schwermütige Strophen,psychedelische,zum Teil perlende Gitarren, die dann wieder mal in einem genialen sehnsüchtig klingenden Refrain münden, welcher von Kim's starken Backing-Vocals perfekt ergänzt werden, eine schwere Fussnote-Seigmen pur.

Hier funktioniert die Mischung aus Leise/Laut wieder aufs Beste, und ein geiler Refrain bleibt ein geiler Refrain.
Zwischendrin werden kraftvolle Riffs aufgefahren, die dann aber Seigmen-typisch mit sphärischen Akkorden flankiert werden.

Der Rausschmeißer "hvit stjerne" gemahnt an den Band Klassiker "in oblivion", atmet er die selbe wehmütige Atmosphäre. Warme unendlich traurige Bass-und Gitarrenfragmente driften sich nach und nach meterhoch in einen Wall of Sound, der seinesgleichen sucht.

Hammer Refrain, mit Streichern umweht, weiß ich, was mir so in dieser Form Jahre gefehlt hat, basteln Seigmen aus diesen feierlich, klagenden Postrock-Gitarren und dieser schwer zu beschreibenden dunkel, skandinavischen Wall of Sound einen nicht vergleichbaren Sound.

Auch wenn es vielleicht nicht ganz an die Klassiker "total" oder " metropolis" heranreicht, so bin ich happy über die Rückkehr und verbinde damit die Hoffnung auf mehr. Mit Song-Highlights wie "hva..." oder den eben genannten beiden Rausschmeißern sind Seigmen unschlagbar und hoffentlich auch mal in German zu bewundern.


Poverty
Poverty
Preis: EUR 14,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nicht der erhofft große Wurf, 30. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Poverty (Audio CD)
Mit dem Vorgänger "calendar" gelang den Russen ein Album, das für mich nahezu perfekt war von der ersten Sekunde bis zum genialen Schlußtrack, was positive Melancholie irgendwie perfekt definierte und ein Dauerbegleiter wurde.
Dementsprechend war die Erwartungshaltung immens hoch, versprachen die zwischenzeitlichen Single-Häppchen "she is there" und "eyes" doch einiges.
Nun ist "poverty" da, knapp 30min lang,leider nur 9 Songs und was nach einigen Durchläufen Fakt ist, die Hitdichte, die ergreifend grossen aufwühlenden Elemente, die Melodien für die Ewigkeit fehlen zu grossen Teilen.
Was bleibt ist ein schönes Gitarrenpop/Post-Punk Album, was innerhalb des Genres nicht viel Konkurrenz fürchten muss, innerhalb der eigenen Maßstäbe nicht die Messlatte erreicht, die "calendar" und auch zum Teil das Debüt bereits erreichten.
Der Grossteil der Songs lebt wie immer von den typischen The Smiths/Joy Division/New Order-artigen Bassläufen, melancholisch flackernden wavigen Gitarren-Licks, grosse Refrains bleiben aber Mangelware.
Lediglich "heavy waves" ist mit seinen surfigen Gitarren, einfach nur wunderschön sehnsüchtigen Akkorden ein würdiger Nachfolger zu den Vorgänger-Hits wie "to the south" ,"two stones" oder "young river".
Verdammt, wäre dieser Song richtungsweisend für den Rest der Cd, würde ich in die Knie gehen,leider wollen Motorama die grosse Emotion nicht über Album-Länge auffahren, bleiben Songs wie "dispersed energy" oder "impractical advice" mit vielerlei Retro-Keys auf seltsame Weise unnahbar und manchmal sogar eher zu unterkühlt.
Songs wie "old" oder "similar way" wirken auf mich schon fast wie Schnellschüsse, erreicht man hier nicht annähernd die Klasse so mancher Single-B Seite und ja, die Zwischendurch-Singles hatten Qualität und machten Hoffnung auf mehr!!
Andere Songs wie die simple luftigen "red drops" oder "lottery" haben Charme, laden wie immer zum Tanzen ein, wollen aber nicht das Herz aus der Brust reissen. Und das ist irgendwie schade...aber wohl von Band-Seite so gewollt.
Es gibt ja Platten, die wachsen von Mal zu Mal, aber bei den 2-3 Minütern der Russen ist halt schnell klar, wie die Songs funktionieren, und das schliesst sich somit wohl eher aus.
Irgendwie herrscht Enttäuschung, das aber eben nur auf Grund des sehr grossen Schattens des Vorgängers oder eben alter Hits wie "wind in her hair" oder "alps", die hier nur mit oben benannten "heavy wave" einen Bruder zur Seite bekommen.
Das soll nun alles nicht zu sehr madig machen, bleibt trotzdem eine gewisse Ernüchterung, war doch so viel Hoffnung auf neues Material gegeben und nach tollen Live-Erlebnis mit den Russen konnte diese nicht erfüllt werden.
Bleibt der Wunsch, das die Russen nicht zu lange brauchen und ein Nachfolger an alte Glanzstücke wieder anknüpfen wird.


Time Has Come,the
Time Has Come,the
Preis: EUR 63,03

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erreichen ihre alten Qualitäten, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Time Has Come,the (Audio CD)
Die Weeping Willows begeisterten mich zur Jahrtausendwende mit ihren ersten 3 Alben, die perfekten Rotwein-Schmacht-Pop ähnlich Scott Walker, Chris Isaac,Morrissey und viele der tollen Skandinavischen Orchestral-Pop Bands wie z.B Midnight Choir oder die frühen Eskobar zelebrierten.
Mit den Alben "presence" und dem doch sehr balladigen " love and fear" fiel die Qualität zuletzt ab und ein Comeback schien nicht mehr realistisch.
Nun sind sie mit neuer Stärke zurück, mit unendlich viel Bombast, Streicher-Orchester und Schmelz im Timbre wird für all die Hoffnungsvollen,Liebenden und ewig im romantisch verklärten musiziert.
Das ist schwer untrendy, aber für mich zeitlos schön, Songtexte über die ewigen Unbegreiflichkeiten der Liebe, des Verlustes und des ewigen Kampfes darum.
Das passt wie die Faust aufs Auge bei den Willows, werden weinende Gitarren,Bläser mit Sixties-Streichern zu einer ewigen Melodie zur blauen Stunde.
Sänger Magnus Carlson klingt wie Chris Isaac in seinen besten Momenten, s/w Bilder aus Road-movie-ähnlichen Szenarien werden heraufbeschworen, die ewige Suche nach der grossen Liebe in pathetische Klangfarben gebettet.
Wie in meinem Lieblingalbum "endless night" ist jeder Song Pathos-Pur, die Hitdichte ist ähnlich gross wie damals, schaffen die Willows nach langer Zeit wieder diese ganz grossen hymnischen Momente("it takes a strong heart",ghost of love) und wissen in Balladen wie dem nur genialen Schmachter "were in different places" jedes Auge zu wässern.
Offenbar war die lange Pause sinnvoll, wurden alte Stärken zu tollen Songs geformt, dick aufgetragene Produktion, aber genau dieses immer ein bisschen drüber und zu viel macht den Sound der Willows aus-ähnlich Scott Walker in frühen Jahren den Pathos triefen liess.
Definitiv was für Romantiker, völlig unhip, aber im richtigen Moment gibt es nichts passenderes.Tipp!!!


Open Up Your Colouring Book
Open Up Your Colouring Book
Preis: EUR 7,37

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen perfekter Melancholic-Pop, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Open Up Your Colouring Book (Audio CD)
Es gibt diese Bands wie Prefab Sprout, Gene,No-Man, Spain oder skandinavische Helden wie die Weeping Willows oder Midnight Choir, die diese Art orchestralen,balladen-lastigen Pop zelebrieren und damit in der Musiklandschaft in jedem Fall zwischen all den Hype-Indie-Bands eine dankbare Ausnahmestellung für einige Hörer geniessen, bedeutet das aber oft auch selten den kommerziellen Erfolg, so schafft das Qualitätslabel Marina mit dieser neuen VÖ der Pearlfishers eine rundum perfekte Frühlingsplatte zu veröffentlichen.
Vollmundig produziert, von einer beseelten Melodie-Verliebtheit und einer gewissen reifen, erwachsenen Attitüde gespeist, ist jeder Song über fast 70 min ein Kleinod an sich, schafft man es wie die grossartigen Prefab Sprout einfach tolle Pop-Melodien zeitlos schön durch des Hörers Ohr schmeicheln zu lassen, ist voller offenkundiger Melancholie, Hoffnung und sonnendurchfluteter 60's-Harmonie.
Akustisch mit vielerlei tollen Details schiessen Referenzen an Spät-60er Helden durch die Boxen, wirkt alles positiv gedankenverloren,macht einfach gute Laune, ähnlich der neuen Midlake mit dieser Art von ausufernden, sehr gut produzierten Orchestrierung.
Balladen wie das schwer traurige "gone in the winter" oder "a peacock and a king" sprechen auf eine sehr ästhetische Art jeden Romantiker an, werden Chöre like Beach Boys mit dieser Art barocken Orchestralität eines Scott Walker gepaart, das man hier von cineastischen Bildern nur geflutet wird.
Tolle Popmusik, die in jeder besseren Musikwelt sicher viel mehr an Hörer erreichen sollte(ja, das alte Lied), die man immer und immer wieder hören möchte, sind die Songs von einer Zeitlosigkeit, schafft man den Spagat von 60's Pop bis Brit-Pop immer wieder unsagbar schön.
Jedes der Pearlfishers-Alben ist den Kauf wert.


Pirut
Pirut
Preis: EUR 23,35

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleinod zwischen Doom ,Folk,Klassik, 29. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Pirut (Audio CD)
Die russische Band Kauan kann man getrost als absoluten Geheimtipp werten,schaffte man bereits mit dem 3.Album "aava..." einen Meilenstein vor Jahren, der auf ganz eigenwilligste melancholisch,auf eine tief naturromantische Weise zu verzaubern wusste. Diese Platte ist von der 1.-letzten Sekunde stimmig bis ins Detail und läuft seitdem in meinem Player erneut immer wieder rauf /runter in jedem Winter.
Winter (oder die kalten Jahreszeiten) ist hier das Stichwort,schaffen die Russen es mit jeder Note, jeder Melodie und jedem Arrangement unendliches Weiss,dichte Wälder...einfach die Einsamkeit und Schönheit der Natur in Klänge zu verpacken.

Auf dem neuen 5. Album fächert man die eigene Bandbreite erneut wieder in alle Richtungen auf,soll heissen, dass doomige Metalparts( die ersten beiden Lp's) wieder Einzug in den Sound der Russen erhalten,verbannte man diese so gut wie komplett aus den letzten beiden CDs.

Im Vergleich zu den beiden Vorgängern, auf denen wenige,dafür unendlich lange Stücke(bis zu 15min) prägend waren, lässt man es beim neuen Album mit der reinen Bezifferung von I-VIII, und wenn man den Kern der Platte nach mehrmaligen Hören gefunden und erneut lieben gelernt hat, verwundert diese Taktikänderung nicht wirklich, atmet "pirut" die Aura eines einzigen langen Tracks.

Kauan klingen so unglaublich tief, und sind es nicht wirklich die einzelnen Genreelemente wie Doom Metal, Postrock,70's Prog,Ambient,Folk und Klassik,die als solches vermischt noch nicht des Rätsels Lösung darstellen,so ist es in jedem Fall wieder diese die nicht greifbare romantische,spirituelle Aura, die die Russen auf ganz ureigenste Weise beschwören,was durch den akzentuierten finnischen Gesang,extrem in Hall getauchten Slo-Mo Drums,den schluchzenden Streichern,den perlenden Klavierakkorden zu jeder Sekunde des Albums die Synapsen schweifen lässt,die Gedanken Ruhe finden lässt.

Die Russen verstehen es, jedes Instrument, jeden Part durch die Transparenz im Klang wirken zu lassen, sei es Klavier, Cello oder die immer wider raumgreifenden Hall unterlegten Drums, die sich mit der lautmalerischen Art des finnischen Gesangs symbiotisch perfekt ergänzen, was vor allem des Nachts oder unter Kopfhörer Tiefenwirkung erzielt.
Atmosphäre ist hier in jedem Fall das Schlüsselwort, naturverbunden,romantisch...introspektiv und doch mit jeder Note den Hörer an die Hand nehmend.

Es findet eine Entschleunigung statt, wie es eben nur die Stille eines Sees im Sonnenuntergang oder die klare Winterluft in eisiger Weite schafft. Wie die Russen im Rahmen ihrer Instrumentierung diese Bilder kreieren, lässt mich an Klassiker wie die ersten beiden Third and the Mortal denken, die auf ähnliche Weise skandinavisch klare Pinselstriche schufen,dies seinerzeit eben auch durch die Art und Weise, wie die Drums akustisch mit viel nächtlichen Hall etwas monolithisches in sich trugen, dass über das stereotype Mass an Doom-Metal Klischees hinausging.

Kauan mit Genreetiketten zu belasten,würde dieser unglaublich trendfreien, in sich ruhenden, in gewisser Weise naturromantisch angehauchten Kunst nicht ansatzweise gerecht werden.
Sicher findet man Bands wie die Finnen von Tenhi,Empyrium,Ulver,My Dying Bride,Anathema,Pink Floyd in dieser Musik wieder, oder die Romantiker von Oberon (tolle Norweger,die in den 90's tolle Musik veröffentlichten), in jedem Falle die o.g. Third and the Mortal, welche sich damals schon über Genregrenzen hinausschlängelten und es schafften,ein ganz individuelles Soundbild zu kreieren,was so wahnsinnig nach Norden,Weite ,Skandinavien klang und eben nicht auf Schubladenzuordnung angewiesen war.

Innerhalb der eigenen Historie sind auf "pirut" wieder vermehrt harsche,z.Teil auch treibendere rockige Parts eingewoben worden, was der Dynamik der Russen nur entgegen kommt, verfängt man sich so nicht in reiner Lautmalerei bzw. Slow-motion.

Was bleibt ist Musik, die stetig in sakraler Weise fliesst,anmutig in sich verweilt,permanent Bilder/Kopfkino-Momente schafft, ein verwaschenes Foto wie aus einer anderen Welt,fernab der nichts sagenden Zeitgeistlichen Leere.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7