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Rezensionen verfasst von
Don Pedro

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The Whole Family Is Worried
The Whole Family Is Worried
Preis: EUR 10,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ihre Familie braucht sich nicht zu sorgen, 5. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Whole Family Is Worried (MP3-Download)
Aus Wimbledon kommt nicht nur Tennis, sondern auch ein junges Musiktalent namens Misty Miller, die in diesem Stadtteil Londons aufgewachsen ist. In London bin ich letztes Jahr auch auf sie aufmerksam geworden, als sie dort einen mitreißenden Liveauftritt in einem englischen Pub hingelegt hat.

Auf ihrem ersten kompletten Album konzentriert Misty 8 Stücke, die sie schon auf mehreren EP's seit ihrem 18. Lebensjahr veröffentlicht hat, sowie außerdem 4 neue Songs.

Misty liefert eine tolle Mischung aus Alternative Rock, Post-Punk, Garage-Sound und auch Rockabilly ab. Ihre Stimme ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber mir gefällt sie sehr gut: leicht schräg, oft etwas verzweifelnd klingend, aber immer besonders leidenschaftlich. Daß eines von Misty's Vorbildern die große Patti Smith ist, kann man stellenweise heraushören. Auf YouTube gibt es von ihr auch eine wunderschöne Ukulelenversion von Patti's großem Hit „Because The Night“. Des weiteren hat auch Misty's Vater großen Anteil an ihrer musikalischen Entwicklung gehabt. Dominic Miller spielt schon seit vielen Jahren die Gitarre in der Band von Sting und hat außerdem bei zahlreichen Studioaufnahmen von Weltstars mitgewirkt.

Unbedingt erwähnenswert ist das großartige Stück Devil, eine Power-Ballade, die absolut unter die Haut geht. Interessant auch, wie Misty Miller in diesem Lied das altbekannte Mephisto-Motiv umdreht: „I sell my soul to an angel cause the devil don't want me no more“. Oh yeah, böse Mädchen kommen in die Hölle. Sind sie zu böse, dann schmeißt sie selbst der Teufel wieder raus.

Besonders hervorzuheben ist auch der fetzige Song Girlfriend, so richtig schön rotzig und frech gesungen.

Das rockige "Next To You" ist ein richtiggehender Killersong auf diesem Album – absolut mitreißend, wie sich Misty hier über ihren offensichtlich teilnahmslosen Boyfriend ausläßt:
"I washed my hair for you,
I broke my egg for you too,
you wouldn't care if I moved,
No, you wouldn't care if I was lying there dead next to you".

So richtig unter die Haut geht „Best Friend“, ein Lied mit einem eher traurigen Text über den Verlust eines Freundes, welches sich aber zum Schluß hin zu einer richtiggehenden Hymne entwickelt: „I'm so scared of losing my best friend“.

Die beiden flotteren Nummern Happy und Stars fügen sich hervorragend ein in dieses Album und lassen es wie aus einem Guss erscheinen. Absolut hörenswert, dieser Alternative Rock.

Bei den vier neu aufgenommenen Liedern Other Girls, Fall Away, Marmalade und Sugar To Me hört man heraus, wie Misty spürbar gereift ist. Das äußerst gefühlvoll gesungene Fall Away ist hiervon mein Favorit.


Resistor
Resistor
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Post Americana mit einer Prise Düsterkeit, 5. August 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Resistor (MP3-Download)
Auf ihrem neuen Album Resistor bietet die Songwriterin Lera Lynn eine schöne in sich stimmige Mischung aus Indie Rock, Blues, Country und Folk, die sie selber als Post Americana bezeichnet. In den USA hat sie einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt durch ihre Mitwirkung als Barsängerin in der Krimiserie True Detective. In Deutschland ist sie noch relativ wenig bekannt, hat aber kürzlich in Berlin ein tolles Konzert im Duett mit ihrem kongenialen Partner Joshua Grange an der Baritongitarre gegeben.

Wenn man nach einem Vergleich sucht, dann ist es aus meiner Sicht die frühe Sheryl Crow, nach der Lera Lynn phasenweise klingt. Aber spätestens jetzt auf Resistor hat Lera ihren eigenen Stil gefunden und perfektioniert. Es schwingt immer ein Hauch Melancholie mit in ihren oftmals düsteren Songs. Der Sound ist stark gitarrenorientiert, besonders die tiefgestimmte verhallte Baritongitarre ist charakteristisch für Lera's Lieder und trägt zu der faszinierend dunklen Stimmung bei.

Meine Anspieltipps:
- Das flott pulsierende Shape Shifter,
- Drive macht seinem Namen alle Ehre: energiegeladen und kraftvoll vom Begleitrhythmus getrieben
- Little Ruby zeigt, wie man mit einem einfachen bluesartigen Gitarenriff und einer interessanten Frauenstimme ein eindrucksvolles Lied schafft
- What You Done: langsam, aber spannungsgeladen knistert es hier, mit der Tendenz zu Psychedelic


Strange Little Birds
Strange Little Birds
Preis: EUR 11,99

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die seltsamen kleinen Vögel singen wieder, 12. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Strange Little Birds (MP3-Download)
Auf ihrer letztjährigen Jubiläumstour (20 Jahre Garbage) hatten sie schon angekündigt, daß 2016 ein neues Album erscheinen wird und nach den ersten vorab veröffentlichten Hörproben habe ich sofort die CD vorbestellt, was ich jetzt nicht bereue.

Sie haben ihren Sound weiterentwickelt. Es gibt weiterhin die für Garbage typischen wuchtigen lauten Passagen mit Breitwandsound und Powernummern wie zum Beispiel Magnetized, We Never Tell, So We Can Stay Alive oder Empty, dem wohl eingängigsten Stück auf Strange Little Birds. Das ist Garbage pur und gibt einen guten Eindruck davon, wie sich sich live anhören.

Aber das neue Album ist doch sehr vielfältig geworden. Auch beim x-ten Anhören entdecke ich neue Details (bevorzugt mit gutem Kopfhörer) und es bleibt somit spannend. Die elektronischen Klänge sind stark vertreten, aber gut integriert in den kompakten Bandsound.

Und die Band hat etwas, was andere eben nicht haben: eine Shirley Manson mit ihrem Charisma und ihrer markanten Stimme. Wobei sie diesmal auffallend viele ruhige Gesangspassagen hat.

Zu meinem heimlichen Favoriten auf dem neuen Album hat sich Even Though Our Love Is Doomed entwickelt. Es beginnt mit einer schön entspannten Bassline und dann singt Shirley mit sanfter Stimme und schafft so einen spannenden Kontrast zu der bedrohlichen Klangkulisse, die ihre Bandkollegen in mehr als 5 Minuten aufbauen, bevor es am Schluß heftiger zur Sache geht. In diesem Song taucht übrigens auch der Albumtitel auf: „such strange little birds devoured by our obsession“ und die Lyrik dieses Songs ist insgesamt sehr hörenswert: „why we kill the things we love the most?“

Ebenfalls ein schön ruhiger Song: das schön atmosphärische, fast schon hypnotische If I Lost You mit einem dezenten elektronischen Noise im Hintergrund.

Night Drive Loneliness startet mit einem leichtem Regengeplätscher (mit Kopfhörer am besten zu genießen), ich warte nur noch auf das Donnergrollen und Glockengeläut, aber halt - wir sind hier nicht bei Black Sabbath, sondern Shirley Manson fängt mit lieblicher Stimme an zu singen über ihre Gefühlswelt einer einsamen Fahrt durch die Nacht.

In Teaching Little Fingers To Play zieht Shirley eine kleine Bilanz ihres bisherigen Lebens - sie feiert ja in Kürze ihren 50. Geburtstag - und kommt zu dem Schluß „I'm a big girl now". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Mein Fazit: auch nach mehr als 20 Jahren ist Garbage für mich immer noch absolut hörenswert. Da gibt es nicht so viele Bands aus den Neunzigern, die das geschafft haben.


Leave Me Alone
Leave Me Alone
Preis: EUR 8,99

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schriller, bunter LoFi Partyspaß, 10. Januar 2016
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Rezension bezieht sich auf: Leave Me Alone (MP3-Download)
Die quirligen jungen Spanierinnen Ana, Carlotta und Ade zusammen mit der gebürtigen Holländerin Amber stellen mit ihrer Band Hinds das Musikbusiness auf den Kopf. Zuerst ein „Very Best of“ herausbringen und dann erst nachfolgend die zugehörigen Alben veröffentlichen, das zeugt schon von einer gehörigen Prise Humor. Wer aber jetzt denkt, die besten Stücke haben sie schon alle vorab herausgebracht auf dem „Very Best of“ Album, sowie auf zwei weiteren Singleauskopplungen, der täuscht sich. Es gibt durchaus noch Überraschungen auf „Leave Me Alone“.

Die vier Chicas sind schrill und bunt und liefern eine ziemlich überdrehte Mischung aus Punk, Garage-Rock, Surfpop und Psychedelic ab. Chili Town und Bamboo gehören für mich zu den stärksten Stücken und sind so etwas wie die Quintessenz von Hinds. Klingt immer etwas schräg und abgedreht. Das Tempo wird mal verlangsamt und dann wieder beschleunigt, die Gitarren surfen kontinuierlich in Strandlaune vor sich hin. Und dazu kommt dann noch dieser freche und unbekümmerte mehrstimmige Gesang, der eines der Markenzeichen von Hinds ist. Von gleicher Klasse sind auch die beiden Songs Castigadas En El Granero und Garden und zählen ebenfalls zu meinen Favoriten auf dem neuen Album.

Schön und abwechslungsreich finde ich es, daß Hinds zwischen den Liedern, die mehr auf Krawall aus sind, einige ruhigere Stücke eingestreut haben wie das entspannende Instrumentalstück Solar Gap und die beiden richtig schön gefühlvollen Songs „And I Will Send Your Flowers Back“ und „I'll Be Your Man“. Bei den letztgenannten zeigen die beiden Lead-Vocals Ana und Carlotta, daß ihre Stimmen auch balladentauglich sind.

Einziger Kritikpunkt: manchmal übertreibt man es zu sehr mit der LoFo Produktion. Die Vocals sind als Stilmittel tendenziell übersteuert und auf schrill getrimmt. Bei Walking Home z.B. ist es für meinen Geschmack aber zu schrill und klirrt richtiggehend in den Ohren.

Also jetzt aber geht die Party ab mit den 4 Hirschkühen aus Madrid !


Very Best Of Hinds So Far
Very Best Of Hinds So Far
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vier Indie Girls aus Madrid, 3. Januar 2016
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Rezension bezieht sich auf: Very Best Of Hinds So Far (MP3-Download)
Voll durchgeknallt, was die 4 Mädels aus Madrid mit ihrem Minialbum hier abgeliefert haben. Diese wilde gitarrenorientierte LoFi-Mischung aus Punk, Garage-Rock, Surfpop macht mächtig Spaß beim Anhören. Das ist Party pur und trotzdem voller kreativer Einfälle. Wie sie immer wieder das Tempo variieren, von psychedelisch langsam auf überdreht schnell (bei Bamboo und Trippy Gum), das ist einfach Klasse und garantiert nicht radiotauglich. Ein großes Plus ist auch der abwechslungsreiche mehrstimmige Gesang mit ihren vier unterschiedlichen Stimmen.

Zu der Coverversion von Davey Crockett unbedingt das zugehörige offizielle Video auf YouTube anschauen! Einfach köstlich wie sie da die Spice Girls Choreografien auf die Schippe nehmen und dabei kreischen „gabba gabba hey, gabba gabba hey!“ Auch überzeugend herzzerreißend gesungen das „uuh uhuh uhuhuhuh uuh“ in Trippy Gum oder das „wa papi papita pa“ in Bamboo. Die Ironie in ihren Texten spiegelt sich auch im Albumtitel wieder. Als erste Veröffentlichung gleich ein „Very Best Of“ herauszubringen, passt irgendwie zu den vier Senoritas.

Mädels, macht weiter so! Ich liebe euch alle.


freEP
freEP
Preis: EUR 3,06

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Songwriter-Talent mit 16 Jahren, 20. Dezember 2015
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Rezension bezieht sich auf: freEP (MP3-Download)
Aufgefallen ist mir Ella Josaline als Support Act bei einem Konzert. Unglaublich, wie sie da alleine mit ihrem Gesang - nur von sich selbst begleitet auf der akustischen Gitarre - eine halbe Stunde lang das Publikum verzaubert hat. Wollte zuerst gar nicht glauben, daß sie erst 16 Jahre alt ist.

Und jetzt hat sie ihre erste EP mit 5 äußerst feinen Songs herausgebracht. Ellas Stimme hat dieses gewisse Etwas, bei dem man von Anfang bis Ende jedes Liedes gespannt zuhört. Fragil, aber sehr ausdrucksstark singt sie ihre überwiegend englischen Texte. Aber auch das letzte Stück „Ich will nur“, eine Coverversion von Philipp Poisel, klingt in deutsch gesungen keinesfalls peinlich, sondern angenehm berührend.

Mein absoluter Favorit auf freEP ist „On the Road“, ein Lied wie von einer anderen Welt, so ätherisch schön kommt das Stück rüber. Dazu passend die Textzeile „maybe one day we'll find back“.

Auf „Wondrous Soul“ sind besonders die Passagen beeindruckend, bei denen ihre Stimme nur auf dem Kontrabass begleitet wird.. Nicht zu vergessen auch das schöne Titelstück Free mit dem Stilwechsel nach einer Minute, wo es dann richtig swingend weitergeht.

Wow, mit 16 Jahren so schöne Lieder schreiben und auch noch alleine so beeindruckend performen, mehr geht definitiv nicht, deshalb 5 Sterne für die Ella !!


For The Company
For The Company
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Indiefolk mit düsterem Touch, 7. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: For The Company (MP3-Download)
Mit einer ersten EP hat das Frauentrio Little May aus Sydney schon auf sich aufmerksam gemacht und legt nun nach mit einem überzeugenden Debütalbum. Produziert wird das Album von Aaron Dessner, dem Songschreiber und Produzenten von The National, also einem ausgewiesenen Spezialisten für dunkle, melancholische Musik.

In eine Schublade lassen sich Leadsängerin Hannah Field, Liz Drummond (Gitarre + Gesang) und Annie Hamilton (Gitarre + Backing Vocals) nicht so leicht einsortieren mit ihrem sehr eigenständigen Sound. Die Nähe zum Folk ist immer präsent, alle Stücke sind sehr emotional, aber im Vergleich zu dem schwedischen Schwesternduo First Aid Kit sind sie noch eine Spur düsterer und oftmals rockiger. Little May versteht es, in ihren Liedern eine gewisse melancholische Grundstimmung zu zelebrieren, ohne daß es aber zu sehr in das Depressive abgleitet. Das ganze verpackt in schöne Melodien und Rhythmen bewirkt eine gewisse Leichtigkeit beim Anhören. Kurzum gesagt, es besteht immer Hoffnung, so spiegelt es sich auch in ihren Texten wieder.

Für mich gibt es keine Ausreißer auf diesem Album, alle Lieder sind absolut hörenswert. Da gibt es das rockige Remind Me, den hypnotischen Psych Folk von Where Do You Sleep und Oh My My, oder das sich zum rockigen hin steigernde Seven Hours. Chemicals ist wohl das düsterste Lied auf dem Album: "so I drink away the last thing on my mind". Das Letztere haben die drei Mädels aber glücklicherweise dann doch nicht gemacht !

Krönender Abschluß der neuen Songs ist die wunderschöne und eindringliche Ballade The Shine Is Brighter At Night. "Rest my eyes, I don’t want to see you, rest my brain, I don’t want to know" wiederholt Hannah Field wie ein Mantra mehrmals am Beginn und schon ist man gefangen und kommt nicht mehr los von dieser hypnotischen Nummer.

Als Bonustracks hat Little May dann noch von der ersten EP die beiden starken Stücke Boardwalks und Hide mit übernommen, eine gute Wahl.

Auch live können Little May voll überzeugen, wie ich kürzlich auf ihrer ersten Europatournee feststellen konnte. Ich bin deshalb voll zuversichtlich, auch in Zukunft noch viel Bemerkenswertes von den australischen Ladies zu hören.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 19, 2015 8:48 AM CET


Blood To Bone
Blood To Bone

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abwechslungsreiches drittes Album, 24. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Blood To Bone (MP3-Download)
Beim ersten Anhören hört sich „Blood To Bone“ doch irgendwie anders an als Gin Wigmores letztes großartiges Werk „Gravel & Wine“. Die ganz großen Kracher wie „Black Sheep“ , „Man Like That“ oder „Devil In Me“ scheinen zu fehlen bis auf „Written By The Water“, welches den vorher genannten Stücken am nächsten kommt. Aber auf eines ist Verlaß: wo Gin Wigmore draufsteht, da ist auch Gin Wigmore drin. Die sympathische neuseeländische Musikerin hat ihren authentischen Stil weiterentwickelt und an Reife hinzugewonnen. Ihre neuen Lieder kommen jetzt subtiler, tiefgründiger und vor allem düsterer daher, ihre Wirkung ist dafür noch nachhaltiger. Die eigenen Erfahrungen seit „Gravel & Wine“ mit einer Trennung und einer erneuten Heirat haben starken Einfluß auf die neuen Stücke von Gin. Weitere Unterschiede zu früher: die Drums rücken noch stärker in den Vordergrund und elektronische Klänge werden vermehrt eingesetzt.

In den Neuseeländischen Charts ist „Blood To Bone“ schon unmittelbar nach dem Erscheinen selbstverständlich auf Platz 1 gelandet, genau so wie all ihre vorherigen Alben. Die Neuseeländer lieben ihre Gin.

Mit den beiden Songs „This Old Heart“ und „I Will Love You“ gibt es weiterhin die wunderschönen Balladen, die bei Gin Wigmore mit ihrer unverwechselbaren Stimme so intensiv herzzerreißend unter die Haut gehen. Einfach zwei schlichte, wunderschöne Liebeslieder. „Give me a lifetime and then 15 more ...". Ja, das vergönnen wir der guten Gin. Gesangstechnisch hat sie noch eine Schippe draufgelegt. Diesen hohen Falsettgesang wie z.B. bei „This Old Heart“ hat man bis jetzt noch nicht von ihr gehört. Erinnert irgendwie an die frühe Kate Bush.

Die Liedtexte sind jetzt oftmals von einer gewissen Düsternis geprägt, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Mal wartet sie 24 Stunden umsonst auf ihren Liebsten in „24“, dann stellt sie in „Written By The Water“ fest „he will leave me for younger". In DFU (dancing for you) kommt sie zur Überzeugung "I know I'm not a winner". In "Black Parade" resigniert sie "All my friends I've lost. Has the grave won again?" und steigert das noch zu "The lights down, back into the shadows, to another life" im Stück "Nothing To No One".

Das schwarze Schaf aus "Black Sheep" schimmert aber auch immer noch durch in ihren Liedtexten, z.B. "I was born by the devil" in „Written By The Water“. Letztendlich, kommt Gin dann aber doch zur Schlußfolgerung „hell doesn't taste good „ in „Holding on to Hell“.

Mein Lieblingstitel auf dem neuen Album ist ganz klar „In My Way“. Da ist alles drin, was wir an unserer Gin so lieben: diese Dramatik, der Wechsel zwischen gefühlvoll und kraftvoll, die unter die Haut gehende Stimme, der eindrucksvolle Refrain mit „set me aflame“. Das letztgenannte hat sie bei mir erreicht, der Song läuft in Dauerschleife.

Als Tribut an den Zeitgeist gibt es dann noch die offensichtlich bei weiblichen Künstlern unvermeidliche Kooperation mit einem Rapper (Suffa) bei dem Stück „Willing To Die“. Würde mir gut gefallen, wenn man die männliche Stimme auf das gospelhafte Intro beschränkt hätte. Und die erste Singleauskopplung „New Rush“ erscheint mir etwas glatt und steril. Inzwischen habe ich dieses Stück in der Liveversion von Gin und ihrer Band gehört und diese rockige Version gefällt mir um eine ganze Klasse besser. Für die anderen neuen Stücke wären sowieso mindestens 6 Sterne fällig in der Live Fassung ! Auf ihren Studioalben ist Gin Wigmore sehr gut, live ist sie aber überragend.


Little May
Little May
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Feiner Indiepop aus Australien, 4. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Little May (MP3-Download)
Die drei Mädels aus Australien liefern auf ihrem Minialbum eine tolle Mischung ab aus luftig leichtem Indiepop mit deutlichen Folkeinflüssen und meist mit einer Prise Melancholie versehen. Die schönen Melodien beinhalten oftmals mehrstimmige Gesangsharmonien. Meist fangen die Lieder ruhig an und steigern dann in der zweiten Hälfte das Tempo.

Diese EP macht schon mal Appetit auf das kommende Debütalbum von Little May.
Anspieltipps: Bones, Boardwalks


Here Are the Courettes!
Here Are the Courettes!
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Sixties & Garage & Punk, 27. September 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Here Are the Courettes! (MP3-Download)
Hier trifft brasilianisches Temperament auf „Danish Dynamite“. Dieses absolute Power-Duo, bestehend aus der Brasilianerin Flavia Couri (Vocals & Guitar) und dem Dänen Martin Couri (Drums) zelebriert hier den Garagensound der Sixties mit etwas Punkanleihen, und das Ganze voll auf LoFi gebürstet. Ist sogar alles in Mono aufgenommen, um dem authentischen Sound der Sixties möglichst nahe zu kommen, also weniger für Liebhaber edler High End-Anlagen geeignet.
Die beiden lassen es aber unwiderstehlich mit einer derartigen Leidenschaft krachen, daß es mir bei jedem Anhören ein voll fettes Grinsen ins Gesicht zaubert. Wenn man alle Alben der aktuellen Top Ten auspressen würde, wäre weniger Energie drin als hier in jedem einzelnen Stück der Courettes. Der Name des zweiten Songs „Go! Go! Go!“ gibt das Motto vor für die anderen Stücke auf diesem Album. Einziger kleiner Wermutstropfen sind die nur 20 Minuten Spieldauer.


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