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Beiträge von alexandria
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Hilfreiche Bewertungen: 12

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Rezensionen verfasst von
alexandria

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die markisen rollen den nachmittag aus: gedichte
die markisen rollen den nachmittag aus: gedichte
von Frank Schmitter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,50

5.0 von 5 Sternen poetischer alltag, 9. November 2012
Es gibt Gedichte, die aus dem Alltag entführen, und andere, die ihn erhellen, beleuchten, verzaubern. Frank Schmitters Gedichte gehören zur zweiten Kategorie. Sie sind unmittelbar verständlich, vollkommen unprätentiös und außerordentlich wirkungsvoll. Als hätte man ein Medikament genommen, dass uns die Schönheit und den Schmerz des alltäglichen Lebens wieder fühlen und begreifen läßt - unsere Wehmut und unsere Hoffnung in Beziehungen, die rätselhafte Fremdheit der Natur und das Glück der Aufmerksamkeit. Ein ganz wunderbares Buch.


Tanz: Die Muttersprache des Menschen
Tanz: Die Muttersprache des Menschen
von Dorion Weickmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sagenhaft, 9. November 2012
Eigentlich interessiere ich mich gar nicht für Tanz.
Aber die ersten Sätze haben genügt, um mich davon zu überzeugen, dass das ein schweres Versäumnis ist.
Der Autorin gelingt es, mit Schwung und klugem Enthusiasmus einen Bogen zu schlagen von den ersten Höhlenzeichnungen, auf denen schon Tanzende abgebildet sind, bis hin zum "Clash of (Dance) Cultures" der Gegenwart. Was in Kopf und Körper passiert, wenn wir tanzen, aber auch, was der Tanz in früheren und außereuropäischen Gesellschaften bedeutet, erzählt Weickmann ebenso verständlich wie anschaulich.
Ein fabelhaftes und sagenhaft inspirierendes Buch, das seinem Titel alle Ehre macht.


Der Bibeljäger: Die abenteuerliche Suche nach der Urfassung des Neuen Testaments
Der Bibeljäger: Die abenteuerliche Suche nach der Urfassung des Neuen Testaments
von Jürgen Gottschlich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Indiana Tischendorf, 22. Dezember 2010
Der Mann war 28 Jahre alt, als das Abenteuer seines Lebens begann. "Mich reißt das Schicksal gewaltig fort, ich muß folgen", schrieb der Theologe und Philosoph Contantin Tischendorf 1842 aus Venedig an seine Braut Angelika, die in Großstädteln bei Leipzig auf ihn warten sollte. "Es ist mir, als ob ich einem großen, heiligen Christfeste entgegen gehe, von dem die unsrigen mit den Lichtbäumen und Liebesgaben nur schwache Bilder sind. Wie segnet mich Gott!"
Der Verlobte, dessen Braut lange warten würde, war für Abenteuer wie geschaffen: Tischendorf, 1815 in Sachen geboren, war willensstark und ruhmsüchtig, von belastbarer Koonstitution und gewillt, am Unvorhersehbaren zu wachsen. Ziel seines Unternehmens war ein Buch. Der Gelehrte machte sich nämlich auf die Suche nach dem Buch der Bücher, wie er es sich dachte. Die erste Aufzeichnung des Neuen Testaments, also: das verbindliche Gotteswort. Die endgültige Schrift.
Es galt, dem zersetzenden Einfluß der Aufklärung in der Theologie zu begegnen, all den historisierenden Spekulationen über das Leben Jesu, die Entstehung des Christentums - im Idealfall mit einem Dokument, das älter war als die drei Konvolute auf Pergament, die es bis dato in Europas Bibliotheken gab. Back to the roots. "Sollte dort, in den Winkeln der KLöster, der griechischen, der koptischen, der armenischen und der syrischen, nicht noch das eine oder das andere Schriftdenkmal verborgen geblieben sein?"
Tischendorf reiste in den Orient, um mit dem ersten Wort das letzte zu haben - als Wissenschaftler und als gläubiger Protestant. Er machte drei Reisen in die Wüste von Sinai, zu jenem gyzantinischen Kloster am Fuße des Berges, auf dessen Gipfel Moses die Zehn Gebote aus der Hand Gottes in Empfang genommen haben soll. Kamelritte durch die Wüste, Schlangen, die mit Pistolenschuss erledigt wurden, eine Tigerspur am Nachtquartier, quälende Hitze und beißende Kälte in der "schauerlichen Wüste" - das war die triviale Seite der bibeljagd. Möglichst diplomatisch zu verhandeln galt es außerdem mit Beduinen, mißtrauischen Möchen und Würdenträgern des Orients, mit ägyptischen Beamten und dem Patriarchen. Was die Verhandlungen leichter, aber auch schwieriger machte, war eine Glaubens-Differenz, die Gottschlich nüchtern benennt: Das Anliegen des Theologen "war nicht nur dem greisen Patriarchen von Alexandrien völlig unverständlich, auch die Mönche im Katharinenkloster auf dem Sinai konnten nicht verstehen, was der Deutsche eigentlich wollte. Die orthodoxe Kirche und mit ihr die übrigen christlichen Kirchen des Orients hatten vor Jahrhunderten die Debatten um die <wahre Lehre< beendet. Nach dem siebten ökumenischen Konzil von 787 wurde an den theologischen Grundlagen nicht mehr gerüttelt. Keinem orthodoxen Priester oder Mönch würde es deshalb in den Sinn gekommen sein, die Bibeltexte, die die byzantinische Kirche seit Jahrhunderten benutzt, kritisch zu hinterfragen. Hier geht es um die Hingabe an Gott, was keine Frage des Verstandes, sondern des Herzens und der spirituellen Versenkung ist."
Wie Tischendorf fündig wurde und, bis auf wenige Seiten, das älteste Neue Testament tatsächlich nach Europa brachte, erzählt der in Istanbul lebende Journalist Jürgen Gottschlich mit säkular leichter Hand. Er folgt den Spuren Tischendorfs auf eigenen Beinen, was dem Leser lebendige Eindrücke von der heutigen Orthodoxie einträgt, aber auch von der interessanten Symbiose eines muslimischen Beduinenstammes mit den Mönchen im Katharinenkloster. Da Gottschlich die Geschichte Tischendorfs gewissermaßen ganzheitlich berichtet, erhält man außerdem eine kluge Orientierung über die religiös-politische Historie dieser Region.
Schließlich illustriert die Geschichte des deutschen Bibeljähgers auch die Entwicklung internationalen wissenschaftlichen Un/Rechtsbewußtseins: War Tischendorf noch mit Selbstverständlichkeit überzeugt, daß eine religiös kostbare Handschrift im Westen besser aufgehoben sei, weil die Bibliotheken im Orient "reine Zierrahten" seien, vergleichbar mit den "nippestischen der Frauen bei uns", gibt es inzwischen eine komplizierte Debatte darüber, wem der Codex Sinaiticus eigentlich gehört. Was die Möglichkeit zur Lektüre betrifft, gibt es allerdings eine grunddemokratische Lösung: Das älteste Neue Testament ist seit 2009 im Netz zu lesen.

Fazit: In diesen von religiösen Festtagen gespickten Zeiten die ideale Lektüre: spannend, aufklärend und wunderbar zu lesen.


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