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Mal-Reise in die Serengeti: Skizzen, Studien, Aquarelle
Mal-Reise in die Serengeti: Skizzen, Studien, Aquarelle
von Bodo Meier
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Afrikas Wildtiere im Aquarell gemeistert, 21. August 2012
Die Malreise in die Serengeti ist der erste Teil einer auf zwei Bände angelegten künstlerischen Studienfahrt in die berühmten Naturparks Tansanias. Der Autor nimmt uns im wahrsten Sinne des Wortes mit auf die Reise, denn Text und Illustrationen folgen der tatsächlichen Route durch verschiedene Parks, wobei die eigentliche Serengeti erst im zweiten Band thematisiert wird. In diesem Buch erleben wir den Arusha Nationalpark, den Lake Manyara oder das Ngorongoro-Gebiet samt Krater, das direkt an die Serengeti grenzt. Die Abbildungen zeigen in leuchtenden Farben Landschaft und Tierwelt Afrikas, wie man sie vielleicht aus Filmen oder Fotos kennt, doch gewinnen die Aquarelle eine eigene Anziehungskraft. Das kräftige Grün der Vegetation oder die Dramatik eines Sonnenunterganges in der Natur sind als Aquarell nochmal eine andere Seh-Erfahrung als ein nüchternes Foto oder ein Film.

Die Tierporträts sind sehr gelungen, meist fertig illustriert, einige jedoch auch als Skizze im Hintergrund belassen, sodass man auch den Entstehungsprozess nachvollziehen kann. Da läuft eine Elefantenherde auf den Betrachter zu, Zebras stehen schwarz-weiß gepinselt vor ocker-farbenem Hintergrund, Nilpferde tümmeln sich im Wasser, Löwen liegen auf der Lauer, es gibt Wasserbüffel und Äffchen, Giraffen und Vögel. Die Tiere sind mal groß im Porträt seitenfüllend dargestellt, mal verlieren sie sich in der weiten Landschaft, auch diese Abwechselung macht Spaß. Meine Favoriten sind die herrlichen Bee-eaters und Rotschnabeltokos auf Seite 28/29.

Auch die Kombination Text und Bild ist sehr gelungen. Im plaudernden Erzählstil nimmt uns der Autor auch mit auf seine persönliche Entwicklung als Künstler, sein erstes Interesse an der Tierzeichnung bis zur Verwirklichung seines Traumes in Form der Malreise. Natur- und Reisebeschreibungen wechseln sich forthin ab mit Hinweisen zur Maltechnik oder Bilderläuterungen. Im Wechsel zwischen Text und Bild verlangsamt sich so beim Leser die Wahrnehmung und man vergisst (vermutlich ganz Afrika-typisch) die Zeit. Aus einer Stunde wurden plötzlich vier, die ich in dem Buch gestöbert habe. Für die herrlichen Bilder und den gelungenen Text vergebe ich 5 Sterne.


Die Kunst-Akademie. Faszination Tierzeichnung: Wesen - Charakter - Gestalt
Die Kunst-Akademie. Faszination Tierzeichnung: Wesen - Charakter - Gestalt
von Friederike Gross
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lebendige Tierzeichnungen, 21. August 2012
Nach dem Studium einiger Bücher zum Thema Tierzeichnung muss ich sagen, dass die Darstellungen von Friederike Groß zu den gelungendsten zählen. Die Zeichnungen wirken äußerst lebendig, die Künstlerin variiert die Materialien (wie Bleistift, Kugelschreiber, Feder oder Pinsel) und versieht sie anschließend häufig mit einer leichten Lasur, oft Aquarell in nur ein oder zwei blassen Farbtönen. Dabei wird jede Art von Pedanterie vermieden, der Strich ist lebhaft und schwankt zwischen Skizzieren, Scribble und etwas detaillierterer Ausarbeitung. Die Tiere wirken wie echt, einige haben einen Tick Karikatur in sich, ein faszinierendes Eigenleben. Zuweilen zeigt sie porträtartig nur den Kopf des Tieres, zuweilen das ganze Tier in Bewegung, beim Springen, Laufen, Wälzen, Klettern oder Krabbeln.

Ich habe das Betrachten der Zeichnungen sehr genossen, die das Wesentliche mit sparsamen Mitteln darstellen. Die so schwierig zu erreichende Reduktion, das Weglassen des unnötigen Strichs, der zu dicken Farben, der zu dunklen Schraffur, hier hat die Künstlerin es umgesetzt. Es bleiben lebendige, leicht wirkende Tierdarstellungen, hinter denen eine hohe Kunst steckt. Doch welche Tiere finden sich in dem Buch? Nach einer kurzen Einführung in das Thema Tierzeichnung in der Kunstgeschichte (mit Beispielen von Dürer, Grandville, Hegenbarth und Picasso) kommen vorwiegend Säugetiere und Vögel vor, nebst einigen Reptilien. So gibt es Schimpansen, Löwen, Wasserbüffel, ein Schlanklori(!), Ziegen, Katzen, Baumkänguru, Schweine, Beos, Eisbär, Dackel, Kattas, verschiedene weitere Vögel, darunter Eule, Wellensittich, Papagei, Dohlen, Gänse und ein Schuhschnabel, auch einige Fantasietiere, des Weiteren echte Erdmännchen, Hulman-Affen, Antilopen, Kamel, Elefant, Schildkröte, einige Hundestudien, Ponys, Pferde und eine Maus am Schluss. Es geht also kunterbunt durch die Welt der Tiere.

Ich habe das Buch zunächst wie ein Bilderbuch betrachtet und mich an den Zeichnungen erfreut. Dann habe ich festgestellt, dass es zugleich eine Art Lehrbuch ist. Die Künstlerin gibt viele Hinweise zur Herangehensweise an eine Tierzeichnung, ausgehend von der Darstellungsabsicht, Art der Darstellung, Gruppenbild oder Einzeltier und Tipps zur Beobachtung von Tieren im Alltag. Verschiedene Materialien werden anhand von Beispielillustrationen erläutert, zusätzlich gibt es auf zwei Seiten so etwas wie didaktische Skizzen zum Tierskelett. Anders als andere Zeichenlehrbücher gibt es zwar keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen, dafür aber kurze erläuternde Texte zu jeder Illustration, die auch technische Aspekte des Zeichnens beinhalten. Vor allem spürt man die Freude an der Tierzeichnung und wird zu eigenem Tun angeregt. Deshalb und für die gelungenen Illustrationen 5 Sterne.


Wie zeichne und male ich Licht und Schatten
Wie zeichne und male ich Licht und Schatten
von José M Parramón
  Taschenbuch

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Einstieg ins Thema, 21. August 2012
Viele Kunstanleitungen beschränken sich auf Themen wie Linienführung, Farbe, Proportionen oder Materialkunde. "Wie male ich Licht und Schatten" von José M. Parramón ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung für alle, die eher gegenständlich malen oder zeichnen wollen. Anders als der Titel vermuten lässt, kommen nämlich auch Bleistiftzeichnungen vor, der Schwerpunkt liegt allerdings auf Malerei. Wobei Licht und Schatten ja für viele Materialien ein Thema ist, letztlich geht es um die Erzeugung von Hell und Dunkel-Werten, Verläufen, Schlag- oder Wurfschatten und Ähnlichen, um die Illusion von Dreidimensionalität herzustellen oder zu erhöhen oder das Bild lebendiger werden zu lassen.

Die insgesamt 112 Seiten des Buches gliedern sich in 8 Kapitel. Nach einer reich bebilderten Einführung (10 Seiten) in die Verwendung von Licht und Schatten in der Geschichte der Malerei, widmen sich 7 Kapitel eher praktischen Aspekten:
- Allgemeine Grundlagen (11 Seiten) behandelt physikalische und psychologische Aspekte des Lichtes
- Modellieren und Tonwertbestimmung (22 Seiten) zeigt, wie man das plastische Zeichnen von Modellkörpern oder Faltenwürfe üben kann
- Perspektive und Schatten (12 Seiten) erläutert die richtige Konstruktion von Schattenwürfen nach einer Lichtquelle
- Die Farbe der Schatten (8 Seiten) ist wichtig für alle Maler, die die richtigen Schattenfarben finden wollen
- in den restlichen 3 Kapiteln (39 Seiten) geht es schließlich um die Anwendung der Grundsätze mit vielen Beispielen aus der Kunstgeschichte. Auch Themen wie Lichtrichtung, Seiten- und Gegenlicht, Kontraste, Weißtöne, Hintergrund, Atmospäre und Ähnliches kommen vor. Auf den letzten 8 Seiten demonstriert der Autor schließlich, wie man ein farbiges Stilleben und ein Porträt mit Licht und Schatten malt.

Das Buch ist reichhaltig bebildert. Vor allem die vielen Abbildungen aus der Kunstgeschichte sind interessant, setzen allerdings voraus, dass man es auf eigene Arbeiten zu übertragen versteht. Am besten lässt sich vielleicht sagen, dass das Buch eine Mischung ist aus Studium/Analyse/Information über die Gesetzmäßigkeiten der Lichtführung und zusätzlich einigen Zeichen- und Malübungen, die das Gelernte anwenden. Ich würde es für Fortgeschrittene empfehlen, die beim Thema Licht und Schatten bisher unsicher waren. 5 Sterne.


Meilensteine - Wie große Ideen die Kunst veränderten
Meilensteine - Wie große Ideen die Kunst veränderten
von Florian Heine
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Einstieg in die Kunstgeschichte, 18. August 2012
Das Buch "Meilensteine-Wie große Ideen die Kunst veränderten" geht auf erfrischend neuem Weg an die komplexe Kunstgeschichte heran. Statt wie sonst die Kunst nach Epochen, Stilen, Künstlern oder Ländern zu sortieren, überlegte Autor Florian Heine, welche thematischen Ideen eigentlich die Kunst und damit unseren Blick auf die Welt veränderten. Über diese "Ideen", man könnte sie auch Techniken oder Themen nennen, nähert sich Heine großen Werken der Kunstgeschichte. So erfährt man einiges über grundlegende Inhalte der bildnerischen Darstellung, denn um die geht es vor allem in dem Buch, um bedeutende Werke der Malerei und Grafik (ein Kapitel über Fotografie ist die Ausnahme).

Nach einer kleinen Einführung - "Von der Höhlenmalerei zum Mittelalter" betitelt - und dem Kapitel über Giotto, einem Wegbereiter der Renaissance, widmen sich die folgenden 23 Kapitel ausschließlich wichtigen Themen und Techniken der Kunstgeschichte. So erfahren wir beispielsweise, wie sich die Porträtkunst entwickelt hat oder wie in der Kunst das Thema "Nacht" umgesetzt wurde. Ebenso wann Tiere oder Selbstporträt als Thema aufkamen, seit wann es Landschaftsdarstellungen gibt, oder wie Stilleben, bzw. Träume immer wieder Thema in der Malerei wurden. Dies ist außerordentlich aufschlussreich und diese kleinen Essays zu jeweils ca. 8 Seiten sind für sich genommen kleine thematische Kunstgeschichten. Andere Kapitel widmen sich eher technischen Aspekten, etwa der Druckgrafik, der Zentralperspektive, der Lithografie, der Deckenmalerei, der Darstellung von Schatten oder dem Action-Painting. All diese Themen sind im Grunde kurze historische Abrisse über die Entwicklung dieser Techniken und Stile.

Es folgen einige moderne Kunstrichtungen wie Abstrakte Kunst, Kubismus, Futurismus oder Pop-Art und hier kann man gut erkennen, welche Expansion an Stilen und Methoden uns das 20. Jahrhundert beschert hat. Die Texte sind gut lesbar und im Verein mit den Abbildungen sehr informativ. Wie bei Kunstbüchern üblich, ist alles reich und farbig bebildert. Der moderne Digitaldruck lässt bei den Abbildungen auch nichts zu wünschen übrig, viele sind ganzseitig oder zumindest halbseitig groß. Es sei noch angemerkt, dass das Format des Buches recht handlich ist, etwas kleiner als Din A4 und der Einband aus weichem, lackiertem Karton besteht (nicht wirklich Hardcover, aber deutlich fester als Taschenbuch) und alles fadengeheftet, also sehr haltbar verarbeitet ist. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. 5 Sterne


50 Klassiker Mythen und Sagen des Nordens: Die keltische und germanische Überlieferung
50 Klassiker Mythen und Sagen des Nordens: Die keltische und germanische Überlieferung
von Edmund Jacoby
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Überblick in unser nordeuropäisches Erbe, 18. August 2012
Die europäische Kultur bezieht ihren Sagen- und Mythenschatz vor allem aus zwei Quellen: Da ist zum einen die (meditteran-südliche) griechisch-römische Antike mit ihren vielen Götter- und Heldengeschichten (Odysseus, Ikarus und vielen anderen), die man oft zur klassischen oder humanistischen Bildung zählt. Andererseits gibt es den Sagenschatz des mittleren und nördlichen Europas, der in der Kultur der Kelten und Germanen wurzelt, aber auch frühchristliche Rittergestalten versammelt und der zu einer Zeit entstand, als das antike Römische Reich unterging. Zu diesem zweiten Bereich liefert der vorliegende Band eine in dieser Art seltene Zusammenstellung. Das Verdienst von Edmund Jacoby liegt vor allem darin, das Material gesammelt und geordnet zu haben, so dass sich hier auf einmalige Weise ein Überblick gewinnen lässt über die vielen kulturellen Einflüsse des Nordens. Dieser Schatz wird besonders in Literatur und Filmen lebendig gehalten, etwa in der Artussage mit Verfilmungen wie z. B. "der 1. Ritter" (1995) mit Richard Gere als Lanzelot und Sean Connery als König Artus. Oder in den vielen Robin Hood-Verfilmungen (zuletzt 2010 mit Russell Crowe als Robin), die im 13. Jahrhundert spielen. Nicht zuletzt wimmelt es im berühmten "Herr der Ringe" (2001-2003 verfilmt) von Zwergen, Elfen, Trollen und Feen, Gestalten alter nordeuropäischer Mythen, die bereits in der Edda auftauchen. Aber auch wer einfach durch die Lande reist, trifft immer wieder auf Zeugnisse der Überlieferung: Der berühmte Roland auf dem Marktplatz von Bremen beispielsweise ist eine frühchristliche Sagengestalt. Wer wissen möchte, was hinter der Figur des Roland steckt und warum er so verehrt wird, liegt mit diesem Buch goldrichtig.

Das Buch ordnet die verschiedenen Sagen und Mythen thematisch. Es gibt einen Bereich germanische Mythen, hierzu zählen Schöpfungsmythen und germanische Götter wie Odin, Thor oder die Erzählungen der Edda. Dann gibt es den Bereich der Heldenlieder, wie Beowulf, Wieland der Schmied oder Siegfried. Einige keltische Mythen folgen, z. B. Cú Chulainn oder Elfen und Feen. Artus- und Gralssagen werden vorgestellt, neben Artus und den Rittern der Tafelrunde auch Tristan und Isolde, Merlin, Lanzelot und andere. Es gibt einen Abschnitt zu Karlssagen, mit Genofa, Hildegard, Roland und Wilhelm von Orange und schließlich werden Sagen des Hochmittelalters erläutert, so etwa Tannhäuser, Robin Hood, El Cid oder Melusine, Meerjungfrauen und ähnliches.

Wie bei allen Büchern der Reihe sind die Essays reich bebildert. Hierdurch gewinnt man einen Einblick in die kulturelle Bedeutung dieser Mythen in Kunst, Musik, Literatur oder Film. Die einzelnen Texte, meist 4-6 Seiten lang, vermitteln immer wieder interessante Einsichten, etwa in den Ursprung unserer Wochentagsnamen. Wer wüsste sonst, dass der Dienstag aus "Ziustag" abgeleitet ist (Ziu ist der Gott der Rechtssprechung in der Edda). Jedem Abschnitt ist eine Übersichtsseite nachgestellt, auf der die Quellen der Überlieferungen dargestellt sind sowie Hinweise zu Literatur, Musiktiteln, Filmen oder Museen. Insgesamt ein sehr gelungener Überblick in die nordeuropäische Sagen- und Mythenwelt. 5 Sterne


Menschen der Renaissance: 100 Persönlichkeiten, die Geschichte schrieben
Menschen der Renaissance: 100 Persönlichkeiten, die Geschichte schrieben
von Robert C. Davis
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessanter Einstieg in die Renaissance, 18. August 2012
Die Renaissance erscheint aus heutiger Sicht eine der wichtigsten Epochen zu sein. Mit dem Beginn der Moderne änderte sich das Weltbild, überkommener Aberglaube wurde zunehmend in Frage gestellt. Nach dem Niedergang durch zahlreiche Pestwellen begannen Städte und Handel in Europa ab 1400 wieder aufzublühen. Jahrhundertelange Konflikte (England-Frankreich) wurden beigelegt, in Italien vergewisserte man sich seiner eigenen ruhmreichen Vergangenheit durch die Wiederentdeckung der antiken lateinischen Schriften und über diese entdeckte man auch die griechischen Autoren wieder: Der Humanismus war geboren. Durch Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern (um 1450) konnten Schriften nun weit verbreitet werden. Amerika wurde entdeckt und Europa begann eine nie dagewesene Expansion in andere Kontinente. In der Kunst entwickelte man mit der Perspektive wieder naturgetreue Darstellungen und eine allgemeine kulturelle Blüte folgte.

Der vorliegende Band "Menschen der Renaissance" von Robert C. Davis und Beth Lindsmith konzentriert sich in seiner Darstellung auf 100 Persönlichkeiten, die diese Epoche prägten. Berühmte sind darunter, wie Leonardo da Vinci, Christoph Kolumbus, Jakob Fugger, Michelangelo oder Kaiser Karl V. Aber genauso werden einige weniger bekannte vorgestellt und anhand ihrer Kurzbiographien gewinnt man Einsicht in wegweisende Veränderungen. Der Grieche Manuel Chrysoloras (1350-1415) beispielsweise siedelte 1397 von Konstantinopel nach Florenz um und brachte den italienischen Studenten an der dortigen Universität die altgriechische Sprache und Literatur nahe. Diese Studenten waren nach 700 Jahren die ersten Italiener, die das Altgriechische wieder beherrschten. Sie fertigten zahlreiche Übersetzungen der alten Texte an und verwandelten Florenz im 15. Jahrhundert zum Zentrum des Humanismus und der Renaissance. Es sind diese Essays über eher unbekannte Menschen, die das vorliegende Buch zu einer sehr anregenden Lektüre machen.

Der Band konzentriert sich auf die 200 Jahre von 1400 bis 1600. Abschnittsweise werden kürzere Epochen innerhalb der Renaissance zusammengefasst und den Kurzbiographien kurze Texte, beispielsweise zu den Epochen 1400-1450 oder 1450-1475, vorangestellt. Hierdurch gelingt zusätzlich eine Einordnung. Die einzelnen Essays sind 2-4 Seiten lang, jeder Artikel ist farbig bebildert, wodurch man auch einen kleinen Einblick in die Kunst der Zeit gewinnt. Das Buch ist fest gebunden, fadengeheftet mit festem, wertigem Papier. Insgesamt ein sehr interessantes, reich bebildertes Buch zum Thema. 5 Sterne.


Das europäische Geschichtsbuch: Von den Anfängen bis ins 21. Jahrhundert
Das europäische Geschichtsbuch: Von den Anfängen bis ins 21. Jahrhundert
von Frédéric Delouche
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Blick auf die Geschichte Europas, 4. April 2012
Prima, endlich gibt es ein Europäisches Geschichtsbuch. Geschichte wird traditionell noch zu stark als Geschichte einzelner Länder und Reiche aufgefasst. Gerade an Schulen beginnt man erst langsam, eine Perspektive einzunehmen, die über das eigene Land hinausweist und dieses in einen größeren Kontext einbettet. Das Europäische Geschichtsbuch kommt da gerade recht. Eine europäische Perspektive einzunehmen ist heute wichtiger denn je, denn es gibt Gemeinsamkeiten, die diesen Kontinent von anderen unterscheiden und die eine gemeinsame Betrachtung erforderlich machen.

Auch unter den Autoren wird der europäische Gedanke konsequent verfolgt. Fünfzehn Historiker aus dreizehn Ländern haben mitgearbeitet, um unter der Regie von Frédéric Delouche insgesamt zwölf Kapitel zu erstellen, die chronolgisch diesen Kontinent unter die Lupe nehmen. Nach einer Einführung zu den Wesenszügen Europas (Geographie, Sprachen, Kultur) beginnt es im ersten Kapitel mit der Ur- und Frühgeschichte bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. Auch dies, zeitlich gesehen ein weiter Blick, der von den Neandertalern bis zur griechischen Hochkultur reicht. Nach dem Römischen Reich (2. Kapitel), dem Byzantinischen Reich (3. Kapitel) wird auch dem Mittelalter (4. Kapitel) und der Renaissance (5. Kapitel) eine europäische Perspektive zuteil und nicht anders geht es, denn Christentum und kultureller Aufbruch haben sich europaweit ausgebildet. Im 6. Kapitel wird auf die folgenreiche Expansion nach Übersee eingegangen, die Entdeckungen und Kolonisierungen der Spanier, Portugiesen, Engländer, Franzosen und Holländer (Amerika, Indien, Gewürzinseln, Australien) und die bis heute spürbaren Folgen.

Weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Aufklärung, dem Weg in die Moderne (19. Jahrhundert), den Kriegen des 20. Jahrhunderts und dem aktuellen Europa bis einschließlich 2011. Der konsequent europäische Zugriff macht dieses Buch unter den üblichen Geschichtsbüchern zu einer Ausnahme. Der Band ist reichhaltig bebildert und von der Form her eher ein Lesebuch für die historisch interessierte Allgemeinheit. Trotzdem könnten Schüler und Studenten gleichermaßen von der Lektüre profitieren und einen weiten Blick auf die Geschichte des Kontinents gewinnen. Für Idee, Aufmachung und Umsetzung deshalb 5 Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2014 1:23 PM MEST


Das Mittelalter: Ritter, Kreuzzüge und Königreiche
Das Mittelalter: Ritter, Kreuzzüge und Königreiche
von Ulrike Bischoff
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener und reich bebilderter Einstieg ins Mittelalter, 4. April 2012
Das Mittelalter weckt immer wieder die Phantasien des modernen Menschen. Vom "dunklen Zeitalter" ist zuweilen die Rede, von Mönchen, Klöstern und Stadtgründungen, von Ritterburgen und Minnesängern ebenso wie von den Fahrten der Wikinger oder den Kreuzzügen in den Vorderen Orient. Zweifellos umfasst das Mittelalter eine Fülle von Ereignissen und Lebensformen. Auch wenn man sich wie der vorliegende Band auf die 500 Jahre von 1000 bis 1500 beschränkt und sich auf Europa als Schauplatz begrenzt, so bleibt doch eine unübersehbar große Zahl an Königen, Reichen, Vorkommnissen und kulturellen Veränderungen, so dass notgedrungen eine Auswahl getroffen werden muss, um einen Einstieg ins Thema zu finden.

Das Buch "Das Mittelalter" von Hywel Williams schafft dies meiner Meinung nach auf beeindruckende Weise. Neben den Ottonen und Kapetingern zeigt er wie die Normannen England und Sizilien eroberten, wie die Städte entstanden, und erläutert Investiturstreit, Staufer-Dynastie und das Angevinische Reich. Zwei Kreuzzüge werden geschildert (der dritte und der Albigenser Kreuzzug), das muslimische Spanien (immerhin waren die Araber fast 800 Jahre auf der Iberischen Halbinsel) findet seine Berücksichtigung, aber auch der Hundertjährige Krieg, Avignon und das Abendländische Schisma, sowie der Aufstieg von Florenz.

Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht nur Könige und Reiche aufgeführt werden, sondern dass auch kulturelle Aspekte berücksichtigt wurden. In den hinteren Kapiteln werden Heilige, Reliquien und Ketzer behandelt, die mittelalterliche Gesellschaft und die mittelalterliche Kultur. Die vielfältigen, prächtigen Farbabbildungen (Malereien, Architekturfotografien, Skulpturen, einige Karten) tun ihr Übriges, um sich ins Mittelalter hineinzudenken und die Atmosphäre nachzuspüren. Als Einstieg ins Thema eignet sich der Band sehr gut, die essayartig verfassten Artikel (8-10 Seiten lang) sind gut lesbar und machen Lust, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. 5 Sterne.


50 Klassiker Romane vor 1900: Große Romane aus vier Jahrhunderten
50 Klassiker Romane vor 1900: Große Romane aus vier Jahrhunderten
von Barbara Sichtermann
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswerte Zusammenschau der Weltliteratur vor 1900, 4. April 2012
Um ein Klassiker zu werden, braucht es Zeit. Nur im Abstand von Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten zeigt sich die wirkliche (und damit zeitlose) Qualität eines Werkes. Mehr als auf andere Werke trifft damit die Bezeichnung "Klassiker" auf solche Romane zu, die, wie in diesem Band versammelt, vor 1900 geschrieben wurden und die immer noch gelesen werden. Hier sind sie versammelt, berühmte Werke, die ohne jeden Zweifel zur Weltliteratur zählen, vielfach bekannte Geschichten, die zwar auch verfilmt, als Comic gezeichnet oder als Kinderbuch vereinfacht wurden, in ihrem Original aber immer noch äußerst lesenswert sind.

Der hervorragend zusammengestellte Band von Barbara Sichtermann und Joachim Scholl versammelt die 50 wichtigsten Romane vor 1900. Dass jeder einzelne davon zum allgemeinen Bildungsgut zählt, braucht kaum hervorgehoben zu werden: Don Quijote von Cervantes gehört selbstverständlich dazu, Defoes Robinson Crusoe, Gullivers Reisen von Jonathan Swift, der Tristram Shandy von Sterne, Stolz und Vorurteil von Jane Austen, Ivanhoe von Walter Scott, auch Frankenstein von Mary Shelly fehlt nicht. Rot und Schwarz von Stendhal wird aufgeführt, Der Glöckner von Notre Dame von Victor Hugo, Balzacs Verlorene Illusionen, der Graf von Monte Christo (Dumas), Moby Dick (Melville), Onkel Toms Hütte (Beecher Stowe), Madame Bovary (Flaubert), Schuld und Sühne (Dostojewski), Krieg und Frieden (Tolstoi), Jules Verne mit Reise um die Welt in 80 Tagen, Tom Sawyer und Huck Finn (Twain), die Schatzinsel (Stevenson) und die Dschungelbücher (Kipling).

Es ist nicht nur das Wiederentdecken von alten Bekannten, das die Freude an diesem Band ausmacht. Wie gewohnt gibt es zu jedem Titel vielfältige Abbildungen und Hintergrunderläuterungen zum Werk und zu den Autoren. Es regt auch an, das eine oder andere Werk vielleicht mal im Original zu lesen (zumindest die englischen Werke könnte man mal versuchen), sie wieder zu lesen (denn sie lohnen auch mehrfache Lektüre im Abstand von einigen Jahren) oder überhaupt erstmals zu lesen, denn Weltliteratur wird an Schulen doch nur sehr bruchstückhaft vermittelt (gerade wer kein Russisch oder Französisch hat, kommt mit Dostojewski oder Balzac nicht mehr ohne Weiteres in Kontakt). So ist dieses Buch uneingeschränkt empfehlenswert. Ein Kompendium des Weltliteratur-Schatzes, in dem man immer stöbern kann. 5 Sterne.


Kunst. Die ganze Geschichte
Kunst. Die ganze Geschichte
von Stephen Farthing
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überaus ansprechender Einstieg in die Welt-Kunst, 2. April 2012
Es gibt wenige Kunstgeschichten in einem Band, die gleichermaßen übergreifende Darstellungen zu Epochen oder Künstlergruppen behandeln, als auch ausführlich Einzelwerke darstellen, die jeweils repräsentativ für eine Richtung oder eine Epoche sind. Stephen Farthings Buch "Kunst, die ganze Geschichte", 2011 im Dumont Verlag erschienen, versteht dies auf ausgezeichnete Weise. Auf 576 reich bebilderten Seiten macht er das fast Unmögliche möglich. Dabei spricht sowohl die Art der Darstellung (durchgehend hochwertige farbige Abbildungen mit vielen Detailausschnitten) als auch der sehr lesbare Text an. Die Überblicksartikel (z. B. zur Altägyptischen Kunst, zur Griechischen Kunst oder zum Symbolismus) sind meist 2 bis 4 Seiten lang, die Darstellung von Einzelwerken erfolgt meist auf einer Doppelseite mit Bild, Text und Detailauschnitten des Werkes.

Es ist dieser Aufbau des Buches aus kurzen, aber prägnanten Einzelessays, der das Lesen zum Vergnügen macht. Sehr schnell liest man sich an einer Stelle fest, blättert dann etwas weiter und findet ein weiteres interessantes Werk zur gleichen Epoche, nur um schließlich nach und nach alle benachbarten Seiten auch noch verschlungen zu haben. Diese Kunstgeschichte braucht definitiv nicht der Reihe nach von vorne bis hinten durchgelesen zu werden. Es findet sich an jeder Stelle ein spannender und interessanter Einstieg. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Zugang zur Kunst weit gefasst ist und auch außereuropäische Kunst und Kunst der Steinzeit, der Sumerer, Präkolumbianische Kunst oder Chinesische Kunst beinhaltet. Alte Buchkunst (Book of Lindisfarne, der blaue Koran) kommt genauso vor wie Teppichkunst, Vasenkunst und Skulpturen, alte römische Theater genauso wie Gemälde aller Art.

Natürlich sieht man hier auch viele berühmte Gemälde wieder, die "Mona Lisa" etwa von Leonardo da Vinci, "Las Meninas" von Velázquez oder "Caféterrasse am Abend" von Van Gogh, aber es sind gearde die etwas unbekannteren, exotischeren und nicht minder wertvollen Werke, die das Stöbern in Farthings Buch so anregend machen. Wer weiß schon etwas über koreanische Kunst, die Kunst der Tang, Song und Yuan, über hinduistische Kunst oder hat schon mal das "Sioux-Gewand der Großen Krieger" aus dem frühen 19. Jahrhundert gesehen, eine kunstvoll bemalte indianische Büffelhaut? Es gibt eben mehr auf der Welt als europäische Kunst. Deshalb trägt das Buch den Titel zurecht: "Die ganze Geschichte" schließt eben auch die außereuropäische Kunst mit ein. Dafür und für die ansprechende Darstellung: 5 Sterne.


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