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Rezensionen verfasst von
Otto Extremverbraucher "blubb"

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Bad Magic
Bad Magic
Preis: EUR 5,90

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Gedicht!, 31. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Bad Magic (Audio CD)
Nur ohne Reime. Nun so ganz stimmt das nicht. So wie es auch heißt, Geschichte wiederhole sich nicht, sie reime sich nur, so könnte man bei einem Motörhead Album konstatieren: es reimt sich auf die davor erschienenen. Und genau das schätze ich an Motörhead. Es gibt wohl keine andere Band, die ihren Stil so konsequent beibehalten hat. Es gibt Leute, die sagen, es höre sich doch alles gleich an, was die Truppe um den unverwüstlichen Kilmister seit Jahren auf die Beine stelle. Da halte ich dagegen: ein Bourbon schmeckt prinzipiell auch immer nach Bourbon. Es sind die Nuancen, die der Kenner wahrnimmt und zu schätzen lernt. Darum ist die Vorgehensweise bei der Analyse eines Motörhead Albums auch der Verkostung eines Whiskys sehr ähnlich. Irgendwie schmeckt er immer wie Whisky, aber eben nicht wie jeder andere.

Widmen wir uns also dem vorliegenden, neuesten Auswurf aus dem Hause Motörhead unter der Leitung von Cameron Webb, der auch dieses mal seine unverkennbare Handschrift in das Album einfließen lässt. Gottlob wagt auch er keinerlei Experimente und fügt sich so den ungeschriebenen Gesetzmäßigkeiten, die den Erfolg der alten Haudegen garantieren. Never change a running system. Bei aller Kontinuität fallen jedoch zwei entscheidende Unterschiede ins Gewicht:

1. Das Album wurde zwar im Studio, aber als Band im Ganzen aufgenommen. Das verleiht der Produktion die Dreckigkeit und das Rauhe, was wir von frühen Werken der Band kennen.
2. Lemmy trinkt nun aus gesundheitlichen Gründen (Cola+Diabetes=Böse) Wodka Orange.

Trotz dieser Störeinflüsse und gesundheitlichen Unregelmäßigkeiten haben wir es hier mit gehobener Hausmannskost zu tun, die wie erwartet nach Motörhead riecht, klingt und schmeckt; und dabei wie immer mit einigen Highlights aufwarten kann. Wirklich jedes mal, wenn man einen Longlpayer mit dem berühmten Maskottchen Snaggletooth in ein Laufwerk legt, benötigt man eine gewisse Eingewöhnungsphase, um das anschließende Geschehen einordnen zu können. Dass sich uns Lemmy stimmlich innerhalb einer einzigen Oktave bewegt und mehr knarzt und grunzt als singt, setzt der geneigte Motörhead-Fan inzwischen voraus. Es erstaunt schon, dass der alte Sack überhaupt noch einen Ton zu Wege bringt. Aber Ok.

Zu Beginn die glasklare Ansage: "Victory or die!". So startet das Trio in einem Getöse, in dem man sich schon fürchtet, dass die Jungs nun ihr Pulver vorzeitig verschossen haben könnten. Sehr eingängige Nummer, die im Vorfeld schon veröffentlicht wurde, mir aber erst zwei Tage vor Erscheinen des Albums über den Weg lief. Glücklicherweise! Die Vorfreude auf das gesamte Werk hätte mir den Schlaf geraubt. Dreckigster Motörhead Sound fein säuberlichst hingerotzt! Was sollte denn da bitte noch kommen??

Diese Frage beantwortet die Truppe im Alter eines Kapitalanlagenweinkellers souverän mit dem nächsten Track und lehrt uns das Fürchten vor "Thunder & Lightning". Zu diesem Zeitpunkt zähle ich bereits das zweite Highlight auf diesem fulminant startenden Album. Hallelujah! Fast hätte ich die Schönheit von Phils Soli vergessen - die hauen mich mich in diesem Gemisch aus Benzin und Stahlnieten aus der Komfortzone via Schleudersitz ins Rock'n'Roll'à'la'Motörhead'Universum!

Was nun kommt, verlangsamt die ganze Scheibe zunächst und es stellt sich eine klitzekleine Verschnaufpause ein. Bluesrock der härteren Gangart, allerdings mit einem etwas faden Refrain. Keine schlechte Nummer, aber auch einfach kein Highlight.

Mir persönlich ist der nächste Song "Shout Out All of your lights" auch nach einigen Durchläufen noch nicht wirklich im Ohr hängengeblieben. Zu viele Wechsel von Mid-to-Up-Tempo und Stil. Ich ahne aber, dass es nur eine kurze Weile (und ein paar Jacky-Cola) dauert, bis der Song zündet.

Das hochgelobte "The Devil" darf ebenfalls als schwierige Nummer eingestuft werden. Man merkt die Qualität, ist jedoch als einfach gestrickter Fan wie ich es bin, erst mal etwas überfordert und man benötigt wirklich Geduld, um dem Ganzen eine Chance zu geben.

Der zweite Song, der im Vorweld veröffentlicht wurde. Mit "Electricity" wird wieder der headbangende, 12-jährige Rotzlöffel vollstens bedient: punkig, unvollkommen, eingängig und schnell. Voll auf die Zwölf!

Naja, die Zwölf wären ehrlich gesagt einen Tacken zu viel. Die Elf ist da schon näher dran. Denn was mit "Evil Eye" feilgeboten wird, spottet jeder Beschreibung und darf getrost als erste und fast einzige "Gänsehautgranate" auf diesem Album buchgeführt werden. Zum Bierglas-Wegschmeissen-und-komplett-ausrasten! Entsprechend kurz ist das Geschrubbe und Gegrunze. In der Kürze liegt die Würze...

Man sollte an der Stelle nicht zu tief Luft holen. Schließlich bescheren uns die drei Herrschaften inmitten ihrer nie dagewesenen Post-Midlife-Crisis in den nächsten drei Minuten mit "Teach Them How To Bleed" noch weitere ernst zu nehmende Muskelfaserrisse im Nacken. Hier ist der Titel Programm.

So. Für mich ist nun das Album schon so gut wie gelaufen. Es gibt kaum etwas, was ich mehr hasse, als Motörheads Balladen. Gähn! Skip und zwar schnell. Ja, auch Lemmy hat Gefühle. Ich auch. Aber nur negative, wenn ich BALLADEN hören muss. Soll ich nun das Feuerzeug in die Lüfte halten, oder was? Ich will meinen Kopf in den Nacken legen und das Testosteron vom Sack in den Kopf steigen lassen! Wenn ich Balladen hören wollte, würde ich mir Metallica oder Doro Pesch reinziehen. Zumal diese Ballade mit den ersten drei Riffs klingt wie "Hotel California". Schrecklich!

Glücklicherweise werde ich mit "Tell Me Who To Kill" aus diesem Albtraum wach gerüttelt und ich sehe mich wieder mit ordentlichem Bums aus der britischen Hardrockschmiede konfrontiert. Auch dieses Stück erinnert in den Anfangstakten an einen anderen Song, nämlich einen der "Another perfect day". Komme nur nicht darauf, auf welchen. Wenn mich nicht alles täuscht "Marching Off To War". Egal, das ändert sich nach wenigen griffigen Noten und man fühlt sich schnell in die "Motörizer" zurückversetzt. Schön matschig-schlammiger Motörhead Sound á la "Runaround Man" oder "Time Is Right"..

"Choking On Your Dreams" könnte ebenfalls auf die "Motörizer" oder "The Wörld Is Yours", aber auch auf "Orgasmatron" passen; düster, grollend und schnaubend wie eine Dampflok.

Das letzte Schmankerl auf dem Silberling rundet in Rock'n'Roll-Manier mit "When The Sky Comes Looking For You" die Sache ab. Immer noch als Band im Studio unterwegs, klingt dieser Abschluss wie Parmesan auf selbst gemachten Spaghetti. Herrlich! Genussvoll! Eichenfassgereift.

Das Cover von den Rolling Stones am Schluss kommentiere ich lieber nicht. Lemmy beweist zwar Gesangsqualitäten, aber was soll der Mist? Ebenso unverständlich wie "Enter Sandman", wofür die völlig unterschätzte Gruppe ihren einzigen Grammy Award verliehen bekam. Welch eine Schande.

Fazit: sehr, sehr gelungenes Werk, auch wenn ich nicht die Bestnote vergeben kann, weil mich andere Kompilationen seit "Inferno" schon etwas mehr in den Bann zogen. Dennoch darf man getrost feststellen: Lemmy weiß, dass es zu früh gewesen wäre, aufzuhören. Ich hoffe, dass nach Studioalbum 22 noch die magische 23 daherkommt. (Jaja, ich weiß, die erste Scheibe erschien zweimal..)..Wenn nicht, war das ein krönender Abschluss der fast siebzigjährigen und immer noch lebenden Legende.

So long! Thanks for all the fresh fish!

EDIT: Punktabzug von 0,5 Sternen - macht aufgerundet immer noch 5
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2015 9:38 PM MEST


Aftershock
Aftershock
Preis: EUR 10,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großer Wurf mit kleinen Schwächen, 19. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Aftershock (Audio CD)
Wer Motörhead bestellt, bekommt Motörhead. So einfach ist das. Dieses simple Prinzip wird erneut durch den vorliegenden Tonträger bestätigt.

Bei dem Werk handelt es sich um eine konsequente Fortsetzung Cameron Webbs' Konzeptes des "ehrlichen, dreckigen Rock'n'Roll der Marke Motörhead".
Was macht sie erfolgreich? Keine Experimente, keine Überraschungen, kein Tamtam. Und das ist gut so. Motörhead und allen voran Frontfibrom Lemmy ist inzwischen so etwas wie der Fels in der Brandung, der von der Zeit gezeichnet wird. Und dabei seinen Feinschliff erhält.

Dennoch unterscheidet sich das Album zu den meisten anderen. Es ist zur Abwechslung mal abwechslungsreich.

Der Opener "Heartbreaker" eröffnet das Fest mit einem Kaliber der Sorte "Runaround Man" auf dem Album Motörizer. Wunderbarer Kickstart, womit dieses Album direkt an den beiden Vorgängern anknüpft.

Kaum angefixt, wird es schon fast unverschämt. Wozu lange um den heißen Brei rocken, wenn es auch direkt auf die Zwölf geht?!? Und so kann das Trio Infernale mit "Coup de Grace" den Ofen schon mit der zweiten Schippe zum Glühen bringen.

Eine kurze Verschnaufpause gibt es mit "Lost women blues", was zwar zunächst zum Kopf-ins-glas-hängen einlädt, aber dann doch mit ordentlich Schmackes abschließt.

Kaum am Chillen, wird man wieder wachgerüttelt durch den rollenden Brecher "End of time".
Spätestens hier offenbart sich dem geneigten Motörhead die Qualität des Albums in Gänze. Dieser Song und sogleich der darauf Folgende reihen sich stolz in die seit "Inferno" anhaltende kreative Hochphase dieser alten Hasen ein.

"Do you believe" gebärt sich ein wenig wie "Bye, Bye, bitch, bye, bye" oder "Get back in line". Wer hier nicht die Stirn abwechselnd gen Himmel und Erde führt, leidet an Genickstarre.

Kein Motörhead Album ohne einen mittelmäßigen bis schlechten Song. An der Stelle würde ich klar "Death Machine" als jenen welchen benennen. Zündet einfach nicht wirklich und rangiert erst mal als Lückenfüller Nummer eins.

Als nächstes steht "Dust And Glass" auf dem Programm. Definitiv ein klasse Song für diejenigen, die sich auch mit Balladen auseinandersetzen können und wollen. Ich tue das jedenfalls nicht so gerne, schon gar nicht bei Motörhead. Umso überraschender, dass ich inzwischen diesen Titel ins Herz schließen konnte - hat aber einige Tage gebraucht.

Mit "Going To Mexico" werde ich nicht enttäuscht. Kurzweilig, flott, typisch. Fans von Lemmy's Rickenbacker kommen hier auf ihre Kosten. Donnert der doch bei diesem musikalischen Erguss volles Rohr im Einklang mit den Stimmbändern des Bassisten. Großartig!

Im Midtempo geht es mit "Silence When You Speak To Me" weiter, allerding erweist sich der als zweiten Lückenfüller, mit dem ich mich auch einige Durchläufe später nach wie vor nicht anfreunden kann. Das Ding hätte das Reissbrettt nicht verlassen dürfen.

Viel schneller wird's mit "Crying Shame" zwar nicht, dafür kommt aber gute Laune auf. Nette Grooves, und es ist sogar ein Klavier zu hören.

Unbeschreiblich geht es mit Song 11 zur Sache. DEM SONG auf dem Silberling. Als wäre er der "Ace of Spades" entsprungen. Sehr fein hin gerotzt! So muss Technik! Ein echter Meilenstein. Es gibt keine Worte dafür, was diese alten Säcke da auf die Scheibe geklatscht haben. Dieses Stück Motörheadgeschichte verdient den goldenen WasWeißIch.

Es folgt Hausmannskost. Keine Brecher, aber die beiden Stücke haben es aber auch nicht leicht nach dem Knaller in der elften.

"Keep your powder dry" darf man getrost als Lückenfüller drei bezeichnen. Damit ist leider die Chance zum Knalleralbum schlechthin vertan..
"Paralyzed" lässt die etwas bräsige Schlussphase eines ansonsten gelungenen Album würdevoll abschließen.

Fazit: Dank an Lemmy. Auch wenn diesmal die Scheibe (bis jetzt) (und an ganz wenigen Stellen) nicht ganz so rund läuft wie der ein oder andere Vorgänger -
für den Wert eines Fläschchens Bourbon halte ich hier einen Output in Händen, der mich wie fast alle Alben dieses Gespanns den nächsten Winter überstehen lässt.

Die weniger starken Nummern überhören wir galant und die Vierkommazwo Sterne runden wir großzügig auf fünf auf.


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