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silentsign

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Kilo Two Bravo (Blu-Ray)
Kilo Two Bravo (Blu-Ray)
DVD ~ David Elliot
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ... vielleicht der beste und dramatischste britische Kriegs-Thriller seit Jahren., 15. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Kilo Two Bravo (Blu-Ray) (Blu-ray)
Inhalt: September 2006, Afghanistan: Eine Einheit junger britischer Soldaten um Corporal Mark Wright (David Elliot) wird auf Patrouille geschickt. Die Gruppe macht sich von ihrem Außenposten zur Kajaki-Talsperre im Süden des Landes in der Provinz Helmand auf, um die Taliban dort von einer Straßensperre zu vertreiben und die Umgebung zu überwachen. Als die Männer auf dem Weg ein ausgetrocknetes Flussbett passieren, tritt einer von ihnen auf eine Landmine - übriggeblieben von der russischen Besatzung 1979/80. Seine Kameraden eilen ihm zu Hilfe, nur um herauszufinden, dass auch sie von Minen umgeben sind und jeder Schritt ernsthafte Verletzungen oder gar den Tod zur Folge haben könnte. Der Trupp sitzt in der Falle...

"Kajaki", oder "Kilo Two Bravo" ist der erste abendfüllende Spielfilm des Regisseurs Paul Katis. Katis, der zuvor ausschließlich Shorts und Dokumentationen verfilmte, zeigt aber gleich in der Eröffnungsszene, worauf es beim Film ankommt: das Spiel mit der Kamera und den Protagonisten. Sein Film "Kilo Two Bravo" erzählt die Ereignisse vom 6. September 2006 in Afghanistan nach. Ereignisse, die später als "Kajaki Minenfeld Vorfall" bekannt wurden. "Kilo Two Bravo" ist ein Kriegsfilm, ein Film über einen langen Tag im Leben einer kleinen Einsatztruppe und gleichzeitig ein Streifen, der eindrucksvoll beweist, dass es eben kein horrendes Budget und Mega-Superstars braucht, um einen spannenden Streifen zu inszenieren.

Wer aber glaubt, dass es hier satte Action alá "The Hurt Locker" oder "Black Hawk Down" gibt, der irrt. "Kilo Two Bravo" bleibt bodenständig und begleitet eine Handvoll britischer Ranger auf einer Erkundungstour - und wie diese mitten in ein Minenfeld tappen. Soll heißen: im ganzen Film wird (zumindest von den britischen Militärs) kein einziger Schuss abgefeuert. Hier geht es ums nackte Überleben, um Angst, Panik und vor allem aber um die Rettung von Kameraden aus einer brenzligen Situation. Dass dies ungemein spannend sein kann, beweist "Kilo Two Bravo" mehr als eindrucksvoll. Nach einem etwas behäbigen, aber dennoch interessantem Start kommt die Geschichte dann doch relativ schnell ins Rollen und plötzlich findet man sich als Zuschauer inmitten der Panik eines schief gelaufenen Einsatzes wieder. Authentizität ist hierbei und beständig das große Stichwort. Keine übermässigen Explosionen oder wildes hirnloses Herumgeballer mit Wackelkamera, nein. Mit eindrucksvoller Wucht wurde Realismus auf die Leinwand gezimmert: schwitzend, dreckig, blutig. Was nicht heißen soll, dass "Kilo Two Bravo" gänzlich auf Action verzichtet. Diese beschränkt sich aber auf die verzweifelte Rettung der Kameraden und gepaart mit der ständigen Furcht vor einer weiteren unentdeckten Mine ergibt sich daraus eine extrem spannende Mischung.

"Kilo Two Bravo" ist eben kein typischer Hollywood-"Over-the-Top"-Actionfilm. Er bleibt beständig am Boden der Tatsachen und konzentriert sich mit seiner Riege an überwiegend noch namenlosen Schauspielern auf das Wesentliche. Einzig David Elliot aus "The Club" und Mark Stanley dürfte ein paar Zuschauern aus der aktuellen Staffel von "Game Of Thrones" ein Begriff sein. Sie alle machen aber einen sehr guten Job und spielen glaubwürdig in Katis nervenaufreibendem Drama. Ist der nächste Schritt zu viel? Kann ich doch noch einen Fuß nach vorn schieben? Irgendwann kommt der Punkt, an dem der Zuschauer völlig gebannt den Film verfolgt und kaum noch blinzeln mag, so ungeheuer hoch ist die Spannung. Dabei kommt der Film ohne viele Schauplatzwechsel aus und bleibt am Geschehen. Ein weiterer Pluspunkt. Selbst der minimalistische Score schwingt nur im Hintergrund beiläufig mit.

Ja, "Kilo Two Bravo" ist eine Geschichte über Heldentum im Angesicht extremer Widrigkeiten und überdies ein absolutes Muss für jeden, der wissen will, was "Moderner Krieg" wirklich bedeutet. Intensiv und absolut fesselnd, ist "Kilo Two Bravo" vielleicht der beste und dramatischste britische Kriegs-Thriller seit Jahren.


Dealer [Blu-ray]
Dealer [Blu-ray]
DVD ~ Dan Bronchinson
Preis: EUR 15,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zügiger und straffer Run voller schmieriger Figuren, zwielichtiger Geschäfte, blutiger Eskalationen und druckvollem Tempo, 4. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Dealer [Blu-ray] (Blu-ray)
Dealer Dan (Dan Bronchinson) möchte endlich mit seiner düsteren, drogenreichen Vergangenheit abschließen. Um seine Altlasten hinter sich zu lassen und sich mit seiner Tochter nach Australien abzusetzen, muss er aber einen letzten Deal abwickeln. Die 45.000 Euro, die als Gewinn winken, kann er für den Start ins neue, unbeschwerte Leben auch nur zu gut gebrauchen. Für den Auftrag, bei dem ein Kilo Koks involviert ist, bleiben ihm jedoch nur drei Stunden Zeit und entwickelt sich zu seinem Leidwesen schnell zu einem wahren Höllentrip. Sowohl die Polizei als auch skrupellose Gangster heften sich an seine Fersen und bald steht nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem er alles daran setzt, seine Tochter und sich selbst zu retten.

Regisseur Jean Luc Herbulot hat sich für "Dealer" nach eigener Aussage von der treibenden Impulsivität eines "Lola rennt" und den Low-Budget-Produktionsbedingungen eines "Pusher" inspirieren lassen. Demzufolge erfindet sein Streifen das Rad in Bezug auf Story und Ablauf nicht wirklich neu und ist nüchtern betrachtet nur eine weitere Schilderung des nach und nach eskalierenden Kleinkriminellen-Alltags in Frankreich Vororten und Ghettos. Drogendeals, Prostitution, Porno-Geschäfte, Prügeleien und ein rastloses Hetzen von einem Schauplatz zum nächsten stehen an der Tagesordnung. Doch irgendwann lockt der große Deal, welcher das Ticket raus aus diesem Teufelskreis verspricht und bei dem natürlich alles schief läuft, was schief gehen kann.

Wer Filme mag, die wirken, als seien sie frisch auf die Straße gerotzt worden, die Druck ausüben und bei denen man förmlich spürt, wie sich der Galgenstrick immer fester um den Hals des verzweifelt-überforderten Kleingangsters zieht, ist mit "Dealer" mehr als gut bedient. Rasant geht es von Anfang an und ohne großartige Einführung quer durch die Stadt - mit einigen wüsten und blutigen Einlagen. An manchen dieser Stellen wünscht man sich zwar, der Streifen würde noch etwas mehr aufdrehen und damit völlig aus der Spur springen, doch durch zahlreiche Stilmittel wie großspurige Texteinblendungen, Voice-over-Begleitung des Protagonisten, Spielereien am Farb-Regler, einen unglaublich stürmischen Schnitt und eine richtige Mischung aus Tempo, Härte und Anspannung ist man als Zuschauer mitten im Geschehen drin. Auch die knackige Laufzeit von nur 75 Minuten ist genau richtig, um unnötige Längen zu vermeiden und stets geradlinig sowie schnörkellos nach vorne zu ziehen.

"Dealer" bemüht sich daher auch selten um Originalität oder gibt vor, mehr zu sein als er letztendlich ist. Ein zügiger und straffer Run durch das schmutzige Low-Budget-Kino, voller schmieriger Figuren, zwielichtiger Geschäfte, schockierender, blutiger Eskalationen sowie druckvollem Tempo und ansprechendem Soundtrack. Mehr braucht es manchmal nicht.


Mörderland - La Isla Minima [Blu-ray]
Mörderland - La Isla Minima [Blu-ray]
DVD ~ Javier Gutierrez
Preis: EUR 15,99

4.0 von 5 Sternen Ein sehr guter spanischer Thriller..., 4. August 2016
1980 in tiefsten Süden von Spanien: Ein Serienkiller treibt sein Unwesen und eine Reihe an brutalen Morden an jungen Frauen in einem abgelegenen Städtchen bringt zwei ungleiche Ermittler der Mordkommission zusammen, die in den Fällen ermitteln sollen. Mit großen Unterschieden in Fragen ihrer Weltanschauungen müssen die Polizisten Juan (Javier Gutierrez) und Pedro (Raul Arevalo) ihre Meinungsverschiedenheiten außen vor lassen, wenn sie den Killer fassen wollen...

Mit einem spanischen Beitrag kann man kaum viel falsch machen. Und mit einem Krimi der alten Schule erst recht. Die Story von "Marshland" mag dabei nun wirklich nicht gerade neu sein, denn wieder einmal sind es zwei sehr ungleiche Partner die hier zum Lösen des Falls zur Zusammenarbeit gezwungen worden sind, wieder einmal ist es so, dass einer der beiden eine etwas undurchsichtige und sogar düstere Vergangenheit hat, die er mit lockerem alkoholischem Umgang zu ertränken versucht. Und das der jüngere gerade Vater geworden ist, versteht sich fast von selbst. Auch das Auftauschen von vergewaltigten und misshandelten Mädchenleichen kommt einem aus anderen Filmen sehr bekannt vor, aber darüber hinaus hat "Marshland" eine sehr geniale fotographischen Komponente zu bieten, die den Zuschauer mit von oben gefilmten Bilderfluten fasziniert und immer genau die perfekte Einstellung für einen Szene finden kann. Mal weit vom Geschehen weg, sich einen Überblick verschaffend und im Regen fotografiert, mal mit dem grüngrauen, bedrohlichen Sumpf, dem in der Abendsonne sich langsam verdunkelndem Himmel und dem beleuchteten alten Auto der beiden Detectives in der Seitenansicht - man findet immer ein Bild, das einem gefallen kann.

Dazu kommt eine sehr passende dreckige Kleinstadt, in der die Arbeitslosigkeit hoch und die Arbeit selbst hart ist... und damit ergibt sich eine recht spannende Hatz nach dem Killer. Gerade auch die ausufernde Aussichtlosigkeit der Menschen, die immer und immer wieder mal mehr mal weniger offensichtlich thematisiert wird trifft ins Ziel und untermalt die Situation nur noch besser. Und auch wenn es in der nun folgenden Ermittlungsarbeit kaum Umwege oder Sackgassen gibt, nur wenige verschlagene oder hinterhältige Mitwisser, so ist es hier das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller, gespielt von Javier Gutiérrez und Raúl Arévalo. Es funktioniert auf so vielen Ebenen, die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach und kann zumindest mich als Zuschauer sehr begeistern. Auf der Suche nach dem Killer gibt es dann sogar noch die ein oder andere Verfolgungsjagd durch die Sümpfe zu sehen, nur das diese ebenso spannend und interessante inszeniert worden sind, dass es eine wahre Freude ist. Am Ende bleiben zwei oder drei Fragen offen, die zwar während des Films ausgiebig thematisiert wurden, aber später einfach die Antwort vermissen lassen.

Dennoch: mit dem Setting, in welches "La Isla Mínima" oder "Marshland" den Zuschauer schickt, dem unauffälligen Soundtrack und dem Zusammenspiel der beiden Polizisten ist er einfach ein sehr guter und spannender Film, ein Krimi, der einen von der ersten Minute an zu fesseln weiß. Ein toller Streifen.


High-Rise [Blu-ray]
High-Rise [Blu-ray]
DVD ~ Tom Hiddlestone
Preis: EUR 15,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "High-Rise" ist der sozialkritisch-surrealistische Film des Jahres, 19. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: High-Rise [Blu-ray] (Blu-ray)
Inhalt: Nach seiner Scheidung zieht der dreißigjährige Dr. Robert Laing (Tom Hiddleston) in ein ungewöhnliches Hochhaus. In den einzelnen Etagen werden die Bewohner nach niederer Klasse, Mittelklasse und Oberschicht unterteilt. In den oberen Stockwerken haust die Upperclass, während sich Familien mit den unteren Geschossen zufrieden geben müssen. Laings Appartement befindet sich im mittleren Bereich. Bald macht er nicht nur die Bekanntschaft des Fernsehjournalisten Richard Wilder (Luke Evans), der im zweiten Stock wohnt, sondern auch die des Architekten und Schöpfer des Hochhauses, Anthony Royal (Jeremy Irons), der erhaben über allen ganz oben residiert. Je länger Laing in dem Appartement haust, desto deutlicher spitzen sich die Konflikte zu, die unter der Oberfläche rumoren. Bei einem Stromausfall schlagen die Auseinandersetzungen dann in offene Gewalt um und es entsteht Anarchie. Laing steht plötzlich vor einer folgenschweren Entscheidung. Denn als Wilder Royal stürzen will, muss er Farbe bekennen...

Ein schwerer Film, gleichwohl interessant und bizarr. In der 1970er Jahren waren Hochhäuser auch als "in den Himmel gebaute Slums" bekannt und Regisseur Ben Wheatley nimmt sich dieses Themas an. "High-Rise" ist ein kurioses Schauspiel, glatt, schäbig und verrückt: eine Welt der Koteletten, Beton und hochflorigem, verfilztem Teppichboden mit Asche und Blut. Sehr seltsam. Es ist näher an einer künstlerischen Installation nicht-narrativer Verrücktheit und empörender Zügellosigkeit. Genuss ist der Fehler des Films, aber es ist auch in gewisser Weise sein Thema. Wheatley zeigt einen State-Of-The-Art-Wohnturm, dessen Bewohner nach J.G. Ballards Kultroman "High-Rise" einem kollektiven Nervenzusammenbruch erliegen, offenbar als Ergebnis des Gebäudes selbst. Ein Gebäude, entwickelt um jedes rationale menschliche Bedürfnis zu antizipieren. Und dies ist irgendwie auch gelungen, nur löst es bei den Bewohnern den unbewussten Wunsch nach Chaos und Zerstörung aus; quasi der Notwendigkeit ihre vermeintliche Perfektion zu zerstören.

Wheatley zeigt zusammen mit Produktionsdesigner Mark Tildesley und Kameramann Laurie Rose sein Händchen für die Wiedergabe einer kühlen, grausame Form von Ballards Phantasie: eine leere, affektierte Welt mit einer bestimmten Art von SciFi-artigem, satirischen Englischsein. Es ist unheimlich ruhig, überwiegend von männlichen Charakteren bevölkert. Die Szenerie spielt in den 70er Jahren, oder einer aus heutiger Sicht zukuftsartigen Vision der 70er Jahre. Vielleicht sogar nur auf einem dem unseren ähnlichen Planeten. Zumindest kommt es einem so vor.

Im Buch beschreibt Ballard die Hauptfigur Dr. Robert Laing (Tom Hiddelston) als "blühende fortgeschrittene Spezies in einer neutralen Atmosphäre". Hiddleston spielt glaubhaft. Er wirkt trocken und selbstbeherrscht, ist er ein junger Chirurg, vielleicht als Hommage an R.D. Laing, Magus der Anti-Psychiatrie-Bewegung. Er gerät sofort bewusst in den schwelenden Klassenkonflikt in seinem Turm: ärmere Mieter leben in billigeren Wohnungen in den Etagen darunter, derweil sind die Kosten für alle gleich, weshalb sich die unteren Schichten überproportional benachteiligt fühlen. Probleme mit dem öffentlichen Raum werden als bloße Startschwierigkeiten dem Architekten überlassen, perfekt von Jeremy Irons gespielt, der in seinem Penthouse und Dachgarten wohnt, in dem seine Frau wie eine postmodern Marie-Antoinette auf einem Pferd reitet.

Unter den Plebejer sorgt Wilder (gespielt Luke Evans) für den nötigen Ärger zwischen den drei Klassen, ganz zum Entsetzen seiner hochschwangeren Frau Helen (Elisabeth Moss). Dekadenz, Verzweiflung und Gewalt. Alles findet man hier in einer Art erotischen Katastrophe wieder. "High-Rise" ist die Geschichte über ein grausames Wesen, welches in uns allen wohnt. Ein Wesen, eine Maschinerie, die den Menschen langsam verrückt macht. Im Film vielleicht ein wenig zu langsam, daher könnte "High-Rise" für einige frustrierend sein, auch die spezifische Bezugnahme auf Margaret Thatcher in einem Zitat funktioniert nicht ganz. Es ist quasi ein Stück Zeit, aber nicht unaktuell, im Gegenteil. Wheatley meidet Exposition, anstatt Sie zu vertiefen. Das ist etwas schade und raubt ein wenig die Illusion, aber eines ist absolut sicher: "High-Rise" ist der sozialkritisch-surrealistische Film des Jahres.


The Revenant: Der Rückkehrer - Steelbook [Limited Edition] (+ Digital Copy) [Blu-ray]
The Revenant: Der Rückkehrer - Steelbook [Limited Edition] (+ Digital Copy) [Blu-ray]
Preis: EUR 23,99

5.0 von 5 Sternen Ein mit prachtvollen Bildern durchzogener Film, der streckenweise unglaublicher Spannung aufkommen lässt..., 9. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt: In den 1820ern zieht der legendäre Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) durch die Weiten der USA, wo er mit einer von Captain Andrew Henry (Domhnall Gleeson) angeführten Expedition dabei ist, den Missouri River zu erforschen. Am Fluss hat er einen unachtsamen Moment - den ein Grizzly ausnutzt, ihn übel zuzurichten. Glass schwebt in Lebensgefahr. Seine Begleiter, unter ihnen der raubeinige John Fitzgerald (Tom Hardy) und der junge Jim Bridger (Will Poulter), glauben nicht, dass er den Vorfall überleben wird und als sie dann Ureinwohner in der Nähe ihres Lagers erspähen, fackeln sie nicht lange. Sie nehmen dem Schwerverwundeten Gewehr, Messer und seine weitere Ausrüstung ab und überlassen ihn sich selbst. Aber überraschend überlebt Glass doch – und schwört allen Begleitern Rache, die ihn zurückgelassen haben. Auf der Suche nach ihnen schleppt sich der verletzte Abenteurer durch die eisige Bergwelt...

"The Revenant - Der Rückkehrer" ist ohne Zweifel eines der einzigartigsten Filmerlebnisse, die das Kino seit ewigen Zeiten zu bieten hat. Ein mit prachtvollen Bildern durchzogener Film, der streckenweise unglaublicher Spannung aufkommen lässt und eine der besten darstellerischen Leistungen seiner Darsteller innehat. So bewegend, aufregend, emotional und oft auch kaum zu ertragen. Irgendwie auch einzigartig in seiner Gesamtheit. Auch ein handwerklich großartiger Film, der in seinen Actionszenen packend ist (der Kampf mit dem Grizzlybär ist wohl einmalig), leider aber auch in der Anfangsphase an seiner eigenen Geschichte krankt. Die Hauptfigur wird zum Tragöden, noch bevor der Zuschauer Zeit hat sie lieb zu gewinnen, ebenso gehen viele andere interessante Charaktere in Gewalt und Schneegestöber unter. In Erinnerung bleibt hier lediglich das beeindruckende steinerne Gesicht des alten Indianerhäuptlings.

Nur selten wurden Bilder in der freien Natur so wunderbar und beeindruckend eingefangen und mit solch trostloser Schönheit in eine Geschichte eingefügt. Immer und immer wieder verblüfft Regisseur Alejandro González Iñárritu mit Bildern von Landschaften, die den Zuschauer einfach ehrfürchtig staunen lassen. Die Kamera dringt an unglaubliche Orte. Völlig zurecht wurde Kameramann Emmanuel Lubezki für einen Oscar in der Kategorie "Best Cinematography" nominiert. Er bewegt die Kamera fließend um die Gesichter herum und dringt immer wieder so nahe an die Schauspieler heran das der Hauch des Atem oder etwa die Tropfen des Schmelzwassers auf der Linse zu sehen sind. In Kampfszenen ist die Kamera so nahe, dass die Schauspieler immer mal wieder gegen diese anstoßen. Fast spürt man selbst die Kälte und die schier unfassbaren Schmerzen, die Leonardo DiCaprios Alter Ego Hugh Glass durchmacht, selbst. Fast schmeckt man das Blut und spürt die Wunden auf seinen eigenen Körper. Dann aber folgt die Leere, mit der ein einsamer Trapper zu kämpfen hat, die schiere Verzweiflung. Das harte Gegenüber von Geist und hilfloser Physis, das hart Existentielle eines wortkargen Films. Nur fragmentarisch werden dabei Hintergründe gezeigt, nur vorsichtig werden Protagonist und Antagonist mittels Parallelmontage gegenübergestellt.

So tief geht der Film, so echt fühlt er sich auch an. Vor allem hängt der Film aber im Wald, am Leib Hughs. Sicher, man könnte jetzt argumentieren, dass dem Film in der einen oder anderen Szene eine Kürzung gut getan hätte, denn wenn Glass sich das fünfte Mal ächzend und stöhnend über die zwölfte Anhöhe schleppt, dann drosselt dies sicher noch mehr das Tempo des ohnehin ruhigen Streifens. Aber gerade auch diese Ruhe ist es, die „The Revenant“ ausmacht. Es ist eben kein Actionfilm, es ist ein Survival-Thriller und die auf dem Papier simpel klingende Story ist in Wirklichkeit ein Epos über Leben, Mut, Stärke, Einsamkeit, Familie, Liebe, Hass, Rache all die fundamentalen Themen des Lebens, eingefangen in dieser Geschichte. Wenn der Film seine stillen, emotionalen Momente hat, ist man als Zuschauer gefesselt. Und dies wird nur durch den gezielt und perfekt gesetzten Soundtrack verstärkt.

Die beiden Hauptfiguren in diesem Film tragen eine Rivalität aus und es ist klar, dass es nur einen Sieger geben kann. Auch wenn man mehr als erahnen kann, wie die Geschichte ausgehen wird, so ist der Weg das Ziel: alle müssen für sich leiden und kämpfen. Hugh Glass der Mann, der mit der Natur und so um sein nacktes Überleben kämpft; John Fitzgerald (ebenfalls ganz großartig: Tom Hardy) ist der Mensch, der Glass zurück lässt um seine eigene Haut zu rettet und dennoch auch ein Mann der im Verlaufe des Films mit seinen eigenen Ängsten, Minderwertigkeitsgefühlen und seiner eigenen Schwäche kämpft. Und dem bewusst ist, dass er niemals einem Mann wie Glass das Wasser reichen kann. Hardy bringt seiner Figur John Fitzgerald vor allem Tiefe und Glaubwürdigkeit durch sein grandioses Spiel. Und vielleicht sogar etwas Verständnis beim Zuschauer. Lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass Fitzgerald ein kaltherziger und im Grunde grausamer Mann ist.

Ja und dann ist dann noch die Hauptfigur, gespielt von Leonardo DiCaprio. Auch er ist völlig zurecht für einen Oscar nominiert. Ohne Zweifel ist DiCaprio mittlerweile einer der besten Schauspieler seiner Generation und vielleicht sogar schon darüber hinaus. Mit "The Revenant - Der Rückkehrer" hat er nun ein weiteres Meisterstück abgeliefert. Diese Hingabe, diese Bandbreite an Emotionen, Brillanz in seiner Darstellung und der Verschmelzung mit seinen Figuren, es ist unmöglich sich Filmfan zu nennen und DiCaprios Brillanz nicht anzuerkennen. Oscar hin oder her - solch eine Darstellung kann keine goldene Statue der Welt gebührend ehren. Und in ein paar Jahren wird man mit Sicherheit DiCaprio ohne Zögern in einer Reihe mit Brando, Pacino, DeNiro oder Hoffman nennen. Die Schmerzen, Qualen, Ängste und Emotionen, die die Figur Hugh Glass durchmacht, werden durch DiCaprio so echt und real wie es nur geht. Und das ist mitreißend, spannend und schlicht und ergreifend unglaublich.

Regisseur Alejandro González Iñárritus, der mit "21 Gramm", "Babel" oder "Birdman" schon großartige Filme schuf, legt seine ganze schöpferische Kraft und Fähigkeit, eine epische Geschichte zu erzählen in die Waagschale und schafft mit "The Revenant" einen anderen Film, einen besonderen Film. Ruhig, besonnen, dann wieder ausbrechend und laut, brachial und sogar schmerzhaft, blutig und dann wieder still, bedächtig, einsam, kalt. Leider zu vorhersehbar in der Handlung und zu gewollt in den Rückblenden, in denen auf bekannte Art und Weise mit dem Protagonisten mitgefühlt werden soll. Erst gegen Ende spitzt sich die Narration zu, nimmt sogar etwas zu viel Dramaturgie auf, lässt den Film fast genretypisch werden, nur um schließlich doch dem Moralischen und Metaphysischen Wert zu zollen. Denn darum geht es Iñárritu doch immer wieder: Um Gerechtigkeit, Schicksal. Das wirkt am Ende sehr kahl, einfach, passend zum reduzierten Setting, aber auch nicht besonders aufregend. Vor allem stiftet es kaum zur weiteren Beschäftigung an. Und so spaltet Iñárritu die Masse an Zuschauern: die einen erleben den Film, leiden und staunen mit, die anderen langweilen sich und verlassen sicher enttäuscht das Kino.


Midnight Run - 5 Tage bis Mitternacht [Blu-ray] [Special Edition]
Midnight Run - 5 Tage bis Mitternacht [Blu-ray] [Special Edition]
DVD ~ Charles Grodin
Preis: EUR 11,39

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kultiger 80ger Action-Comedy-Spaß, 9. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt: Der Ex-Cop Jack Walsh (Robert De Niro) verdient sich seinen meist eher gering ausfallenden Lebensunterhalt als Kopfgeldjäger, dabei will er sich lieber zur Ruhe setzen. Mit dem nächsten Auftrag könnte ihm das sogar gelingen. Für 100.000 Dollar soll er den flüchtigen Mafiabuchhalter Jonathan Mardukas (Charles Grodin) von New York nach Los Angeles bringen und das innerhalb der nächsten fünf Tage. Einfacher gesagt, als getan, denn schon bald sind den beiden nicht nur der Mafiaboss Jimmy Serrano (Dennis Farina), sondern auch das FBI unter Führung von Agent Alonzo Mosely (Yaphet Kotto) und der Kopfgeldjäger Marvin Dorfler (John Ashton) auf den Fersen.

Kultiger 80ger Action-Comedy-Spaß von "Beverly Hills Cop"-Regisseur Martin Brest. Im Vordergrund steht Robert DeNiro als Kopfgeldjäger, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen trägt und seine Verfolger trickreich mit all seinen Assen im Ärmel auszuschalten weiß. Dazu sehnt er sich mit diesem Coup endlich den schmierigen Job loszuwerden und mit dem wohlverdienten Geld ein anderes, besseres Leben zu führen.

Der Film hat einen wahnsinnig sympathischen Flair, weil er einerseits ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht wurde und dank Danny Elfmanns poppig, rockigen Soundtrack viele verschiedene Stimmungen auf einem einzigartigen Trip quer durch Amerika einfangen kann. Auch wird diese anmutende "Reise", wie könnte es anders sein, eine Selbstfindung für den Kopfgeldjäger, indem ihn sein quassliger Gefährte, und gleichzeitig seine "Lebensversicherung" Charles Grodin, über seine Vergangenheit ausquetscht und ihm einzureden versucht, seine Einstellungen zu überdenken. Doch DeNiro ist eher genervt über die ganze sinnige Plauderei und möchte ihm am liebsten ein dickes Pflaster auf seinen Mund kleben (wenn er nur eines dagehabt hätte).

Deswegen erfährt man gerade witzige Dialoggefechte, gepaart mit teilweise ein wenig zu viel Sentimentalität. Trotzdem merkt man von Minute zu Minute, dass gerade diese beiden unterschiedlichen Figuren, sich mehr und mehr zusammenraufen. Natürlich gibt es wieder die obligatorischen Gangster, die in Las Vegas unter Millionen von Dollar hausen und sich, wenn es was zu tun gibt, kurzerhand die Stadt verlassen, um dann pünktlich und unvorhergesehen am passenden Ort erscheinen. Das FBI ist selbstverständlich auch mit von der Partie. Es gibt die typischen Personen mit Regenmäntel, Hüten und coolen Sonnenbrillen.

Vor allem aber nimmt sich der Film nicht allzu ernst, was ihm sehr gut tut. Er ist eben leicht, locker, witzig und mag vor allem bei Nostalgikern richtig gut ankommen. Der Streifen wirkt eben so, als wenn man noch einmal in die 80ger zurück katapultiert wird und bei einer nie endenden schnittigen Verfolgsjagd quer über den Kontinent dabei ist und ihn am eigenen Leibe miterleben darf. Fetzt.


The Loft [Blu-ray]
The Loft [Blu-ray]
DVD ~ Rhona Mitra
Preis: EUR 8,98

3.0 von 5 Sternen Freunde eines spannenden Thrillers sind hier richtig, 9. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Loft [Blu-ray] (Blu-ray)
Die fünf verheirateten Männer Chris (James Marsden), Luke (Wentworth Miller), Vincent (Karl Urban), Filip (Matthias Schoenaerts) und Marty (Eric Stonestreet) teilen neben ihrer Freundschaft noch etwas anderes: Gemeinsam haben sie sich ein luxuriöses Loft gemietet, das sie für Schäferstündchen mit ihren jeweiligen Geliebten nutzen, natürlich ohne das Wissen ihrer Ehefrauen. Es gibt nur fünf Schlüssel für das Apartment, verteilt auf die Männer, ansonsten hat niemand eine Ahnung von dem geheimen Treffpunkt. Eines Tages liegt die nackte Leiche einer unbekannten Frau in der Wohnung, offenbar als Ergebnis eines bestialischen Mordes. Jeder der Freunde schwört, dass er nichts damit zu tun hat. Doch nach und nach kommt es unter den Fünf zu gegenseitigen Verdächtigungen, den Mord begangen zu haben. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt...

"The Loft" ist erneut ein Remake eines europäischen Films, was insofern nichts Neues mehr ist. Schon zu oft wurde ein Remake gefahren, anstatt das (in diesem Fall belgische) Original dem amerikanischen Publikum schmackhaft zu machen. Bei manchen Filmen ergibt es durchaus Sinn, da durch ein größeres Budget schlicht mehr möglich ist. Leider reichen diese Remakes fast nie an das Orginal heran und von "übertreffen" will man nur in den allerseltesten Fällen reden. Immerhin wurde mit Erik Van Looy der gleiche Regisseur engagiert.

"The Loft" fängt sehr spannend an, man befindet sich ohne jegliche Einleitung direkt im Geschehen und während man den Film interessiert beginnt zu berachten und zu analysieren fällt einem auf, dass Van Looy doch ein schnittiger kleiner Thriller gelungen ist, der das Genre zwar nicht neu erfindet, in seiner mondän-polierten Hochglanzoptik auch mehr als einmal Gefahr läuft, steril zu wirken, mit seinem Ensemble aus charismatischen Darstellern - allen voran Karl Urban und James Marsden - aber auch genau die richtige Wahl getroffen hat, denn charakterlich taugt wohl keiner der chauvinistischen Machos als Identifikationsfigur. Darüber hinaus bietet der Streifen einen Twist und einen Twist und einen Twist und einen Twist und... damit wäre wohl genug gesagt. Der Film versucht so angestrengend raffiniert zu sein und dabei gelingt ihm dies leider nur bedingt. Die Geschichte endet zumindest sinnvoll, ohne dabei die versprochen Spannung zu zerstören und damit die Freude am Film zu nehmen. Für Freunde eines spannenden Thrillers ist man hier genau richtig, denn die Wendungen und die Tiefen des menschlichen Charakters die hier ergründet werden, sind sehr unterhaltend. Kameraarbeit und Soundtrack fallen ebenso positiv ins Auge und Ohr.


Hitman: Agent 47  (inkl. Digital HD Ulraviolet) [Blu-ray]
Hitman: Agent 47 (inkl. Digital HD Ulraviolet) [Blu-ray]
DVD ~ Rupert Friend
Preis: EUR 11,99

3.0 von 5 Sternen Hin- und hergerissen, 9. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt: Agent 47 (Rupert Friend) ist ein unbarmherziger Profikiller, der nach jahrelanger Forschung und 46 vorangegangenen Klonversuchen in einem Genlabor herangezüchtet wurde, um mit gesteigerter Stärke, Intelligenz, Schnelligkeit und Ausdauer als perfekte Tötungsmaschine zu fungieren. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Berlin, wo er die junge Katia (Hannah Ware) ins Visier nimmt, die nach einem verschollenen Mann sucht und über eine übernatürlich geschärfte Wahrnehmung verfügt. Plötzlich taucht der mysteriöse John Smith (Zachary Quinto) auf, der Katia vor 47 beschützt und mit ihr in die amerikanische Botschaft flüchtet. Doch auch dort sind sie nur scheinbar sicher. Schließlich haben auch noch der skrupellose Geschäftsmann Le Clerq (Thomas Kretschmann) und sein ominöser, fast allmächtiger Konzern ihre Hände im tödlichen Spiel...

Die Umsetzung eines Videospiels zu einem Film ist immer eine ziemlich schwierige Aufgabe, da sich die Spiele viele mehr Zeit für die Umsetzung der Story leisten können und der Film keinerlei Möglichkeit der Interaktion und der verschiedenen Lösungswege anbieten kann. Schon 2007 versuchte man sich an der Umsetzung und heraus kam ein gerade noch guter Film, der vor allem durch seinen charismatischen Hauptdarsteller punkten konnte, aber ansonsten auf ganzer Linie (und im Kontext der "Hitman"-Story) versagte. Nun also ein Reboot von dem bis dato und aktuell noch unbekannten Aleksander Bach, der es leider nicht geschafft hat, dem Franchise einen richtig guten Neustart zu spenderen. Hier agieren leb- und seelenlose Figuren ihre Gefühle und Pflichten aus, in einer Geschichte die kaum der Rede wert ist, die nahe den blanken Unsinn tangiert. Rupert Friend als titelgebender "Agent 47", dessen Gesicht zwar irgendwie immer an Orlando Bloom erinnert, aber irgendwie auch gut zur Agent-Figur passt ist dabei nicht ganz schlecht gewählt. Zachary Quinto mimt den nahezu übermächtigen Gegenpart, bleibt aber weit hinter seinen Möglichkeiten.

Den Erschaffer aller Hitmänner und -töchter zu suchen ist Katalysator für die Präsentation von viel hyperventilierende Action in futuristischen CGI-Design, das ist durchaus hübsch anzusehen. Nicht nur weil "Agent 47" in der ersten Hälfte den Berlin-Heimat-Bonus hat sondern es auch schafft, die zusammengeschusterten Genre-Stereotypen einigermaßen mit Hektik zu kaschieren. Rigoros setzt der Film auf Spektakel und Schauwerte, hüpft entschlossen und waffenstarr von einem Action-Set-Pieces zum nächsten. Dazwischen wird irgendetwas Pseudophilosophisches über selbstbestimmtes Leben und Menschlichkeit geschwafelt, nur kurz, um es dann in einen hemmungslosen Gewaltfetischismus ordentlich krachen zu lassen. Immerhin kann das unterhalten, denn die Actionsequenzen sind recht brutal und zudem gut gefilmt und choreografiert. Aber das reicht eben nicht aus, um an die Spitze des Action-Olymp zu gelangen.


Moonwalkers [Blu-ray]
Moonwalkers [Blu-ray]
DVD ~ Rupert Grint
Preis: EUR 14,49

4.0 von 5 Sternen Potente Mischung aus schwarzer Komödie und überraschend rücksichtsloser Gewalt, 9. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Moonwalkers [Blu-ray] (Blu-ray)
Inhalt: Swinging Sixties in London: Der sture CIA-Agent Kidman (Ron Perlman), der von seinen Vietnam-Flashbacks geplagt wird, ist auf der Suche nach Stanley Kubrick, um ihn dafür zu bezahlen, in einem Top-Secret-Projekt eine Mondlandung zu filmen – falls mit der Apollo 11 nicht alles nach Plan verläuft. Kidman soll einen mit Geld gefüllten Koffer zu Kubricks Agenten Derek (Stephen Campbell Moore) bringen, um ihn von dem Deal zu überzeugen. Doch der CIA-Agent trifft auf Jonny (Rupert Grint), einen erfolglosen Band-Manager, der sich als Kubricks Agent ausgibt, um an das Geld zu kommen. Schon bald nachdem Jonny mit dem Geld wegdüst und beginnt, es wie ein echter Rockstar auszugeben, wird ihm der Rest von den Mitgliedern einer Rockerbande abgenommen, denen er Geld schuldet. Da Kidman ihn bedroht und etwas für sein Geld sehen will, muss Jonny zusammen mit seinem zugedröhnten Freund Leon (Robert Sheehan) und ein paar schwierigen Künstlern eine Mondlandung nachstellen...

Schon von der ersten Minute an bietet Antoine Bardou-Jacquets "Moonwalkers" eine geniale Prämisse. Einen Hinweis auf die bis heute andauernde Verschwörungstheorie, dass Stanley Kubrick tatsächlich eine gefälschte Mondlandung inszenierte und die Amerikaner nie auf dem Mond landeten. Der Film ist Antoine Bardou-Jacquets äusserst humorvolle Abrechnung mit dieser irrsinnigen und zudem haltlosen Theorie und eine herrlich skurrile Inszenierung, die den Film nicht nur als reine Komödie durchgehen lässt. "Moonwalkers" besitzt beinahe den Charme eines Filmes der Coen-Brüder, da die Geschichte einzigartige und unvorhersehbare Wendungen nimmt, die letztlich irgendwie ans Ziel führen und den Zuschauer am Ende sogar noch mit einem gut gemeinten Schlag auf den Hinterkopf nach Hause schicken. Der Film nutzt immer mal wieder psychedelische Bilder und macht keine Hehl aus der Bewegung der 60er im "swinging" England, wie es schon Mike Myers so treffend in der "Austin Powers"-Trilogie persflierte und kann am besten als bizarre, bösartige Komödie bezeichnet werden.

"Moonwalkers" leistet zudem außergewöhnlich gute Arbeit mit der Verschleierung der Mondlandung. Durch planlose Produktion im Film und (unsichtbare) Arbeit der NASA auf der anderen Seite errät der Zuschauer nie, ob nun die Landung echt ist oder nicht. Das Ergebnis ist eine reizvolle Hin-und-Her-Beziehung, mit mehreren guten Wendungen.

Die Charaktere sind maßgeschneidert. Perlman spielt den prüden Vietnam-Veteran, gefangen zwischen zwei Gefühlswelten: dem gezeichneten Helden und dem trainierten CIA-Agenten, Rupert Grint mimt den erfolglosen Agenten, der alles daran setzt, um a) an Kohle zu kommen und b) selbst nicht umgebracht zu werden. Hinzu kommt ein herrlicher Sidekick in Form des immer bekifften Leon (Robert Sheehan), der immer wieder - und sei es nur im Hintergrund - für einen Lacher sorgt.

Leider wird "Moonwalkers" machmal auch von seinen verrückten Possen weggetragen. So hat die Band einen eigenen Sub-Plot, der die Haupthandlung etwas ins Straucheln geraten lässt. Glücklicherweise beendet das Finale die meisten anderen Handlungsstränge in befriedigender Weise. Am Ende ist "Moonwalkers" eine unterhaltsame Fahrt, die effektiv Spiel und "Was wäre, wenn ...?" verknüpft. Und dank der knapp anderthalbstündigen Laufzeit kommt auch keine Langeweile auf. "Moonwalkers" hat alle Voraussetzungen eines Kult-Klassikers. Bardou-Jacquet liefert eine potente Mischung aus schwarzer Komödie und überraschend rücksichtsloser Gewalt - und das in seinem Debütfilm. Hut ab.


Veteran - Above the Law [Blu-ray]
Veteran - Above the Law [Blu-ray]
DVD ~ Hwang Jung-min
Preis: EUR 14,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessant und spannend, durchzogen von asiatisch-typischem Humor. Toll., 3. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Veteran - Above the Law [Blu-ray] (Blu-ray)
Polizei-Veteran Seo (Jeong-min Hwang) nimmt es mit den Vorschriften nicht so genau, gegenüber Verbrechern ist er hart und gnadenlos. Während der Untersuchung an einem hochbrisanten Fall findet er heraus, dass der junge und millionenschwere Erbe des mächtigen Sunjin-Konzerns Jo Tae-oh (Ah In Yoo) die Fäden hinter den Kulissen zieht. Der erfahrene Detective beginnt auf eigene Faust, gegen den unantastbaren Unternehmer zu ermitteln. Dieser hat allerdings einige schmutzige Tricks auf Lager und macht dem Ermittler dank seiner Beziehungen das Leben zur Hölle. Als sich der korrupte Millionär an Seos Freunden und Familie vergreift, kennt der Polizist kein Halten mehr...

Ein schamlos populistischer Film und dazu eine sehr unterhaltsame und gleichwohl lustige Polizeistory mit dennoch ernstem Hintergrund. Klingt unpassend? Passt perfekt! Regisseur Seung-wan Ryoo zeigt offen die sozialen Realitäten und Kontroversen in der koreanischen Gesellschaft, in der mächtige Institutionen und Konzerne sowohl öffentlich als auch privat ihre Macht nutzen und die Rechte derjenigen, die am unteren Rand der Gesellschaft leben, mit den Füßen treten. Aber hier gibt es zum Glück den Polizisten Seo Do-cheol (Jeong-min Hwang), der sich einen Dreck um den Einfluss der Konzerne schert und die "Unberührbaren" vor Gericht bringt.

Was das Drehbuch dabei auszeichnet sind die beiden überlebensgroßen Protagonisten Seo und sein Gegenspieler und Nemesis Jo Tae-oh (Ah In Yoo). Hwang, der sich mit pantherhafter Agilität und Anmut auf dem Bildschirm bewegt und gleich den großen Martial-Arts-Künstlern die Umgebung für seine Bewegungen nutzen kann, sorgt für die eine oder andere spannende wie sogar witzige Actionszene. In seiner Darstellung des Polizisten Seo versprüht er eine Art Charisma, die den Zuschauer beinahe sofort gefangen nimmt. Wenn er nicht gerade Kriminelle verprügelt, beschimpft er seine korrupten Kollegen und belehrt sie sogar, dass Stolz wichtiger als Geld sei, um in der nächsten Szene wieder freundlich zu lächeln und dem Sohn des im Koma liegenden Arbeiters ein Essen zu spendieren. Beinahe könnte man Seo mit dem von Eddie Murphy verkörperten "Beveryl Hills Cop" gleichsetzen. Beide sind im Herzen ironisch-boshaft, moralisch aber stets auf der richtigen Seite und biegen die Regeln wenn es ihrem Vorhaben dient. Auch die Nebendarsteller wie Hae-jin Yoo als Handlanger Choi Sang-moo und Dal-su Oh als Teamleiter sind großartig und fügen sich herrlich in ihre Rollen ein. Auch Miss Bong (Yoon-ju Jang) ist herrlich, kommt sie doch immer von irgendwoher ins Bild gesprungen und tritt einen der Bösewichte K.O..

Und bei all dem ist auch die Story interessant und spannend, durchzogen von asiatisch-typischem Humor, der oft ins Slaptsickhafte abgleitet ohne dabei zu lächerlich zu wirken.

Wenn man Kritik an "Veteran" üben möchte, so ist es hier die Endimensionalität des Charakters Jo Tae-oh, der einfach nur böse ist, weil es der Stoy dient. Yoo Ah-in ist zwar perfekt darin, den Gegenspieler zu verkörpern, allerdingsstört doch arg, dass dieser keine Entwicklung durchlebt, sondern eben einfach nur der Böse ist. Ein Kokainsüchtiger Soziapath wie er im Buche steht, der noch dazu von seinen Eltern gedeckt wird, die sein kriminelles Verhalten verbergen wollen. Klischee über Klischee. Natürlich dient dies lediglich dem Zweck, den Showdown zwischen Seo und Jo einzuleiten und es besitzt eben auch die Katharsis, die man als Zuschauer auch erwartet. Regisseur Ryoo schafft es damit leicht, eine geschickte, sozialkritische Story mit Elementen aus Martial-Arts, Krimi und Komödie zu verknüpfen, die aber niemals zu albern ist. "Veteran" schafft es, eine Dosis von reiner filmischer Wirklichkeitsflucht zu servieren. Ein spannender und gleichzeitig unterhaltsamer koreanischer Streifen, dem man lediglich vorwerfen könnte, ein wenig zu unterversorgt an Actionelementen zu sein.


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