find Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Sonderangebote PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Storyteller Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17
Profil für U. Weiser > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von U. Weiser
Top-Rezensenten Rang: 2.116.880
Hilfreiche Bewertungen: 47

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
U. Weiser (Chemnitz)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Der bleiche König: Roman
Der bleiche König: Roman
von David Foster Wallace
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anders als "Unendlicher Spaß", aber trotzdem vergleichbar - Ein Werk für Wallace-Fans, sonst Abstand halten!, 13. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der bleiche König: Roman (Gebundene Ausgabe)
Seien wir ehrlich: Hätte es "Unendlicher Spaß" nicht gegeben und/oder David F. Wallace wäre nicht bereits verschieden, "Der bleiche König" wäre nie veröffentlicht worden. Positiver formuliert: David F. Wallace scheint der einzige Autor zu sein, der in der Lage ist, ein Romanfragment veröffentlicht zu bekommen, dass keine (wirkliche) Handlung, kein Ende und dazwischen viel Abschweifung (Vgl. Kapitel zu Chris Fogle, dem längsten aller 49 Kapitel) beinhaltet. Aber seien wir weiterhin ehrlich: Darum geht es bei Wallace auch nicht. Weder spannende Plots oder literarische Regularien etc. zählen, sondern nur das Lese-Erlebnis und das "Sich-Einlassen" auf Wallace' Gedankengänge und literarische Abstrusitäten... In diesem Fall: Die Steuerbehörde in Peoria, deren Personal bzw. deren Vorgeschichten. (Weiterhin noch etwas "Steuer-Staatsbürgerkunde, Exkurse in die Zeit der 70er Jahre, in die amerikan. Unterschicht")

Seit "Unendlicher Spaß" jedoch sollte jedem Leser klar sein, worauf er sich bei mehr als 600 Seiten (inkl. Erklärungen, und unpassender [im Sinne des Romanfragmentes] Bonus-"Zusatz-Kapitel") D. F. Wallace einlässt. Da Handlungszusammenfassungen bei diesem Werk keinen wirklichen Sinn machen, sei an dieser Stelle nur soviel angemerkt: Auch mit "Der bleiche König" sprengt Wallace wieder die Grenzen dessen, was handelsüblicherweise unter "Literatur" verstanden wird. Dialoge, Kapitel, Gedankengänge, die in dieser Form wohl nur von Wallace zu lesen sind. Beispiele: Das Kapitel über Selbstbefriedigung (Kap. 4, kurz), die Anekdote mit dem abgeschnittenen Daumen (Kap. 38), das Chris Fogle-Kapitel 22) die Verwechselungsgeschichte von David Forster Wallace und David Francis Wallace (beginnend ab Kap. 9, im ganzen Werk zu finden), die Einlassungen zum Steuersystem und die Fiktion, D. F. Wallace schreibe hier seine Autobiographie. Nein, das ganze Zeug ist alles ausgedacht. Genau hier wurde es teilweise für mich echt schwierig. Beim Lesen ist und bleibt unklar, was an den Fakten eigentlich stimmt und was nicht. Für das Leseerlebnis spielen diese Dinge allerdings keine entscheidende Rolle.

Fazit I: Im "bleichen König" werden Sie Dinge lesen können, die Sie so in der Form - inhaltlich, sprachlich, aber auch in puncto Zusammenstellung und Aufbereitung - noch nie gelesen haben. Das kann man je nach Blickwinkel positiv, aber auch negativ auslegen.

Fazit II: D. F. Wallace baut auf den 600 Seiten eine Welt auf, wie wir sie aus "Unendlicher Spaß" kennen. Nur mit anderen Charakteren und einem anderen Setting. Man kann sich gut vorstellen, dass das Werk auf 1500 Seiten angelegt war, auch wenn teilweise selbst im Buch die Rede davon, dass sonderlich viel nicht mehr gekommen wäre.

Fazit III: Wem "Unendlicher Spaß" gefallen hat, dem dürfte auch der "Der Bleiche König" zusagen. Alle anderen Leser - vor allem jene, die bei "Unendlicher Spaß" resigniert haben und jener Lesergruppe, die auf spannende Bücher mit starken Plots steht - können das Werk getrost umschiffen. "Der bleiche König" = Ein Buch für Fans von Wallace und evtl. jene, die an experimenteller Literatur interessiert ist.


Im Stein: Roman
Im Stein: Roman
von Clemens Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zumutung...! oder Das genaue Gegenteil von "Als wir träumten", 17. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Im Stein: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer "Als wir träumten" gelesen hat, der weiss, zu welchen Leistungen Clemens Meyer in der Lage ist. Ein Buch wie eine Faust, präzise, klar, bewegend, sowohl inhaltlich als auch sprachlich einer der Romane, die einem positiv in Erinnerungen bleiben. Ein Buch von einem Mann, der das Schreiben studiert hat! Entsprechend positiv fielen damals die Bewertungen aus.

"Im Stein" dagegen ist das genaue Gegenteil: Unpräzise, unklar, ohne erkennbare Struktur, eine Änhäufung von Gedanken. Sie können von diesem Buch 250 Seiten lesen, ohne dass sie sich über einen der handelnden Protagonisten klar werden. Wenn der Klappentext nicht erste Hinweise geben würde, wäre beim Lesen nicht ansatzweise erkenntlich, was diese Kapitel über die "Szene im Milieu" eigentlich sagen sollen. Beispielhaft sei hier das Kapitel "Am Grenzfluss" genannt. Ich habe mich seitenlang gefragt, meint der Meyer Görlitz, meint er vielleicht Frankfurt/Oder. Oder meint er vielleicht etwas ganz anderes und will es mir nicht sagen (schreiben).

Es gibt Werke, wie z.B. David Foster Wallace' "Unendlicher Spaß", da quälen sie sich durch jede Seite, aber diese Qual lohnt sich. Sie werden etwas lernen, auch wenn es teilweise weh tut. Bei "Im Stein" schmerzt das Lesen sehr, ohne dass dort in irgendeiner Form interessantes zu lesen wäre, weder über die Szene noch über die Menschen darin. Die sprachlichen Darbietungen, die unreflektierten Gedanken der Protagonisten, das Wirrwarr an Empfindungen verstellen der Recherche, die Meyer sicherlich geleistet hat, und der damit verbundenen ERkenntnisvergrößerung beim Lesen vollkommen den Weg.

Fazit: Meyer hat mit "Als wir träumten" die Meßlatte derart hoch gelegt, dass er mit "Im Stein" scheinbar neue Wege beschreiten wollte. Diese/seine Literatur jedoch soll vielleicht Kunst sein, vielleicht reicht das auch für die Literaturseiten der FAZ; für einen wie mich, der "Als wir träumten" extrem mochte, ist das Werk alles in allem eine große Enttäuschung, beim Lesen teilweise eine Zumutung.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 16, 2014 12:36 PM CET


Nachteulen: Roman
Nachteulen: Roman
von Chuck Klosterman
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anekdotenreiches, humorvolles Buch aus bzw. über die amerikanische Provinz mit einem unerwarteten Ende, 27. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Nachteulen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die landwirtschaftlich geprägte Kleinstadt Owl (850 Einwohner) im Bundesstaat North Dakota (halb so groß wie Deutschland, ca. 600.000 Einwohner) ist Handlungsort des Romans, der 1983-84 spielt: Hier leben Mitch, ein 16-jähriger Schüler, Julia, eine 23-jährige Lehrerin und Horace, ein 73-jähriger Rentner.
Mitch ist ein zurückhaltender Junge, der sowohl in der Football- als auch in der Basketballmannschaft der HighSchool spielt (im Gegensatz zum Klappentext ist er aber kein Football-"Held", sondern nur Auswechselspieler) und daher an der Quelle von Informationen über das Leben der Jugendlichen in Owl sitzt.
Horace trifft sich täglich um 15 Uhr mit seinen Freunden in einer Kneipe, um Kaffee zu trinken, zu reden und dabei Neuigkeiten zu besprechen und alte, mnachmal auch sehr alte Geschichten aus Owl und North Dakota wieder "aufzuwärmen". Die erst kürzlich an der HighSchool lehrende Julia findet schnell Kontakt zu den Bewohnern der Stadt, da sie quasi täglich eine der Bars (sie trinkt eindeitig zu viel) von Owl aufsucht und dabei eine Vielzahl von Personen aus Owl kennenlernt bzw. Geschichten über sie zu Ohren bekommt.

Im Wechselspiel dieser drei Hauptpersonen (das Buch ist in Tagebuch-Form, jedoch nicht in der Ich-Form geschrieben) werden nun diverse Anekdoten aus dem Leben der Bewohner von Owl geschildert. Manche beziehen sich auf das Leben der Hauptpersonenen, auf spezielle Ereignisse in Owl, aber auch regionalgeschichtliche Ereignisse in North Dakota finden Erwähnung. So erfährt der Leser von einem legendären Football-Spielzug des Owl-Quartberbacks Vance Druid, lernt den Steuersünder und Polizistenmörder Gordan Kahl kennen, bekommt indirekt erklärt, warum Bisons schwerer als Rinder zu halten sind.

Die eigentliche Handlung innerhalb des Romans ist zweitrangig, es passiert schlicht und einfach nicht viel im Leben von Mitch (der sich wie viele andere Jugendliche die Frage stellt, ob es jemals zum Kampf zweier HighSchool-Rabauken kommt und wie dieser Kampf wohl enden würde), Julia (die sich verliebt) und Horace (der die Wahrheit über seine verstorbene Frau kennt).

Als sich der Leser schon dem Ende des Buches nähert und sich zu fragen beginnt, ob Mitch den Kampf erleben wird, was aus Julias Liebe wird und was Horace noch bezüglich seiner toten Frau offenbart, fegt ein Schneesturm über Owl, der die 300 Seiten ländliche Idylle pulverisiert. Das Buch gewinnt dadurch noch einmal an unerwarteter Dynamik.

Fazit: Ein äußerst lesenswertes Buch mit vielen interessanten Anekdoten und humorvollen Dialogen über eine Gegend, in der nicht viel passiert, wo - getreu dem Klappentext - "aber trotzdem Menschen leben, und wo Menschen leben, ist immer auch was los".

P.S. Das Buch ähnelt in seinem Wesen und seiner Struktur dem Buch von David Frey "Strahlend schöner Morgen" über die Stadt Los Angeles. Während das eine mosaikartig über die Megacity mit ihren ca. 10 Mio. Einwohnern schreibt, indem es mehrere Personen begleitet (ein Obdachloser, ein Ausreißerpärchen, eine Einwanderin, ein Schauspieler), zeigt "Nachteulen" in vergleichbarer Form das Leben in einer amerikanischen Kleinstadt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2016 1:51 PM MEST


Theorien gesellschaftlicher Differenzierung
Theorien gesellschaftlicher Differenzierung
von Uwe Schimank
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts für soziologische "Einsteiger", 8. Dezember 2003
Bücher, die sich mit soziologischer Theorie befassen, sind zumeist - vor allem für den Laien - relativ unverständlich. Diesem Werk geht es da nicht anders... Hat man als Leser aber Grundkenntnisse im Bereich soziologischer Klassiker und Interesse an Differenzierungsansätzen selbiger, so bietet dieses Buch einen informativen Einstieg in die jeweiligen Sichtweisen. Durkheim, Simmel, Weber, Marx werden noch relativ kurz behandelt, bei Parsons und Luhmann benötigt man schon etwas mehr Ausdauer, um deren Gedankengängen folgen zu können.
Alles in allem ein für den Interessierten (bzw. für den aus Lerngründen "Genötigten") zu empfehlendes Werk, das einen einleitenden, aber dennoch prägnanten Überblick über die verschiedenen Ansätze zur gesellschaftlicher Differenzierung gibt.


Seite: 1