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Rezensionen verfasst von
Sternenputzer (NRW)

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Cleo: Wie ich das Lachen wieder lernte
Cleo: Wie ich das Lachen wieder lernte
von Helen Brown
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Cleo, 14. März 2011
Ich gestehe, meine Erwartungen an das Buch "Cleo" von Helen Brown waren alles andere als groß. Ein Buch über ein Kätzchen, das eine Familie über den Verlust eines 9jährigen Sohnes hinwegtröstet? Das kann doch eigentlich nur in die Hose gehen, oder? Aber die vielen begeisterten Rezensionen machten mich neugierig, und das war gut so!! Es bedurfte nämlich nur wenige Kapitel, und schon hatte mich Helen Brown auf ihre Seite gezogen. Ich war positiv überrascht, und mein Vorurteil löste sich sofort in Luft auf.

"Cleo" erzählt auf wundervolle und einfühlsame Weise das Schicksal der Autorin und ihrer Familie. Kurz nach seinem 9. Geburtstag stirbt ihr Sohn Sam bei einem Unfall. Für die Familie ist das ein schwerer Schock, von dem sie sich nur schwer erholen kann. Besonders die Mutter scheint daran zu zerbrechen, wird depressiv und denkt an Selbstmord, weil sie das Leben so einfach nicht mehr ertragen kann. In dieser Situation steht plötzlich eine Freundin mit Sams verspätetem Geburtstagsgeschenk vor der Tür. Sam hatte sich kurz vor seinem Geburtstag das kleine Kätzchen Cleo ausgesucht, und inzwischen hatte das Tier das Alter erreicht, um in seine neue Familie zu wechseln. Ein Augenblick, auf den Sam voller Vorfreude gewartet hatte. Was für Helen zuerst ein Schlag ist, entpuppt sich bald als Segen. Zum Trost für ihren jüngeren Sohn nimmt sie trotz aller Bedenken das Jungtier auf. Dies ist der Anfang einer liebevollen Geschichte über ein Kätzchen und wie dieses langsam und stetig wieder Leben und Lachen in die traumatisierte Familie bringt, alleine durch seine Anwesenheit und seine katzentypischen Eigenschaften.

Dieses Buch wird sogar Menschen, die nichts für Katzen übrig haben oder sich bis jetzt nicht für sie interessierte, in seinen Bann schlagen. Aus jeder Zeile spricht die Liebe der Autorin für dieses Tier, das sie und ihre Familie über sehr viele Jahre durchs Leben begleitete. Gefühle, die man leicht nachvollziehen kann. Helen Brown ist dabei in der Lage diese Geschichte mit einem besonderen Charme zu erzählen. Sie bewegt ihre Leser, reizt sie zum Lachen und rührt sie zu Tränen. Ich bin auf jeden Fall nicht ohne Taschentuch ausgekommen.

Für mich ist "Cleo" ein Wohlfühlbuch, für das ich gerne eine Empfehlung aussprechen möchte.


So unselig schön: Kommissar Dühnforts dritter Fall (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi, Band 3)
So unselig schön: Kommissar Dühnforts dritter Fall (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi, Band 3)
von Inge Löhnig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So unselig schön, 28. Februar 2011
"So unselig schön" von Inge Löhnig ist Kommissar Konstantin "Tino" Dühnforts dritter Fall.

Die junge Auszubildende Vicki findet an einem entlegenen Ort eine kopflose Frauenleiche. Diese wurde vom Täter wie ein Kunstwerk arrangiert und mit rätselhaften Symbolen versehen. Für Dühnfort und sein Team beginnt ein Spiel gegen die Zeit, denn schnell wird ihnen klar, dass der Mörder wieder zuschlagen wird. Während also die Ermittler fieberhaft nach Lösungen und Hinweisen suchen, kommt Vicki eher durch Zufall dem Täter ziemlich nahe und begibt sich gedankenlos in große Gefahr.

Bei mir hat Inge Löhnig das geschafft, was ich mir bei Kriminalautoren sehr gerne gefallen lasse; sie hat mich an der Nase herumgeführt. Viele verstreute Hinweise auf den Täter schickten mich bei vollem Bewusstsein, dass gerade dieses passieren könnte, auf die falsche Fährte, ließen mir aber auch die gerechte Chance auf ein Erfolgserlebnis. Ich kam dem Täter auf die Spur, was aber überhaupt nicht die Spannung aus dem Buch nahm, denn "So unselig schön" ist wesentlich komplexer, als eine simple Tätersuche. Besonders überzeugend waren für mich Inge Löhnigs Charaktere. Sie sind interessant aufgebaut und schwer einzuschätzen. Noch nie zuvor habe ich mir im Nachhinein so viele Gedanken um den Täter und sein Motiv gemacht.

Nach "Der Sünde Sold" und "In weißer Stille" hat man sich schon in angenehmer Weise an Kommissar Dühnfort und seine Eigenarten gewöhnt. Und weil der Tino sich inzwischen schon wie ein alter Bekannter anfühlt, wird der Leser auch weiterhin gerne Anteil an seinem teilweise komplizierten Privatleben nehmen. Ich freue mich somit schon jetzt auf Fall 4, der mir mit Sicherheit wieder ein paar Lesestunden versüßen wird.


Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi
Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi
von Rita Falk
  Broschiert

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Winterkartoffelknödel, 11. Februar 2011
Rita Falks "Winterkartoffelknödel" ist ein Provinzkrimi, den ich mit sehr viel Spaß gelesen habe. Dazu muss ich sagen, dass es die vielen positiven Kritiken waren, die dafür gesorgt haben, dass dieses Buch auf meiner Wunschliste gelandet ist. Das Cover hätte mich wohl eher nicht dazu verleitet, wobei ich nun, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, gerade dieses Cover als sehr gelungen und passend empfinde.

"Winterkartoffelknödel", das Buch mit einem wirklich orginellen Titel, ist nicht gerade die Art Krimi, die einen Tüfftler oder Hobbyermittler begeistern könnte, denn der Fall an sich ist nicht unbedingt ein außergewöhnlicher. Eigentlich ist er eher der rote Faden durch die Geschichte und lädt uns in die nette Gemeinde Niederkaltenkirchen ein. Diese Gemeinde mit seinen dort lebenden Personen, mit all ihren Eigenarten, die auch vielleicht so manches Klischee bedienen, macht diesen Roman erst so richtig liebenswert und schreit schon förmlich nach einer Fortsetzung. Ich möchte einfach noch mehr von Oma Lenerl, auch wenn ich nur in ihrer Küche sitzen und ihr beim Kochen zusehen darf. Ich mag nicht Abschied nehmen vom Flötzinger, vom Simmerl und all den anderen und gerne trink ich noch mal ein Bier beim Wolfi.

Rita Falk hat mir so manchen Schmunzler entlockt und mit Spaß habe ich den Protagonisten auf seinem witzigen Weg durch das Buch begleitet.

Entspannen, den Alltag vergessen, gute Laune bekommen - mit "Winterkartoffelknödel" dürfte das alles nicht so schwierig sein. Nur Gandalf, den sieht man nach dieser Lektüre ganz sicher mit ganz anderen Augen.


Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman
Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman
von Donna Milner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Tag, an dem Marilyn starb, 11. Februar 2011
"Der Tag, an dem Marilyn starb" von Donna Milner hat mich doch sehr überrascht. Cover und die ersten Kapitel, geschrieben in Donna Milners ruhiger und angenehmer Art, ließen mich auf einen Familienroman mit einem tragischem Hintergrund in Kanada schließen. Jedoch trifft dieses nur auf einen der beiden Handlungsstränge zu. Hier trauert die Familie Coulter um Mutter Lucy, die auf tragische Weise ums Leben kommt, dieses exakt am gleichen Tag wie Marilyn Monroe. Zurück bleiben die drei Kinder in der Obhut eines Vaters, der noch viele Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs unter den Erinnerungen aus dieser Zeit leidet und dieses mit Hilfe von Alkohol zu verdrängen versucht. Über seine traumatischen Erlebnisse hat er nie gesprochen, was fatale Folgen für seine Familie haben wird.

Im zweiten Handlungsstrang deckt Donna Milner Stück für Stück eben diese Erlebnisse auf und führt den Leser in das Hongkong der 40er Jahre, zum Zeitpunkt der japanischen Invasion. Für mich hatte dieser Teil zuerst ein paar erträgliche Längen, bis sich langsam die Geschichte entwickelt, die ausschlaggebend ist. Schnell kann man sich die passenden Zusammenhänge zusammenreimen, was aber der eigentlichen Geschichte keinen Abbruch tut. Selbst wenn letzendlich Klarheit über den Verlauf der Geschichte besteht, vermag Donna Milner noch den einen oder anderen überraschenden Satz einzubauen, der dann doch noch einmal schockiert.

Hielt sich meine Begeisterung für dieses Buch zuerst in Grenzen, so hat es mich besonders gegen Ende doch noch sehr berührt. Donna Milner zeichnet ihre Figuren mit sehr viel Liebe und bringt sie dem Leser nahe. Ihre Geschichte regt zum Nachdenken an und weckt schon jetzt die Vorfreude auf ihr nächstes Buch.


Das Regenmädchen (Ein Franza-Oberwieser-Krimi, Band 1)
Das Regenmädchen (Ein Franza-Oberwieser-Krimi, Band 1)
von Gabi Kreslehner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Regenmädchen, 11. Februar 2011
Wer einen Kriminalroman sucht, der sich etwas abhebt aus dem Pulk der herkömmlichen Krimis, der sollte mal einen Blick (oder mehrere) auf Gabi Kreslehners "Das Regenmädchen" werfen. Dieser Roman besticht vor allem durch seine, für dieses Genre úngewöhnlich poetische Sprache, die man bei der Beschreibung eines Unfalls, der sich schon bald als Mord herausstellt, nun wirklich nicht erwartet.

Eine junge Frau, gekleidet in einem wunderschönen Kleid, silbern mit Pailetten und Perlenschnüren, stirbt auf der A9 Richtung Berlin, als sie orientierungslos vor ein Auto läuft. Als man ihr Blut auf einer nahegelegenen Raststätte findet, werden die Kripobeamten Franza Oberwieser und Felix Herz als Ermittler hinzugezogen. Bei der Überprüfung der Toten stoßen sie schon bald auf einige Verdächtige und Ungereimtheiten, die weit in die Vergangenheit reichen. Für den Leser steht hier eher Maries tragisches Leben und ihr soziales Umfeld im Vordergrund und nicht die knifflige Suche nach dem Mörder, dem man doch relativ schnell auf die Schliche kommen kann.

So schön Gabi Kreslehner manche Szenen beschreibt (Löwenzahndolden fliegen durch die Luft, Gesichter werden in Momenten voller Glück in Juniregen gehalten, Männerrücken schmecken nach Portugal), so hart trifft den Leser der Kontrast, den sie zwischendurch aufblitzen lässt. Die Sprache wird vulgär, derb und dieses in abstoßenden Wiederholungen. Beziehungen zwischen Mann und Frau sind, bis auf wenige Ausnahmen, zum Scheitern verurteilt und hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Extrem sind vor allem Momente starker Gefühle, die so intensiv beschrieben werden, dass sie auch dem Leser an die Substanz gehen können.

Fazit: Gabi Kreslehners "Das Regenmädchen" ist ein außergewöhnlicher Kriminalroman, dessen Schreibweise bezaubern, aber anderseits auch erschrecken und abstoßen kann. Insgesamt ist es aber ein Roman, der den Nerv seiner Leser trifft und Einfluss auf deren Gefühlswelt nehmen kann, dessen Stärke aber eher durch die Erzählkunst seiner Autorin entsteht, als durch die Geschichte, die sie erzählt. Nahe geht besonders der Tod der jungen Protagonistin, deren Schicksal einfühlsam beschrieben wird. Ich hätte ihr das Glück in Berlin wirklich gewünscht.


Die Henkerstochter und der König der Bettler: Teil 3 der Saga (Die Henkerstochter-Saga, Band 3)
Die Henkerstochter und der König der Bettler: Teil 3 der Saga (Die Henkerstochter-Saga, Band 3)
von Oliver Pötzsch
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebeserklärung an Regensburg, 11. Februar 2011
"Die Henkerstochter und der König der Bettler" ist eine Liebeserklärung an Regensburg, eine Stadt, die er liebt, so Oliver Pötzsch. Hätte der Autor dieses nicht im Anhang erwähnt, der Leser hätte auch selbst darauf kommen können, denn im dritten Henkerstochterroman lässt Oliver Pötzsch das Regensburg des Mittelalters so farbenfroh und detailverliebt zu Leben erwachen, dass man fast meinen könnte, er spaziere tagtäglich durch diese Kulisse. Schnell taucht auch der Leser ein in eine längst vergangene Zeit und erlebt die Stadt an der Donau mit all ihren Facetten.

Schongau ist in diesem dritten Roman nur noch ein Nebenschauplatz, denn Henker Jakob Kuisl verschlägt es nach Regensburg, wo er seiner kranken Schwester zur Hilfe eilen will. Auch seine Tochter Magdalena und Medicus Simon Fronwieser tauschen die Heimat gegen die Donaustadt ein, nachdem sie für ihre Liebe in Schongau keine Chance mehr sehen. Zum Glück, so mag man sagen, denn in der Zwischenzeit steckt der Vater dort schon gewaltig in der Klemme und braucht dringend Hilfe von Außerhalb. Und so beginnt ein komplexes Krimiabenteuer vor historischer Kulisse. Lange Zeit muss man rätseln, was überhaupt der Auslöser für die Probleme der Schongauer Protagonisten ist, und wer die Rädchen im Hintergrund dreht. Für einige neue Einblicke sorgen auch die Rückblicke in die Vergangenheit des Henkers.

Fazit: Nach "'Die Henkerstochter" und "Die Henkerstochter und der schwarze Mönch" kann auch der dritte Teil voll überzeugen und ist ein wahres Schmankerl für Freunde historischer Romane. Hilfreich ist die Karte des alten Regensburg, wo alle wichtigen Stationen des Buches markiert sind und eine nette Zugabe ich sicherlich der, vom Autor entwickelte Reiseführer durch Regensburg, wo man auf den Spuren des Buches wandeln kann.


Das Wesen: Psychothriller
Das Wesen: Psychothriller
von Arno Strobel
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Grübler und Taktiker, 11. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Wesen: Psychothriller (Taschenbuch)
15 Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Fall stehen Kriminalhauptkommissar Bernd Menkoff und sein Kollege Alexander Seifert genau dem Mann wieder gegenüber, den sie 1994 als Kindermörder überführt und ins Gefängnis gebracht haben. Menkoffs Abneigung gegenüber Dr. Joachim Lichner, die schon mehr an Hass grenzt, flammt erneut in alter Stärke wieder auf, während Alexander Seifert sich mit den gleichen Zweifeln konfrontiert sieht, die ihm schon bei der ersten Verhaftung des Psychiaters bis in die Gegenwart zu schaffen machen. Ist Lichner vielleicht wirklich unschuldig am Mord der kleinen Juliane, wie er immerwährend behauptet hat und wurde wirklich am Beweismaterial manipuliert? Auch im Jahr 2009 wird Lichner verdächtigt am Verschwinden eines Kindes beteiligt zu sein, dieses Mal sogar am Verschwinden seiner eigenen Tochter. Wieder behauptet er unschuldig zu sein und wieder stoßen die Polizisten auf Ungereimtheiten, die ihre Arbeit erschweren.

Arno Strobel lässt die Leser geschickt an Seiferts Zweifel teilhaben. So berichtet Menkoffs jüngerer Kollege im steten Wechsel über die Fakten des alten Falles im Jar 1994 und von den Fortschritten im neuen Fall. Langsam decken sich die Ereignisse in beiden Fällen auf wie in einem Memoryspiel. Erste Unklarheiten werden nach und nach beseitigt und regen den Leser dazu an selbst eigene Vermutungen aufzustellen und zu kombinieren. Grübler und Taktiker kommen voll auf ihre Kosten und dürften spüren, wie ihr Ehrgeiz geweckt wird, diesen Fall schon vor Ende des Thrillers selbst zu lösen. Dabei kann man wirklich nicht sicher sein, ob man seine mühsam erarbeitete Lösung nicht schon im nächsten Kapitel wieder über den Haufen werfen muss oder sie weiter im Hinterkopf behalten darf. Die Kapitel sind kurz und knackig, vereinfachen es den Überblick über die zwei Handlungsstränge zu behalten, erschweren es aber das Buch einfach zur Seite zu legen. Ein Kapitel geht doch immer noch, oder?


Am Ende eines Sommers
Am Ende eines Sommers
von Isabel Ashdown
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Ende eines Sommers, 25. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Am Ende eines Sommers (Gebundene Ausgabe)
Wer kennt sie nicht, Menschen, die anscheinend ihr Leben nicht richtig in den Griff bekommen? Menschen, bei denen es weniger sauber und ordentlich ist? Mütter/Väter, die nie auf einem Elternabend erscheinen, offensichtlich ihre Kinder vernachlässigen? Menschen, die schon vormittags eine Fahne haben, nach außen einen fraglichen Lebenswandel führen - ohne Scham zu zeigen womöglich noch - und mit ihrer zur Schau getragenen Leidensmiene andere mit in die Tiefe ziehen? Schauen wir nicht alle irgendwie auf diese Menschen herab und verstehen nicht, warum sie nicht so sind wie wir?
Nachdem man Isabel Ashdowns "Am Ende eines Sommers" gelesen hat, wird sich dieses wahrscheinlich ändern, denn man lernt Mary, die Hauptprotagonistin dieses bewegenden Romans, genau so kennen.

Mitte der 80er Jahre lebt die junge Frau alleine mit zwei ihrer Söhne in Portsmouth. Matthew, ihr Erstgeborener, ist kurz zuvor von zu Hause ausgerissen und auch Ehemann Bill hat das Leben mit der depressiven und alkoholabhängigen Frau nicht länger ausgehalten. In dieser Situation weiß der 13jährige Jake sich keinen anderen Rat und versucht die Verantwortung für die Mutter und den jüngeren Bruder zu übernehmen. Welche Belastung das für den Teenager bedeutet, verdeutlicht Isabel Ashdown, indem sie ihn selbst zu Wort kommen lässt. Die Hälfte des Romans wird aus seiner Sicht erzählt, und zunächst ist der Leser bereit die Mutter für ihr unverständliches Verhalten zu verurteilen. Dieses verhindert die Autorin dadurch, dass die andere Hälfte der Geschichte von Mary selbst erzählt wird und dieses im steten Wechsel mit Jake. Während der Junge die aktuelle Situation der Familie verdeutlicht, beginnen Marys Erzählungen in ihrer Kindheit, in der besonders ihre Schwester Rachel eine bedeutende Rolle spielt, und erstreckt sich bis zu dem Zeitpunkt, an dem beide Handlungsstränge zusammentreffen. Bis dahin hat sich für den Leser nach und nach eine Geschichte voller kleiner Puzzlestücke zu einer Einheit zusammengefügt; Puzzlestücke voller Leid und Freud und vielen Überraschungen. Hierbei lässt Isabel Ashdown dem Leser viel Raum für Vermutungen und Spekulationen, denn zwischen den einzelnen Ausführungen klaffen Lücken. Nicht jede begonnene Situation wird direkt geklärt, manches erschließt sich erst viel später oder muss sich der Leser selbst zusammenreimen. Dadurch entsteht ein Sog, eine unterschwellige Spannung, obwohl die Geschichte eigentlich nur vor sich hinplätschert. Bei der Beschreibung von Stimmungen beweist die Autorin ein besonders gutes Händchen. Obwohl die Situation der Familie zu Beginn alles andere als rosig ist, gibt es auch überaus glückliche Momente und gerade hier versteht es die Autorin mit den Gefühlen der Leser zu spielen, denn so schön sie auch gerade diese glücklichen Momente beschreibt, so lässt sie den Leser nie die dunkle Wolke am Horizont, nämlich das lang gehütete Familiengeheimnis, gänzlich vergessen.
"Am Ende eines Sommers" ließ mich am Ende nachdenklich zurück und beschäftigt mich auch weiterhin. Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen, enthält aber schwere Kost, die sich im Kopf festsetzt und den Wunsch entstehen lässt, die entstandenen Eindrück mit jemandem zu teilen. Von mir also hiermit eine ausdrückliche Leseempfehlung.


Die Zahlen der Toten
Die Zahlen der Toten
von Linda Castillo
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Zahlen der Toten, 28. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Zahlen der Toten (Taschenbuch)
Eigentlich wollte Officer T. J. Banks sich nur um ein paar ausgebrochene Kühe, die nachts eine Straße blockieren, kümmern, doch dann sieht er sich plötzlich mit einer schrecklich zugerichteten Frauenleiche konfrontiert. Die Polizeichefin Kate Burkholder ist schockiert, nicht nur aufgrund der furchtbaren Qualen, die das Opfer hat erleiden müssen, sondern besonders wegen der römischen Ziffern, die der jungen Frau in den Bauch geritzt wurden. Diese sind das Markenzeichen eines Serienkillers, genannt "Schlächter", der seit gut 16 Jahren nicht mehr in Erscheinung getreten ist und mit dem sie ein bitteres Geheimnis verbindet. Schon bald werden weitere Opfer gefunden, und die Grausamkeit des "Schlächters" nimmt deutlich zu. Kate Burkholder steht unter Zugzwang. Es heißt weitere Morde zu verhindern und ihre Position als Polizeichefin zu verteidigen, denn der Druck der Bevölkerung nimmt zu.

Linda Castillos "Die Zahlen der Toten" ist der erste Teil einer Serie um die Polizeichefin Kate Burkholder, und das ist gut so, denn Band 1 macht Lust auf mehr. Die Autorin versteht es eine spannende Geschichte aufzubauen, und den Leser mitfiebern zu lassen. Dieses übrigens von der ersten Seite an, wo der erste Mord des "Schlächters" in Painters Mill aus der beängstigenden Perspektive des Opfers beschrieben wird. Bei der Beschreibung der Grausamkeiten zeigt Linda Castillo keinerlei Zurückhaltung.

Größtenteils wurde dieser Thriller in einer beobachtenden Erzählform geschrieben, diese wird jedoch jedes Mal dann unterbrochen, wenn die Protagonistin in Aktion tritt. Die junge Polizeichefin erzählt in der Ich-Form und lässt den Leser an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Sie zeigt Stärken und Schwächen, die sie zu einer authentischen und interessanten Persönlichkeit machen. Auch anderen Personen aus Kates Umfeld schreibt Linda Castillo eine eigene Persönlichkeit auf den Leib, was erwarten lässt, dass die Autorin diese eventuell in den folgenden Bänden fortführen und hoffentlich ausarbeiten möchte. Da sind u.a. der sich eigentlich im Ruhestand befindende Pickles, Youngster T. J. Banks oder der ehemalige Marine Glock. Sympathische Personen, deren Eigenarten gerne mit einem Augenzwinkern beschrieben werden. Leichte Abstriche gibt es dagegen beim Protagonisten John Tomasetti, dessen extremer Wandel innerhalb des Buches unvorstellbar einfach dargestellt wird und dadurch unrealistisch wirkt. Auch im Zusammenspiel mit Kate Burkholder hätte ich mir zuerst mehr Reibung gewünscht. Da hätte die Autorin sich etwas mehr Zeit lassen können.

Schauplatz des Thrillers ist das eher verschlafene Painters Mill, Ohio, in dem auch eine Amische Gemeinde sich angesiedelt hat. Diese spielt in Kate Burkholders Vergangenheit eine große Rolle. Zum Zeitpunkt der Morde beherrscht tiefster Winter den Ort, die Personen kämpfen gegen Schnee, Eis und Kälte. Für mich ein wunderbarer Kontrast zu anderen Thrillern, der eine besondere Atmosphäre schafft.

"Die Zahlen der Toten" von Linda Castillo ist ein Thriller, den ich gerne empfehle. Die volle Wertung mag ich aber noch nicht geben, denn ich bin überzeugt, dass die Autorin sich in den Folgebänden weiter steigern wird.


Die Maurin: Roman
Die Maurin: Roman
von Lea Korte
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Maurin, 28. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Maurin: Roman (Taschenbuch)
Wir schreiben das Jahr 1478 im andalusischen Granada, als die gerade erst 13-jährige Hofdame Zahra in der Alhambra dem Gesandten der kastilischen Königin, Gonzalo, zum ersten Mal begegnet. Die junge Maurin ist von dem Christen sofort angetan, und auch er bekommt das Mädchen nicht mehr aus dem Kopf. Doch vorerst lässt das Schicksal beide getrennte Wege gehen. In einer Zeit, in der sich die Lage zwischen Mauren und Christen immer mehr zuspitzt, genießt Zahra das Vertrauen ihrer Sultanin und stolpert in deren Auftrag von einem Abenteuer ins andere. Auch innerhalb ihrer Familie wird sie immer wieder mit Problemen konfrontiert, die für sie eine unruhige Zeit bedeuten. Gonzalo dagegen erlebt als Vertrauter Königin Isabels den Krieg oft inmitten von Schlachtgetümmel.

Lea Kortes "Die Maurin" ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte (die zuerst etwas "lau" beginnt und dann doch mit einigen Überraschungen aufwartet), aber bei Weitem nicht nur das. Eins darf man bei diesem Buch nämlich auf gar keinen Fall, es nur auf seine Liebesgeschichte reduzieren. "Die Maurin" ist ein historischer Roman durch und durch. Schon allein bei der Auswahl der Zeit, in der ihre Geschichte spielt, hat Lea Korte ein geschicktes Händchen bewiesen. Es ist eine Zeit, die viel Zündstoff bietet und vor unglaublichen Begebenheiten nur so strotzt. Zusätzlich spürt der Leser in jeder Zeile die Begeisterung der Autorin für Land und Geschichte, und das kann ansteckend sein. So erzählt sie auch deteilgenau vom Leben der Mauren im 15. Jahrhundert. Wie viel Arbeit und Zeit sie in die gesamte Recherche investiert hat, kann man nur vermuten. Auf jeden Fall kann dieses Buch auch den Leser begeistern, der nicht nur bevorzugt historische Romane liest oder der sich bis jetzt nur unwesentlich für Spanien und seine Geschichte interessiert hat.

Erwähnenswert sind außerdem die zusätzlichen Extras im Buch, die den Überblick über Personen und Handlungen erleichtern, ein Personenregister, eine Zeittafel, ein Glossar und Stammbäume des Hauses Aragon-Kastilien und der letzten Emire des Königreichs der Nasriden.

Somit ist "Die Maurin" ein Buch, das man ohne Vorbehalte empfehlen kann.


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