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Beiträge von Lorenz Trachsel
Top-Rezensenten Rang: 186.343
Hilfreiche Bewertungen: 60

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Rezensionen verfasst von
Lorenz Trachsel (Zürich, Schweiz)

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Sterben: Roman (Das autobiographische Projekt, Band 1)
Sterben: Roman (Das autobiographische Projekt, Band 1)
von Karl Ove Knausgård
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warum "Sterben" statt "Min Kamp 1" ?, 19. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das gibt einen Stern Abzug: Aus Gründen der politischen Korrektheit, verkaufstaktisch, oder warum auch immer erscheinen Knausgårds Romane 1-6 in deutscher Ausgabe unter diesen unsäglich pathetischen Titeln "Sterben", "Lieben" usw. Eine verpasste Chance! Die deutschen Leser hätten den Originaltitel "Min Kamp" sehr gut verstanden, und eine ironische Brechung, in Deutschland aus nachvollziehbaren Gründen vielleicht gerechtfertigt, gleich umsonst mitgeliefert bekommen. Nun, ist Knausgård selbst ironisch? Nein, er ist ein ausserordentlich ernster Mensch, und seine Romane sind es auch. Er erzählt alles so nah und so genau, vermittelt die Illusion einer totalen Selbstentblössung, ohne peinlich zu sein. Man meint, zumal als Mann, sein eigenes Leben im Detail nachzulesen. Sein "Trick" ist der des Hyperrealismus: so wie die hyperrealistischen Ölbilder genauer sind als Fotografien, ja genauer als die Realität scheinen, weil sowohl Vorder- als auch Hintergrund, weil sowohl Wichtiges als auch Unwichtiges in Fokus dargestellt ist. Bei Knausgård erscheinen Vergangenes und Banalitäten im selben scharfen Fokus wie die Gegenwart und Wesentliches. Ja, "Sterben" handelt vom Tod seines gehassten Vaters, aber auch vom "Putzen" dessen verkommenen Haushalts, in dem immer noch die verwirrte, inkontinente Grossmutter haust, und vom "Saufen" des von den typischen sexuellen und sonstigen Nöten geplagten Heranwachsenden Karl Ove. Knausgård beschreibt diesen selbstbezogenen Jungen, wie er alles, was ihm nicht passt, als schlechten Geschmack der mediokren Anderen aburteilt (er spielt Rockgitarre, hasst also Jazz, er bemitleidet die Kleidung seiner Klassengenossen, weil er selbst eine spezielle schwarze Hose trägt usw.). Ein fantasievolles Innenleben wird nicht sichtbar. Es ist teilweise also auch ein Entwicklungsroman, habe ihn gerne gelesen trotz der nicht sehr einnehmenden Figuren. Aber die ganzen 5000 Seiten Hyperrealismus von Min Kamp 1-6 lesen? Fünfzig mal lieber die ersten 100 Seiten von Proust '.


Oaxaca Journal
Oaxaca Journal
von Oliver Sacks
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,28

5.0 von 5 Sternen Dr Oliver Sacks als Botanikexkursionist mit vielen kleinen Geschichten auch abseits der Flora, 17. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oaxaca Journal (Taschenbuch)
Oliver Sacks mal anders: auf Exkursion mit Botanikliebhabern, genauer: Farn Afficionados aus New York, in Oxaca, Mexico, wo es offenbar ausserordentlich viele Farnarten gibt. Oliver Sacks schreibt natürlich eine klassische Reisereportage, aber noch ein bisschen mehr. Kleine Exkursionen in die Naturgeschichte, in die Wichtigkeit von Amateurwissenschaftern, aber auch kulturgeschichtliche, kulinarische und mitmenschliche Betrachtungen. Sacks ist ein hervorragender Beobachter und passionierter, ja süchtiger Schreiber. Lesend taucht man ein in seine leicht gewobenen Texte, folgt seinen kleinen Geschichten, erlebt die Hitze, folgt den Botanikern in ihren Wanderschuhen und ihren Blicken nur für Flora und manchmal Fauna am Wegesrand. Zum Glück ist da aber noch Sacks mit Blick für die Menschen, sei es in seiner Peer Group, sei es in den indigenen Dörfern. Und mehr als einmal zieht es ihn in eine kühle Kirche oder in den Schatten einer Tinaja zum erfrischenden Getränk – es muss nicht unbedingt ein Sirup gewesen sein.


Die andere Seite des Spiegels: Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus
Die andere Seite des Spiegels: Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus
von Benedikt Föger
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Causa Lorenz wieder aktuell! Gutes Buch dazu, 17. Dezember 2015
Die Universität Salzburg hat heute Konrad Lorenz die Ehrendoktorwürde aberkannt. Es ist nicht deshalb, dass ich diesem K. Lorenz gegenüber kritischen Buch 5 Sterne gebe. Nein, dieses Buch ist flüssig geschrieben, verzichtet durchwegs auf Polemik, und glänzt mit vielen Zitaten aus Quellentexten und sonst überzeugenden Hinweisen, die allesamt ausführlich referenziert werden. Alles ist gut nachvollziehbar und nachprüfbar. Dieses Buch wirft ein zwiespältiges, aber nie böswilliges Licht auf den Menschen K. Lorenz, ohne seine rein wissenschaftlichen Entdeckungen in der Ethologie in Frage zu stellen, was die Autoren verschiedentlich betonen. K. Lorenz war nicht direkt an den NS-Gräueln beteiligt, aber seine Interpretationen seiner Forschung und deren Publikationen im Dritten Reich spielten der NS-Ideologie in die Hände (angesichts der Verbrechen zum Beispiel in der wissenschaftlichen NS-Psychiatrie könnten Lorenz' Publikationen zur Rechtfertigung gedient haben – meine eigene Annahme). Das vorliegende Buch zeichnet genau das Leben Lorenz zur fraglichen Zeit und danach, und zeigt einen trotzdem faszinierenden Forscher, der neben der Schreibkunst und als guter Arzt in schwierigen Umständen im Gefangenenlager offenbar auch andere Begabungen hatte wie Theaterspielen. Einer, der auf seiner Heimfahrt aus russischer Gefangenschaft zwei Vogelkäfige und drei Vögel mitführte. Dessen Texte aber auch einen paternalistischen Gestus hatten und mitunter einen Hang zum Kalauer. Am Schluss des Buches wird beschrieben, wie ein Professorenrat an der Universität Wien zusammenkam, um zu entscheiden, ob Konrad Lorenz als Universitätsmitglied aufgenommen werden kann aufgrund seiner Vorgeschichte. Ja, fanden die Professoren damals. Heute hat die Universität Salzburg anders entschieden. Wohl zurecht. Trotzdem, die Ethologie-Gegner sollten nicht zu früh jubeln. Das heutige Urteil zur Causa Lorenz bedeutet keine Bankrott-Erklärung der Wissenschaft der Ethologie, und auch nicht Lorenz Verdienste in dieser. Auch das vorliegende kritische Buch zu Lorenz ist da ganz objektiv. Lorenz Trachsel, Dr.sc.nat.ETH


Arbeit und Struktur
Arbeit und Struktur
Preis: EUR 9,99

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alien in Berlin, 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Arbeit und Struktur (Kindle Edition)
Ich war skeptisch bis ablehnend eingestellt gegenüber der "grassierenden" Nabelschau im Web von Prominenten, sei es nun das Ausstellen von Krankheitsgeschichten oder anderen privaten Themen.

Der Blog von W. Herrndorf "Arbeit und Struktur" hat mich eines besseren belehrt. Er ist sprachlich sehr ansprechend, verfällt keinem der gängigen Jargons. Die Geschichte seiner letzten Lebensjahre ist packend und hoch interessant, mit viel Selbstironie und beeindruckender Ehrlichkeit beschreibt Herrndorf seine Fährnisse. Medizin, Suizid, Lektüre, Schreibarbeit, Freundschaft, Sport, Atheismus, Aberglauben, Wissenschaft… und weitere Themen unakademisch, aber klug, manchmal nur in wenigen, aber umso signifikanteren Sätzen. Nicht besserwisserisch, er weiss um sein Nichtwissen und Ausgeliefertsein. Im Grunde ist im Text auch ein Science Fiction versteckt (er schätzte offenbar Philip K Dick), nämlich die Geschichte eines Aliens in Berlin, der wegen seines irrelaufenden Gehirns und Wahrnehmungsstörungen die Umgebung und auch sich zunehmend als fremd erfährt. Wegen "kleinen" epileptischen Anfällen stieg er erst gar nicht mehr vom Rad, sondern fuhr weiter, ähnlich Albert Hoffman auf seinem Rad unter der plötzlichen Wirkung des damals ihm unbekannten LSD. Nur dass bei Herrndorf der Lauf irreversibel, schrecklich und tödlich war. Besonders beeindruckt mich die Loyalität und grosse Menschlichkeit seiner Freunde und Kumpel diesem "Alien" gegenüber.

Ich lese heute weiter...


Die Zeit, die Zeit (detebe)
Die Zeit, die Zeit (detebe)
Preis: EUR 9,99

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Suter, fast ein Zen-Meister, 8. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Zeit, die Zeit (detebe) (Kindle Edition)
Gibt es etwas Langweiligeres als eine Schweizer Mittellandsiedlung mit einer Mischung aus den 50ern und 70er Jahren? So stelle ich mir den Ort des Romans «Die Zeit, die Zeit» von Martin Suter vor. Er skizziert das schmucklose und etwas festgefügte Leben dort ohne grossen sprachlichen Aufwand (nicht «locker vom Hocker», wie gemeint wird), aber sprachlich genau und mit viel Gespühr für aussagekräftige Details (aehnlich den Fotografien von Andri Pol).

Eine spannende Geschichte spielt sich dort ab von zwei Männern verschiedenen Alters. Beide haben sie ihre Frau verloren und beide versinken in ihrem Gram, weil sie denken, am Tod ihrer Ehefrauen mitschuldig zu sein. Der eine, Peter Taler, versucht durch psychophysiologische Selbst-Experimente den Zustand kurz vor dem Mord an seiner Frau zu wiederholen, um so das Verbrechen aufdecken zu können. Der andere, Knupp, versucht, den Tod seiner Frau rückgängig zu machen, indem er - gemäss seiner Annahme, dass Zeit nicht existiere, nur Veränderungen, die man rückgängig machen kann - ein aufwendiges Experiment anstellt mittels einer «Re-etablierung» der örtlichen Umstände (Pflanzen, Bauwerke, sich selbst, usw).

Suter strickt nun ein Ineinandergreifen beider Schicksale so, dass es zum wohl überraschenden, aber logisch zwingenden Schluss kommt. Der aufmerksame Leser bemerkt frühe Anzeichen von Hoffnungslosigkeit (Stichwort Schraubstock) beim älteren Mann, der ja gleichzeitig das ganze verrückte Experiment energetisch vorantreibt. Knupp weiss um die fatale Verstrickung, die letztlich nur ein Resultat ermöglicht, sollte das Experiment gelingen, und das nicht zu seinen Gunsten.

Ein weiterer herrlicher Einfall Suters ist die Camera Obscura, mit der genaue Pläne zur Rekonstruktion gemacht werden können, deren Dunkelheit gewisse Stimmungen der Figuren verstärkt und quasi auf den Leser überspringen lässt. In dieser Camera Obscura hätte auch leicht eine amuröse Geschichte zwischen Taler und der Lehrtochter beginnen können, jedenfalls knisterte es zwischen ihnen für mein Dafürhalten. Suter jedoch macht uns diesen Gefallen nicht und bleibt in der trockenen, nüchternen Realität zweier Verrückter, die die Zeit umdrehen wollen.

Suter treibt die Geschichte stetig voran, wenn manchmal auch in Millimeterschritten. Suter verlangt dem Leser einige Geduld ab mit der genauen Beschreibung der Re-etablierungsschritte. Man kann es auch sehen als Zenübung im Lesen. Das hat mit des Lesers Achtsamkeit und Zeit zu tun, quasi das dritte Experiment des Romans.


Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen
von Rolf Dobelli
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Dobelli-Variationen des einfachen Denkens, 16. Januar 2012
Die zwei Kapitel, die ich gelesen habe, überzeugen mich nicht vom "klaren" Denken des Herrn Dobelli. Die Beispiele, die er hinzuzieht sind einach zu unrealistisch (Russisches Roulett) oder werden mit alltäglichen Beispielen widerlegt. Er plädiert zB. fürs Konzentrieren auf eine Sache und nennt dabei ein Spiel/Experiment, das ihn vermeintlich stützt. Nehmen wir aber ein Spiel wie Schach, liegt die Aussage der "Konzentration auf das eine" flach. Man kann so auch das Gegenteil beweisen. Die Frage ist zudem, ob ein von Spieltheoretikern/Psychologen im experimentellen Labor entwickeltes Spiel der Realität entspricht und als Denkmodell benützt werden sollte, oder nicht doch eher ein altes Spiel wie Schach. Auch sein Umgang mit der Statistik und Wahrscheinlichkeit ist einseitig. Wenn ich geneigt bin, sehr viel Geld auszugeben, um im R. Roulett von einer Pistolenkugel (p=1/6) auf null Kugeln zu kommen (p=0/6), ist doch sehr vernünftig; im Gegensatz dazu ist eine Reduktion von p= 2/3 auf p=1/3 zwar theoretisch eindrücklich, aber immer noch ist die Pistole saugefährlich und erratische Geldeinsätze nachvollziehbar. Auch sollten immer beide Grössen, nämlich die Wahrscheinlichkeitsabnahme (relativ) wie auch die absolute P in Betracht gezogen werden. Es ist schon so, dass der Alltagsverstand die Wahrscheinlichkeit häufig falsch einschätzt; daraus aber ein Vorwurf des unklaren Denkens zu postulieren, ist etwas arrogant. Realität ist komplizierter, als Dobelli jeweilen annimmt. Laborexperimente werden dem Leben selten gerecht, sie sollten nicht als Vorbilder fürs Denken hergenommen werden. Uebrigens: nicht selten wird übermorgen experimentell genau das Gegenteil "bewiesen". Auch für Laborexperimente gilt: einmal ist keinmal.
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Garantiert E-Gitarre lernen, m. 2 Audio-CD
Garantiert E-Gitarre lernen, m. 2 Audio-CD
von Bernd Brümmer
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen No-nonsense Lehrgang, 19. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe zwar als Kind ein paar Jahre Geige gespielt (mit Notenlesen), aber was die E-Gitarre angeht, bin ich blutiger Anfänger. Dieses Lehr- und Uebungsbuch führt den Anfänger Schritt für Schritt in die Praxis des E-Gitarrenspiels. Es ist didaktisch hervorragend strukturiert, wirklich kleine und sinnvolle Schritte ergeben bei fleissigem Ueben eine sehr solide Basis. Von Anfang an wird auf das Rhythmusgefühl und die richtige rhythmische Ausführung enormes Gewicht gelegt (Metronom, Mitzählen). Im ersten Kapitel geht es schon um das richtige Greifen von einzelnen Tönen inklusive Dämpfen für Viertel- und Achtelpausen. Das allein zeigt die solide Ausrichtung von Anfang an. Als Motivationsschub dient in jedem Kapitel eine sogenannte "Spielwiese", in der ein Stück eines bestimmten Musikstils mit einer ganzen Band eingeübt wird. Die Leadgitarre (Melodie) und die Rhythmusgitarre werden manchmal separat geübt und können ab CD mit der ganzen Musik gespielt werden. Dabei wird Wert gelegt auf diejenigen Techniken, die im entsprechenden Kapitel geübt wurden. Falls man schon früher als im Buch vorgegeben zB Akkorde lernen will, kann man das parallel ohne weiteres tun, ohne den Lernprozess zu verwirren, indem man in einem hinteren Kapitel übt. Das ganze Buch wendet konsequent nur Tabulaturschreibweise an, was für einen Anfänger wahrscheinlich gar nicht schlecht ist, weil der ganze Uebungsverlauf so einheitlich ist und schlank bleibt. Da ich persönlich auch die Notenschreibweise mitlernen möchte, lade ich Uebungsbeispiele vom Internet runter, wo sie tonnenweise vorhanden sind. Parallel lerne ich zum Beispiel die C Bluestonleiter, aber immer schön in der Technik, die im Brümmer-Buch grad angesagt ist (zB. mit Viertel- und Achtelpausen). (Weiter hinten im Buch wird der Blues natürlich auch geübt). Sehr empfehlenswerter, "no-nonsense" Lehrgang für Autodidakten, blutige Anfänger und andere, die sich der korrekten Spieltechnik versichern wollen. Falls man später einmal Individualunterricht nehmen wird, hat man mit diesem Buch sicher die Grundlage, für die man sich nicht schämen muss.


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