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Rezensionen verfasst von
ROTT

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Three Sixty (Explicit Version)
Three Sixty (Explicit Version)
Preis: EUR 16,99

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für Einsteiger ***** ... für Fans *, 15. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Three Sixty (Explicit Version) (Audio CD)
Aber auch wirklich nur für Einsteiger. Keenan und Billy Howerdel haben mit ihrem Projekt APC zwei sehr gute Alben unters Volk gebracht. Was ich am Anfang noch für Tool light hielt, habe ich dann sehr schnell schätzen gelernt, vor allen wegen der reduzierten Komplexität und der Eingängigkeit. Das ist jetzt allerdings auch schon wieder 10 Jahre her ist. Dann gab es noch eine EP und ein Coveralbum. Dieser eigentlich sehr überschaubare Output wird auf „Three Sixty“ zusammengefasst. In einer 1 CD Version und dann auch noch in einer 2-CD Version. Dabei ist auf beiden Versionen der neue Song BY AND DOWN enthalten, der nun aber auch schon einige Tage durchs Internet geistert. Man merkt diesen Zeilen vielleicht an, so richtig kommt die Begeisterung nicht auf. Was mich dann noch ein wenig enttäuscht, ist, dass gerade Keenan der so oft auf den Kommerz schimpft hier mitmacht und sich in der Reihe der Künstler anstellt, die schnell noch etwas Umsatz vor Weihnachten machen wollen. Zumindest ist für später im November ist ja auch noch ein Boxset mit Liveaufnahmen „A Perfect Circle Live: Featuring Stone and Echo“ angekündigt, was aber nur über Internet (link siehe Kommentar, kann hier nicht eingestellt werden ;-) zu bestellen und momentan leider "sold out" ist. Und hoffen wir natürlich, dass die beiden getrennten Ankündigungen der beiden Masterminds (ein neues Tool Album und ein neues Ashes Divide Album) in Erfüllung gehen.

Für APC / Tool Fans: * Stern (außer Du brauchst was für den CD Wechsler im Auto :-) und auf „A Perfect Circle Live: Featuring Stone and Echo“ warten, dass vielleicht doch noch einiges Interessantes zu bieten hat.

Für Neueinsteiger: *****, alternativ können aber auch einfach die beiden Alben "Mer De Noms" und "Thirteenth Step" gekauft werden, das rechnet sich sogar.

Macht insgesamt ***
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 10, 2014 6:59 PM CET


A Mary Christmas
A Mary Christmas
Wird angeboten von mivendo UG
Preis: EUR 6,40

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alle Jahre wieder, 15. November 2013
Rezension bezieht sich auf: A Mary Christmas (Audio CD)
… und zwar immer intensiver hat die Musikindustrie in 4. Quartal des Jahres nur noch eines im Sinn. Keine Neuveröffentlichungen mehr verpulvern im alten Jahr, die verkaufen sich besser ab März des Folgejahres, sondern nur noch Reibach machen mit Best-Of Alben, Weihnachtsalben und irgendwelches andere recycelte Zeug. Der Fan wird es gerne kaufen oder verschenken. Anyway, die Welt ist nun mal schlecht und ich will auch nicht weiter lamentieren … ;-)

„A Mary Christmas“ und Mary J. Blige also. Das Album ist insgesamt angenehm und vorhersagbar. Vorhersagbar, weil hier nichts wirklich Unerwartetes passiert. Die üblichen Verdächtigen der Weihnachtslieder werden im modernen Black Music Gewand (R’n’B, Soul, Jazz, Gospel) losgeschickt, zu weiten Teilen ist die Songauswahl und die Produktion vorhersagbar. In dieser Vorhersagbarkeit, was nicht so negativ gemeint ist, wie es sich vielleicht anhört, gibt es aber dann doch einige sehr angenehme Momente. RUDOLH THE RED-NOSED REINDEER hat mächtig Tempo und im Big Band Sound sehr jazzig. Harry Connick Jr. Lässt grüßen ;-). THIS CHRISTMAS ist der vielleicht souligste Song des Album, er pulsiert vor Leid und Hoffnung, MJB hat hier genügend Raum ihre großartige Stimme einzusetzen. LITTLE DRUMMER BOY nervt am Anfang ein wenig, allerdings nur solange bis MJB ihr mächtiges Organ so richtig von der Leine lässt. Ähnlich ist THE FIRST NOEL aufgebaut, am Anfang denkt man nur „ach ja, nett“, aber wenn dann im zweiten Part des Songs die Clark Sisters mit einsteigen, beginnt der Song zu leben, in voller Gospelpracht. Absolutes Highlight ist aber WHEN YOU WISH UPON A STAR. Eigentlich ja gar kein Weihnachtslied und schon so häufig gehört, was MJB hier aber mit freundlicher Unterstützung von Barbara Streisand im Duet und Chris Botti an der Trompete liefert, ist einfach hörenswert. Natürlich gibt es in so eine Ansammlung dann auch ein paar Kandidaten, auf die man hätte verzichten können. Auf PETITE PAPA NOEL darf MJB französisch trällern, gewagt und nicht wirklich gelungen. Und SILENT NIGHT, Duett mit Marc Anthony? Muss man nicht mögen.

Zusammenfassend: ein sicherer Kauf für MJB Fans, natürlich kein Klassiker wie „My Life“ oder „Breakthrough“, aber wie gesagt ein angenehmes Album, auf dem sich MJB trotz aller Vorhersagbarkeit auch ein wenig austoben darf. Leute, die mit MJB noch nicht so viel bis jetzt anfangen können, aber trotzdem nach etwas zeitgenössischer Untermalung für zum Beispiel die stundenlangen Autofahrten im Dezember suchen, sollten auf jeden Fall mal hineinhören.


Clockwork Angels Tour (Live)
Clockwork Angels Tour (Live)
Preis: EUR 15,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fanboy Alarm, 15. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Angels Tour (Live) (Audio CD)
Ich schreibe es lieber vorab, bevor es mir wieder um die Ohren geknallt wird, hier spricht ein Fan“boy“. Bei vielen Bands kann ich durchaus kritisch den aktuellen Output anhören, bei Rush will mir das einfach nicht gelingen. Das mag vor allen damit zu tun haben, dass ich bereits als Teenager von meinem älteren Bruder mit Rush infiziert wurde. „A Show of Hands“ von 1989 war nach Peter Gabriel meine zweite selbstgekaufte Live LP und steht heute noch verkniddelt und abgespielt im Regal. Entsprechend waren wir dann im Juni diesen Jahres in Köln, umgeben von ein paar tausend anderen Fans, bei denen im Prinzip alle die gleichen Emotionen hervorgerufen wurden: Einerseits Enthusiasmus, andererseits bzw. abwechselnd damit aber auch eine gewisse in sich gekehrte Glückseligkeit, diese Band mal wieder bzw. endlich mal real live erleben zu dürfen. Natürlich ergänzt mit einem Schuss des Nichtglaubenkönnens, wie es drei Herren schaffen, so einen kompakten Wall of Sound zustande zu bekommen.

Die Live CD entspricht ziemlich genau dem Set der Deutschlandkonzerte, zumindest des Köln Konzerts. Im ersten Part wurden hauptsächlich Stücke aus der Schaffenszeit 80er bis 00er dargeboten, im zweiten Part bekamen die drei Herren dann Unterstützung von einem 8 köpfigen Streichensemble, und es wurde fast das komplette „Clockwork Angels“ Album dargeboten, ergänzt noch um einige weitere Songs (DREAMLINE, RED SECTOR A, YYZ), die ebenfalls mit Hilfe der Streicher um arrangiert wurden. Im dritten Part dann wieder zum Trio geschrumpft, wurden die wirklichen Klassiker aus dem Repertoire angegangen, die Stimmung in der Aufnahmen spiegelt die Stimmung auf dem Konzert ziemlich genau wieder, die natürlich in diesem letzten Part am ausgelassensten war – was bei der Reihenfolge der Songs THE SPIRIT OF RADIO – TOM SAWYER – 2112 – LIMELIGHT nun wirklich auch kein Wunder war.

Auch wenn mittlerweile nach jeden neuen Rush Tour auch ein entsprechendes Livealbum herausgebracht wird, finde ich dieses aber nach dem Rio Live Mitschnitt am besten gelungen. Der Sound ist tadellos und m.E. besser als auf den letzten beiden Live Alben. Was dabei außerdem angenehm auffällt, ist, dass Lee’s Gesang etwas dezenter abgemischt ist. Mit der Hinzunahme des Streicherensembles kommt darüber hinaus auch wieder etwas Experimentierfreudigkeit auf die Bühne zurück. Während die 8 Streicher es beim Konzert – zu mindestens an manchen Stellen – hörbar schwer hatten, sich soundmäßig durchzusetzen, ist dies bei der Liveaufnahme nicht mehr zu bemängeln.

Der schönste Moment des Konzerts ist allerdings nicht enthalten, Lee’s Statement, dass man sich wiedersehen wird ….


Swings Both Ways
Swings Both Ways
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel bemerkenswertes, 15. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Swings Both Ways (Audio CD)
…. könnte man hier als Einleitung schreiben. Zum Beispiel irgendwas mit, dass eine zweite Swing rsp. Big Band Platte ein sicherer Erfolg ist, weil ja die Erste 2001 „Swing When You’re Winning“ schon so gut oder erfolgreich war. Oder Lobhuddeleien, wen Robbie alles für die Duette mit an Bord bekommen hat (Lily Allen, Michael Buble, Kelly Clarkson, Rufus Wainwright etc.). Aber die eigentliche Nachricht mit Tiefenwirkung ist viel schlichter. Guy Chambers ist wieder mit dabei, jeder wird sich noch gerne an die großen Erfolge in der zweiten Hälfte der 90er und Anfang der 00er erinnern, bei denen Guy Chambers als genialer Partner und Hauptsongwriter an der Seite stand. Wunderbar, Guy welcome back!

Und so ist „Swings both Ways“ kein reines Coveralbum geworden und die neuen Songs haben es in sich. Absolutes Highlight und erster Anspieltipp ist SNOWBLIND von (natürlich) Chambers. Der Song ist in wundervolles Klagelied, Robbie trauert um verflossene Beziehungen und man muss nicht ins stille Kämmerchen gehen, um zuzugeben, dass dieses Lied ans Herz geht. Ebenfalls sehr persönlich und sehr anrührend ist GO GENTLE gelungen, dargeboten in Form von guten Ratschlägen, die Robbie seiner ein Jahre alten Tochter mit gibt. Etwas fröhlicher und weniger nachdenklich sind dann NO ONE LIKES A FAT POP STAR mit seinem feinen britischen Humor und die Kooperation mit Rufus Wainwright im Titelsong SWING BOTH WAYS geworden. Dieser Song ist definitiv das zweite große Highlight des Albums, getragen von Flöten und weihnachtlichen Streichern entwickeln Rufus und Robbie ein Spaß am Singen, den man ihnen sofort abnimmt.

Bei den Coversongs gibt es dann Licht und Schatten zu verzeichnen. PUTTIN ON THE RITZ, MINNIE THE MOOCHER und DREAM A LITTLE DREAM bieten Robbie die nötige Bühne, um seine unbestrittenen Fähigkeiten als Crooner der alten Schule zu zeigen. Beim letzten Song im schönen Duett mit Lily Allen. Etwas schräg aber dadurch auch wieder interessant kommt I WANNA BE LIKE YOU mit Olly Murs daher, ja, richtig erinnert, das Original stammt von Mogli und Balu im Dschungelbuch Film. Auf der eher dunklen Seite, zumindest für meinen Geschmack, landet dann zum Beispiel SODA POP, trotz oder wegen Michael Bublé, je nach Blickwinkel.

Auch wenn „Swing both Ways“ kein Weihnachtsalbum ist, es wird verdientermaßen die Vorweihnachtszeit musikalisch mitbestimmen. Und dann gilt es natürlich nur ein Kerzchen aufzustellen, dass Guy Chambers auch beim nächsten Album wieder mitwirken darf.


Baptized (Deluxe Version)
Baptized (Deluxe Version)
Preis: EUR 12,23

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mitten im Mainstream gelandet, aber trotzdem gut, 15. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Baptized (Deluxe Version) (Audio CD)
Chris Daughtry und seine Mannen kämpfen noch immer mit dem Fluch vieler Bands, deren erstes Album ein Megaseller wurde. Mit den Folgealben sanken die Verkaufszahlen, das große Label hält aber an der Band fest, will allerdings natürlich wieder Hit Singles und Chartpositionen sehen. Als Band gestartet, die mit medialen Rückenwind noch einigermaßen dem Post-Grunge und Alternative Rock zuzuordnen war, wurde sie auf den Alben 2 und 3 immer weniger Rock und mehr Mainstream, Pop-Rock, oder AOR wie man es früher nannte.

Aber genug zu den musikalischen Schubladen, „Baptized“ setzt genau diesen Trend auf jeden Fall fort. Das Album ist voll von potentiellen Hit Singles fürs Radio oder Blockbuster Soundtracks, fetter aber ziemlich sauberer Produktion, eingängigen Refrains und großen Gefühlen. Wem das alleine beim Lesen schon einen Schauer über den Rücken jagt, sollte das Album am besten nicht weiter hören. Wer sich aber auf Mainstream einlassen kann und will bzw. diese Richtung schon immer mochte, der wird von den „neuen“ Daughtry reichlich belohnt. Direkt der Opener BAPTIZED ist ein schönes Beispiel. Etwas folkig angehaucht, entwickelt sich der Song schnell zu einer kleinen, aber eher leisen Hymne, die den Fuß zum fröhlichen Wippen bringt. WAITING FOR SUPERMAN, die schon veröffentlichte Single, ist dann wieder etwas flotter, allerdings auch wieder mehr Pop als Rock, aber mit einem schönen Refrain, der sich sofort in den Gehörgängen einnistet. Und so geht es weiter, vor allen mit vielen guten Melodien und musikalischen Referenzen. LONG LIVE ROCK AND ROLL grüßt aus den 70ern und 80ern mit Anleihen auf Billy Joel und Journey, THE WORLD WE KNOW lehnt sich schon etwas moderner an Snow Patrol an. Aber es gibt natürlich auch Midtempo Nummern und Balladen, wie BROKEN ARROWS und WILD HEART, letzteres mit einer Selbstreferenz an „September“.

Die Fans der ersten Stunde könnten von „Baptized“ etwas enttäuscht sein. Wer allerdings Daughtry bis jetzt noch nicht auf Radar hatte und soliden Mainstream Rock mag und kein Problem damit hat, dass ein Album sehr kommerziell klingt, sollte auf jeden Fall mal ein paar Stunden mit „Baptized“ verbringen.

Und nochmal für die Schubladen … es wurde auch Zeit, dass sich mal wieder ein Band ernsthaft traut, in die noch nicht nachbesetzten AOR Fusstapfen von Journey oder Toto zu treten ;-)


True Colors
True Colors
Preis: EUR 11,72

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eben durch Zufall, 13. November 2013
Rezension bezieht sich auf: True Colors (Audio CD)
... bei einer Autofahrt geshuffelt und dann mal wieder - ich weiss garnicht nach wie vielen Jahren - nocheinmal komplett durchgehört. 'True Colours' war 1986 das zweite Album von Mrs. Lauper. Und obwohl es nicht so quirlig und poppig war wie ihr Debut, und auch entsprechend kein so großer Megaseller wurde, enthält es doch einige wunderschöne Songs, die auch 27 Jahre später noch nichts an Eleganz verloren haben.

Highlight ist natürlich der Titelsong TRUE COLOURS, eine Ballade geschrieben für die Ewigkeit, er zeigt Cyndi auf der Höhe ihrer Kreativität, sehr eindringlich. Andere magische Momente sind das eingängige CHANGE OF HEART mit den Bangles im Background, das von Billy Joel unterstütze MAYBE HE'LL KNOW und das poppige und kräftige 911. Alles in allem ein lohnendes Album, auch nach all den Jahren, mit einige großartigen Songs.


Mantaray
Mantaray

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut gelaunte Ikone, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Mantaray (Audio CD)
Als Frontfrau der Kultband "Siouxsie & The Banshees" war Siouxsie in den 80er-Jahren gewissermaßen der weibliche Gegenpart zu Robert Smith und seiner Band The Cure. Zeitweise ‚diente' Smith seiner schillernden Kollegin sogar als Banshees-Gitarrist. Doch während The Cure sich im Laufe der Jahre das Profil ihres Sounds schärften, sich zwischendurch Auszeiten genehmigten, sich gelegentlich sogar neu formierten, insgesamt jedoch zu einer der einflussreichsten und erfolgreichsten Rockbands weltweit avancierten, lösten sich Siouxsie & The Banshees 1996 endgültig auf. Dass Siouxsie, bürgerlich Susan Janet Ballion, elf Jahre später, als Solokünstlerin auf die Bühne zurückkehrt, ist einerseits eine Überraschung, weil ihre Kreativpause ungewöhnlich lang dauerte, andererseits aber auch nicht: zu sehr ist man es inzwischen gewohnt, das aufgelöste Bands wieder zusammen kommen, Interpreten, die dem Musikgeschäft mit großem Mediengetöse endgültig abschworen, Jahre später plötzlich wieder auftauchten, manchmal nur als schwacher Abglanz einstiger Größe, überraschend häufig jedoch geläutert, gereift und stärker als je zuvor.

Auch Siouxsies Solo-Debüt "Mantaray" gehört zu der erfreulichen zweiten Kategorie. Sie unternimmt gar nicht erst den Versuch, die vergangene Zeit des Synthie-Dark-Wave-Post-Punk-Rock-Pop als Kopie wiederauferstehen zu lassen oder sich gar als Gothic-Diva feiern zu lassen. In der Hauptsache verlässt sie sich auf ein solides Songwriting, frönt der großen Geste (mit HERE COMES THAT DAY und IF IT DOESN'T KILL YOU enthält das Album gleich zwei veritable James Bond-Titelsongs), ausladende Arrangements und fasziniert ansonsten mit ihrer nach wie vor betörend starken, exaltierten Stimme. "Mantaray" arbeitet mit epischen Geigenbögen, orientalischen Percussions, Marimba, Bläsern, wummernden Drumloops, Jazz-Piano, schräg kreischender E-Gitarre und verdichtet die Zutaten zu so elektrisierenden Popsongs wie SEA OF TRANQUILITY oder LOVELESS, die einerseits an die großen Aufnahmen der Band erinnern, andererseits jedoch vollkommen aktuell, originell und eigenständig wirken. "I feel a force I've never felt before" heißt eine Zeile ihres Eröffnungssongs INTO A SWAN, und nach Hören des ganzen Albums wird man keinesfalls widersprechen wollen.

Eigentlich, ließ Siouxsie damals wissen, sei "Mantaray" nur das Ergebnis eines Zufalls. Sie hatte zwei Songs für eine andere Interpretin geschrieben und als Demo an deren Label geschickt, doch das habe dann überraschend ihr selbst einen Plattenvertrag angeboten. Eine kluge Entscheidung, wie sich inzwischen herausstellte, und noch klüger wäre, ihr schleunigst eine Vertragsverlängerung anzubieten.


High Rise
High Rise

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bitte den Namen ändern ;-), 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: High Rise (Audio CD)
"High Rise" ist ein spannendes kleines Stück Musik geworden. Ein wenig irritierend kann nur eventuell sein, dass man sich unter dem Bandtitel Stone Temple Pilots etwas anderes vorgestellt hat, aber eins nach dem anderen. Die DeLeo Brüder und Drummer Eric Kretz haben sich für ihr aktuelles Projekt nicht gerade einen Unbekannten ans Mikro geholt, sondern direkt Chester Bennington von Linkin Park. Herausgekommen sind im ersten Schwung ersteinmal 5 Songs, die mit dieser EP unter die Fans gebracht werden. Am besten ist dabei die Halbballade TOMORROW gelungen, CRY CRY CRY mit seinem schrägen Refrain und den Yeah-Yeah-Yeahs weiss auch zu gefallen. Nicht so doll und eher für die Linkin Park Anhänger dieses Projekts gedacht ist SAME ON THE INSIDE geworden. An die 2005 Kollaboration mit Richard Patrick von Filter, für die dann auch angemessen einer neuer Bandname gewählt wurde ("Army of Anyone") kommt "High Rise" leider nicht heran.

Kurzum: wie schon gesagt, ein schönes Stück Musik, das aber natürlich nur noch wenig mit den Pilots zu tun hat. So bleibt ein Geschmäckle, und zwar dass es hauptsächlich um die starke Marke ging. Ich lasse mich aber gerne durch einem Longplayer überzeugen, der ja vielleicht noch kommt. Da würde ich mir aber dann einen anderen Bandnamen wünschen ;-)


Weekend
Weekend
Wird angeboten von A2Z Entertains
Preis: EUR 6,51

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus Indienrock wird Indiepop, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Weekend (Audio CD)
Der unglaubliche Indie und Alternative Spätsommer / Herbst 2013 neigt sich langsam dem Ende zu. Es wirkt ein wenig, als wenn die Plattenlabels dieses Jahr einer gewissen Hörerschicht eine große Freude machen wollten. Und the Sounds liefern mit ihrem inzwischen auch schön fünften Studioalbum "Weekend" das Sahnehäubchen auf diesen Herbst.

Im Sound der Band hat sich wenig verändert, es scheint nur ein wenig, dass die poppige Elemente und die Synthesizer Untermalung zugenommen haben. Das Album wird eröffnet mit SHAKE SHAKE SHAKE und der Song ist genauso gemeint, wie er heisst. Schnelle Disco-Rhythmen geben dem Song einen schönen Schub, er zielt definitiv auf die Tanzfläche. Hier kann man dann auch erst einmal beim zweiten Song TAKE IT THE WRONG WAY verweilen, er ist etwas langsamer geworden als der Vorgänger, hat aber einen unheimlichen charmanten und eingängigen Refrain und hätte es verdient, ein kleiner Hit zu werden. Weitere Anspieltipps sind OUTLAW, EMPEROR und vor allen YOUNG AND WILD, die die eher (indie)rockige Seite der Band zeigen. Insgesamt ein sehr ausgewogenes Album, charmant und melodiös aber trotzdem nicht zu glatt. Wer die vorhergehenden Alben und irren Sound mochte, kann hier bedenkenlos zugreifen. Wie gesagt wird hier aus Indierock eher Indiepop, was aber garnicht weh tut, weil die Qualität hoch bleibt.


Das Geheimnis
Das Geheimnis
Wird angeboten von dodax-shop
Preis: EUR 13,34

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hörenswert, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Geheimnis (Audio CD)
Ich erinnere mich noch genau an meine erste Reaktion vor 5 Jahren, als mir ein Kollege eine CD von Traumhaus über den Tisch reichte. „Deutscher Prog? Das kann nicht funktionieren“. Nun ja, manchmal muss man seine Vorurteile an Seite schieben. In diesem Fall funktioniert es, man merkt der Band sehr angenehm an, dass sie eine große Eigenständigkeit haben und keinen Druck, sich irgendjemanden anbiedern zu müssen, um mehr Platten zu verkaufen. Die Spielfreude ist ungebrochen und man hat ja auch einen nicht ganz unbekannten Drummer dazu gewonnen, wie mein Mithörer oben schon bemerkte.

DAS GEHEIMNIS TEIL 1 eröffnet das Album angemessen, mit dramatischen Synthesizer Chören und marschierenden Gitarren. Schon in diesem einen kurzen Song wird deutlich, dass Traumhaus nicht mehr so stark ihre metallische Seite betonen, wie sie es noch vor fünf Jahren getan haben. Will heißen, weniger Dream Theater diesmal, dafür mehr symphonischen Neoprog. Nach diesem kurzen Intro kommt dann direkt das Herzstück des Album, das 27 Minuten lange DAS VERMÄCHTNIS. Synthesizer Streicher eröffnen den Song, bevor die Gitarren direkt ziemlich heavy dazukommen, die Melodie wird dann getragen von einem schönen Synthesizer Solo. Über den gesamten Song werden (natürlich :-) Stimmung und Tempo häufig gewechselt, Gitarren und Keyboards haben sehr viele Freiheiten für Solos während der Song zwischen freundlichen, langsamen Passagen und härteren Abschnitten wechselt. Dabei kommen Traumhaus in einigen Passagen an die Intensität von Tool rsp. A Perfect Circle heran. Textlich geht es um einen vermeintlich Gestrandeten und Verstoßenen, der den Zugriff zu seinem Leben verloren hat und damit beginnt, alles um sich herum zu hassen. Aber der Protagonist erkennt diesen Zusammenhang und nimmt den Kampf gegen sich selber auf, um nicht mehr ein Wesen ausschließlich aus Hass und Verzweiflung zu sein. Ein unglaublich starkes und intensives Stück, dem auch die deutschen Texte prächtig stehen. Nach so viel Komplexität wird es kuschelig, WOHIN DER WIND DICH TRÄGT ist eine melancholische Ballade. Track 4 FREI wird dann nochmal etwas simpler und metallischer, vor mit DAS GEHEIMNIS TEIL 2 noch einmal 13 Minuten lang das Progherz schneller schlagen darf. Der Schlusssong ist sehr dramatisch gelungen, mit vielen Gitarrenriffs und Solos und einem ziemlich guten Jimmy Keegan am Schlagzeug, der einen unheimliche Drive erzeugt. Man merkt dann doch, dass Keegan aus keiner Kreisliga Mannschaft kommt.

An einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Zeit im Studio gewünscht, um die Produktion noch etwas feinzuschleifen, aber diesen kleinen Punktabzug machen Traumhaus mit ihrem Mut und ihrer Eigenständigkeit wieder weg. Hier sollte auf jeden Fall jeder mal reinhören, der eher auf symphonischen Neoprog steht. Und nach den ersten Hördurchgängen fallen dann auch die Vorurteile gegen die deutschen Texte wie die Blätter im Herbst ;-)


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