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Beiträge von Wolfgang S.
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Rezensionen verfasst von
Wolfgang S. (Österreich)

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Am sechsten Tag. Protokoll einer Vernichtung
Am sechsten Tag. Protokoll einer Vernichtung
von Tonio Walter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Habe mir mehr erwartet, 4. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Positive Rezensionen sowohl hier als auch in einer seriösen Tageszeitung haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht.
Der Inhalt klingt ja wirklich vielversprechend und spannend: ungeklärte gespenstische Zwischenfälle führen einen deutschen Wissenschaftler in eine italienische Villa zu einer Familie, bei der so manches nicht in Ordnung scheint...

Der Text beginnt mit einem geradezu genialen ersten Satz: "Als ich Luigi Scalfaro traf, wusste ich nicht, dass er nur noch eine knappe Woche zu leben hatte." Allein: die Spannung, die mit dieser Einleitung vorgegeben scheint, will sich nie so richtig einstellen. Der ohnehin knappe Text (170 großgedruckte Seiten und somit richtiger Weise "Novelle" genannt) ist geradlinig und ordentlich erzählt, aber von einer bescheidenen Spannungskurve. In der ersten Hälfte passiert nahezu nichts, und als dann die Lösung der Tragödie sichtbar wird, bleibt der Ich-Erzähler auch weiterhin seltsam distanziert. Der Text ist einfach nur BRAV erzählt, von der Verdichtung der Geschehnisse durch sprachliche Mittel wird man nicht überrascht oder gar mitgerissen.
"Am sechsten Tag" blieb für mich spannungs- und geheimnislos. Da hätte ich mir einfach mehr erwartet, schade.


Tchaikovsky: Iolanta
Tchaikovsky: Iolanta
Preis: EUR 23,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ordentlich, aber leider nicht außerordentlich, 23. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tchaikovsky: Iolanta (Audio CD)
"Iolanta", diese Perle des russischen Opernrepertoires, ist der Sopranistin Anna Netrebko ein Herzensanliegen. Man kann annehmen, dass sie die treibende Kraft für eine Tournee mit konzertanten Aufführungen dieses Werks im Jahr 2012 gewesen ist, in deren Rahmen dieser Mitschnitt entstanden ist. Es ist also eine Liveaufnahme, was aber in keiner Phase zu hören ist; auch gibt es keinen Applaus.
Für Anna Netrebko kam diese Aufnahme gerade noch rechtzeitig, bevor ihre Stimme mit ihrem dunklen Timbre zwischen all den Verdi-Heroinen für die junge, blinde Königstochter zu schwer wurde (wie auch in der Met-Aufführung im Februar 2015 zu hören war). Umso bedauerlicher ist es, dass die Plattenfirma nicht gleich die Chance genützt hat, rund um ihren Star eine exemplarische Aufnahme zu produzieren. Die Besetzung ist ordentlich, wenn auch nicht außerordentlich, das Orchester (die slowenischen Philharmoniker) wacker, vom Dirigenten Emmanuel Villaume durchaus empathisch geführt. Die zentrale Tenorrolle ist hier von Sergey Skorokhodov gesungen, einem Tenor des Marinsky-Theaters, der 2009 dort als Graf Vaudemont viel leichter und flexibler geklungen hat. Auch seine Stimme ist schwerer geworden und klingt besonders in den hohen Lagen unfrei und gepresst. Warum man nicht gleich Piotr Beczala herangezogen hat, der diese Rolle schon öfter mit Frau Netrebko gesungen hat und der im Übrigen ohnehin bei der gleichen Firma unter Vertrag ist?
Dennoch: schon allein durch die Authentizität von Anna Netrebko in ihrem ureigensten Fach bekommt diese Aufnahme innerhalb der Diskographie von "Iolanta" einen besonderen Platz.


Smetana: The Brandenburgers in Bohemia (Gesamtaufnahme) (tschech.)
Smetana: The Brandenburgers in Bohemia (Gesamtaufnahme) (tschech.)

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Historische Aufnahme von 1963 - Neuaufname erwünscht!, 5. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider ist diese erste und bisher einzige Aufnahme von Smetanas "Die Brandenburger in Böhmen" nicht recht begeisternd gelungen. Es handelt sich dabei um eine digitalisierte Wiederveröffentlichung der Supraphon-Aufnahme aus dem Jahre 1963. Obwohl die technischen Möglichkeiten damals schon perfekte Tonaufnahmen liefern konnten, ist das hier leider anders: die analoge, später digital aufbereitete Aufnahme ist in ihrer Tonqualität sehr schwankend. In mehreren Phasen der Oper wird der Ton in einem Kanal klirrend und flach, andere Abschnitte sind ungetrübt. Ich verstehe nicht, wieso man das nicht korrigieren konnte.
Musikalisch wird Hausmannskost des Prager Nationaltheaters geboten: idiomatischer tschechischer Operngesang, stimmlich teils eindrucksvoll, teils durch Vibrato und Angestrengtheit mancher Stimmen getrübt. Das Orchester spielt, scheint mir, ein wenig pauschal.

Heute, nach einem guten halben Jahrhundert nach dem Entstehen dieser Aufnahme, würde man sich eine Neuinterpretation von Smetanas Erstlingsoper wünschen, um die Qualität des Werks erneut zur Diskussion zu stellen. Smetanas genialisches musikalisches Talent findet hier in weiten Partien bereits zu einer eigenen musikdramatischen Sprache, die allerdings ohne Wagner nicht denkbar ist. Auch andere Einflüsse - Spieloper oder auch italienische Oper - sind in Spuren zu erkennen.
Eine Neuaufnahme wäre schon deshalb so wünschenswert, da eine szenische Aufführung dieses Werkes in nichttschechischen Ländern kaum denkbar ist. Es ist ein ziemlicher Propagandaschinken, den der streng national eingestellte Smetana da vertont hat. Die Brandenburger beherrschen die Böhmen und unterdrücken sie; auch der Hauptbösewicht der Oper, wiewohl Prager Bürger, hat natürlich einen deutschen Namen: Tausendmark (plumper geht's wohl kaum). Und als ob Smetana die platte Schwarzweißmalerei noch abschwächen wollte, gibt er diesem Tausendmark, als dieser kurz Gewissensbisse bekommt, das schönste Arioso der Oper. Das wäre eine echte Repertoirelücke für hohe Baritone - hier müht sich der wackere, schon über 60jährige Zdenek Otava mit der hochgelegenen Kantilene, schade um diesen potentiellen Hit.

Fazit: eine interessante Bekanntschaft mit einer Aufnahme, auf die man in Ermangelung von Alternativen zurückgreifen muss. Von der kompositorischen Qualität her müssen sich die "Brandenburger" keineswegs hinter späteren und bekannteren Werken Smetanas verstecken.


2: Das letzte Geheimnis des Leonardo da Vinci
2: Das letzte Geheimnis des Leonardo da Vinci
von Josef Nyáry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kunsthistorische Zusammenfassung - ziemlich tendenziös, 4. Januar 2015
Mich hat dieses Buch nicht so begeistert wie die anderen Rezensenten.
Wer sich nur ein wenig mit Leonardo da Vinci und seiner Mona Lisa beschäftigt hat, findet wenig bis gar nichts Neues. Alles Bekannte wird hier wieder breitgetreten: der Diebstahl des Gemäldes, die vielen Theorien über die Dargestellte bis hin zu ein paar Schlaglichtern aus Leonardos Leben. Viel Stoff ist hier zusammengetragen worden und wird flüssig, bisweilen auch etwas ausufernd erzählt. Was mich sehr stört, ist, dass hier so getan wird, als sei es Tatsache, dass die Mona Lisa im Auftrag eines Kunstkomplotts (Valfierno/Chaudron) gestohlen wurde - bis hin zu erfundenen Dialogen zwischen den Beteiligten. Ist da jemand dabei gewesen? Diese Geschichte ist viel zu schön, um wahr zu sein und wird nirgendwo in der Literatur stichhaltig belegt. Wie überhaupt dieses Buch recht wissenschaftlich daher kommt, im Text auch mit vielen Zitaten arbeitet, aber: es gibt kein Register, keine Quellenangaben, kein Literaturverzeichnis, nichts.
Es beschleicht einen das Gefühl, dieses Buch dient in erster Linie Propagandazwecken für die umstrittene "Isleworth Mona Lisa", für die hier sehr aufwändig argumentiert wird. Eine wohlwollende öffentliche Meinung könnte den tatsächlichen Wert dieses Gemäldes schließlich ins Unermessliche treiben (die Mona Lisa Stiftung nennt es in der Zwischenzeit schon die "frühe Version der Mona Lisa" - als ob das bewiesen wäre.).
Fazit: für Neueinsteiger in dieses Thema gibt es einigen interessanten, wenn auch teils recht tendenziösen Lesestoff. Für alle anderen lohnt der Kauf nicht wirklich.


Die Front des Lebens
Die Front des Lebens
von Gina Kaus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Präzises Gesellschaftspanorama, 2. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Front des Lebens (Gebundene Ausgabe)
"Die Front des Lebens" von Gina Kaus (1893-1985) ist eine der erstaunlichsten aktuellen Wiederentdeckungen. Der Roman erschien zunächst als Fortsetzungsroman in der sozialistischen Wiener "Arbeiter-Zeitung" und geriet über die Jahrzehnte in Vergessenheit. Veronika Hofeneder ist es nachdrücklich zu danken, diesen Text wieder herausgegeben zu haben.

"Die Front des Lebens" findet im alltäglichen Leben nach dem Ersten Weltkrieg mitten in Wien statt. Die Hauptperson, die großbürgerliche Witwe Renate Ebenstein, wohnt mit ihren erwachsenen Kindern in ihrer allmählich verfallenden Vorstadtvilla und leidet unter Geldsorgen wie auch unter ihren Ängsten vor sozialem Abstieg wie auch dem Altern. Ihr Langzeitverehrer Dr.Lehnert, ein kleiner Spitalsarzt, kann sich aus Mitleid nicht zu einer Trennung entschließen und sich für seine Kollegin zu entscheiden. So entfaltet sich aus diesen Haupt- und Nebenfiguren ein weites Panorama aus einer Zeit, in der Mangel, politische Instabilität, Inflation und Umbruch die Planbarkeit des Alltags fast unmöglich machten.

Diese kleinen Einblicke in das tägliche Leben aller Gesellschaftschichten sind es auch, die "Die Front des Lebens" so interessant und ungewöhnlich machen. Auch nicht zuletzt dadurch, dass in diesem Roman - zum Unterschied von fast allen anderen aus dieser Zeit - aus der weiblichen Perspektive berichtet wird. Die jungen Frauen sind es auch, die - jede auf ihre Art - aus ihrem Leben ausbrechen und sich eine persönliche Zukunft schaffen können. Die Männer haben da die schlechteren Karten, kriegstraumatisiert, zögerlich und ungeschickt agieren sie, allerdings mit neidischem Blick auf die Kriegsgewinnler. Gina Kaus bleibt in ihren Beschreibungen unparteiisch, aber durchaus empathisch, manchmal streut sie auch eine wohltuende Prise Ironie ein.

Im Gegensatz zu den genauen Alltagsbeobachtungen ist die Beschreibung der (Liebes-) Beziehungen nicht durchgehend interessant gelungen, da hätte manches straffer und stringenter sein können. Dass da der Text manchmal durchhängt, ist vermutlich der Dramaturgie des Fortsetzungsromans geschuldet.

Alles in allem: ein präzises Zeitbild als qualitätsvoller Text. Für Menschen, die an Milieu und Zeit interessiert sind, absolut empfehlenswert.


Smetana: Libuse (Gesamtaufnahme) (tschech.)
Smetana: Libuse (Gesamtaufnahme) (tschech.)
Wird angeboten von colibris-usa
Preis: EUR 151,13

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Authentische Aufnahme mit grandioser Protagonistin, 15. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auch wenn es diese Aufnahme derzeit nur mehr gebraucht gibt - wer sich für Smetanas "Libuse" (dt.: "Libussa") interessiert, trifft hiermit eine gute Wahl.
Die Oper, schon seit ihrer Entstehung mit dem tschechischen nationalen Bewusstsein eng verbunden, wurde einst zur Eröffnung des Prager Nationaltheaters uraufgeführt. Und als dieses Theater am 18.11.1983 wieder eröffnet wurde, stand diese Produktion von "Libuse" auf dem Spielplan. Diese Aufnahme ist also ein Livemitschnitt dieser Eröffnungsvorstellung. Technisch ist diese bereits digital erstellte Aufnahme ausgezeichnet gelungen, es gibt kaum störende Nebengeräusche, auch an die sehr aktive Souffleuse gewöhnt man sich. Das Publikum verhält sich in dieser Festvorstellung geradezu apathisch, nur bei Libussas pathetischen Schlussworten "Mein teures Tschechenvolk wird niemals untergehen etc." gibt es dann doch ein wenig Szenenapplaus.
Die gute Aufnahmetechnik bedingt, dass Smetanas gewaltiges Orchestergemälde unter der kundigen Leitung von Zdenek Kosler zu seinem Recht kommt. Mal kammermusikalisch durchhörbar, mal empathische Begleitung in musikdramatischen Szenen geradezu Wagner'scher Prägung, mal knatterndes Trompetengeschmetter - das orchestrale Fundament stimmt hier einfach. Über allem schließlich die überwältigende Leistung der Gabriela Benackova ( damals noch ohne "- Cap"), zum Zeitpunkt der Aufnahme am Beginn ihrer Weltkarriere. Ihre warme, runde Stimme mit dem charakteristischen Timbre, zu Lyrismen wie auch zur jugendlich-dramatischen Attacke fähig, umschifft die Klippen dieser sehr umfangreichen Rolle mühelos. Es mag ein subjektives Urteil sein, aber für mich ist diese Libuse Frau Benackovas eindrucksvollste Rolle auf Tonträger.
Da kommen alle anderen nicht mit, besonders die Herren (Vaclav Zitek vielleicht ausgenommen), da gibt es einiges an überanstrengten Stimmen mit viel Vibrato. Dafür sind die Chöre gut studiert und klangschön.
Im Ganzen überwiegt aber eindeutig der positive Eindruck dieser Aufnahme: sie ist ein in der tschechischen Musikgeschichte wichtiges Dokument von musikalischer Einzigartigkeit - mit einer überragenden Protagonistin und einem authentischen, technisch makellosen Orchester


Emmerich Kálmán : das Leben eines Operettenfürsten.
Emmerich Kálmán : das Leben eines Operettenfürsten.
von Rudolf Oesterreicher
  Pappbilderbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Hagiographie als Biographie, 4. September 2014
Dieses Buch erfüllt in keiner Weise die Erwartungen, die man im 21. Jahrhundert an eine Musikerbiographie hat. Verwunderlich ist das nicht: es wurde von Richard Österreicher noch in enger Zusammenarbeit mit seinem Freund Emmerich Kalman geschrieben und ist somit eine dadurch inoffiziell autorisierte Biographie. Kalman starb 1953, das Buch wurde dann posthum 1954 veröffentlicht. 1988 hat man sich - warum auch immer - entschlossen, eine Neuausgabe zu herauszugeben.
Das Buch liest sich wie eine unendliche Aneinanderreihung und Aufzählung der Kalman'schen Bühnenwerke und ihrer Erfolge, ein paar Geschichten und Anekdoten über die Darsteller(innen) und eine unglaublich betulich-kitschige Darstellung, wie Kalman seine spätere Frau kennengelernt und umworben haben soll. Das Ganze ist aus einer streng subjektiven Sicht geschrieben, jede Außenwahrnehmung (z.B. Briefwechsel oder Interviews mit Wegbegleitern) und Reflexion fehlen völlig. Aus dieser bis zur Unkenntlichkeit geglätteten Sichtweise wird weder der Mensch Emmerich Kalman sicht- und fühlbar noch erfüllt der Text irgendeinen Anspruch bezüglich der Analyse der Bühnenwerke.
Maurus Pacher versucht in seinem sehr langen Vorwort eine Relativierung, irritiert dabei aber selbst dadurch, dass er quasi eine Parallelbiographie erstellt und den Text damit vorwegnimmt. Nachgestellt wird eine Würdigung der musikalischen Verdienste Kalmans durch Hans Arnold, ebenfalls aus dem Jahr 1954 - eine Darstellung, der dadurch natürlich die historische Distanz fehlt. Die beiden Schlusskapitel sind dann sehr persönliche Erinnerungen der Kalman-Kinder an ihren Vater, wiederum gespeist von Banalitäten à la "Papis Lieblingsspeise ist Schinken" usw. Immerhin gibt es 62 interessante SW-Fotos, ein paar Notenbeispiele und Faksimiles der Theaterzettel der Uraufführungen.
Auf eine komplette Biographie, die den Menschen UND den genialen Musiker Kalman gleichermaßen zu ihrem Recht kommen lassen, müssen wir bis auf weiteres wohl noch warten.


Dalibor
Dalibor
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Idiomatische Aufnahme eines der tschechischen Hauptwerke, 7. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dalibor (Audio CD)
Diese Gesamtaufnahme von Smetanas "Dalibor" ist die digital aufbereitete Wiederauflage der tschechischen Aufnahme von 1979. "Dalibor" ist für Operninteressierte und Kenner eine durchaus lohnende Bekanntschaft: interessant besonders, wie Smetana Wagner'sche Einflüsse in sein ureigenes böhmisches Musikidiom aufnehmen kann.
In dieser Aufnahme brillieren denn auch die Brünner Philharmoniker unter der Leitung von Vaclav Smetacek: eine zügige Wiedergabe in guter Aufnahmetechnik, die massive Knalligkeit wie auch differenzierte Orchesterklänge zulässt. In der Titelrollle bemüht sich Vilem Pribyl, ein in den 1960er - und 1970er Jahren vielbeschäftigter tschechischer Tenor und Dalibor vom Dienst. 1979 war er schon im Herbst seiner Karriere, was man seiner in den Höhen oft angestrengten Stimme mit dem eigenen nasalen Timbre schon ziemlich anmerkt. Ebenfalls eng in forcierten Höhen, aber sonst mit bewundernswerter Intensität und Klangfülle Eva Depoltova in der schwierigen Rolle der Milada. Alle übrigen sind ebenfalls von gutem bis sehr gutem sängerischen Niveau, sodass diese Aufnahme des Dalibor gerne empfohlen werden kann - umso mehr, als der Preis bei dieser Edition stimmt.


Mancher Traum hat kein Erwachen
Mancher Traum hat kein Erwachen
von Ruth Rendell
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schlampiges Lektorat, 22. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mancher Traum hat kein Erwachen (Taschenbuch)
Nicht das beste der Rendell-Bücher, aber eine Story mit den von ihr gewohnten Vorzügen: plastische Zeichnung der Charaktere und Situationen, aus denen so mancher nicht mehr heil herauskommen kann. Langsamer Aufbau der Story mit genauer Schilderung des Umfelds, um dann am Ende die dramaturgische Schraube anzuziehen. Manchmal hat man bei Ruth Rendell das Gefühl, sie konstruiere ihre Geschichten geradezu auf eine bestimmte Situation hin: britisches Understatement, bei dem am Ende fast alle auf irgendeine Weise Verlierer sind.

Allerdings: noch nie in meinem ganzen Leben habe ich ein Buch gelesen, das so schlampig lektoriert war wie dieses (oder wahrscheinlich hat das überhaupt niemand auf Rechtschreibung kontrolliert...?) Bei drei Dutzend Beistrichfehlern hörte ich zu zählen auf. Dazu einige Grammatikfehler, Vertauschung von Personalpronomina, sodass der Sinn des Satzes nicht mehr ersichtlich ist usw.usw. Ärgerlich! Das hat sich kein(e) Autor(in) verdient, dass so achtlos mit den Texten umgegangen wird.


Der Thronfolger: Ein Franz-Ferdinand-Roman
Der Thronfolger: Ein Franz-Ferdinand-Roman
von Ludwig Winder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

39 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstaunliche Wiederentdeckung, 19. Februar 2014
Innerhalb der Primär- und Sekundärliteratur, die jetzt im Gedenkjahr zum Ersten Weltkrieg publiziert wird, ist die Wiederveröffentlichung von Ludwig Winders Roman aus dem Jahr 1937 "Der Thronfolger" besonders beachtenswert.
Ludwig Winder (1889-1946), Prager Schriftsteller und Journalist, folgt in seinem biographischen Roman dem Lebensweg Franz Ferdinands bis hin zu dessen Ermordung in Sarajewo 1914. Mögen historisch wenig Interessierte in der Person Franz Ferdinands höchstens das Opfer eines Attentats mit katastrophalen Folgen sehen, so gibt Ludwig Winder dem Thronfolger ein Gesicht und Kontur.
Franz Ferdinand war eine ambivalente und durchaus schwierige Persönlichkeit. Er war jähzornig, stur, aufbrausend und im öffentlichen Umgang wenig gefällig. Seine politischen Pläne für das Überleben der Monarchie wurden vom greisen Kaiser Franz Joseph nicht geschätzt und immer hingehalten. Der Thronfolger wurde in den Kronländern, in denen der Nationalismus immer mehr zulegte, mehr gefürchtet als respektiert und schon gar nicht geliebt. Sein Leben war reich an Krisen (schwere Tuberkulose) und Demütigungen. Die größte war die Nichtanerkennung seiner geliebten Frau, der Gräfin Sophie Chotek, durch den Hof. Seine Frustrationen entlud er in einer pathologischen Jagdleidenschaft, die im Laufe seines Lebens gut einer Viertel Million Tiere das Leben kostete.

Der Roman Ludwig Winders liest sich über weite Strecken wie eine biographische Dokumentation, die offensichtlich sehr genau recherchiert wurde. Interessant in diesem Zusammenhang scheint mir auch, dass Winders Roman tatsächlich auch für manche spätere Biographie als Quelle angegeben wurde. In fließendem Übergang finden sich dazu zahlreiche romanhafte, fiktionale Passagen, deren präziser Tonfall im Dialog sehr wirklichkeitsgetreu scheint. Faszinierend ist die psychologische Genauigkeit, mit der Winder den Thronfolger beschreibt, sowohl seine Kanten wie auch seine fast kindliche Hingabe zu seiner Frau. Ludwig Winder trauert der Monarchie keineswegs nach (immerhin hat er sie ja auch erlebt) und prangert präzis Missstände an, aber sein Roman ist nicht ohne Sympathie und Verständnis - allerdings ist sein Ton "neuer" und moderner, in der Gesamtheit nüchterner als z.B. der Joseph Roths in seinen Monarchieromanen mit den melancholischen Untertönen.
In den letzten Sarajewokapiteln wechselt kurz die Perspektive, und es werden die umfangreichen Vorbereitungen der jungen Attentäter rund um den Nationalisten Princip detailreich und wertungsfrei geschildert. Dass das Attentat leicht zu verhindern gewesen wäre und dass die Welt im 20. Jahrhundert dann anders und möglicherweise friedlicher gewesen wäre, ist ein Gedankenexperiment, das sich dabei wohl jedem Leser aufdrängt. Nationalismus jeder Couleur ist nun einmal ein Hindernis für friedliches Zusammenleben - diese Erkenntnis steht am Ende der Lektüre eines erstaunlichen Buches.
Denn es erstaunt, dass solch hellsichtige Literatur so lange unbeachtet geblieben ist. Diese Wiederöffentlichung kommt in mancherlei Hinsicht zur rechten Zeit.


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