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Rezensionen verfasst von
wolfsfrau "wolfsfrau_" (Wunsiedel)

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Zwillingsspiel: Kriminalroman
Zwillingsspiel: Kriminalroman
von Markus Stromiedel
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kripo-Mann wächst über sich hinaus, 2. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Zwillingsspiel: Kriminalroman (Taschenbuch)
Diesmal, da war er sich sicher, würde er gewinnen. Der Elfjährige bleibt unter Wasser, bis er nur noch an eines denken kann - atmen. In letzter Sekunde stößt er sich vom Grund ab, kommt, so schnell es geht, an die Oberfläche. Doch Lisa lässt ihn auch beim Tauchen nicht siegen. Lieber bleibt das Mädchen so lange unter Wasser, bis es ohnmächtig wird. Ihr Zwillingsbruder muss es vor dem Ertrinken retten. Schon als Kind ist Paul Seligs Zwillingsschwester gewitzter, schneller, geschickter, klüger und Liebling der Erwachsenen. Alle sind fasziniert von Lisas unfassbarer Energie. Ihr Bruder steht stets in ihrem Schatten; sie demütigt ihn, wo sie nur kann.

Auch 30 Jahre später hat sich daran nichts geändert: Lisa Westphal sitzt in der Schaltzentrale der politischen Macht und ist inzwischen die rechte Hand des Innenministers, während Paul Selig als erfolgloser Kripobeamter tätig ist. Als mehrere Terroranschläge Berlin erschüttern sind beide wieder im Spiel": Der Loser Paul wird zu seinem eigenen Erstaunen als führender Ermittler eingesetzt. Lisa soll für den Innenminister die Wogen wieder glätten, für die drei U-Bahn-Attentate in der Bevölkerung gesorgt haben. Schließlich ist bald Wahltag. Doch die taffe Karrierefrau tut nichts, was ihr nicht selber nutzt, und wird für einige politische Drahtzieher sehr gefährlich.

Zwillingsspiel" heißt der erste Roman von Markus Stromiedel. Ein deutscher Polit-Thriller, der durch packende Spannung und eine aufrüttelnde Bildersprache beeindruckt. Vor dem Leser läuft ein temporeicher Film ab. Beschreiben - ja, das kann der Autor, der in der Vergangenheit bereits zahlreiche Drehbücher für erfolgreiche TV-Krimiserien (Tatort, Stubbe) lieferte.

Stromiedel nimmt seine Leser mit zum Ort des Bombenattentats, wo ein grotesk verbogener Schienenstrang einer modernen Skulptur gleich in den Himmel ragt. Nüchtern erzählt er von einer abgerissenen Hand, deren rot lackierte Fingernägel durch die graue Schicht aus Dreck, Staub und Blut leuchten, und von einem völlig überforderten Kommissar, der sich am Tatort als erstes übergibt.

Beunruhigend, weil so realistisch, ist das Buchszenario nicht nur, wenn die Attentate geschildert werden. Auch von der Gefühllosigkeit der Menschen, die politische Verantwortung tragen, kann einem angst und bange werden. Die Anschläge werden islamistischen Extremisten zugeschrieben. Auch hier sind die Folgen erschreckend: In Berlin gehen ganz normale Bürger zum Protest auf die Straße. Dönerläden und arabische Teehäuser werden zerstört, Menschen muslimischer Herkunft verprügelt, hasserfüllt sind die Parolen der Demonstranten, die die Ausweisung aller Muslime aus Deutschland fordern.

Mehrere Handlungsstränge ziehen sich durch das Buch, die Stromiedel raffiniert miteinander verknüpft. Nur bei der Auflösung der zum Ende hin leider arg konstruiert wirkenden Story überzeugt nicht mehr alles: So arbeitet beispielsweise ein Patient einer psychiatrischen Anstalt in einem Archiv, in dem sämtliche Daten ehemaliger Kranker gespeichert sind. Er kann die Unterlagen sogar an sich nehmen und frühere Patienten damit erpressen.

Selbstzweifler Paul Selig wandelt sich nach und nach vom unsicheren Kripobeamten zum erfolgreichen Ermittler. Doch bis es soweit ist, muss er zahlreiche tragische und gefährliche Situationen durchstehen. Am Schluss gewinnt er zum ersten Mal im Wettbewerb gegen seine egomanische Schwester - ein persönliches Drama.


Echo einer Winternacht. Roman
Echo einer Winternacht. Roman
von Val McDermid
  Gebundene Ausgabe

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Falsche Spuren, 12. März 2006
Sind sie Zeugen oder Täter? Auf jeden Fall werden sie verdächtigt. Nicht nur von der Polizei, sondern auch von der Bevölkerung von St. Andrews, einem Uni-Städtchen in Schottland. Man glaubt, dass die vier unzertrennlichen Freunde Alex, Ziggy, Weird und Mondo etwas mit einem Mord zu tun haben. Die vier Studenten haben nach einer ausgiebigen Zechtour in einer schneereichen Winternacht ein junges Mädchen in ihrem eigenen Blut liegend gefunden. Jede Hilfe kam zu spät. Im Laufe der Ermittlungen, die seltsam ergebnislos bleiben, lassen sich die Freunde auseinanderdividieren. Vorurteile und Vorverurteilungen machen den Vieren schwer zu schaffen. Nichts ist mehr so wie vorher.
25 Jahre später. Aus den einstigen Revoluzzern Alex, Ziggy, Mondo und Weird sind angepasste Bürger mit guten Jobs geworden. Noch immer können sie die Ereignisse in der kalten, stürmischen Winternacht nicht vergessen. Als alte ungelöste Mordfälle wieder aufgerollt werden, hoffen sie, dass diesmal der Mörder des jungen Mädchens geschnappt und damit ihre Unschuld bewiesen wird. Doch irgendjemand hat seine eigenen Vorstellungen von Gerechtigkeit: Zwei der Freunde werden ermordet.
Der Thriller wird angenehm ruhig und gelassen, aber trotzdem spannend erzählt. Autorin Val McDermid treibt die Handlung auf mehreren Ebenen voran und legt viele falsche Spuren. Allerdings erwartet der Leser gerade deswegen am Ende noch eine dramatische, verblüffende Wende, bekommt stattdessen aber ein Happy End.


Aufschneider
Aufschneider
von Susanna Moore
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht alltägliches Buch über Sprache, Sex, Polizei, 3. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Aufschneider (Gebundene Ausgabe)
Frannie lebt ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Männer mag sie, wenn sie ihr nicht zu dicht auf den Pelz rücken, wenn sie sie nicht besitzen wollen. Die Mittdreißigern wohnt alleine am Washington Square Park, mitten in Manhattan. An der Uni lehrt sie Creative Writing, ihre Liebe gehört der Sprache, mit all ihrer Doppeldeutigkeit. Die selbstsichere Frau arbeitet an einem Lexikon der Umgangssprache mit Slangbegriffen - Vulgärsprache eben.
Ungewissheiten faszinieren sie. Trotzdem ist sie verunsichert, als sie mit einem brutalen Mord konfrontiert wird. Sie glaubt, den Täter anhand einer Tätowierung zu erkennen: ausgerechnet Detective Malloy vom NYPD. Malloy ist ein Macho erster Güte, ein geradezu aufschneiderischer Typ. Dennoch übt er auf Frannie eine fast schon zwanghafte sexuelle Anziehungskraft aus. Sie will oder kann das Spiel mit dem Feuer nicht lassen und rutscht dadurch immer tiefer in die Mordserie hinein.
„Aufschneider“ ist kein alltäglicher Kriminalroman. Es ist ein Buch über die Sprache, ein Polizei-Thriller und ein Buch über Sex. Selten hat eine Frau so drastisch und bildhaft über Sex in den verschiedensten Spielarten geschrieben wie Autorin Susanna Moore. Die erotisch-sexuellen Passagen sind nie vulgär, die sonst üblichen Klischees werden vermieden. Sachlich und nüchtern schildert Moore die sexuellen Eskapaden und die brutalen Grausamkeiten der Morde. Mit Ironie lässt sie die Hauptakteurin durch Situationen gehen, die ihr Angst machen.
Zwei Jahre lang war die Autorin bei den Recherchen für „Aufschneider“ mit einer New Yorker Polizeistreife unterwegs. Sie lernte dabei die dunklen Seiten der brodelnden Großstadt und die abgebrühte Männerwelt der Mordkommission kennen. Sie hat Insiderwissen, weiß genau worüber sie schreibt. Wobei Susanna Moore hervorhebt, dass „Aufschneider“ nur eine abgemilderte Version des Polizeialltags in New York zeigt.
Ab und zu nehmen die ellenlangen Selbsteinschätzungen der Protagonistin und ihre im Buch abgedruckten Slangwörter-Listen die Spannung aus der Handlung. Atemlos geschrieben dagegen ist der schockierende, abrupte Schluss. Für die Hauptperson geht es nicht gut aus. „Ein hoffnungsvolles Ende war nicht drin“, so die Autorin.


Alle singen im Chor: Maria Kallios erster Fall (Maria Kallio ermittelt, Band 1)
Alle singen im Chor: Maria Kallios erster Fall (Maria Kallio ermittelt, Band 1)
von Leena Lehtolainen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starke Frau – schwache Handlung, 21. Januar 2006
„Und diese Göre soll im hintersten Winkel des Vorortes Vuosaari für Recht und Ordnung sorgen?“, zweifelt Maria Kallio beim Blick in den Spiegel sogar selbst. Sie hat eine sechsmonatige Vertretung im Gewaltdezernat der Helsinkier Kripo übernommen und findet sich plötzlich als Hauptermittlerin in einem Mordfall wieder: Bei den Proben in einem Sommerhaus wird ein Mitglied eines gemischten Chores am Morgen tot aufgefunden. Und jeder der anderen Sänger könnte es gewesen sein.
Leena Lehtolainen lässt mit Maria Kallio eine starke junge Frau ermitteln, die Figur ist glaubhaft und überzeugend. Mal plagen sie Selbstzweifel, dann wieder rechtfertigt sie ihr Handeln oder ihren Beruf: „Im Gewaltdezernat tat ich mich insofern leichter, als mir die Arbeit im Allgemeinen keine moralischen Probleme bereitete. Leute zu jagen, die andere misshandelten oder töteten, war immerhin irgendwie sinnvoll.“
Leider bleiben im Gegensatz zu der Kommissarin die anderen Roman-Figuren blutleer. Wer die „falschen Töne“ im Chor abgegeben hat, bleibt dem Leser bis fast zum Schluss ein Rätsel. Kallio löst den Fall im klassischen Stil: Der Kreis der Verdächtigen ist begrenzt, fast jeder hat ein Motiv. Die Ermittlungen ziehen sich in die Länge, statt Spannung kommt Langweile auf. Erst zum Ende hin gibt es Aufregung und Action. Am Schluss weiß der Leser: Der Finne trinkt gerne und viel, am liebsten Selbstgebrannten. Er singt im Chor oder segelt und er geht mit Leidenschaft in die Sauna. Aber das hatten wir uns vorher bereits gedacht…


Der Vermesser
Der Vermesser
von Clare Clark
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,95

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intensiv erlebbare Zeitreise in Londons Unterwelt, 6. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Vermesser (Taschenbuch)
Ladys weißes Fell ist dünn und glatt. Die Augen und die Schnauze sind eigenartig rosa umrandet, was ihr etwas Brutales und zugleich Zartes verleiht. Sie hat Ohren, die überhaupt nicht zueinander passen, und einen zerbissenen Schwanz. Die sonderbare Hündin ist scheu und macht sich absolut lautlos an ihr Werk: Das Killen von Ratten.
London im Jahre 1855. Es ist keine gute Zeit, vor allem für die, die ganz unten sind. Die wenig besitzen, nichts zu melden haben und die keine Chance auf ein besseres Leben bekommen. Die modrige, stinkende Welt der Abwasserkanäle steht im Mittelpunkt dieses atmosphärisch dichten historischen Romans. Der Vermessungsingenieur William May arbeitet an der Modernisierung des maroden Kanalnetzes. Immer öfter sucht er Zuflucht an seinem düsteren Arbeitsplatz sechs Meter unterhalb der Welt der anderen. Nur hier fühlt er sich geborgen. Das Trauma des Krimkrieges lässt ihn nicht los. Die Erlebnisse im Schützengraben haben Narben auf seiner Seele hinterlassen. Um überhaupt zu merken, dass er noch lebt, muss er sich selber Schmerzen zufügen, muss spüren, wie sein eigenes Blut über den Körper rinnt.
Doch auch andere betrachten diese stinkende Unterwelt als ihr Reich. Der Rattenfänger Tom kennt die endlosen Kanäle besser als jeder andere. Sein Job ist es, die Tiere zu besorgen, die bei den Rattenkämpfen in den Arenen verrauchter, schmutziger Spelunken so schnell als möglich von Hunden getötet werden sollen. Die Beste von allen ist Lady, Toms merkwürdige Hündin.
Eine Leiche wird in den Abwasserkanälen „entsorgt“. Der Verdacht fällt auf den Vermesser. Nur Tom kennt die Wahrheit und könnte William May vor dem Galgen retten. Doch der Rattenfänger hat andere Sorgen: Er muss seine Hündin aus den Klauen eines brutalen, gemeinen Betrügers befreien.
„Der Vermesser“ heißt der gelungene Debüt-Roman der Historikerin Clare Clark. Geschichte wird darin als spannende Geschichte erzählt. Das Buch ist eine fundierte Darstellung des Lebens in der - Mitte des 19. Jahrhunderts - größten Stadt der Welt. Auch und gerade die Schattenseiten werden aufgezeigt: Die Schrecken des Krimkrieges, die Missachtung der Menschenwürde, die Brutalität derer, die Macht haben, sowie Korruption und Standesdünkel. Die intensiv erlebbare Zeitreise in eine gefährliche Ära und an schmutzige Orte ist sehr zu empfehlen!


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