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Rezensionen verfasst von
Roland Ropers
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Die heilende Kraft der Schönheit - Eine Kulturkritik der modernen Kunst
Die heilende Kraft der Schönheit - Eine Kulturkritik der modernen Kunst
von Adolph Kurt Böhm
  Broschiert
Preis: EUR 8,50

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Weise von Murnau, 28. Oktober 2010
Der 84-jährige Maler, Pianist und Komponist Adolph Kurt Böhm, den seine Freunde 'Mutz' nennen, ist ein ungewöhnlicher und großartiger Mensch. Kaum jemand kennt die Geschichte des bescheidenen Mannes, den Eingeweihte den 'Schubert des 20. Jahrhunderts' nennen. Er selbst versteht sich als 'Angestellter Gottes'; er denkt, redet, schreibt und handelt wie ein Mystiker. In seinem Haus im oberbayerischen Künstlerort Murnau am Staffelsee hat er mehr als 500 Gedichte von Matthias Claudius, Hermann Hesse, Josef von Eichendorff, Eugen Drewermann und Wilhelm Busch vertont.
Adolph Kurt Böhm stammt aus dem fränkischen Oberlangenstadt, wo er am 27. Juli 1926 geboren wurde. Sein Vater Josef Böhm, der dort eine kleine Korbfabrik betrieb, war Jude, seine Mutter Marie Christin. Zusammen mit seinem Bruder Gerd wurde er katholisch erzogen. Nach der national-sozialistischen Machtergreifung musste Josef Böhm ins KZ nach Dachau. In ihrer Not wandte sich Marie Böhm an den Bischof von Bamberg. Und ein kleines Wunder geschah: Der Bischof erreichte die Freilassung des gefolterten und schwer verletzten Mannes. Im Dezember 1933 emigrierte die Familie nach Paris. Dort angekommen, lebte sie von den 200 Mark, die sie mitnehmen durfte, von Almosen und manchmal aus der Mülltonne; Adolph Kurt Böhm: "'Flüchtlinge durften nicht arbeiten. Mutter fand heimlich eine Putzstelle, und Vater bekam eine Anstellung bei einer jüdischen Pariser Tageszeitung. Tante Metti aus Amerika bezahlte die Wohnungsmiete".' 1940 kam der Krieg nach Paris. Im selben Jahr begann Adolph Kurt Böhm eine Ausbildung zum Kunstmaler an der Akademie der Künste: Malerei, Zeichnen, Akt, Reklame und Buchstaben. Die Prüfungen zur Kunstschule absolvierte der damals 14-Jährige so hervorragend, dass er die erste Klasse überspringen durfte. Böhm entwickelte Fähigkeiten, die in den folgenden Jahren vielen Menschen das Leben retten sollten.
Nach der Besetzung Nordfrankreichs mussten alle Juden einen gelben Stern an ihrer Kleidung anbringen. Im Pass wurde mit einem roten Stempel 'Jude' eingetragen. 'Manchmal gab es in der Metro Razzien. Dazu wurden Juden von der Gestapo wahllos herausgezogen und auf Lastwagen abtransportiert. Die Familien haben vom Schicksal ihrer verschleppten Angehörigen nie etwas erfahren.' Der 17-Jährige begann zu grübeln: '"Wenn ich den Leuten falsche Pässe ausstellen könnte, müssten sie keine Sterne tragen und wären gerettet.'
Mit Zirkel und Spezialtinte zeichnete Böhm die Stempel auf die Ausweis-rohlinge: 'Diese Arbeit machte mir Riesenspaß.' Als Geburtsorte wurden Gemeinden ausgesucht, die von den Deutschen bombardiert worden waren. In solchen Städten lag kein Stein mehr auf dem anderen. Die Rathäuser waren zerstört. So konnte niemand die Angaben auf den falschen Dokumenten nachprüfen. Die Manipulationen wurden niemals entdeckt".
Für diese Fluchthilfe wurden Adolph Kurt Böhm und postum auch seine Mutter Marie 1995 mit der höchsten Auszeichnung bedacht, die der Staat Israel für Nichtjuden vorsieht: dem Ehrentitel '"Gerechter unter den Völkern'". Adolph Kurt Böhm und seine Mutter erhielten die Medaillen auf Initiative von Irene und Raymond Rosenstiehl. Das Ehepaar wurde von Marie Böhm in Dachzimmern versteckt und von den Söhnen mit Kleidung, Nahrung und Bettzeug versorgt. Als die Situation immer gefährlicher wurde, produzierte Adolph Kurt Böhm 1943 ihnen die falschen Ausweispapiere: "'Unsere Arbeit war lebensgefährlich. Als 17-Jähriger hat man keine Angst. Da will man nur helfen. Wir, vor allem meine Mutter, warnten die Juden vor einer drohenden Deportation. Manche von ihnen wollten das nicht glauben und blieben. Tage später wurden sie abgeholt. Als die Gestapo an die Türe von Hermann Faust pochte, rührte sich der alte Mann nicht. Seine Familie war bereits im Konzen-trationslager umgekommen. Die Nazis zogen wieder ab, versiegelten die Türen. Hermann Faust war gefangen. Durch das Fenster versorgten wir ihn einige Tage. Danach fanden wir ein anderes Versteck für ihn. Das Siegel zogen wir vorsichtig ab und klebten es anschließend wieder drauf. Unser Problem war, wo wir die Menschen verstecken und das Essen herkriegen sollten.'
Nach dem Krieg kam die Familie zu bescheidenem Wohlstand. Es gehörte in der Gesellschaft zum guten Ton, dass die Buben Klavier spielen konnten. Adolph Böhm nahm professionellen Unterricht. Nach dem Krieg, als der Vater aus der Schweiz nach Frankreich zurückkam, hatten die Böhms einen Familienbetrieb für Uhrenarmbänder gegründet. Adolph entwarf die Modelle und zeichnete die Reklameplakate. Eines Tages im Jahr 1962 brachte ein Kunde eine Schallplatte in den Laden. Die solle sich Adolph Kurt Böhm unbedingt anhören - der ungarische Klaviervirtuose György Cziffra spielte darauf vier ungarische Rhapsodien von Franz Liszt. Cziffra stand für Fachleute auf der gleichen Stufe wie Vladimir Horowitz und Arthur Rubinstein: 'Cziffra war ein Orkan am Klavier. Niemals hatte er ein Stück zweimal gleich gespielt. Er hat mit dem Herzen improvisiert".'
Böhm wollte den Pianisten unbedingt kennen lernen. Nach einem Konzert ergatterte er von seinem Idol ein Autogramm. Bis zur ersten persönlichen Begegnung dauerte es aber noch ein Jahr. Zu dieser Zeit hatte Böhm ein Buch über geistige Phänomene geschrieben und mehrere Zeitungsartikel zum selben Thema veröffentlicht. György Cziffra wohnte in einer 28-Zimmer-Villa und empfing seinen Gast in offenem Hemd und in Haus-schuhen. Er war 1921 in Budapest geboren und war mit der Tochter des ägyptischen Botschafters in Ungarn verheiratet. Aus dem Material des Interviews schrieb Adolph Kurt Böhm einen Artikel. Wenige Tage nach dem ersten Treffen bekam er einen Brief von Cziffra, der mit den Worten begann: '"Mein lieber Adolph...' " Das war die Geburtsstunde einer Freund-schaft, die drei Jahrzehnte, bis zum Tod Cziffras im Jahr 1994, dauerte: 'György Cziffra hat mein musikalisches Leben geprägt wie kein Zweiter.' Adolphe Böhm hat eine wunderschöne Biographie in französischer Sprache über ihn geschrieben: "'Hommage à Cziffra ' Le journal d'une amitié'".
Mehr als 50 Jahre hatte 'Mutz' Böhm in Paris gelebt und als Unterhaltungspianist gearbeitet. Seit fast 3 Jahrzehnten lebt er mit seiner Frau Christine in Murnau und ist unermüdlich kompositorisch tätig. Zu mitternächtlichen Stunden lässt er sich vom Himmel inspirieren und bringt dann in handschriftlicher Schönheit die Noten zu Papier.
Ein großer weiser Mann, der bedingungslose Liebe ausstrahlt.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist


Meine letzte Stunde: Ein Tag hat viele Leben
Meine letzte Stunde: Ein Tag hat viele Leben
von Andreas Salcher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen LEBENS-BEGLEITUNG statt STERBE-BEGLEITUNG, 25. Oktober 2010
Der Untertitel des Buches lautet: "'Ein Tag hat viele Leben'". Der Autor ist ein begeisterter Anhänger des inzwischen 84-jährigen Benediktinermönchs und Mystikers David Steindl-Rast, dessen weltumspannendes Leben stets von der uralten Mönchsregel geprägt ist: '"memento mori!"' (bedenke, dass Du sterblich bist!).
Jeder Augenblick ist die erste und letzte Stunde zugleich ' unsere Lebensorientierung sollte stets in Richtung 'Auferstehung' gehen und nicht auf ein Finale fixiert sein. Es gibt kein Lebensende, da zum Leben die beiden Pole Geburt und Tod integral gehören. Sterbebegleitung muss Lebensbegleitung sein.

Wenn wir unter Gott ein Wesen verstehen, das dem Menschen gegen-übersteht als Herr, als Schöpfer, als das Andere, dann kann dieser Gott kaum bleiben.
Im Tod bleibt nicht Gott, sondern die Gottheit, nicht der Gott mit Eigenschaften und mit seiner Beziehung zum Menschen, sondern der Gott ohne Eigenschaften, die absolute Transzendenz.
Wir haben zur Quelle, zum Seinsgrund, zum Einen ohne einen Zweiten zurückgefunden. Doch in diesem Grund ist alles enthalten, alles gegenwärtig. Gott und die Seele, der Leib und das All, aber in einer Weise, die unsere Vorstellung übersteigt, die alle Verschiedenheiten und Unterscheidungen ausgleicht.
Das ist der Frieden, der unser Verstehen übersteigt, das Nirvana, Brahman, die Leere, das Nichts, in dem das Denken aufhört und alles still wird.
Aber in dieser Stille, in diesem Schweigen, ist das Wort verborgen, das Wort, in dem alles ewig existiert in der Fülle des Seins. Und im Wort ist der Geist anwesend, der Geist, der in aller Schöpfung und in den Herzen der Menschen als unser eigenes innerstes Sein ist.
Dieser Geist ist Liebe, eine Liebe, die jedes Atom durchdringt, die alles Leben erfüllt, das Herz jedes Menschen bewegt, die alles zur Einheit versammelt.

In diesem Geist sind wir alle eins in dem Wort, jeder in sich selbst, das Licht des Wortes spiegelnd; und in diesem Wort sind wir eins mit dem Vater, dem Ursprung von allem. 'Alle sollen eins sein: "Wie du Vater in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast."' (Johannes 17, 21).
Das ist unser Schicksal, mit Gott, dem Ur- und Seinsgrund eins zu werden in einer Einheit, die alle Unterschiede tilgt, und in der doch jeder einzelne sich in unversehrter Ganzheit wieder findet.
Diese Erfahrung sollte jeder Mensch in jedem Augenblick seines Daseins machen.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist


Gott 9.0: Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird
Gott 9.0: Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird
von Marion Küstenmacher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

17 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen THEOPHANIE -- GOTT sinnlich und allumfassend erfahren, 22. Oktober 2010
Ein ungewöhnliches und in jeder Hinsicht herausforderndes Werkbuch für "'spirituelle Lehrlinge und Gesellen"' auf der Suche nach dem inneren Meister, wie auch immer man ihn bezeichnen möchte. Die erfahrenen und authentischen Autoren wollen Wegweiser sein für eine neue Möglichkeit der äußeren Gipfelbesteigung und inneren Tiefenberührung eines Raumes, der immer zugleich Leere und Fülle ist.
Sehr glücklich scheint mir das Zitat im Kapitel 'Zustände' von Francisco de Osuna, einem spanischen Mystiker, der sehr wesentlich Werk und Wirken von Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz beeinflusste: '"Niemand kann zu Gott aufsteigen, der nicht zuerst in die Innerlichkeit hinabgestiegen ist".'
Die Vielfalt des völlig undogmatischen Buches ist faszinierend. Jeder findet sich in irgendeinem der sehr einfühlsam beschriebenen Bewusstseinszustände wieder und fühlt sich angesprochen, in den Spiegel des ihm Dargebotenen zu schauen. Geradezu spannend der 77 Fragen umfassende Selbsttest am Anfang des Buches. "'GOTT 9.0'" ist insofern von besonderer Bedeutung, als es zu einer völlig neuen Weg-Erkennung aufruft im Sinne Jesu Christi: "'Ich bin der Weg!'". Das Reich Gottes ist nicht im Anbrechen, es ist bereits hier und jetzt da. Wir müssen nur die Sichtweise ändern, inneren Raum schaffen für die Veränderung.
Es geht um die sinnliche Erfahrung der Wirklichkeit Gottes. Dafür liefern die 3 Autoren eine unermessliche Fülle an inspirativen Modellen.
Hier wird Theologie zu Theophanie. ' Gott scheint durch das gesamte Buch voller farbenfroher Leuchtkraft hindurch.

Roland R. Ropers Obl. O.S.B.
Religionsphilosoph & Publizist
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2013 2:45 AM MEST


Kein Schweigen, das nicht endet
Kein Schweigen, das nicht endet
von Ingrid Betancourt
  Gebundene Ausgabe

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 6 JAHRE ISOLATION IM URWALD-DSCHUNGEL, 12. Oktober 2010
Von Februar 2002 bis Juli 2008 verbrachte die kolumbianische Präsidentschaftskandidatin und Mutter von 2 Kindern in den Händen von grauenvollen Geiselnehmern. Am Tag ihrer Entführung war ihr Sohn Lorenzo 13 Jahre alt, ihre Tochter Mélanie 16. 4 Wochen später stirbt ihr geliebter Vater an einem Herzinfarkt in Paris. Davon erfährt sie viel später durch einen Zufall.
In ihrem bewegenden Buch erzählt sie, wie sie in der Dunkelheit des tropischen Urwalds lebte, mit dem Hals an Bäume gekettet, bedroht von Spinnen, Skorpionen, Ameisen, dem Hass der Farc-Rebellen ausgeliefert und dem Mobbing von Mitgefangenen, wie sie vom Fieber geschüttelt wurde, die Haut voller Ekzeme, ihre Seele von Sehnsucht nach dem Leben gemartert.
'"Meine liebe Maman!"', hatten die Kinder ihr an eine unbekannte Adresse in den Urwald geschrieben, als Antwort auf einen Brief, den Ingrid Betancourt 2007 als Lebenszeichen verfasste und der irgendwann den Weg zu ihrer Familie fand, '"Dein Brief, Dein langer Brief hat uns inzwischen nach so vielen Jahren der Trennung, des Schweigens, des Wartens und der Hoffnung erreicht. Er ist von so weither gekommen, jenseits von Raum und Zeit. Als wenn ein ganzes Leben zwischen uns läge."''
Ingrid Betancourt ist die verwöhnte Tochter eines kolumbianischen Politikers, das Kind von Yolanda, ehemalige Schönheitskönigin, die in Bogotá als die Mutter der Straßenkinder verehrt wird; sie hat nur drei Jahre ihrer Kindheit in Kolumbien verbracht. Ihre schönsten Erinnerungen führen nach Paris, in die Avenue Foch, in eine elegante Wohnung, 500 Quadratmeter, in der sie unter dem Flügel hockend, den illustren Gästen bei ihren Plaudereien über Politik und Kultur zuhörte. Studium am elitären Institut d'Études Politiques, als "Doctora Ingrid" haben die Rebellen sie später verhöhnt. Heirat mit einem französischen Diplomaten, eine Ehe, die ihr die französische Staatsbürgerschaft einbrachte, was sich als Rettung erweisen wird. Sie verlässt ihn, um sich ' ermutigt von den engagierten Eltern, in die kolumbianische Politik zu stürzen. Während Ingrid Betancourt ihr reiches Leben lebte, waren in Kolumbien eine halbe Million Menschen verschwunden.
In ihrer Dschungel-Haft wurde sie zu ihrem innersten Kern zurückgeführt. Sie las zum ersten Mal intensiv '"Die Bibel'". '"Im Urwald habe ich verstanden, dass wir durch Gottes Gnade leben. Ich habe mit Gott gerechtet. Gewütet. Dann habe ich verstanden, dass man demütig sein muss"'.
Das Buch ist ein Lehrbuch in der Schärfung mentaler Widerstandsfähigkeit. Sie lernt zu weben, man nimmt ihr das Gewebte ab. Sie hört im Radio, dass man ihren Ehemann an der Seite einer neuen Partnerin sieht, sie hört weg. Sie verbietet sich Gedanken an ihre Kinder, weil sie sie nicht erträgt. Wenn sie sich aufdrängen, etwa an ihren Geburtstagen, lädt sie das ganze Lager zu einer Geburtstagsparty ein, man tanzt und lacht. Sie lernt es, jeden Moment der Erleichterung zu genießen, etwa wenn der Himmel für einen Moment sichtbar wird.
Als sie verschleppt wurden, war sie 41 Jahre alt, am 25. Dezember 2010 wird sie 49. Nach den vielen Jahren des durch den Dschungelgetrieben-Werdens lebt Ingrid Betancourt auch heute wie eine Nomadin. Sie wohnt in Paris bei ihrer Mutter, dort studiert ihr Sohn. Sie pendelt nach New York zu ihrer Tochter. Sie sagt, sie brauche keine Wohnung mehr, an der ihr Name steht.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist


Gesunder Zweifel: Einsichten eines Pharmakritikers - Peter Sawicki und sein Kampf für eine unabhängige Medizin
Gesunder Zweifel: Einsichten eines Pharmakritikers - Peter Sawicki und sein Kampf für eine unabhängige Medizin
von Ursel Sieber
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,95

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verlorener Kampf eines Pharma-Kritikers, 5. Oktober 2010
Professor Dr. Peter Sawicki (geb. 1957), Facharzt für Innere Medizin, war von 2004 ' 2010 Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Er wurde zu unbequem und musste sein Amt aufgeben. Der ehemalige Gesundheitsminister und derzeitige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer scheiterte im Jahr 2003 mit dem Plan einer 'Positiv-Liste'. In einem Fernsehinterview in der Sendung 'Frontal 21' vom 6. Juni 2006 sagte er, dass der Druck der Pharma-Lobby zu groß war. Und so wird es auch in Zukunft bleiben. Dennoch sollten Ärzte und Patienten, so lange sie sich als noch nicht entmündigte Bürger fühlen, das Buch der erfahrenen Journalistin dringend lesen und ihre Zweifel öffentlich bekunden.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 24, 2014 12:44 PM CET


Credo: Ein Glaube, der alle verbindet
Credo: Ein Glaube, der alle verbindet
von David Steindl-Rast
  Gebundene Ausgabe

39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen VERANKERUNG im EWIGEN JETZT, 14. September 2010
Wieder einmal ein Meisterwerk aus der Feder des 84-jährigen Benediktinermönchs, Mystikers und Poeten Brother David Steindl-Rast. Die 77 Worte des christlichen Glaubensbekenntnisses 'CREDO' interpretiert der erfahrene spirituelle Meister auf ungewöhnlich faszinierende Weise, wo sich jeder im göttlichen Urgrund berührt fühlt, der allen Menschen unterschiedslos gemeinsam ist. Die vielen persönlichen Begegnungen mit Brother David und unsere langjährige Freundschaft haben mich nicht nur bereichert, sondern auch in meiner persönlichen Sichtweise vom Glauben immer wieder bestätigt -- ' vor allem in schweren Krisenzeiten.
"'Die Autoritätskrise, in der wir stehen, zwingt uns zu fragen, worauf wir uns letztlich verlassen können'", schreibt der Autor und fährt fort: '"Wir werden Glaubenssätze immer wieder auf persönlich nachvollziehbare Erfahrung und Überzeugung zurückführen müssen ' auf innere Autorität also, bei allem Respekt für äußere... Ich schaue auf die Flut von Kirchenaustritten und sehe darin voll Hoffnung ein Austreten der Kirche über ihre herkömmlichen Ufer, eine Überschwemmung...Zu den Früchten, die Menschen in der Vergangenheit ernteten, wenn sie das CREDO beteten und so ihrem Glauben Ausdruck gaben, zählen folgende: ein tiefer Herzensfriede, ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Daheimseins und eine feste Verankerung im ewigen Jetzt des gegebenen Augenblicks. Als ein Christ, der das CREDO schon seit fast 80 Jahren betet, kann ich dafür bürgen, dass die Früchte auch heute noch reifen und taufrisch verfügbar sind. Christ oder Nicht-Christ, wer immer das CREDO Satz für Satz mit unserer dreizinkingen Zange in den Griff bekommt, sollte imstande sein, in diesem Text jenen Ur-Glauben zu erspüren, der uns als Menschen eint ' in uns selbst, untereinander und mit dem göttlichen Seinsgrund".' David Steindl-Rast weist immer wieder mit sprachlicher Schönheit darauf hin, dass die Erfahrung des EWIGEN LEBENS von uns höchsten Lebensmut verlangt und nicht auf später verschoben werden darf. Ein großartiges und anspruchsvolles Buch, das den Bewusstseinsraum dafür öffnet, dass unser eigenes Sein am Einen, Schönen, Guten und Wahren Anteil hat und daher unzerstörbar ist.

Roland R. Ropers Obl.O.S.B.
Religionsphilosoph & Publizist


Musik ohne Grenzen
Musik ohne Grenzen
von Edward W. Said
  Gebundene Ausgabe

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MUSIKALISCHE KONTEMPLATION und MENSCHLICHKEIT, 14. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Musik ohne Grenzen (Gebundene Ausgabe)
Einer der unbestritten genialsten Musiker unserer Zeit, der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, schreibt in der Einleitung zum dem tiefgründigen Buch seines Freundes Edward W. Said: "'Er war ein Gelehrter und hatte ein ungewöhnliches Verständnis für den menschlichen Geist. Seine Reise zwischen verschiedenen und scheinbar unvereinbaren Disziplinen fand exakt zu einer Zeit statt, als die Bedeutung der Musik in der Gesellschaft zu schwinden begann. Die Menschlichkeit der Musik, der Wert musikalischer Kontemplation und Gedanken, die Transzendenz der Idee, die durch den Ton zum Ausdruck gebracht wird ' das alles sind Begriffe, die in der modernen Welt bedauerlicherweise immer mehr in Vergessenheit geraten. Die Musik ist von anderen Lebensbereichen isoliert. Sie gilt nicht mehr als notwendiger Aspekt der geistigen Entwicklung. Wie die Medizin ist die musikalische Welt zu einer Gesellschaft von Spezialisten geworden, die zunehmend mehr über immer weniger wissen".'
Der Literaturwissenschaftler Edward Said wurde als Sohn palästinensischer Christen in Jerusalem geboren und wuchs in Kairo auf. Sein großes Engagement für Palästina in Israel wurde immer wieder massiv kritisiert. Er hat leider nicht mehr Barenboims Ehren- und Staatsbürgerschaft von Palästina erlebt. In seinem Buch '"Musik ohne Grenzen"' führt er den Leser durch einen Kulturkosmos der letzten Jahrzehnte und lässt dabei eine Fülle von Künstlern in bisher ungewohnten Licht- und Schattenseiten erscheinen. Eine große Bereicherung für alle Musikliebhaber und Kämpfer für die Freiheit des Geistes.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist


"Das ist auch euer Krieg!": Deutsche Soldaten berichten von ihren Einsätzen
"Das ist auch euer Krieg!": Deutsche Soldaten berichten von ihren Einsätzen
von Heike Groos
  Gebundene Ausgabe

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die grausame Wirklichkeit des Afghanistan-Kriegs, 3. September 2010
Heike Groos arbeitete 2 Jahre lang als Oberstabsärztin in Afghanistan. Ihr erstes Buch 'Ein schöner Tag zum Sterben' wurde in wenigen Wochen ein Bestseller. Sie schilderte in bewegenden Worten die Schrecken und Leiden der deutschen Soldaten in Afghanistan und kehrte traumatisiert zurück. Heute arbeitet sie in einer Klinik in Neuseeland. In ihrem aktuellen Buch lässt sie zahlreiche Zeugen des sinnlosen Kriegsschauplatzes zu Wort kommen ' die Wirklichkeit eines nicht zu gewinnenden Kampfes gegen Terror und Gewalt wird dem Leser vor Augen geführt. Hier werden Tabus gebrochen, die uns zum Aufwachen bringen müssten. Eine Afghanistan-Soldatin schreibt: '"Es ist ein Scheißgefühl, wenn man von der Politik nur als Spielball benutzt wird'" . Jeder vernünftige Mensch weiß, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist. Riesige Geldsummen der deutschen Bürger werden durch unsere Politiker offenbar in falsche Kanäle geschleust. Der Afghanistan-Tourismus inkompetenter Personen aus Bund und Ländern ist kaum noch nachvollziehbar. Die Wahrheit wird offenbar vertuscht. Tatsache ist, dass Deutschland zu den größten Waffen-produzenten der Welt zählt und auf das Geschäft mit dem Krieg direkt und/oder indirekt angewiesen ist. Roger Willemsen schreibt in seinem Vorwort: "'Lange genug hat man sich hohler 'Unsere-Jungs-Rhetorik' einer Vereinnahmung der Truppe für fragwürdige politische Zwecke schuldig gemacht. Es ist höchste Zeit, die Soldaten selbst zu hören. Hier sind ihre Stimmen".'

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist


Wer nichts weiß, muss alles glauben
Wer nichts weiß, muss alles glauben
von Science Busters
  Gebundene Ausgabe

23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leichtgläubigkeit und Unwissenheit auf dem Prüfstand, 1. September 2010
Der 69-jährige em. Wiener Universitätsprofessor für Kern- und Astrophysik Heinz Oberhummer hat zusammen mit dem Experimentalphysiker Werner Gruber und dem Kabarettisten Martin Puntingam ein humorvolles Wissenschaftsbuch herausgebracht, das zum aufmerksamen Nachdenken herausfordert.
Es werden amateurhaft repetierte Alltagsweisheiten kritisch untersucht und so wunderbar einleuchtend klargestellt, dass man die 225 Buchseiten wie einen Kriminalroman verschlingt. Aber hier handelt es sich um Fakten und nicht um Fiktionen.
'"Wer mit der Leichtgläubigkeit der Menschen gute Geschäfte macht, der weiß den Einfluss des Mondes natürlich zu schätzen. Menschen, die Vollmondseminare anbieten, Mondkalender mit speziellem Mondwissen und dergleichen Unfug mehr, spüren den Einfluss des Mondes zum Teil ganz beträchtlich, und zwar auf ihrem Konto. Ca. 10 Millionen Euro hat ein Mondexperten-Ehepaar allein mit seinen Mondkalendern verdient. Für einen Physik-Nobelpreis bekommt man nur 1 Million. Wenn man nur nominiert wird, bekommt man gar nichts. Selber schuld, wenn man Physik studiert und nicht Mondholz. Unter Mondholz versteht man Holz von Bäumen, die unter Berücksichtigung des forstwirtschaftlichen Mondkalenders gefällt wurden. Mondholz soll magische Eigenschaften besitzen...'"
Großartig die Sehnsuchtsgedanken des Menschen nach Unsterblichkeit und die kritischen Betrachtungen zu Nahtoderfahrungen.
"'Bei Nahtoderlebnissen gehen ja viele gern ins Licht, das am Ende eine Tunnels hell erstrahlt, und treffen ihren Schöpfer. Aber nicht alle gehen ans Licht, etwa 10 Prozent gehen in eine Hölle und sind froh, wenn es wieder vorbei ist... Das Jenseits hängt vom Diesseits ab. Dass man bei einem Nahtoderlebnis weder an die Himmelspforte klopft noch ans Höllentor, das weiß man aber schon...'"
Zur Zeit wird ein Riesengeschäft mit dem Maya-Kalender und der Warnung vor dem angeblichen Weltuntergang am 21. Dezember 2012 gemacht. Ein aktuelles Ereignis macht den Glaubensschwindel-Verkauf anschaulich:
'"Am 1. Mai 2010, um 16:30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit hätte es wieder einmal so weit sein sollen. Nach bisher mindestens ca. 900 Gastspielen in Lourdes, Fatima und Medjugorje, hätte die welt-berühmte Muttergottes wieder einmal als Headliner eines designierten Topevents auf den Planeten Erde kommen sollen. Ort der Handlung: Bad St. Leonhard im Kärntner Lavanttal. Der aus Sizilien stammende 'Seher' Salvatore Caputa hatte behauptet, er habe bereits im November 2009 ein Aviso über die Reiseabsichten der Himmels-königin bekommen, der ortsansässige Stadtrat und Tourismus-referent zeigte grundsätzliches Interesse an der zusätzlichen Einnahmequelle, die Gemeinde ließ vorsorglich ein Kreuz aufstellen. Die Vorzeichen standen nicht schlecht. In Kärnten, dem südlichsten Bundesland Österreichs, war am 11. Oktober 2008 angeblich die Sonne vom Himmel gefallen (an jenem Tag verunglückte Jörg Haider tödlich), da müsste eine Marienerscheinung eine vergleichsweise leichte Übung sein. Anlass für den Höflichkeitsbesuch der Gottes-gebärerin war eine Änderung der Raumordnung, eine Mariengrotte sollte einer Autobahnumfahrung weichen. Gekommen ist der Publikumsliebling natürlich nicht. Vielleicht war ihr der Weg auf die Erde zu weit...'"
Das Autoren-Trio, das als 'SCIENCE BUSTERS' in Theateraufführungen und Fernseh-Shows für naturwissenschaftliche Aufklärung sorgt, demonstriert die Faszination von Physik und die Notwendigkeit folge-richtigen Denkens. Ein Buch, das in die Top-Bestsellerlisten gehört und die pseudo-esoterischen Glücksbringererzeugnisse entlarvt.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist


Warum es sich zu leben lohnt
Warum es sich zu leben lohnt
von Uwe Böschemeyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen GOTT fühlen bringt Glück -- ein mutiges Bekenntnis!, 28. Juli 2010
Dr. Uwe Böschemeyer ist ein erfahrener Psychotherapeut, der dem legendären Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse, Viktor Frankl (1905 - 1997), persönlich begegnet ist und über ihn promoviert hat.
Als Juden wurden Viktor Frankl, seine Frau und seine Eltern im September 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sein Vater starb dort 1943, seine Mutter wurde in der Gaskammer von Auschwitz ermordet, seine Frau starb im KZ Bergen-Belsen. Frankl wurde am 19. Oktober 1944 von Theresienstadt nach Auschwitz gebracht und einige Tage später von dort in das KZ-Kommando Kaufering VI (Türkheim), ein Außenlager des KZ Dachau transportiert. Trotz dieser traumatischen Erlebnisse hatte Viktor Frankl niemals seinen Bezug zu GOTT aufgegeben und stellte ihm auch nicht die dümmliche Frage: "Wo warst Du in Auschwitz?"
Uwe Böschemeyer, der zahlreiche erfolgreiche Bücher geschrieben hat und seit vielen Jahren als lebenserfahrener Seelsorger und Therapeut tätig ist, schreibt in seinem neuesten Buch über das Glück, GOTT zu fühlen: "Seitdem ich durch mehrere Tausend Wertimaginationen erfahren habe, dass am Grunde jeder menschlichen Seele Bilder vom Dasein GOTTES darauf warten, sich zeigen zu dürfen, rede ich als Psychotherapeut mehr als bisher über GOTT. Menschen, die GOTT fühlen, können glücklich sein. Wenn ein Mensch GOTT fühlt, erlebt er etwas, das für ihn mit keinem Erlebnis vergleichbar ist. Daher fühlt er sich auch selbst so wie in keiner anderen Situation. Das ist so, weil GOTT selbst mit nichts vergleichbar ist. Wenn ein Mensch GOTT fühlt, erlebt er sich abhängig wie sonst nie im Leben - und doch zugleich frei wie sonst nie."
Uwe Böschemeyer's Buch grenzt sich von den trivialen Glücks-Bestsellern ab. Der Inhalt hat enorme Tiefe und Empathie. Gegen Ende des Buches zitiert er den Münchner Komiker und Lebensphilosophen Karl Valentin (1882 - 1948): "Heute besuch` ich mich. Hoffentlich bin ich daheim!"

Uwe Böschemeyer wurde im Jahr 2006 zum Rektor der Europäischen Akademie für Wertorientierte Persönlichkeitsbildung in Salzburg ernannt. Ein Meister seines Faches, der im Stillen mit viel Humor Großes bewirkt.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist


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