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Beiträge von H. Schneider
Top-Rezensenten Rang: 2.575
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Rezensionen verfasst von
H. Schneider (Aichtal)
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Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine. Eine Einführung ins skeptische Denken
Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine. Eine Einführung ins skeptische Denken
von Christoph Bördlein
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale Einführung ins wissenschaftliche Denken, 15. März 2015
Dieses Buch stellt, wenngleich bereits etwas älter, meines Erachtens nach immer noch einen der besten Einstiege in die Methoden des wissenschaftlichen Denkens und Hinterfragens dar. Wissenschaft wird hier für jeden Laien auch ohne großes Vorwissen leicht nachvollziehbar als Methode des kritischen Prüfens und Hinterfragens zuvor aufgestellter Thesen und Behauptungen dargestellt. Neben der grauen Theorie (Popper, der "kluge Hans" u. a.) wird das Ganze anhand verschiedener populärer Beispiele wie z. B. Wahrsager, Einflüsse des Mondes auf Menschen, Entführungen durch Aliens etc. veranschaulicht.
Zuletzt wird auch noch die Frage geklärt: warum wird man überhaupt Esoteriker, Fundamentalist, Dogmatiker etc. und wendet sich gegen die etablierte Wissenschaft? Weil alternative Theorien oft klare Antworten auf komplexe Fragen versprechen welche die Wissenschaft einem so nicht einfach bieten kann. Wissenschaftliches Denken basiert eben auf andauerndem kritischen Prüfen und Hinterfragen und braucht oft erhebliche Beweise und lange Zeit zur Etablierung ihrer Thesen die stets immer nur als vorläufig und nie als ganz "wahr" gelten können. Wissenschaftlich denken zu können muss stets auch heißen bereit zu sein sich selbst und die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen.
Alles in allem nur empfehlenswert.


Beschleunigung und Entfremdung: Entwurf einer kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit
Beschleunigung und Entfremdung: Entwurf einer kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit
von Hartmut Rosa
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beschleunigungslogik als kennzeichnendes Merkmal der Spätmoderne, 11. März 2015
Warum leidet der moderne Mensch unter zunehmendem Zeitdruck und unter dem Gefühl das im die Zeit immer schneller "davonrennt", während er aufgrund der technischen Innovationen der letzten 200 Jahre doch eigentlich in einem Überfluss an Freizeit schwelgen müsste? Rosa unterscheidet zunächst zwischen drei Formen der Beschleunigung: der technischen, der sozialen und der Beschleunigung des allgemeinen Lebenstempos. Die technische Beschleunigung führte dabei jedoch nicht, so dass bereits erwähnte feststellbare Paradoxon, durch eine kürzere zur Bewältigung unserer Aufgaben benötigte Zeitspanne zu einem mehr an "Freizeit", sondern durch ein uns selbst auferlegte "Mehr" an Aufgaben im Gegenteil sogar zu einer Verknappung an solcher; wir versuchen einfach in immer kürzerer Zeit immer mehr Aufgaben zu erledigen und Erlebnismöglichkeiten wahrzunehmen. Diese "Steigerungslogik" als kennzeichnendes Signum der Spät- oder auch Postmoderne folgt aus der gesellschaftlichen Tendenz Sozialstatus und damit auch Zugang zu Ressourcen nicht mehr wie z. B. in der Vormoderne durch Geburt sondern durch zunehmenden Wettbewerb der Gesellschaftsmitglieder untereinander zuzuweisen. Die "Steigerungslogik" erweist sich dadurch als logische Konsequenz unserer kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsform und ist uns schon so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir sie gar nicht mehr als soziales Konstrukt und äußeren Zwang wahrnehmen, sondern in Form von "Selbstoptimierungsversuchen" und Selbstschuldzuweisungen (wir sind selbst Schuld wenn wir zu wenig Zeit haben, sollten nach Optimierung unserer Zeit streben, uns besser organisieren etc.) verinnerlicht haben; das zunehmende Auseinanderdriften der (theoretisch) realisierbaren Möglichkeiten und der tatsächlich davon von uns wahrgenommenen Chancen führt zu einer wachsenden "Entfremdung" des Individuums und seiner subjektiven Erwartungshaltung von der objektiv feststellbaren sozialen Realität und damit zu ansteigender Erschöpfung und Enttäuschung, welche in westlichen Gesellschaften ihre phänotypische Wirkung in einer ständig steigenden Zahl psychischer Erkrankungen zeitigt. All das erweist nach Rosa die "soziale Beschleunigung" als moderne, abstrakte Form des Totalitarismus, da sie bereits alle Facetten des heutigen Lebens durchdrungen hat und maßgeblich prägt ohne das man eine Möglichkeit hätte sich ihr zu entziehen oder sich dagegen aufzulehnen; abstrakt ist sie aufgrund ihrer "Unsichtbarkeit" für uns im Alltag im Gegensatz zu "herkömmlichen", offensichtlichen Ausprägungen direkter totalitärer Herrschaft.
Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch das zum Nachdenken anregt und der kritischen Auseinandersetzungen auf jeden Fall wert ist; ich finde es erstaunlich dass es so vergleichsweise unbekannt ist und ich nur mehr oder weniger durch Zufall darauf stieß. Bestimmt auch ein guter Einstieg in die Thematik.


Evolutionsbiologie
Evolutionsbiologie
von Volker Storch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solides Überblicks- und Nachschlagewerk, 2. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Evolutionsbiologie (Gebundene Ausgabe)
In fünf Kapiteln- Geschichte der Evolutionstheorie, Entwicklung der Organismen, genetische Grundlagen, Methoden der molekularen Evolutionsforschung, Evolution des Menschen- wird alles zum Thema Evolution und Evolutionsforschung abgehandelt. Einziges Manko: v. a. Kapitel drei und vier sind sehr wissenschaftlich geschrieben und enthalten viele Fachtermini die meist nicht erklärt werden, der Zugang ist sehr anstrengend, setzt bereits ein solides Vorwissen voraus und ist nicht wirklich einsteigergerecht. Alles in allem wendet sich das Buch wohl hauptsächlich an Biologiestudenten, diesen dient es wohl aber wie bereits erwähnt als gutes Nachschlagewerk. Alle anderen finden sicherlich auch verständlichere Bücher zum Thema (zu denken wäre hier z. B. an das Lese- Lehrbuch oder diverse Werke von Richard Dawkins etc.).


Hitlers Imperium: Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus
Hitlers Imperium: Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus
von Mark Mazower
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das nationalsozialistische Europa, 13. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hätte Deutschland den Krieg gewinnen können? Immerhin war das von den Deutschen besetzte und kontrollierte Kontinentaleuropa die dichtbesiedeltste und wirtschaftlich produktivste Region der Welt. Warum allerdings gelang es den Deutschen nicht dieses Potential effektiv zu nutzen? Das sind die Leitfragen, denen Mazower in seinem Buch nachzugehen versucht. Seine These: Hitler und die Nationalsozialisten waren engstirnige großdeutsche Nationalisten, deren einziges Ziel die Schaffung deutscher Siedlungskolonien in Osteuropa war, wodurch sie unfähig waren auch für die besetzten Völker tragfähige Zukunftskonzepte und eine stabile auf Kooperation ausgerichtete Nachkriegsordnung in Europa zu entwickeln und so den (zumindest anfänglich) durchaus vorhandenen Willen zur Kollaboration in den anderen Ländern nicht ausnutzen konnten. Indem sie dem Phantom eines Imperiums im Osten nachjagten verpassten sie es ihre realen Chancen zu erkennen und auszunutzen. Dafür werden viele Beispiele genannt, z. B. die anfängliche Begeisterung v. a. baltischer und ukrainischer Nationalisten über die Befreiung vom Sowjetjoch, die jedoch schon bald der Ernüchterung ob der brutalen deutschen Besatzungsherrschaft wich oder auch die Bereitschaft Millionen sowjetischer Kriegsgefangener trotz Arbeitskräftemangel lieber verhungern zu lassen anstatt sie zur Arbeit ins Reich zu schicken, wobei man ihren Ausfall durch Zwangsarbeiter aus den besetzten Ländern zu kompensieren gedachte, eine Maßnahme, die überall Empörung und Widerstand hervorrief. Hinzu kam noch das ewige Kompetenzgerangel zwischen staatlichen Behörden, Parteistellen, Wehrmacht und SS, von denen jeder seine eigenen Vorstellungen hegte und was zu einem dauernden Chaos in der Verwaltung der besetzten Gebiete führte und jegliche längerfristige Planung endgültig unmöglich machte.
Die Nazis standen mit ihren nationalistischen Großmachtplänen- ihr Ziel war letztlich die Schaffung eines ethnisch homogenen Riesendeutschlands bis an die Grenzen des Ural- zwar in bester europäischer Tradition des neunzehnten Jahrhunderts, ihr kometenhafter Aufstieg und letztlicher Untergang besiegelten allerdings auch das Ende dieses alten Europa dessen Produkt sie selbst aber auch waren. Denn nach dem Krieg hatte Europa seine dominierende Rolle in der Welt ausgespielt, und auch die alten Kolonialreiche der Europäer waren dem Untergang geweiht. Nun traten neue Mächte- eben die USA und UDSSR- an ihre Stelle.
Insgesamt ein wunderbares und sehr lesenswertes Überblickswerk zum Thema.


Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen
Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen
von Kerstin Bund
  Gebundene Ausgabe

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Generation Selbstverwirklichung, 4. Februar 2015
Was will die Generation Y?
- mehr Freiheiten
- gute Führung
- bessere Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit und Familie
- mehr Individualismus (und Eigenverantwortung)
- richtige Belohnung.
Wir sind laut Autorin die selbstbewussteste Generation die je in diesem Land herangewachsen ist, und auch wenn wir nicht die ersten sein dürften die Wünsche wie die oben beschriebenen hegen, so sind wir doch aufgrund des viel prognostizierten demografischen Wandels und der damit einhergehenden Verknappung von Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt die ersten laut Autorin die die Erfüllung dieser ihrer Forderungen mit Nachdruck in der freien Wirtschaft erzwingen können. Einfache Rechnung: wenn ein Unternehmen nicht auf unsere Wünsche eingeht, gehen wir halt zum kooperativeren nächsten. So einfach geht das.
Die ultimativen Ziele der Ypsiloner (als den nach 1980 Geborenen) sind ganz klar im postmateriellen Individualismus verwurzelt und mit einem Wort zu beschreiben: Selbstverwirklichung. Glück und das Gefühl der Erfüllung sind uns wichtiger als Status, ein Job soll uns nicht nur ernähren sondern auch durch Sinnstiftung Befriedigung verschaffen. Überhaupt suchen wir in allem diesen "Sinn", den wir v. a. in der Selbstverwirklichung durch das Erreichen uns selbst gesetzter Ziele und unsere dauernde persönliche Weiterentwicklung zu finden gedenken.
Alles in allem beschreibt das Buch zwar einige anregende und nachdenklich stimmende Thesen, bleibt dabei aber doch sehr pauschalisierend und verallgemeinernd: zum einen deckt die beschriebene "Generation Y"- wie die Autorin selbst einräumen muss- nur einen Teil dieser Altersgruppe ab, v. a. gut ausgebildete Sprösslinge der Mittelschicht, zum Anderen glaube ich das sich unsere Generation gerade durch ihre starke Heterogenität auszeichnet, so dass sie im großen und ganzen nur sehr schwer und schon gar nicht so plakativ wie in diesem Buch versucht zu beschreiben ist.
Das von Frau Bund beschriebene Muster mag zwar auf viele zutreffen, aber ob man so wirklich unsere ganze Generation eionordnen kann halte ich für ziemlich fraglich.


Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers
Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers
von Philipp Möller
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichten aus der bildungsfernen Republik, 16. Januar 2015
Ein Quereinsteiger prangert das Versagen unserer heutigen Bildungspolitik an- Unterfinanzierung, fehlende Integrationsmöglichkeiten, überalterte und vollkommen überforderte Lehrer, fehlende tragfähige Zukunftskonzepte, etc.- bleibt dabei jedoch stets in einem gemäßigten, augenzwinkernden und humorvollen Ton, ohne je anklagend zu werden. Die zahlreichen Geschichten und Anekdoten, nach denen das Buch untergliedert ist sind dabei sehr flüssig und amüsant zu lesen. Jetzt ist natürlich zu bedenken, das hier der Schulalltag eine Berliner Problemkiez geschildert wird, die Lage ist (zum Glück!) noch nicht überall in Deutschland so verfahren wie hier. Trotzdem meiner Meinung nach jedem zu empfehlen, der wissen will was im deutschen Bildungssystem aktuell so alles im Argen liegt.


Fiese Kerle?: Unterwegs mit Aufreißern. Ein hautnahes Experiment.
Fiese Kerle?: Unterwegs mit Aufreißern. Ein hautnahes Experiment.
von Clarisse Thorn
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

2.0 von 5 Sternen Zu langatmig und abschweifend..., 1. Januar 2015
Die Autorin versucht anhand ihrer persönlichen Erfahrungen das moderne Phänomen der "Pick Up Artistry" zu analysieren und erklären. Dabei bleibt sie allerdings ziemlich an der Oberfläche, da v. a. auf jegliche wissenschaftliche Analyse verzichtet wird. Ihre dauernden Abschweifungen zu ihren persönlichen SM- Erfahrungen und "weltanschaulichen" Abschweifungen bezüglich ihrer feministischen Überzeugungen dienen auch nicht gerade einem tieferen Verständnis.
Fazit: wer das Phänomen "Pick Up" wirklich verstehen möchte, greift besser zu anderer Literatur.


Betamännchen: Sind die Männer noch zu retten? (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Betamännchen: Sind die Männer noch zu retten? (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Stefan Bonner
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Klischees humorvoll verpackt!, 1. Januar 2015
Gängige Stereotype und Vorurteile gegenüber dem Mann von heute werden in diesem Buch anhand der "persönlichen Erfahrungen" der beiden Autoren auf durchaus unterhaltsame und humorvolle Art und Weise wiedergegeben. Etwas neues lernt man dabei nicht wirklich, vielmehr liest sich das ganze wie schon die Vorgängerwerke wie z. B. "Generation Doof" eher wie eine Seifenoper aus dem Privatfernsehen in Printform. Auch das Abschlussresumée, was denn nun gegen den Abstieg des modernen Mannes in der heutigen Welt zu tun sei, bleibt sehr kurzgehalten und dürftig und hinterlässt mehr Fragen als Antworten.
Fazit: wer sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen will, dem sei andere Literatur empfohlen, wer aber nur kurzweilige, mitunter auch seichte Unterhaltung such ist hier genau richtig.


Die soziale Eroberung der Erde: Eine biologische Geschichte des Menschen
Die soziale Eroberung der Erde: Eine biologische Geschichte des Menschen
von Edward O. Wilson
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Entstehung des Altruismus aus der Gruppenselektion, 12. Dezember 2014
Ist der Mensch von Natur aus böse und schlecht und wird erst durch die heilsamen Kräfte der Zivilisation in seinen Trieben gebändigt? Oder ist die Natur des Menschen vielmehr schön, edel und gut und wird erst durch die schlechten Einflüsse der Gesellschaft verdorben? Weder noch, so legt der Autor es hier in seinem Werk nahe, vielmehr stecken in einem jeden von uns von Anfang an sowohl selbstlose altruistische als auch zutiefst egoistische Wesenszüge und Charaktereigenschaften. Diese Ambivalenz der menschlichen Natur wird bedingt durch die evolutionären Selektionsprozesse während der Geschichte der Menschwerdung: zum einen förderte die Selektion auf Ebene des Individuums egoistisches Verhalten zur Steigerung der eigenen Fitness auf Kosten der Anderen, zum Anderen förderte die Gruppenselektion starke altruistische Verhaltensweisen der Gruppenmitglieder untereinander da so die Gruppenfitness als ganzes erhöht und die einzelner Gruppe so erfolgreicher im Wettbewerb mit anderen, weniger altruistisch geprägten Gruppen wurde, was so zu einer Ausbreitung altruistischen Verhaltens in der Gesamtpopulation führte. Hier nun streift das Thema die andere große dem Buch zugrunde liegende Frage, nämlich wie kam es überhaupt zur Herausbildung "eusozialen Verhaltens" bzw. der "Eusozialität", und was macht sie zu einer evolutionär so erfolgreichen Strategie, scheint sie doch den herkömmlichen Mustern evolutionär stabiler Strategien zu widersprechen. Wilson untersucht dies anhand sowohl der Entwicklung des Menschen als auch der Ameisen (sein Fachgebiet als Entomologe) und widerspricht hier ganz klar der bisherigen "konservativen" Ansicht der "Verwandtenselektion"; nicht genetische Verwandtschaft zwischen den einzelnen Mitgliedern innerhalb einer miteinander kooperierenden Gruppe, sondern das durch Mutation bedingte Auftauchen altruistisch veranlagter Individuen unabhängig von Verwandtschaftsgrad innerhalb einer Gruppe macht diese wie gesagt schon erfolgreicher im Konkurrenzkampf gegen Gruppen asus weniger kooperativen Individuen. Das heißt "Multilevel- Selektion" auf mehreren Ebenen (Gen, Individuum und Gruppe/ Familie) anstelle der Vorstellung der alleinigen Selektion auf Ebene des "egoistischen Gens" (Richard Dawkins).
Wer nun Recht hat? Nun ja, der Streit wird sich gewiss noch eine Weile hinziehen, aber der geneigte Leser kaufer sich doch einfach das Buch und mache sich am Besten sein eigenes Bild. Ein spannender, neuer und lesenswerter Denkansatz bietet sich ihm hier allemal.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 10, 2015 6:18 PM MEST


Das Mittelalter: Geschichte und Kultur
Das Mittelalter: Geschichte und Kultur
von Johannes Fried
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nettes Überblickswerk, aber..., 28. November 2014
Was dieses Buch zu bieten hat, ist ein ganz leserlicher Überblick über die Geschichte und Kultur des sogenannten "Mittelalters". Allerdings hat das Buch dabei in meinem Augen einige größere und kleinere Schwachpunkte aufzuweisen. Zuerst einmal wäre da der klare Primat der Kulturgeschichte, wobei m. E. nach v. a. die Kirchenreform bzw. die Rolle der Universalkirche allgemein für die geistige Entwicklung des Abendlandes überschätzt werden; gesellschaftliche und soziale Entwicklungen werden nur unzureichend um am, Rande erwähnt und behandelt. Auch die Gründe für den Niedergang des "Heiligen Römischen Reiches" werden mir zu einseitig behandelt: v. a. persönliches Versagen einzelner Kaiser, ihr dauernder Streit mit dem Papsttum, ihre verkorkste Reichspolitik welche v. a. im Hinblick auf ihre letztlich gescheiterten Ambitionen in Italien teuer zu stehen kam sowie die Konkurrenz durch erstarkende Nachbarn, also v. a. Frankreich im Westen werden für den Niedergang jeglicher Zentralgewalt und die daraus resultierende jahrhundertelange politische Zersplitterung in Mitteleuropa verantwortlich gemacht; das ist sicherlich nicht falsch, lässt aber andere Faktoren wie das komplette Fehlen langfristig stabiler dynastischer Erbfolgen analog den Kapetingern in Frankreich, die kulturelle und soziale Heterogenität im Reich ohne klare soziale Zentren wie in Westeuropa gegeben oder auch die Eigentümlichkeit eines bereits seit ottonischen Zeiten sehr selbstständig an der Reichsregierung partizipierenden Adels außer Acht.
Die Einführung in die Politik- und Geistesgeschichte Europas ist dabei sehr gut und ausführlicher gelungen, allerdings hätte man sich auch dabei meiner Meinung nach kürzer fassen können, und die Bedeutung der Kirche, speziell des Investiturstreits, wird überbewertet.
Fazit: wer speziell an der Geistesgeschichte des Mittelalter interessiert ist, ist hier sicherlich nicht falsch; für alle anderen gibt es sicherlich noch bessere Einstiegs- und Überblickswerke.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 11, 2016 12:48 PM MEST


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