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S. Langenwalter
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Deponia Doomsday - Special Edition - [PC]
Deponia Doomsday - Special Edition - [PC]
Preis: EUR 28,61

10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fanservice oder Cashcow?, 18. April 2016
Deponia Doomsday ist der vierte Teil der Reihe, den niemand so richtig erwartet hatte. Fans waren anfangs begeistert von der Ankündigung eines vierten Teils, in dessen Ankündigungstrailer ein gewohnt selbstgefälliger Rufus sich damit brüstete, dass er wieder da sei und ein paar Dinge klarstellen will. Also hab ich mir das Spiel besorgt, um herauszufinden, welche Abenteuer Rufus nun bestreiten würde. Nachdem ich das komplette Spiel nun beendet habe, kann ich folgendes Grundfazit zum Spiel abgeben:

Deponia Doomsday ist ein gutes und unterhaltsames Spiel ........... bis man das Ende erreicht. Hat man dann tatsächlich das Ende gesehen und ein wenig über das gesamte Spiel nachgedacht, macht sich doch etwas zunehmender Ärger breit. Ich denke ich kann meine Probleme mit dem Spiel in drei Bereiche einteilen.

1. Im Verlauf des Spiels hatte ich immer mehr den Eindruck, dass das Interesse der Entwickler zunehmend abnahm. Charakteristisch für die Deponiaspiele waren immer die vier Spielkapitel, die von kurzen Strophen des deponiatypischen Hussa-Lieds eingeleitet wurden. In Doomsday bekommen wir nur eine Strophe ganz am Anfang, als wäre der Rest vergessen worden. Das ist schon mal komisch. Weiterhin nimmt mit dem Verlauf des Spiels die Komplexität der Rätsel meiner Meinung nach stark ab und dasselbe gilt für den so gewohnten Witz der Dialoge und Szenen, in denen man sich befindet. Der Anfang der Handlung war lustig und brachte einige Grinser und Lacher auf mein Gesicht, aber die letzten zwei Drittel des Spiels saß ich nur da und konnte nicht mal schmunzeln, weil das Spiel doch eine etwas depressive Stimmung verbreitete. Die Dialoge scheinen nicht mehr so gut geschrieben wie in den drei ersten Teilen. Zusätzlich hatte ich den Eindruck, dass die Animationen von geringerer Qualität waren als in der Haupttrilogie.

2. Die Handlung des Spiels hat viel mit Zeitreisen zu tun. Zeitreisen sind immer ein riskantes Element einer Handlung, da sie bei zu hoher Komplexität zu viel Verwirrung beim Spieler führen können. Am Anfang hatte ich damit keine Probleme, weil alle Zeitreisen einer Logik folgten, die mit der Handlung der ersten drei Spiele vereinbar war. Es kommt jedoch ein Punkt im Spiel (ca. bei Beginn des letzten Drittels), an dem die Häufigkeit der Zeitreisen und Überschneidungen mehrerer Zeitsprünge so stark zunehmen, dass ich komplett den Faden verlor. Nach intensivem Nachdenken muss ich außerdem zu dem Schluss kommen, dass auch den Entwicklern irgendwann der Faden verloren ging, da einige der Zeitreisen und aus dem Nichts auftauchende Personen keinen logischen Sinn zu machen scheinen. Ich denke, dass man hier entweder nicht ausreichend Aufklärung dem Spieler gegenüber geleistet oder es mit der Komplexität der Zeitreisen übertrieben hat. Das ist frustrierend, weil das Ende deswegen noch unbefriedigender ist.

3. DAS ENDE!!!!!

Hierbei handelt es sich um das mit Abstand größte Problem, das ich mit Deponia Doomsday habe. Das Spiel hat trotz der bisher aufgeführten Kritik Spaß gemacht, ist letztendlich aber traurigerweise nur als eine Cashcow-Fortsetzung zu bezeichnen. Manche mögen das für zu harsch halten, aber ich denke, dass kein anderes Fazit zulässig ist. Wie alle Fans der Deponia-Reihe wissen, endet das dritte Spiel mit dem Tod von Rufus, einer Entscheidung, die damals schon viele Fans verärgert hat, da der Tod von Rufus so gar nicht zu zum Charakter, dem Witz und der Atmosphäre der Deponia-Spiele gepasst hat. In TV-Kreisen nennt man sowas ein "Contested Ending", das die Fanbase spaltet und viele unzufriedene Spieler zurücklässt. Ich denke, das gilt auch hier. Ob der Beweggrund für die Produktion einer Fortsetzung der Deponia-Reihe Geldgier oder die unzufriedenen Fans waren, kann natürlich nur die Produktionsfirma beantworten. Ich muss jedoch festhalten, dass, und das ist der größte direkte Spoiler dieser Rezension, Deponia Doomsday als Spiel vollkommen unnötig war. Der Grund dafür ist, dass nach all den Ereignissen und Zeitreisen im Spiel dasselbe Ende wie im dritten Teil stattfindet. Rufus stirbt und Goal überlebt, Deponia wird nicht vernichtet und Elysium stürzt letztlich doch auf den Planeten ab. Ja Leute, obwohl wir gerade ein komplettes Spiel für viele Stunden bestritten haben, bekommen wir schließlich genau das gleiche Ende wie im dritten Teil, nur dass dieses Ende eben durch die Ereignisse in Doomsday nachvollziehbarer sein soll. Ist es das wirklich? Meiner Meinung nach nicht. Es scheint, als wären die Entwickler so sehr darauf versessen aus Deponia eine Comedy mit tragischem Ende zu machen, dass sie ein separates Spiel entwickeln, um den Fans zu erklären, warum Rufus sterben muss und seinen Tod zu rechtfertigen. Ich kann dem nicht zustimmen. Weitere Erklärungen würden zu sehr in Detailspoilern enden und das möchte ich nicht, aber man hätte aus diesem Spiel auch was vollkommen anderes machen können, mit dem alle Fans zufrieden gewesen wären. Schließlich haben wir Rufus im dritten Teil nur fallen, aber nicht sterben sehen. In der verrückten Welt von Deponia, wo Rufus im ersten Teil einen Sturz von mindestens dutzenden Metern von einem Organonkreuzer überlebt, muss es auch eine durchgedrehte Möglichkeit geben ihn einen Sturz aus mehreren Kilometern überleben zu lassen. Dann hätte man ein Spiel entwickeln können, welches die fulminante Rückkehr eines totgeglaubten Rufus feiert, der nach vielen Strapazen den Weg zurück zu seiner Goal findet. Stattdessen bekommen wir ein Spiel, das sich förmlich einen abbricht, um durch zig Zeitreisen und Hirnakrobatik eine Parallelstory aufzubauen, damit man das nicht zufriedenstellende Ende des dritten Teils nur rechtfertigen kann. Und das ist auch der Grund warum ich dieses Spiel für vollkommen unnötig halte. Die Ereignisse in Deponia Doomsday ändern nicht das geringste am letztlichen Ende der Handlung der Trilogie. Ich glaube es ist wichtig das zu erkennen, auch wenn man Deponia- oder Daedalic-Fan ist, denn bei anderen Spielen, Serien, Filmen usw. würde man sowas als ein Cashcow-Sequel bezeichnen, bei dem die Fans eine Weiterführung der Handlung der Trilogie erwarten, am Ende aber nur ein folgenloses Intermezzo ohne wirkliche Auswirkung auf die bereits bestehende Handlung serviert bekommen. Das ist schade und das ärgert mich, wie so viele andere Fans auch.

Natürlich muss niemand mit dieser Meinung überein stimmen, aber mir hat das Ende ein doch ganz passables Spiel doch sehr verdorben.

Übrigens: Ich finde es auch sehr bezeichnend, dass es das Spiel erst zwei Monate nach seiner Veröffentlichung bei Amazon zu kaufen gibt. Sowas hab ich noch nie gesehen. Man könnte fast meinen, dass Daedalic das mit Absicht gemacht hat, um negative Rezensionen am Anfang der Verkaufsperiode zu vermeiden, da das Spiel in diesem Zeitraum den meisten Profit einfahren wird. Nur so ein Gedanke.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2016 6:14 PM MEST


Das Schwarze Auge: Blackguards
Das Schwarze Auge: Blackguards
Wird angeboten von GoForGames
Preis: EUR 9,38

32 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schade, Daedalic Entertainment., 7. Februar 2014
Juhu!!! Es ist endlich vorbei. Gerade habe ich DSA Blackguards abgeschlossen und will nur noch schnell diese Rezension schreiben, weil ich ins Krankenhaus muss. Ich glaube nämlich, dass ich gerade nach der Endsequenz einen Schlaganfall erlitten habe. Puh, vor mir liegen jetzt zwei Zeilen positive und drei Seiten negative Eindrücke. Es stimmt mich irgendwie traurig, dass gerade Daedalic Entertainment so etwas abliefert. Normalerweise liebe ich die Spiele dieses Entwicklers. Satinav's Ketten, Memoria, Edna bricht aus, Deponia usw., das sind alles sehr gut gemachte Spiele mit sehr viel Tiefgang, sympathischen Charakteren und gutem Handlungsaufbau. Man kann bei diesen Spielen die Leidenschaft und persönliche Eingebundenheit der Entwickler hören, sehen und nachempfinden. All das trifft aber bei Blackguards nicht zu. Ob es daran liegt, dass alle bisher erfolgreichen Spiele von Deadelic Click-and-Point-Adventures waren und Blackguards nun was vollkommen anderes ist? Keine Ahnung, jedenfalls ist dieses Spiel einfach nur gar nichts und die Gründe dafür kommen jetzt. Zuvor noch zum Rechner: AMD Phenom II mit 6x2.7 GHz, 24 GB RAM und NVIDIA GeForce GTX 550 Ti.

POSITIV
- ausfürhliches Skill- und Talentsystem und viele Sonderfähigkeiten
- keine Abstürze und Aufhänger

NEGATIV
- einige störende Rechtschreibfehler in Texten (Qualitätskontrolle?).
- einige Sprecher wirken teilweise unpassend für die Figur, die sie sprechen (z.B. offensichtlich junger Mann hat die Stimme eines alten Mannes).
- Grafik: unter aller Kanone. Normalerweise ist mir die Grafik nicht so wichtig, aber man muss ja mal locker 10 Jahre in die Vergangenheit gehen, um Spiele zu finden, die von der Grafik her annähernd vergleichbar wären (z.B. "Spellforce Order of Dawn" oder "Neverwinter Nights II"). Heute erlauben sich eigentlich nur noch einige billige free-to-play Browsergames so eine Grafik. Auch unter den NPCs ist kaum optische Abwechslung zu finden und ganz allgemein bieten die Charaktermodelle nur äußerst rudimentäre Mimik und Gestik. Man muss schon genau hinsehen, um überhaupt zu erkennen, dass die Figuren ihren Mund beim Sprechen bewegen. Hinzu kommen einige Grafikruckler und Flimmern. Hintergrundgrafiken (vor allem Felsen) sehen aus, als hätte man sie aus Minecraft geklaut und minimal aufgewertet. Außerdem fängt das Spiel bei viel Gewusel auf dem Schirm gerne an zu ruckeln.
- sehr starkes Ruckeln und Stocken in Zwischensequenzen.
- Musik: die ist durchweg ein eintöniges, generisches Geplätscher. Nichts was einem auffällt oder im Gedächtnis bleibt, aber teilweise gibt's heir nervige Wild-West-Anlehnungen, die gar nicht passen.
- die Steuerung ist nicht anpassbar. Wie auch? Es gibt schließlich keine Menüoption, um die Tastenbelegung überhaupt einsehen zu können. Sie wird zwar im Tutorial ausführlich erklärt, aber man muss sich das schon alles aufschreiben, damit man es nicht vergisst. Schließlich spielen die wenigsten Leute ein Spiel in einem Rutsch durch und wenn man mal vergisst wie die Tastenbelegung aussieht, dann hat man ganz einfach Pech gehabt und muss das Tutorial nochmal spielen.
- die Kampfkamera kann nicht gedreht werden, was das Ganze oft etwas umständlich macht.
- die Charakterindividualisierung beim Spielstart ist sehr mau ausgefallen. Man muss einen Menschen spielen, kann sich dabei für die Kategorie Krieger, Magier oder Jäger entscheiden, wählt sein Geschlecht und hat dann noch die Wahl zwischen fünf verschiedenen Köpfen, die alle unterschiedliche Frisuren haben. Sonst kann man nichts auswählen (und muss deswegen auch akzeptieren, dass ALLE Männer einen nicht gerade kleinen Bart haben und aussehen, als ob sie über 50 wären).
- über die Weltkarte erreicht man alle Orte innerhalb der Spielwelt. Sie ist allerdings etwas groß und sollte deshalb auch einen Zoom bieten, damit man sich nicht ständig über die ganze Karte klicken muss, um Questorte zu finden. Leider gibt es eine solche Funktion nicht.
- Gruppencharaktere sind eher schlecht animiert und bewegen sich sehr hölzern. Die Polygon-Gelenkübergänge sind auffällig sichtbar und Blackguards ist eines der Spiele, in dem die Figuren einfach nicht mal still stehen können, sonden ständig wie ein Boxer hin und her wiegen.
- In Dialogen hat man zwar vorgegaukelte Wahlmöglichkeiten, aber diese ändern kaum was am Ausgang oder den Folgen eines Gesprächs. Sie sind nur da, um den Spieler den Eindruck von Wahloptionen und Kontrolle zu vermitteln.
- im Kampf ist die Reihenfolge der Gruppencharaktere starr festgelegt. Jeder Charakter und jeder Feind hat seine eigene Runde. Man lässt also nicht alle Kämpfer nacheinander angreifen und beendet die Runde dann, sondern hat für jeden eine eigene Runde. Der Nachteil hier ist, dass der Kampf dadurch nicht taktisch stattfinden kann. Befindet man sich z.B. mit einem Kämpfer in der Nähe eines Gegners und möchte ihn angreifen, dann muss dieser Kämpfer auch gerade dran sein. Ist er dies nicht, muss man mit einem anderen Gruppenmitglied agieren, das gerade außer Reichweite ist. Mittlerweile kann es aber sein, dass der Gegner sich in seiner eigenen Runde wegbewegt hat und nun für beide Gruppenmitglieder außer Reichweite ist und das ist zum Haare raufen. Es verkompliziert den Kampf unnötig und hindert den Spieler in gewissem Maße daran in diesem "Strategiespiel" strategisch vorzugehen.
- Im Inventar müssen Schuhe auf den Helmslot und Helme auf den Schuhslot gelegt werden. Da hat wohl jemand nicht aufgepasst (oder das Spiel ist nie wirklich getestet worden, weil das sofort auffallen müsste)
- ewig viele nervende Ladebildschirme. Zwar lädt das Spiel immer innerhalb von ca. 5 Sekunden, aber warum muss man nach jedem Bildwechsel laden? Man bewegt sich hier schließlich nicht in einer virtuellen 3D-Umgebung, sondern auf spärlich animierten 2D-Click-and-Point-Bildern. Unverständlich.
- Inventar: befindet man sich im Kampf, können Inventar und Charakterbogen zwar geöffnet werden, aber alle Aktionen darauf sind geblockt. Warum zum Teufel? Wenn's mal nicht so rund läuft und man die Waffen wechseln oder einem Gruppenmitglied Gegenstände aus dem Inventar geben möchte (Waffen, Tränke ...) kann man dies nicht. Das Spiel verlangt vom Spieler schon vor einem Kampf zu wissen wie man sich am besten ausrüstet und auf welche Feinde man trifft, damit man in seinen Gürtel Tränke legen kann (sehr begrenzt) und man kann Gegenstände im Kampf nicht zwischen Personen hin- und herschieben. Das ist Quatsch und es wird noch schlimmer in Kämpfen, bei denen man gegen drei Gegnerhorden hintereinander ohne Inventarpause kämpfen muss. So ein Blödsinn. Bogenschützen können noch nicht mal neue Pfeile aus dem Inventar laden, wenn ihr Köcher leer ist.
- das Kampfsystem selbst ist ebenfalls teilweise verbugt. Manchmal befindet man sich in Kämpfen, bei denen nur einer von fünf Angriffen erfolgreich ist. Alles andere wird vom Gegner geblockt. Gleichzeitig kann man selbst gar nicht mehr blocken und wird ständig getroffen und die eigenen Angriffe machen kaum Schaden, wärend selbst leichte Gegner massiv LP abziehen. Das Spiel cheatet. Und es kommt auch vor, dass man eine Runde für einen Kämpfer ohne Angriffsaktion beenden muss, weil das Spiel vergisst diese Aktion zur Verfügung zu stellen.
- wegen jedem Mist muss man in diesem Spiel kämpfen. Selten kann man durch reines Reden oder gar Geld eine Situation entspannen. Das kann so lächerlich sein, dass man sich ständig in Kämpfen wegen der banalsten Sachen befindet. Man stelle sich eine Welt vor, in der jeder euch wegen jedem Müll angreift, außer ihr fragt nach der Uhrzeit/dem Klo/dem Preis ihrer Waren.
- 17,2 GB Speicher braucht dieses Spiel auf der Festplatte. Bei dem was dafür geboten wird kann ich das nicht ganz nachvollziehen.
- Handlung: untypisch für Daedalic ist die Handlung dieses Spiels nichts besonderes. Jeder, der schon mal ein 08/15-Rollenspiel gespielt hat wird hier keine Überraschungen finden. Die Handlung ist so banal, vorhersehbar und schon hundert mal dagewesen, dass ich mich frage wo denn die ganzen verblüffenden Wendungen und der Tiefgang, der versprochen wurde, geblieben sind. Ich kann natürlich nicht zu viel von der Story spoilern, außer dass sie etwas mit Verrat, einer langen Reise, viel Affentheater und einem dummen Ende zu tun hat, das seinesgleichen sucht. Es wird zwar so getan, als ob sich die ganze Handlung um ein großes Mysterium dreht und keiner kennt die Hintermänner, aber dieses Spiel bringt das nicht rüber, weil "die bösen Bösen" eben auch genauso klischeehaft reden, aussehen und handeln und das während sie vorgeben jemand anderes zu sein. Niemand wird hier hinters Licht geführt und Storywendungen sieht man schon von Weitem kommen. 75 % des Spiels läuft man nur rum, macht Hol-und-Bring-Quests, kloppt sich und bekommt nichts erklärt und dann stellt sich die ganze Story am Ende als äußerst banal raus. Quests bestehen immer nur aus den gleichen Kämpfen und selbst die Spielfiguren klagen, seufzen und motzen ständig über die Dummheit ihrer Aufträge. Yay, wie motivierend. Außerdem hat das Spiel was gegen Frauen, da wirklich alle Frauen, die etwas tiefer in die Handlung eingebunden sind am Ende tot darnieder liegen. Oh, Eine sehr große Überraschung gab es doch, denn irgendjemand hatte die blendende Idee das einzige Gruppenmitglied, das über ein gewisses Maß an Potential und Charaktertiefe verfügte, auf extrem dümmliche Art und Weise sterben zu lassen. Ich rede von der lieben Niam, einer Elfin, die nicht mit Geld umgehen kann, gerne kifft und ein Heilmittel für ihre Zwillingsschwester sucht, die an einer Krankheit zu leiden scheint, die etwas mit der Handlung des Spiels zu tun hat. Niam war der einzige interessante Charakter in diesem Spiel, aber nein, wir ersetzen sie durch die hohle Aurelia, aber kein Problem, denn Aurelia überlebt dieses Spiel auch nicht.
- der Schluss ist einfach nur noch eine Frechheit. Bis zu diesem Punkt hat sich das Spiel alle Mühe gegeben den Spieler dazu zu drängen doch etwas anderes zu spielen, aber am Ende hatten wohl auch die Entwickler keinen Bock/Zeit/Geld mehr. Statt vertonte Kommentare gibt es in der Endsequenz (die nur aus Kamerafahrten über Landschaft/Vegetation und Bildern besteht) nur noch minimale Untertitel, die Handlung wird nicht gescheit zum Abschluss gebracht und obwohl jeder eben noch geflennt hat, dass sich die gesamte Gruppe nun für das Wohl der Menschheit opfern muss, teilen uns die Untertitel in der Endsequenz mit, dass nun doch alle nach Hause gegangen sind. WTF???

FAZIT KURZ UND KNAPP
Das Spiel ist das reinste Disaster. Die Kämpfe werden schnell langweilig, die Handlung und alles drum herum ist extrem banal und macht noch nicht mal Sinn, die Grafik ist Moppelkotze und ganz allgemein stellt sich schnell eine generelle Enttäuschung ein. Echt schade, aber Daedalic sollte bei seinen Click-and-Points bleiben, denn das hier war nichts und zwar aus jedem Blickwinkel. Ich habe übrigens bis zum Schluss nicht rausgefunden, warum dieses Spiel "Blackguards" heißt. Wo waren denn bitte die schwarzen Wächter? Und wie um einem am Ende nochmal den Finger zu zeigen läuft im Abspann im Hintergrund ein kurzes Lied (hört sich an wie Heavy Metal), in dem die ganze Zeit von Blackguards gesungen wird. Danke für den Mittelfinger, ich habe verstanden und muss jetzt schnell ins Krankenhaus.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 20, 2014 6:26 AM MEST


Total War: Rome II - [PC]
Total War: Rome II - [PC]
Wird angeboten von Cmal2_GmbH
Preis: EUR 29,62

32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Total FRUST: Rome 2, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Total War: Rome II - [PC] (Computerspiel)
Viele Leute, die sich Total War Rome 2 gekauft haben werden auch mindestens einen der Vorgänger gespielt haben. Veteranen der Total-War-Reihe werden mir wohl zustimmen, dass es kaum vergleichbare Spiele gibt, bei denen man bei einem rundenbasierten Table-Top-Spiel bei Bedarf selbst das Kommando in Form von Echtzeitstrategieschlachten übernehmen kann. Dabei hat Creative Assembly immer mit der Authentizität und dem Realismus der Schlachten geworben und wenn man es bei der Programmierung richtig gemacht hat, dann macht es auch durchaus langfristig Spaß seine Fraktion durch die Nutzung strategischer Tricks und die intelligente Einbeziehung der Umgebung auf dem Schlachtfeld zum Sieg zu führen. Man bedenke, dass die Programmierer dafür aber ihren Job machen müssen, sonst wird das Spiel zu einer Qual. Während ich diese Rezension schreibe bin ich nicht gerade bester Stimmung. Mein Rechner besteht aus einem AMD Phenom II mit 6x2.7GHz, 24 GB RAM und eine NVIDIA GeForce GTX 550 Ti. Ich habe Rome 2 mit Patch 1.1 nun für ca. 30 Stunden gespielt und kann mit viel Freude folgende positive Punkte aufzählen:

- Gutes Kamerahandling auf dem Schlachtfeld

Hmm? Etwas wenig, wenn man bedenkt, dass das hier doch eine Rezension sein soll oder nicht? Tja …….. VERDAMMT RICHTIG, DENN DIESER EINE PUNKT IST DAS EINZIGE, WAS ICH AN DIESEM GROTTENSCHLECHTEN SPIEL FÜR „GUT“ BEFINDEN KONNTE. So viel zu meinem Wutausbruch. Aber mal ehrlich. Ist das Spiel denn wirklich so schlecht? Nun, ja, das finde ich schon und ich kann dafür eine ganze Reihe Punkte anführen, die da wären:

- Weltkarte: besonders hoch in die Vogelperspektive bekommt man die Kamera nicht, weshalb die Übersicht nicht ganz so gut ist, was allerdings auch noch dadurch verschlimmert wird, dass man je höher man kommt von ganzen Wolkenfeldern beim Sehen und Erkennen von Kartendetails behindert wird. Supertolles und total kontraproduktives kleines Feature.

- Zufriedenheit: jeder Total-War-Spieler kennt den Fall, dass es in den eroberten und besetzten Regionen zu Aufständen und Rebellionen kommt. So auch hier, aber man kann hier machen was man will, man wird am Ende immer mit massiven Aufständen zu kämpfen haben. Und der Grund dafür ist phänomenal: es gibt verschiedene Möglichkeiten die Zufriedenheit zu beeinflussen. Keine Steuern, verschiedene Edikte und der Bau verschiedener Gebäudearten heben die Zufriedenheit. Allerdings tun sie das nur minimal. Im Gegensatz dazu führt vor allem der Bau einiger bestimmter Gebäude dazu, dass sich die Zufriedenheit massiv reduziert. In meinem Fall waren das vor allem die nützlichsten Gebäude. Ich kann ja noch verstehen, wenn der Ausbau der Militärbauten zu weniger Zufriedenheit fürht, aber dass der Bau von kulturellen Einrichtungen und Agrar-/Viehzuchtanlagen die Zufriedenheit der Bürger senkt (und das um bis zu -13 Punkte PRO RUNDE und bei -100 kommt es dann zur Rebellion) ist absolut nicht nachvollziehbar. Ich habe alles getan, um die Zufriedenheit der Bürger zu heben, habe Provinzen von der Steuer befreit, militärische Forschung zurückgestellt und mich erstmal um Wirtschaft, Kultur und Nahrung gekümmert und habe sogar Bauten abgerissen, die offensichtlich kontraproduktiv waren, konnte aber die Rebellionen nicht verhindern, weil logischerweise der Abriss der Agrarbauten zu weniger Nahrung führt und damit die Zufriedenheit senkt. Das muss ein Bug sein und es nervt, wenn dein ganzes Imperium gleichzeitig eine Rebellion anzettelt. Man wird für die Erweiterung der Städte durch bessere Bauten im Endeffekt also mit Aufständen bestraft.

- Künstliche Intelligenz: hier gibt es drei, einmal auf dem Schlachtfeld, bei der Diplomatie und auf der Weltkarte. Die Weltkarten-K.I. ist eine strunzdumme unorganisierte Memme, die kaum was macht und so gut wie nie angreift. Das gilt selbst für die höchsten Schwierigkeitsgrade. Diplomatie ist zusätzlich vollkommen hinüber bei diesem Spiel. Nicht nur, dass man ständig mit Anfragen für Handelsabkommen bombardiert wird und Fraktionen, die gerade dabei sind ausgelöscht zu werden einem anbieten ihr Vasallenstaat zu werden. Sie verlangen sogar auch noch exorbitante und unbezahlbare Summen als Zugabe dafür, obwohl sie diejenigen sind, die eine Anfrage an mich gestellt haben. Fraktionen mit denen man sich im Krieg befindet werden einem Friedensabommen fast nie zustimmen, wenn man mal selbst Anfragen zwecks Handelsabkommen usw. stellt und dann immense Summen zusätzlich bietet, werden diese fast immer abgelehnt. Und außerdem verwehren einem verbündete Staaten grundsätzlich militärischen Zugang zu ihren Regionen, obwohl sie gerade mein Angebot angenommen haben ihnen in einem Krieg zu helfen, den sie gerade am verlieren sind. Diplomatie für Weltentrückte. Den Vogel abgeschossen hat aber die Schlachtfeld-K.I., die nämlich einfach nur hirntot ist. Eine der schlechtesten K.I.‘s, die ich in einem Total War je gesehen habe. Noch nie hab ich eine K.I. gesehen, die sich so gut verarschen lässt, so wenig macht, so unorganisiert ist. Als ob man mit einem dreijährigen Kind Schach spielt. Keine Taktik, keine Strategie, keine Ausnutzung klarer Vorteile usw., es nimmt einfach kein Ende mit diesem virtuellen Penner. Die KI will nichts, tut nichts und kann auch nichts. Von Seeschlachten will ich erst gar nicht anfangen, weil dort oft die eigenen Einheiten trotz mehrmaligem Befehl nicht angreifen und sich von unterlegenen Gegnern einfach versenken lassen

- Lags und Ruckler ohne Ende, vor allem wenn sich auf dem Schlachtfeld zu viele Einheiten gleichzeitig bewegen oder sich auf der Weltkarte zu viele Dinge im Sichtfeld abspielen.

- Rundenablauf: bei über 100 Fraktionen muss man oft minutenlang warten bis man wieder dran ist, vor allem je mehr Teile der Weltarte aufgedeckt werden.

- Eroberungs-/Verteidigungsflaggen in Städten: diese tolle kleine Neuerung, quasi das Einführen von Capture-the-flag-Elementen aus Multiplayerspielen in die Einzelspieler-Kampagne hat diesem Spiel meiner Meinung nach das Genick gebrochen. Sie machen das ganze Spiel kaputt und verhindern, dass man bei einem Strategiespiel strategisch vorgehen kann. Traurig. Dabei verteidigt die Gegner-K.I. die eigenen Flaggen kaum und versucht dümmlich und ohne Rücksicht auf Verluste meine Flaggen zu erreichen. Und abhängig von der Größe der zu verteidigenden oder erobernden Stadt gibt es sogar mehrere Flaggen, die man erobern oder verteidigen muss, wodurch die Armee aufgeteilt werden muss. Das kann in der Realität tödlich sein, aber egal, denn die K.I. ist eh zu dumm, um daraus Profit zu schlagen. Man kann das Terrain nicht ausnutzen, denn wenn man seine Armee nicht bei einer Flagge postiert und der Gegner diese dann erobert, ist es egal ob 100 Mann meine Flagge erobert haben und ich mit 5000 Mann nur wenige hundert Meter entfernt bin. Wenn der Gegner meine Flagge für ca. eine Minute hält, gewinnt er die Schlacht. Hier kann man die Dummheit der K.I. schön ausnutzen, denn diese wird einfach wie mit Scheuklappen auf diese Flagge zustürmen und oft eure Einheiten auf dem Weg ignorieren, weshalb man sie dann schön im Vorbeigehen abschießen/abstechen kann.

- Bei normalen Feldschlachten hat der Feind keine Ziele zu erobern sondern muss uns einfach nur besiegen. Deshalb stellt er sich immer einfach nur in Formation auf und wartet auf unseren Angriff und nutzt dabei seinen Distanzvorteil (weil er oft mehr Bogenschützen/Schleuderer/Speerwerfer hat als wir) nie aus. Sobald es zu Feindberührung kommt meint man man beobachtet eine Orgie. Soldaten rennen ohne Formation oder Disziplin aufeindander zu und man verliert komplett den Überblick, weil sich zwei Armeen mit tausenden Soldaten auf 100 qm quetschen und gegenseitig zu Tode trampeln. Die Einheitenkollision ist der reinste Murks.

- Obwohl es für alles Tooltips gibt, ist die Gestaltung und Erklärung der Menüs absolut ungenügend und unübersichtlich.

- Zu viel Konzentration auf „hippe“ Fraktionen wie Rom und Sparta (Sparta muss per DLC gekauft werden)

- Einheiten sind nicht ausbalanciert (Kriegselefanten können ganze Armeen ausschalten ohne Verluste zu erleiden/ Distanzeinheiten wie Bogenschützen fliehen sofort, wenn ein Feind auch nur in ihre Nähe kommt, obwohl sie auch mit dem Schwert kämpfen können)

- Schwierigkeitsgrade: die sind lächerlich, denn selbst auf schwer greifen andere Fraktionen kaum an und bei Schlachten kann man mit dreifacher Unterlegenheit ohne nenneswerte Verluste gewinnen, weil die K.I. so unfähig ist

- Die Musik setzt aus, sobald man eine Schlacht pausiert, ins Menü geht oder die strategische Kartenansicht einschaltet. Außerdem ist sie für meinen Geschmack viel zu ostasiatisch angehaucht und würde eher in Shogun passen (von wo sie vielleicht auch einfach übernommen wurde) und insgesamt ist sie eher langweilig und eintönig

- Die Grafik ist unbefriedigend und sieht wie ein Rückschritt aus. Screenshots vom Spiel spotten aller Beschreibung. Die tatsächliche Qualität der Grafik entspricht den Screenshots wohl zu 30 %. Die Grafik von Empire und Napoleon hat mir sogar besser gefallen

- Beliebte Fraktionen und ein ausgewogenes Einheitenrepertoire bekommt man nur per DLC. Wie bei früheren Total-War-Spielen hat man auch hier wieder Teile des Spiels nachträglich aus dem Gesamtprodukt entfernt, um sie einem später wieder in kleinen Happen als DLC teuer zu verkaufen. Wem diese Abzocke gefällt, der hat es auch nicht anders verdient.

- In den Schlachten gibt es kaum Hindernisse im Terrain, die das Gelände auflockern oder als Deckung benutzt werden können

- Das Spiel fühlt sich sehr leer und leblos an. Es gibt kaum noch Videos und keine Fraktionsintros mehr

- Befehlsbefolgung: oft kommt es vor, dass Einheiten einfach ihren Angriffsbefehl ignorieren oder einen begonnenen Angriff abbrechen (hauptsächlich bei Kavallerie, wenn die Verfolgung einfach abgebrochen wird)

- Viele Schlachten finden in Städten statt, was Total War noch nie besonders gut konnte (Einheiten können nicht richtig aufgestellt werden, bleiben ständig in Straßen/an Häusern hängen, führen Befehle nicht aus, nur ein paar Soldaten aus einer Einheit greifen an und die anderen stehen nur wie Ölgötzen rum und lassen sich umbringen)

- Wenn eure Einheiten auf dem Schlachtfeld keinen direkten Befehl von euch bekommen eine feindliche Einheit anzugreifen oder sogar sich zu verteidigen, dann lassen sie sich kommentarlos umbringen

Das waren mal die wichtigsten Kritikpunkte. Was das Spiel für mich jedoch absolut killt ist die dämliche K.I., die jede Schlacht zu einfach und langweilig macht und die beknackten Flaggen, die jedwede Taktik und Strategie verhindern. Das Genie, das sich dieses „innovative Feature“ ausgedacht hat möchte ich echt mal kennenlernen. Auch das ewige Warten auf der Weltkarte, bis jede Fraktion mal dran war vermittelt einem das Gefühl man würde mehr dasitzen und warten als das Spiel zu spielen. Und wenn mir jemand sagt, ich solle mich doch nicht so beschweren und einfach Shogun 2 spielen, weil das viel besser ist, nein, nicht jeder steht auf Samurais und Japan und es geht hier einzig und allein um Rome 2. Die Praxis von Sega und CA (was auch für viele andere, z.B. Electronic Arts, gilt) ein Spiel halb fertig auf den Markt zu schmeißen und dann gigabytegroße Patches jede Woche raushauen zu wollen, um ein paar Bugs und Mängel zu beheben, geht mir langsam echt auf den Zeiger. Jedoch werden alle Patches wohl nichts an den weiter oben genannten Punkten ändern, die das Spiel einfach kaputt machen. Was soll ich bitte mit einem Strategiespiel anfangen, das sich alle Mühe gibt Strategie und Taktik unmöglich zu machen, weil man sonst das Spiel verliert? Mir hat Rome 2 nicht gefallen und ich empfehle es nicht. Früher (z.B. bei Empire) habe ich tatsächlich stundenlang an einer einzigen Schlacht gesessen und das hat mir auch Spaß gemacht, aber bei Rome 2 kommt schon nach kurzer Zeit Langeweile und Frust auf und das ist ein Todesstoß für jedes Spiel. Setzen, Sechs.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 23, 2013 3:56 PM MEST


Dead Space 3 (uncut)
Dead Space 3 (uncut)
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 6,99

27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlecht!!, 17. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Dead Space 3 (uncut) (Computerspiel)
Dead Space ist nun eine Trilogie geworden und eines hat sich bei den Dead-Space-Spielen immer wieder gezeigt: Dead Space 1 war ein originelles Survival-Horror-Spiel, Dead Space 2 war nicht wie der erste Teil und wie wir nun wissen unterscheidet sich der dritte Teil ebenfalls wieder von den ersten beiden Teilen. Keines der Dead-Space-Spiele ist also wirklich wie die anderen. Manche mögen sagen, dass das ja ganz gut ist, weil es dadurch Abwechslung im Spielverlauf gibt und unterschiedliche Spielertypen angesprochen werden. Ist doch toll, oder? Tja Electronic Arts, hm, NEIN VERDAMMT, IST ES VERFLUCHT NOCHMAL NICHT UND SEID FROH, DASS ICH HIER NICHT DIE KRAFTAUSDRÜCKE VERWENDEN DARF, DIE MIR GERADE AUF DER ZUNGE LIEGEN!!!!!

Dead Space 3 war eine Tortur. Wie ein Termin beim Zahnarzt. Man ist froh wenn es endlich rum ist, aber man hat das Gefühl die Zeit würde stillstehen. Selten hab ich mir bei einem Spiel so sehr gewünscht, dass das Ende doch endlich kommen möge.

Der eine Stern, den ich diesem Spiel gegeben habe dürfte eigentlich jedem eine ungefähre Idee davon geben was ich von diesem Spiel halte. Aber warum ist das so? Im Folgenden also ein paar Dinge, die mir am Spiel sehr negativ aufgefallen sind:

1. Die Werbung um DS3 richtet sich hauptsächlich an Spieler des Coop-Modus. Man bekommt den Eindruck vermittelt, das man das Spiel zusammen mit einem Kumpanen (John Carver) bestreitet. Dies gilt aber nur für die Coop-Kampagne und nicht für den Singleplayer, weil im SP Carver und die anderen Mitglieder der Gruppe um Isaac immer getrennt von ihm agieren. Wir reden im gesamten SP kaum mit Carver und kämpfen nie mit ihm zusammen.
2. Am Erscheinungstag des Spiels stellt man fest, dass es bereits 11 (!) DLCs gibt, die zusammen an die 40 Euro kosten, sowie einen Ingame-Shop, in dem man Ressourcen gegen reales Geld kaufen kann. Eigentlich egal, aber es zeigt, wie sich hier am Casual-Spieler orientiert und Dead Space noch mainstreamtauglicher und zu einer Abzockmaschine gemacht wurde.
3. DS3 ist eine 1-zu-1-Portierung von der Konsole zum PC. Das sieht man vor allem an den Charactermodellen, die in DS3 schlechter animiert sind als in DS2. Ich würde nicht so weit gehen und die Grafik schlecht nennen, aber man merkt, dass hier die Konsole das Zielmedium war.
4. Das Deckungssystem, das man nun eingeführt hat (es gibt ja auch Gegner, die zurückfeuern) ist grottenschlecht. Es besteht einfach nur darin, dass Isaac in die Hocke geht, sich aber nicht an Mauern oder Kisten anlehnt, um ein authentisches Deckungsverhalten zu simulieren. Gegner tun dies allerdings und sie können sogar blind über die Deckung hinaus schießen, ohne den Kopf zeigen zu müssen. Isaac kann das nicht und ich verstehe nicht warum. Hinzu kommt, dass das Entwicklerstudio im Vorfeld vollmundig vom Deckungssystem geschwärmt hat, als wäre es das tollste am ganzen Spiel. Tja, NEIN, es ist ein trauriger Abklatsch dessen was ein „normales“ Deckungssystem ist.
5. Die Ausweichfunktion ist ebenfalls nicht der Renner, da Isaac hier nur eine kleine Rolle zur Seite macht, was bei schnellen oder großen Gegnern nicht genug ist und dazu führt, dass man oft trotzdem getroffen wird.
6. Da man hier nicht spoilern darf sag ich mal nichts zum Ende, aber eines soll dazu doch erwähnt werden: Wer mal den Film Starship Troopers gesehen hat, der weiß in etwa wie DS3 abläuft. Nur ist das Ende in DS3 noch schlechter und ziemlich enttäuschend.
7. Leveldesign: das erste Drittel des Spiels ist eigentlich ganz passabel gestaltet. Die Umgebung ist sehr typisch für Dead Space und wir befinden uns auch angemessen oft im Weltraum. Abwechslung ist hier durchaus gegeben. Das ist aber nur der Fall bis man auf der Oberfläche des Planeten Tau Volantis ankommt. Von da an ist dieses Spiel einfach nur noch die Hölle. Durch eine Schleuse, die eigentlich nur dazu da ist die Spielwelt in kurze schlauchartige Abschnitte zu unterteilen, dann durch ein kleines Gebäude, in dem nichts oder kaum was passiert, wonach man sich durch eine Horde Gegner kämpfen muss, bis man wieder an der nächsten Schleuse ankommt. UAAAH, SCHLEUSEN, DIESE VERFLUCHTEN SCHLEUSEN, DIE ICH HUNDERTMAL PASSIEREN MUSSTE. Diese sind natürlich solange verriegelt, bis man alle Gegner im Gebiet gekillt hat. Erst danach geht es weiter. Eintönig und langweilig.
8. Kämpfe: diese laufen so ab, dass es im Vorfeld bereits extrem offensichtlich ist an welchen Stellen Gegner auftauchen. Auch die mehrere Sekunden vor dem Kampf einsetzende Ohrenvergewaltigung, die man Kampfmusik nennt, hilft ungemein dabei den Grusel und Horror, für den dieses Spiel eigentlich stehen sollte, kleinzuhalten. Hier gibt es keine urplötzlich aus dunklen Ecken springende Gegner, die einen überraschen und zu Tode erschrecken. Unsere Waffen sind mit extrem viel Munition ausgestattet (hunderte Schuss), damit die in jedem Abschnitt auftauchenden Wellen von oft mehr als 10 Gegnern gleichzeitig auch überwältigt werden können. Dabei habe ich das Gefühl, dass auf normalem Schwierigkeitsgrad die Gegner oft weitaus mehr aushalten als in den vorherigen DS-Teilen. Zehn Schuss mit dem Plasmacutter sind keine Seltenheit, um einen Necromorph ausschalten zu können. Da machen dann auch hunderte Schuss Munition Sinn, vor allem deshalb, weil die Gegner oft in Gruppen kommen und es Gegner gibt, die so absurd schnell sind, dass man ständig einfach nur draufhalten kann, was das Zeug hält. Das hatten wir bereits in DS2, aber hier ist es schlimmer und nerviger. Bemerkt euch einer der Gegner in einem Gebiet, kommen sofort alle angerannt. Ich hatte teilweise fünf Gegner, die mich von allen Seiten gleichzeitig ansprangen und im Hintergrund kamen schon die nächsten fünf oder zehn. Es macht einfach keinen Spaß, wenn einem die Gegner in einem angeblichen Horrorspiel in einer riesigen Horde keifend, kotzend und brüllend entgegenstürzen und einen einfach nur in eine Ecke drängen, wo man mit dem Nachladen nicht mehr hinterherkommt. Nach diesem kurzen Kampfausbruch herrscht wieder Ruhe bis zum nächsten gescripteten Rudelangriff. Schlimm ist auch, dass die Gegner dumm wie Heu sind, da man sich bei einem Angriff (vor allem im Freien) nur hinter eine unsichtbare Annäherungslinie (wahrscheinlich die Linie, die das Script für den Angriff auslöst) zurückziehen muss, damit die Gegner den Angriff abbrechen und einfach nur dumm in der Gegend stehen bleiben, nachdem sie sich ein paar Meter zurückgezogen haben. Dann kann man sie relativ entspannt abknallen.
9. Gescriptete Ereignisse: in DS1 gab es Szenen, in denen man z.B. das Meteoritenabwehrsystem einschalten musste. Dazu musste man über die Außenhaut der Ishimura gehen und dabei kleinen Meteoritenschauern ausweichen. Für den Spieler machen solche Ereignisse Sinn, weil sie eine gewisse Logik in sich bergen. Sie sind glaubhaft. In DS3 hat man sich nun komplett von solchen logischen Ereignissen entfernt und nervt den Spieler mit Quicktime-Jump-and-Run und Klettertouren an Felswänden hinauf, bei denen dann urplötzlich der halbe Berg zusammenbricht und Brocken von mehreren hundert Tonnen auf einen herniederprasseln. Diesen muss man dann dümmlich ausweichen, während man am Seil hängt. Solche gescripteten Ereignisse sind unlogisch und sie sind nicht fordernd und haben auch keinerlei Zweck für die Handlung. Und warum bricht der Berg genau dann zusammen, wenn ich ihn hochsteige?
10. Handlung: da ich nicht spoilern will, werde ich hier nicht über die genauen Inhalte der Handlung schreiben, aber so viel sei gesagt: dieses Spiel ist langweilig und die Handlung so vorhersehbar, dass es schon fast körperlich weh tut. Es gibt kaum Überraschungen in der Story. Die Charaktere, die Isaac (der zu einem ziemlichen Weichei geworden ist) begleiten, sind alle austauschbar und schwach. Sie sind einfach nur da, bis sie sterben und dann scheint das Spiel vom Spieler sowas wie emotionales Mitleid zu erwarten. Hmm, mich haben sie entweder gar nicht interessiert oder sie waren ohnehin nicht gerade mögenswert. Ellie aus DS2 ist wieder dabei, doch das ist hier nicht unbedingt von Vorteil, da es zwischen ihr und Isaac romantische Schwingungen gibt (und zwischen DS2 und 3 auch schon gab) und ein anderer Kerl aus der Gruppe vor Eifersucht fast platzt usw. usw. Ihr könnt also eine Menge horroruntypische Möchtegernromantik erwarten, die sich in nervigen Rumzickerein der Spielcharaktere zeigt und nebenbei schlecht umgesetzt ist. All das ist vollkommen unnötig und so vorhersehbar. Aber wenn etwas eben mainstreamfähig sein soll, muss man es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduzieren und dann kommt eben immer eine klischeehafte und schmerzlich vorhersehbare Handlung dabei raus, die nicht dreister aus einem Modulbaukastensystem für Mainstreamstorys stammen könnte.

Was lässt sich positives sagen? Nun, eigentlich nicht viel:

1. Ich hatte keinen einzigen Absturz und konnte auch keine Gameplay- oder Grafikbugs feststellen.
2. Das Crafting-System für die Waffen erlaubt die Herstellung einer Vielzahl individueller Waffenkombinationen, die auch nach Belieben aufgerüstet bzw. wieder auseinandergebaut werden können.
3. Das erste Drittel der Handlung ist noch das Beste am ganzen Spiel. Es kommt zwar auch nicht an DS2, geschweige denn DS1 ran, aber es bietet interessante Orte und Abwechslung, sowohl optisch, als auch spielerisch. Jedoch kommt auch hier kein Grusel-/Horrorfaktor auf
4. Damit es im Spiel an diversen Stellen weitergeht, muss man teils unterschiedliche Dinge tun. Oft muss man mit Kinese einen Generator starten, um Türen öffnen zu können. Es kann aber auch sein, dass man wie in DS2 Terminals hackt oder Minispiele absolvieren muss. Hier gibt es mehr Abwechslung als in früheren Teilen, die jedoch nur für wenige Sekunden den Puls höher treiben kann.

Fazit:
Dead Space 3 hat nichts mehr mit dem ersten Teil zu tun. Der zweite Teil war in Ordnung, weil er Isaac eine Stimme und damit Persönlichkeit gegeben hat und auch noch Gruselmomente beinhaltete. DS3 jedoch ist nichts weiter als ein eintöniger Möchtegern-3rd-Person-Shooter, der den Spieler in Call-of-Duty-Manier durch extrem gescriptete Landschaften und Umgebungen jagt. Ab dem ersten Drittel ist es einfach nur noch wie die Mathematikhausaufgaben in der Schule: unangenehm und nicht enden wollend. Leute, die DS1 wegen dem Survival-Horror-Genre gemocht haben, werden hier eine herbe Enttäuschung erleben. Und wenn man DS3 als den tatsächlichen Shooter, der es sein will, betrachtet, dann kann man auch nur schließen, dass es selbst in dieser Hinsicht versagt, weil das andere Studios besser können. Hinzu kommt vor allem die Abzocke mit den 11 DLCs. Ich kann nur hoffen, dass EA genauso den Bach runtergeht wie THQ und Jowood. Alle Mühe geben sie sich ja.

Dies ist meine Meinung und wer sie nicht mag, der hat eben Pech gehabt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2015 1:59 PM MEST


Von den Elben
Von den Elben
Preis: EUR 10,89

60 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wer ist das und was haben sie mit Faun gemacht?, 15. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Von den Elben (MP3-Download)
Tut mir leid, Leute. Ihr könnt es mir ruhig übel nehmen, aber ich werde dieses Album nicht objektiv analysieren bzw. beurteilen. Das hier ist eine „Kundenrezension“ und die darf und soll die persönliche Meinung des Kunden widerspiegeln.

Zur Musik von Faun hab ich keine spezielle Meinung. Ich finde darin kein besonderes Lebensgefühl oder irgendwelche höheren Ideale wie andere Leute, die sich hier (meines Erachtens aber mit Recht) immens aufregen. Ich höre eine Menge Musik aus unterschiedlichen Richtungen und dabei entscheidet einzig und allein die Frage des Gefallens eines bestimmten Musikstücks darüber wie ich es bewerte. Es sollte ziemlich klar sein, dass es kaum ein Album (egal von welcher Band) gibt, welches nur Spitzentitel beinhaltet und das sollte man auch nicht erwarten.

Da man natürlich nicht die Katze im Sack kaufen will, informiert man sich heutzutage über das zu erstehende Album und hört mal kurz in die Lieder rein. Ich tue das immer auf Youtube. Bei allen bisherigen Alben hat mir die Mehrzahl der Musikstücke immer sehr gut gefallen. Als ich aber nun das Album „Von den Elben“ zum ersten Mal anhörte, hatte ich bereits ein ungutes Gefühl im Bauch, weil der Titel eines älteren Faunliedes als Name für das Album schon etwas komisch rüberkam. Das erste Lied, das ich mir anhörte war „Tanz mit mir“. Zunächst war ich etwas überrascht über ……. einfach alles an dem Lied. Es war für mich ein schneller 3-Minuten-Ausbruch mit einem extrem banalen und oberflächlichen Text, der mehr wie ein Party-/Sauflied bei mir ankam. Zudem kannte ich beide Sänger zunächst nicht und fragte mich schon wer das sein soll und was sie mit Faun gemacht hatten. Ich kenne Santiano nicht und nach etwas Recherche muss ich sagen, dass mich auch ihre Musik nicht interessiert. Der Rest des Albums war eine förmliche Qual. Ich habe jedes Lied versucht anzuhören, habe bei den meisten aber nach ca. einer halben Minute angefangen zur Mitte und dann zum Ende zu springen. Ich war wirklich überrascht. Einer meiner ersten Gedanken war, dass sich das irgendwie wie Schlagermusik anhörte. Die Texte waren oft sehr oberflächlich, die Lieder auf wenige Minuten beschränkt, alles war irgendwie so schnell, laut, hektisch und schlager-rhythmisch. Am ehesten hab ich noch einen Hauch von Faun in „Diese kalte Nacht“ gespürt. Die neue Sängerin würde von der Stimme her perfekt zur einer dieser Fernseh-Schlagerparaden passen und hilft also nicht gerade. Mystizismus und mittelalterliche Klänge sind sehr selten.

Fazit: kurz und knapp gesagt hat mir keines der Lieder auf „Von den Elben“ wirklich gefallen. Die meisten würde ich mir niemals freiwillig anhören.

Ja, Faun waren immer etwas Besonderes im Vergleich zu vielen anderen Bands, aber das ist mit diesem Album für mich vorbei. Die Leute, die Faun wegen der Besonderheit ihrer Musik gemocht haben (und das stellt sich für jeden anders da), werden hier kaum glücklich werden. Ehrlichgesagt hab ich noch nie so einen krassen Wechsel erlebt, der für mich nicht einfach nur ein Stil-, sondern sogar schon ein Genrewechsel ist. Ich kann mir ja fast nur vorstellen, dass irgendjemand bei Fauns neuem Label ihnen gesagt hat, dass sie jetzt mainstreamfähige Musik machen müssen, nichts mehr mitzureden haben und nur noch ein Teil einer Musikmaschine sind. Insofern kann ich verstehen, dass viele Leute sehr enttäuscht sind. Eigentlich regt mich der Titel des Albums am meisten auf, weil das Lied „Von den Elben“ nach meinem Dafürhalten das einzige ist, was wirklich noch Faun ist und der ganze neue Rest nicht der Rede wert (die Neuauflage des Liedes gefällt mir auch nicht).

Faun selbst muss wissen, ob sie diesen neuen Weg gehen wollen. Sie werden sicherlich eine Menge alte Fans verlieren, aber das „gute“ an Musik für den Mainstream ist doch schließlich, dass sich schon irgendwer findet, der das Zeug kauft. Die alten Fans werden von neuen ersetzt, vielleicht sogar in größerer Zahl, was sowohl Faun, als auch das neue Label freuen wird. Klar ist jedoch, dass Faun so die musikalische Besonderheit ihrer Musik verlieren. Sie werden mainstream werden und nur noch eine von vielen Bands sein. Sie werden nicht mehr der „Benchmark“ eines Musikstils sein, sondern nur noch eine Band, die im Konkurrenzkampf gegen andere um die Gunst von Fans bettelt, die von allen Seiten mit ständig neuem 08/15-Material beschmissen werden. Und nebenbei gesagt können andere Bands das, was Faun hier versucht um Längen besser mit trotzdem tiefgründigeren und originelleren Texten. Viele neue Fans werden dieses Album mögen, aber viele der älteren werden maßlos enttäuscht sein.

Und so zerbröselt der Kecks. Faun ist tot, es lebe Faun.


Spec Ops: The Line (uncut) - [PlayStation 3]
Spec Ops: The Line (uncut) - [PlayStation 3]
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 16,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bester Shooter, den ich je gesehen habe!!!!!!, 30. Juli 2012
Der Titel meiner Rezension mag vielleicht etwas übertrieben rüberkommen, aber ich meine es ernst. Der Titel des Spiels "Spec Ops: The Line" lässt zunächst mal vermuten, dass es sich dabei mal wieder um einen der zahllosen seichten Ego-Shooter handelt, die jeder, der dieses Genre regelmäßig konsumiert, kennt. Man erwartet fast schon selbstverständlich viele Explosionen, hirnloses Geballere, bombastisch-heroische Musik und eine Glorifizierung des US-Militärs, das mal wieder den Job für den Rest der Welt erledigen muss. Nach der Installation ist man immer noch dieser Meinung, weil man von einem Hauptmenü erwartet wird, das von einer amerikanischen Flagge dominiert wird, die majestätisch über der ruinierten Skyline von Dubai weht. Auch die Hintergrundmusik macht es nicht besser, da es sich dabei um eine Rockgitarrenversion der amerikanischen Nationalhymne handelt. Ich war ganz und gar nicht beeindruckt und erwartete von diesem Spiel nicht besonders viel. Tatsächlich glaube ich, dass es in den ganzen USA kaum eine Stadt geben wird, in der mehr amerikanische Flaggen hängen, als im zerstörten Dubai. ABER: ich musste nicht lange spielen, um einige fundamentale Dinge in diesem Spiel zu erkennen. Wir kämpfen hier hauptsächlich gegen amerikanische Truppen und einheimische Überlebende, die den Sandsturm überstanden haben und von amerikanischen Soldaten aufgewiegelt wurden. Das Spiel ist ganz klar ein Anti-Kriegs-Shooter, denn wir werden gezwungen Dinge zu tun, die jedem fast schon den Magen umdrehen, wie beispielsweise:

- Zivilisten erschießen
- über Leben und Tod bestimmen (Rettung von Zivilisten oder wichtigen Informanten)
- Phosphorbomben einsetzen
- Gnadenschüsse verteilen

Das Spiel zeigt dabei schonungslos die physischen und psychologischen Folgen von Phosphorbomben und Folter, den Verfall von Moral und gesundem Menschenverstand. Leute, die einfach nur "Fun" beim Abballern von Gegnern haben wollen, die augenblicklich umfallen (wie z.B. bei Modern Warfare), werden hier nicht auf ihre Kosten kommen, denn hier sterben Gegner nicht einfach nur, sondern verrecken elendig. Heroische Musik findet man hier nicht. Tatsächlich hat mich die Musik (meist "reale" Musik, die ein durchgedrehter Diskjockey über Lautsprecher im zerstörten Dubai verbreitet) eher genervt, was wahrscheinlich auch Absicht war und stressen sollte. Die Realität hat schließlich keine stimmungshebende Hintergrundmusik. Gegner werden etwas menschlicher, indem man öfters ihre Gespräche belauschen kann, die von ihrem Privatleben handeln. Ohne zu viel über die gute Handlung preisgeben zu wollen, will ich aber klarmachen, dass dieses Spiel kein Fun-Shooter ist. Es ist ein Anti-Kriegs-Spiel mit vielen schrecklichen Szenen und zeigt die psychologischen Effekte, die Krieg auf Soldaten hat. NIEMAND, auch nicht unser Spielcharakter, beendet dieses Spiel als ein "Gewinner", niemand erreicht das Ende, ohne dabei alles oder zumindest sehr viel verloren zu haben. Im Krieg gibt es keine Gewinner und das zeigt dieses Spiel sehr deutlich (obwohl ja gar kein Krieg herrscht, aber man kann es jederzeit darauf übertragen.

Kritik:

Was gibt es bei diesem Spiel zu kritisieren? Eigentlich nicht viel. Inhaltlich kann ich mich nicht beschweren. Es gab keine Abstürze, das Spiel lief flüssig, die Grafik ist teilweise zwar nicht das Nonplusultra, aber trotzdem sehr gut. Die Schwierigkeitsgrade sind okay und die Waffen ganz gut ausbalanciert. Ich hätte mir zwar mehr Vielfalt gewünscht, aber das Spiel will ja kein Fun-Shooter sein.
Allerdings gibt es einen großen Punkt, den ich nicht ganz nachvollziehen kann. Hierbei handelt es sich um das Setting und einen Teil der Handlung. Wie die Spielbeschreibung bereits sagt, spielt das Spiel in Dubai, einem Mitgliedsstaat der Vereinigten Arabischen Emirate (ähnlich wie ein Bundesland in Deutschland). Ein schwerer Sandsturm legt die Stadt in Trümmer und tötet viele Menschen. Gegen jede Logik versucht aber über den Verlauf der nächsten 6 Monate (!) weder ein anderes Emirat, noch die Regierung der VAE oder überhaupt irgendjemand der Stadt zu helfen. Zudem ist Dubai nicht gerade weit weg von anderen Metropolen, z.B. Schardscha und Ajman, die weniger als 20 km entfernt liegen. Überdies liegt es am Meer und hat einen großen Hafen, was eine Evakuierung zu einem Klacks machen sollte, aber als schließlich die heroischen Amis ihre Soldaten reinschicken (weil es ja sonst keiner machen will), versuchen diese Überlebende von der Küste weg in die Wüste hinein zu evakuieren. Unlogisch zum Quadrat. Außerdem scheint in der Welt von Spec Ops Funk anders zu funktionieren, denn aus einem nicht weiter erklärten Grund kann man nicht in die Stadt rein und aus ihr raus funken (angeblich wegen dem Sturm, aber der war vor 6 Monaten und der Himmel ist meistens strahlend blau).

Übrigens habe ich nur 2 Sterne für Spielspaß vergeben, weil es nicht wirklich "Spaß" gemacht hat Zivilisten aus Versehen mit Phosphorbomben zu verbrennen und dann dabei zusehen zu müssen, wie der Spielcharakter bei dem Anblick zusammenbricht.


Dungeon Siege III (Limited Edition)
Dungeon Siege III (Limited Edition)
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 7,05

165 von 173 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Potenzial und nichts umgesetzt, 22. Juni 2011
Alle, die Dungeon Siege 1 und 2 gespielt haben wissen, dass es sich hier um ein Hack-and-Slay-Spiel handelt. Ein solches Spiel hat sich schon immer fundamental von RPGs unterschieden, die mehr storylastig waren. Hack-and-Slay ist normalerweise nicht mein Fall, aber DS1 und 2 habe ich immer gemocht. Die Spiele waren interessant und machten Spaß. Was die guten Leute bei Square Enix und Obsidian allerdings vergessen haben ist, dass selbst ein Hack-and-Slay wie Dungeon Siege sich nicht nur auf willenloses Metzeln konzentrieren und alles anderen vernachlässigen sollte. Das hat man aber getan und dabei teils haarsträubende Anfängerfehler gemacht. Ich habe DS3 durchgespielt und werde hier meine positiven, negativen und sonstigen Eindrücke mal auflisten. Wie man sehen wird ist die negative Liste sehr lang und es fiel mir wirklich schwer auch nur einen wahren Pluspunkt zu finden. Tut mir wirklich leid, aber es ging nicht anders. Gespielt habe ich mit einer GeForce 9600 GT 512 mb, 3 GB RAM, AMD 64 X2 mit 2x2,6 GHz. Das Spiel lief auf höchsten Einstellungen flüssig.

Negativ

- Die Kamerasteuerung und -einstellung ist auf antikem Niveau, da man nur 2 Einstellungen hat und die Kamera immer irgendwie nur auf den Spielcharakter fixiert ist. Weitsicht ist im Prinzip nicht vorhanden, was bei der Vogelperspektive noch okay ist, aber beim Ranzoomen sollte die Kamera frei kippbar sein und das ist sie absolut nicht (man kann selbst mit gekippter Kamera ca. 15 Meter weit sehen). Sehr schlecht für Fernkämpfer.
- Die Tastenbelegung ist im und außerhalb des Spiels nicht einsehbar und deshalb auch nicht veränderbar. Ich konnte es erst nicht glauben, aber selbst nach ewigem Suchen habe ich nichts gefunden. Unprofessionell.
- Effektanimationen sind teilweise mittelalterlich. Die Feuer- und Wasseranimationen sind schon vor Jahren überholt gewesen.
- Das Spiel wird als Action-RPG geführt. Es ist aber eher Action und kaum RPG nach heutigen Standards. Selbst RPGs aus den 90ern hatten mehr RPG-Elemente als DS3. Die Individualisierung des Charakters beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass man zwischen vier Spielfiguren wählen darf und später im Spiel an seinen Fähigkeiten und Attributen etwas herumspielen darf.
- Leute, die DS1 und 2 gespielt haben, werden sich in DS3 kaum wohl fühlen. Es wurde zu viel verändert und konsolentauglich gemacht. Das Spiel wirkt viel zu billig für den Preis, der verlangt wird und bei manchen Fehlern (z.B. Tastenbelegung, Kamerasteuerung ...) fragt man sich, ob da nur Azubis bei der Programmierung drangesessen haben
- Schlauchlevels zum Quadrat. In DS3 kriegt man fast Platzangst, so schmal und eng sind die Wege und Pfade. Das führt natürlich auch dazu, dass man ständig an irgendwelchen Kieselsteinen und Baumblättern hängen bleibt.
- Die Charaktersteuerung ist grottig. Da man die Tastenbelegung nicht ändern kann, muss man damit klarkommen, dass man mit A und D nur die Kamera drehen, aber nicht den Charakter seitwärts laufen lassen kann. Das führt dazu, dass man die Spielfigur erst mühsam auf ein Ziel ausrichten und dann loslaufen muss. Steuert man die Kamera mit der Maus, dann tut einem irgendwann der Zeigefinger weh oder man bricht sich was.
- Es wurden nun Schusswaffen eingeführt, die von einer vollbusigen Lara Croft abgefeuert werden. Im Laufe des Spiels kann man seine Waffenausstattung so verbessern, dass man sich fragt, warum überhaupt noch jemand Schwert und Bogen benutzt. Vollkommen unrealistisch (wie auch das Nachladen der Schusswaffen) und wer Schusswaffen benutzt, kann auch nur diese und keine anderen Waffen verwenden (und umgekehrt).
- Speicherpunkte. Zwar gibt es davon viele, aber sie wirken in der Spielwelt irgendwie störend und gerade in einem Hack&Slay-Spiel sollte man meiner Meinung nach jederzeit speichern können.
- Obwohl man im Spiel viele unterschiedliche Schwerter, Schusswaffen ... findet, unterscheiden sich diese nur rudimentär im Aussehen.
- DS3 hat das einfachste und schlechteste Kampfsystem aller Zeiten: wenn Feinde kommen, muss man einfach nur klicken. Ja richtig, einfach nur klicken und es ist noch nicht mal wichtig wohin. Euer Charakter greift die Feinde dann selbst an und ihr könnt weder bestimmen welcher Feind zuerst oder als nächstes angegriffen wird. Egal wohin oder auf welchen Feind ihr klickt, euer Charakter sucht sich sein Ziel selbst und macht was er will, was dazu führen kann, dass er Feinde angreift, die meterweit entfernt sind, währen er von drei anderen seelenruhig abgestochen wird..
- Apropos Feinde: Horden von bis zu 15 Mann gleichzeitig, die alle zu 90 % gleich aussehen, sich gleich bewegen und gleich reden.
- Nach einem Stufenaufstieg wird man vom Spiel sofort gezwungen seine Skillpoints zu verteilen und neue Fähigkeiten zu erlernen. Man kann sich also nicht mehr selbst aussuchen wann man seine Punkte verteilt.
- Man kann nur mit ganz bestimmten NPCs reden (Questgeber), alle anderen stehen einfach nur rum oder laufen ein paar Schritte auf und ab. Nur wenige lassen mal einen lapidaren Spruch ab, wenn man sie anklickt. Außerdem kann man keine Häuser betreten (noch nicht mal die Treppen, die zur Haustür führen), es sei denn sie sind questrelevant.
- Außerdem gibt es in Ortschaften nicht wirklich viel zu entdecken, denn es redet kaum einer mit euch und wenn überhaupt, dann findet man mal eine Kiste mit etwas unspektakulärem Loot. Man verpasst nichts, wenn man einfach nur durchrennt.
- Gegner sehen uns schon von weitem (und können uns auch schon von weitem angreifen), währen unsere tolle Kamera uns das Leben schwer macht.
- Es gibt nur eine kleine Minimap und keine Weltkarte.
- Manchmal respawned Loot, das man in Kisten findet.
- Man kann nicht mehr als eine zusätzliche Person in seine Gruppe aufnehmen. In den vorherigen Teilen waren es mehr.
- Man kann kaum bis gar nicht mit den Gefährten interagieren (noch nicht mal Gespräche führen), obwohl jeder von ihnen ein großes Potential hat. Offensichtliche Storyelemente werden einfach ignoriert (z.B. zwei der vier möglichen Spielcharaktere sind Halbgeschwister, die sich im Spiel zum ersten Mal sehen, aber das scheint sie nicht die Bohne zu interessieren, da es keinerlei Gespräch zwischen ihnen gibt). Fail.
- Wie in allen RPGs möchte man immer bessere Ausrüstung finden/kaufen. Nach einiger Zeit merkt man aber, dass hier extrem geschlampt wurde. Beispiel: Bis auf wenige Ausnahmen war jede Waffe, die ich gekauft/gefunden habe (und man wird nur so zugeschmissen mit dem Zeug) schlechter als die momentan ausgerüstete. Selbiges galt für alle anderen Ausrüstungsgegenstände. Nach einiger Zeit habe ich schon gar keine Waffen mehr eingesammelt bzw. gecheckt, ob ich sie ausrüsten soll, sondern beim nächsten Händler geschaut, ob der was besseres hat (was meist aber nicht der Fall war). Langzeitmotivation zum Sammeln ist also nicht gegeben. 95 % des gesammelten ist nutzloser Plunder und nur zum Verkaufen gut.
- DS3 hat eine Entwicklung zum schlechten Final-Fantasy-Klon durchgemacht. Im Spiel trifft man nach einiger Zeit auf künstliche Intelligenzen, Androiden/Roboter, bereits erwähnte Schusswaffen, die sich später auch noch in waschechte Maschinengewehre verwandeln (kein Witz, obwohl sie wie Musketen aussehen) und dergleichen. Fehlen bloß noch UFOs. Das Spiel verwandelt sich so in ein Cyperpunk-Fantasy-Mittelalter-Gedöns.

Hier jetzt einige Punkte, die zwar auffallen, aber nicht negativ oder positiv bewertet werden, weil sie den "Spielspaß" nicht behindert haben.

- Die Grafik ist mittelmäßig. Einige loben sie in den höchsten Tönen, aber selbst auf höchsten Einstellungen sieht die Grafik weit schlechter aus als alles, was aktuell auf dem Markt ist. Am besten sieht man das bei Gesprächen und Nahaufnahmen von Spielfiguren. Jedoch muss man sagen, dass die Grafik auf einem Niveau ist, bei dem ich noch tolerant bin, weil ich kein Grafikanbeter bin.
- Anscheinend war am Ende mal wieder nicht genug Geld für animierte Intros und Zwischensequenzen übrig, also hat man sich für kleine Diät-Bildergeschichten entschieden, die sich rudimentär bewegen.
- Steamzwang geht mal gar nicht, aber die Leute sollten aufhören sich darüber zu beschweren und sich den Ärger einfach sparen, indem sie die einschlägigen "Hilfsmittel" benutzen, die das Internet zur Verfügung stellt. Dann ist Steam nämlich plötzlich gar kein Problem mehr.
- Ich schätze mal, dass die Musik ganz in Ordnung ist, denn ich entsinne mich nicht sie nicht zu mögen während ich diese Rezension schreibe, was heißt, dass sie mich nicht gestört hat, aber auch nicht gut genug war, um mir im Gedächtnis zu bleiben.
- Das Spiel läuft sehr stabil und ist auf meinem Rechner nie abgestürzt. Das kann man aber eigentlich auch erwarten.
- Als Kompensation für die Weltkarte hat man eine Art Wegpunktsystem eingeführt, das auf Knopfdruck kleine Navigationsleuchten auf dem Weg erscheinen lässt.
- Ich kann mich nicht entsinnen richtige Grafikbugs bemerkt zu haben.
- Das Spiel ist sehr kurz. Ich hatte es in 12 Stunden durch und bis auf drei oder vier Nebenquests alles gemacht.

Positiv

- Die Story ist zwar flach, aber das Spiel hat es trotzdem geschafft mich bei der Stange zu halten, weil nicht alles so schmerzhaft vorhersehbar war wie in anderen Spielen. Ich wollte immer wissen, wie es weiter geht und man kann durchaus sagen, dass man dem Spieler viele Entscheidungsmöglichkeiten lässt den Verlauf der Story zu beeinflussen. Es gibt zwar nicht viele Nebenquests, aber jeder davon ist von Bedeutung für die Story, was sich auch in der "Endsequenz" widerspiegelt (man muss die Nebenquests aber nicht machen, was auch Einfluss auf das Ende hat). Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass es in DS3 keine wirklichen Nebenquests gibt. Deshalb ist das Spiel aber auch sehr kurz.

Fazit:
DS3 ist nicht das schlechteste Spiel, das je auf den Markt kam, aber es wurde sehr viel unnötig falsch gemacht oder einfach unterlassen bzw. gegenüber den Vorgängern zum Schlimmeren verändert. Das Spiel hatte meiner Meinung nach wirklich sehr viel Potenzial, aber nichts, rein gar nichts davon wurde genutzt. Echt traurig. Den Grund kenne ich nicht (vielleicht kein Geld mehr, Publisher macht Druck oder man kümmert sich um die Kunden einfach nicht und ist glücklich damit oder die Kunden sind mittlerweile mit allem zufrieden und man nutzt das aus). Dieses Spiel ist das Geld, das dafür verlangt wird nicht wert und ich empfehle es absolut nicht.

Noch etwas zum Abschluss: Dies ist meine Rezension und es handelt sich hierbei um meine Meinung zum Spiel. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Leute gibt, die dieses Spiel vergöttern. Ich akzeptiere das und hinterlasse keine Kleinkindkommentare bei deren Rezensionen. Wer meiner Meinung nicht zustimmt soll seine eigene Rezension schreiben und dabei Leute nicht anfeinden nur weil sie anderer Meinung sind. Wenn er/sie glaubt das trotzdem tun zu müssen, ist er/sie besser bei Youtube aufgehoben. Ich werde auf solche Kommentare auch nicht antworten.
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 15, 2014 1:09 PM MEST


Arcania: Gothic 4
Arcania: Gothic 4
Wird angeboten von ToBi`s Computer (DER LADEN MIT DEN FAIREN PREISEN!)
Preis: EUR 12,49

29 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anders, aber trotzdem nicht schlecht!, 24. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Arcania: Gothic 4 (Computerspiel)
In einer Zeit wo Rollenspiele daherkommen, als würden sie aus einer Art RPG-Baukastensystem zusammengemurkst werden, ist Gothic eine Bastion gegen flache RPGs, die außer viel Pathos kaum was außergewöhnliches oder besonderes zu bieten haben. Ich selbst hab die drei ersten Gothicteile gespielt bis der Arzt kam und es wurde dabei kaum langweilig. Auch die offensichtlichen Unzulänglichkeiten, die G3 aufwies waren dank der Community-Patches und der Musik nicht genug, um das Gothic-Gefühl absterben zu lassen. Hier denkt man natürlich schwermütig an die Grafik-Engine und Musik, die eben irgendwie zu Gothic dazugehören. Vor allem unterscheidet sich Gothic aber von anderen RPGs durch seinen ausführlichen Gebrauch derbster Gossensprache und Flüchen, sowie die liebevollen Details, die man in den Spielen immer findet (z.B. Wasserpfeife rauchen ...).
Dem schlechten Abschneiden von G3 folgte das Zerwürfnis zwischen Publisher Jowood und Entwickler Piranha Bytes, wonach Jowood dann die Gothicwelt an sich gerissen und Spellbound Entertainment vor die Füße geworfen hat. Sakrileg!! Das haben damals viele zu Recht geschrien und das tun sie auch heute noch. Gothicspiele können nur von Piranha Bytes entwickelt werden und Risen ist deshalb der wirkliche Nachfolger von G3 wird behauptet. Deshalb erntet das Spiel jetzt auch viel Hass von Gothicfans, wobei ich denke, dass man sich G4 oft sehr unfair gegenüber verhält und an Dingen herumnörgelt, die bei anderen Spielen unwichtig wären. Auch ich hasse Jowood dafür, dass sie PB für etwas bluten lassen, was sie zu einem großen Teil mitverschuldet haben. Die Frage konzentriert sich darauf, ob G4 es schafft (trotz anderem Entwickler) das vielgeliebte Gothicgefühl in den Spielern zu erzeugen. Das muss sich das Spiel gefallen lassen, da es sich ja auch mit Gothic messen und die Geschichte weiterführen will. Ich habe das Spiel von vorne bis hinten durchgezockt und werde jetzt mal die Dinge auflisten, die mir positiv und negativ aufgefallen sind (spoilerfrei).

Positiv
- die Musik (von den Machern von Spellforce) ist sehr gut und atmosphärisch
- Rüstungen/Waffen sehen realistisch aus (nicht wie Spielzeug)
- auch in G4 wird gemotzt, geflucht und beleidigt was das Zeug hält (wo sonst außer in Gothic wird ein Gildenmeister als dumme S@€# beschimpft?)
- schöne Umgebungsgrafik
- große und weitläufige Spielwelt
- auf meinem System konnte ich keinen einzigen schlimmen Grafikbug feststellen
- das Spiel läuft sehr stabil (keine Abstürze und müheloses Springen zum Desktop mit Alt-Tab und zurück)
- viele alte Bekannte tauchen wieder auf (Namenloser, Diego, Lorn, Gorn, Thorus, Lester, Milten, Snaf, Xardas, Hagen ...) und sie haben alle ihre alten Stimmen aus G1-3
- das Spiel schafft es eine gute Atmosphäre zu erzeugen, da wir nicht von Anfang an wissen, was unsere eigentlichen Ziele sind und wir nur stückchenweise die Wahrheit erfahren
- endlich wieder mehr als fünf Frauen im ganzen Spiel und sie bewegen sich sogar !!!
- übersichtliche Menüs
- Log/Landkarte geben Tips, was unser nächster Auftrag ist und wo wir hinmüssen (G3 war hier manchmal hoffnungslos überfordert)
- Tag/Nacht-Rhythmus und Wetterveränderungen mit guten Blitzeffekten
- Unbegrenztes Inventar

Negativ
- plumpe und minderwertige Wasseranimationen (außer Wasserfälle)
- man kann Gegenstände im Inventar nicht sortieren und auch nicht ablegen
- Wasser tötet! Springt bloß nie ins Meer oder tiefe Seen, sonst sterbt ihr sofort. Generell muss man sagen, dass einen das Spiel hier sehr einschränkt. Dasselbe gilt für Felsen. Anders als das in Gothic eigentlich normal ist, kann man in G4 nicht schwimmen und auch nicht klettern. Man kann zwar durchaus eine Klippe runterspringen, aber wo man dann in G3 wieder an Land schwimmen kann, ersäuft man jämmerlich in G4.
- übertriebene Baumphysik (bei starkem Wind bewegen sich Baumstämme wie Grashalme bei einem Orkan)
- freundliche NPCs können nicht verletzt werden, sagen uns nicht, dass wir unsere Waffe wegstecken sollen und haben auch nichts dagegen, dass wir ihre Hütten und Kisten ausräumen oder rumschleichen
- viele gothictypische Spielinhalte sind nur zur Show im Spiel (z.B. in Betten liegen, Pfeife rauchen, vorm Lagerfeuer sitzen, an Alchemietischen rumhantieren, Bücher auf Pulten lesen, Wasser aus Fässern trinken). In G1-3 hatten all diese Dinge eine Funktion, hier sind sie nur zum Schein drin, damit etwas Gothicfeeling aufkommt.
- kein Kampf mit zwei Waffen
- Der alte Namenlose (jetzt Rhobar III.) war ein vollbärtiger, grummeliger und abgeklärter Kerl von gefühlten 40 oder sogar 50 Jahren, über dessen Vergangenheit uns vor den Ereignissen im Minental rein gar nichts bekannt war und der gern Leute vermöbelt hat. Der neue Namenlose ist ein halbbärtiger, idealistischer, hitzköpfiger Backstreet-Boy von gefühlten 20 oder 25 Jahren mit einer Art Leo-di-Caprio-Stimme, der sich auch nicht scheut Leute zu vermöbeln, der aber einfach nicht authentisch rüberkommt.
- die Frauen sind extrem hässlich und unterscheiden sich fast nur durch ihre Frisuren. Die Hälfte der Männer wird vom gleichen Kerl gespielt und der Qualitätsunterschied zwischen dem Namenlosen, Diego, Rhobar, Xardas usw. und den "normalen" NPCs ist fast atemberaubend auffällig.
- der Himmel ist schlechter animiert als in G3
- Nebenquests sind meist langweilig und können nicht abgebrochen werden (damit sie aus der Questliste verschwinden)
- Schnee sieht schlecht aus
- Dungeons sind langweilig und sehen immer gleich aus
- keine Teleportrunen mehr, nur noch Teleportkreise, die aber kein ausreichender Ersatz sind (immer noch ewig viel Rennerei)
- Extrem schlechte Abstimmung von Lippenbewegungen und dem, was gesagt wird
- Freundliche NPCs (Wachen ...) helfen uns nicht, wenn wir von Viechern angegriffen werden
- Es regnet störend oft und lange. Im letzten Drittel des Spiels regnet es nur noch bzw. ist neblig, dabei kommt die Grafik erst bei Sonnenschein so richtig zur Geltung).
- keine Geschwindigkeitstränke mehr (Renn-Runen brauchen lange zum Aufladen)
- Es gibt keine spielinterne Uhr mehr (damit man weiß, wann es etwa dunkel wird)
- Die Story ist anfangs ein richtig ekliges wandelndes Klischee, aber spätestens nach Feshyr wird es besser und interessanter
- Wetterübergänge sind etwas arg abrupt, aber ...
- ... nicht so abrupt wie das Ende, bei dem es sich um einen Cliffhanger handelt (und das heißt, dass wir uns auf ein Add-on freuen dürfen)
- Die Installation war extrem verbugt und musste dreimal abgebrochen werden

G4 fing an wie eine Rollenspielkatastrophe. Der neue Namenlose ist ein junger Schafhirte auf der abgelegenen und idyllischen Insel Feshyr, wo er seine schwangere Freundin Ivy ehelichen will. Doch widrige Umstände führen dazu, dass Feshyr im Zuge des Krieges letztendlich vernichtet wird und unser junger Held natürlich als einziger Überlebender auszieht, um blutige Rache zu nehmen. Im weiteren Verlauf des Spiels stellt sich heraus, dass uns das Schicksal und die Götter und sonstwer auch noch auserkoren haben die gesamte Welt vor dem Bösen zu retten.

Puh, wenn ihr bei so einer Zusammenfassung auch Ohrenkrebs bekommt und denkt, dass euch da gerade die hässliche Fratze des seichten Mainstream- und Gewöhnlichkeits-RPGs frech ins Auge gespuckt hat, dann habt ihr Recht. Jowood und Spellbound haben tatsächlich in den RPG-Baukasten gegriffen und ziemlich viel Schicksal, Bestimmung und Kampf zwischen Gut und Böse in G4 reingehauen. Vieles wurde verändert, aber vieles wurde auch behalten. Die Frage, ob G4 ein würdiger Nachfolger für die bisherigen Gothicspiele ist, kann ich nur mit Jein beantworten. Spellbound, die eigentlich für nicht besonders viel (außer vielleicht Desperados) bekannt sind, haben mit G4 ihr erstes großes RPG gemacht. Dazu kann ich nur sagen: gut gemacht Jungs. Es zeigt sich ganz klar der ernste Versuch der Gothicwelt gerecht zu werden. Die Spielwelt weist viel Liebe zum Detail auf und man hat versucht so viele Gothicelemente wie möglich einzubauen, vor allem die durchgeknallten Charaktere und derben Ausdrucksweisen findet man hier wieder. Es gab zwar Dinge, die unnötigerweise verändert oder abgeschafft wurden, aber kein RPG ist frei von Fehlern. Allerdings ist mir die Handlung zu klischeehaft und weicht zu stark von früheren Gothicteilen ab (auch was das generelle Wissen über die Gothicwelt angeht) und ich frage mich, ob Jowood und Spellbound hier in die richtige Richtung gehen.

Fazit:
G4 spielt sich wie ein Rollenspiel, aber nicht wirklich wie Gothic. Darüber können die von G1-3 übernommenen Gothicelemente, der Name und die Übernahme alter Charaktere letztlich auch nicht hinwegtäuschen. Hätte das Spiel eine andere Handlung und würde nicht Gothic heißen, müsste es wahrscheinlich auch nicht vor den zickigen Anfeindungen extremistischer Gothicfans in Deckung hechten. Nichts hätte übrigens der Übernahme des "alten" Namenlosen als Spielercharakter im Wege gestanden. G4 ist anders und spielt sich anders, sieht anders aus und ganz allgemein ist Gothic immer noch zu stark an PB gebunden. Bei PB sieht das alles einfach authentischer aus. Auch die Tatsache, dass Risen existiert und sich so viel mehr wie Gothic anfühlt, anhört und spielt ist hier von Bedeutung. G4 ist unbestreitbar der inhaltliche Nachfolger von G1-3, aber das Feeling will einfach nicht richtig aufkommen. Das soll aber bei weitem nicht heißen, dass G4 ein schlechtes Spiel ist. Nein, nein, es ist ein gutes RPG und ich empfehle es auch, aber ich finde es hätte dem Spiel gut getan, wenn man Gothic mit dem dritten Teil einfach hätte enden lassen. Nichtsdestotrotz hat G4 vier Sterne verdient und ich bin überzeugt, dass Spellbound uns einen angemessenen Nachfolger geliefert und sich ernsthaft Gedanken gemacht hat. Wir hätten ja auch in einer Gothicwelt enden können, in der Elfen und Zwerge durch die Gegend rennen.

Dieses Spiel ist nur zu ca. 70% Gothic, aber es ist auch bei weitem nicht so schlecht wie manche es hier aus Hass auf Jowood darstellen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 30, 2010 12:36 PM CET


Divinity II: Flames of Vengeance (Add-on)
Divinity II: Flames of Vengeance (Add-on)

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überbrückungskapitel?, 21. August 2010
Hmm ... fangen wir mal so an:

Als Divinity 2 Ego Draconis (D2EG) auf den Markt kam, war ich vom Spiel rundum begeistert, weil man damit endlich mal ein sehr gutes RPG vorgesetzt bekam, das zur Abwechslung mal nicht von Bioware oder Obsidian stammt (die werden mittlerweile aber auch langweilig, weil sie immer dem gleichen Schema folgen und so vorhersehbar sind). Viele haben sich über das Ende beschwert und laut nach Nachschlag geschrien. Den haben sie nun bekommen. Damals habe ich hier eine Rezension zum Spiel geschrieben, die auch ziemlich gut ankam. Na dann werd ich doch bei Flames of Vengeance (FoV) mal selbiges versuchen. Zunächst aber mal was zur generellen Handlung (mit "Spoilerverhinderungsversuch"):

Das Add-on macht seinem Namen alle Ehre und schließt genau da an, wo D2EG aufgehört hat. Wir frönen im Nichts der seligen kristallinen Isolation, nachdem Ygerna uns in D2EG ordentlich reingelegt hat und jetzt in der fleischlichen Welt zusammen mit Damian alles zu Klump haut. Erschwerend kommt hinzu, dass der göttliche Lucian im Kristall neben uns steckt und uns ein Ohr ablabert. Gestört wird diese Idylle vom Geist von Behrlihn (nicht Berlin), einem pösen, pösen Zauberer aus der Vergangenheit, der Rache dafür will, dass man ihn in einem Verlies unter Aleroth eingesperrt hat, weil er ebenfalls alles zu Klump hauen wollte. Er will, dass wir ihn befreien und dafür gibt er uns unsere Freiheit wieder, befreit den Göttlichen aus seinem Verlies und gibt uns das Auge des Patriarchen, mit dem wir Damian bekämpfen können. Er teleportiert uns dann nach Aleroth, das von Damians Schwarzem Ring belagert wird und gleichzeitig mit einer Zombieplage zu kämpfen hat. Wir müssen uns nun hauptsächlich darum kümmern herauszufinden, wie wir Behrlihn aus seinem Gefängnis befreien und Damian bekämpfen können.

So, soviel mal zur Handlung. Bevor ich nun aber positive und negative Eindrücke aufliste, will ich noch einen Rat loslassen. D2EG war (zumindest bei mir) absolut stabil und bugfrei. FoV ist hingegen ein Desaster. Den Grund dafür kenne ich nicht wirklich. Ich kann nur allen raten, die eine Nvidia-Graka haben, den neuesten Treiber zu installieren und separat auch die neueste Version von Nvidia-PhysX. Außerdem sollte man DirectX 9 installieren (ja, nur 9, nicht 9.b oder was anderes), das beim Erwerb von FoV im Support-Ordner dabei ist. Larian sagt explizit, dass man nur dieses DirectX installieren soll. Zusätzlich müssen die Sound-Treiber aktualisiert werden. Als ich all das gemacht hatte, habe ich es mit Ach und Krach geschafft das Spiel zu Ende zu bringen. Hauptprobleme waren bei mir aussetzender Sound, willkürlich schwarz werdender (und bleibender) Bildschirm (dieses Problem blieb trotz neuer Grafiktreiber und anderer Spielereien bis zum Schluss), einfrierende Kamera und plötzliches Springen zum Desktop (als ob man Alt-Tab benutzt). Das Spiel stürzte dabei nie ab und ich konnte auch ganz normal wieder ins Spielgeschehen einsteigen. Auch dieses Problem konnte ich nicht lösen und es nervt, wenn es alle 2-3 Minuten passiert. Schon komisch, wo doch D2EG gar keine Probleme bei mir verursachte. Übrigens hab ich den gleichen Mist jetzt auch bei D2EG, was bedeutet, dass nicht mein Rechner, sondern FoV das Problem ist. Da wird wohl noch ein Patch hermüssen.

Positives

- Nettes Rückblickintro am Anfang, das die bisherigen Geschehnisse nochmal zusammenfasst, wodurch wir den Eindruck haben, dass das Add-on lückenlos an D2EG anschließt (vor allem, wenn man Hauptspiel und Add-on direkt hintereinander spielt)
- Hat man den in D2EG so genial platzierten Humor gemocht, wird man ihn in FoV wiederfinden
- FoV (bzw. Divinity 2 generell) spielt sich erfrischend anders als so viele andere RPGs, die nur von übertriebenem Pathos leben. Der integrierte Humor macht die teils langen Dialoge interessanter und nicht so vorhersehbar oder ermüdend
- Die in D2EG nervenden Performanceprobleme (Ruckler) und zunehmende Verlangsamung des Spielflusses konnte ich in FoV nicht mehr feststellen (zumindest auf meinem Rechner)
- Die Perversitäten reißen auch in FoV nicht ab
- der Charakter aus dem Hauptspiel kann samt Inventar importiert werden
- Und wieder haben wir einen Mann im Ohr. In D2EG war es Talana (eigentlich Ygerna), hier ist es nun Behrlihn. Er ist zwar nicht so sexy, ständig schlecht drauf und versucht wie ein harter Kerl rüberzukommen, aber so hat man zumindest ein bisschen Gesellschaft (da Divinity 2 ja kein Partyspiel ist)
Da ich die meisten anderen positiven Punkte, die relevant sind, bereits in meiner Rezension zu D2EG aufgelistet habe, verzichte ich jetzt mal auf eine längere Liste, sondern verweise einfach mal auf mein Profil.

Negatives

- Die Gesprächsgesten der NPCs sind oft irrelevant/unpassend/übertrieben und stören manchmal gewaltig
- Man kann mit den Leuten im Drachenturm (z.B. Sassan) keine neuen Gespräche führen
- Nur wenige Händler in Aleroth
- Das Waffenrepertoire des Spiels ist immer noch dürftig (immer noch keine Armbrüste, Messer, Langwaffen, ...)
- Die eigene Kreatur ist oft im Weg und man kann nicht an ihr vorbei (z.B. in Türbögen)
- Das gesamte Add-on spielt in und unter Aleroth. Die Architektur wird schnell langweilig und da man sich oft in dunklen und eintönigen Innenbereichen (ganz anders als in D2EG) aufhält, verliert man schnell die Lust
- Zwischensequenzen können nicht abgebrochen werden
- Es gibt viel zu wenige NPCs. Die Welt sieht einfach zu leer und leblos aus
- In FoV respawnen Gegner wie die Beknackten. Das ist einer der größten Negativpunkte, denn sie respawnen nicht nur, nachdem man einen Bereich der Spielwelt verlassen hat und ihn dann wieder betritt, sondern sogar während man sich noch im selben Gebiet befindet oder nach Zwischensequenzen. Zum göbeln. An manchen Stellen des Spiels muss man ständig innerhalb von großen Gebäuden rumrennen. Wenn ich fünfmal von einem Ende eines Komplexes zum anderen rennen muss und jedes verflixte Mal die gleichen Gegner niederhacken muss, schnapp ich irgendwann über und verlier den Spaß. Die Geschwindigkeit, mit der die Gegner in FoV, die auch noch in riesigen Gruppen auftreten, respawnen, würde jedes Hack-and-Slay-Spiel vor Neid erblassen lassen. Ich komm mir vor, als würde ich Hellgate London spielen.
- Die oben erwähnten Bugs und Probleme
- Ich hatte den Eindruck, dass die Bewegungen der NPCs hölzerner waren als in D2EG
- Es gibt kaum Hintergrundmusik und wenn, dann hatte ich manchmal den Eindruck, als hätte das Programm nur aus Versehen mal einen Ausschnitt irgendeines Musikstücks aus D2EG abgespielt und auch gleich wieder abgebrochen
- Gegner respawnen nicht nur, sie rennen einem auch ewig nach und kommen von allen möglichen Ecken und Entfernungen her angerannt
- Der generelle Ablauf ist schlecht gescriptet, denn wenn man das Spiel mal durchhat, kann man es bei nochmaligem Spielen theoretisch so stark abkürzen, dass man gerademal 2-3 Stunden zum Durchspielen braucht
- Schauplatz des gesamten Add-ons ist nur das triste Aleroth. Man kommt nie wirklich aus der Stadt raus und kennt ein Drittel des Stadtgebiets bereits aus D2EG. Man kann zwar in fast alle Häuser deren Türen nicht zugenagelt sind (leider sind die meisten aber zugenagelt), aber generell sieht die Umgebung eben ziemlich mau aus und ist nicht sehr abwechslungsreich. Nur zum Ende des Spiels verlässt man kurz die Stadt, aber auch nur als Drache und das ist nebenbei die einzige Gelegenheit im gesamten Add-on sich in einen Drachen zu verwandeln. Schade.
- Rhoda wollte uns doch eigentlich noch alles heimzahlen (wofür auch immer, lol), aber was die Jungs von Larian Studios ihr angetan haben ist einfach lächerlich (ich will hier nichts spoilen)
- Ein weiteres großes Manko: FoV ist eigentlich nichts weiter, als ein Zwischenkapitel in der Geschichte von Divinity 2, denn, soviel sei gespoilert, Damian wird am Ende dieses Add-ons nicht besiegt sein. Im Gegenteil, denn er ist ja noch nicht mal anwesend. Wir sehen ihn im ganzen Spiel nicht ein einziges Mal. Unser Gegner ist Ygerna und sie ist auch diejenige, die Aleroths Belagerung befehligt. Im wortlosen Outro wird zwar so getan, als ob wir unglaublich was geleistet hätten, aber Fakt ist, dass Damian keinen Kratzer hat und das eigentliche Problem, um das es in Divinity 2 geht, nicht gelöst ist. Schlimmer noch, denn Ygerna stirbt am Ende von unserer Hand und in D2EG wurde doch erwähnt, dass Damian nur sterben kann, wenn Ygerna lebt. Jetzt ist es also noch schwerer ihn zu besiegen. Und außerdem bedeutet das alles doch auch, dass es entweder noch ein Add-on oder einen vollen dritten Teil der Spielereihe geben muss.

Fazit:

Meiner Meinung nach ist FoV keine wirkliche Weiterentwicklung, vor allem was die Handlung angeht. Es gibt immer noch die alten Probleme und es sind neue hinzugekommen. Dazu zählen vor allem die Respawn-Orgien, die Instabilitäten und Grafikprobleme, die das Add-on nun auch für das Hauptspiel mit sich bringt (zumindest bei mir) und die Beschränkung des Spielgebiets auf Aleroth. Es gibt kaum Bäume (einer davon kann sogar sprechen) und ansonsten ist das Spiel einfach zu dungeonlastig. Dungeons waren auch nicht die Stärke von D2EG, aber wenigstens haben sich die Entwickler dann auch auf Außenbereiche spezialisiert, wo D2EG wirklich glänzen konnte. Als Fan von Divinity hätte ich mir ein Add-on gewünscht, das die Handlung von D2EG vorantreibt, denn FoV tut alles, um dem Spieler den Eindruck zu vermitteln, er würde hier nur bei Laune gehalten werden, bis ein weiteres Add-on oder ein neues Vollspiel fertiggestellt ist. Anders kann ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen. D2EG endete also mit einem Cliffhanger. Bei FoV ist das zwar nicht so offensichtlich der Fall, aber die Tatsache, dass Damian immer noch unvermindert sein Unwesen treibt sagt ja wohl alles. Jedenfalls schätze ich mal, dass einige enttäuscht sein werden, dass die eigentliche Handlung nicht wirklich weiterentwickelt wurde und sie weiter auf ein richtiges Ende warten müssen. Hoffentlich wird's das nächste Mal besser. Ich hoffe mal, dass Radon Labs mit dem neuen Add-on für Drakensang was besseres abliefert, aber ich glaube, da kann ich unbesorgt sein, es sein dann, das gesamte Add-on spielt sich auf einem Schiff ab.
Würde ich das Add-on empfehlen? Noch nicht! Erstmal müsste ein Patch her, der die gröbsten Hard- und Softwareprobleme behebt und die Respawnorgien optional macht. Außerdem finde ich den Preis für das, was da geboten wird noch zu hoch. Im Übrigen denke ich, dass es für "Neueinsteiger" besser wäre, bis eine Art Kombipackung mit D2EG und FoV zusammen auf den Markt kommt. Falls jetzt das undenkbare Wunder passiert und FoV ein weiteres, total furioses Add-on folgt, das die Geschichte zu einem gescheiten Abschluss bringt, ließe sich FoV in diesem Zusammenhang vielleicht als ganz brauchbares Überbrückungskapitel charakterisieren, aber auch nicht mehr.

Wegen der genannten Punkte gebe ich nur drei Sterne für das Add-on als Ganzes und vier Sterne für Spielspaß, da ich den Humor des Spiels schätze.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 25, 2010 9:32 PM MEST


Silent Hunter 5: Battle of the Atlantic - [PC]
Silent Hunter 5: Battle of the Atlantic - [PC]
Wird angeboten von Ihr-Heimkino-
Preis: EUR 62,90

35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Es wäre so einfach gewesen, 17. April 2010
Manchmal glaube ich fast, dass man für die Projektleitung in der Spieleindustrie absichtlich die inkompetentesten Leute aussucht, diejenigen, die als schlechteste ihres Jahrgangs oder dergleichen abgeschlossen haben. Heute ist der 17.04.2010 und Silent Hunter 5 hat ein einhalb Monate nach Erscheinung 167 Bewertungen, von denen 141 nur einen Stern vergeben (und das nur, weil sie mindestens einen Ster vergeben müssen). Das macht dieses Spiel mit durchschnittlich 1,5 Sternen zu einem der bislang größten gehypten Flops dieses Jahres. Was ist da passiert?

SH5 wurde von Ubisoft Romania entwickelt und bevor einige sagen "Ja klar, Rumänien, Entwicklungsland, war ja klar, dass die nix zustande bringen", sollte man bedenken, dass die Leute von Ubisoft Romania auch SH3 und SH4 produziert haben und diese beiden Spiele waren in einer komplett anderen Liga. Aber SH5 spielt sich irgendwie, als hätte man alle Programmierer rausgeschmiessen und stattdessen die Putzfrauen an die PCs gesetzt. Das sieht alles so amateurmäßig und schlecht aus, dass man sich wirklich fragt, ob das die gleichen Leute sind, die ein Meisterwerke wie SH3 entwickelt haben. Und dabei wäre es doch so einfach gewesen dieses Spiel so viel besser zu machen.

Hätte man das Steuerungsinterface von SH3 und SH4 behalten und versucht es durch die Dinge zu verbessern (hauptsächlich noch realistischer, aber gleichzeitig den einfachen Steuerungsmodus wahlweise beibehalten), die die Fans immer gefordert haben, hätte man schon mal viel gewonnen. Dazu eine Verbesserung der Designs und der Grafik, hier hauptsächlich Schiffe, Personen, Häfen, Städte und die Darstellung der Landoberflächen. Die Begehung des U-Boots ist eine schöne Sache und das zu programmieren kann auch nicht so schwer gewesen sein, es ist ja schließlich nur der Innenraum eines U-Boots und damit ein extrem beschränkter Raum. Das hätte man auch dazu nutzen können eine viel tiefergehende Interaktion zwischen dem Spieler und der Mannschaft zu erzeugen und damit der Mannschaft auch mehr Leben einhauchen. So hätte man auch die Atmosphäre im Boot und vor allem das Gefühl der Kameradschaft rüberbringen können. Was ich z.B. bei SH3 immer etwas langweilig fand, war das ständige Fahren zu einem Nav-Punkt, wo man x Stunden patroullieren musste und dann geht's wieder nach Hause. Eine charaktergetriebene Kampagne wäre da besser und interessanter gewesen.

Stattdessen hat man hier von der Planung bis zur Ausführung alles nur halbherzig gemacht und dem Kunden letztlich eine riesige Bugsammlung verkauft und eigene Energien, Zeit und Geld lieber darauf verschwendet ein DRM-Tool zu entwickeln, das in puncto Kundenbevormundung seinesgleichen sucht und Programme sie Steam (noch) in den Schatten stellt. Und das lustigste an der ganzen Sache: 12 Stunden nach Release des Spiels war das neue DRM bereits geknackt und 24 Stunden nach Release konnte man sich eine Raubkopie des Spiels bereits bei Pirate Bay runterladen. Bei aller Liebe, Ubisoft, so geht es eben nicht. Hacker sind schlau und oft schlauer als ihr und sie lachen über eure Versuche eure Software mit Dingen wie Steam, SecuRom, Starforce und dergleichen zu schützen. Es sind alles nur Programme und die können immer geknackt werden. Alles, was DRM in dieser Form heute noch bewirkt ist, dass ehrliche Kunden auch auf Raubkopien oder zumindest Cracks umsteigen, weil sie sich da den ganzen Stress nicht antun müssen.

Wenn das Spiel wenigstens gut und einwandfrei programmiert wäre, wäre ein solcher Kopierschutz vielleicht noch zu rechtfertigen, aber im Falle von SH5 braucht man eigentlich gar kein DRM, denn das, was da geschützt werden soll, will, wie der Aufschrei der Fangemeinde zeigt, eh kaum einer haben.

Ubisoft: Setzen, Sechs.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2010 3:50 PM MEST


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