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Rezensionen verfasst von
"deckbar"

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Take No Prisoners
Take No Prisoners

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Live-Alben ever, 17. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Take No Prisoners (Audio CD)
Er schreit, tobt, weint und beleidigt - die Titel sind nicht achtzehn Minuten lang, weil jeder Musiker ein 70er Jahre-übliches "Abspritz"-Solo macht. Nein, Lou Reed erzählt Geschichten und so sehr die Musik dafür "nur" die Hintergrund-Kulisse bildet, so wundervoll ist sie trotzdem in jeder Sekunde.
"The Everyman-Band" nannte sich die Reeds Livetruppe damals und an dynamischen Zusammenspiel sind sie für mich im Rock'n'Roll-Bereich unübertroffen.
Reed selbst nannte es ein Kabarett-Album: Die nächste Stufe dieser verbalen Selbstentblößung wäre allerdings wohl tatsächlich Lou Reeds Tod gewesen. Gott sei Dank geht es dem Meister zur Zeit richtig gut und man hört es seinen Platten an. Diese Live-Karambolage aus dem Jahre '79 ist g
rade wegen ihrer brutalen Echtheit ein Gänsehaut-Tondokument eines der größten Songwriter unserer Zeit.
Und es haut einem den Boden unter den Füßen weg.


The Man Comes Around
The Man Comes Around
Preis: EUR 7,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich und wunderschön, 17. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: The Man Comes Around (Audio CD)
Der wunderbare Titel "Hurt" hat mich zu Tränen gerührt, ein Meister-Alterswerk, das sich mit Dylans "Not Dark Yet" oder Youngs "Razor Love" problemlos messen kann (und das heisst was!) Dieser eine verstimmte Klavierton, der ein die Gänsehaut über den Körper jagt... Der Rest der Platte macht ähnlich sprachlos.


Self Portrait
Self Portrait
Preis: EUR 6,99

33 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dylans "schwächste" Alben?, 11. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Self Portrait (Audio CD)
Wenn man die wirklich umwerfende bis jetzt zwei Bände umfassende Dylan-Biographie von Paul Williams liest - wo ich mich ähnlich wie bei Greil Marcus oder Georg Seesslen gar nicht mehr traue zu dem jeweiligen Thema überhaupt einen Satz zu schreiben - bleibt u.a. eine Kernaussage hängen, nämlich die, daß er immer gemacht hat, wonach ihm gerade war, auf seinen Platten, in seinen Konzerten etc. - Dylan ist sicherlich zusammen mit Bowie d a s Chamäleon der Popmusik, beide sprachen in diesem Zusammenhang auch oft von dem Aufsetzen der entsprechenden Maske, der grundlegende Unterschied jedoch ist, daß Bowie ein Trendmacher, ein Pulsmesser ist, während bei Dylan Stil und auch Qualität (!) seines Auftretens extrem willkürlich ist. (So war die von Marcus attestierte Übereinstimmung von Dylan und dem kulturellen Wendepunkt im Zeitgeschehen 1965 eher Zufall denn Absicht.)
Bei letzterem bleiben wir mal stehen, denn wenn ich z.B. die latente Feindschaft einiger meiner kulturell eigentlich verläßlich orientierten Freunde betrachte (vor allem der ostdeutschen, die ihm seinen garstigen Auftritt in Weissensee Mitte der 80er einfach nicht verzeihen wollen) -, wird mir immer wieder klar, wie sehr diese gnatzige, zornig-gelangweilte Seite des Meisters aneckt. Vielleicht verständlicherweise. Für seine beiden angeblich - ich bin hier momentan etwas vorsichtig - größten Plattensünden "Selfportrait" (1970) und "Knocked Out Loaded" (1986) gibt es zwei interessante Erklärungen:
"Selfportrait" besteht laut Dylan ausschließlich aus Aufnahmesessions, in denen sich die Musiker warmspielten, bevor sie zu den "richtigen" Songs übergingen. Die Frage, die Williams hieraus verständlicherweise ableitete, ist, wo sind die dann folgenden Aufnahmen geblieben? Er hält es für möglich, und einige rätselhaften Äußerungen Dylans stützen diese Vermutung, daß er eine Menge von großen Songs einer geheimen Schatztruhe gleich zurückhält, und man wie bei Picasso nach seinem Tod seinen Augen nicht trauen wird und einige Kapitel seiner Biographie neu geschrieben werden müssen. Faszinierende Vorstellung, in der Tat. Vor allem, wenn man sich anhört was an nicht verwendeten Outtakes zu den Alben bisher durchgesickert ist: "I'll Keep It With Mine" von 1964 zum Beispiel ist einer der besten Dylan-Songs, der erst auf der Zusammenfassung "Biograph" veröffentlicht wurde. "Knocked Out Loaded" die aus mehreren Jahren einfach zusammengestückelt wurde und grauenhaft haarsträubend ist, ist wahrscheinlich als eine Art Rache an COLUMBIA gedacht, wegen deren mangelnder Unterstützung bei seinem Vorgängeralbum. Das merkwürdige an dieser Platte, daß sich auf ihr einige sehr gute Songs befinden, die aber völlig herzlos hingematscht wurden und daß vor allem keinerlei Zusammenhang zwischen den Songs zu existieren scheint, alles wirkt zutiefst sinnlos. Unter anderen Umständen, z.B. rauh und einfach, mit nur drei Musikern wie bei der "John Wesley Harding" und einem Sänger, der bei der Sache ist und man hätte es wohl zu den besseren Werken zählen können. Ich denke, bei beiden Alben ist es aber auch ein deutliches und beabsichtigtes "Leck mich am Arsch" an sein Publikum, daß er für sein permanentes Schubladendenken oft über einen Kamm scherend verachtete.
Auch das ist teilweise verständlich, denn vor allem von verkappten Dylan-Fans hört man dauernd, warum klingt er nicht mehr wie auf "Blonde On Blonde" und ähnlichen Schwachsinn? Es gibt jedoch - und das finde ich beachtlich und faszinierend - kaum eine Dylanplatte die einer anderen ähnelt. Gerade 1970 nach den Experimenten "John Wesley Harding" und "Nashville Skyline", auf der er so klingt, wie ein verschnupfter Presley, muß er wirklich die Schnauze voll gehabt haben. Vielleicht auch gerade weil jenes Presley-Hawaigitarrenalbum von ihm nicht halb so ambitioniert wie "JWH" eingespielt ist und trotzdem sein größter Verkaufserfolg wurde. Dann sagt er halt, fickt euch und alle Kritiker stürzen sich auf ihn und prophezeien sein Ende. Hier kommt dann auch diese undurchdringbare Dylanmaske ins Spiel und in den Folgejahren zu seinen furchtbarsten Alben kamen dann interessanterweise große Würfe zustande.
PS: Noch etwas zu der erwähnten Vorsicht: Die ganze Welt findet diese zwei Alben Scheiße, der Einzige, der sie meines Wissen verteidigte, war Diederichsen, er schrieb zu "Selfportrait" in einer Kevin Rowland-Kritik, es wäre von "voll von anfänglich unentdeckten Mutigkeiten und Ideen". Ich kenne auch sonst keinen Kritiker, der bei einem "Knocked Out Loaded"-Song (dem Opener, glaub ich) verschwendetes Potential für ein zweites "Maggies Farm" hörte und auch "Brownsville Girl" als Ballade lobte, wäre da nicht die extrem mangelhafte Ausführung. Das sollte einem zumindest den Anlaß für ein nochmaliges, vorurteilfreieres Hören geben. Mag er oft von unerträglicher Intoleranz sein, von Musik versteht er was.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 28, 2013 9:17 AM MEST


The Basement Tapes
The Basement Tapes
Wird angeboten von all-my-music-rheingau
Preis: EUR 13,99

62 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Big Pink- Genialismen, 11. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: The Basement Tapes (Audio CD)
Dylan stürzte 1966 mit seinem Motorrad, nachdem er mit "Highway 61" und "Blonde on Blonde" zwei Jahrhundertalben innerhalb kürzester Zeit aufnahm und im absoluten Hoch der Kreativität mit seinem Leben im Fassbinder-Stil spielte.
Für ihn Anlaß sein Leben grundsätzlich zu ändern, dem Starkult entzog er sich von der einen zur anderen Minute und verließ die Bühne der Öffentlichkeit ohne eine Spur. Es wurde so still um ihn, daß, als anderthalb Jahre später "John Wesley Harding" erschien, man glaubte, die Stimme eines Toten zu hören, so schrieb damals eine Zeitschrift. JWH gab uns allerdings - was zu diesem Zeitpunkt noch kaum einer wußte - einen ziemlich genauen Einblick in das, was er in der Zwischenzeit getan hat, nämlich die "Basement Tapes" aufzunehmen. Das Harding-Album entstand in einer Aufnahmepause zu den Tapes und klingt, laut Greil Marcus, wie eine reduzierte, trockene Form desselben Gedankens, der auch "Basement..." zugrunde liegt.
Dylan fühlte sich nach seinem Unfall wie befreit von allem Leistungsdruck, der auf ihm lastete und zog in diesen pinkfarbenen Keller, um mit seinen Lieblingsmusikern THE BAND, die sich damals noch HAWKS nannten, einfach aus Spaß Musik zu machen. Man richtete sich später in einem ähnlichen Keller in der Nähe ein kleines Studio, BIG PINK getauft, ein und nahm alles, was dann kam - so will es die Legende - mit einem Dreiersatz Mikrophone auf, den sich von PETER, PAUL UND MARY borgten. Dann wurde gejammt, geblödelt und gekifft, was das Zeug hält, keiner dachte wohl daran, das alles jemals zuveröffentlichen. Insgesamt füllt das Material fünf CD's, die man heute in jedem guten Bootleg-Store bekommt und ein Doppelalbum mit dem besten (?) Material veröffentlichte Columbia einige Jahre später. Alles in allem ist die Auswahl sehr gut, es fehlen allerdings einige entscheidende Songs und das ist zum Teil eine Tragödie, "I shall be released", das aber in dieser Version auf den Bootlegs I-III veröffentlicht wurde, die im öffentlichen Handel erhältlich sind, das siebeneinhalb minütige "Sign on the Cross", die längste und musikalisch sehr interessante Basement-Reise, und vor allem - und das ist wirklich schlimm - das wundervolle "I'm not there", daß von allen, die es einmal gehört haben, als der traurigste Dylansong ever bezeichnet wird.
Aber was soll's - Bootleg besorgen, in diesem Fall lohnt es sich. Das interessante an diesen Tapes ist, das die Musiker auf der Suche nach ihren Wurzeln so sehr mit diesen verschmelzen, daß die Band oft nichtmal wußte, ob Dylan den Song irgendwo aufschnappte oder ihn gerade geschrieben hatte. Er improvisiert als gäbe es kein Morgen, macht Nonsens ohne Ende, ein surreales Wortspiel reiht sich an das andere, und die Band tobt zerbrechlich, riskant und innig über ihre Instrumente und Dylan singt wie er noch nie sang, erweckt alte Cowboysongs wieder zum Leben, stirbt fast vor Schmerz in "People get ready" und "Tears of Rage" und spielt wie ein Zauberer, der keine Folgen erwarten muß, mit Zitaten amerikanischer Geschichte, Tradition und Roots (s. Greil Marcus "Basement Blues" - es enthält eine genaue Aufschlüsselung seines Vorgehens im Zusammenhang mit amerikanischer Songwriter-Tradition).
Zu den bezauberndsten Momenten gehören jene, in denen Sänger und Band in die fragmentarischen Andeutungen ihrer Spielweise so hineinfühlen, daß jeder Ton bewußt gespielt wird, nachhaltig und trotzdem zart und fließend, wie im Vorübergehen voll Leichtigkeit hingezaubert und trotzdem durchdacht und entschlossen scheint. Man hörte von den Musikern später oft Sätze wie, wir wußten, es würde kein zweites Mal geben. Musik als magischer Moment: "This wheel's on fire", "You ain't goin nowhere" oder "Yea!Heavy..." haben dieses Leuchten, eine sagenhafte Intensität, die man nie vergißt, wenn man sie gehört hat, dieses Schweben im Raum mit diesen alten, knatternden Mikros aufgenommen, überall spürt man den Dreck des Rock 'n' Rolls und gleichzeitig eine göttliche Wärme - unglaublich.


Reckoning
Reckoning
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 43,79

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu den beiden DEAD - Schlagzeugern, 19. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Reckoning (Audio CD)
Der unglaublicher sichere Grooveteppich, den diese beiden Schlagzeuger unter das Gitarren - Klaviergeflecht legen, ist wie eine endlose minimalistische Strasse, zurückhaltend und zutiefst überzeugend. Ich kenne so einige Drummer, die, wenn sie diesen Doppelpart solo spielen müssten, sagen würden: "Hey, Mann - das wird auf die Dauer für mich öde, dieses konstante auf die 2 und die 4 pochen + irgendein Rascheln."
Die DEAD-Drummer spielen davon je die Hälfte, aber sie scheinen solche Emotionen nicht zu kennen, sie machen keine Show, führen keine Hypervirtuosität mit riesigen Fill In's und Breaks vor, sondern legen einen ganz einfachen Rhythmus unter all diese wundervollen Lieder, damit Garcia und der Rest der Band sich gegenseitig in's Paradies spielen können. Und wenn man ganz genau hinhört, hört man unter diesem sanften "Pochen" krieselnde Bewegungen, die beweisen - ganz nebenbei und aufwandslos - wie großartig sie ihr Instrument beherrschen. Nur Jim Keltner's Leistung auf Neil Young's SILVER & GOLD ist in ihrer dezenten Differenziertheit ähnlich atemraubend.
PS: Sie waren ja auch mal jung und '69 spielten die Beiden weißgott anderes. Aber die Altersreife dieser Aufnahmen. Oh shit - ist das geil.


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