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Rezensionen verfasst von
suse9

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The Book Thief
The Book Thief
von Markus Zusak
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Liesel und der Tod, 9. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: The Book Thief (Taschenbuch)
Aus der ungewöhnlichen Perspektive des Todes wird die Geschichte von Liesel erzählt. Und so ungewöhnlich die Perspektive so ungewöhnlich ist auch der Schreibstil. Oft greift der Tod dem Geschehen voraus, und der Leser wird mit dem Ende einer Episode konfrontiert, bevor ihm die Details bekannt werden.

Liesel ist neun Jahre alt als sie während des Krieges in die Himmelstraße zu Pflegeeltern kommt. Und obwohl sie sich anfangs sträubt, merkt sie schnell, dass sie es sowohl mit dem sanftmütigen Pflegevater als auch mit der ständig schimpfenden kratzbürstigen –mutter gut getroffen hat. Die Ereignisse zwischen 1939 und 1945 werden aus der Sicht des Todes erzählt. Da er vor sich selbst keine Angst hat, wird diese auch dem Leser genommen. Fast sachlich aber immer respektvoll wird das Ereignis beschrieben, in dem der Tod eine weitere Seele zu sich nimmt. Gerade diese Sachlichkeit verursacht beim Leser jedoch ein beklemmendes Gefühl, das im Laufe des Buches in Trauer umschlägt. Dennoch ist dies nicht ausschließlich ein trauriges Buch. Es erzählt Geschichte, wie sie stattgefunden hat, ohne in Pathos zu verfallen. Fein gezeichnete Charaktere und Szenarien wirken authentisch, und der Leser wird in die Lage versetzt, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Er lebt, lacht, leidet, weint mit ihnen, lernt mit Liesel lesen, freut sich über frisch geklaute Äpfel und ist den unausweichlichen Ereignissen genauso schutzlos ausgeliefert.

Ein gutes Buch, über das ich noch lange nachdenken werde.


Young Hearts Crying (Vintage Classics)
Young Hearts Crying (Vintage Classics)
von Richard Yates
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem Glück, 18. November 2015
Ich mag sie nicht, die Protagonisten Michael und Lucy. Weder Michael noch Lucy kann ich völlig verstehen – sie leben in einer anderen, mir nicht zugänglichen Welt. Und damit meine ich nicht, dass die Geschichte in den 60er spielt. Ihre Einstellung unterscheidet sich von meiner so gänzlich. Während ich noch den Stolz verstehen kann, der Michael vor dem Vermögen seiner Frau zurückschrecken lässt, lösen seine Arroganz und Selbstverliebtheit bei mir Abscheu aus. Selbst Lucy, die mir tiefgründiger und feinsinniger erschien, verliert Sympathiepunkte als sie beginnt, ihren Platz im Leben zu suchen und doch immer wieder den Antrieb verliert. Erst nach und nach verstand ich, dass es ihr gar nicht so sehr darum ging, eine sinnvolle Beschäftigung zu finden, sondern dass sie vielmehr nach Anerkennung und Wärme lechzte. Das Wort „lechzte“ klingt ein wenig schwülstig, wie ich zugeben muss, aber es passt hervorragend zu der Geschichte. Denn die Suche nach Geborgenheit steht im Vordergrund. Allerdings brauchen die Protagonisten auch ihre 422 Seiten, um zu erkennen, dass sie im Sex nicht zu finden ist. Und noch mehr Enttäuschungen müssen überwunden werden. Freunde, die nur scheinbar welche sind, Liebe, die sich in Luft auflöst, Bewunderung, die sich als Speichelleckerei herausstellt.

Robert Yates hat in seinem Roman „Young Hearts Crying“ das ganz normale Leben beobachtet und mit spitzer Feder aufgeschrieben. Der Leser ist froh, nicht in Michaels und Lucys Haut zu stecken und merkt erst bei genauerem Hinschauen, dass sich zwischen den Zeilen doch auch sein Leben widerspiegelt. Ein realistisch gezeichnetes Bild des Alltags.


Val und die Löwenstatue
Val und die Löwenstatue
von Nicole Wagner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harry Potter für Arme? Val für neugierige, spannungssuchende, junge und ältere Fantasysfreunde!, 3. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Val und die Löwenstatue (Gebundene Ausgabe)
Ich gebe zu, dass ich Rezensionen, die Autoren über eigene Bücher schreiben, eher skeptisch gegenüberstehe. Aber in diesem Fall haben mich die ehrlichen Worte Nicole Wagners erst auf ihren Debütroman aufmerksam gemacht. Denn schließlich weiß jeder, wie schwer es ist, sein Buch ins Blickfeld des potentiellen Lesers zu rücken, und der Autorin ist dies so charmant gelungen, dass ich beherzt zugriff und mir „Val und die Löwenstatue“ kaufte. Erstaunt war ich über den Umfang dieses Erstlings – erstaunt und auch ein wenig erschrocken, denn diese Menge an Seiten sollen erst einmal gefüllt werden. Die Autorin selbst versprach ja eine spannende, nie langweilig werdende Geschichte. Außerdem scheute sie den Vergleich mit J.K. Rowling und Cornelia Funke nicht. Die Latte lag also hoch und – nunja – abwarten. Vorsichtig schraubte ich meine Erwartungen nach unten und wandte mich doch offenen Herzens den Gedanken und Fantasien zu, die hier zu Papier gebracht worden waren.

Ich machte mich also auf den Weg nach Nusnuth, einer idyllischen Fischerinsel, auf der Valentin lebte. Da die Mutter bei der Geburt seines jüngeren Bruders gestorben und auf seinen ewig betrunkenen Vater kein Verlass war, musste sich Val um die Familie kümmern. Die Liebe zwischen den beiden Brüdern war aber so stark, dass sie alle Schwierigkeiten meisterten und ein glückliches Leben führten. In dem Moment jedoch, in dem sein sehnlichster Wunsch, als Crewmitglied auf dem stattlichsten Schiff der Insel anheuern zu dürfen, in Erfüllung gehen sollte, trafen fremde Gelehrte vom Festland auf Nusnuth ein und Val musste erfahren, dass Träume die Angewohnheit haben, nicht immer in Erfüllung zu gehen. Auf die Botschaft, dass die Welt, wie Val sie kannte, in großer Gefahr war, hätte er gerne verzichtet. Da er aber den Schlüssel zur Bekämpfung des bösen Magiers Fauces in den Händen zu halten schien, wurde er nicht gefragt. Hineingezogen in die Streitigkeiten der Mächtigen hatte er sich dem Kampf zu stellen.

Es ist nicht zu fassen. Die Autorin hat es wirklich geschafft, mich mit jeder neuen Seite zu überraschen. Keine Spur von Vorhersehbarkeit. Ständig passierten Dinge, die ich so nicht erwartet hatte und die die Handlung frisch hielten. Zu keiner Zeit hatte ich den Eindruck, dass die Handlung künstlich in die Länge gezogen werden sollte. Dennoch waren die Charaktere liebevoll und präzise gezeichnet, so dass ich leichten Zugang zu ihnen fand. Ich konnte mitfiebern, fassungslos den Atem anhalten, traurig, glücklich sein, lachen und weinen. Leichter Humor schwang zwischen den Zeilen mit, der nicht aufgesetzt oder anbiedernd wirkte. Gefahr und Gewalt erwarteten den Leser genauso wie die Macht der Freundschaft und Liebe. Die Helden dürfen Fehler machen, die Bösen Siege davontragen. Zum Glück verzichtet die Autorin fast vollständig auf Klischees. Wie ist ihr das nur gelungen? Die Sprache ist eingehend, aber nicht platt. Das Buch liest sich leicht, fordert den Leser jedoch zum Mitdenken auf.

Spannende, aufregende Stunden habe ich beim Lesen verbracht. Fantasy ist nicht unbedingt meine Hauptlektüre, aber ich liebe J.K. Rowling, und Cornelia Funke weiß mich auch zu fesseln. Den Vergleich mit diesen braucht die Autorin in meinen Augen nicht zu scheuen. Ich hoffe, sie hat noch viele Ideen in ihrem jungen Kopf und genug Hunger, diese zu Papier zu bringen. Einige Enden müssen auf jeden Fall noch weitergesponnen werden. Wenn es nach mir ginge, könnte sich Nicole Wagner recht bald wieder einen Tag Auszeit nehmen, sich ins Bett legen, an die Decke starren und sich das zweite Buch „zurechtspinnen“.


Direkter Zugang zum Strand: Roman
Direkter Zugang zum Strand: Roman
von Jean-Philippe Blondel
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Die etwas andere Urlaubslektüre, 3. November 2015
Den Erfolgsroman „6 Uhr 41“ von Jean-Philippe Blondel kenne ich nicht und konnte so völlig ohne Erwartungen an das Buch „Direkter Zugang zum Strand“ gehen.

Das Cover – zwei Liegestühle am leeren Strand – verspricht eine beschauliche Urlaubslektüre. Und so nahm ich das Büchlein eben mit in meinen Urlaub, wollte dann und wann in entspannter Atmosphäre mit der ein oder anderen Geschichte gemütliche Minuten verleben. Aber so kam es nicht. Weder entspannt noch gemütlich verlief die Lektüre. Im Gegenteil, einmal angefangen konnte ich nicht mehr aufhören, musste wissen, welche Geschichte über Liebe, Freude, Eifersucht, Verzweiflung, Lügen und Missverständnissen der Autor in der nächsten Episode für mich bereithielt. Auch wenn die Abschnitte kurz und in sich geschlossen scheinen, war dem nicht so. Obwohl die Geschichten nicht aufeinander aufbauen, tauchen doch Personen plötzlich wieder auf. Oft handelte es sich um Nebencharaktere, die ich beim ersten Lesen fast nicht bemerkt hatte, so dass ich zurückblättern musste. Mir gefiel dieser Aufbau des Romans außerordentlich gut, aber auch die Dramatik.

Schönwettergeschichten wird der Leser hier also nicht finden. Vielmehr wird er konfrontiert mit dem prallen Leben, mit all dem Schönen und mit der Erkenntnis, dass Frustration und Enttäuschung nicht selten der ersten Liebeseuphorie folgen. Deprimiert und traurig bleibt der Leser dennoch nicht zurück. Denn was ist motivierender und erfrischender als die Wahrheit ohne Zuckerguss? Und wenn diese dann auch noch von einem Autoren präsentiert wird, der das Erzählen versteht, entwickelt sich die heitere Urlaubslektüre in eine spannend aufregende, die zugleich packt und unterhält.


On Chesil Beach
On Chesil Beach
von Ian McEwan
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Man spricht nicht "darüber", 5. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Taschenbuch)
Bin ich froh, dass die 60er Jahre schon lange vorbei sind. Denn ich könnte es nicht ertragen, meine Gefühle und Gedanken für mich behalten zu müssen.

Florence und Edward – beide Anfang 20 - wollen ihren Hochzeitsabend und die Nacht frischvermählt in einem idyllischen Hotel verbringen. Da sie weder über ihre Gefühle sprechen wollen noch dies können, verläuft das Dinner in einer angespannten Atmosphäre. Lediglich der Leser weiß von den inneren Ängsten und Erwartungen.

Am Schreibstil Ian McEwans schätze ich besonders, dass er seinen Geschichten Zeit lässt. Scheinbar harmlose Situationen entwickeln sich spannend und dabei vermag er seine Beobachtungen in Worte zu kleiden, die mir den Atem nehmen. Seine Beschreibungen sind präzise und detailfreudig, so dass man glaubt, in der Geschichte zu leben. Auch in dieser Erzählung zeigt der Autor wieder seine Fähigkeit, den Leser mit einzubeziehen. Denn während die Protagonisten mit ihren Gedanken alleine dastehen, kennen wir beide Seiten der Medaille. Durch Zeitsprünge in die Vergangenheit lernen wir, die Charaktere zu verstehen und Verhaltensweisen nachzuvollziehen. Dies macht es besonders schwer, ruhig und objektiv zu bleiben.

„On Chesil Beach“ ist nur eine kurze Geschichte über eine Nacht im Leben eines jungen Ehepaares. Wer keine Angst vor den bildhaften Formulierungen McEwans hat, der wird dramatische Stunden mit Edward und Florence verbringen, die sich über alles lieben und denen es doch so schwer fällt, zueinander zu finden.


The Wrong Boy
The Wrong Boy
von Willy Russell
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,49

5.0 von 5 Sternen Wenn man nur richtig zuhören würde, 16. September 2015
Rezension bezieht sich auf: The Wrong Boy (Taschenbuch)
Der Roman „The Wrong Boy“ ist ein Brief oder mehrere Briefe und Notizen, die Raymond an Morrissey richtet. In ihnen beschreibt und erzählt er alles, was ihn bewegt, was ihm widerfährt und widerfahren ist, jetzt und in der Vergangenheit. Ob er die Briefe jemals abschicken wird, weiß selbst Raymond nicht, denn darum geht es auch nicht vordergründig. Er weiß, dass Morrissey ihn verstehen würde, auch ohne die Briefe persönlich gelesen zu haben. Der Sänger der Band Smith nimmt einen großen Platz im Herzen Raymonds ein. Seine Texte geben ihm Halt und Kraft. Kraft braucht Raymond auch und nicht zu wenig. Denn was er alles erlebt, ist schon für mich als Leser oft an der Grenze des Erträglichen. In Rückblenden erfahren wir von Zufällen, Begebenheiten und Missverständnissen, die dazu führen das der Weg, den der Junge gehen muss, alles andere als geradlinig ist.

Obwohl Raymonds Geschichte traurig ist, musste ich oft aufgrund des schwerelosen Humors schmunzeln. Beim Lesen wechselten meine Gefühle ständig. Vom Weinen über Lachen bis hin zur Wut – war alles vertreten. Stellenweise ahnte ich nahendes Unheil schon voraus und wollte nicht weiterlesen. Aber alleine lassen konnte ich Ray auch nicht. Lautloses Mitleiden war in diesem Fall nicht möglich, ich musste meinen Emotionen freien Lauf lassen und war nur froh, dass ich den Roman nicht im Zug gelesen hatte. Ach, wenn ich ihn doch nur einmal richtig in den Arm hätte nehmen können!

„The Wrong Boy“ ist eine locker leichte Geschichte mit Tiefgang über die Auswirkungen, die Intoleranz, Arroganz und Egoismus haben können. Der Humor bleibt nicht auf der Strecke, das Lachen dem Leser jedoch manchmal im Halse stecken. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich die Handlung erst nach und nach, nur stückchenweise zu einem Ganzen zusammensetzt. Dadurch bleibt genug Spielraum für eigene Gedanken.

Und jetzt feuchte ich das Stempelkissen an und verpasse dem Roman ein „Besonders Wertvoll“.


Worte in meiner Hand: Roman
Worte in meiner Hand: Roman
von Guinevere Glasfurd
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie viele Worte passen in eine Hand?, 31. August 2015
Helena ist Magd im Hause des Buchhändlers Sergeant in Amsterdam und sowohl für die Versorgung des Haushaltes als auch für den Logiergast Descartes zuständig. Da sie nicht nur lesen und schreiben kann sondern auch wissbegierig durchs Leben geht, wird dieser auf sie aufmerksam. Der Wissenschaftler erkennt ihr Potential und fördert sie. Trotz ihrer Standesunterschiede wird aus Achtung und Neugier Zuneigung und Liebe - eine Liebe, die nicht sein darf, sich aber dennoch ihren Weg sucht.

Die Autorin hat eine angenehme Art zu schreiben, die locker und leicht daherkommt und mit einigen sehr schönen Formulierungen zu punkten weiß. So bereitet das Lesen des Romans große Freude. Diejenigen, die Descartes als Wissenschaftler kennen, entdecken ihn durch Helenas Augen neu und die, denen er bislang unbekannt war, können einen historischen Roman genießen, der das Leben um das Jahr 1640 herum bildhaft beschreibt.

Der Fokus liegt auf Helena. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich mutig durchs Leben kämpft. Auch wenn sich ihr immer wieder Hindernisse in den Weg stellen, gibt sie nie auf. Die Autorin hat ein authentisches Bild der damaligen Zeit gezeichnet, das sowohl die Freuden als auch das Leid der Frauen eindrucksvoll beschreibt.

Leider konnte sie den Spannungsbogen nicht komplett durch die ganze Geschichte aufrechterhalten. Zwar gab es immer wieder Episoden, die interessant und gut zu lesen waren, aber im Ganzen flachte die Handlung zum Ende hin ab. Die eingangs beschriebene wunderschöne Sprache bekam einen Hauch von Kitsch und war mir zeitweise zu schwulstig. Die Heldin hatte in meinen Augen eine beeindruckende Persönlichkeit und Stärke entwickelt, handelte im letzten Drittel des Romans aber so schwach und nicht nachvollziehbar, dass ich mich fragte, ob die Autorin ihrer überdrüssig geworden ist.

Meine Erwartungen, mit dem Roman „Die Worte in meiner Hand“ einen gut recherchierten historischen Roman gefunden zu haben, erfüllten sich nicht zur Gänze. Zwar bereitete das Lesen anfangs viel Freude, da die Autorin eine wunderbare Art hat, Gedanken zu Papier zu bringen, am Ende aber verlor sich dies leider. Die Heldin verblasste und die Melodie der Worte verstummte. Schade


Frankenstein (Penguin Classics)
Frankenstein (Penguin Classics)
von Maurice Hindle
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sicher ein Buch, über das es sich zu diskutieren lohnt, aber keines für mich, 17. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Frankenstein (Penguin Classics) (Taschenbuch)
Nicht immer muss ein Protagonist sympathisch sein oder ich mich als Leser mit ihm identifizieren können, es ist aber hilfreich und erleichtert den Zugang zum Buch. Wenn jedoch die Handlung schlüssig und interessant ist, kann ich mich auch mit einem negativen Helden arrangieren. Die Geschichte des Romans „Frankenstein“ ist zwar gut erzählt und transportiert einige wichtige zeitlose Botschaften, jedoch verhält sich der Titelheld dermaßen abstoßend, dass ich das Buch mit steigendem Unwillen las. Immer wieder versuchte ich mir vorzusagen, dass es nicht umsonst ein Klassiker geworden ist und erkannte auch seine Bedeutung, aber niemand kann aus seiner Haut und ich mich nicht mit Frankenstein anfreunden. Er jammerte sich durchs Buch, dass selbst mein mitfühlendes Herz am Ende kapitulierte und die verbleibenden Seiten zu zählen begann. Nicht jeder hat die Stärke, Fehler zu erkennen und zu diesen zu stehen, aber wenn ein Held so gar keine Entwicklung in einer Geschichte durchlebt und alles und jeden nur nicht sich selbst für seine ach so verfahrene Situation verantwortlich macht, da steigt mein Adrenalinspiegel extrem. Ziel dieses Romans ist es vielleicht sogar, gerade solche Gedanken und Gefühle beim Leser zu erzeugen, aber für meinen Geschmack fiel Frankenstein einmal zu viel in Ohnmacht oder stahl sich in eine Fieberattacke. Ich bin einfach nur froh, dass ich das Buch beendet habe. Klassiker hin oder her – es gibt ganz sicher bessere Bücher und von mir keine Leseempfehlung.


Geheimer Ort: Kriminalroman (Mordkommission Dublin 5)
Geheimer Ort: Kriminalroman (Mordkommission Dublin 5)
von Tana French
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschafft - endlich..., 30. Juli 2015
...das muss ich leider wirklich so sagen, denn „Geheimer Ort“ hat stellenweise extreme Längen, und oft dachte ich darüber nach, das Buch zur Seite zu legen, wenn da nicht diese unglaubliche Beobachtungsgabe der Autorin wäre. Sie vermag es, regelrecht in die Menschen hineinzuschauen und das Innerste nach außen zu kehren. Nicht nur das, sie ist auch in der Lage, ihr Gespür für Nöte, Ängste, Zweifel und Ambitionen ihrer Protagonisten in Worte zu fassen. Dass sie dies an der einen oder anderen Stelle kürzer hätte tun sollen, bestreite ich nicht. Trotzdem finde ich ihre Art, den Dingen Zeit zu lassen, erfrischend und spannend.

Es passiert in diesem Roman eigentlich nicht sehr viel. Wir bewegen uns in zwei Handlungssträngen. Einer verläuft im Heute – ein Tag, um den Mord an einem Jungen aufzudecken, ein Tag, um die Lügen, Verstrickungen, Intrigen in einem Internat für höhergestellte Mädchen zu entwirren. Der andere führt uns ein paar Monate vor den Mord und wir erfahren, was damals wirklich geschah. Stückchenweise, nur zögerlich und sehr, sehr langsam kommt die Wahrheit ans Licht.

Um ehrlich zu sein, hielt die Auflösung für mich zwar keine Überraschung bereit, aber ich war als Leser auch immer ein paar Schritte vor den Ermittlern, hatte ein paar mehr Informationen zur Verfügung. Auch wenn ich mir einen anderen Schluss, einen Paukenschlag, gewünscht hätte, bin ich doch mit ihm zufrieden, denn er ist stimmig und gut durchdacht.

„Geheimer Ort“ ist kein Krimi, bei dem das Blut durch die Gegend spritzt und auch keiner, bei dem eine Verfolgungsjagd die andere ablöst. Er lebt aus Verhören, Gedanken und Dialogen, ist ruhig und doch spannend, unspektakulär und doch unglaublich traurig, fiktiv und doch sehr realitätsnah.


Lord of the Flies: (Fremdsprachentexte) (Reclams Universal-Bibliothek)
Lord of the Flies: (Fremdsprachentexte) (Reclams Universal-Bibliothek)
von Friederike Poziemski
  Broschiert
Preis: EUR 7,80

4.0 von 5 Sternen Schonungslos, 14. Juli 2015
Eine Gruppe Jungs im Alter zwischen 6 und 12 Jahren erleidet Schiffbruch auf einer einsamen Insel. Ohne Erwachsene, die ihnen sagen, was sie wann, wie und warum zu tun haben, müssen sie ums Überleben kämpfen. Und kämpfen werden sie, gegen die Natur, gegen die Angst, gegen sich selbst und gegen das, was in ihnen schlummert. Golding beschreibt eine Situation, die anfänglich zwar schrecklich erscheint, aber im Verlaufe der Geschichte erträglicher wird. Die Jungs arrangieren sich mit ihrer Umgebung, passen sich an, lernen, Feuer zu machen, Nahrung zu beschaffen. Regeln werden aufgestellt und alles läuft gut. Jedoch gibt es neben Freundschaft und Teamgeist auch Neid, Machtgier und Angst. Grenzen werden erreicht und überschritten. Wer auf der Strecke bleibt, hat selbst Schuld. Was wird aus dem Menschen, wenn er keine Regeln befolgen, keine Strafen zu erwarten hat? Wie weit würde man gehen, um die eigenen Interessen über die der Gemeinschaft zu setzen? Was ist stärker? Die Vernunft oder die Lust am Herrschen? Wofür werden sich die Jungs entscheiden, und was wird der Leser tun?

Sich einfach in den Sessel zurückfallen zu lassen und genüsslich eine Tasse Tee beim Lesen zu schlürfen, reicht bei diesem Buch nicht aus. Hier wird der Leser gefordert, sich zu bekennen. Er muss sich entscheiden, wie er handeln würde und auf der letzten Seite wird er sich die Frage gefallen lassen müssen, warum er in dieser und jener Situation nicht anders gehandelt hätte. Aber das muss er dann mit sich allein ausmachen. So viel steht aber fest, geschont wird hier niemand, nicht die Jungs auf der einsamen Insel und auch nicht der Leser in der warmen Stube zu Hause.


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