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Beiträge von Johannes Sturm
Top-Rezensenten Rang: 311.302
Hilfreiche Bewertungen: 299

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Rezensionen verfasst von
Johannes Sturm (Ottobrunn, Deutschland)

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'Mein Kampf' - Die Karriere eines deutschen Buches
'Mein Kampf' - Die Karriere eines deutschen Buches
von Sven Felix Kellerhoff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstaunlich interessant: Das Buch über die Hetzschrift, 17. Januar 2016
In seinem Buch erläutert S.F. Kellerhoff, was man zu „mein Kampf“ wissen muss: der Inhalt (sehr grob), die Entstehungsgeschichte, die Rezeption im In- und Ausland und schließlich die Geschichte des Buchs nach dem Zusammenbruch.

Das Buch habe ich nur deswegen gekauft, weil es wirklich keine anderen Bücher in der kleinen Buchhandlung zu kaufen gab, die mich auch nur ansatzweise interessiert hätten. Umso überraschter war ich, wie Kellerhoff es versteht, wissenschaftlich genau, aber auf keiner Seite uninteressant diese Hetzschrift und ihre Geschichte zu beleuchten. Selbst die Verkaufsstatistiken lesen sich interessant, weil Kellerhoff so viele Hintergrundinformationen beizusteuern weiß. Man muss dieses Buch nicht lesen, aber ich empfinde es als einen großen Gewinn.


Zur Hölle mit Seniorentellern!: (K)ein Rentner-Roman
Zur Hölle mit Seniorentellern!: (K)ein Rentner-Roman
von Ellen Berg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eher eine Armenspeisung, 17. August 2014
Elisabeth, gerade 70 geworden, wird von ihren drei Töchtern gegen ihren Willen in ein Altersheim verfrachtet und lernt dort skurile andere Rentner kennen, die einen verwegenen Plan entwickeln, dem Altersheim zu entfliehen und sich dabei auch noch finanziell zu sanieren. Wie die Geschichte nach Seite 72 weitergeht, kann man in der Altpapiertonne weiterlesen, wohin dieses unsägliche Buch nach der letzten U-Bahn-Fahrt verschwunden ist.

Der Autorin gelingt es, alle gängigen Klischees so kompakt zu Zeilen zu verarbeiten, dass man das Buch wirklich nicht lesen muß: man kennt es schon! Die böse Heimleiterin, die die Rentner nicht ernst nimmt, die Töchter,die ihre Mutter ins Heim lotsen und dabei finanziell ruinieren... Das Ganze in einer Rahmengeschichte wie aus den drei ???. Rentner gründen eine Bande, um aus Alcatraz, pardon Seniorenresidenz, auszubrechen.
Inhaltlich und sprachlich wirklich unterste Schublade, einfach ungenießbar, dieser Seniorenteller.


Auf einen Tee in der Wüste: 11.000 Kilometer bis Jerusalem
Auf einen Tee in der Wüste: 11.000 Kilometer bis Jerusalem
von Schwester Jordana
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abwechslungsreich einseitig, 17. August 2013
Schwester Jordana ist weibliche Hauptdarstellerin in einem öffentlich-rechtlichen Dreiteiler, der Begegnungen auf der Autofahrt von Istanbul nach Jerusalem beschreibt. Die Begegnungen sind in aller Regel nicht zufällig, sondern von der Redaktion arrangiert, genauso wie die Drehplätze ausgesucht waren, um die Aussagen des Film zu stützen. Sie lassen sich kurz zusammenfassen: die Armut im nahen Osten ist groß, die Frauen werden im Islam und im Judentum unterdrückt und die ganze Region erstickt seit Jahrzehnten in Hass und Gewalt.

Einen großen Teil des Buchs macht die Reflexion der Erlebnisse aus persönlicher und christlicher Sicht aus. Authentisch und glaubwürdig ordnet sie alles in ihren Horizont aus Bibel und kirchlicher Lehre ein, ohne ihre abweichende Meinung zu manchen kirchlichen Lehrmeinungen zu verbergen.

Die große Stärke des Buchs, die persönliche Begegnung mit Menschen, ist gleichzeitig ihre große Schwäche: die Redaktion hat Jordanas Gesprächspartner unter recht einseitigen Gesichtspunkten ausgesucht: es sind vor allem prominente Vertreter von Minderheiten (Feministin in der Türkei, Feministin in Israel, verfolgter Musiker im Libanon, Kämpfer für die Rechte der Palästinenser in Israel), die besonders die Themen besetzen, die aus einer israelkritischen Redaktionssicht wichtig erscheinen.

Die einseitige Kommentierung der komplexen Situation ("Gier der Menschen ist die Ursache", "keine Waffen an Israel") ist auf die Dauer anstrengend und hat mich - ehrlich gesagt - sehr enttäuscht. Jordanas theologische Kommentare und Einordnungen sind jedoch interessant und lesenswert.


Hure hört Sure. Wie Kirche Zukunft hat. Ein Erfahrungsbericht
Hure hört Sure. Wie Kirche Zukunft hat. Ein Erfahrungsbericht
Preis: EUR 5,94

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Raus aus der geschlossenen Abteilung, 19. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Felix Leibrock gelingt es mit diesem kurzen Text, all denen Mut zu machen, die darunter leiden, dass viele Kirchgemeinden - offenbar angesichts des eigenen Siechtums - zu einer kleinen Randerscheinung werden und sich in sich zurückziehen. Dabei haben Christen den Auftrag, sich in der Gesellschaft nützlich zu machen. Wie an vielen anderen Stellen funktioniert das, indem sich die Gemeinde - angeführt von ihrem Pfarrer - engagiert, zum Beispiel für Leseabende oder Konzerte.
Anschaulich und stellenweise mitreißend beschreibt Leibrock, wie das Engagement Spaß macht und langsam zu Selbstverständlichen wird.
Den einen Stern Abzug gibt es, weil der Autor sich ein wenig zu intensiv mit sich selbst beschäftigt.
Insgesamt sehr leicht zu lesen; die Energie des Autors springt über und verschafft dem Leser gute Laune.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 27, 2013 10:34 PM MEST


Die geschönte Reformation: Warum Martin Luther uns kein Vorbild mehr sein kann. Ein Beitrag zur Lutherdekade
Die geschönte Reformation: Warum Martin Luther uns kein Vorbild mehr sein kann. Ein Beitrag zur Lutherdekade
von Bernd Rebe
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

11 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Pantheismus statt Reformation, 19. Mai 2013
Bernd Rebe, emeritierter Juraprofessor der TU Braunschweig, bricht in diesem Buche eine Lanze für pantheistische Glaubensvorstellungen der Goethezeit. Als Aufhänger dazu dient ihm Luthers Antisemitismus und das Verhalten der evangelischen Kirchen zur Zeit des Dritten Reiches und danach.

Rebe weist im ersten Teil des Buches nach, dass vieles von Christen als "urchristlich" Empfundene im Grunde Projektion des Zeitgeistes ist. Selbst Christus' historische Existenz ist ungesichert, und seine Gottessohnschaft ist in Rebes Augen paulinische Interpretation. Luther mit seiner starken Fixierung auf die Bibel entzaubert Rebe nach dem gleichen Muster. Luthers im Laufe seines Lebens immer stärker werdender Antisemitismus führt in Rebes Darstellungen geradezu in den Holocaust. Die Aufarbeitung des kirchlichen Antisemitismus sei unzureichend. Den Abschluss bildet ein Plädoyer für den Pantheismus der Goethezeit als aufgeklärter und toleranter Glaube.

Rebe bezeichnet sein Buch einer Stelle als "Traktat", und genau das ist es auch. Kirchen, katholisch wie evangelisch, werden in seiner verkürzenden Sicht abgekanzelt als Organisationen, die vornehmlich der Selbsterhaltung dienen. Luthers Antisemitismus ist widerlich und durch nichts zu entschuldigen, aber er doch nicht mehr als eine Randerscheinung und kann in seriöser Weise nicht als Beweis gegen das Christentum als Religion dienen. Rebes Darstellungen der Aufarbeitung der Position der evangelisch-lutherischen Kirche während der Nazizeit ist grotesk verkürzt und trifft die Wahrheit nicht einmal am Rande. Geradezu unbeschreiblich wird dann aber sein Bejubeln des im Sturm-und-Drang und in der Klassik modernen Pantheismus. Einerseits wirft Rebe den Christen vor, sich ihren Gott nach ihren eigenen Wunschvorstellungen zu erschaffen, andererseits propagiert er eine aus philosophischen, alt-griechischen und christlichen Elementen zusammengemischte wilde Projektion des Lebensgefühls von Menschen, die 200 Jahre tot sind. Das Ganze hat etwa das Niveau einer überlangen Abiturklausur, an die ich mich wegen der den Textfluss störenden Nummerierung erinnert fühlte. Von diesem Buch war ich sehr enttäuscht.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 16, 2016 3:04 PM CET


Die Stasi lebt: Berichte aus einem unterwanderten Land
Die Stasi lebt: Berichte aus einem unterwanderten Land
Preis: EUR 6,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reportagen aus der Vergangenheit, 10. August 2011
In seinem Buch, das Reportagen zur Stasi-Fällen zwischen Mitte der 90er Jahre und 2006 zusammenfasst, werden verschiedene Aktivitäten der Staatssicherheit vorwiegend in Gesprächen mit den damals Beteiligten durchleuchtet. Ob Verschleppung geflohener DDR-"Geheimnisträger", zielgerichteter Einsatz von Einflussagenten innerhalb politischer Parteien oder das Abhören von Telefonen im Bundeskanzleramt, der Leser erfährt in vielen Einzelschicksalen eine Menge über die Umtriebe der Stasi vor - und zum Teil auch nach der Wende.

Schreibers Reportagen sind manchmal ein wenig weit ausholend, niemals neutral, aber immer packend und mit einer Fülle von Details, die den Leseren die jeweilige Situation sehr anschaulich werden lassen. Dem Titel wird sein Buch aber nicht ganz gerecht: nicht die Stasi lebt, sondern noch eine ganze Reihe der hauptamtlichen und nebenberuflichen Stasi-Akteure, die sich und die Vergangenheit periodisch hochleben lassen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2011 3:40 PM MEST


Landarzt wider Willen
Landarzt wider Willen

1.0 von 5 Sternen Lebensbeichte im Stile eines Polizeiberichts, 7. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Landarzt wider Willen (Kindle Edition)
Ausgehend von seinem nicht ganz reibungsfreien Start in sein ärztliches Berufsleben beschreibt der Autor einen Teil seiner Landarztpraxis mit allen seinen Widernissen. Die Schilderungen gipfeln in einem einem Appell, die Hausärzte auf dem Lande stärker zu schätzen und finanzieller besser zu stellen. Dieser letzter Teil, der gründlich mit allen Gesundheitsreformen abrechnet, macht etwa 20% des Textes aus.

Der Autor schreibt von sich in der dritten Person im ermüdend einfachen Stil eines Polizeiberichts. Wer Gaius Julius Caesars Bericht über den Gallischen Krieg vor Augen hat, in etwa so...
Für Gesundheitspolitiker und für angehende Ärzte sicher sehr interessant, als Unterhaltung untauglich.


Aufstand der Rabenmütter: Warum Kinder auch ohne Baby-Yoga und Early-English glücklich werden
Aufstand der Rabenmütter: Warum Kinder auch ohne Baby-Yoga und Early-English glücklich werden
von Jutta Hoffritz
  Taschenbuch

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Raben sind nicht halb so grausam, 23. Oktober 2008
Jutta Hoffritz, Redakteurin der Wochenzeitung "Die Zeit", präsentiert in größtenteils humorvoll-ironischem Stil die These, dass eine gute Krippenbetreuung besser ist als eine schlechte Betreuung durch die eigene Mutter. Zusätzlich wettert sie gegen die "Mütterbeschäftigungsindustrie", die nur dazu diene, sogenannte "Vollzeitmütter" zu beschäftigen und diesen dabei das Gefühl zu vermitteln, ihre Kinder dabei zu fördern.

Nach den ersten fünf Seiten ironischer Stichelei über die Auswüchse von Förderangeboten für Babies und Kleinkinder habe ich erwartet, dass die Autorin mal in das Thema abtaucht und Gründe sucht bzw. vernünftige Unterscheidungskriterien zwischen skurilen Angeboten und echter Entwicklungsförderung vorschlägt. Um so überraschter war ich, dass das Buch nicht enden wollend über 180 Seiten auf Illustrierten-Niveau die Geschichte der Mutter vom Mittelalter bis heute überfliegt - das Ganze in einer kaum zu überbietenden oberflächlichen Weise. Martin Luther und seine Frau Katharina von Bora werden für jahrhundertelange Fehlentwicklungen verantwortlich oder zumindest mitverantwortlich gemacht, selbst der alte Pestalozzi wird zur Rechenschaft gezogen.
Die sozialen Zwänge von Müttern, die nichtsnützige Rolle, die offenbar alle Väter einnehmen - was das mit Rabenmüttern, mit "Mütterbeschäftigungsindustrie" oder mit Ganztagesbetreuung zu tun hat, erschließt sich beim besten Willen nicht.
Das Quellenverzeichnis besteht dann auch zu mindestens 80% aus Zeitschriftenartikeln, von der Bildzeitung über die Gala bis zur FAZ. Die wenigen ernst zu nehmenden Erziehungsbücher werden zum Teil aus dem Zusammenhang gerissen zitiert; besonders schräge Bemerkungen meistens mit irgendeiner Statistik ohne Quellenangabe untermauert.

Von Zeit zu zeit kokettiert die Autorin mit dem Begriff "Rabenmutter" (im Gegensatz zu der von ihr verhöhnten "Vollzeitmutter"). Ich finde das Buch einfach nur grausam schlecht.


Die Verfremdung Jesu und die Begründung kirchlicher Macht
Die Verfremdung Jesu und die Begründung kirchlicher Macht
von Hermann Baum
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bibel, Frust und gute Ratschläge, 3. August 2008
Baum analysiert und beschreibt - ausgehend von den ältesten christlichen Quellen bis zur Zeit nach dem zweiten vatikanischen Konzil - wie Jesus (oder Jehoshua) durch gesellschaftliche und kirchliche Einflüsse interpretiert wurde. Die geschichtliche Entwicklung der christlichen Glaubensinhalte, z.B. der Sakramente, wird vor dem Hintergrund der Geschichte einer kritischen Revision unterzogen.

Baums historisch-kritische Analyse gibt an den meisten Stellen den Forschungsstand der Wissensschaft wieder. Allerdings - und da unterscheidet sich sein Buch von seriöser wissenschaftlicher Arbeit - sind die geschilderten Forschungsergebnisse nur Mittel zum Zweck: das von der Kirche interpretierte Jesus-Bild, die kirchliche Hierarchie und die damit verbundenen Äußerungen der Päpste und Bischöfe werden emotional (zum Beispiel zu erkennen an den vielen Ausrufezeichen hinter einzelnen Begriffen) verurteilt.
Baum bezeichnet die kirchliche Fehlinterpretation christlicher Begriffe als Verfremdung", so ist auch der Titel zu verstehen. Nicht gemeint sind in Brecht`schen Sinne Gestaltungselemente, die eine distanzierte und neutrale Bewertung von Begriffen und Abläufen gestatten.

In den ersten Kapiteln unterzieht Baum die biblischen Texten einer kritischen Revision und streicht alles, was nicht historisch gesichert ist. Naturgemäß bleibt nicht viel übrig. Insbesondere ist Jesus nicht mehr Gottes Sohn, sondern so etwas wie ein Prophet. Die griechisch-philosophische Interpretation der judenchristlichen Inhalte scheint für Baum ein Kernproblem in der Entwicklung des Christentums zu sein. In der nächsten Angriffswelle stellt er alle Interpretationen der frühchristlichen ökumenischen Konzile (z.B. das von Nikäa) in Frage und beschreibt den in seinen Augen schädlichen Einfluß des römischen Staates auf die Kirche, auch Augustinus` angeblich körperfeindliche Lehre wird gebührend in negativem Sinne gewürdigt. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die ausführliche Erklärung mittelalterlicher Verwerfungen in der Kirche zwischen Papst und Kaiser, die unheiligen Renaissance-Päpste und die inadäquate Reaktion der Kirche auf reformatorische Kritik. Im letzten großen Block wird die Entwicklung der Kirche seit dem ersten Vatikanum einer scharfen Verurteilung ausgesetzt, um dann zum Schluss einen Über-Papst" zu fordern, der alles wieder ins Lot bringt.

Solange Baum nur die Ergebnisse der Forschung wiedergibt, kann der Leser sich über die knappe und konzentrierte Darstellung und die gut erläuterte Verbindung zwischen Textinhalten und historischem Kontext freuen. Sobald aber seine Voreingenommenheit in bezug auf die Ablehnung der kirchlichen Lehre und Praxis die Oberhand gewinnt, wird es nebulös. So stellt Baum im ersten Kapitel fest, dass keines der Evangelien eine wortgetreue Darstellung der wahren Geschehnisse ist. Dann aber versucht er, kirchliche Lehrinhalte mit Bibelzitaten zu zerpflücken und zu relativieren (Zitat Kapitel II: Nichts in den Texten belegt die Annahme, dass Jesus [...] sich als Mensch gewordener Gott ausgegeben hat. Er selbst von sich nur als ,Menschensohn`"). Viele Schlußfolgerungen sind methodisch äußerst fragwürdig begründet. Die Reformatoren, die sich in bezug auf ihre kritischen Anfragen an die Kirche auch deutlich voneinander unterschieden und sich gegenseitig ablehnten, werden beispielsweise nicht mit der geboten Differenzierung betrachtet.

Für mich ist letztlich unklar, was dieser emeritierte Philosophie-Professor einer katholischen Fachhochschule dem Leser für die Zukunft mit auf den Weg geben möchte, wenn er für die Kirche große Theologen fordert und keine Potentaten". Ist es das Flehen, dass irgend jemand das in Ordnung bringt, wofür sich der Autor zu schwach fühlt? - Christentum fängt nach meiner theologisch nicht sehr fundierten Vorstellung in erster Linie in meiner positiven Einflussnahme auf die eigene Umgebung an. Nichts davon spielt in Baums Abrechnung mit der Kirche wirklich eine Rolle.


Umstrittene Wahrheit: Erinnerungen
Umstrittene Wahrheit: Erinnerungen
von Hans Küng
  Gebundene Ausgabe

24 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Küngs Kampf, 14. Februar 2008
Im zweiten Band seiner Erinnerungen berichtet Küng über sein Leben in den 1970er Jahren. Den größten Teil nimmt dabei der Konflikt mit der Glaubenskongregation ein, der schließlich im Entzug seiner kirchlichen Lehrerlaubnis gipfelt.

Man ist von diesem bedeutenden katholischen Theologen, dessen journalistisch-flotter Stil das schnelle Lesen auch dem theologischen Laien gestattet, wenig Zurückhaltung in der Argumentation mit seinen wissenschaftlichen Gegnern gewohnt, aber dieses Buch ist keine retrospektive Zeichnung seines Lebens, es ist ein wahres Schlachtengemälde. Mag sein, dass Küng Unrecht zugefügt wurde, doch seine oft in Persönliche abgleitende Diffamierung seiner Gegner, die fast schon genießerisch ausgekosteten Beschreibungen ihrer menschlichen Fehler und Schwächen und - gelegentlich - abfälligen Bemerkungen über ihre Todesumstände machen das Lesen des Buchs dann doch anstrengend.

Detaillierte und langatmige Schilderungen seiner ausgedehnten Reisen und minutiöse gefällige Beschreibungen seiner wissenschaftlichen und journalistischen Ehrungen und Würdigungen , sowie seine häufigen Gedankensprünge und Wiederholungen (mehrmals wird die Ablehnung des Doktoranden Karol Woytila an Küngs Universität Gregoriana wegen der angeblich zu geringen theologischen Vorbildung des späteren Papstes und Küng-Gegners Johannes-Paul II. beschrieben) lassen vor allem eines vermissen: ein kritisches Lektorat des Verlags.

Zum Schluss bleibt die Frage: wie viel mehr hätten Gelassenheit und Sachlichkeit einem Theologen zur Ehre gereicht als ein Buch voller Selbstgefälligkeit, Verbitterung und Hass?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2014 8:38 PM MEST


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