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Beiträge von Winfried Stanzick
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Rezensionen verfasst von
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland)

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Wiener Straße
Wiener Straße
von Sven Regener
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht den Kritikern zu schräg ?, 25. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Wiener Straße (Gebundene Ausgabe)
Nicht ganz chronologisch entführt Sven Regener in seinem neuen Roman den Leser seiner bisherigen Lehmann-Romane ins das Berlin im Jahr 1980. Frank Lehmann ist noch neu in Berlin, erinnert sich oft an seinen bisherigen Wohnort in der Neuen Vahr Süd. Irgendwie muss er sich durchschlagen und schließt sich einer verrückten Truppe an, die in der Zukunft sein Leben weiter beeinflussen wird.

Im Cafe Einfall in der Wiener Straße begegnen wir einer Gruppe von eigenwilligen Menschen und Charakteren, die Regener so überzeichnet, dass sich das Buch liest, wie man eine Sitcom anschaut. Man hört beim Lesen quasi die eingeblendeten Lacher. Die in der Nachbarschaft in einem besetzten Haus lebende Kunsttruppe ArschArt ist da keinen Deut besser. Ihr Boss P.Immel und der Aktionskünstler H.R. Ledigt halten, was ihre lustigen Namen versprechen.

Allesamt sind sie schräge Vögel, die sich in einer schrägen Welt zu behaupten wissen. Die permanent überzeichnete Sprache Regeners ist genauso derb, witzig und bizarr wie seine vielen beschriebenen seltsamen Protagonisten.

Das Buch stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 und hat es aber nicht auf die Shortlist geschafft. Vielleicht den Kritikern zu schräg ?


Die Wölfe von Currumpaw
Die Wölfe von Currumpaw
von William Grill
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

5.0 von 5 Sternen Ebenso lebendige wie klare Illustrationen, Zeichnungen von eindringlicher Schönheit und ungewöhnliche Perspektiven, 20. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Die Wölfe von Currumpaw (Gebundene Ausgabe)
Schon mit seinem 2015 erschienenen Buch über den Polarforscher Shackleton war der 1990 in Falmouth geborenen Engländer William Grill für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Neben anderen internationalen Preisen für sein neues Kindersachbuch, das unter dem Titel „Die Wölfe von Currumpaw“ ebenfalls bei Nord Süd in Zürich erschienen ist, wurde er für die besten 7 im September ausgezeichnet.

In diesem Buch entführt er seinen jungen Leser in die USA, in den Süden, nach New Mexico in das Jahr 1893. Im Currumpaw-Tal haben die weißen Siedler immer mehr den Raum von frühen großen Wolfsrudeln eingegrenzt und sie dezimiert und zum Rückzug gezwungen. Doch nun macht ein besonderes Rudel das Tal unsicher. Ernest Thompson Seton, ein erfahrener Jäger und Naturforscher, wird beauftragt, das Rudel zu jagen und die Wölfe zu töten.

Die Begegnung mit dem schlauben Lobo, wie er ich ihn nennt, dem Anführer des Wolfsrudels wird das Leben Setons nachhaltig verändern. Aus dem einstigen Jäger wird später ein engagierter Naturschützer und ein Mitbegründer der amerikanischen Pfadfinderbewegung.

Ebenso lebendige wie klare Illustrationen, Zeichnungen von eindringlicher Schönheit und ungewöhnliche Perspektiven, beeindrucken den jungen wie den schon älteren Leser, der gebannt des britischen Kinderbuchautors William Grill. Bewegt folgt er der auf Originaltexten Setons beruhenden Geschichte eines um seine Liebe trauernden Wolfes und staunt darüber, wie reduziert Grill die Weiten New Mexicos, das Cowboyleben und das Verhalten der Wölfe einzufangen vermag.


Im Gehen: Gedichte
Im Gehen: Gedichte
von Ilse Helbich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit der gleichen Haltung sieht sie dem Tod entgegen, wie sie es mit ihrem Leben tat, 19. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Im Gehen: Gedichte (Gebundene Ausgabe)
Erst 1989 hat die 1923 geborene österreichische Autorin Ilse Helbich begonnen, erste Prosastücke zu schreiben. Später ist sie mit Romanen und Erzählungen einem kleinen Publikum vor allem in der Alpenrepublik bekannt geworden. Im Jahr 2009, schon hochbetagt, hat sie unter dem Titel „Das Haus“ ein stark autobiographisch geprägtes kleines Buch vorgelegt, in dem sie von einer Frau erzählt und ihren Erfahrungen im letzten Teil ihres Lebens und mit dem sie auch über die österreichische Grenze hinaus einem größeren Publikum bekannt wurde.

Die 2012 veröffentlichen „Erkundungen“ unter dem Titel „Grenzland. Zwischenland“, ebenfalls bei Droschl, der sich um die betagte Autorin sehr verdient gemacht hat, beschrieben in kurzen Notaten, aber auch einmal längeren Essays den Alltag und das Leben der über neunzigjährigen Schriftstellerin in ihrem geliebten Haus und in dem Dorf, zu dem sie seit langem selbstverständlich dazugehört. Es sind Beobachtungen von tiefer Spiritualität, wenn sie etwa vom Schreiben erzählt oder von der Langeweile. Texte sind das, denen man die Anstrengung nicht abspürt, die das Verfassen für die Autorin bedeutet, Texte, die aufmerksam und aufrichtig ihr Leben, ihre Umwelt und die Menschen zurückhaltend beobachtend beschreiben.

Da ist auch von viel Schwerem die Rede, doch mit einer solchen literarischen Leichtigkeit, dass man wie schon bei „Das Haus“ bedauert, dass Ilse Helbich erst im hohen Alter mit dem Schreiben begonnen hat.

Nun legt Droschl eine schmalen Band mit frühen und auch späten Gedichten der mittlerweile 94- jährigen Ilse Helbich vor, die zeigen, wie schon lange, bevor sie den Mut zu ihrem ersten Prosastück hatte, Ilse Helbich ihre sensible Sprachkunst entwickelt hatte, geprägt von einer scharfen Beobachtungsgabe und einem sensiblem und immer kritischen Blick auf ihre Mitmenschen, ihren Alltag und die Welt, in der sie versucht, sich in den verschiedenen Lebensaltern zurecht zu finden.
Am 20.November 2016 schreibt sie am Ende der Gedichtsammlung: „Es ist gesagt, was zu sagen war. Das Andere, das jetzt ist, entzieht sich den Worten. Tief innen ist jetzt eine Melodie, die sich dem Nachsingen versagt.“

Mit der gleichen Haltung sieht sie dem Tod entgegen, wie sie es mit ihrem Leben tat.


Die Geschichte der getrennten Wege: Band 3 der Neapolitanischen Saga (Erwachsenenjahre) (Neapolitanische Saga)
Die Geschichte der getrennten Wege: Band 3 der Neapolitanischen Saga (Erwachsenenjahre) (Neapolitanische Saga)
von Elena Ferrante
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der bisher beste und auch politischste der bisherigen Romane der auf vier Bände angelegten Reihe, 6. September 2017
Der hier vorliegende dritte Band der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante mit dem Titel „Die Geschichte der getrennten Wege. Erwachsenenjahre“ ist der bisher beste und auch politischste der bisherigen Romane der auf vier Bände angelegten Reihe. Nicht nur weil er in einer ähnlichen Zeit, eben nur in Italien spielt, hat er mich in vielem an das etwa zeitgleich erschienene vierte Buch der Autobiographie Ulla Hahns mit dem Titel „Wir werden erwartet“ erinnert.

Lila und Elena sind mittlerweile erwachsen geworden. Lila hat sich von ihrem Mann Stefano getrennt und lebt nun mit ihrem Sohn Gennaro und Enzo in einem armen Stadtteil und fristet in einer Fleischfabrik ein kärgliches Leben. Elena ist mit ihrem ersten Roman erfolgreich und hat ihren Verlobten Pietro, einen jungen Professor aus einer Familie von Intellektuellen, geheiratet. Sie wird zweifache Mutter und lässt sich, nachdem sie zunächst noch mit engagierten Artikeln in der „Unita“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, immer mehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter drängen.

Dabei ist in den Jahren 1968 ff. die Gesellschaft, in der sie lebt, vielleicht noch stärker, als das in Ulla Hahns Deutschland der Fall war, von einem enormen Umbruch und einer revolutionären Energie betroffen, die bis zu den Auswüchsen der Roten Brigaden führt. Viele der früheren, in den beiden ersten Büchern schon aufgetauchten Freunde von Elena, sind in diese gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verwickelt und auch Elena versucht sich damit auseinanderzusetzen. Aber wie schon ihr ganzes Leben lang versucht sie, sich an anderen zu orientieren. Sie will, zu einer Schicht von Menschen gehören, die eine andere Herkunft haben als sie, mit enormen Anstrengungen schafft sie das auch immer wieder, aber sie kommt kaum wirklich zu sich selbst.

Das Verhältnis zu ihrer Freundin Lila bleibt entfremdet, auch und gerade dann, als Lila zusammen mit Enzo in der neuen Technik der Computer reüssiert und bei ihrem früheren Erzfeind sich anstellen lässt und eine Menge Geld verdient. Im zweiten Band stand Elena am Ende einem Mann gegenüber, den sie fast schon vergessen hatte. Dieser Mann taucht wieder auf, und die Beziehung zu ihm scheint dem Leben Elenas eine neue Wendung zu geben. Unklar wird bis zum vierten Band bleiben, ob zum Guten oder zum Schlechten.

Es ist beachtenswert, wie es der nach wie vor unbekannten Autorin gelingt, ihre zahlreichen Figuren (sie werden am Anfang jeden Bandes zum Nachschlagen zwischendurch aufgeführt und vorgestellt) über einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert in immer wieder neuen Verwicklungen und Situationen auftauchen zu lassen. Neben dem zweifellos vorhandenen unterhaltsamen Charakter der Romanreihe ergibt sich aber zusätzlich ein überzeugendes Gesellschaftsbild Italiens Im Allgemeinen und Neapels im Besonderen.

Es geht um den sich entwickelnden Feminismus, um die politischen Kämpfe der Arbeiter und Studenten und um eine ganze Menge Widersprüche, vor allem aber wieder um diese ganz besondere Freundschaft zwischen zwei Frauen, die aus der gleichen sozialen Situation kommen, deren Leben sich aber so unterschiedlich entwickelt.

Der vierte, für den Februar 2018 angekündigte Band wird für eine große Leserschaft nicht nur offenbaren, wie es mit der Geschichte dieser beiden Frauen und dem großen Netzwerk von Personen, in dem sie leben, weitergeht, sondern vielleicht auch das Geheimnis von Lila lüften, deren plötzliches Verschwinden im Alter von 66 Jahren der eigentliche Grund war, dass Elena Ferrante ihre Geschichte niederschrieb.


Drei sind keiner zu viel
Drei sind keiner zu viel
von Eulalia Canal
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Eine warmherzig und lustig erzählte und illustrierte Geschichte, 6. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Drei sind keiner zu viel (Gebundene Ausgabe)
Es ist eine gängige Erfahrung, die viele Menschen nicht nur in der Kindheit, sondern auch in ihrem Erwachsenenleben machen. Kommen drei Freunde zusammen, ist oft einer zu viel. Jeweils zwei von ihnen harmonieren hervorragend, sind sie aber alle drei beieinander, hakt es.

Die beiden Freunde in dem vorliegenden aus dem Katalanischen übersetzten Bilderbuch, der Bär und das Murmeltier verstehen sich gut. Jene Nachmittag treffen sie sich um spielen. Ihnen wird nie langweilig. Ihre Phantasie, was sie alles gemeinsam machen können, ist schier unbegrenzt.

An einem eisigen Winternachmittag sagt der Bär zu dem Murmeltier: „Heute kommt die Ente zum Spielen zu uns.“ Murmeltier ist wenig begeistert und hat Angst die Ente könnte alles verderben. Mit viel Hintersinn versucht es, die Ente vor der Tür zu halten. Ein Schild mit der Aufschrift „Wir sind Gespenster!“ macht nicht nur auf die Ente großen Eindruck, sondern, wie sich herausstellen wird, auch auf viele andere Tiere. Irgendwann aber sind sie alle im warmen Haus und danach ist so etwas wie ein Wunder geschehen. Bär, Murmeltier und Ente könne zusammen spielen und Spaß miteinander haben.

Eine warmherzig und lustig erzählte und illustrierte Geschichte über das Thema „Mitmachen lassen.“


Kleiner Drache - große Wut
Kleiner Drache - große Wut
von Robert Starling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes witzig illustriertes Bilderbuch über einen sinnvollen Umgang mit Wut, 6. September 2017
Finn ist ein kleiner Drache, der grosse Probleme damit hat, mit Frustrationen und Enttäuschungen umzugehen. Immer wird er bei den kleinsten Gelegenheiten zu Hause, aber auch beim Spielen mit seinen Freunden wütend, unangemessen wütend. Immer mehr isoliert er sich dadurch.

Bis er eines Tages Rat bei seiner Mutter sucht. „Jeder wird mal wütend“, sagt sie. „Aber wir müssen auch lernen, uns wieder zu beruhigen. Ich habe da einen Trick. Ich zähle erst einmal bis zehn.“

Als Finn das dann beim nächsten Mal erfolgreich probiert hat, nimmt er danach auch wahr, wie andere Tiere damit umgehen, wenn sie wütend sind.

Und „jetzt kennt Finn viele Tricks, um seinen Ärger loszuwerden.“

Ein schönes witzig illustriertes Bilderbuch über einen sinnvollen Umgang mit Wut, der nicht von anderen Isoliert, sondern in Kontakt mit sich selbst bringt.


Das Genie
Das Genie
von Klaus Cäsar Zehrer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klaus Cäsar Zehrer ist mit diesem Buch ein bemerkenswertes Romandebüt gelungen, 6. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Das Genie (Gebundene Ausgabe)
1886 landet der junge ukrainische Einwanderer Boris Sidis in New York. Er hat keinen Cent in der Tasche, aber einen brillanten Geist und den großen Ehrgeiz, die Welt von Dummheit und Krieg zu befreien – durch Bildung. Wenige Jahre später, Boris ist inzwischen Harvard-Absolvent und ein berühmter Psychologe, wird sein Sohn geboren. Boris will an ihm demonstrieren, dass sich jedes Kind zum Genie erziehen lässt, wenn es von Anfang an die richtige Förderung bekommt. Der Erfolg ist durchschlagend: Der kleine William James (seinen Namen hat von den berühmt en Psychologen und Philosophen William James, der mit seinem Vater zeitlebens befreundet war) bricht alle Rekorde, macht mit acht Jahren seinen High-School-Abschluss und wird als »Wunderjunge von Harvard« gefeiert. Doch als Erwachsener hat William nur noch einen Wunsch: ein selbstbestimmtes Leben nach seinen Vorstellungen zu führen, auch wenn er dafür mit den Erwartungen seiner Eltern und der Gesellschaft brechen muss. Kein einfaches Ziel in einer Zeit, in der Unangepasstheit nicht sonderlich geschätzt wird und zwei Weltkriege sowie eine schwere Wirtschaftskrise die Welt erschüttern.

Ein biographischer Roman über die faszinierende, wahre Lebensgeschichte des exzentrischen Genies William James Sidis (1898–1944), bewegend und verblüffend aktuell.

Klaus Cäsar Zehrer ist mit diesem Buch ein bemerkenswertes Romandebüt gelungen. Er hat aus einem historischen Stoff einen ebenso klugen wie komischen Roman gemacht von überraschender Aktualität.


Als die Wolke bei uns wohnte
Als die Wolke bei uns wohnte
von Sabine Bohlmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Eine schöne Geschichte von einer ungewöhnlichen Freundschaft, witzig und kontrastreich illustriert, 6. September 2017
Einem Mädchen fällt auf dem Weg zum Kindergarten eine Wolke auf den Kopf. Es ist eher ein Wölkchen, denn es passt problemlos in die kleine Kindergartentasche. Das Mädchen nimmt die Wolke mit nach Hause und will sie dort aufpäppeln. Nachdem es einiges ohne Erfolg probiert hat, fragt es seine Mutter, was Wolken essen, und erfährt: Wasserdampf. Das ist mit wenigen Worten (und einer kleinen Skizze) schön anschaulich erklärt, und so bastelt das Mädchen mit Spielsachen eine Vorrichtung, damit die Wolke Wasserdampf futtern kann.
Es funktioniert, und die Wolke wächst. Auf den Illustrationen ist sie eine ganz normale Wolke, ein Gesicht hat sie nicht, sie redet auch nicht. Dennoch ist sie dem Mädchen ein Freund, mit dem es spielen kann. Eines Tages entdecken Eltern und Bruder die Wolke, reagieren aber gelassen und nehmen die Wolke quasi als neues Familienmitglied auf. Die Wolke wächst allerdings rasant und hinterlässt ständig Pfützen in der Wohnung … bis der Familienrat beschließt, dass es so nicht weitergehen kann. Es heißt Abschied nehmen. Oder doch nicht?

Eine schöne Geschichte von einer ungewöhnlichen Freundschaft, witzig und kontrastreich illustriert.


Finanzkapitalismus: Kapital und Christentum (Band 2)
Finanzkapitalismus: Kapital und Christentum (Band 2)
Preis: EUR 28,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was das alles mit der christlichen Tradition zu tun hat, wird auch im zweiten Band nicht offensichtlich, 6. September 2017
Wie man es von Eugen Drewermann gewohnt ist, geht er auch in dieser neuen Veröffentlichungsreihe mit dem Untertitel „Kapital & Christentum“ sein Thema grundsätzlich an, mit unendlich viel von ihm bearbeiteten Material, historischem und noch mehr zeitgenössischem, Verweisen auf die Literatur und unzähligen Anmerkungen und Verweisen.

Was in seinen früheren Büchern schon immer durchleuchtete, wird hier grundsätzlich und grundlegend behandelt: seine Kritik an der zerstörerischen Kraft des Kapitalismus. Hatte der Theologe und Psychoanalytiker früher oft auf die Folgen dieser Wirtschafts“ordnung“ und Produktionsweise für die einzelnen Menschen und ihr Zusammenleben hingewiesen, so legt er in diesem nun schon zweiten Band seiner neuen Reihe auf den Finanzkapitalismus. Es geht grundsätzlich um
• Geld und Kapital
• Zins als Schuldgewinn
• Banken und Börsen

Immer wieder erklärt Drewermann sehr verständlich, aber wie immer mit vielen Details, die Bedeutung dieser wirtschaftlichen und finanzpolitischen Strukturen. Immer wieder betont er die historischen Zusammenhänge der gegenwärtigen Lage und formuliert Lösungswege, die einleuchtend und tatsächlich realisierbar scheinen.

Er plädiert für eine nachhaltige und nicht länger wachstumsorientierte Wirtschaftsform. Interessant und aufschlussreich fand ich, dass Drewermann immer wieder sein tiefenpsychologisches Fachwissen einbringt, um damit gegenwärtige globale Phänomene zu beschreiben und zu erklären.

Was das alles mit der christlichen Tradition zu tun hat, wird auch im zweiten Band nicht offensichtlich. Nächstes Jahr soll der dritte Band unter dem Titel „Vom Krieg zum Frieden“ erscheinen. Vielleicht schließt sich dort der auch theologische Kreis.


Endland
Endland
von Martin Schäuble
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein politischer Thriller für Jugendliche und Erwachsene , wie er aktueller nicht sein könnte, 31. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Endland (Taschenbuch)
Das neue Buch des Schriftstellers Martin Schäuble ist eine hauptsächlich für Jugendliche geschriebene, aber auch für Erwachsene höchst interessante Dystopie, die einem beim Lesen jedoch wegen ihrer Realitätsnähe doch sehr unter die Haut geht.

Die Handlung spielt etwa zwei bis drei Jahre in der Zukunft. Eine der AfD sehr ähnliche Partei namens „Die nationale Alternative“ hat mit absoluter Mehrheit die Wahl gewonnen und die Regierung gebildet.
Die Wehrpflicht ist wieder eingeführt, Flüchtlinge heißen offiziell Invasoren, Deutschland ist aus der EU ausgetreten, hat sich politisch und wirtschaftlich isoliert. Die D-Mark ist wieder Zahlungsmittel, das Kopftuchverbot wird streng gehandhabt und es gibt neue, national gereinigte Lehrpläne an den Schulen. Genauso wie man es im Programm der AfD lesen kann. Obwohl es bei Houllebecqs „Die Unterwerfung“ die Islamisten sind, die in Frankreich an die Macht kommen, zeichnet Schäuble bis auf ein hoffnungsvolles Ende zunächst ein ähnlich düsteres Bild, in dem mit dem Fall Franco A. die Realität sogar, selbst zu des Autors eigener Überraschung, die Fiktion überholte.

Zu den handelnden Personen: Da ist Anton, der gerade seinen Wehrdienst absolviert, politisch stramm rechts eingestellt ist, auf der Linie der „Nationalen Alternative“. Durch seine Homosexualität und die Tatsache, dass sein Partner Noah ein Regierungskritiker ist, ist er erpressbar und kann einen Geheimauftrag, den er bekommt, nicht ablehnen. Eine radikale Splittergruppe der Regierungspartei schickt ihn als angeblichen Flüchtling in ein Flüchtlingslager, damit er dort einen Anschlag verüben soll. Die Begegnung mit den Flüchtlingen dort verändert ihn ganz allmählich, besonders die Begegnung mit der jungen äthiopischen Flüchtlingsfrau Fana, die vor dem Hunger und dem Elend in ihrer Heimat nach Deutschland geflohen ist und deren Weg von ihrem Leben in Äthiopien bis in das Lager Martin Schäuble sensibel und genau erzählt. Er lässt sie immer abwechselnd mit Anton und Noah zu Wort kommen und erzeugt damit eine ganz besondere Authentizität der drei Personen, ihrem Umgang mit den Verhältnissen und ihrer jeweiligen Veränderung.

Das Buch ist gründlich recherchiert. Man spürt, dass Schäuble sich nicht nur in Äthiopien gut auskennt, sondern auch die Politik der Rechten genau studiert hat. Er hat sein Buch jenen 71 Menschen gewidmet, die in Österreich in einem Lastwagen auf der Flucht erstickten. Sie tauchen in seinem Buch auf, überleben dort aber.

Ein politischer Thriller für Jugendliche und Erwachsene , wie er aktueller nicht sein könnte.


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