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Rezensionen verfasst von
Roman Nies (Helibrunna)
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Saga Die Wahre Geschichte von Israel und dem FAll der Nationen
Saga Die Wahre Geschichte von Israel und dem FAll der Nationen
von Ramon Bennett
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Semitisches Antisemitisches, 16. August 2017
Wie so oft, handelt es sich bei Werbung, die im Text das Wort wahr führt, um unwahre Werbung. Der Untertitel des Buches heißt „Die wahre Geschichte von Israel und dem Fall der Nationen.“ Wer sich als Mensch anmaßt, die „wahre“ Geschichte zu kennen, hat meist wenig Wahrheit zu bieten. Kostprobe gefällig? Da zitiert der Autor einen römischen Geschichtsschreiber aus dem ersten Jahrhundert, um den Charakter der Deutschen zu beschreiben. Anscheinend weiß der Historiker Bennett nicht, dass es damals noch gar keine Deutschen gab. Die Nachfahren der Germanen, auf die sich Tacitus bezieht, hatten die Völkerwanderung noch vor sich, die sie über Südwest- und Westeuropa verbreiten würde. Das Zitat von Tacitus ist historisch unrichtig und stimmt wahrscheinlich für kein Volk dieser Erde: „Die Germanen haben keinen Geschmack am Frieden.“ Was war der Vorwurf von Tacitus? Diese Germanen überrennen immer wieder unsere Grenzen und gefährden unser durch Eroberungen und Unterdrückung fremder Völker zustande gekommenes Reich. Und da unterstellt man leicht dem Störenfried, dass er grundsätzlich barbarisch, ungebildet und unfriedlich ist.
Dann zitiert er einen britischen Historiker aus der Zeit, als Deutschland ein ernsthafter Konkurrent für das britische Weltreich wurde: „Sich mit Arbeit um etwas zu bemühen, was mit Waffengewalt geraubt werden konnte, wurde als des germanischen Geistes unwürdig angesehen.“ Was will der Autor damit sagen? Dass die Deutschen sich nicht durch Fleiß auszeichnen? Ist der wirtschaftliche Aufschwung der letzten 60 Jahre etwa durch Waffengewalt zustande gekommen? Die These des Historikers Bennett lautet: der Deutsche ist grundsätzlich unfriedlich und kriegerisch.
Und dann haut er so Sätze heraus, die mich stark an den Antisemitismus erinnern: „Es ist auch offensichtlich, dass es im Nachkriegsdeutschland sehr wenige Deutsche mit neuer Gesinnung gibt.“ Warum antisemitisch? Weil der A sich dadurch auszeichnet, dass er Negatives verallgemeinert und dadurch rassistisch und menschenverachtend wird. B. scheint ein Deutschenhasser zu sein. Er ist damit nicht besser wie die Nazis, die Judenhasser waren.
Er behauptet, dass in Deutschland immer noch Menschen verbrannt werden, dass Deutschland immer noch ein antisemitisches Land sei, die meisten Menschen seien fremden- und judenfeindlich. Er verkennt oder ignoriert, dass es das Phänomen des A in ganz Europa gibt und schon immer gegeben hat. Er argumentiert so als ob nur tote Deutsche gute Deutsche seien. Die Tötung von Deutschen ist allenfalls ein „Schaden“: „Als die englische Königin 1992 Dresden einen Besuch abstattete, wurde sie von Deutschen mit Eiern, Tomaten und Äpfeln beworfen, wegen des Schadens, der von den Briten in ihrer Stadt angerichtet wurde.“ So wie ich die Dresdner kenne, war das nicht der Grund, sondern weil sie lange nach Kriegsende diesen Angriff auf Dresden kurz vor Kriegsende immer noch gerechtfertigt hat und dem Planer des Angriffs, Bomber-Harris, ein Denkmal gesetzt hatte.
Vieles was der Autor schreibt ist unsachlich oder schlicht falsch. Deutschland sei auf dem ersten Platz der Waffenlieferanten. Er schreibt 1992, dass die Deutschen ihre Grenzen wirkungsvoll gegen Ausländer abgeriegelt haben. Das bedeutet also, dass im Jahr 2017 die Deutschen sehr ausländerfreundlich geworden sind. Das Buch ist nicht up to date. Es ist auch sehr fraglich, dass die Deutschen durch den 2. WG „die größten Verluste an Menschenleben in der gesamten Weltgeschichte verursacht“ haben. Die Kolonialpolitik Großbritanniens hat nach Schätzungen weit mehr Opfer allein in Indien gefordert. Aber nicht durch kriegerische Handlungen, sondern durch Wirtschaftssanktionen, bei denen es nicht um das Überleben eines einzigen Engländers ging, sondern lediglich um Macht und Wohlstand.
Fairerweise muss gesagt werden, dass auch vieles stimmt, was er schreibt: „Kann ein Mensch den König der Juden lieben und gleichzeitig seine Familie nach dem Fleisch hassen?“ Damit hebt er auf die Tatsache ab, dass die Kirchenchristenheit dem Juden Jesus huldigt, aber die jüdischen Brüder und Schwestern ablehnt oder bekämpft. Er stellt sehr deutlich heraus, was die Nationen, nicht nur Deutschland, alles angestellt haben, womit sie ihre Israelfeindlichkeit unter Beweis gestellt haben. Besonders interessant ist wie er die Geschichte Großbritanniens mit Palästina seit 1917 detailliert schildert. Die Schlussfolgerung ist typisch für ihn. Wegen den Briten sei es zu den jüdisch-arabischen Kriegen und Terroraktionen seit der Staatsgründung gekommen. Auch erwähnt er die Blockade, die jüdische Siedler davon abhielten in ihr Land zu gelangen: „Der heutige Konflikt ist deshalb nicht mehr und nicht weniger als die Folge von nicht eingehaltenen Versprechen und Vorurteilen auf der Seite der Briten.“ und die Verweigerung eine Million Juden aus Ungarn nach Israel auswandern zu lassen, bevor sie in den Vernichtungslagern der Nazis landeten.
Man liest in dem Buch von Seite eins bis zum Ende nur Beschuldigungen und Anklagen und der Höhepunkt ist, dass er den Nationen nicht nur ihre Sünden gegenüber den Juden und Gott vorhält, sondern ihnen auch konkret den Gerichtsspruch zuordnet. Und der kann in den meisten Fällen nur Vernichtung der Nation heißen. Ein bisschen mehr Demut wäre da vielleicht passender, denn es sind immer noch die Juden, die – aus Sicht eines Christen, zu denen sich der Autor zählt – Jesus ermordet haben und damit die größte Schandtat der Menschheitsgeschichte begangen haben. Und deshalb sollte sich ein Jude etwas mehr zurückhalten, wenn er die Sünden anderer Völker verurteilt. Es stimmt, die Nationen zeigen ein schändliches Verhalten gegenüber Israel. Der Antisemitismus ist auch die größte Sünde der Kirchenchristenheit (zur Erinnerung, die Nazis waren Katholiken und Protestanten). Und das muss auch gesagt werden. Aber es dient der Sache nicht, wenn man gnadenlos austeilt und dabei Unwahrheiten, Ungenauigkeiten, Verallgemeinerungen, Plattitüden, Vorurteile, die mehr falsch als richtig sind, verbreitet. Wer solche schwerwiegenden Anschuldigungen in die Welt setzt, sollte sich mehr Mühe geben, bei seiner Recherche. Sonst wäre schweigen besser. Vielleicht macht der Autor Propaganda für die richtige Sache, aber ganz sicher mit falschen Mitteln. Der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel. Der Spruch stammt von einem Jesuiten, und das waren die größten Feinde der Juden! Der Verdacht ergibt sich, dass der Autor genauso gehässig und ungerecht ist wie die, denen er es vorwirft. Wenn er will, dass sich der Verdacht nicht einstellt, muss er anders schreiben. Er muss es wollen, denn so kann er nicht überzeugen und schürt eher noch die Vorurteile der Antisemiten.


Wenn Mauern fallen. Zwei Marienschwestern entdecken die Freiheit des Evangeliums.
Wenn Mauern fallen. Zwei Marienschwestern entdecken die Freiheit des Evangeliums.
von Marianne ; Lemmetyinen, Riitta Jansson
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Die Mauern stehen noch, 9. August 2017
Bei zu vielen stehen die Mauern der Borniertheit, des religiösen Fanatismus, der immer eine Art Selbstvergötzung ist, und der Ignoranz gegenüber der Wahrheit noch. Endlich schreibt einmal jemand ein Buch, der selber zu diesen Scheinfrommen, die sich selber in eine heillose Sackgasse verrennen, gehört hat, dem ganzen Wahnsinn aber entronnen ist. So viele gibt es davon leider nicht. Aus den eingemauerten, vom echten Leben ausgeschlossenen Anstalten, Unterwelten für sich, gibt es nur schwer ein Herauskommen. Im vorliegenden Fall sind es zwei Ordensschwestern, die einem pseudo-evangelischen Marienschwesterninternat mit weltweiter Verbreitung angehört haben, sich aber davon befreien konnten, weil die Unterschiede zu dem, was in der Bibel über den Glauben an Jesus Christus zu lesen ist und dem, was die Führerin des Klosters behauptet und vorgelebt hat, fundamental sind. Dieser Orden funktioniert wie so viele andere auch, nach dem Prinzip "Führer befiehl, wir folgen dir!" und zwar bedingungslos und kritiklos, weil das als Sakrileg betrachtet und auch mit mittelalterlichen Methoden (die Mönchsorden der kath. Kirche stammen ja aus dem Mittelalter, das in dem Fall sehr finster war) geahndet wird. Das ist ein religiöses Geschwurbel aus okkulter Mystik, Geheimlehre, Verschwörungstheorien, Prophetien, die sich nie erfüllen und doch immer wieder probiert werden, eingeschworenem Führerkult, harter Fronarbeit, Unterwerfungsritualen und zur Tarnung mit einem Wandbehang an isolierten Bibelversen, die noch nicht einmal richtig verstanden werden.
Mit christlicher Nachfolge hat das alles, das haben die Autoren erkannt, ebensowenig zu tun wie mit biblischer Lehre. Im Protestantismus versteht man das Neue Testament so, dass das Heil nur in Jesus Christus, auf der Grundlage des Glaubens an Ihn und der Gnade Gottes zu erlangen ist und niemals durch eigene Bemühungen oder eigene Werke. Das glaubt man im Unterschied in der katholischen Kirche wie in den übrigen, nicht bibelkonformen Religionen. Das bedeutet, dass der Orden der Marienschwestern sich zu Unrecht zum Protestantismus zählen lässt. Er vertritt, dass die Erlösung durch den Glauben (dass man Jesus lieben und mit Ihm leiden muss) durch die entsprechenden Werke festgemacht werden muss. Wobei der "Glauben" in den Hintergrund tritt und das Leben eindeutig von Werken bestimmt wird. Hinzu kommt, dass die Oberin in ihrem Größenwahn, typisch für diese Art selbsternannten Superheiligen (man erkennt sie daran, dass sie über sich sagen: "ich bin so demütig, dass ich darin allen ein Vorbild sein kann"), behauptet, sie habe mit Gott persönlich nicht nur Kontakt, sondern sie würde ihn (der also offensichtlich weniger gnädig ist als der Mensch) wiederholt von seinem Zorn abgehalten haben, den er eigentlich ausüben wollte. Da wird schamlos gelogen und betrogen, dass man sich nicht mehr wundert, warum in Klöstern und Kirchengebäuden so viele gebogene Balken zu sehen sind. Mancher Zimmermann wundert sich, hat er doch vor Jahren einen geraden Balken eingezogen.
Das Buch ist leicht leserlich und lässt immer leicht nachvollziehen wie der geistliche Werdegang der Protagonisten war. Wie und warum dachten und handelten sie, ist immer verständlich und folgerichtig. Jeder Klosterbruder und jede Nonne sollte das Buch lesen. Aber für viele bedeutet schon der Besitz des Buches, noch vor dem Lesen, eine Beleidigung Gottes. Dabei wollen die Autorinnen den Leser nur zur Bibel und dem Evangelium hinführen. Also das Gegenteil von dem, was in den kirchlichen Verbildungsanstalten immer wieder und immer weiter praktiziert wird.
Das Problem der Klöster ist ja nicht, dass dort Menschen von der Welt abgeschieden leben, sondern, dass es dort zu geistlicher Bevormundung und Erziehung zu Unfreiheit kommen kann (das muss nicht überall so sein, daher formuliere ich in der Möglichkeitsform). Im Vorliegenden Fall lässt sich die Anstaltsleiterin zur "Mutter", zur Mittlerin Gottes (nach der Bibel ist nur der Sohn Gottes Mittler), zur Stellvertreterin Gottes (wie der Papst) ausrufen, die den Zorn Gottes an die Insassen der Straf- und Leidensanstalt weiterzugeben hat (S. 47). Sie kündigt ständig furchtbare Gerichte Gottes an, Gnade bekommt nur der, der es verdient hat! Und so kommt es ständig zu Drohungen und Forderungen, die allein der Führerin zur Ehre gereichen. Ihre Macht bleibt unangefochten, ihr Ansehen wird größer durch das Beknien und Bebuckeln ihrer kleinen Mitschwestern. Als wichtigste Lektion deklariert sie, typisch für Sektiererei mit Gehirnwaschungen "den Verstand in den Tod zu geben" (S. 75). Doch Gott ist ein Gott der Lebenden. Er will nichts Abgestorbenes. Im Grunde führt sie ein freundlich lächelndes Schreckensregiment. Ihre Führeransprachen, Führerbefehle und Reden sind jedoch geheim. Sie dürfen nicht nach außen weitergegeben werden, außer in der autorisierten, "zensierten", propagandistisch korrekten Form. Strenge Strafen und die Pflicht dauernd auch die kleinsten Vergehen, vermeintliche oder tatsächliche, zu bekennen und dafür sofort umfangreiche Bußaufgaben zu übernehmen, regeln das Klosterleben. Die Persönlichkeit der Individuen und ihr Willen sollen gebrochen (S. 133) und ausgelöscht werden, dass sie "gleichgeschaltet" werden können (S. 90). So sind sie leichter steuerbar. Erlösung durch Leiden, weil nur das Leiden die Liebe zu Jesus zeigt und nur so der Glauben an diese perverse Entstellung biblischer Gedanken mit dem Bräutigam Jesus hochzeitlich vereint. Die Liebe zu Jesus, wie sie hier missverstanden wird, wird radikalisiert, so dass sie unfrei ist und nicht echt sein kann. "Der Beweis, dass die Schwester ihn wirklich liebt, liegt darin, dass sie jede Bindung an Menschen, insbesondere an die eigene Familie, loslässt." (S. 72 ) Beendigung oder Beerdigung von Liebe ist niemals Liebe. Hier wird der Unterschied zur Lehre der Bibel deutlich. Die Bibel redet von der Mehrliebe Gottes, aber nie davon, dass man jemand nicht, oder weniger lieben sollte. "Dem Wesen der Liebe ist jede Gewalt fremd, auch geistliche Gewalt." Ein Satz der Autorin, den sich viele, besonders männliche, Kirchenchristen hinter die Ohren und auf die Stirn schreiben sollten!
Jesus habe am Kreuz nicht alles vollbracht, sagt die Mutter Oberin, Er habe nur einen Anfang gesetzt, dem es nachzufolgen gilt. Das geschehe dadurch, dass man alle Leiden ergreift, derer man habhaft werden kann. Man solle daher bewusst auf das Erfreuliche und Angenehme verzichten, um so Leiden zu erzeugen, an denen man wahrhaft zum Jesusnachfolger wird. Im Ergebnis wird die biblische Kreuzestheologie ins Gegenteil verdreht: "Gott schenkt nicht mehr den Menschen seinen Trost durch das Kreuz Christi, sondern der Mensch muss Christus durch das von ihm getragene Kreuz trösten." (S. 98) Hier zeigt sich der grenzenlose Hochmut des selbstverherrlichenden Menschen. Er setzt sich anstelle von Gott und gibt dabei vor, ihn zu ehren. Und manche wollen sich sogar neben Jesu auf Golgatha hängen lassen, obwohl dieses Ereignis ein für alle Mal stattgefunden hat. Mutter Basilea gehört auch dazu: "Der Vater ... sagte im heiligen Ernst, dass Er nochmal seinen Zorn und sein Gericht über die Welt zurückhalten wollte, solange ich aushalte mit seinem Sohn vereint auf Golgatha!" (S. 148) Ein verdunkeltes Evangelium ist kein Evangelium mehr! Jesus wird reduziert zu einer Karikatur, die über sich selber sagt, dass sie machtlos sei, Satan zurückzuhalten (S. 162), obwohl Jesus laut Bibel Satan, Tod und Hölle überwunden hat.
Abweichler und Nestbeschmutzer von dieser Sektiererei werden verleumdet und unbarmherzig bekämpft, wie auch die zwei Autorinnen erfuhren. Sie stellten jahrelang ihre Arbeitskraft "auf diesem Weg der Sinnlosigkeit" (S. 74) zur Verfügung, ohne Rentenanspruch, ohne Krankenversicherung, ohne Entlohnung, um dann, nachdem sie auf die Verständnisfehler und das falsche Evangelium nachsichtig hinwiesen, als Persona non grata auf die Straße geworfen zu werden. Sie hätten nicht auf die Stimme des Gewissens gehört, sondern seien einer Verführung zum Widerstand gegen Gott auf den Leim gegangen (S. 136). So geht das immer bei den Scheinfrommen. Sie setzen ihre Institution mit Gott gleich. Wer nicht mehr mit den Wölfen im Schafspelz mitheult, wird zerrissen. Da ist keine echte Liebessubstanz, bei denen, die eine künstliche "Liebe" (was immer das ist) aufgebaut haben. Die Nächstenliebe wird nur zur Schau gestellt, der Kern des wahren Wesens ist die Lüge, der Betrug, der Machtmissbrauch, die Selbstverehrung und all das, was die Bibel Götzendienst nennt. Eine Erhöhung von Stroh zum Heiligtum. Und dieses Stroh wächst dann auch reichlich im Oberstübchen und wird folgerichtig in die Wortbekundungen mit eingedroschen. Wer mit der Verstockung gegenüber der Wahrheit anfängt, macht bei der Verblödung noch lange nicht halt. Er zimmert dann sein eigenes Weltbild, das immer mehr den Bezug zur Wirklichkeit verliert.
Lässt das Buch irgend etwas Gutes an diesem Marienschwesternstift? Ja, es sind die Menschen, die sich mühen, gewissenhaft zu sein, die Ausgebeuteten. Es sind die, die erkennen, dass die Forderungen tadellos zu sein, nicht einzuhalten sind, dass man immer wieder bei allem ernsthaften Mühen wieder auf sich zurück fällt. Genau dazu diente schon die Torah. Die Guten, das sind die, die anfangen nachzudenken und zu zweifeln. Hier zeigt sich "zweifeln" kann ein wertvolles Hilfsmittel zur Wirklichkeitsfindung sein. Und mit großem Erstaunen stellt man fest, auch bei dieser Ansammlung hingebungsvoller Frauen gibt es deutliche Anzeichen von Vernunft. Verdient hat sie niemand, die Vernunft, aber wenn sie schon mal da ist, darf man sich dafür bedanken: dieser Orden unterscheidet sich doch von vergleichbaren katholischen Einrichtungen, er unterstützt Israel, den Staat und das Volk! Sind die Menschen auch noch so ungnädig, Gott ist es anscheinend nicht!
Das Schlusswort sollen die Autorinnen haben, deren Buch eine weite Verbreitung zu wünschen ist: ""genau das hatten wir in unserem Leben mit großem Eifer versucht: Christis Beispiel zu entsprechen. Wohin hatte es uns geführt? Nicht zur Freude des Evangeliums. Es geschah vielmehr das Umgekehrte. Christi Beispiel, die edelste Form des Gesetzes, wurde zur unerbittlichen Forderung, die die innere Freude raubte.... Die Nachfolge kann nur durch den Glauben geschehen, nicht durch Askese und eigene Willensanstrengung. Darin sucht der Mensch letztlich nur seine eigene Verwirklichung." (S. 211). Wann kapiert das der Mensch endlich?
Dringende Leseempfehlung an alle hinter kirchlichen Mauern gefangenen!


The Misunderstood Jew: The Church and the Scandal of the Jewish Jesus
The Misunderstood Jew: The Church and the Scandal of the Jewish Jesus
von Amy-Jill Levine
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1.0 von 5 Sternen Killing the Messiah, 5. August 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
This book is a big disappointment. You read it and read and read and you hear nothing new. The author is just repeating what the New Testament says. He spends a lot of words to explain something, but in the end he has not really explained anything. He relates for example the parable of the Pharisee and the customs officer in the synagogue. In the end he says, the latter was more justified in his attitude towards God than the Pharisee. The reader may wonder, if that is not exactly that what the Bible text is saying since 2000 Years! Now it all came over America - thanks to Levine!
I have no idea why this book was so successful. It was written to help Christians and Jews to understand the Jewishness of Jesus. But the author hardly mentions more about Jesus `Jewishness except that what is apparent from the Scriptures. The sub-title of the book is "The church and the scandal of the Jewish Jesus" but we do not find in this book anything about this scandal. Except grossly that the church misunderstood the Jews and the Bible altogether. Yes, we know already. Examples? Yes, we know them already!Therefore I think the sub-title was set to attract buyers. It succeeded! I bought the book and I regreted! With flies you hook fishes, But the fishes should not catch this bait!
I can hardly imagine that the authors lines and widely non-informing truths could provoke honest conservation and debate about how Christians and Jews should understand Jesus, the New Testament, and each other. Any Jew, who reads the New Testament will be easily realizing that Jesus was a Jew. It is too apparent. The New Testament is a Jewish book. This book has no share in that and seems to be superfluous. It is not precisely the book Jews had been waiting for, because that book is already existing since 2000 years. It is the Bible.
The writing style of the book is sometimes annoying. Sometimes you have the feeling that the author thinks that you have no idea about what he is talking. But reading so many books which were published in the USA, you have to recognize that this style is a common thing. The American Way. Whenever you write a book and want to find a publisher, you have to take into account that selling the book to many people means necessarily to selling it to less educated people, where your explaining style needs to be: 1+1 is 2, and because 1+1 is 2, it is very likely that this goes also tomorrow and maybe even the day after tomorrow, so let us suppose that 1+1 is 2. Aha! I got it!
In deed for Europeans it is sometimes hard to accept the writing style in US-books. It is often appearing to be boring and wasting your precious time! Things which could easily be said in one short sentence are stretched to an epic.
Sometimes the author is funny. The author assumes that Bible verses which are not feministic enough must be fraudes and additions. Jesus did not void the Sabbath, he declared not all foods clean - such stuff is all legends of the later church. Levine knows it! The author even alleges the New Testament writers, who were mostly Jews, that they were anti-semitic. Why is it anti-semitic when you criticize Jews for their wrongs? This debate seems to be quite modern. Often the author operates according to this method. First he says something which only few doubt. Then he says, that it cannot reasonably be doubted and that many if not most doubt it! Cheap kind of attracting applause! And apparently he has come to instruct the readers about this as a new finding. In reading I found myself sometimes versus the author preaching with dedication that we readers should finally accept that one and one is two. I apologize for knowing it! Most stuff the author tells is cold coffee.
Levine seems to be confused whether he should believe bible critics or the historical record of the bible.
Levine calls her book "The misunderstood Jesus", but she seems herself to be the one who did not understand Jesus. Pauls message, she says, triumphed over Mathews lawfulness. And no good news for Jews that Paul demolished the jewish identity.(p. 84). But the truth is, that Paul, himself a Jew, never touched the meaningfullness of and the promises made for Israel.
It is interesting to see that the author criticizes Christians for making all Jews responsible for the murder of Jesus. There were only some Jews present when Jesus was sentenced to death and crucified. Later generations cannot be made responsible. But what about the Holocaust and the guilt of the Germans of today? It are often Jews who remind Germans that they have a special responsibility. And yes they have. And yes Jews have a special responsibility for Christ. Not in the sense that their own blood must flow, but in the sense, that they should understand what has happened and why it happened and take precautions that nothing of the same kind happens ever again. Right? Do not kill the Messiah again, Mrs Levine!


Allversöhnung: Was sagt die Bibel dazu?
Allversöhnung: Was sagt die Bibel dazu?
von Thomas Zimmermanns
  Taschenbuch

1.0 von 5 Sternen Das übliche Chaosbild eines überforderten Gottes, 16. Juli 2017
Was soll man zu diesem Buch sagen? Es strotzt vor Fehlern. Ich greife nur zwei heraus.
„Ausgangspunkt der Allversöhnungslehre ist die Überzeugung, dass Gott in erster Linie Liebe, Gnade und Barmherzigkeit sei und dass damit die Vollstreckung ewiger Höllenstrafen unvereinbar sei.“
Das ist jedenfalls nicht der Ausgangspunkt der Lehre, wie sie sich einem Bibelleser darstellt, denn für einen Bibelleser, der daran glaubt, dass die Bibel Gottes Wort ist, werden die folgenden Stellen als maßgeblich für die Lehre von der Allvollendung zu gelten haben. In Bezug auf die Versöhnung aller: 2.Kor 5,19, Kol. 1:20, Eph 1,9-10, in Bezug auf Erlösung aller Ps. 22, 27, Ps. 51, 13, Jes. 45, 23, Ps 65,2, Ps 67;3, Ps 64,9, Joh 12:32; Joh. 3,17; Röm 11,32; Röm 11,36; Kol 1,15-17: 1 Kor 15,22-28; Phil 2,10-11; 1.Tim 4:10; Of 5,13: In Bezug darauf, dass Tod und Leid für jeden ein Ende haben wird Hos 13,14; Jes 25,8ff; 1Ko15.26; 1Ko15.54-57; Of 21, 1.4: In Bezug darauf, dass die Wirkung des Teufels ein Ende haben wird 1.Joh 3,6 : In Bezug darauf, dass das Gericht als Zurechtbringung dient 1Petr. 4, 6; Sach 13,9; Ps 107, 10ff; Jes. 1,27;Zeph 3,8f; Jes 30,18; Jes 44,8 ; Klag 3,31-32; Ps. 103, 2-4; Ps. 145, 8-10a: In Bezug darauf, dass Gott das, was Er will zur Vollendung bringt Luk 14, 28-30; Hiob 41,2; Psalm 135,6; Jes 46,10f; Jer 32,27; Mt 19,26/ Lk 18,27; Röm 12,3; Röm 9,18; Röm 8.20; Eph. 2, 8; 1.Tim. 2:4; 4:10; Röm. 9:16; Dan 4:32; Ps. 135:6 „1.Chron. 29:11,12; Röm. 9:19; Eph 1,11 In Bezug darauf, dass die teils mit Ewigkeit übersetzten Äonen nicht ewig sein können: Römer 16, 25. 26; Titus 1, 1. 2. Das heißt, es gibt eine Fülle von Aussagen der Bibel, die keinen anderen Schluss zuzulassen scheinen, als dass die Bibel einen Gott bezeugt, der seine Schöpfung auf dem von Ihm beschlossenen Weg der Erlösung über Jesus Christus im Laufe von Äonen zur heilsgeschichtlichen Vollendung zu bringen. Das ist der Sinn der Schöpfung, Gott verherrlicht sich durch sie. Und Er verherrlicht sich, indem er die Schöpfung verherrlicht. Wenn statt einer verherrlichten Schöpfung als Resultat seines Ratschlusses eine verelendigte Hölle stünde, hätte Gott sein Ziel nicht erreicht. Die Bibel enthält weder die Lehre, dass das Ziel Gottes sei, die Menschheit in einer Hölle zu quälen, noch enthält sie die Lehre, dass eine Hölle der Verbleib auch nur eines einzigen, geschweige denn einer Vielzahl von Menschen sei.

Der Autor verbreitet statt der Lehre, die er angreift, dass alle Menschen im Lauf der Zeitalter am Ende doch in Dankbarkeit und Anbetung die Knie vor ihrem Heiland und Schöpfer beugen, die Gegen- Lehre, dass Gott nicht die Macht hat, den größten Teil der Menschheit davor zu bewahren in einer angeblich endlosen Hölle, die Gott selber geschaffen hat, für ihren Unglauben gestraft und gequält zu werden, in einer völlig sinnlosen Verunendlichung einer Existenz, deren Beginn sie nicht zu verantworten hatten. Diese Lehre stammt aus dem Heidentum, das an Götter glaubte, die den Menschen nicht wohl gesonnen sind. In der Bibel wird ein solcher Anti-Gott Satan genannt.
Warum gibt es Christen, die im 21. Jahrhundert immer noch diese Lehren, die von der katholischen Kirche ab dem vierten Jahrhundert in die Christenheit eingeführt worden ist, immer noch festhalten? Die Kirchen sind ja überwiegend vom biblischen Glauben abgefallen. Es dominiert mehr Bibelkritik, Liberalismus, Humanismus, Rationalismus, Zeitgeist. Es formt sich eine Art ökumenische Einheit, daher muss ein Grundkonsens gehalten werden. Und daher hält man auch an alten, traditionellen Vorstellungen der Kirchen fest, die ihre Akademien den nachfolgenden Theologiegenerationen einpauken. Für die Amtskirche kam die Lehre von der ewigen Hölle zupass, weil man damit Macht auf das Kirchenvolk ausüben konnte. Man drohte mit der Höllenstrafe, wenn man der Kirche nicht gehorsam war. Man ging sogar soweit, Mitmenschen die Höllenqualen schon mal als Vorgeschmack zu präsentieren, mit dem Argument, dass es darauf nicht ankam, weil die Kirchengegner ja sowieso endlos on der Hölle gequält würden.
Unterm Strich bleibt aber bei dieser Art Verdammungslehre, seit jeher ein Schandmahl der Kirchenchristenheit, das nach Meinung etlicher aufgeklärter Theologen, die nicht den vom Staat bevorzugten Großkirchen angehören, Gott verunehrt und zu einem sadistischen Gewaltherrscher reduziert, nur übrig, dass sich die Menschen nicht echt bekehren, weil sie nur aus Angst eine Art „Glauben“ haben, der natürlich für einen Gott, der sich als liebender Vater geben möchte, nicht akzeptabel ist. Oder die Leute wenden sich mit Abscheu von diesem Gottesbild, das die Höllenprediger verbreiten, ab, da zwar behauptet wird, dass Gott die Liebe in Person sei, aber diese Liebe den Großteil der Menschen doch für immer in der Verdammung lässt. Der gesunde Menschenverstand, den der Mensch von Gott bekommen hat, wehrt sich gegen so einen absurden Widerspruch. Und ist empört dann in der Bibel deutliche Hinweise dafür zu finden, dass die Gerichte für Gott widerstrebende Sünder zwar lang und schwer sind, dass sie aber ausschließlich dem Zweck der Läuterung dienen. Die Gerichte Gottes stehen also im Dienst, der Fürsorge und Liebe Gottes.

Das oft vorgebrachte Argument gegen die Wirksamkeit der Liebe Gottes durch Gegner der Allversöhnungslehre wird durch die häufigen Wiederholungen auch nicht überzeugender: „Dem muss entgegengehalten werden, dass Gott nach dem Zeugnis seines Wortes nicht nur Liebe und Barmherzigkeit verkörpert, sondern gleichermaßen auch Heiligkeit und Gerechtigkeit.“ Hier wird der typische Denkfehler gemacht, Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit gegen seine Liebe und Barmherzigkeit auszuspielen. Tatsächlich ist es aber so, dass nach der Lehre der Bibel sich beide nicht widersprechen, sondern ergänzen. Die Gerechtigkeit ist nach Lehre der Bibel ebenso wie die Heiligkeit ganz vollkommen für die Menschen durch Jesus Christus gekommen und verfügbar. Diese gilt für alle Menschen. Deshalb ist der Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes Genüge getan. Die Gegner der Allversöhnung tun immer so, als wüssten sie, dass es Menschen gibt, die sich nie zu Jesus bekehren würden, als ob sie in die fernste Zukunft der Ewigkeit gereist wären, um dort festgestellt zu haben, dass am Ende der Zeit noch welche übrig geblieben wären, die sich für die Hölle, die nur in der Fantasie der Gegner der Allversöhnung existiert, qualifiziert haben. Sie trauen Gott nicht zu, dass sie jeden Menschen zur Reue bringen, dabei sollten sie bedenken, dass sogar so Leute wie Paulus oder auch sie selber (einschließlich dem Autor), die mit großem Nachdruck und Eifer die Verdammungslehre vertreten, zur Reue gebracht hat (nun ja, vielleicht noch nicht ganz in jeder Beziehung…).
So ein Buch zu schreiben, ist ja auch so ein Beispiel für einen irrtumsbedingten Eifer, der darauf aus ist, die Menschen vor der angeblichen Irrlehre der Allversöhnung zu warnen, weil sie dazu führen könnte, dass sich Christen oder Unbekehrte dann in Sicherheit wiegen könnten. Aber auch das scheint eher den Glauben an einen Gott zu offenbaren, dem man nicht viel Vertrauen schenken kann, den man aber als Kleingläubiger für sich gewinnen kann. Was sind das bitteschön für Christen, die ihre Berufung nicht ernst nehmen und wegen der Lehre der Allversöhnung auf einmal wie weltliche Gottlose leben? Das sind doch gar keine Christen im Sinne des biblischen Glaubens von der Nachfolge Christi. Oder anders gesagt, wer Christ ist wird vom Geist Christi geführt. Der Glauben an die Allversöhnung wird ihm eher behilflich sein, jeden Menschen als Empfänger der Liebe Gottes verstehen zu können und ihn nicht als Kind des Teufels betrachten, den man als Menschen zweiter Klasse behandeln darf. Das haben Kirchenchristen leider viel zu oft praktiziert. Die Bibel redet deutlich von schrecklichen Gerichten für die Gottlosen und Uneinsichtigen. Es überzeugt daher nicht, wenn man sagt, man muss die Dauer dieser Gerichte unbedingt verunendlichen, damit sie ernst genommen werden. Im Gegenteil, man schreckt die Leute nicht davon ab, unchristliche Heiden zu bleiben, sondern christliche Bekehrte zu werden.
Das Buch steht in der kirchlichen Traditionsreihe der Abschreckungsliteratur. Man sollte zur Bibel reifen und selber drin lesen. Dabei sollte man aber daran denken, dass das griechische Aion meist mit „Ewigkeit“, teils mit „Welt“ oder „Weltzeit“ übersetzt wurde und dass es in der Bibel nur einen gibt der jenseits der Schöpfung der steht. Das ist Gott. Alle Aussagen über die Schöpfung beziehen sich entweder darauf, dass sie begrenzt sind, egal ob es sich um Augenblicke handelt in Bezug auf die Zeit oder viele Äonen bzw. Zeitalter, oder sie beziehen sich auf die Vollendung zu Gott hin, bzw. auf die Unterordnung unter Jesus Christus. Dort ist sozusagen die Grenzlinie zur Ewigkeit. Alles andere, das Böse, das Leiden, die Degenerations- und Verfallserscheinungen beziehen sich nur auf das, was innerhalb der geschaffenen Raum-Zeit Bestand hat. Dem Durcheinander der kirchlichen Theologie, die auch in diesem Buch präsentiert wird, sollte man nicht vertrauen.
Ich gebe dem Buch null Punkte. Man soll mit dem Autor nicht zu sehr ins Gericht gehen. Er steht in einer langen Tradition. Es ist schwer aus kirchlichen Traditionen heraus zu kommen. Man sollte ihm zugute halten, dass er sich freuen wird, wenn er im Himmel ankommt und er erfahren wird, dass zum Glück (für alle) doch noch alle Menschen gerettet werden. Und für den Fall, dass er in die Hölle kommt, wird er sich erst Recht freuen können, denn sein Verbleib dort, ist zum Glück (für alle) nicht für immer.


Womit der Glaube steht und fällt
Womit der Glaube steht und fällt
von Hans Schwarz
  Broschiert

2.0 von 5 Sternen Vertrauensdefizite, 29. Juni 2017
In dem Buch von Hans Schwarz stehen viele gescheite Sätze, denen man dankbar zustimmen kann. Aber, meine Güte, auch so einiges Unüberlegtes, viel traditionelle Kirchentheologie, nachgeplapperte Philosophie. Da bleibt einem schon auch der Atem stecken. Er ist bibelkritisch eingestellt, sieht eigentlich alles, was in der Bibel steht, als menschliche Überlieferung, wenn auch oft mit faktischem Hintergrund (die Auferstehung Jesu), aber nicht immer. Die Schöpfung hat so nicht stattgefunden, wie sie in der Bibel steht, meint er, denn Darwin habe da einen klareren Blick gehabt als die Menschen der Antike. Wieso eigentlich? Die Evolutionslehre gab es in ähnlicher Form ja eben gerade in der Antike auch schon. Darwin hat sie nur wiederbelebt und geschickt mit Beobachtungen der Natur verknüpft. Dennoch ist der Autor sicher, dass Gott die Welt am Leben hält, irgendwie halt, wie weiß er nicht, denn dem Wortlaut der Bibel vertraut er ja nicht. Da sitzt man dann zwischen allen Stühlen. Der Naturwissenschaft, die ohne die Arbeitshypothese Schöpfergott auszukommen gedenkt, kann er nicht beitreten, den politisch inkorrekten und in Theologenkreisen belächelten Bibelgläubigen auch nicht, denn dann wäre er kein anerkannter Theologe mehr und würde seinen Lehrstuhl verlieren. Und so ist Schwarz ein Unsteter, dem man anmerkt, dass er selber meint, nicht wirklich etwas Verbindliches sagen zu können. Ein ganzes Kapitel über den Sinn des Betens, nachdem er zuvor den biblischen Gott niedergemacht hat zu einem kleinen Relativpronomen, das kann niemand überzeugen. Und das müssen sich Generationen von Studenten dann anhören, nehmen es mit und können nichts damit anfangen. Wozu hat ein Theologe einen Lehrstuhl an der Uni, wenn er selber nichts Genaues zu wissen vorgibt? Er ist ein Verwalter und Generator der Ungenauigkeiten. Aber es ist ja nichts Neues, dass es mit der Theologie in unserem Land schlecht bestellt ist. Kein Wunder, wenn das Volk auch nichts mehr vom biblischen Gott weiß, wenn über Ihn nicht mehr berichtet wird.
Der Autor weist so manche Tölpelhaftigkeit seiner Vorgänger und europäischer Geistesgrößen zurück. So wollte beispielsweise der wissenschaftliche Tölpel Feuerbach den christlichen Glauben mit "der Methoden der analytischen Chemie" untersuchen. Nicht einmal ein Wort kann man so untersuchen. Wo steckt die Chemie in einem Wort? Der Sinn des Wortes ergibt sich nicht aus der Anordnung der Druckerschwärzemoleküle, die ja auch im Gedanken an das Wort nicht mitgedacht werden. Es ist das beliebte Wunschdenken, dass das Geistige aus dem Materiellen erklärt werden könnte, dabei ist es genau umgekehrt. Wenn es nur Materie gibt, dann ist klar, dass der Mensch die höchste Form der (organisierten) Materie ist. Somit ist er anstelle von Gott. Das "Ihr werdet sein wie Gott!", das die Schlange im Garten Eden versprochen hat, ist scheinbar wahr geworden. Der Materialismus macht es möglich. Zuerst wird ein Teil der Wirklichkeit bewusst ausgeblendet, dann wird sie ganz geleugnet. Und aus der Selbstverblendung wird dann leicht eine Selbstverblödung.
Nach Freud ist die Religion der Versuch, die Sinnenwelt "mittels einer Wunschwelt zu bewältigen". Das gleiche kann man aber auch dem materialistischen Weltbild unterstellen. Es ist eventuell doch nur der Versuch, den Schöpfer, dem man seine Existenz zu verdanken und dem man Rechenschaft ablegen muss, wegzuerklären. Man wünscht sich, er existiere nicht, weil man weiß, falls Er doch existiert, dann wird es schwierig mit dem eigenen Lebens- und Rechtfertigungsentwurf.
Im Pantheismus, zeigt der Autor, wird die Verantwortlichkeit ebenfalls abgeschwächt. Schopenhauer nannte den Pantheismus einen bloßen "Euphemismus für Atheismus" Man denke an die griechische Mythologie mit den vielen Göttern. Es sind zwei Ereignisse, die dem Menschen zu dem Glauben veranlassen, dass er nicht verantwortlich gemacht werden kann. Erstens verhalten sich die Götter selber unmoralisch und zweitens sind sie untereinander zerstritten. Wo ist hier ein gerechter Richter zu fürchten, der die unumschränkte Macht hat? Göttervater Zeus ist launisch und bestechlich. Pantheismus bedeutet Beliebigkeitsstreuung. Typisch für die Religionen bleibt die Ungewissheit, was Erlösung ist und wie sie, von der man keine konkrete Vorstellung haben kann, sicher erzielt werden kann. Nichts Genaues weiß man. Das gilt auch für die katholische Religion. Da man das Wort Gottes gleich mehrfach relativiert (nicht alles ist so gemeint wie es dasteht, die Kirche hat die Interpretationshoheit, usw.) begibt man sich ins Ungewisse. Reicht es für den Himmel, Fegefeuer, oder doch Hölle? Der Atheismus räumt mit diesen Spekulationen auf und bekennt sich offen, wenn auch nicht unbedingt unaufrichtig dazu, an nichts zu glauben als die Macht der Elemente. Auch mehr schlecht als recht!
Schwarz hält tapfer daagegen: "Gott ist der, der der Welt ihren Anfang gab, der sie auch heute noch ständig gegen ihr Nichtsein und ihren Zerfall erhält und sie ihrer Vollendung entgegenführt."
Neben der Frage nach der Existenz Gottes beschäftigt den Menschen die Frage nach dem Sinn und der Dauerhaftigkeit des Lebens. Schon Kant wies auf die praktische Notwendigkeit eines Lebens nach diesem Leben hin, das nicht enden könne. Dieses immer unvollendet bleiben müssende irdische Leben verlange danach. Es müsse eine Auflösung des Widerspruchs zwischen den menschlichen Lebensversuchen geben und dem, was wirklich das ideale Leben darstellt. Ideal ist es aber nur, wenn es ideal bleibt und nicht endet. Nimmt man noch Blochs Entdeckung von der naturnotwendigen Veranlagung des Menschen auf das Hoffen, das nie aufhört und damit ebenfalls auf das Jenseitige verweist, stellt man fest, dass die Hoffnung unbegründet wäre, wenn sie nicht darauf hinauslaufen würde, dass das ideale Leben erreicht wird. Da nun aber jeder Mensch davon betroffen ist, jeder Mensch bleibt in diesem Leben etwas schuldig und schlägt fehl und jeder Mensch hofft und hofft und hofft, muss es auch für jeden Menschen eine Auflösung und Erlösung geben, andernfalls bliebe ein universaler Widerspruch in Zeit und Raum bestehen. Hoffnung muss begründet sein, sonst ist sie sinnlos. Der Mensch strebt durch seine Hoffnung auf das ideale Leben zugleich auf das ewige Leben hin, das ganz seiner Bestimmung entspricht. Aber eigentlich wird er hingestrebt, noch ehe er anfängt selber gezielt zu streben. Er scheint die Stadien des Suchens und Irrens durchlaufen zu müssen, um das Ideale vom Unvollkommenen und das Ziel von der Zielverfehlung unterscheiden zu lernen. Bei Augustin hört sich der noch unaufgelöste Widerspruch so an: "Ruhelos ist unser Herz, bis dass es seine Ruhe hat in Dir!" Daher lassen Christen auf ihre Gräber schreiben: Ruhe in Frieden! Aber den ewigen Schalom hat man nach Paulus nur in Christus. Und dieser Schalom fängt mit der Neugeburt an. So verstanden wird das Zeichen des Kreuzes das Zeichen der Beendigung des Widerspruchs, das Zeichen der begründeten Hoffnung und genau so wird es in der Bibel dargestellt. Christus hat den Tod mit seiner Auferstehung nicht für sich selber überwunden, denn dann hätte Er gar nicht erst Mensch werden müssen. Deshalb sagte Er selber, dass Er alle zu sich ziehen werde. Christus ist der Anfänger der Schöpfung, Er ist auch der Vollender. Schöpfung und Erlösung gehören zusammen. Interessanterweise, lässt Schwarz wissen, hat das auch die Befreiungsstheologie für sich entdeckt. Allerdings in Überzeichnung.
Das Reich Gottes ist nicht strikt jenseitig, sondern etwas Diesseitiges, sagt man dann. Da wird dann aus einem universalen, alle Zeiten und Völker umfassendes Evangelium schnell ein zwar stets aktuelles, aber doch nur begrenztes, das die eschatologische Dimension der biblischen Botschaft aus den Augen lässt. Dafür wird wieder mehr der Mensch in den Mittelpunkt gestellt. Gutierrez sprach von der Notwendigkeit der Schaffung eines neuen Menschen. Sollten aber Christen nicht Christus in den Mittelpunkt stellen? Es bleibt bei der Diesseitsbezogenheit der zu unrecht so genannten Befreiungstheologie aber bei dem Riesenproblem, dass dauernd Menschen sterben und dauernd Menschen gestorben waren, die unerlöst geblieben sind. Das heißt, dass das soziale "Reich Gottes" immer nur ein kümmerliches Reich bleibt, weil es im Unterschied zu Christus, der Herr über Raum und Zeit ist, eine in jeder Beziehung begrenzte Reichweite hat. Soziale Gerechtigkeit zu schaffen bedeutet also noch lange nicht das Reich Gottes. Dieses verändert was an den Herzen, sonst bleibt es ein aufgesetztes Trugbild, das die Menschen zum Eigenschutz in Verwahrung nehmen muss. Da ist das, was die Bibel anbietet, nämlich die Zielvollendung aller, ein überzeugendereres Konzept! Da steht Gott dahinter, mit all seiner Macht!
Dann gibt es welche die unter "Eschatologie" umdeutungsweise nicht so sehr die historischen Dinge der Endzeit verstehen, sondern das jeweilige Hier und Jetzt und dabei die Hoffnung verkürzen. "christliche Hoffnung, die sowohl das Erhoffte, wie das von ihm bewegte Hoffen umfasst" nennt es Moltmann. Es ist klar, der menschliche Geist geht alle Varianten des Denkbaren durch und es findet sich immer jemand, der mit einer Variante freundlich ist und sie bekannt machen möchte.
Der Autor bekennt sich immerhin klar dazu: Mit dem Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi hat die Geschichte nicht nur Israels, sondern der ganzen Menschheit ihren Höhepunkt erreicht. Doch nicht nur das. Hier hat sich Gott heilsgeschichtlich völlig offenbart. Zuvor war nur hier und dort, dann und wann etwas über Ihn offenbart. In Jesus kam Gott in Persona, jedoch in menschlicher Beschränkung. Das Werk Jesu ist jedoch ein vollendetes und lässt sich nicht beschränken. Das wird noch zu wenig bedacht. Alles was nach Golgatha kommt, ist nur das, was "übern Berg" geschieht. Pannenberg sieht das so: "Die universale Offenbarung der Gottheit Gottes ist noch nicht in der Geschichte Israels, sondern erst im Geschick Jesu von Nazareth verwirklicht, insofern darin das Ende allen Geschehens vorweg ereignet ist." Aber muss die Weltgeschichte nicht erst noch weiterlaufen mit ungewissem Ausgang zumindest was die Individuen anbelangt? Das muss sie wohl, doch ist ihr Lauf nicht anders als Gott Ihn voraussieht, weil Er ihn zuvor ersehen und vorgesehen hat. Vorsehung und Vorausschau hängen so zusammen, dass nur der vorausschauen kann, der es auch vorsieht. Gottes Ratschluss steht schon lange fest, auch in Bezug auf jeden einzelnen. Und Er hat die Macht des für Ihn Machbaren. Alles was die Schöpfung betrifft, ist für Ihn auch machbar. "Das Ende der Geschichte aber ist mit der Auferweckung Jesu an ihm schon geschehen...Auch das Weltende wird lediglich in kosmischem Maßstab das vollziehen, was in Jesus bereits geschehen ist." ." (Wolfhart Pannenberg, "Dogmatische Thesen zur Lehre von der Offenbarung") Aber was bedeutet "kosmischer Maßstab"? Wenn man den Gedankengang zu Ende denkt, kann es nur bedeuten, dass Gott jeden einzelnen dahin gebracht haben wird, wo man von einer Vollendung der Schöpfungs- und Heilsgeschichte reden kann. Eine gefüllte Hölle ist als Ende nicht möglich, denn Gott war nie einer, der das Verderben der Schöpfung geplant hat. Wenn Gott nicht alles vollendet, ist er kein wirklicher Vollender.
Der Autor kommt auch zum Problem des Bösen. Da ist er nicht konsequent. All das Böse in der Welt sei ein starkes Argument gegen die Existenz Gottes. Jedoch trägt das Böse zum Teil deutliche Züge des Irrationalen. Es kann genauso gut als Argument für die Existenz Gottes gesehen werden. Wenn es keinen Gott als geistiges Wesen höherer Natur gäbe, gäbe es auch kein Böses, da das Böse an sich nicht erklärbar ist. Wenn etwas als böse erkannt wird, ergibt sich daraus die Existenz von Moral. Moral ist jedoch etwas Geistiges, das auf einen geistigen Urheber hindeutet. Der Autor will aus der Existenz damonischer Mächte einen erklärerischen Vorteil schöpfen, nämlich so, dass ebenso der Nachweis einer dämonischen Parallelwelt nicht hinreichend die Existenz der Moral erklären könnte, aber an die Existenz eines guten Gottes denken ließe, der nicht zulässt, dass alles den finsteren Mächten, denen der Mensch nicht gewachsen sein kann, überlässt. Der Teufel allein in der Jenseitswelt macht keinen Sinn. Er zitiert Zuckmayer: "Ich kenne den Teufel. Den habe ich gesehen - Auge um Auge. Drum weiß ich, dass es Gott geben muss."
Schwarz kann Barth nicht zustimmen, lässt ihn aber doch zu Wort kommen. Aber Barth ist nicht der einzige, der erkannt hat, dass der Triumph Jesu am Kreuz kein vollständiger sein kann, wenn am Ende doch die Hölle triumphieren würde. Die Bibel lehrt ja, dass Jesus einen vollständigen Sieg errungen hat. Theologen, die das nicht glauben können oder wollen, müssen natürlich diese Vollständigkeit relativieren. Dazu gehört auch Schwarz. Dabei bringt er selber Argumente, die gegen den Sieg der Hölle sprechen. Die moralischen Probleme für die, die der Hölle entronnen sind, und ihres Gottes würden bis ins Unendliche steigen. So bemerkte Schleiermacher, dass die Himmelsbewohner sich ja immer an die Verdammten erinnern müssten und dadurch eine Beeinträchtigung ihres Glücks erleiden müssten. Der Himmel wäre dann gar kein Himmel mehr, je länger desto weniger. Schwarz versucht diese Bedenken mit einer moralisch fragwürdigen Geste wegzuwischen, wenn er durchblicken lässt, dass die Glücklichen von der Qual der Verdammten nichts wüssten. Dazu müssten sie jedoch einer Gehirnwäsche unterzogen werden oder Pillen des Vergessens und eine Medizin der Betäubung verabreicht bekommen. So wie die Theologen nicht das Theodizeeproblem für das auf dieser Welt entstehende Leid gelöst bekommen, so wenig sind sie in der Lage der endlosen Hölle eine Existenzberechtigung und Sinnhaftigkeit zuzuschreiben. Dabei sind beide Probleme leicht zu lösen, indem man die Heilsgeschichte über den Zeitpunkt des irdischen Todes hinausführt. Es scheint so bleiben zu wollen: Dass der Mensch in der Vollendung seine wahre Heimat erreicht, das wäre der Zielverbleib Seiner Bestimmung hat kein Buch so klar zum Ausdruck gebracht wie die Bibel und nur wenige Philosophen sind dem gedanklich nahe gekommen.
Das Bucht enthält Gedankenanregungen zu wichtigen Fragen des Lebens. Der Autor wirbt für Vertrauen in Gott. Leider hat Sein Gott, wenn der so sein soll, wie Schwarz ihn hier vorstellt, einige Schwächen. Diese Schwächen hätte Schwarz vermeiden können, wenn er bei dem Wortlaut der Bibel geblieben wäre und dem biblischen Gott mehr Vertrauen geschenkt hätte, denn der offenbart nicht solche Schwächen.


Das Wesen Gottes
Das Wesen Gottes
von A.W-Tozer
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Von Grau bis Grauenhaft, 10. Juni 2017
Rezension bezieht sich auf: Das Wesen Gottes (Broschiert)
Sicher, in dem Buch stehen viele richtige Aussagen. Aber überwiegend handelt es sich dabei um Aussagen, wegen denen man das Buch nicht hätte schreiben sollen. Z.B. „Gott ist ewig“, aha, hatte ich mir schon gedacht. Ärgerlich ist, dass dieser Theologe oft sehr schlampig argumentiert, als hätte er seine Sätze nicht richtig durchdacht. Gelegentlich wird er anmaßend und dogmatisch. Als Fazit muss man sagen, dass es der Autor nicht geschafft hat, eine der Größe und Bedeutung des Themas angemessene Beschreibung des Wesens Gottes zu präsentieren. Im Gegenteil, es ist der Gott der Kirchentheologen und der Kirchentradition, der hier vorgestellt wird, mit all seinen Widersprüchlichkeiten, die man so in der Bibel gar nicht vorfindet.
Das betrifft zum Beispiel die Lehre von der endlosen Hölle und die Trinitätslehre. Tozer will ausgerechnet mit Psalm 90,2 beweisen, dass es sich um eine Ewigkeit und nicht einen endlichen Zeitabschnitt handelt. (S. 50) Doch gerade da ist es offensichtlich so, dass keine Unendlichkeit gemeint sein kann: „von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Gott“. Es gibt den Plural von Ewigkeiten nicht. Wenn es eine Ewigkeit nach einer Ewigkeit gäbe, dann wäre ja die erste Ewigkeit endlich gewesen. Das ist aber Unsinn. Tozers Argumentation ist typisch für Theologen, die sich auf ein Dogma verfestigen und keine Beweise dafür haben und deshalb gezwungen sind aus einem x ein u zu machen. Man muss das Bestreben der Kirchenleute einen biblischen Begriff, der sowohl im Alten Testament („olam“) als auch im Neuen Testament („aion“) einen nicht näher bestimmbaren Zeitraum bedeutet, der nachweislich auch in der Bibel nicht immer mit der Bedeutung der Endlosigkeit versehen werden kann, weil die Aussage sonst unsinnig wird, als beharrliche bezeichnen, gerechtfertigt ist es nicht. Mit Wissenschaftlichkeit hat es nichts zu tun.
Tozer stellt die Frage, ob die Menschen in ihrer Weltanschauung nicht stark von ihrem Gottesbild geprägt werden. Tozer redet von einem „verborgenen Gesetz der Seele“, nach welchem der Mensch seinem Gottesbild nachstrebt. ( S.10). Interessanterweise weitet er diese Vorstellung auch auf die Kirche aus: „Das trifft nicht nur auf den einzelnen Gläubigen zu, sondern auch auf die Gemeinschaft der Gläubigen.“ Das würde z.B. bedeuten, dass die Katholiken deshalb Andersgläubige, Ketzer, Abgefallene in den Folterkammern quälten und auf Scheiterhaufen verbrannten, weil sie an einen Gott glauben, der ebenso mit Ungläubigen und Abgefallenen verfährt. Tatsächlich glauben die Katholiken an einen solchen Gott, denn nach dem katholischen Glauben kommen Ungläubige und Abgefallene in die Hölle, wo die Qualen nicht so wie in einem katholischen Kerker irgendwann zu Ende sind, weil es den barmherzigen Tod in der Hölle der Katholiken nicht gibt. Nach Tozer muss eine Kirche, die auf die Frage: „Wie ist Gott?“ eine falsche Antwort gibt, falsche Schritte folgen lassen müssen. ( S.14) Solche falsche Folgen sind in der Kirchengeschichte en masse nachzuweisen. Inquisition, Ketzerverbrennungen, Völkermorde gehören zu der Verantwortung der Kirche, die an den ewig verdammenden Gott glaubt. Wer an einen ewig verdammenden Gott glaubt, verdammt selber, jedenfalls nach der These Tozers. Tozer zufolge kann eine Kirche, die ein falsches Gottesbild hat, keinen Bestand haben, denn: „… das ganze Gebäude muss früher oder später zusammenstürzen.“ (S.11) Und mit ihm auch das Lehrgebäude.
Nach Tozer ist das falsche Gottesbild auch der Grund für den Verfall und die Dekadenz der Gesellschaft. Er hat recht, wenn er sagt, dass die Auffassung der Christenheit „in keiner Weise der Würde Gottes des Allerhöchsten, entspricht“. (S. 10) Es ist allerdings zu bezweifeln, dass seine eigene Auffassung der Würde Gottes entspricht, denn sein Gottesbild unterscheidet sich hinsichtlich des Endes des Großteils der Menschheit nicht von der katholischen Kirche.
Tozer führt weiter aus, dass es Götzendienst ist, wenn man einen anderen Gott als den tatsächlichen anbetet. „Dieser Gott ist stets ein Abbild seines Schöpfers und wurde gemein oder rein, grausam oder gütig sein – je nach der moralischen Verfassung des Geistes, dem er entsprungen ist.“ ( S.12) Es stellt sich hier die Frage, welche moralische Verfassung der Geist jenes Gottes hat, an den Tozer glaubt, der Menschen unaufhörlich in der Hölle quälen lässt. Es klingt wie eine Selbstanklage, wenn Tozer sagt: „Ein Gott, der in einem finsteren Herzen eines gefallenen Menschen geboren wurde, wird niemals echte Ähnlichkeit mit dem wahren Gott aufweisen.“ ( S.13). Recht hat er hoffentlich und Recht hätte er auch, wenn er seinen eigenen Glaubensstand überprüfen würde. Ist das eines wahren Gottes würdig? Vielleicht gilt Psalm 50,21 ja nicht nur für die Gottlosen: „Du dachtest, ich sei ganz wie du. Ich werde dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.“
Ganz wichtig ist Tozer auch die Trinitätslehre, eine kirchliche Lehre , die im Konzil von Nicäa als verbindlich erklärt worden ist. Dass der Vater und der Sohn als zwei personale Wesen existieren ist klar. Vom Heiligen Geist wird es zwar von den Kirchen behauptet, aber biblische Belege, dass es sich dabei definitiv um eine Person handelt gibt es nicht, denn in allen Sprachen der Welt werden nichtpersonale Dinge mit personalen Beinamen belegt. Das griechische Wort „pneuma“ für „Geist“ ist sächlich, im Deutschen ist „Geist“ männlich und rechtfertigt als solches keine personale Zuordnung, es sei denn, sie ist unmittelbar. Wenn z.B. vom Geist des Menschen die Rede ist, dann weiß jeder, dass der Geist zu dem Menschen gehört. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der „Geist Christi“ nicht Christus zuzuordnen sei und der „Geist Gottes“, der natürlich immer ein „heiliger“ Geist ist, Gott.
Die Sprachfigur der Personifikation ist in der Bibel oft anzutreffen und zwar gerade auch da, wo es um bloße Dinge geht, die weder Persönlichkeit noch Bewusstsein haben, sondern einer Person und einem Bewusstsein zugeordnet werden müssen. Z.B. der Weisheit in Sprüche 8 und 9. Kein Theologe behauptet, dass die Weisheit eine weitere, vierte Person Gottes sei. Oder der „Tröster“ in Joh 14, 16.6; 15, 26; 16, 7. Gottes Geist ist ein Geist der Weisheit und ebenso ein Geist des Trostes, aber es ist Gottes Geist. Die „Seele“ oder der „Geist“ des Menschen werden ebenso personifiziert, wie der Geist Gottes.( Z.B. in Ps 42,6: „Was betrübst du dich, meine Seele“ oder in Lk 12,19. Paulus sagt in 2 Kor 7,13 nicht, dass Titus erquickt worden sei, sondern sein Geist. Ist Titus daneben gestanden und hat sich das angeschaut?) In allen Fällen, wo in der Bibel vom heiligen Geist gesprochen wird, ist es ohne Probleme möglich, ihn Gott Vater oder Gott Sohn zuzuordnen.
Die Apologeten der Trinitätslehre haben einen auffälligen Mangel an Argumenten für die Richtigkeit ihrer Kirchenlehre. So schreibt Tozer zu dem Unglauben in Bezug auf das „unbegreifliche Geheimnis“ der Trinität: „Jeder Mensch muss in seinem Leben Dinge akzeptieren, die er nicht verstehen kann.“ (S. 27)
Das stimmt. Aber deshalb kann man nicht von ihm verlangen, dass er solche Dinge für wahr hält. Wenn jemand daher kommt und sagt, „dein Haus gehört mir, du wirst nicht verstehen warum, aber man versteht eben nicht alles, akzeptiere es einfach!“, wäre man dumm, wenn man es tun würde. Auch Luther hat man damals vor dem Reichstag gesagt, dass er das nicht richtig verstehen würde, warum sein Aufbegehren Ketzerei und verdammungswürdig sei. Wie ist es überhaupt möglich, etwas für wahr zu halten, was man nicht versteht? Die Trinitätslehre würde, wenn sie nicht wahr wäre, dem Sohn Gottes und dem Vatergott die Ehre wegnehmen, denn wenn der Geist keine eigene Person ist, bezieht sich seine Nennung auf den Sohn oder den Vater. Die Bibel lehrt, dass Gott Geist ist. Das gilt sowohl für den Sohn als auch für den Vater. Einer weiteren Person bedarf es nicht.
Trinitarier reagieren harsch auf Zweifel und Widerspruch, so auch Tozer (S. 29): „Nicht alle, die sich in vergangenen Jahrhunderten Christen nannten, glaubten an die Dreieinigkeit.“ So spricht man einfach mal schnell anderen den Glauben ab, obwohl es ja eigentlich ein Glauben an Christus ist, der ihnen den Namen gegeben hat, nicht ein Glauben an eine weitere Geistperson. Dass der Dreieinigkeitsglauben „seit den Tagen der Apostel wie ein Licht über der Gemeinde“ gestrahlt haben soll, ist eine bloße Annahme. Hier ist der Wunsch Vater des Gedankens. Tozer schreibt auch: „Was Gott kundtut, bekennt das glaubende Herz, ohne weiterer Beweise zu bedürfen.“ Das mag stimmen. Die Frage ist nur, ob es Gott kund getan hat. Die katholische Kirche behauptet bei all ihren Dogmen, dass Gott das kundgetan hätte. Und hier meint Tozer widersprechen zu müssen, denn er ist Protestant. Warum eigentlich? Hat er kein „glaubendes Herz“?
Theologen sagen, dass die Lehre von der Trinität eine Wahrheit sei, die nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen aufgenommen wird. ( S. 30). Das ist interessant, denn nach der Bibel ist das menschliche Herz ein trügerischer Grund. Man soll also den Verstand ausschalten wie bei einer okkulten Bewusstseinserfahrung. Wenn man nicht anders die Trinität für wahr halten kann!
Für das Buch ist keine Leseempfehlung zu geben. Es strotzt vor unklaren Thesen und Phrasen. Eigentlich unverständlich. Für manchen Theologen würde es sich empfehlen, er würde sich mehr an die Bibel halten, die sowohl literarisch als auch inhaltlich sehr viel Bedenkenswertes eben auch zum Wesen Gottes enthält. Das kann man von den Erzeugnissen der Kirchentheologen leider nicht sagen.


Und Gott schuf Darwins Welt: Schöpfung und Evolution, Kreationismus und intelligentes Design
Und Gott schuf Darwins Welt: Schöpfung und Evolution, Kreationismus und intelligentes Design
von Hansjörg Hemminger
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hat Er nicht, 6. Juni 2017
Darwins Welt ist etwas, was es in den Köpfen mancher Leute vielleicht gibt. Die Welt der Natur ist anders. Ganz anders. Naturwissenschaftler stellen das Tag für Tag aufs Neue fest. Der Autor schießt scharf gegen Kreationisten und Christen und alle die, die sich aufgrund von Fakten und nicht aufgrund von Weltanschauungen eine Meinung bilden wollen. Aber seine Munition ist ein wenig feucht und schimmelig geworden, denn die Argumente, die er bringt sind weder neu, noch werden sie durch bloße Wiederholungen stichhaltig. Gebetsmühlenartig werden von ihm immer wieder die gleichen Sätze aus dem Baukasten, "der Mensch ist Ergebnis von Zufall und wer was dagegen hat, ist ein Ignorant." vorgebetet. Wer von oben herab redet, will selber Gott spielen. Aber es reicht eben nicht. Hemminger schreibt unter der Bezeichnung, dass er Wissenschaftler sei, er argumentiert aber religiös, zu seinem Glaubenszeugnis bringt er viel unglaubhaftes, aber wenig bis nichts, was einer Überprüfung Stand hält.
Natürlich wird behauptet, dass die Evolutionstheorie wissenschaftlich unstrittig sei und dass Kreationisten das bezweifelten. Dass die Evolutionstheorie unter Leuten wie Hemminger in ihren grundsätzlichen Deutungsansätzen (Zufall und Auslese reichen aus) nicht mehr bestritten wird, liegt ja nicht daran, dass man die Richtigkeit nachgewiesen hat, sondern dass man sie als Paradigma gelten lässt. Und das kann und darf wie der heilige Gral auf dem Altar der Dogmatik nicht mehr angegriffen werden. Aber das sollte eigentlich das Wesen der Wissenschaft sein, dass sie jederzeit für begründete Kritik empfänglich ist. Wer Kritik nur als Unsinn abtut, ohne zu erklären, wo im Unsinn der Unsinn steckt, ist unglaubwürdig.
Die Evolutionstheorie als solche, also die Frage, ob das so funktioniert wie es behauptet wird, ist, wie ich einmal einen Naturwissenschaftler zitieren möchte, " ganz und gar nicht unstrittig – die Erklärungen des Neodarwinismus und seiner diversen neueren erweiterten Synthesen sind in der Fachwelt umstrittener denn je." Und das kann man ja dann auch tatsächlich in der Fachliteratur nachlesen. Ständig gibt es Veröffentlichungen darüber, wie man festgestellt hat, dass alles doch nicht so einfach ist und sich so manches gegen die Evoluitionsgedanken sperrt. So sieht die Wirklichkeit aus, nicht so wie sie Hemminger darstellt. Dass die Entstehung des Lebendigen und seine Entwicklung irgendwie durch Evolution zustande gekommen sein soll, wird also immer noch - meist - kritiklos angenommen, aber beim Nachweis des Wie hat man hunderttausendfach festgestellt, dass die einfache Gedankenfolgen Darwins nicht wirklich zutreffen.Man braucht Zusatzhypothesen, die, wenn sie im Labor überprüft werden, mit weiteren Zusatyhypothesen auf Vordermann gebracht werden sollen, um dann doch wieder nicht zu funktionieren.
Kreationisten betonen auch immer wieder, dass es sich bei Evolutionsforschung zwar um eine historische Wissenschaft handelt, dass sie damit aber auch darauf angewiesen ist, bei ihren Aussagen bestimmte Grenzen des Erforschbaren überschreiten zu müssen. Man weiß bis heute noch nicht, wie Leben entstanden ist oder wie es entstanden sein könnte. Da herrscht ein munteres Rätselraten und 150 Jahre herumexperimentieren haben nichts weiter erbracht, dass es ohne Leben kein Leben gibt und der Satz von Pasteur omne vivum ex vivo immer noch stimmt. Die Frage ist also immer, wo die Evolutionstheorie überhaupt fähig sein kann, etwas zu erklären.
Zu bedauern ist auch, dass Hemminger Kreationisten als zurückgeblieben einstuft und sie gern mit Rechtsradikalen in einen Topf wirft, nur weil einige von ihnen auch nicht an den Darwinismus glauben. Wenn man sieht wie einfach er es sich macht, zu "beweisen", dass Evolution stimmt, muss man sich wirklich fragen, für wie dumm er seine Leser hält.
Hemminger meint doch tatsächlich, dass ein starker Regen in Verbindung mit einer Abflussrinne Evolution beweisen würde, mithin die Entstehung von einer unüberschaubaren Vielfalt von so hochkomplexen selbstreproduzierenden Lebewesen. Der Regen verändert die Rinne, und so wird die Materie eben ganz genauso einfach so lange bearbeitet, bis ein Mensch daraus entstanden ist. Und das hat natürlich die Wissenschaft bewiesen. Grimms Märchenstunde auf unterstem Niveau. Mit seriöser Wissenschaft hat also die Evolutionslehre anscheinend nichts zu tun. Ist es das, was Hemminger dem Leser sagen will? Raffiniert! Er tut so als sei er gegen die Kreationisten und dann stellt er den Darwinismus so bloß! Man könnte meinen, der Darwinismus ist der Witz des Jahrhunderts. Wo bleibt da die Ernsthaftigkeit? Ist das also das, was man auf die Evolutionskritik hervorbringt? Die Bestätigung, dass sie berechtigt ist? Ist das die Entgegnung auf die Argumente zum Design und die immer wiederkehrende Feststellung der Wissenschaftler, dass alles doch nicht so einfach ist und sich nicht mit Evolution im herkömmlichen Sinne erklären lässt.
Aber auch in der Theologie kennt sich Hemminger nicht aus. Die Bibel kennt sehr wohl eine Antwort auf die Frage, warum es so viel Leid und Zerfall in der Welt gibt. Aber die Erklärung des Sündenfalls kann Hemminger nicht akzeptieren, weil es ja einen Garten Eden mit Adam und Eva nicht gegeben haben soll. Die kann es nicht gegeben haben, weil die Evolution den Menschen aus dem Nichts stufenweise über die Tiere und die Affenartigen erschaffen hat. Zu keiner Zeit gab es einen Gott, der an einem Tag den Menschen aus Erde geformt hat. So zumindest glauben es Evolutionisten. Beweisen können sie es nicht, denn sie waren nicht dabei.
Andauernd unterstellt Hemminger Kreationisten oder Christen etwas, was sich als unrichtig erweist, wenn man der Sache nachgeht. Z.B., dass sie wissenschaftsfeindlich eingestellt wären. Man bemerkt, Weltanschauung verwechselt Hemminger mit Wissenschaft. Mancher Widersinn ist auch schon aus der Satzaussage zu entnehmen, denn Hemminger hat sich anscheinend nicht die Mühe gemacht, seine Sätze richtig und sorgfältig zu durchdenken.
Dass Hemminger sagt, dass die Evolution den Menschen erst bedeutsam gemacht habe, denn immerhin steht er am Ende einer Entwicklung, verblasst gegenüber der Aussage der Kreationisten und Christen, denn ihrer Anschauung nach, wurde ja der Mensch direkt von Gott und auch noch in seinem Bilde gemacht. Größer geht nicht! Wenn man will, kann man das als Größenwahn und Wunschdenken bezeichnen. Aber die Evolutionsforschung hat jedenfalls eine Alternative zu bieten, die wenig für den Menschen hoffen lässt. Denn dass er immer der Fitteste sein wird, ist ebenso reines Wunschdenken. Und nur so würde er überleben können.


Evangelism and the Sovereignty of God
Evangelism and the Sovereignty of God
von J. I. Packer
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,59

2.0 von 5 Sternen Too one sided, 2. Juni 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Packer versucht den Widerspruch aufzulösen, der zwischen der Behauptung, alles geschähe nach der Souveränität und der Aussage der Handlungs- und Wahlmöglichkeiten des Menschen. In der Theologie wird es als Antinomie bezeichnet, wenn zwei Aussagen sich zu widersprechen scheinen, von denen aber für beide Beweise der Richtigkeit vorliegt. So werden auch die Souveränität Gottes und die Verantwortlichkeit des Menschen als Antinomie bezeichnet. Wie kommt man darauf? Weil beides, Souveränität Gottes und die Verantwortlichkeit des Menschen in der Bibel hervorgehoben werden. Auf der einen Seite heißt es, dass Gott alles vorherbestimmt und verordnet hat, auf der anderen Seite müsse aber der Mensch Kraft eigenen Willens entscheiden, was er will. Packer setzt diese beiden Aussagen gleich, mit den Lehren, dass Gott sowohl bestimmender Herrscher als auch Richter sei, der nach der Wahrnehmung der Verantwortlichkeiten urteilt. Gott gäbe quasi dem Menschen eine Mitverantwortung dafür, dass Er ihn nicht auserwählt hat für das Heil, sondern zur Verdammung bestimmt hat. Diese Gedanken sind natürlich Menschen, die keine theologische Ausbildung haben sondern nur über ihren gesunden Menschenverstand verfügen schwer zu vermitteln. Warum versucht es der Autor? Ihm, einem Kirchenmann, der von einer Kirche seinen Lebensunterhalt verdient, geht es in der Hauptsache darum die steile These aufzustellen, dass jeder Christ unbedingt evangelisieren müssen.
Im Calvinismus glaubt man ja, dass der Mensch entweder zum Heil oder zur Verdammnis bestimmt sei. Das würde aber offensichtlich bedeuten, dass es für jeden, der sich bemüht, seiner Verantwortung als Mensch gegenüber den Mitmenschen wahrzunehmen, nichts nutzen würde, wenn er von Gott für die Verdammung bestimmt wäre. Er würde sich bemühen nach allen Kräften, und am Ende würde ihm Gott eine lange Nase ziehen. Da Gott alle Menschen zum Gehorsam aufruft, hätte Er zumindest die getäuscht, von denen Er wusste, weil Er es ja so bestimmt hätte, dass sie sich vergeblich abmühten. Gott ist aber kein Täuscher, daher kann die herkömmliche Lehre von der Prädestination nicht stimmen. Aber warum sagt dann die Bibel, dass es nicht an jemandes „Wollen oder Laufen“ liegt, sondern allein an der Gnade Gottes?
Oder anders gefragt, was muss gegeben sein, damit die Lehre von der Prädestination stimmt, ohne dass sie anstößig ist, ohne dass Nichtchristen, die sie zum ersten Mal hören, auf dem Absatz kehrt machen? Die Lehre von der Prädestination stimmt dann mit der Verantwortlichkeit des Menschen überein, wenn Gottes Gnade alle erreicht. Wie kann dann aber zurecht gesagt werden, dass Gott die einen auserwählt hat fürs Reich Gottes, die anderen aber fürs Gericht und die Verdammnis, wenn Er sich allen gnädig zeigen wird? Das kann dann zurecht gesagt werden, wenn das Reich Gottes, wie das biblisch beschriebene messianische Reich oder irgendein Reich Gottes ist, das nur für eine bestimmte Dauer besteht und dass es sich bei der Verdammnis genauso verhält. Die bestimmte Dauer wird im Neuen Testament durch das Wörtchen aion – Äon angezeigt. Dies wird meist irreführend mit „ewig“ übersetzt.
Es müssen also folgende Gegebenheiten vorliegen, damit man zugleich von Vorherbestimmung und zugleich vom Geltenlassen der menschlichen Entscheidungen ausgehen kann:
1. Gott hat alle zum Heil bestimmt zu Seiner Verherrlichung und zur Vollendung der Schöpfung
2. Dieses Ziel wird über Äonen erreicht, deren Zwischenergebnis Auserwählung für besondere Dienste und Aufgaben ebenso notwendig macht wie Gericht und Strafe
3. Der Mensch handelt immer nur aufgrund seines Wissens- und Erfahrungsstandes, und wegen seiner gefallenen Natur auch aufgrund seiner Sündhaftigkeit, diese bestimmen sein Wollen und Laufen
4. An der Sündhaftigkeit kann er nichts ändern, dafür hat Jesus alles getan, aber dies muss er erst in Erfahrung bringen, er muss also von Gott zum rechten Wollen und Laufen gebracht werden, und das ist bei jedem Menschen ein Prozess
Unter Berücksichtigung dieser vier Punkte löst sich der Widerspruch zwischen Gottes Souveränität und der menschlichen Verantwortung auf, weil der Mensch immer wieder korrigiert werden kann und immer weiter das rechte Wollen und Laufen lernen kann, auch wenn das in langen, schmerzhaften Zeiträumen geschehen muss.
Der Autor hat dieses Buch aber geschrieben, um die Pflicht zur Evangelisation hervorzuheben. Aus seiner Weltanschauung, dem traditionellen, aber lückenhaften Verständnis der Kirche über die Zusammenhänge des Alten und Neuen Testaments, schöpft er diesen Missionsdrang.
Das hat dann auch nichts mehr mit Bibelauslegung zu tun, sondern mit eigenem Wunschdenken, wenn Kirchenleute behaupten dieser Missionsauftrag wäre zwar den Jüngern Jesu gegeben worden, aber „in ihrer repräsentativen Kapazität; das ist der Befehl Christi, nicht nur an die Apostel, sondern die ganze Kirche.“ (S. 34). Aber damit nicht genug, denn: „Es ist richtig, wenn wir unsere Verantwortung wahrnehmen uns in aggressiver Evangelisation zu engagieren.“ („to engage in aggressive evangelism“), S. 36.
Wie die Kirchen in den vergangenen Jahrhunderten „aggressive Evangelisation“ angewandt haben, ist bekannt. Es hat nicht zum Ziel geführt, sondern die Welt in Kriege gestürzt und weitere schädliche Weltanschauungen gefördert
Packer hat eine wenig empfehlenswerte Methode seinen Thesen Nachdruck zu verleihen. Er nimmt einen Bibelvers und wendet ihn mit so großer Freiheit auf sein Thema an, dass man sich fragt, ob der Autor den Leser wirklich ernst nimmt. Hier ein Beispiel: Packer nimmt einfach das Gleichnis von den Talenten und leitet daraus eine Pflicht jedes Christen zum Evangelisieren ab, dabei sagt Paulus, dass jeder seine eigenen Geistesgaben mit einem eigenen Betätigungsfeld bekommen würde (Röm 12,6), gerade so wie es der Geist einem erweckt hat (1 Kor 12,4-5). Da kann man dann mit dem Pfund, das man bekommen hat, wuchern (S. 42). Packer sollte nicht von sich auf andere schließen. Insofern ist das Buch von einem Irrtum diktiert und bringt noch weitere Irrtümer hervor. Nicht jeder Christ ist Packer!


Ist das ein Gott der Liebe ?
Ist das ein Gott der Liebe ?
von A.E. Wilder-Smith
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Schon, aber so nicht!, 30. Mai 2017
Rezension bezieht sich auf: Ist das ein Gott der Liebe ? (Taschenbuch)
Manche verstehen nicht, was die Rezension eines Buches bedeutet. Bei einem theologischen Werk wie im vorliegenden Fall gibt der Verfasser seine theologische Auffassung oder auch seine private Sicht der Dinge wieder. Dabei stellt er auch Behauptungen auf und beruft sich dabei auf die Bibel. Er muss sich also gefallen lassen, das, was er schreibt, daraufhin überprüfen zu lassen, ob es Vernunftgründe oder andere sachliche Gründe gibt, die ihm widersprechen.
In dem Buch "Ist das ein Gott der Liebe?“ finden sich etliche Aussagen, die aus Vernunftgründen abzulehnen sind, oder deren Ableitung aus der Bibel als misslungen gelten muss. Der Buchtitel enthält eine interessante, aber eigentlich seltsame Frage für einen Autor, der an den Gott der Bibel glaubt, denn der Gott der Bibel sagt über sich selber, dass Er Liebe ist. Der Autor (WS) versucht also in seinem Buch, auf diese Frage eine überzeugende Antwort zu geben. Ist ihm das gelungen? Diese Rezension kommt zu dem Ergebnis: Eher nicht!
Der Autor glaubt an den biblischen Gott und will Ihn rechtfertigen. Das ist ihm jedoch nicht wirklich gelungen. Er belegt eigentlich eher, dass dem Gott, wie der Autor Ihn sieht, nur unter Vorbehalt zugetraut werden kann, dass Er ein Gott der Liebe ist, denn im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet ja Liebe Zuneigung und Wohlwollen. Der Vorbehalt ist ja bekanntlich gegenüber dem Gott, wie Er von den Kirchen dargestellt wird, groß. Nicht zu Unrecht, denn der Gott der Kirchen wird so dargestellt, dass er jeden Menschen in eine ewige Hölle wirft, der im Laufe seines irdischen Lebens nicht die Kurve zu Ihm kriegt. Diese Sicht hat auch der Autor.
Der Gott, an den WS glaubt, ist aber auch der Gott, der nach der Bibel, die Liebe in Person ist. Nach der Kirchenlehre - und so sieht es auch der Autor - scheint aber diese Liebe begrenzt zu sein, denn wenn der Mensch unbekehrt stirbt, schlägt Gott extrem erbarmungslos zu und überlässt die Menschen einem Schicksal wie es sich schlimmer nicht ausdenken lässt. Das hat zu allen Zeiten denkende Menschen aufgestoßen: Gott hat die Hölle geschaffen und kann nach Lehre der Kirche nur wenig dagegen ausrichten, wenn Er dazu gezwungen ist, die Menschen hineinzuwerfen, so zumindest denkt sich auch WS Gott. Das ist das traditionelle Bild, das sich die Kirchen von Gott gemacht haben und das in früheren Zeiten nach Sichtweise von Kirchenkritikern dazu diente, das Kirchenvolk zu ängstigen, damit man es leichter steuern (und "be"-steuern) konnte.
WS schreibt: "Wenn Gott, in diesem uns fassbaren Sinn, Liebe, ist, dann dürfen wir daraus schließen, dass er auf Erwiderung seiner Liebe wartet." (S. 62) Das kann zweifellos richtig sein. Doch das, was WS dann schlussfolgert, ist nicht überzeugend und betont widersprüchlich.
Vieles hat WS zweifellos richtig bedacht und beobachtet. Aber er zieht fragwürdige Schlüsse. WS weist zurecht darauf hin, dass in der Liebe immer etwas Freiwilliges ist, weil sie sonst nicht echt ist. Da der Mensch Gott lieben lernen soll, muss Gott dem Menschen auch die Freiheit geben, nicht auf Gottes Liebesangebot einzugehen, sagt er. Der Mensch müsse ja auch das Nicht-Lieben ausprobieren können, ob es wirklich besser ist als das Lieben. An anderer Stelle behauptet WS, dass Gottes Liebe nicht auf unfruchtbaren Grund fällt, da sie, wenn sie lange genug einwirkt, immer Gegenliebe erzeugt. Dass würde bedeuten, dass es nur eine Frage von Zeit und Gelegenheit ist, bis der Mensch so weit ist, wie Gott ihn haben will. Doch genau das bestreitet WS. Hier lässt er Gottes Liebe nicht lange genug wirken, ohne zu erklären warum. Die Erklärung, die WS für seinen unlogischen Schluss gibt, ist grotesk und strotzt vor offensichtlichen Denkunschärfen. Er kann nicht erklären, warum Gott, der die Menschen liebt, und will, dass sie Ihn auch lieben, Ihnen nur für eine kleine Zeit die Möglichkeit gibt, auf Sein Liebeswerben zu reagieren. Er scheint wie ein verliebter Mann, der auf die potentielle Braut zugeht und ihr sofort den Rücken zudreht, nachdem sie nicht gleich auf ihn eingegangen ist. Bei Gott sind ja tausend Jahren wie ein Tag, sagt die Bibel. Sie sagt auch, dass Gott sehr geduldig sei. Wie passt das zusammen? Das beantwortet der Autor nicht und es lässt sich vermuten, dass er hier den traditionellen Lehren der Kirchen gefolgt ist.

WS scheint sagen zu wollen, dass Gott so sehr darauf erpicht war, von Menschen geliebt zu werden, dass Er das Risiko einging, sie zu erschaffen, mit der Freiheit Ihn nicht zu lieben. Da es seiner Meinung nach Menschen gibt, bei denen die Missliebe bestehen bleibt (hat der Autor solche schon getroffen? Wenn ja, woher weiß er, dass sie dabei bleiben?), ergibt sich nun das Problem, dass Gott bewusst "Abfall" produziert hätte. Das widerspricht jedoch deutlich dem Zeugnis, das die Bibel, auf die sich WS beruft, über Gott gibt. Der biblische Gott ist Liebe ja sogar in Person. Und das am häufigsten in der Bibel genannte Attribut ist, dass er gnädig und barmherzig ist. Es heißt, dass Sein Erbarmen ewig währt, Sein Zorn aber nicht dauerhaft ist. Und oft heißt es auch in der Bibel, dass Gotts sehr geduldig ist. Mit alledem, was in der Bibel zugunsten Gottes so sehr hervorgehoben wird, korrespondiert nicht die Meinung des Autors, denn er glaubt, der Mensch lebe sein irdisches Leben, also 1 bis 100 Jahre, und wenn er sich da nicht für Gott (genauer: Christus) entschieden habe, komme er in eine endlos andauernde Hölle. Der Autor bemüht sich in seinem Buch, die Quadratur des Kreises hinzubekommen, wie ein solcher Gott doch noch der „liebe Gott“ sein kann. Es ist ihm natürlich und erwartungsgemäß nicht gelungen.

Die Kernfrage lautet natürlich: Hört dann Gottes Liebe und Barmherzigkeit auf, wenn Er die Menschen in die Hölle wirft? Dann können aber Liebe und Barmherzigkeit nicht Sein Hauptattribut sein, denn sie wären ja sehr begrenzt, während Zorn und Strafe überwiegen und grenzenlos wären. Sie obsiegen über Liebe und Barmherzigkeit. Oder, könnte eine andere Frage lauten, erreicht Gott die Menschen dort in der Hölle einfach nicht? Warum hat Er dann die Hölle erschaffen, wenn Er durch Sein Verschulden die Menschen nicht mehr erreicht? Was bedeuten die Worte, dass Jesus, Hölle, Tod und Teufel besiegt habe, wenn es nur eine kümmerlich kleine Anzahl von Menschen gibt, die es geschafft haben, Gott so zu lieben, wie Er das möchte? Gewaltherrscher brüsten sich ja gerne mit ihren Großtaten und überzeichnen sie bis ins Groteske.
WS will viel erklären, aber er wirft mehr Fragen auf, als er begreifliche, nachvollziehbare Antworten gibt. Das hinterlässt beim Leser den Eindruck, dass er die Sache entweder nicht gründlich durchdacht hat, oder dass sein Gottesbild kaum akzeptabel sein kann. WS gibt viele großartige Sätze über Gott von sich, wenn Er sie dann aber erklären will, flacht das Thema ab und es wird unbefriedigend. Z.B. so: "Der Gott der Christen ist aber immer noch gerecht. Er sieht das Unrecht und seine Folgen und er wird bis hin zum Tag des letzten Gerichts dem Unrecht begegnen. Aber immer im Lichte der Tatsache, dass er Liebe ist." (S. 65)
Wenn aber Gott das Unrecht und Seine Folgen sieht und mit Seiner Liebe alle erreichen will, warum begrenzt Er sich selber, indem Er, wie der Autor meint, irgendwann einen Tag setzt, bis zu dem es für den Menschen eine Umkehrmöglichkeit gibt und danach nicht mehr? Dieser Tag, glaubt der Autor, ist ja für beinahe alle Menschen der Sterbetag. Er zeichnet ja das Bild eines Gottes, der ewig lebt, mit einer Liebe zum Menschen, die vergleichsweise für menschliche Begriffe grenzenlos sei, Gott habe die Menschen sogar aus genau diesem Grunde, um lieben zu können und um von ihnen geliebt zu werden geschaffen, - doch dann sagt Er doch einfach nach einigen wenigen Jahren, "mit dem Menschen ist jetzt Schluss", lässt ihn sterben und bringt ihn an einen Ort, wo es ihm richtig dreckig geht und das war es dann auch mit Gottes Liebe. Das passt nicht zusammen. Es klänge bei jedem Menschen zynisch, wenn er sich zu Liebe, Langmut und Barmherzigkeit bekennen würde und dann das "Objekt seiner Begierde" in ein Verlies werfen würde, um es nie mehr herauszulassen! Im Falle Gottes würde diese Verdammung Menschen betreffen, die von diesen Qualitäten der Liebe und Güte Gottes noch nicht überzeugt worden wären (vielleicht weil die Kirchen nicht fähig waren die Menschen zu überzeugen). Ihre zeitliche Begriffsstutzigkeit würde ihnen eine endlos unglückliche und endlos leidende Existenz einbringen. Das ist eine gewagte These, die jeden vernünftigen Denker herausfordert.

Über den Grund für die Existenz des Bösen sagt WS: "Hätte die starke Hand Gottes dem Bösen ein rasches Ende bereitet - hätte er das Böse nicht zugelassen -, dann hätte er im gleichen Augenblick Sinn und Zweck der Erschaffung des Universums preisgegeben, nämlich ein Königreich der Liebe in der sichtbaren und unsichtbaren Welt zu stiften." (S. 71) Mag ja sein, dass es so ist. Aber es klingt zynisch aus dem Mund eines Verdammungstheologen! Der Autor weiß, das Böse entsteht von selbst, wenn man sich der Liebe verschließt und wegen der Freiheit der Entscheidung des Menschen entsteht das Böse zwangsnotwendig. Aber was WS sagt, passt nicht zu seiner Vorstellung von einer endlosen Hölle, denn wenn es die gäbe, würde das ganze Königreich der Liebe ins Nichts zusammenbrechen. Wenn es irgendwo im Universum einen Ort gibt, wo ein seelisches Wesen endlos leidet, hat das ganze Universum einen irreparablen Sprung in der Schüssel! Das wäre eine endlose Blamage für den Weltenarchitekten! Das ist die logische Schlussfolgerung, die Philosophen seit Jahrhunderten den Kirchentheologen entgegen gehalten haben. Da Gott Liebe ist, würde auch Gott, der geniale Baumeister, endlos leiden. Menschen wissen ja, was Liebe ist. Wenn sich Kinder von ihren Eltern losgesagt und so weit entfernt haben, dass man sie nicht mehr erreicht, leiden die Eltern dennoch, so lange sie leben. Manche Frau, die ein Kind abgetrieben hat, empfindet Schmerzen bis an ihr Lebensende. Wie viel mehr würde ein väterlicher Gott Schmerzen empfinden, wenn Er auch nur ein einziges Kind für immer verlieren würde! Aber die Kirchen haben Ihn als jemand dargestellt, dessen Liebe darin zu bestehen scheint, dass Er für einen Großteil der Menschen zwar das unmissverständliche, weil von allen verstandene Lippenbekenntnis der Liebe hat, sie aber nach Ablauf einer für Gott winzigen Frist, an einen Ort befiehlt, wo sie bis in alle Unendlichkeit gequält werden.
Und als wolle man den Widersinn auf die Spitze treiben, werden sie dadurch am meisten gequält, dass sie die Entfernung von der Quelle des guten, leidlosen Lebens spüren. Warum, fragt man sich, freut sich dieser Gott nicht, dass seine schwarzen Schafe nun endlich zu Ihm wollen? Warum sagt Er "zu spät!"? Ist Er beleidigt? Wo bleibt Seine vielgerühmte Liebe und Langmut? Hat sie sich in nichts aufgelöst? Auf all diese Fragen geht WS leider nicht ein. Es ist als sei er verpflichtet, einen begrenzten, menschlichen, eigentlich endlos zornigen Gott verkünden zu müssen, dem er lediglich das Etikett eines liebevollen Gottes anhängt. Aber es ist schwer, eine "Ware" anzupreisen, die solche eklatanten Mängel hat, welche man als gewiefter Händler durch wortreiche Hervorhebung von Qualitäten übertünchen will, die aber nicht der Wahrheit entsprechen können, weil die Mängel damit nicht übereinstimmen.
Was der Autor zur Existenz und Fortexistenz des Bösen sagt, macht durchaus Sinn.
In einer Welt, die böse ist, in der es aber einen guten Gott geben soll, kann das Böse noch den Zweck haben, dass man erkennt, dass man nur in Gott allem Bösen enthoben ist und deshalb die Wesensgleichheit mit Gott erstrebenswert ist. Nur wer weiß, dass er verloren ist, macht sich auf den Weg nach Hause. Das würde bedeuten, man muss das Böse kennen lernen, dass man es versteht und vom Guten unterscheiden lernt. So gesehen könnte das Böse oder das Leidvolle ein existentiell notwendiges Übel sein, solange bis eine Existenz erreicht ist, die frei ist vom Bösen (selbst Jesus musste leiden, sagt die Bibel, damit Er gehorsam lernte und vollkommen wurde (Heb 5,8-9)). Und diese Existenz kann es nur in Gott geben, denn Gott ist ganz frei vom Bösen. So definiert sich beispielsweise Gott in der Bibel.

WS betont, dass Gott nicht für den Sündenfall verantwortlich wäre, denn obwohl Er ihn vorhersah, hat allein der Mensch die falsche Wahl getroffen. Das mag richtig sein, aber warum sich mit der Verantwortung für den Sündenfall ablenken lassen von Gewichtigerem? Von den Folgen des Sündenfalles, befreit ja nach dem Glauben der Kirchen und des Autors das Opfer Jesu. Viel folgenschwerer wäre doch nach ihrer eigenen Logik, wenn Gott dafür verantwortlich wäre, dass Er Menschen endlos verdammt. Für sie wäre das Opfer Jesu wirkungslos geblieben. Für sie hätte Jesus eben gerade nicht die Erlösung gebracht! Man kann es drehen und wenden wie man will, wenn man Gott unterstellt, dass Er in Kauf genommen hat, unzählbare Seelen verdammen zu müssen, nur um effektiv nur ein paar Seelen zu retten, hat Er ein gewaltiges Verlustgeschäft gemacht, was Er sogar im Voraus gewusst hat. Jesus sagt, dass ein Baumeister töricht sei, wenn er für den Turm, den er baut, die Kosten nicht überschlägt (Mt 19,26; Lk 14,28-30). Ist Gott ein törichter Baumeister? Nach der Kirchenlehre müsste man das annehmen. Ganz anders lässt sich in der Bibel nachlesen, dass Gott am Ende alles geheilt und sich zu seiner Verherrlichung untergeordnet haben wird, dass Er alle Tränen getrocknet, alles Leid beendet haben wird, dass Tod und Hölle und sogar der Feuersee nicht mehr sein werden. (vgl. Off 21,4.8; Joh 3,17; 12,32; Röm 9,16.19; 11,32.36; 1 Kor 15,22-28; 2 Kor 5,19; Kol 1,15-17.20; Eph 1,9-11; Phil 2,10-11; 1 Tim 2,4; 4,10; 1 Joh 3,6; Of 5,13; Hi 41,2; Ps 22,27; 67;3; 107,10ff; 135,6; 145;8-10; Jes 25,8ff; 4,8; 45,23; 46,10f; Jer 32,27; Hos 13,14; Dan 4,32)

WS zieht den Vergleich von Gottes Liebe mit der ehelichen Liebe. Beidemal ginge es um ein Risiko. Er sagt, bei einer menschlichen Ehe würde man das Risiko der Ehe eingehen, weil man hofft, Liebe zu erfahren. Doch dann muss man die Schmerzen ertragen, wenn der eine Ehepartner stirbt. Aber für die Liebe habe es sich gelohnt, die Schmerzen zu empfangen. So habe Gott auch die Menschen erschaffen, Sein Erleiden würde voraussichtlich darin bestehen, dass Er sich von vielen Menschen würde trennen müssen. Ein vorausschaubarer Verlust auf Kosten derer, die verloren gehen! Aber wegen dem Gewinn durch die Liebe derer, die sich Ihm zuwenden würden, wäre dieses Erleiden gerechtfertigt. Das scheint dann doch eine herzlose Nutzen-Kostenrechnung zu sein, die an sich nicht von Liebe charakterisiert ist, sondern eher von kühler Berechnung, die der Denkweise eines Gottes, zumal eine Gottes, dessen Handeln Zeugnis geben soll von der Heiligkeit Seines Wesens, sicher nicht würdig ist.
Der Vergleich des Autors passt auch sonst nicht. Gott hat ja vorher schon gewusst, glauben die Kirchen, dass Er viele Menschen in die Verdammnis stoßen würde. Er hat also das endlose Leid vieler Menschen in Kauf genommen, nur um Seinen egoistischen Wunsch nach ein paar Gesellschaftern, die Ihm zugeneigt sind, erfüllt zu bekommen. Man denkt prompt dabei eher an einen Gewaltherrscher, der ein Volk tyrannisiert und nur mit seiner Führungsqlique, die ihm treu bis in den Tod folgt, Freude haben kann. Das würde unter Menschen nur als zutiefst unmoralisch und verbrecherisch gelten.
Der Vergleich passt auch deshalb nicht, weil zwei Menschen, die ein Paar sind, nicht wissen, wer von beiden zuerst stirbt, wer also wegen dem Tod des anderen leiden muss. Dann wird sein eigenes Leiden aber auch nur bis zu seinem Tod gehen. Bei der endlosen Verdammnis geht es um die endlose Verdammnis! Sie rechtfertigt überhaupt keine Rechenspielchen, ob sich der Aufwand lohnt, weil ein Gott der Liebe dann bis in alle Zeit der Verlierer sein würde. Er würde immer der moralisch angreifbare bleiben. Er könnte, bildlich gesprochen, nie gut schlafen. Er bliebe in der Situation einer Mutter, die über den Verlust ihres eigenes Kind trauern würde. Und dieser Gott wäre entehrt. Und zwar durch sich selber! Und alle, die mit Ihm am Tisch sitzen, müssten endlos beschämt sein.

In einer Ehe geht es nur um den unvermeidlichen Tod, bei der Verdammnis wie WS sie sich vorstellt, um Unendlichkeit. Bei der Ehe würde Schönes geschaffen, sagt WS, bei Gottes Werben um den Menschen ginge es im Prinzip um das gleiche. Ja, aber der entscheidende Unterschied ist, dass es bei Gott um Bleibendes geht. Eine Ehe mit all ihren schönen Errungenschaften, kann nicht bleiben. Wenn hier etwas schief geht, verewigt sich das eben gerade nicht.
Die endlose Verdammnis entlarvt die Liebe, wie WS sie sich bei Gott darstellt, als grausame Täuschung, die ihre Opfer im Grunde verhöhnt. Es ist das Konzept eines strafenden Gottes, wie man es aus dem Islam, aber eben auch aus den christlichen Kirchen kennt. Der Islam hat diese Gottesvorstellung der Kirchen direkt übernommen aus einer bereits zur Weltlichkeit verdorbenen Machtkirche des 6. Jahrhunderts und die Gotteskrieger, die sich auf diese Religionen berufen, zeichneten sich immer wieder ebenso durch Unbarmherzigkeit aus, wie es auch Kirchenleute durch die Jahrhunderte immer wieder unter Beweis gestellt haben. Wie der Herr, so`s Geschärr. Es gibt natürlich auch barmherzige Muslime und Kirchenleute, aber sie vertreten dabei keinen unbarmherzigen Gott.

WS sagt, dass Gott irgendwann Menschen fallen lässt (S. 82). "Dass es vorkommt, ist ... ganz sicher." Er sagt nicht, warum er sich da so sicher ist. Obwohl er noch niemand begegnet ist, bei dem das der Fall ist, denn er begegnet ja nur Lebenden. Und er hat auch keinen Vers in der Bibel gefunden, sonst hätte er ihn hier zitieren müssen (Es gibt solche Verse die von einer "ewigen Verdammnis" reden, doch im biblischen Text steht eigentlich "äonisch", also von ungewisser Zeitdauer.) WS gibt also hier nur seine Meinung wieder.
Warum Gott das tun sollte, begründet WS nicht stichhaltig. Über die so Verdammten schreibt WS: "Sie haben ihre Entscheidung endgültig getroffen." (S. 83). Woher will WS das wissen, dass jemand seine Entscheidung endgültig getroffen hat. Hat er bei jedem Menschen, der jemals gelebt hat, ins Herz geschaut? Nur Gott kann wissen, wie ein Mensch entschieden hat und wann die Entscheidung endgültig war und ob es überhaupt so etwas wie eine "endgültige" Entscheidung gibt. Der Mensch ist ein Geschöpf und als solches an Zeit und Raum gebunden. Gottes Weisheit wäre zu hinterfragen, wenn er etwas Unvollendetes verewigen würde. In der Bibel wird in Bezug auf Geschöpfliches immer nur von äonischer Dauerhaftigkeit gesprochen. Die Thesen des Autors sind gewagt, zumal er seinem eigenen Gott etwas unterstellt, was nach dem gesunden Menschenverstand zu urteilen, kein gutes Licht auf Ihn wirft und an Seiner Güte und Seiner Weisheit zweifeln lässt.
WS bringt das Beispiel Gottes mit Israel in der Wüste, um zu belegen, dass für Gott irgendwann Schluss mit der Güte ist. Doch dieses Beispiel zeigt die Armut seiner Argumentation, denn es ist leicht einzusehen, dass hier ein Sachverhalt vereinfachend und einseitig dargestellt wird. Gott sagte, nach WS, in seinem Zorn, "sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen." Das kamen die Israeliten, zu denen Gott diese Worte sprach, auch nicht, sie kamen nicht ins Gelobte Land, erst die nachfolgende Generation. Dieser Zorn währte nicht endlos, denn Israel kam ja tatsächlich ins Gelobte Land und was die Israeliten anbelangt, die in der Wüste umkamen, heißt es an anderer Stelle, dass sie noch gerettet werden (Röm 11,26). Das Beispiel, das der Autor hier bringt, passt also objektiv wieder nicht, denn für die Israeliten ging es nur um den physischen Tod und der Zorn Gottes war zeitlich begrenzt. Daher eignet sich das Beispiel nicht zu behaupten, dass für Gott irgendwann einmal Schluss mit der Liebe und Gnade ist.

Fazit: WS hat es in diesem Buch nicht stichhaltig begründen können, warum mit Gottes Liebe einmal Schluss sein soll, oder warum Sie keinen Zugriff mehr auf Menschen haben sollte.
Erstaunlicherweise kommt er beim Thema Leiden zu dem Schluss: "Leiden sind mehr als alle anderen Erfahrungen dazu geeignet, Klarheit in Glaubensdingen zu schenken. Wer im Fleisch leidet, hat mit der Sünde gebrochen, sagt uns die Bibel (1 Pet 4,1)." Nach dieser Logik müssten dann ja in der Hölle die Voraussetzungen durch "Leiden, die mehr als alle anderen Erfahrungen dazu geeignet" sind, Klarheit zu bekommen, die zum Glauben führt, gegeben sein. Das spricht aber klar gegen eine endlose Hölle. Hat man aber keine endlose Hölle, dann sieht es in der Frage nach einem gnädigen oder liebevollen Gott wesentlich günstiger aus!


Das siebte Jahr: Von Tibet nach Indien
Das siebte Jahr: Von Tibet nach Indien
von Sabriye Tenberken
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

4.0 von 5 Sternen Sieben Jahre Tibet? Nein, danke!, 20. März 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Beachtlich, dass jemand, der 7 Jahre in Tibet lebt, die Mär vom gastfreundlichen Schangri-La-Menschentum im vielleicht doch mehr scheinheilig-heuligen als heiligen Tibet wegräumt. "Noch nie war ich auf so viel Dummheit und Feindseligkeit gestoßen." ist ihre Erfahrung auf dem Lande, abseits der Touristenorte, wo ja schon immer in Aussicht stehende Bezahlung, manches scheinfreundliche Lächeln hervorbringt. Das Volk sieht, da kommt eine Frau und entdeckt, sie ist blind. Das reicht aus, um sie als Opfer zu betrachten, das man zuerst ausnimmt und dann verjagt. Das macht man mit Blinden so im Land, dessen Söhne erst einmal ins Kloster geschickt werden und wo jeder Haushalt seinen eigenen Altar hat. "Ich konnte in diesem Augenblick dem Land, das wir über die Jahre schätzen gelernt hatten und das uns eine neue Heimat geworden war, nichts mehr abgewinnen. Da redet die ganze Welt von dem heiligen Tibet! Und was tun die Menschen hier? Sie quälen und demütigen, betrügen und werfen mit Steinen! Wo ist Tibets fromme Gesellschaft? Wo ist denn das viel gepriesene Mitgefühl?"
Da, wo es sonst in der Welt auch ist: hie und da! Oder auch nicht! Und was heißt schon fromm? Rom ist eine fromme Stadt, sie ist deshalb nicht besser als andere Städte! Das gleiche gilt für Lhasa. Die Frömmigkeit ist kommerzialisiert und ritualisiert und wenn man ihre Essenz sucht, wird man auf einen Sud aus Egoismen, Eitelkeiten und kindischen Hoffnungen stoßen. Und wie immer auch: Ausgrenzungen! Was sonst noch, muss jeder für sich selber herausfinden. Aber die Hässlichkeiten, die das religiöse Walten des Menschen ausscheidet, sind allgegenwärtig, wenn man nicht blind ist. Vielmehr blind im Wahrhabenwollen, denn die Autorin ist blind nur an Augenkraft. Das Fazit ihres Buchs sollte nicht das sein, zu dem vielleicht der Leser kommt: in Tibet sind die Blinden die Guten, die Mitfühlenden, die Rücksichtsvollen, die zu Mitmenschlichkeit fähigen, die sozial Wertvollen und die anderen sind es eher nicht.
Das Buch von Tenberken ist voll von Lebensberichten blinder Kinder, die der äußerlich blinden Autorin doch schon deutlich vor ihre inneren Augen geführt haben sollten, dass das, auf was Blinde in Europa hoffen können und auch erfahren: Mitgefühl, soziale Absicherung, Hilfestellung, familiäre Fürsorge, mithin etwas, was im christlichen Abendland eine lange Tradition hat, im buddhistischen Hochland jenseits des Himalaja gar nicht Tradition sein kann, weil man dort an die Macht des Karma und der Dämonen glaubt. Und so kommt es, dass Blinde sogar von ihren eigenen Eltern verleugnet, verkauft, verstoßen und ausgesetzt und von der übrigen Gesellschaft wie der letzte Dreck behandelt werden, denn Blinde sind nach dem Glauben der Tibeter entweder von Dämonen besessen, von denen es, glaubt man den Tibetern, mehr als in jedem anderen Land gibt, oder sie waren in ihrem vorherigen Leben schlechte Menschen und müssen nun für ihre Taten büßen, also darf man sie das auch spüren lassen. In Tibet ist die Religion nur zu den Privilegierten gut. Man muss schon gesund und gesellschaftlich anerkannt sein. Kranke Kinder dürfen nicht ins Kloster, blinde auch nicht. Und wenn die Götter nicht barmherzig sind, muss man es selber auch nicht sein.
Ich war selber in Tibet, nicht nur in den Städten, auch auf dem Lande, und ich bezeuge die Gastfreundlichkeit der Menschen. Aber ich war immer zahlender Kunde. Die Freundlichkeit der die Kultur Tibets pflegenden Mönche war, wie nicht anders zu erwarten war, steigerungsfähig, wenn man zum Erhalt der Tradition nach der ersten Münze doch noch eine zweite in ihre Kassen legte. Aber wo wäre das nicht so! Viele Westler kommen mit einem verklärten Vorstellung ins Land, als ob es da eine Welt zu finden gäbe, die nicht von dieser Welt wäre. Das Land, das doch so abgeschieden und unzugänglich liegt, das die Chinesen "zum Glück" und öffentlichen Bedauern noch unzugänglicher und bemitleidenswerter gemacht haben, ist in Wahrheit eine trostlose Einöde für die Minderbemittelten und Geächteten der Gesellschaft. Es muss eine blinde Frau aus Deutschland, die Autorin, kommen, um dort ein Projekt für die blinden Kinder zu starten, eine Schule für sie einzurichten, ihnen eine Ausbildung, sozialen Halt zu geben, Freundschaft und Sinn fürs Leben zu vermitteln. Die Tibeter werben ja für ihre Unabhängigkeit. "Free Tibet" steht auf den T-Shirts der jungen, potentiellen Besucher aus dem freien Westen (das sie dort nicht tragen dürfen, es sei denn, dass sie eingesperrt werden wollen) mit dem klaren Blick für das politisch Korrekte. Doch ein klarer Blick für das sozial Korrekte wäre vielleicht noch besser. Man soll ja erst erst einmal im eigenen Haus kehren, bevor man auf die Straße geht! Und vielleicht braucht Tibet noch dringender eine Befreiung von der Dämonisierung und A-Sozialisierung in der eigenen Gesellschaft. Hausgemachte Probleme kann man den chinesischen Besatzern nicht in die Schuhe schieben, es sei denn man will von ihnen ablenken.
Was die Autorin anbelangt, kann man nur staunen. Diese Frau hat zwar kein Augenlicht mehr, aber dafür scheint in ihr ein Licht, das niemand und nichts verdunkeln kann. Mit einer unfassbaren Energie und Schöpfungskraft hat sie ihr Leben, zum Trotz ihres Handicaps, in den Dienst für die Ärmsten im Lande eingesetzt und viel mehr erreicht, als sich irgend jemand vorstellen könnte. Sie hat so viele Menschen positiv beeindruckt, so vielen Mut gegeben, Selbstvertrauen geweckt und den Sinn für mehr Menschlichkeit im Umgang miteinander vor Augen gestellt, für die man keine physikalische, sondern eine Herzensoptik braucht, dass man an eine Nobelpreisträgerin denkt, die für ihr Engagement für die Armen und Kranken,auf der anderen Seite des Himalaja geehrt wurde. Doch bei Tenberken steht keine mächtige Kirche oder ein Staat oder eine Organisation dahinter. Sie hat alles aus eigenem Betreiben und mit den eigenen Händen geschaffen. Nein, sie ist nicht blind. Sie sieht mehr als alle anderen, weil sie mit Herzensaugen sieht.
Das Buch ist typisch für den Kommerz aufgemacht. Man meint zuerst, im Mittelpunkt des Buches stünde der Versuch der Autorin zusammen mit ihren blinden Schutzbefohlenen und einem blinden Bergsteiger, der bereits den Everest bestiegen hatte, einen hohen Berg zu erklimmen. Doch der Bericht dazu nimmt nur einen kleinen Teil des Buches ein und ist für die Autorin weniger wichtig als dem Verleger (der mit dem ersten Buch der Autorin bereits viel Geld verdient hat), denn ihr ging es bei dem Besteigungsversuch nur darum, den Kindern zu zeigen, dass sie zu sehr vielem in der Lage sind, wenn sie es sich nur fest vornehmen und dass man als Team sogar noch mehr erreichen kann: das Erleben von Zusammengehörigkeit und Freundschaft. Andere haben ihre Fürsprecher und finanzstarken Unterstützer, Tenberken hat im Grunde nur sich selber und ihren unerschütterlichen Glauben. Aber darin ist sie eine Riesin. Hochachtung!


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