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Beiträge von Michael Kaufmann
Top-Rezensenten Rang: 3.581.163
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Rezensionen verfasst von
Michael Kaufmann "micha_ec"

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Loriot - Die Spielfilme - Pappa ante Portas / Ödipussi [2 DVDs]
Loriot - Die Spielfilme - Pappa ante Portas / Ödipussi [2 DVDs]
DVD ~ Vicco Bülow
Preis: EUR 10,91

5.0 von 5 Sternen Loriot ist einfach genial!, 19. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für immer und ewig Klassiker, jeder Satz sitzt perfekt, jede Geste ist stimmig. Vor allem Pappa ante portas ist unübertroffen.


Menschen am Berg: Geschichten vom Leben ganz oben
Menschen am Berg: Geschichten vom Leben ganz oben
von Melanie Mühl
  Gebundene Ausgabe

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bergweltreportagen in Buchform, 29. März 2010
Es gibt Bücher, die bleiben einem in Erinnerung, Bücher, die man zugleich gerne verschenkt. Dieses gehört mit Sicherheit dazu. Die Autorin erzählt in kurzen Geschichten Leben und Erfahrungen in den Schweizer Bergen. Das ist nicht neu, was aber sie anders macht ist, dass sie nicht die Bergler in den alleinigen Mittelpunkt stellt, sondern es sind auch der Bergführer, der Bergingenieur, die Urlauber aus Holland, deren Beziehungen zu den Bergen lebendig vermittelt werden. Ihr Erzählstil ist ein eigener: Einerseits sachlich, dem Menschen nah und doch nicht so nahe, dass es bedrängend und verletzend wäre, andererseits emotional und doch nicht verbrüdernd mit den Protagonisten. Sie lässt sich von den Bergwelten, den Menschen, ihrem Leben, ihren Aufgaben, Gedanken und Gefühlen einfangen, und schafft es doch jedem Menschen seine Persönlichkeit zu lassen, sie zu respektieren, ihre Lebenseinstellung dem Leser in Worten weiterzugeben. Sie urteilt nicht, sie beschönigt nichts, sie lässt es einfach zu, wie ein Sprachrohr.

Die Texte sind teils sehr entspannend, vor allem "Die Hüter des Berges" und "Am Ende entscheidet Gott", wo es um das teils immer noch sehr archaische Leben der Bergbauern geht. Ich habe diese Texte vorgelesen und danach herrschte erst einmal Stille, wie nach einem Film, der einen in eine andere Welt geführt hat und nach dessen Ende unsere laute Welt nicht passen will.

Es sind im Grunde weniger Erzählungen als vielmehr Reportagen, wie in der ZEIT oder der FAZ, wenn Menschen, ihre Berufe, ihre Lebensgeschichten zu Wort kommen und mindestens eine Seite dafür Platz eingeräumt wird. Am nächsten kommen Mühls Geschichten noch Fernsehdokumentationen über das Leben in den Bergen, die Alpen im Konflikt mit der Moderne. Aber anders als bei diesen TV-Formaten hat man zu der Stimme des Sprechers keine Bilder. Hier muss man die Bilder selber erzeugen, aber die Stimme der Autorin ist wie geschaffen dafür. Die für mich größte Parallele ergibt sich für mich beim fast schon dokumentarischen Schweizer Spielfilm "Höhenfeuer".

Es ist ein gutes Buch, aber man muss sich auf andere Menschen einlassen können, ihr Leben und ihre Einstellungen zu Gott und die Welt. Jemand, der schnell mit Urteilen zur Hand ist, wird nur seine Vorurteile bestätigt finden. Für alle anderen gilt: Zuhören, was die "Menschen am Berg" uns Städtern und Talbewohnern zu erzählen haben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2014 10:59 AM MEST


Ich verfluche den Fluss der Zeit: Roman
Ich verfluche den Fluss der Zeit: Roman
von Per Petterson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Midlife Crises, 11. Februar 2010
Ein überraschendes Leseerlebnis von einem mir bis dato unbekannten Autor. Midlife Crises klingt immer so aufgesetzt, aber hier nimmt sie Gestalt an. Wir begleiten Arvid in den Monaten vor seiner Scheidung, in der zugleich die Krebserkrankung der Mutter erneut wieder auftritt. In Passagen geht es immer wieder in die Vergangenheit, zur Kindheit, in die Familienurlaube, den ersten Kuss, die erste Liebe, das abgebrochene Studium, den ersten Job, sein Eintreten für die vierte Klasse, den Arbeiterstand, als Marxist. Schöne Momente sind vor allem mit Dänemark, dem Herkunftsland seiner Mutter verbunden, die Mühen des Alltags und der Versuch eines selbstbestimmten Lebens mit Oslo. Es ist aber kein systematisches Zurückgehen aus dem für ihn verwirrenden Jetzt. Es geht hin und her, in großen wie kleinen Zeitsprüngen, genauso wie in seinem heutigen Leben.

Letztlich ist er ein großes Kind, trauert bisweilen den Fehlern hinterher, um dann im Alltag doch wieder in dieselben Verhaltensweisen zurückzufallen. Man mag ihn eigentlich nicht so richtig, eher fühlt man sich mit seiner Mutter verbunden, der er immer wieder auf die Nerven geht mit seinem kindischen Verhalten. Er will angenommen werden, verhält sich aber wirklich wie ein großes Kind und wie ein solches interessiert er sich zuallererst für seine eigene Situation.

Würde das Ganze in der Großstadt spielen, Arvid geräte vollends auf die Verliererseite. Aber so, wie er seiner krebskranken Mutter nach Dänemark nachflüchtet, so flüchtet er in den Gedanken auch oft zurück an das Meer, zu den flachen Feldern. Diese ruhige Natur lässt ihn seinen Erinnerungen nachhängen, während die Gedanken in Oslo abrupter und härter sind.

Pettersen schafft es wunderbar diese Ruhe einzufangen. Es stört nichts beim Lesen, man ist nur in den Gedanken und Erinnerungen von Arvid, und man erkennt: Das ist das Leben von Arvid, es ist nicht viel übrig geblieben. Irgendwann ist er stehen geblieben, eigentlich hat er abgebaut, sich zurückgezogen. Und er "verflucht den Fluss der Zeit", diese Zeit, die so ungerecht zu ihm war. Dabei schafft er es heute noch sich jede Chance zu verbauen.

Schön erzählend, gut reflektiert. Ein Buch für den Urlaub, aber nur an einem stillen Platz, vielleicht auf der Terrasse eines Ferienhauses in Jütland.


Oben ist es still
Oben ist es still
von Gerbrand Bakker
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stille, 13. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Oben ist es still (Gebundene Ausgabe)
Gerade eben habe ich das Buch zu Ende gelesen. Es ist ein Faszinosum, der Titel ist Programm. Helmer, der von klein auf auf dem Bauernhof lebt, den eigentlich sein Zwillingsbruder Henk einmal übernehmen sollte, der aber bereits vor über 30 Jahren bei einem Verkehrsunfall starb, im ersten Stock nur noch sein bettlägriger Vater, sonst nichts: keine Frau, keine Freundin, keine Kinder. Nur er, ab und zu eine Nachbarin, die ab und zu vorbeischaut, der Milchfahrer, der Tierhändler. Sonst nichts, die Stille ist mehr als Programm, sie ist das Alleinige.

Es passiert wenig im Buch, die Dialoge sind knapp, bleiben wortkarg meist offen, es gibt nie ein lautes Wort, keinen Streit, und dabei sind es so viele Themen, die vielfach in der Stille permanent mitgeschleppt werden und doch nicht ausgesprochen werden. Selbst Unfälle im Alltag, die eigentlich Hektik auslösen sollten, werden so hingenommen wie das Einschalten der Kaffeemaschine. Es ist Alltag, alles ist Alltag und dieser wird wundervoll aus Helmers' Sicht beschrieben. Er macht nichts Außergewöhnliches, er ist kein Held, er ist kein Charmeur, er ist nur da, er lebt einfach vor sich hin. Man bleibt alleine mit Helmer, seine Gedanken können wir lesen, helfen kann er aber nur sich selbst. Es ist fast als wäre er taubstumm, als könne er sich seiner Umwelt nicht mitteilen und irgendwo ist dem ja auch so, er hat das Sprechen, den Umgang mit Menschen verlernt. Man kann ihn verstehen, aber desöfteren möchte man ihn am liebsten am Kragen packen und ihn aufrütteln endlich wach zu werden.

Zum Ende hin wacht er auch langsam auf, endlich will man fast sagen, auch wenn es nur ein ruhiges Aufwachen ist, aber immerhin: er findet zu sich, er findet sich, er geht seinen Weg, auch wenn der ihn erst einmal in ein Ferienhaus nach Dänemark führt, zusammen mit dem ehemaligen Knecht seines Vaters, es völlig offen bleibt wie er sich sein weiteres Leben vorstellt.

Ein einfach wunderbares Buch für denjenigen, der Erzählungen mag. Es kommt auf meine Geschenkeliste für Bücherfreunde...


Schilf
Schilf
von Juli Zeh
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

37 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachgewaltig, 14. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Schilf (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das sich wohltuend aus der Masse abhebt, mit absolutem Wiedererkennungswert. Es wird als Kriminalgeschichte verkauft. Das hat mich eher abgeschreckt - aber einen Krimi mit den Guten und Bösen und den typischen Klischees erwartet einen Gott sei dank dann doch nicht. Das zeigt sich schon auf der ersten Seite. Ein Einstieg in die Geschichte wie im Intro eines Films. Vielleicht am ehesten vergleichbar mit dem segelnden Blatt in Forrest Gump.

Juli Zeh schreibt unglaublich wortgewaltig. Sie lässt nicht nur Bilder im Kopf entstehen, sie gibt mit ihren brillianten Formulierungen immer neue Anregungen. Es gibt etliche Stellen, die man mehrmals und gerne liest, weil sie treffsicher formuliert sind wie in einem journalistischen Kommentar.

Manche mögen sich an der Verspieltheit der Sprache stören, aber das macht diesen Roman eben auch so betörend und verstörend zugleich: Sie beschreibt ganz banale Dinge, die schon hundertfach beschrieben wurde, aus einer ganz anderen Sicht. Beispiele gefällig?
- "Die Scheinwerfer eines Autos reißen eine Handvoll Bäume an sich und schleudern sie gleich darauf zurück in die Dunkelheit."
- "Um die Laterne, die noch immer nicht brennt, tanzt eine Wolke Mücken, offenbar angezogen von der bloßen Erinnerung an Licht."
- "Eine vorbeiziehende Wolke fegt die Helligkeit von den Fassaden."

Juli Zeh gibt den Blick auf die Möglichkeiten der Sprache, der Gewaltigkeit der Worte. Mich hat es so beeindruckt, dass ich es weiter verschenke: Wer viel und gerne liest, wird sich an dem Buch erfreuen.


Unter der Sonne: Erzählungen
Unter der Sonne: Erzählungen
von Daniel Kehlmann
  Taschenbuch

59 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Präzise Blicke auf die menschliche (Innen-)Welt, 28. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Unter der Sonne: Erzählungen (Taschenbuch)
Das erste Buch, was ich von Kehlmann las, und es wird nicht das letzte sein. Sind Kurzgeschichten eigentlich noch in? Sie sind auf jeden Fall sehr lesenswert. Sie gehen unter die Haut, weil Kehlmann es versteht einen beim Lesen zur Person des Helden werden zu lassen. Es sind eigentlich keine Helden, es sind einfache Menschen. Gescheiterte Existenzen, armselige Arbeiter, Angestellte und Malocher - Menschen ohne Perspektiven, die sich ihre eigenen Bilder, ihre eigenen Welten schaffen. Und sich dann in diesen finden wollen und dann doch nur verlieren. Die Geschichten sind tragisch, wir betrachten Verlierer und Verlorene. Aber ihr (Er-)Leben ist absolut lesenswert, nicht nur weil Kehlmann auf wunderbare Art und Weise Menschliches zu beschreiben vermag, sondern weil er es dabei schafft Gerüche und Temperaturen buchstäblich fühlbar zu machen. Man fühlt bei "Unter der Sonne" die Hitze heißer Sommertage, spürt im "Schnee" den Schnee im Gesicht. Trotz der traurigen Gestalten sind es einfach faszinierende Bilder, die wie in einem Film an einem vorüberziehen. Es bißchen meint man bisweilen Roald Dahl oder Wolfgang Borcherts zu lesen, aber das schadet nichts. Kehlmann schafft eben solche pointierten Bilder, die auch mit ihrem Sarkasmus, schwarzen Humor und der Aussichtslosigkeit an große Namen erinnern.


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