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Rezensionen verfasst von
Laura S.

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Heiter bis wolkig
Heiter bis wolkig
DVD ~ Max Riemelt
Preis: EUR 5,55

21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überraschend anders, 8. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Heiter bis wolkig (DVD)
Vorab: Diese Rezension bezieht sich auf den Kinofilm, nicht auf die DVD, die derzeit noch nicht erschienen ist.

Eigentlich wollten meine Freunde und ich uns gestern im Kino eine Komödie ansehen. Schnell mal den Trailer zu "heiter bis wolkig" im Internet angeschaut, machte einen lustigen Eindruck, und schon waren die Karten gekauft. Dass wir letztendlich mit tränenüberströmten Gesichtern wieder aus dem Saal gingen, hätte wohl keiner von uns erwartet. Möglicherweise wurden wir bei der betont lustigen Filmvorschau ein wenig hinter's Licht geführt, aber vielleicht haben wir auch einfach nicht richtig aufgepasst, denn: der Film ist mehr wolkig als heiter. Doch jetzt die gute Nachricht: das macht nichts.

Die zwei Freunde Tim (großartig gespielt von Max Riemelt) und Can (Elyas M'Barek in einer nervigen, unsensiblen Nebenrolle) sind zwei echte Aufreißertypen, die keine Chance ungenutzt lassen, Frauen rumzukriegen. Besonders skrupellos ist die Nummer mit dem todkranken Freund: der eine erzählt einer beliebigen Frau an der Bar von seinem besten Kumpel, der Krebs hat und bald sterben muss. Dessen letzter Wunsch sei es, noch einmal mit einer hübschen Frau zu schlafen, zumal seine Freundin ihn gerade sitzen gelassen habe. Die Mitleidstour funktioniert tatsächlich und so verschaffen sich die beiden gegenseitig ihre One Night Stands.

Bis hierhin war der Film noch ausgesprochen heiter, wobei ich bei dieser Krebs-Masche schon erstmal schlucken musste. Das erste Anzeichen dafür, dass der Film vielleicht doch keine so seichte Komödie wird, wie wir dachten, kam dann kurz darauf: Tim lernt dank der Krebs-Masche die süße Marie (Anna Fischer) kennen, deren temperamentvolle Schwester Edda (Jessica Schwarz) tatsächlich Krebs und nur noch wenige Wochen zu leben hat.

Schnell verliebt sich Tim in Marie und damit fangen die Probleme natürlich erst richtig an. Nicht nur, dass Marie mit Tim über seine angebliche Krankheit sprechen will - sie will auch, dass Tim mit der kranken Edda redet, da sie ja "das gleiche Schicksal teilen". Edda durchschaut Tims Lüge schnell, doch als sie merkt, wie glücklich Marie mit Tim ist, verspricht sie, ihrer Schwester die Wahrheit vorerst nicht zu erzählen. Im Gegenzug soll Tim ihr bei einigen Dingen helfen, die sie vor ihrem Tod unbedingt noch tun will. Diese Dinge, die ich hier ganz sicher nicht verraten werde, bringen Tim in einige sehr skurrile, lustige (ja, wirklich!) und gefährliche Situationen. Doch je mehr Zeit Tim mit Edda verbringt, desto besser kann er sie verstehen und desto einfühlsamer scheint er zu werden. Die beiden freunden sich an und verbringen sehr viel Zeit miteinander, was Marie wiederum eifersüchtig macht. Sie hat das Gefühl, ihre Schwester will ihre letzten Tage lieber mit einem fast Fremden zusammen sein, statt mit ihr. Diese Eifersucht treibt natürlich auch einen Keil zwischen Marie und Tim und außerdem ist da immer noch die Lüge, die ständig im Raum steht...

Diese ungewöhnliche und sehr authentisch gespielte Dreiecksbeziehung ist zwar irgendwie das reinste Chaos, aber sie ist auch vollgepackt mit sämtlichen Emotionen, die das Leben zu bieten hat. Das ist es wahrscheinlich auch, was einen an dem Film so in den Bann zieht. Sicher, diese Geschichte ist unheimlich traurig, doch die Gratwanderung zwischen Lachen und Weinen (machmal wusste man wirklich nicht, was von beidem man gerade tun soll!), zwischen dem Genuss des Lebens und der Angst vor dem Sterben hat eine gewisse Spannung erzeugt, die sich durch den ganzen Film zog.

Was mir außerdem noch gefällt ist, dass man für sich selbst etwas aus dem Film mitnehmen kann. Ich weiß, dieses "Lebe jeden Tag als ob's dein Letzter wär" kennen wir alle schon, aber mal ehrlich: so richtig etwas damit anfangen können doch die wenigsten, oder? Jedenfalls macht einem "heiter bis wolkig" auf eine besondere und tief ergreifende Art und Weise klar, dass wir mit unserer Zeit etwas Sinnvolles anfangen sollten, etwas Schönes. Und dass wir versuchen sollten, unseren Träumen näher zu kommen als nur in der Phantasie.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 13, 2012 11:25 PM MEST


Die Anonymen Romantiker
Die Anonymen Romantiker
DVD ~ Isabelle Carré

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absoluter Wohlfühlfilm, 5. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Anonymen Romantiker (DVD)
Da der Inhalt in den anderen Rezensionen bereits ausführlich beschrieben wurde, überspringe ich diesen Teil einfach kurzerhand.

Das Besondere an "Die Anonymen Romantiker" ist, dass es, obwohl er "nur" 75 Minuten dauert und obwohl er einem diesen bekannten Komödien-Wohlfühlfaktor verleiht, der normalerweise dazu führt, dass man sich beim Abspann bereits an fast nichts mehr erinnert, KEIN Film ist, den man so schnell vergisst. Und von welchem Film kann man das heutzutage noch so leicht behaupten?

Der Punkt ist, dass es bei "Die Anonymen Romantiker" eben nicht darauf ankommt, wie lange der Film läuft oder wie er ausgeht. Dafür fallen einem auch nach dem 3. Mal Anschauen noch Dinge auf, die man vorher übersehen hat und die einem dann umso wichtiger erscheinen. Manches in meinem Alltag erinnert mich sogar an bestimmte Szenen aus und ich muss lächeln. Es ist einfach eine Geschichte, die einen fasziniert und so schnell auch nicht wieder loslässt. Allein das Titellied "Big Jet Plane" von Angus und Julia Stone aus meinem Kopf zu kriegen, ist beim Schreiben dieser Rezension schier unmöglich!

Ich habe mich gefragt, wieso diese Geschichte bei einigen so überhaupt nicht ankommt. Möglicherweise liegt es daran, dass man sie genauso betrachten muss, wie sie geschrieben wurde: mit viel Feingefühl, mit dem Gespür für die kleinen Dinge, die Details. Das ist es wahrscheinlich auch, was Kritiker dazu verleitet, Vergleiche zur fabelhaften Welt der Amelie zu ziehen.

In einer Rezension klingt an, dass man über hochsensible Menschen nicht lachen sollte, wie es in "Die Anonymen Romantiker" durchaus beabsichtigt ist. Die Frage ist, warum nicht? Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern wird meist lediglich als Phänomen betrachtet oder wenn man so will, als eine ungewöhnliche Charaktereigenschaft. Hochsensible nehmen die Welt vielfältiger wahr, reagieren stärker auf Reize von außen und sind daher manchmal überfordert. Im Grunde ist es jedoch einfach ein liebenswerter Charakterzug, der ebenso belächelt werden darf wie ja auch Schüchternheit oder Tollpatschigkeit in anderen Filmen belächelt wird.

Außerdem geht es bei dieser Geschichte auch nicht um einen Krankheitsverlauf, sondern um das Leben zweier sehr besonderer und warmherziger Menschen, die sich verlieben, und darum, wie und ob sie zueinander finden - trotz einiger Hindernisse, die doch im Grunde jeder von uns kennt - ob hochsensibel oder nicht. Wir Zuschauer dürfen uns einfach zurücklehnen und daran erfreuen, Angélique und Jean-René zuzusehen: beim Pralinenkosten, beim Verlieben, Zweifeln, Hoffen und beim Über-seinen-Schatten-springen.


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