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Beiträge von Favre Robert
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Rezensionen verfasst von
Favre Robert "Robert A. Favre"
(REAL NAME)   

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Lügenmauer. Irland-Krimi: Kriminalroman (Ein Emma-Vaughan-Krimi, Band 1)
Lügenmauer. Irland-Krimi: Kriminalroman (Ein Emma-Vaughan-Krimi, Band 1)
von Barbara Bierach
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1.0 von 5 Sternen ZUM VERGESSEN, 28. Januar 2017
Der Mord an einem hochrangigen Mitglied der protestantischen Kirche
Konfrontiert Kommissarin Vaughan mit der dunklen Geschichte Irlands. Ihre Ermittlungen führen sie in ein Kloster, in dem in den sechziger Jahren junge Mütter ihre unehelichen Kinder zur Welt brachten. Ihre Fragen treffen nur auf eisiges Schweigen.

Fazit: Eine ausgelutschtes Thematik und nur am Rande ein Krimi: Zwangsadoptionen sowie Kirche und Klöster mit ihren Versündigungen. Rückblicke in eine weit verzweigte Familiengeschichte auf mehreren Zeitebenen und überfrachtete Handlungsstränge sorgen für Verwirrung. Kaum Handlung, null Spannung. Dafür zeichnet die Autorin ein äusserst negatives Bild Irlands. Über alles zieht sie her: über das das Klima, die Gesellschaft, die Politik, die Religion, die Institutionen wie auch Emmas Kollegen und beendet diesen Roman zum Vergessen mit einem völlig unglaubhaften Schluss.


Die Falle: Thriller
Die Falle: Thriller
von Melanie Raabe
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen NICHTS ALS DIE WAHRHEIT, 10. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: Die Falle: Thriller (Taschenbuch)
Die bekannte Romanautorin Linda Conrads quält eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit: Sie hat den Mörder ihrer Schwester fliehen sehen. Und er weiss es. Seither verfolgt sein Gesicht sie in ihren Träumen. Sie leidet daher unter einer Angststörung und geht nicht mehr vor die Tür. Zwölf Jahre später glaubt sie, sein Gesicht im Fernseher zu erkennen. Grund genug, ihn in eine Falle zu locken. Doch es läuft nicht wie geplant. Hat sie sich getäuscht. Oder sitzt sie in ihrer eigenen Falle?

Fazit: Der Plot ist nicht spektakulär, doch Raabe entwickelt ein Katz-und-Maus-Spiel und ein wendungsreiches Duell der Wahrheiten und Lügen voller psychologischer Raffinesse sowie einer hohen Dynamik zwischen den wenigen Figuren. Ein Fall, der den üblichen Krimi-Pfad verlässt und dessen Spannungsklischees geschickt umschifft. Der Spannung selbst tut das jedoch keinen Abbruch, steht doch die Psyche im Mittelpunkt. Und die Cliffhanger sitzen. Die Autorin versteht es, Gefühle und Stimmungen zu transportieren. Jedes Mal, wenn der Leser glaubt, die Vorgänge durchschaut zu haben, muss er feststellen, dass er in die Falle getappt ist.


Sterntaler: Thriller (Fredrika Bergmann, Band 3)
Sterntaler: Thriller (Fredrika Bergmann, Band 3)
von Kristina Ohlsson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ZÄHE LESEKOST, 19. Dezember 2016
Jahrzehnte alte vergrabene Leichenstücke, eine davon eine junge Studentin, die den Mord einer Kinderbuchautorin an ihrem Ehemann widerlegt zu haben glaubte, werden in einem Waldstück gefunden. Der Fall wird durch die Kriminalpolizei neu aufgerollt.

Fazit: Unmöglich, von diesem Buch gefangen zu werden. Die Ermittlungen kommen so wenig vom Fleck wie die Handlung; dafür wimmelt es an Mutmassungen, die sich unerträglich in die Länge ziehen. Die völlig zerdehnte Story kommt einfach nicht zum Punkt. Und wie umständlich das alles geschrieben ist! Echt mühsam! Dann noch der abgeleierte Trick mit dem Identitätswechsel, um den Leser auf billigste Art und Weise hinters Licht zu führen. Ein überflüssiger arg konstruierter Roman an der Grenze der Logik. Mir ist unerklärlich, weshalb Ohlsson Krimis schreibt.


Allerliebste Schwester: Roman
Allerliebste Schwester: Roman
von Wiebke Lorenz
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen IN DER HAUT DER SCHWESTER, 26. November 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Allerliebste Schwester: Roman (Taschenbuch)
Marlene und Eva: nichts unterschied sie voneinander und konnte sie trennen. Nur eines Nachts vor drei Jahren – da verlor Eva ihre Zwillingsschwester. Ob durch Unfall oder Suizid weiss sie nicht; es konnte nie geklärt werden. Sie weiss nur, dass sie nicht ans Telefon ging, als Marlene kurz vor dem Unglück versuchte, sie zu erreichen. Ihre Schuldgefühle bringen sie dazu, Marlenes Leben zu übernehmen - sie heiratet ihren Mann Tobias. Marlene war der Liebling der Eltern, Eva das unangepasste Enfant terrible. Nun ist Eva i entschlossen, ihr Bohème-Leben zu verwerfen und an Tobias‘ Seite das Glück ihrer Schwester zu ihrem eigenen zu machen. Doch am Tag, als sie ihr Kind verliert, zerbricht die Fassade ihrer heilen Welt. Sie droht, durch das feine Gitternetz ihres neuen Lebens in die Abgründe ihrer Vergangenheit zu stürzen, die sie so verzweifelt zu verdrängen versucht - und in deren Mittelpunkt ein widerliches Geheimnis steht. Obwohl sie nach aussen versucht, ihr normales Eheleben zu leben, wird ihr Mann immer misstrauischer und kontrolliert sie. Die Folgen sind fatal.

Fazit: Das kammerspielartige Drama ist unheilvoll untermalt, der Plot originell: eine Frau gibt praktisch ihr Leben auf, um das ihrer verstorbenen Schwester weiter zu führen – ein Scheinleben. Hervorragend bringt die Autorin Evas Seelenzustand voller verstörender Emotionen aufs Papier. Eindringlich schildert sie, wie Eva auf der Suche nach ihrer Identität und einer Antwort auf Marlenes ungeklärten Tod immer mehr in dunkle Gedanken und Halluzinationen abdriftet, die sie an den Rand des Abgrunds führen. Subtile Zeichen psychischer Gewalt machen sich bemerkbar. Darin liegt der Reiz der Geschichte - und natürlich in deren Ausgang. Die Autorin füllt das Buch eigentlich mit Geheimnissen, bis zum Epilog, wo das Grauen lange nachhallt. Lorenz ist eine verstörende Geschichte über innere Abhängigkeiten mit ihren destruktiven Kräften gelungen.


Die Schneelöwin: Kriminalroman (Ein Falck-Hedström-Krimi, Band 9)
Die Schneelöwin: Kriminalroman (Ein Falck-Hedström-Krimi, Band 9)
von Camilla Läckberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen TÖDLICHE LANGWEILE, 16. November 2016
Vier verschwundene Mädchen und eine Tote, die schwer misshandelt wurde. Die Polizei tappt im Dunkeln. Vor 27 Jahren gabs einen ähnlichen Fall, Besteht ein Zusammenhang?

Fazit: Der Psychopath von nebenan, ist das moralphilosophische Leitmotiv der Autorin, und die literarische Mission, der sie sich verschrieben hat, eine Handlung, die sie mit der Vereinbarkeit von idyllischem Familienleben und umständlicher Polizeiarbeit aufpimpt – alles untermalt von latentem Grauen. Was dabei herauskam, ist eine völlig überfrachtete, substanzarme und seelenlose Nachmittags-Soap statt eines Kriminalromans. Endlose banale Familiengeschichten zwischen Küche und Bad, ausführlich geschilderte wirre Beziehungsgeflechte, die nicht den geringsten Bezug zum Fall haben und zermürbend belanglose Dialoge wechseln die Seiten. Alles wird aufgemischt mit häusliche Gewalt, Schicksalsschlägen, (Reit)Stallgeschichten, Kindererziehung – und es hört nicht auf! Die völlig spannungslose Handlung kommt nie in Fahrt, da es keine gibt. Wer diverse Erzählstränge, Rückblicke und stete abrupte Szenenwechsel leibt und sich nicht scheut, ein verwirrendes Heer an Personen bei seiner Lektüre zu begleiten, kommt hier voll auf seine Rechnung. Es lohnt sich sehr, eine Personendatei anzulegen, um die Übersicht zu behalten. Der Schreibstil ähnelt einem Schulaufsatz aus Schablonensätzen. Der schlecht strukturierte und vor allem durch quälende Redundanzen zerdehnte Roman macht das Lesen zu einer echten Geduldsprobe, ja zur reinen Zeitverschwendung. Eine Kurzgeschichte hätte völlig gereicht. Mein erstes und letztes Buch dieser Autorin.


Stadt der Diebe: Roman
Stadt der Diebe: Roman
von David Benioff
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

4.0 von 5 Sternen EIER ODER LEBEN, 27. Oktober 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stadt der Diebe: Roman (Taschenbuch)
Der Roman spielt im Januar 1942 im von der deutschen Wehrmacht belagerten Leningrad. Weil er während der nächtlichen Ausgangssperre die Leiche eines deutschen Soldaten nach Essbarem durchsucht hat, wird der 17-jährige Jude Lew verhaftet und in einem Kurzprozess zum Tode verurteilt. Vor der Vollstreckung wird er, zusammen mit seinem jungen Mithäftling Kolja vor den Geheimdienstchef der Stadt geführt. Der stellt die beiden vor eine bizarre und schier unlösbare Aufgabe – im Tausch gegen ihr Leben sollen sie innerhalb von sechs Tagen im ausgehungerten Leningrad ein Dutzend Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter auftreiben. Da die beiden in der Stadt nicht fündig werden, suchen sie ausserhalb des Belagerungsrings nach den lebensrettenden Eiern. Dort stossen sie auf eine Gruppe Partisanen, unter ihnen die junge Frau Vika, in die sich Lew verliebt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt – mit der verhassten teutonischen Einsatzgruppe im Nacken.

Fazit: Hautnah schildert Benioff, wie die beiden ausgehungerten und übermüdeten Freunde wie Phantome in einer Stadt von brandgeschwärzten Trümmern aus zerborstenem Beton umhergeistern, wo schon ein warmes Glas Tee sich wie etwas Lebendiges anfühlt. Einfühlsam erzählt er, wie die groteske Aufgabe den schüchternen, introvertierten, schmächtigen Lew, der nicht der Typ ist, der sinnliche Begierde weckt, schicksalhaft an Kolja schweißt, einen schlitzohrigen Frauenhelden, Draufgänger und Aufschneider. Benioff hat einen zugleich tragikomischen wie herzerwärmender Abenteuerroman geschrieben, der den Leser mit dem höchst unterschiedlichen Paar durch ein von Nazis besetztes klirrend kaltes Russland schickt. Je furioser sich das naive Duo zwischen den Fronten durchschlägt, umso mehr fiebert der Leser dem Ende entgegen. Beniofff schildert die Grausamkeiten des Krieges so deutlich, dass einem der Atem stockt. Die Balance zwischen Schrecken, Gefühl und Komik ist gut getroffen. Originelle Metaphern und Dialoge wechseln sich ab. Einziger Wermutstropfen sind die derben Sexgeschichten. Dadurch, dass die Geschichte ständig in Bewegung ist, flacht die Spannung bis zum aberwitzigen Schluss keinen Moment ab.


Bald ruhest du auch: Thriller
Bald ruhest du auch: Thriller
von Wiebke Lorenz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen AUS DER RUHE GEBRACHT, 18. Oktober 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bald ruhest du auch: Thriller (Taschenbuch)
Es ist Liebe auf den ersten Blick, als Daniel und Lena sich zum ersten Mal begegnen. Daniel ist depressiv und gefangen in einer glücklosen Ehe. Er lässt sich scheiden und heiratet Lena. Nach einigen Jahren wird Lena schwanger. Kurz vor der Geburt erliegt Daniel einem Verkehrsunfall. Einige Wochen nach der Geburt wird die kleine Emma aus ihrem Stubenwagen entführt. Der Kidnapper droht mit deren Tod, falls Lena jemandem davon erzählt. Er beobachtet sie und erpresst sie mit kranken Forderungen, lässt sie jedoch im Unklaren, was er eigentlich will. Lenas Beklemmung breitet sich von Tag zu Tag wie ein brennendes Feuer aus. Immer tiefer gerät sie in eine existenzielle Situation, aus der sie keinen Ausweg sieht, da sie sich niemandem anvertrauen kann und ihr Verdacht auf immer mehr Personen fällt.

Fazit: Ein spannendes Buch ohne jegliche Längen hat hier das Wort. Es zieht den Leser von Beginn weg in seinen Bann und lässt ihn nicht mehr los. Durch den äusserst sorgfältigen Handlungsaufbau sowie die mitreissende und eindringliche Erzählweise wird die Geschichte zum bedrückenden Selbstläufer. Was realitätsnahe Schilderungen sind, führt die Autorin dem Leser mit ausserordentlicher Bildhaftigkeit vor Augen. Die Beschreibung der Protagonisten und die ihnen zugeschriebenen Gefühle sprechen eine so intensive Sprache, dass sich der Leser als Teil einer Handlung wähnt, die von Seite zu Seite mehr Unglück atmet. So liest sich die Geschichte wie aus einem Guss, auch dank ihrer enormen Spannungsdichte, die lückenlos bis zum Ende durchhält. Das ist Lesekino pur! In eindrücklicher Form lässt Lorenz die inneren Konflikte Lenas hervorbrechen und breitet mit ihrem Szenario äussert glaubhaft und tiefschürfend die Atmosphäre von lähmendem Psychoterror aus. Konstant schickt sie ihre Hauptperson und damit die Leser auf falsche Spuren, indem sie den Verdacht auf mehrere Personen lenkt, um ihn alsbald wieder zu entkräften. Ein wahres Verwirrspiel, das gehörig an den Nerven zerrt. Dabei spart sie nicht mit dramatischen Wendungen – buchstäblich bis zur letzten Buchzeile - und schreckt auch nicht vor einer völlig verstörenden Szene zurück, die selbst Hartgesottenen den Atem stocken lässt. Die Spannung, die sie bis zur raffinierten Auflösung aufbaut, wirkt wie eine Folter. Lorenz ist hier ein Pageturner und Pulsbeschleuniger par excellence gelungen.


Gedenke mein: Kriminalroman
Gedenke mein: Kriminalroman
von Inge Löhnig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen THEMA VERSCHÜTTET, 10. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: Gedenke mein: Kriminalroman (Taschenbuch)
Es geschah vor zehn Jahren: Petra reichte die Scheidung ein. Es war eine narzisstische Kränkung, die ihr Mann Christian nicht vertrug. Obendrein hatte er Schulden und den Arbeitsplatz verloren. Ein Bündel von Problemen, für die er nur eine Lösung sah: den Tod. Und in den nahm er seine sechsjährige Tochter Marie mit. Spaziergänger entdeckten seine Leiche am Ufer eines Sees. Allerdings wurde Maries Leiche nie gefunden. Petra lässt das keine Ruhe. Sie ist überzeugt, dass Christian Marie nicht getötet, sondern in Obhut gegeben hat. Nach zehn Jahren zwischen Verzweiflung und Hoffnung bittet sie Kommissarin Angelucci, die an ungeklärten Mordfällen arbeitet, den Fall neu aufzurollen. Die Motivlage ist komplex: Eine Mischung aus Rache und lebenslanger Folter für die Ehefrau sowie die Annahme Christians, der Tochter ein Schicksal zu ersparen, das schlimmer ist als der Tod, nämlich als Scheidungskind an der Seite einer unfähigen Mutter aufzuwachsen. Auch Angelucci glaubt anfänglich an den Tod der beiden. Doch im Laufe der Ermittlungen wecken einige Ungereimtheiten Zweifel daran. Als sie sich dann in alten Akten vergräbt, stösst sie auf eine hässliche Spur.

Fazit: Äusserst spannender Auftakt. Der realistischen Ermittlungsarbeit mit ihren Problemen und Zuständigkeiten widmet die Autorin breiten Raum. Die Charaktere sind fein beschrieben. Löhnig streut geschickt Verdachtsindizien und spart nicht mit interessanten und mehr oder weniger dramatischen Wendungen. Sie thematisiert dabei die Auswüchse des Volkszorns sowie die Rechte Pädophiler und leuchtet dabei glaubhaft rechtliche und ethische Grauzonen aus. Schwachstellen des Romans sind u.a. ein gedehnter Mittelteil mit Details, die ausser unnötigen Seitenfüllern nichts zur Atmosphäre beitragen, sowie ein fader Schluss mit einem höchst dünnen und unglaubwürdigen Tatmotiv. Schade um die sonst spannende Handlung. Im Grunde genommen ging es der Autorin vermutlich jedoch nur in zweiter Linie um Spannung. Ihr Hauptthema ist die jahrelange Tortur eines Kindes. Ein Thema also, das nicht als Rahmenhandlung gewählt werden darf, nur um der Handlung Nervenkitzel zu verleihen. Daher hätte ich von Löhnig erwartet, dass sie mit der entsprechenden Tiefe und Strenge auf die Komplexität und die Schwere eines solchen Verbrechens eingeht. Das hat sie leider unterlassen - eine weitere, gravierende Schwachstelle, die einen zwiespältigen Nachgeschmack und einen gefährlich verharmlosenden Eindruck hinterlässt. Weichneichner sind hier wirklich völlig fehl am Platz.


Nun ruhet sanft: Kriminalroman (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi, Band 7)
Nun ruhet sanft: Kriminalroman (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi, Band 7)
von Inge Löhnig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen EIN FAMILIENDRAMA, 20. September 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein abgebranntes Haus. Darin ein Mutter und ihre zwei Kinder, im eigenen Zuhause brutal ermordet. Tom, der Ehemann und Vater, ist ein notorischer Fremdgänger, dazu cholerisch und gewalttätig. Am Abend zuvor hat ihm seine Frau nach einem heftigen Streit die Scheidung angekündigt und vor die Tür gesetzt. Kommissar Dühnfort ist überzeugt, dass Tom, gegen den alles spricht, der Täter ist. Doch er hat nichts Belastbares gegen ihn in der Hand. Aber warum gerade seine ganze Familie auslöschen? Je weiter die Ermittlungen fortschreiten, umso mehr Zweifel nisten sich bei Dühnfort über Toms Schuld ein.

Fazit: Ein raffiniert und routiniert inszeniertes Familiendrama, in dem der Leser laufend auf falsche Fährten gesetzt wird. Die Autorin gibt ein gutes psychologisches Abbild einer Ehe zweier Menschen, die voneinander nicht lassen können, in einem Spiel gefangen, das permanent zwischen Nähe und Distanz sowie Macht und Ohnmacht pendelt. Der Roman ist flüssig, gradlinig und in kurzen Kapiteln leicht lesbar geschrieben, mit glaubwürdigen, facettenreichen Charakteren. Positiv anzumerken ist, dass auch der Täter dem Leser nahegebracht wird und nicht – wie oft üblich – ohne Konturen bleibt und am Schluss noch schnell aus dem Hut gezaubert wird. Der Krimiplot überzeugt und hält die Spannung mit Ausnahme des Mittelteils im oberen Bereich.


The Waters of Eternal Youth: Brunetti 25 by Donna Leon (2016-04-07)
The Waters of Eternal Youth: Brunetti 25 by Donna Leon (2016-04-07)
von Donna Leon
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ZERSTÖRTE JUGEND, 1. September 2016
Commissario Brunetti fischt in den Erinnerungen einer alten Contessa. Sie möchte ihren Frieden finden an ihrem Lebensabend, denn jene Nacht lässt sie nicht mehr los, als ihre Enkelin Manuela vor fünfzehn Jahren in einen Canale fiel – oder gestossen wurde? Ein schwieriger Fall, da es kaum mehr Spuren gibt – ausser der Psyche von Manuela, die mit einem Gehirnschaden auf dem Stand einer Siebenjährigen blieb. Damals legte die Polizei das Ereignis als Unfall zu den Akten. Die Contessa zweifelt noch immer daran und bittet Brunetti, die Umstände des Kanalsturzes wieder aufzurollen.

Fazit: Was diesen Fall von anderen unterscheidet: eine Frau hat Schaden genommen, aber es gibt keinen Beweis dafür, dass sie Gegenstand eines Verbrechens war. Das Ganze wirkt über weite Strecken wie eine akademische Übung, die Manuelas Grossmutter dazu verhelfen soll, in Frieden sterben zu können. Wie üblich in Romanen von Donna Leon, spielen Familienprobleme eine tragende Rolle. Und wie gewohnt, steht Signorina Elettra, begnadete Herrin des Computers, dem Commissario bei den Ermittlungen mit Tricks und Kniffs tatkräftig zur Seite. Wie immer zieht auch der eitle, arrogante und opportunistische Vice Questore gegenüber Brunetti schliesslich den kürzeren. Nicht unerwähnt lässt die Autorin auch in diesem Werk Schlendrian und Korruption der städtischen Beamten. Mit ihren Seitenhieben auf die Politik erweist sich Donna Leon auf der Höhe der Zeit: Flüchtlinge, Einwanderer und die Zerstörung der Serenissima durch den Massentourismus sind ein Thema. Der Roman lebt vor allem durch die tiefgründigen, empathischen Dialoge um das tragische Schicksal einer schönen Frau. Eine weitere Stärke ist die sehr gute Charakterisierung des sympathischen und feinsinnigen Ermittlers Guido Brunetti mit seinem ausgesprochenen Einfühlungsvermögen, grossem Mass an Menschlichkeit und Gerechtigkeitssinn. Seine Ruhe und Kraft schöpft er aus seiner Familie. Die Diskussionen am Mittagstisch sind immer eine willkommene Auflockerung der nüchternen Ermittlungstätigkeit. Für lange Zeit erhält der Leser nicht den Eindruck, einen Krimi zu lesen. Bekanntlich werden die Fälle in Leons Büchern mit Gemächlichkeit gelöst. Spannungsgeladene Handlungen gibt es daher kaum; das Geschehen lebt vor allem von der detaillierten und prägnanten Schilderung von Personen und ihrer Beziehungen untereinander. Es sind sensible farbige Sozialporträts. Neben deftigem Sarkasmus fehlen auch der genaue und humorige Blick sowie die sanfte Ironie der Autorin auf menschliche Schwächen nicht und machen die mit literarischer Raffinesse präsentierte Lektüre lesenswert. Ein eher düsterer bis verhalten heiterer Roman voller Menschlichkeit – mit positiven und negativen Ausprägungen.


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